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Der Belchensteig – eine Herbstwanderung


Juhu, heute scheint die Sonne und wir können hoffentlich einen goldenen Oktobertag erleben. Da hätte ich einen Wandervorschlag für euch…

In unserem Urlaub daheim sind wir den Belchensteig gewandert. Wir sind früh morgens, losgefahren, um noch vor dem großen Besucheransturm auf dem Belchen zu sein.
Unser Auto hatten wir beim Hotel Wiedener Eck abgestellt. Dort ist auch eine Infotafel und man bekommt einen Flyer mit Karte und Wegbeschreibung, in der auch Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten mit den entsprechenden Öffnungszeiten aufgeführt sind.



Die Wanderung auf dem Premiumwanderweg Belchensteig startet am Wiedener Eck dem Uhrzeigersinn nach in Richtung Lückle. Die ersten Meter verlaufen leicht ansteigend über einen breiten Wiesenpfad, der uns einen herrlichen Blick über das Wiedener Tal hinweg ermöglicht. Wir passieren nach etwa 500 Meter das Gut Lilienfein. Noch vor etwa dreißig Jahren befand sich in dem heutigen Hotel die Jugendherberge Wieden. Damals gab es hier im Winter noch richtig viel Schnee und die Markgräflerin war hier für ein paar Tage zum Skifahren und in der Jugendherberge einquartiert – in der Nähe befindet sich der Skilift Wiedener Eck und man hat vom Gut Lilienfein auf den Ski nur einen kurzen Weg dorthin.


Fliegenpilze

Wir kommen an ein Waldstück, das uns vorbei am Skilift Wiedener Eck und der Schneise beim Holzplatz direkt zum Lückle führt. Hier überqueren wir die Straße und nehmen auf der gegenüberliegenden Straßenseite den mittleren von insgesamt drei Wegen, der uns hinunter in das idyllische Hintergrundbachtal führt.



Bei Kilometer 3,7 erreichen wir den kleinen Weiler Untermulten, wo wir uns links halten und dem Streckenverlauf vorbei an zwei alten, traditionsreichen Schwarzwaldhöfen für etwa 150 m auf einem asphaltierten Wegchen folgen.


Etwa 80 Meter nach den beiden Höfen halten wir uns der Beschilderung folgend rechts. Ein kleiner, recht schmaler Trampelpfad führt uns anschließend wieder auf einen breiten Forstweg, den wir für weitere 100 Meter begehen, um anschließend einem Wiesenpfad erneut links in Richtung Gasthaus Belchen-Multen zu folgen.


Am genannten Gasthaus überqueren wir die Landestraße und machen uns auf in Richtung der Talstation der Belchen Seilbahn, welche wir nach insgesamt 5,5 Kilometern erreichen.



Wir sparen uns die nächsten 2 Kilometer mit rund 300 Höhenmetern und steigen die Belchen Seilbahn, die uns nach oben zum Belchenhaus bringt.


Oben angekommen bietet sich uns leider nicht der herrliche Blick ins Schweizer Jura und die schneebedeckten Alpenkette, die zum greifen nahe scheint. Es ist neblig!
Aber Ende Dezember 2019 waren wir schon einmal oben auf dem Belchen – bei strahlendem Sonnenschein – hier sind noch ein paar Fotos vom Dezember mit Schnee!



Wir kehren erst einmal im Belchenhaus für ein zweites Frühstück mit Cappuccino und Kuchen ein. An diesem Tag sind wir die ersten Gäste.



Und bevor wir dann weitewandern, gibt es noch ein Beweisfoto, dass wir auch wirklich oben waren – mit Nebel. Und dann hat der Wind der Markgräflerin auch noch den Hut weggefegt, direkt auf die dahinter liegende Kuhweide – der Markgräfler konnte den Hut gerade noch retten….


Der Belchensteig – ohne Alpensicht, mit Nebel


Wir gehen weiter, vorbei am Belchenhaus und nehmen anschließend den oberen Rundweg, der uns zum Belchengipfel führt.




Der Blick schweift über Münstertal, Staufen und Bad Krozingen hinweg zur Rheinebene und den sich dahinter befindenden Vogesen. Wir erblicken Freibug ebenso wie die umliegenden Schwarzwaldberge, allen voran den 1.493 m hohen Feldberg, den höchsten Berg im Schwarzwald.



Der Belchengipfel war nicht immer so kahl, wie er heute ist. Erst vor etwa 800 bis 1.000 Jahren rodeten Bauern den Wald, um Weideland für ihr Vieh zu gewinnen. Dadurch schufen sie völlig neue Lebensbedingungen für Wildpflanzen und – tiere.
Früher bedeckten niedrige, buschförmige Buchen und Bergahorne den Gipfel. Sie bremsten die Wucht der Stürme und schützten sich so gegenseitig. Heute rasen Schneestürme ungebremst über den Gipfel. Borstgrasrasen und Zwergstäucher sind im Winter vom Schnee geschützt. Der Belchengipfel besteht aus Graniten und Gneisen aus dem Erdaltertum, das heisst die Stelle, an der wir heute stehen, befand sich einst 800 m unter der Erdoberfläche.

Blick auf den Blauen

Bei klarer Sicht kann man jenseits der Rheinebene die Vogesen erkennen. Noch in der frühen Erdneuzeit (vor ca. 50 Mio. Jahren) bildeten Schwarzwald und Vogesen eine Einheit. Seither ist der Oberrheingraben auf 30 km Breite gebrochen.
Ursprünglich zusammenhängende Gesteinsschichten wurden um mehrere tausend Meter gegeneinander versetzt. Heiße Gesteinsschmelze drang in den Untergrund ein und wölbte die Erdruste auf. Wo die Spannung am größten war, brach der Oberrheingraben stellenweise mehr als 3.000 m tief ein. Dabei bahnte sich glühende Lava Wege an die Oberfläche. Der Kaiserstuhlvulkan brach aus.
Während der letzten 2 Mio. Jahre drückten gewaltige Kräfte aus dem Erdinneren die Flanken des Grabens besonders stark in die Höhe. Zwei Gebirge entstanden: Schwarzwald und Vogesen.
Mit der Hebung begannen Frost, Sturzregen, Wildbäche und Flüsse, die 700 m mächtigen Schichten des Erdmittelalters zu Geröll und Kies zu zerkleinern und in den absinkenden Graben zu verfrachten. Im Südschwarzwald liegen nun die Gesteine des Erdaltertums offen zu Tage.
Der Oberrheingraben sinkt auch heute mit ca. einem halben Millimeter jährlich ab. Wir bemerken kaum etwas davon, nur ganz selten spüren wir harmlose leichte Erdbeben.


Hat etwas Mystisches – ein „Steinkreis”


Wie bereits am Belchenhaus wirken auch hier oben, auf 1.414 m Höhe die Schweizer Alpen (wenn man sie sieht) ganz nahe, sodass man Stunden verweilen möchte. Doch nach einer kurzen Pause, mit Tee aus unserer Thermoskanne, müssen wir weiter.
Bei unserem Ausflug im Winter konnten wir nicht auf den Gipfel, die Wege nach oben waren vereist und rutschig – zu gefährlich.




Auf dem Gipfel verlassen wir nach links den oberen Rundweg, um kurz darauf den unteren Rundweg zu erreichen.



Wir halten uns rechts, ehe wir über einen alpinen Pfad zum Krinneabgang gelangen. Serpentinenmäßig schlängelt sich der Weg zwei Kiliometer hinunter zur Krinne, die wir bei Kilometer 10,5 erreichen.


Auf dem Weg hinab zur Krinne halten wir immer wieder kurz an und genießen die fantastischen Ausblicke in Richtung Münstertal / Staufen und die sich dahinter befindende Rheinebene. An der Krinne angekommen zweigt nun der Weg links ab. Nach nicht einmal einem weiteren Kilometer erreichen wir den Heidstein. Am Heidstein folgen wir dem Streckenverlauf rechts in ein dichtes Wäldchen. Über schmale Pfade und hin und wieder etwas breitere Forstwege kreuzen wir schließlich die Skilifte Heidstein und Neuhof, um nach rund 14,3 Kilometer wieder den Ausgangspunkt am Wiedener Eck zu erreichen.




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Müllheimer Mühlenweg

Muehlenweg Muellheim 1
Brunnenplatte mit Müllheimer Stadtwappen 1806 aus Britzinger Kalksandstein – Markgräfler Museum Müllheim

In unserem Urlaub haben wir unsere Heimatstadt erkundet.
Auf einer kleinen Wanderung sind wir dem Müllheimer Mühlenweg gefolgt.

Unterwegs haben wir uns bei der Bäckerei Kotz mit Kaffee und Kuchen gestärkt.
Hier ist die Tour mit Plan und in Bildern.


Muehlenweg Muellheim 19


Einen Flyer zum Müllheimer Mühlenweg mit Wegbeschreibung und Erläuterungen bekommt man in der Touristik Information, Wilhelmstraße 14, 79379 Müllheim. Die Wegbeschreibung (in kursiver Schrift) in diesem Beitrag habe ich aus dem Flyer entnommen. 


Karte


Marktplatz Müllheim

Das Markgräfler Museum



Der Müllheimer Mühlenweg

Unser Rundgang beginnt an der Toreinfahrt zum Blankenhorn-Palais des Markgräfler Museums. Nach der Toreinfahrt sehen wir rechts ein Eisentor, durch das wir in den Möbiushof einbiegen. Geradeaus treffen wir auf den Klemmbach und das Alte Wehr.



Wir verlassen den Möbiushof zur Wilhelmstraße. Dort wenden wir uns nach links und biegen gleich nach der Klemmbachbrücke rechts in die Marktraße ein. Auf der gegenüberliegenden Seite des Baches sehen wir die ehemalige Färberei Thommen.


Die ehemalige Färberei Thommen – heute befindet sich im Erdgeschoss das Restaurant Taberna – mit Terrasse und Balkon, die über den Klemmbach ragt


Einige Meter weiter befindet sich auf der linken Seite die ehemalige Dornsche Gerberei.




Wir überqueren die Brücke vor der „Alten Schol” und biegen in die Gerbergasse ein.



Dort gehen wir geradeaus weiter. An der Fußgängerampel überqueren wir die Östliche Allee.

Wir gelangen zu einem schmalen Gebäude, einem ehemaligen Gerberhaus.



Wir folgen weiter dem Verlauf der Gerbergasse. Gleich links in der Himmelreichstraße liegt die ehemalige Weißgerberei Krauss.



Zurück in der Gerbergasse gelangen wir nach wenigen Schritten zu einer alten Loh- und Schleifmühle.



Am Ende der Gerbergasse, vor der Klemmbachbrücke, treffen wir rechts auf das Mühlenmuseum Frick-Mühle.


Mühlen-Mäusle – Laugengebäck, das es anlässlich des Mühlentags 2018 gab

Wir verlassen das Mühlenareal, überqueren die Brücke, wo sich 1896 eine Furt durch den Bach befand, wenden uns nach rechts und gehen am Bach entlang durch die idyllische Erngupfe. Bei der Brücke nach etwa 400 m überqueren wir die Brunnmattstraße und stehen vor der Mühle an der Erngupfe.



Wenn wir von hier aus nicht als Kurzvariante den Weg zurückgehen wollen, wenden wir uns nach Süden in die Brunnmattstraße. Nach 200 m zweigt links der Wolfackerweg ab. Er ist als Wanderweg ausgeschildert und führt nach Badenweiler. Nach 150 m erblicken wir den Damm des Rückhaltebeckens.


Leider haben Vandalen dieses Schild beschmiert.
Der komplette Text lautet:

Vom Damm des Rückhaltebeckens Blick auf Müllheim und zum Sirnitzgebiet, wo der Klemmbach auf 1110 m Höhe entspringt und durch die Talenge „die Klemm” fließt.
20 km langer Lauf in Ost-West-Richtung mit 900 m Höhenunterschied. Durch natürliche Eigenschaften (nicht zu tief liegende Bachsohle, Fließgeschwindigkeiet u. a. ) ein günstiger Standort für Wassermühlen. Müllheim hatte die höchste Mühlendichte im Umkreis.
1758 gab es 7 Getreidemühlen mit 16 Mahlwerken sowie 7 Nebenwerke zum Antrieb z. B. von Öl- und Sägemühlen und Hanfreiben. Durch die Energiewende sinkendes Interesse an der Wasserkraftnutzung.


Wir kehren zur Brunnmattstraße zurück, wenden uns nach links und folgen dem Straßenverlauf bis zur Anhöhe Siebeneichenstraße. Nach dem Überqueren der Straße nehmen wir den steilen Fußweg hinunter in den Kalchen (Kalkgrube), der direkt auf die ehemalige Sprengenmühle zuführt. Linkerhand im Schwimmbad hinter dem Schwimmbecken gelegen befindet sich die Warmbachquelle.



Gleich nach der Sprengenmühle biegt unser Weg links ab. Wir kommen an den Ziegleweg und wenden uns nach rechts. Wir folgen dem Ölwegle entlang des Warmbachs. Nach ca. 200 m finden wir das Hinweissschild auf die frühere Ölmühle, die auf der gegenüberliegenden Bachseite lag. Im Zuge der Neubauten auf diesem Grundstück wurden die letzten Reste der Ruine 2017 entfernt.



An der Fußgängerampel überqueren wri die Östliche Allee. Vor uns liegt die ehemalige Mühlenwerkstatt Meßmer, rechts sehen wir die Rotgerberei Krauss.



Wir wenden uns nach links und gelangen über den Steg in die Hebelstraße. Bei der Confiserie Krauss biegen wir nach links ab und gehen durch die Passage zum Bürgerhauspark. Dort wenden wir uns nach rechts und dann, in der kleinen Lindenallee, nach links. So erreichen wir die Plattform oberhalb des Grayer Platzes. Von hier aus sehen wir das Fachwerkhaus der ehemaligen Mattenmühle.



Wer den Rundweg hier beenden will, überquert die Hauptstraße und schlägt den Fußweg ein, der parallel zum Mühlgraben bis zum Klemmbach führt. Nach dem Steg biegen wir rechts in die Krafftgasse ein und gelangen über das alte Wehr zurück in die Wilhelmstraße.
Wenn wir den Rundweg weiter gehen wollen, lassen wir die Mattenmühle rechts hinter uns liegen und wenden uns nach links bis zum Unteren Brühl, dem wir etwa 300 m folgen. Auf der linken Seite befindet sich zurückgesetzt im hinteren Hofbereich die Diethelm-Mühle.



Weiter führt unser Weg durch den Schlossmattweg bis zur Ampel an der Rosenburgschule. Von hier folgen wir dem Weg links entlang des Klemmbachs. Nach wenigen Schritten erreichen wir die ehemalige Koger-Mühle.



Wir folgen dem Weg weiter am Klemmbach entlang und erreichen das Hinweisschild auf die 1969 abgebrochene Kaiser-Mühle.



17. Kaiser-Mühle
Mühle aus dem 16. Jahrhundert, im 30jährigen Krieg abgebrannt, 1655 neu errichtet. In der Folgezeit Pächter aus der Schweiz, daher auch „Schweizermühle” genannt.
1768 vollständiger Neubau. Um 1843 im Besitz der Müllerfamilie Kaiser. 1896 Ersatz der Wasserräder durch Turbinen.



Wir gehen 250 m weiter und gelangen an den Teilstock des Klemmbachs.

Jetzt ist es Zeit für eine Pause – wir machen einen Abstecher in die Kanalgasse und kehren bei unserer Hausbäckerei ein.


Von hier beginnt der Rückweg bis zur Ampel an der Rosenburgschule aber auf der anderen Klemmbachseite – wir benutzen die Promenade.
Promenade am Klemmbach
Der Klemmbach nahm früher ein breites Gebiet zwischen Geröllflächen und Wiesen ein. Dadurch gab es häufig Überschwemmungsschäden. Auf Veranlassung von Bürgermeister Nikolaus XI. Blankenhorn wurden die Ufer um 1830 befestigt und mit Pappeln oder Linden bepflanzt. Die neuen Uferwege dienten als Promenade zur Naherholung. Der Warmbach mündete bis etwa 190 erst unterhalb der Kaiser-Mühle kurz vor dem Teilstock in den Klemmbach, heute gleich am Beginn der Promenade gegenüber.


Im Klemmbach entdecken wir übrigens neben Enten ganz viele Fische!


Am Parkplatz bei der Feuerwehr überqueren wir den Bach und folgen der Mühlenstraße bis zur Einmündung in die Hauptstraße.

Das Weingut Dörflinger ist zwar nicht in der Tour beschrieben, aber man kommt dort kurz vor der Einmündung in die Hauptstraße vorbei.
Da habe ich doch glatt noch ein Bild vom Gutedeltag gefunden, das ich im Innenhof des Weinguts gemacht und hier im Blog noch gar nicht gezeigt hatte….

Wir gehen rechts bis zum Grayer Platz und nehmen links den Fußweg entlang des alten Mühlenkanals. Nach dem Steg biegen wir rechts in die Krafftgasse ein und gelangen über das alte Wehr zurück in die Wilhemstraße.

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Wanderung zur Klemmbachquelle

Wanderung Klemmbachquelle 18


Und wieder habe ich einen Rückblick auf eine Wanderung vom Frühjahr für euch. Mitte Mai sind wir zur Klemmbachquelle gewandert.
Der Klemmbach entspringt in der Nähe der Sirnitz am Köhlgarten und fließt dann durch Schweighof, Oberweiler, Niederweiler und Müllheim, bei Neuenburg mündet der Klemmbach dann in den Rhein.
Früher wurden mit dem Wasser des Klemmbachs zahlreiche Müllheimer Mühlen betrieben – daher stammt auch der Ortsname.
Erst kürzlich haben wir auch eine kleine Wanderung entlang des Müllheimer Mühlenwegs unternommen – ein Bericht folgt demnächst – und dazu passt natürlich diese Wanderung zur Klemmbachquelle.  Der Markgräfler hat darüber schon in seinem Blog berichtet.
Wir haben unser Auto auf dem Parkplatz Egerten abgestellt und sind von dort aus zur Quelle gewandert. Leider gibt es keinen passenden Rundweg und so sind wir die gleiche Strecke wieder zurück gegangen:


Karte


Einkehrmöglichkeit Wanderheim Stockmatt
zurück beim Parkplatz Egerten
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Gebackene Schwarzwaldforelle mit Kräutern


Neulich waren der Markgräfler und die Markgräflerin mal wieder beim Angelweiher des Angelsportvereins Schönau, um für’s Mittagessen frische Schwarzwaldforellen zu angeln.
Die Markgräflerin hat gleich mal ein neues Rezept ausprobiert….


Gebackene Forelle mit Kräutern


Zutaten
Für 2 Personen
• 1 rote Zwiebel
• 1 Bio-Zitrone
• 1 Handvoll Basilikumblättchen
• 1 Handvoll Petersilienblättchen
• einige Minzblättchen
• einige Thymianblättchen
• 30 ml Olivenöl
• 2 Teelöffel Salz
• 1 Teelöffel frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
• 2 küchenfertige Forellen (je 400 – 500 g)

Zubereitung
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Die Zwiebel schälen und grob zerkleinern.
Die Zitrone halbieren, die Schale einer Zitronenhäfte abreiben und den Saft auspressen. Die andere Häflte der Zitrone in feine Scheiben schneiden. Kräuter, Zitronensaft und -schale, Zwiebel, Olivenöl, Salz und Pfeffer im Mixer grob zerkleinern.

Den Fisch waschen und mit Küchenpapier abtrocknen. Auf beiden Seiten mit der Kräutermarinade beträufeln, auch etwas in den Forellen verteilen. In eine Auflaufform legen und die restliche Marinade darüber verteilen. Die Zitronenscheiben darauflegen.
Im Ofen 20 – 25 Mintuen backen. Dazu schmecken Kartoffeln oder Weißbrot und grüner Salat.



Baked Trout with Herbs


Ingredients
For 2 persons

1 red onion
1 organic lemon
1 handful of basil leaves
1 Handful of parsley leaves
some mint leaves
some thyme leaves
30 ml of olive oil
2 teaspoons of salt
1 teaspoon freshly ground black pepper
2 ready-to-cook trout (each 400-500 g)

Preparation
Preheat the oven to 200 °C = 392 °F. Peel the onion and coarsely cut into pieces. Halve the lemon, grate the zest of one half and squeese the juice. Finely slice the other half of the lemon. Crush herbs, lemon juice and grated lemon zest, onion, olive oil, salt and pepper in a blender. Wash the fish and dry with kitchen paper. Sprinkle on both sides with the herbal marinade, also distribute some of it into the trouts. Put into a baking dish and spread the rest of the marinade over it. Place the lemon slices on top. Bake in the oven for 20-25 minutes. Serve with potatoes or white bread and green salad.

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Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Vogtsbauernhof 1



In unserem Urlaub daheim hatten wir im vergangenen Jahr das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Schwarzwald besucht. Ein lohnendes Ziel auf einem weitläufigen Gelände. Es gibt viel zu sehen und man erfährt viel über das Leben auf den Schwarzwaldhöfen in vergangenen Zeiten. Es finden täglich verschiedene Vorführungen statt – so wird zum Beispiel im Brennhäusle Schnaps gebrannt und Brot gebacken.


Der Hippenseppenhof
1599 Furtwangen-Katzensteig


Vogtsbauernhof 2


Das Longinuskreuz


Vogtsbauernhof 4


An der Stallwand zur Talseite des Hippensepppenhofs ist ein sogenanntes Longinuskreuz angebracht. Das figurenreiche Schnitzwerk zeigt um den gekreuzigten Jesus herum einzelne Gegenstände, wie sie aus den Passionsgeschichten der vier Evanglisten bekannt sind. Die Martererwerkzeuge erfuhren eine volkstümliche Verehrung, da sie die Waffen, die Arma Christi waren, mit denen Jesus den Tod besiegt hatte.
Neben den Leidenswerkzeugen, seitlich vor der Christusfigur ist der Reiter dargestellt, der den Gekreuzigten mit seiner Lanze in die Brust stieß, um dessen endgültigen Tod zu beweisen. Nach den sogenannten (nicht biblischen) Pilatusakten soll dieser Reiter, vom Rang her ein einfacher römischer Soldat, Longinus geheißen haben.
Er soll sich unmittelbar nach dem Tod Jesu den Jüngern Christi angeschlossen haben und schließlich als Bischof von Kappadokien den Märtyrertod gestorben sein. Longinuskreuze sind in der Umgebung des Rohrhardsbergs bei Triberg, Furtwangen, Schönwald sowie im Prech- und Elztal verbreitet. Die Landesherren in diesen ehemals vorderösterreichischen Gebieten, die Habsburger, förderten den Longinuskult, da Legenden zufolge die Splitter der Lanzenspitze in Wien als Reliquien aufbewahrt wurden.
Bei diesem Kreuz handelt es sich nicht um ein Original, sondern um eine Nachbildung eines Kreuzes von einem Bauernhof in Hornberg-Niederwasser, da der dortige Bauer sich weigerte, das Kreuz von katholischem Boden in das Museum Vogtsbauernhof im protestantischen Gutachtal zu geben.


Vogtsbauernhof 7
Blick in die Stube des Hippenseppenhofs

 


Die Stube war der einzig beheizbare, rauchfreie Arbeits- und Aufenthaltsraum des Hauses. An der zur Küche grenzenden Wand steht der Kachelofen mit dem gestuften Anbau, der Kunst.


Vogtsbauernhof 8


In der hellsten Ecke der Stube steht der große Tisch, an dem gegessen und gearbeitet wurde.
Im den meisten Gebieten im Schwarzwald wurde fünfmal am Tag gegessen:

  • z’Morge (Frühstück)
  • z’Nini (Pause um neun Uhr)
  • z’Middag (Mittagessen)
  • z’Vieri (Pause um vier Uhr nachmittags)
  • z’Nacht (Abendessen)

Die Familie und das Gesinde nahmen die Mahlzeiten gemeinsam ein.
Der Bauer saß oben am Tisch, die Bäuerin hatte ihren Platz entweder oben beim Bauern oder als erste links vor ihm auf der Bank.
Rechts von ihm saßen der Oberknecht, der Unterknecht und dann die Buben. Auf der langen lehnenlosen Bank vor dem Tisch saßen die Frauen, die Obermagd, Untermagd und die Mädchen. Vor und nach jeder Mahlzeit wurde gebetet.
Das Essen wurde meist in einer großen Schüssel serviert, aus der sich zuerst der Bauer bediente. Danach ging es der Reihe nach vom Oberknecht bis zu den Mägden. Legte der Bauer seinen Löffel nieder, mussten alle das Essen beenden. Die Löffel wurden an der Kittelschürze sauber gerieben und zurück in den dafür vorgesehenen Lederriemen an der Wand gesteckt.



Hochschwarzwälder Speicher


Vogtsbauernhof 6


Der Schwarzwälder Speicher wurde um 1590 auf dem Winterhalderhof in Schollach erbaut. Er wurde bis zur Umsetzung ins Museum im Jahr 1969 genutzt. Im Museum wurde er dem Hippenseppenhof als Nebengebäude zugeordnet.



Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Schädlingen steht der Speicher auf Pfählen. Die dicken Bohlenwände aus Nadelholz garantieren ein trockenes, kühles Klima im Innern.



Darin aufbewahrt wurden Getreide in Kästen, Brot, Speck, Würste, Schmalz, Sauerkraut, Most und auch Schnaps. Im linken Getreidekasten an der Rückwand des Gebäudes befindet sich ein Einstieg in ein Geheimfach für Dokumente und Wertgegenstände. Speicher standen im Normalfall immer in 20 bis 30 m Abstand vom Hofgebäude. So waren bei einem Brand die Vorräte gesichert.


Die Hofkapelle



Die Hofkapelle wurde 1736 auf dem Simonshof im Jostal erbaut.
Sie wurde bis zur Umsetzung ins Museum (1967) genutzt. Im Museum ist sie dem Hippenseppenhof zugeordnet.



Hofkapellen dienten zur täglichen Andacht der Hofbewohner. Die Glocke wurde regelmäßig zu den Gebetszeiten – im Sommer um fünf, elf und zwanzig Uhr, im Winter um sechs, elf und siebzehn Uhr – geläutet. Sie ersetzte den Bauern auf den Feldern auch den Zeitschlag der Kirchturmgocken, die in den abgelegenen Tälern nicht zu hören waren.


Der Vogtsbauernhof


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Der Vogtsbauernhof wurde 1612 am Standort im Museum im Gutachtal (260 m ü. M. ) erbaut. Der Vogtsbauernhof ist die Keimzelle des Museums, welches 1964 entstand.
Der Besitzer Martin Schumacher war um das Jahr 1650 Talvogt, d.h. Richter und Verwaltungsbeamter, in Gutach.


Gutacher Speicher


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Der Gutacher Speicher wurde beim Lehmeshof in Oberharmersbach laut Inschrift
um 1606/1626 erbaut.
Er besteht aus einem steinernen Untergeschoss, auf das der hölzerne Speicher aufgesetzt ist. Das Mauerwerk des Kellergeschosses ist 50 cm dick.
Im Untergeschoss wurden neben Schmalzhäfen und Sauerkraut Most, Kartoffeln, Gemüse, Eier und Äpfel aufbewahrt.

Das hölzerne Obergeschoss ist in Ständer-Bohlen-Bauweise errichtet. Die Wände sind mit gut 8 cm dicken Bohlen ausgefacht. Ein Gang umläuft das Obergeschoß auf zwei Seiten. Das Dach ist mit Stroh gedeckt. Der vordere Walm reicht schützend über den Außengang und ist in der oberen Hälfte offen, damit Luft und Licht in das Dachgeschoß gelangen.
Im trockenen Klima des Obergeschosses wurden Getreide, Brot, Speck, Schnaps und gedörrtes Obst gelagert, aber auch die Spinnräder, die nur im Winter gebraucht wurden, sowie die Darrbretter, auf denen das Obst zum Trocknen in den Backofen geschoben wurde.


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Stube des Vogtsbauernhofs


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Spinnen, Weben und Schneidern


Typische Schwarzwälder Schilderuhr


Gerätschaften zum Buttermachen



Die Rauchküche



Schwarz von Ruß sind die Wände der Küche, in denen unzählige Male offene Feuer mit Reisig entfacht und Mahlzeiten zubereitet worden sind. Da der Rauch, der in den Herden entsteht, nicht über einen Kamin das Haus verlässt, sondern ungelenkt die Küche durchzieht, spricht man im Schwarzwald von der Rauchküche oder auch einfach von der schwarzen Küche.

In den frühen Morgenstunden hatten Bäuerin und Magd das Herdfeuer zu entfachen. Auf dem Herd, der vormals gemauert und ab dem 19. Jahrhundert mit gusseisernen Platten umschlossen war, wurden alle warmen Mahlzeiten zubereitet. Daneben befeuerte man den Kachelofen in der Stube durch ein Loch in der Küchenwand. Der entstandene Qualm stieg in das Gewölm. Dieses Geflecht aus Haselruten war mit einem Lehm-Stroh-Gemisch verkleidet und als Rauchfang und Funkenschutz über die Feuerstelle gespannt.
Unter der Decke hingen Speck und Würste, die vom aufsteigenden Rauch konserviert wurden. Auf seinem Weg vom Herd durch das Haus bis hinauf in den Dachraum erfüllte der Rauch gleich noch weitere Funktionen. Er vertrieb das Ungeziefer und glich die aufsteigende Feuchtigkeit aus den Viehställen aus.



Das Dachgeschoss des Vogtsbauernhofs


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Das Back- und Brennhaus


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Auf abgelegenen Schwarzwaldhöfen brauchte man eigene Backhäuser, um Brot zu backen. Der Ofen wurde von einem Ofensetzer aufgemauert und mit Lehm ausgeschmiert. Im Backraum hatten bis zu 30 Laibe Brot Platz.

Einmal im Monat war Backtag. Es wurde auf Vorrat gebacken, da der Holzverbrauch und der Arbeitsaufwand groß waren. Mit Reisigwellen wurde der Ofen angefeuert.


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War er heiß genug, wurde die abgebrannte Glut mit einem Tannenreisigbesen herausgekehrt. Danach wurden die geformten Brotlaibe mit einem hölzernen Schieber, dem Schießer in den Ofen geschoben.
Nach einer Stunde Backzeit wurden sie herausgeholt, zum Abkühlen auf Bretter gelegt und anschließend in den Speicher gebracht. Am Backtag wurden oft auch einfache Kuchen gebacken. Die Restwärme des Ofens wurde zum Dören von Äpfeln, Birnen und Zwetschgen genutzt, um sie haltbar zu machen.

Wir hatten Glück – am Tag unseres Besuchs wurde gerade gebacken und Schnaps gebrannt – Rita Vitt zeigte uns, wie man herzhaft belegte Fladenbrote (Flammkuchen) in der ersten Hitze des Ofens bäckt und beantwortete geduldig unsere Fragen rund ums Schnapsbrennen und Backen anno dazumal.
Die Fladenbrote haben wir als verspätetes z’Nini verspeist und kurz bevor wir uns wieder auf den Heimweg gemacht haben, konnten wir noch eines der an diesem Tag gebackenen Brote kaufen und mit nach Hause nehmen.


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Fladen / Flammkuchen vegetarisch (mit Quark/Schmand Kräutern) und mit Quark/Schmand und Speck belegt

Die Brennanlage



In der Brennanlage wurden verschiedene Früchte wie Kirschen, Zwetschgen und Zibarten (wilde Pflaumen) zu Schnaps gebrannt. Das Kernobst wurde in Fässern eingemaischt. Die Maische wurde in den eingemauerten Topf mit dem kupfernen Hut eingefüllt und erhitzt. Der hochsteigende Dampf – Alkohol verdampft bei 78 °C, Wasser bei 100 °C – wurde durch ein Rohr geleitet. Dieses Rohr wurde zur Kühlung durch ein Fass geführt, in das laufend kaltes Wasser floss. Der Dampf kondensierte und tropfte in flüssiger Form in ein Gefäß. Ein zweiter Brand war nötig, um eine bessere Alkoholqualität zu erreichen.

Ein Brennrecht besitzten die meisten Schwarzwaldhöfe heute noch. Das Brennrecht legt die maximale Menge fest, die der Besitzer brennen darf. Vor dem Brennen müssen Zeitpunkt, Brennmaterial und Menge beim Zollamt gemeldet werden. Die Einhaltung wird kontrolliert. Schwarzbrennen kam immer schon teuer zu stehen.



Der Bauern- und Kräutergarten



Oberhalb des Vogtsbauernhofs sind im Heilkräutergarten des Freilichtmuseums über 130 Arten von Heilkräutern versammelt. Die Anlage ist unterteilt in sieben Beete, die jeweils einem Anwendungsgebiet entsprechen: Verdauung, Entwässerung, Kreislau , Nerven, Verletzungen, Hautkrankheiten, Erkältungen.

Die bei Bauernhöfen angelegten Gärten lieferten lebensnotwendige Beiträge für das Leben auf dem Hof. Mit dem Haus untrennbar zu einer Einheit verwachsen, lieferte das gut behütete Stück Land vor dem Haus Gemüse, Gewürze und Heilkräuter. Der Gartenboden war zu kostbar für etwas, das nicht von Nutzen war. Selbst ungenießbare Blumen wuchsen weniger ihrer Schönheit wegen, sondern weil sie vom Taufkranz bis zum Grabschmuck und vom Oster-bis zum Palmssrauß ihren festen Platz im Leben sowie im christlichen Jahresverlauf hatten.

Die Bauerngärten im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof sind nach historischen Vorbildern aus den Herkunftsregionen der Häuser angelegt. Neben vielerlei Kräuter- und Salatarten sind eine Reihe alter Gemüsearten wie Pastinaken, Gartenmelde, Mangold und Markstammkohl angepflanzt.



Die Klopf- und Plötzsäge



Bienenfreiständer



Die Hausmahlmühle / Getreidemühle


Das Mahlwerk der Getreidemühle

 


Der Lorenzhof



Milchhäusle



Der Brunnen, die Wasserversorgung der Schwarzwaldhöfe für Mensch und Tier, befindet sich außerhalb der Wohnräume. Das Wasser wird von der Quelle durch Deucheln (Holzstammrohre) zum Brunnestock geleitet. Das Wasser fließt unter dem Milchäusle durch in einen langen Brunnentrog, der auch als Viehtränke genutzt wird.



Das Milchhäusle ist direkt neben dem Brunnenstock über dem Brunnentrog aufgebaut. Durch das beständig fließende kühle Wasser (Quellwasser hat eine nahezu konstante Temperatur von 3 bis 4 °C ) werden die darin aufbewahrten Nahrungsmittel (Milch, Käse, Butter, Most…) auch an heißen Sommertagen frisch gehalten.
Die Behältnisse stehen direkt im Wasser oder auf Regalbrettern.



Kinzigtäler Speicher



Bildstöcke


Bildstock am Kinzigtäler Speicher

 


Dieser Bildstock erinnert an ein tragisches Ereignis im jahr 1835. Die Inschrift lautet:

HIER AN DIESER TRAUERSTÄTTE FAND MICHAEL MATT, KNECHT DES PHILIPP HARTER, AM 25TEN OKTOBER 1835 ABENS ZWISCHEN 6 UND 7 UHR BEIM NACHHAUSGEHEN VON EINER KUGEL UNSCHULDIG GETROFFEN IN EINEM ALTER VON 26 JAHREN SEINEN TOD DIE TRAUERNDEN ELTERN JOSEPH MATT.

Ein bisschen abgesetzt erscheint ein zusätzlicher Name FRAN. KELLER.  Auf der rechten Seite des Steins findet er sich ausgeschrieben eingemeißelt: FRANZISKA KELLER AUS DEM BEHRENBACH. Schriftliche Quellen über das Unglück liegen nicht vor. Nach mündlichen Aussagen handelt es sich um einen Mord aus Eifersucht. Der getötete Knecht soll ein Verhältnis mit einer Magd des Hofes gehabt haben und von einem Nebenbuhler erschossen worden sein.



Der sogenannte Moser-Bildstock stand ursprünglich am alten Weg zur Kreuzbergkapelle oberhalb Hausachs. Er ist aus Sandstein und reich verziert:
Ein Engelskopf mit Flügeln, Zopfstab und Lilien sind zu sehen. Auf der Rückseite befindet sich ein Hinweis auf den Beruf des Schumachers, ein Flößerstiefel mit hohem Schaft.
Der Schuhmacher Conrad Moser (1694-1768), der zeitweise auch Lehrer und einer der beiden Amtsbürgermeister von Hausach war, stiftete ihn zum Gedächtnis an seine verstorbene Frau Magdalena Schmider (gest. 1747).



Mittagspause im Museumsrestaurant Hofengel
Salat mit gebratenen Pfifferlingen und reich garnierter Wurstsalat.



Das Effringer Schlössle



Das Effringer Schlössle stammt aus Effingen, heute ein Stadtteil von Wildberg, Kreis Calw. Nach archäologischem Befund wurden die Grundmauern vermutlich bereits im 11. Jahrhundert erbaut. Nach Verfall des ursprünglichen Gebäudes erfolgte ab 1379 der Ausbau zum herrschaftlichen dreistöckigen Landsitz mit Turm. In der Bevölkerung wie in den archivalischen Akten seitdem als „Schlössle” bezeichnet. Der Turm besteht heute nicht mehr, da dieser bei Umbaumaßnahmen – vermutlich um 1860 – entfernt wurde.



Alte Küche im Effringer Schlössle



In der neuen Küche – im 1960er Jahre Stil



Wäschekammer auf dem Dachboden



Die Hanfreibe



Die Hanfreibe gehörte zur oberen Mühle in Steinach Kinzigtal. Sie wurde bis 1928/29 genutzt. 1966 wurde sie ins Museum umgesetzt.



Hanf war –  wie auch Flachs (Lein), dessen Verarbeitung sehr ähnlich verlief – in den mittleren Regionen des Schwarzwalds verbreitet. Aus den Fasern wurden Stoffe, Säcke und Seile hergestellt, die in großer Zahl für die Wald- und Feldarbeit benötigt wurden.
Hanfreiben wurden von Kundenmahlmühlen betrieben. Für einen Bauernhof allein hätte sich der bauliche Aufwand nicht gelohnt.

Die Hanfpflanzen wurden auf den Höfen verarbeitet. Bei der Ernte riss man die Pflanzen mitsamt der Wurzel aus dem Boden. Die Hanfstängel wurden nach der Ernte zur Verrottung in einen Weiher oder auf eine Feuchtwiese gelegt, die sogenannte Reeze. Nach drei Wochen waren die holzigen Innenteile der Stängel angefault und wurden auf die Hanfdarre gebracht, die aus zwei Bruchsteinmauern und einem darüberliegenden Rost bestand.

Unter dem Rost wurde ein Feuer angzündet. Die Hanfstängel wurden darauf gelegt und gedarrt. Das machte den inneren Holzkern der Stängel spröde und brüchig. Ziel der Hanfbearbeitung war, die äußeren Fasern vom inneren Holzkern der Stängel zu trennen. Anschließend wurden die Stängel auf der groben Hanfbreche mit einer Längsrippe geborchen. Die spröden Holzteile zersplitterten und lösten sich. Hölzerne Restteile blieben in den Fasern hängen. Sollte der Hanf zu Stoffen verarbeitet werden, wurde er zusätzlich auf Brechen mit mehreren Längsrippen gebrochen.

Aus den Faserbündeln drehten die Frauen Zöpfe und gingen damit zur Hanfreibe. Die Zöpfe wurden in zwei Reihen nebeneinander mit dem dickeren Ende nach unten in das runde, aus Sandstein bestehende Reibebett gelegt. Der aus Granit bestehende Umläufer, auch Pudelstein genannt, rollte darüber, zerquetschte die restlichen Holzteilchen und rieb die Hanffasern weich. Der Müller erhielt von jedem gewalzten Bett einen Hanfzopf und ein festgelegtes Entgelt.

Nach dem Reiben wurden die Fasern zuerst durch die Grobhechel und anschließend durch die Feinhechel gezogen. Die hölzernen Teilchen und die kürzeren Fasern, das Werg, kämmte man aus. Die gehechelten Fasern wurden zu Fäden gesponnen und zur Weiteverarbeitung zum Weber oder Seiler gepbracht


Hanfdarre gegenüber der Hanfreibe

Das Leibgedinghaus



Das Gebäude wurde 1652 auf dem Neubauernhof in Gutach (300 m ü. M.) als Altenteil errichtet und wurde im Laufe der Jahre sowohl als solches genutzt als auch an verschiedene Parteien, Tagelöhner und Handwerker verpachtet.  Es wurde bis 1929 von einem Schuhmacher bewohnt. 1964 erfolgte die Umsetzung ins Museum.


Die Gutacher Tracht mit Bollenhut



Alte Postkarten aus dem Schwarzwald



Bei den Postkarten hat die Markgräflerin auch ihre Tracht entdeckt:



Taglöhnerhaus und Innenräume des Falkenhofs



Das Hotzenwaldhaus



Am späten Nachmittag, noch immer bei sommerlicher Hitze und nach einem eindruchsvollen Tag (es gäbe noch viel mehr zu zeigen und zu berichten) machten wir uns wieder auf dem Heimweg.


Ein Schäferwagen auf der Wiese vor dem Vogtsbauernhof

Essen & Trinken, Food, Fotografie, Markgraeflerland, Natur & Garten, Schwarzwald/Black Forest, Sommer, Wandern

Wanderung vom Haldenhof zum Belchen



Morgen ist es genau ein Jahr her, dass wir im Urlaub daheim eine Wanderung vom Haldenhof zum Belchen und zurück unternommen haben.
Auch in diesem Jahr waren wir schon mehrmals auf heimatlichen Pfaden unterwegs und es warten noch ganz viele Bilder, die in einem Fotobuch verarbeitet werden sollen.
Endlich habe die Bilder mal gesichtet, um sie euch zu zeigen. Hier, bitteschön:



Blick ins Tal, oberhalb des Haldenhofs, wo wir unser Auto abgestellt hatten. Wenn man am Ende der Wanderung nicht mehr bergauf gehen möchte, sollte man noch ein kurzes Stück weiter bis zum nächsten Wanderparkplatz fahren und das Auto dort abstellen.



Erster Fotostop: Die Willibald Strohmeyer Kapelle



Die Kapelle wurde zum Gedenken an Pfarrer und Dekan Willibald Strohmeyer errichtet.
Er war von 1910 bis 1945 Pfarrer in St. Trudpert in Münstertal. darüber hinaus war er von 1924 – 1931 Superior im gleichnamigen Kloster und ab 1939 Dekan im Dekanat Neuenburg.
Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs wurde er am 22. April 1945 ohne ersichtlichen Grund von einem SS-Kommando zunächst Richtung Münsterhalden verschleppt und anschließend durch Genickschüsse umgebracht.
Erst zwei Wochen später fand man seine Leiche in der Nähe der heutigen Kapelle.
Die letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von St. Trudpert. Er wird heute als katholischer Märtyrer verehrt.
Der Grundstein für die Willibald Strohmeyer Kapelle wurde am 22 Oktober 1946 gelegt und am 31. August 1947 wurde die Kapele von Erzbischof Dr. Conrad Gröber geweiht.



Es geht stetig bergauf – Metzg 970



Richtstatt – 1.050 Meter
Wir gönnen uns eine Pause – auf dem Bänkchen hinter der Rasthütte hat man einen schönen Ausblick hinunter ins Tal.



Und weiter gehts in Richtung Belchen-Gipfel…



Und es geht immer noch durch den Wald bergauf, zwischendurch muss man auch an einer Felswand entlang über große Steine klettern.



Alte Grenzmauer



Wir folgen dem Wegweiser in Richtung Hohkelch.



Roter Fingerhut mit Hummel


Zwischendurch gibt es auch mal einen Aussichtspunkt – in der Ferne sieht man den Blauen.



Hohkelch – 1264 m



Noch 1,2 km bis zum Belchen – und natürlich bergauf!



Heidelbeeren naschen…



Der Weg wird schmaler und unser Ziel ist in Sicht.



Blick nach unten zum Hohkelch.


Wildkräuterwiese kurz vor dem Gipfel


Geschafft – der Gipfel ist erreicht.



1.414 Meter



Auf einer Informationstafel hatte ich dann die Alpine Gebirgsschrecke entdeckt – auf dem Weg zum Gipfel hatte ich nämlich eine gesehen – ich hatte mich über die grellen Farben gewundert – knalliges Gelb und neongrün – und dachte zuerst, dass jemand ein Plastikspielzeug verloren hätte – bis sie sich unter Heidelbeersträuchern verkroch.
Die Alpine Gebirgsschrecke ist übrigens von den Blättern der Heidelbeeren besonders angetan.



Und danach hatten wir uns die Einkehr im Belchenhaus verdient…




Oben auf dem Berg war es windig und kühl – die Windjacke leistete gute Dienste.
Es gab Kartoffelsuppe mit üppiger Wursteinlage für die Markgräflerin, der Markgräfler hielt sich an Wurstsalat und dann haben wir uns noch einen Flammkuchen geteilt….



Und dann ging es wieder bergab zum Haldenhof.