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Wanderung zum Castellberg

Castellberg Sulzburg Bergbau Wanderweg 31


Und noch mal eine Wanderung zu einer Burg!
Nach Burg Neuenfels, Sausenburg und Burg Rötteln geht es nun in Richtung Ballrechten-Dottingen.
Der Castellberg oder Kastellberg (mit Stummen „e“ im ersten Wortteil) bei Ballrechten-Dottingen war in den 1980er Jahren ein beliebtes Ziel für Wandertage kurz vor Ende des Schuljahres. Ideales Ziel für eine kleine Wanderung oder einen kleinen Spaziergang, angesichts der Wetterprognosen und Hitzewarnungen bis in 800 Meter Höhe hatten wir uns im vergangenen Jahr für eine Wanderung von Sulzburg aus entschieden.

Wir folgen zu Beginn der Route des Bergbaugeschichtlichen Wanderwegs. Start ist auf dem Marktplatz, wir gehen in Richtung Stadttor, vorbei am Landesbergbaumuseum, und biegen vor dem Tor in die Ernst-Bark-Gasse ab und laufen zur Synagoge. Es geht wieder nach rechts in die Gustav-Weil-Straße. Bei der Klostergasse halten wir uns links und gehen Richtung Klosterkirche St. Cyriak (Wikipedia). Entlang der Friedhofsmauer gehen wir bis zur Schlossbergstraße und halten uns links bis zum Wegweiser Kosakenwäldele. Hier folgen wir dem Wegweiser in Richtung Castellberg (gelbe Raute).


Wanderung Castellberg 1


Beim kleinen Anstieg drehen wir uns immer wieder um und lassen den Blick über Sulzburg, die Kirche St. Cyriak und den Schlossberg schweifen.

Wir machen einen kurzen Abstecher zum Schlössleberg wo es Mauerreste der einstigen Burg der Üsenberger zu sehen gibt.


Wanderung Castellberg 2


Irgendwann kommen wir an der Abzweigung des Bergaugeschichtlichen Wanderwegs (Schild Arthur-Faißt-Wegle) vorbei und halten uns aber geradeaus.

Wir folgen dem Weg, und in einer Biegung beim Schild Gänsebuck treten wir kurz aus dem Wald raus und werfen einen Blick in Richtung Rheinebene, gehen aber weiter auf dem Weg durch den Wald.


Wanderung Castellberg 3

Wanderung Castellberg 11


Es geht weiter bis zum Wegweiser Bierenstiel Rank, hier folgen wir dem „Bettlerpfad“ bis zum Wegweiser Castellberg bei der Castellberghütte mit Parkplatz, Grill und Waldspielplatz. Eine Erklärungstafel weist noch auf die abgebrannte Gerichtseiche des Freiburger Künstlers und Holzbildhauers Thomas Rees hin.


Wanderung Castellberg 8

Wanderung Castellberg 5

Wanderung Castellberg 9

Wanderung Castellberg 13

Die 2,5 km lange Wanderung durch eine der schönsten historischen Reblandschaften am Castellberg bietet als besondere Höhepunkte nicht nur die restaurierten Steintreppenzüge von der Basis bis zur Kuppe, die restaurierten Trockenmauern und den Aussichtsturm auf der Hügelkuppe. Wussten Sie, das auf dem Castellberg im Flaumeichenwald – eine 10 ha großen Naturschutzgebiet – auch eine vorgeschichtliche Ringwallanlage, eine mittelalterliche Burg  und eine Festungsanlage aus dem Barock zu entdecken sind?


Wir folgen ab hier der Beschilderung Castellberg Pfad bis zum Wegweiser Castellbergruine, und können nach wenigen Metern einen Blick auf die Staufener Burg erhaschen.


Wanderung Castellberg 17

Wanderung Castellberg 18

Wanderung Castellberg 12


Von der Bronzezeit zur barocken Festung

Auch wenn man aufgrund des Namens an ein römisches Kastell denken könnte, so sind bisher keine römischen Funde vom Castellberg bekannt. Trotzdem war der Berg schon lange vor der mittelalterlichen Burg bewohnt. Die hier gefundenen Keramikscherben belegen, dass sich hier auf der Hügelkuppe Menschen bereits zwischen 1600 und 550 vor Christus – also von der Bronzezeit bis zu den frühen Kelten -zeitweise niedergelassen haben. Davon zeugt der im Gelände noch etwa 2 m hohe Abschnittswall mit  vorgelagertem Graben. Wenn man den schmalen Pfad im Wald weiter läuft, trifft man auf einen tiefen Burggraben und die Ruine einer mittelalterlichen Burg, die um 1700 nochmals ausgebaut wurde zu einer barocken Festungsanlage. Eine weitere spannende Geschichte ist die Entstehung und die Geologie des Castellberges sowie die hier wachsenden seltenen Pflanzen.


Wanderung Castellberg 19


Ein Flaumeichenwald mit üppiger Strauchgesellschaft, dazu Magerwiesen und Halbtrockenrasen mit botanischen Kostbarkeiten, eine Insel südländischer Vegetationen.
Die bewaldete 10 Hektar große rebenumgrenzte Bergkuppe ist vollkommen geschützt.
Jede Beschädigung, das Sammeln von Tieren, das Ausgraben oder Abpflücken von Pflanzen der Art ist durch Verordnung vom Februar 1977 untersagt.
Dieser erdgeschichtlich markante Einzelberg, eine hängengebliebene Scholle der Schwarzwaldrandverwerfung bietet herrliche Ausblicke auf 35 Orte in weiter Ebene zwischen Schwarzwald und Vogesen. Neben dem Turm findet man Mauerreste einer mittelalterlichen Befestigung.


Schautafel auf dem Weg zum Aussichtsturm


Wanderung Castellberg 20

Wanderung Castellberg 23


Bronzezeitliches Vollgriffschwert von Heitersheim und Krieger der Bronzezeit mit Vollgriffschwert (Wandbild Julius Naue, 1900)

Das Kriegergrab von Heitersheim
Der Herr vom Castellberg?
Nur 5 Kilometer entfernt vom Castellberg wurde 1845/46 westlich von Heitersheim beim Bau der Eisenbahnstation ein bronzenes Schwert aus der mittleren Bronzezeit gefunden. Es stammt vermutlich aus einer nicht dokumentierten Bestattung in einem Grabhügel. In der mittleren Bronzezeit ab etwa 1600 vor Christus entwickelten sich aus den frühbronzezeitlichen Dolchen erstmals Schwerter mit längeren Klingen, die ausschließlich als Waffen gegen Menschen gedacht waren. Zu dieser Zeit war ein Schwert ein teures Statussymbol, das den Besitzer aus der Masse heraushob. Vielleicht wohnte der Krieger von Heitersheim auf der nächst gelegenen Höhensiedlung, dem Castellberg.


Wanderung Castellberg 25


Der Abschnittswall auf dem Castellberg

In welcher vorgeschichtlichen Besiedlungsphase des Castellberges die an dieser Stelle noch sichtbare Befestigung gebaut wurde, ist nicht bekannt, da es bisher noch keine Ausgrabungen gab. Der Wall – heute noch bis zu 2 Meter hoch – war vermutlich eine ursprünglich etwa vier Meter hohe Holz-Erde-Mauer in Kastenbautechnick, die sobald das Holz verrottet war, zusammengefallen ist. Die Befestigung riegelte die steilere südliche Bergspitze vom leichter zugänglichen nördliche Sattel ab.


Gefäßkeramik der Mittleren Bronzezeit mit ihren typischen Mustern aus dem Breisgau und Urnenfelderzeitliche Gefäßkeramik aus einem Frauengrab con Bad Krozingen „Großer Hofacker).

Neue Gesellschaftsformen in der Mittleren Bronzezeit
(1600 bis 1300 v. Chr.)

Die Höhensiedlung der mittleren Bronzezeit auf dem Castellberg ist eine von den neu entstandenen Höhensiedlungen wie auch auf dem Schönberg und dem Staufener Schloßberg im Breisgau, die bisher aber wenig erforscht sind.
Reiche Grabfunde aber zeigen, dass ab etwa 200 vor Christus sich die Gesellsschaft in ganz Mitteleuropa zu wandeln beginnt, verursacht offensichtlich durch den neuen Werkstoff Bronze – eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Dadurch bedingt entwickelten sich ganz neue Wirtschaftszweige im Bergbau, Metallhandel und ein spezialisiertes Handwerk.

Eine Burg der Urnenfelderzeit?
(1200 bis 800 v. Chr.)

Auch in der Folgezeit – der späten Bronzezeit von 1200 bis 800 vor Christus, der sogenannten Urnenfelderzeit – ist der Castellberg wieder besiedelt. Zu dieser Zeit sind besfestigte Höhensiedlungen im Breisgau häufiger und auf dem Burkheimer Burgberg und dem Breisacher Münsterberg auch archäologisch gut erforscht.
Gleichzeitig sind zahlreiche Talsiedlungen bekannt, die auf den fruchtbaren Schwemmlössfächern der Flüsse im Breisgau liegen. Das lässt auch weiterhin auf eine hierarchische Gesellschaft schließen.

Eine Frühkeltische Höhensiedung
(800  bis 550 v. Chr.)

Typische Keramikscherben aus der Zeit der frühen Kelten – der sogenannten Hallsttattzeit zwischen 800 und 550 vor Christus belegen, dass der Castellberg wieder besiedelt war. Gleichzeitig gab es auf sehr vielen Anhöhen im Breisgau weitere Höhensiedlungen. Die Höhensiedlugnen scheinen zu dieser Zeit keine besondere STellung einzunehmen, da  das Fundmaterial sich nicht von dem der Talsiedlungen unterscheidet. Am Ende der frühkeltischen Zeit um 520 vor Christus wurden die meisten Höhensiedlungen – wie auch der Castellberg – wieder verlassen. Nur der Breisacher Münsterberg blieb als zentralörtliche Höhensiedlung übrig.
Die Kelten sind die ersten Völker nördlich der Alpen, deren Name seit etwa 500 vor Christus von griechischen Historikern überliefert ist.


Wanderung Castellberg 26

Wanderung Castellberg 27

Wanderung Castellberg 28


Hier nehmen wir den mittleren Trampelpfad zwischen den Flaumeichen. Auf dem Weg zu den Überresten der mittelalterlichen Burg, passieren wir noch die Reste einer älteren Wallanlage und landen schließlich beim kläglichen Überbleibsel des einstigen Burgturms. Direkt daneben steht ein stählerner Aussichtsturm, der im Jahr 1962 von der Ortsgruppe Sulzburg des Schwarzwaldvereins errichtet wurde. Von oben hat man einen schönen Blick nach Westen in Richtung Rheinebene und die Vogesen. Nach Süden und Norden hin versperren hohe Bäume die Sicht.


Wanderung Castellberg 30

Wanderung Castellberg 32

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Reste des WehrturmsWanderung Castellberg 35


Mauerrest des WohngebäudesWanderung Castellberg 36

Wanderung Castellberg 38


Wir folgend dem Wegweiser Castellberg Pfad weiter in Richtung Süden. Am Südzipfel des Castellbergs finden wir dann eine nette Sitzgelegenheit, eine Bank mit Tisch und schöner Aussicht in die Rheinebene sowie auf Sulzburg und Laufen. Hier packen wir unser kleines Vesper aus.


Wanderung Castellberg 44


Im Wald entdecken wir einen schönen Falter – Der Russische Bär, auch Spanische Flagge genannt, (Euplagia quadripunctaria) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Unterfamilie der Bärenspinner (Arctiinae).



Anschließend folgen wir der roten Raute mit den Trauben durch die Weinberge – der Markierung des Markgräfler Wiiwegli – bis zum Wegweiser Vorderer Castellberg. Ab hier folgen wir dem Wiiwegli zurück zum Marktplatz, vorbei am einstigen Sulzburger Bahnof bis wir wieder zur Kirche St. Cyriak kommen, wo wir unser Auto abgestellt haben.


Karte


Souvenir vom Castellberg:
Roter Gutedel

Wanderung Castellberg 53


Weitere Bilder gibt es beim Markgräfler.

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Wanderung rund um Burg Rötteln

Burg Roetteln 17


Es ist schon wieder Sonntag und das Wetter ist zu unbeständig, um eine Wanderung zu unternehmen. Aber im Archiv warten noch einige Bilder vom Sommer 2020 auf ihre Veröffentlichung. Es ist also Zeit, die Markgräfler Burgen-Reihe zu vervollständigen.

Vergangene Woche hatte ich euch von unserer Wanderung zur Sausenburg berichtet, dort wurde erwähnt, dass die Sausenberger 1311 die Burg Rötteln erbten und 1314 ihre Residenz dorthin verlegten.

Es ist schon einige Jahre her, als wir zuletzt auf der Burg Rötteln waren, das war im Januar 2014, damals hatten wir auch das Burgmuseum besucht und haben dann in der Burgschenke zu Mittag gegessen. Diesmal hatten wir ein Vesper dabei. Unser Auto haben wir auf dem Parkplatz oberhalb von Wittlingen abgestellt und sind dann zur Burg gewandert.


Karte



Zuerst geht es durch ein schattiges Waldstück mit riesigen Farnen. Die durchscheinende Sonne erzeugt schöne Lichtspiele.


Burg Roetteln 5


…natürliche Abenteuer-Kletterwand aus Baumwurzeln in der Nähe der Burg…


Burg Roetteln 6


Wir nähern uns der Burg von der Rückseite und müssen erst darum herum gehen, um zum Eingang zu gelangen.


Burg Roetteln 7

Burg Roetteln 8

Burg Roetteln 13

Burg Roetteln 12


Hier wachsen viele Königskerzen (Lat. Verbascum densiflorum Bertol.).
Die getrockneten Blüten der Königskerze gelten als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Katarrhen der Luftwege. Sie findet Verwendung bei Erkältungskrankheiten mit Husten und besitzt die Fähigkeit gereizte Schleimhäute zu beruhigen. Die schleimlösenden Eigenschaften der enthaltenen Saponine sollen ein Abhusten von zähem Schleim begünstigen:


Königskerzen-Tee


1,0 Gramm getrocknete Blüten – ungefähr zwei Teelöffel – werden mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergossen, dann 10 – 15 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen trinkt man den Tee angenehm warm. Erwachsene trinken drei- bis viermal täglich eine Tasse Tee.


Früher wurde die Pflanze mit Teer oder Pech bestrichen und als Fackel verwendet, woher wohl die deutsche Bezeichnung Königkerze stammt. 


Burg Roetteln 16


Zugang zur Oberburg


Bei keiner anderen Burg der Umgebung ist die ausgeklügelte Zugangstechnik so deutlich sichtbar erhalten geblieben. Die Ober- oder Kernburg ist das Herz der gesamten Anlage; sie war deshalb eigens geschützt.

Um die gesamte Oberburg herum zieht sich eine hohe Ringmauer mit Wehrgang. Zusätzlich wurde ein Graben angelegt, der Halsgraben, für den zur Bergseite und zur Vorburg hin der gewachsene Fels abgetragen wurde. An dieser Stelle überwindet eine Holzbrücke den Graben, denn hier öffnet sich der einzige Zugang zur mauerumwehrten Oberburg.
Einst war der Graben sehr tief und die Verbindung zwischen Vorburg und Kernburg wurde durch eine Zugbrücke hergestellt. Der alte Auflagepfeiler der Zugbrücke trägt noch heute die Holzbrücke. Neben dem Haupttor gewährt das schmale Mannloch Einzelpersonen Zutritt. Auch dieser Zugang war über eine Zugbrücke gesichert.


Burg Roetteln 38


Über dem Scheitel des Haupttors zeigt eine Sandsteinplatte das Wappen der Bauherren und mächtigen Besitzer, der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg.

Hinter dem Obertor erheben sich gewaltige fensterlose Mauermassen. In das Innere der Oberburg gelangt man erst, wenn man das dreistufige, aus drei weiteren Toren bestehende Sicherheitswerk hinter sich gelassen hat. Aus der mächtigen Schildmauer zur Linken ragt als Torverteidigungsturm der so genannte Giller empor.


Burg Roetteln 21

Burg Roetteln 23


Hier bekommen nicht nur die Falterfutter – wir lassen uns auf einer Bank im Schatten unterhalb der imposanten, dreistöckigen Burgmauer nieder und verspeisen unser mitgebrachtes Vesper


Burg Roetteln 24

Burg Roetteln 1

Burg Roetteln 27Kaisermantel auf Sommerflieder


Palas und Burgkapelle


Der Palas war Wohnsitz der Herrschaft und zugleich Repräsentationsgebäude. Er wurde in drei Abschnitten ausgebaut: Im Süden steht der „Alte Bau”, nördlich anschließend ein „Zwischenbau” und nahe am Bergfried der „Neue Bau”. Der Palas ist dreigeschossig, aber erst das oberste Geschoss läuft über allen drei Bauabschnitten durch. Es lässt sich gut ablesen, wie der „Alte Bau” zunächst erweitert und dann erhöht wurde.


Burg Roetteln 32


Der „Alte Bau” stammt aus der Zeit der Edelherren von Rötteln (13. Jahrhundert). Im Erdgeschoss befindet sich der Rittersaal, wo sich das gesellschaftliche Leben abspielte. Über dem Rittersaal lagen Wohn- und Schlafräume, im „Zwischenbau” war die Küche untergebracht.


Burg Roetteln 33


Den „Neuen Bau” ließ Markgraf Philipp von Baden (1454-1503) errichten. Den Schlußstein des Zugangsportals ziert das Wappen des Markgrafen und seiner Gemahlin Maria von Savoyen. Im obersten Geschoss nahm der weiträumige Festsaal die gesamte Fläche ein. In den Nischen der großen Fenster befinden sich Sitzbänke. Fenster- und Portalgewände des „Neuen Baus” zeigen außergewöhnlich feine Bauformen. Sie zeugen vom anspruchsvollen Repräsentationsbedürfnis des Markgrafen, der dem burgundischen Hof angehörte. Der Neue Bau war komfortabel ausgestattet. Es gab zahlreiche kleinere Räume, die mit Öfen beheizbar waren. Zu diesem Komfort zählt auch die Abortanlag an der östlichen Außenwand. Die Burgkapelle St. Marien (geweiht 1504) an der Nordseite des Burghofs war eine langgestreckte Halle mit zwei Säulen in der Mittelachse, die ein spätgotisches Rippengewölbe trugen. In der Kapelle soll sich die Grablege von Markgraf Rudolf IV. (gest. 1487) befinden.



Burg Roetteln 34


Der Bergfried


Der Bergfried erhebt sich an der höchstgelegenen Stelle der Burganlage. Seine Erbauung reicht bis in die Anfangszeit der Burg unter den Edelherren von Rötteln zurück, vielleicht ist er sogar noch älter. Der ursprüngliche Zugang befindet sich an der Südostseite etwa im dritten Geschoss des Turms. Er war nur über Leitern oder eine Holztreppen zu erreichen. Der heutige Eingang ist modern. Der Bergfried war Wachturm, Rückzugsort für den Verteidigungsfall und Gefängnisturm zugleich. Zusammen mit der zur Bergseite hin errichteten Schildmauer und dem Halsgraben bildete er das wichtigste Element im Verteidigungssystem der ersten Burg.

Die Bearbeitung der Bossenquader wechselt mit ansteigender Höhe und legt Zeugnis von einer länger anhaltenden Bauzeit ab. Bemerkenswert ist die Scharrierung der Quaderoberflächen in den unteren Steinlagen mit parallel zur Mitte hin ausgerichteten Furchen. Zwar ist sie im romanischen Kirchenbau anzutreffen, im badischen Burgenbau jedoch einzigartig.

Vom Bergfried aus bietet sich ein grandioser Rundblick über die Burganlage, ins Wiesental, zum Schwarzwald, zum Schweizer Jura und zu den Vogesen


Giller und Zisterne


Der als Giller bezeichnete Turm sicherte – besonders vor den Ausbau der Vorburg – den einzigen Zugang zur Oberburg. Zeitwiese diente er, wie auch der Bergfried, als Gefängisturm. Bei Aufräumarbeiten wurden im Innern Teile einer Halskrause, Fuß-, Handschellen und Steingewichte gefunden. Ursprünglich war der Giller wesentlich niedriger. Den betonierten Aufsatz mit Zinnenkranz erhielt er bei Umbauarbeiten im Jahr 1926.

Die Zisterne ist bereits 1420 genannt und hieß „tiefer Burgbrunnen”. Da die Wasser führenden Schichten des anstehenden Fels in sehr großer Tiefe liegen, wurde in der Zisterne Oberflächenwasser gesammelt. Der tiefe Burgbrunnen ist eine der seltenen Filterzisternen im süddeutschen Raum: Der 8 bis 10 Meter tiefe Schacht wurde mit einer Ummantelung aus Kies und Sand umgeben und mit einer Lehmschicht nach außen abgedichtet. Eingeleitetes Oberflächenwasser sickerte durch das Filtermaterial ins Innere des Schachtes und in die Zisternen. Das Wasser im tiefen Burgbrunnen besaß eine außerordentlich gute Qualität.


Burg Roetteln 37


Keller unter dem „Alten Bau”


Eine Burg ist nicht nur Familiensitz und Herrschaftszentrum, sondern vor allem auch Kern eines wirtschaftlichen Unternehmens. Von hier aus wurden die weit gestreuten Besitztümer verwaltet und gesteuert. Der Unterhalt der zahlreichen Burgbewohner musste gewährleistet sein. Und auch im Fall einer länger währenden Belagerung mussten die Menschen auf der Burg ernährt und versorgt werden. Eine ausreichende Vorratshaltung war deshalb unumgänglich. Für die Vorratshaltung wurden unter der Burganlage große Kellerräume ausgebaut.

Unter dem „Alten Bau” befindet sich der große Weinkeller mit einem mächtigen Gewölbe. Ursprünglich trug der Keller eine einfache Balkendecke. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ließ Markgraf Rudolf III. größere Umbauarbeiten am „alten Bau” ausführen. Vermutlich wurde bei dieser Gelegenheit die Balkendecke des Kellers durch das Tonnengewölbe ersetzt.


Burg Roetteln 43


Die Vorburg


Die Vorburg (oder Unterburg) wurde im 14. und 15. Jahrhundert ausgebaut, jedoch wird sich hier schon früher ein zur Burg gehörender Wirtschaftshof befunden haben. Die Vorburg war noch von einer hohen Ringmauer mit Flankierungstürmen umgeben. An der Westseite ist die Wehranlage gut erhalten. Das Gelände innerhalb des Mauerrings war dicht bebaut und durch eine breite Gasse mittig erschlossen. Wirtschaftsbetrieb, Verwaltung und auch die Besatzung mit bis zu 300 Söldnern aus ganz Europa prägten das Gesamtbild. Ökonomie- und Vorratsgebäude, Scheunen, Stallungen sowie Unterkünfte für Mägde, Knechte, Handwerker und deren Familien machten aus der Vorburg eine wehrhaft ummauerte Siedlung mit dörflichem Charakter.

Bereits im Jahr 1377 wird in den Urkunden ein Wirt in der Vorburg genannt. Die Burgschenke diente den Burgbewohnern, Handwerkern, Bauern und Reisenden zur Einkehr. Die heutige „Burgschenke” ist ein modernes Gebäude; sie steht wahrscheinlich jedoch am Platz des mittelalterlichen Wirtshauses.


Burg Roetteln 39


Östlich am Weg zur Oberburg liegt die Landschreiberei. Sie war die wichtigste Institution der markgräflich badischen Verwaltung. Hier waren Kanzlei und Archiv untergebracht, und von hier aus wurde die Verbindung in die entlegene Residenz in Durlach (heute Karlsruhe-Durlach) gehalten. Das markante vierstöckige Bauwerk stammt aus dem Spätmittelalter.
Es wurde vom „Röttelnbund” bis zum Jahr 1985 wieder hergerichtet und beherbergt heute Veranstaltungsräume, Archiv und Museum sowie den Kiosk im Eingangsbereich.


Burg Roetteln 44


Wir verlassen die Burg und wandern zunächst ein Stück an der Autobahn entlang und dann durchs Rümminger Moos zurück zum Ausgangspunkt. 
Der Weg an der Autobahn ist bei sommerlichen Temperaturen sehr anstrengend, da es kaum Schatten gibt und später gibt es im Wald noch einen steilen Anstieg.
Ursprünglich wollten wir uns noch die Röttler Kirche ansehen, aber dann hätten wir erst nochmal bergab und folglich wieder bergauf gehen müssen, das haben wir dann aber aufgrund der schwül-warmen Luft für ein anderes Mal vorgemerkt.


Burg Roetteln 46

Burg Roetteln 45Wilde Malve

Burg Roetteln 49


Weitere Bilder gibt es im Blog vom Markgräfler.

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Die Markgräflerin als Tipp im neuen Marco Polo Reiseführer Schwarzwald


Tolle Neuigkeiten – die Markgräflerin ist wiederholt im Marco Polo Reiseführer Schwarzwald als Tipp vermerkt. Die Aufmachung der Marco Polo Reiseführer wurden überarbeitet –  vor wenigen Tagen habe ich vom Verlag mein Rezensionsexemplar erhalten.

Unermüdlich und sehr appetitanregend schreibt Karin Schindler über Land, Leute und Genuss. Ihre Sammlung heimischer Rezepte ist riesig, dazu gibt’s Gastrotipps und viel Heimatfotografie.

Die Markgräflerin ist begeistert. Der Reiseführer hat ein junges, peppiges Aussehen.

Die Insider Tipps sind im Text farblich hervorgehoben und es sind viele Sehenswürdigkeiten aufgeführt, die von der Markgräflerin schon besucht wurden bzw. von denen sie im Blog berichtet hat.

Es freut mich ausserordentlich, dass mein Blog – mit seinen Rezepten und Fotos aus der Heimat – als kulinarischer Tipp für Schwarzwaldreisende aufgeführt wird, sowie meine Heimatstadt Müllheim und das Markgräflerland auf den Seiten 98 bis 101 einen Platz gefunden hat.


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Wanderung zur Sausenburg

Wanderung Sausenburg 22


Hier kommt die versprochene Fortsetzung unserer Burgen-Wanderungen:
Ebenfalls vor einem Jahr, im Juli 2020, haben wir eine Wanderung zur Sausenburg unternommen. Unser Auto hatten wir in Sitzenkirch abgestellt. Zur Burg geht es erst einmal steil bergauf – anstrengend und schweißtreibend, aber schön.
Vom Turm der Sausenburg hat man eine wundervolle Aussicht. Kurz nachdem wir dort waren, wurde der Turm aber aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Treppe war nicht mehr sicher und wurde vor kurzem zwar instand gesetzt, der Turm ist aber weiterhin gesperrt, auf der Webseite der Gemeinde Sitzenkirch steht in einer Meldung vom 14. Mai 2021:

„Die defekte Treppe ist zwar mittlerweile repariert, jedoch stehen nun noch weitere Reparaturen aus. Weil die Arbeiten vermutlich erst im Juli ausgeführt werden können, bleibt der Zutritt auf den Turm der Sausenburg leider noch eine ganze Weile gesperrt.”

Aber der Zugang zur Burg ist möglich, im Schatten der Bäume gibt es einen Grillplatz.


Karte


Wanderung Sausenburg 2


Auf der frisch gemähten Wiese am Ortsrand von Sitzenkirch gehen Störche auf Futtersuche.


Wanderung Sausenburg 1


Infotafel in Sitzenkirch


Wanderung Sausenburg 45

Wanderung Sausenburg 46


Zuerst geht es ein kurzes Stück durch den Ort, vorbei an Wiesen und Bauernhöfen, bis wir in den schattigen Wald kommen.


Wanderung Sausenburg 3

Wanderung Sausenburg 4


Rastplatz mit Grillstelle


Wanderung Sausenburg 6


Pflanzen am Wegesrand


Gemeiner Wirbeldost


Wanderung Sausenburg 5


Rote Lichtnelke


Wanderung Sausenburg 7


Grenzstein – Töpferstadt Kandern


Wanderung Sausenburg 8

Wanderung Sausenburg 9


Und dann endlich ein Wegweiser zur Sausenburg, es geht weiter bergauf.


Wanderung Sausenburg 10

Wanderung Sausenburg 11

Wanderung Sausenburg 14

Ruine Sausenburg
Die Ruine Sausenburg liegt östlich des Kanderner Ortsteils Sitzenkirch auf dem 665 Meter hohen Sausenberg. Heute sind vom einstigen Burgberg ein alter Ringwall, ein Turm sowie einzelne Mauerreste erhalten. Die Burgruine ist jederzeit zugänglich.


Infotafel am Fuße der Burg


Zur Geschichte

1120
Die Herren von Kaltenbach übergeben ihren Besitz, zu dem der 668 m hohe Sausenberg gehört, dem Kloster St. Blasien.

1232
Markgraf Hermann der Jüngere von Hachberg tauscht mit dem Abt von St. Blasien den Sausenberg gegen ein anderes Gut. Die Markgrafen von Hachberg waren die weltlichen Vertreter (Vögte) über die Besitzungen St. Blasiens im Breisgau.

1232-1246
Bau der Burg nach dem Grundriss der Burg Zähringen in Freiburg.

1311
Die Sausenberger erben die Burg Rötteln und verlegen 1314 ihre Residenz dorthin. Ein Burgvogt verbleibt auf der Sausenburg.
Die Herrschaft Sausenberg wurde begrenzt: durch die Herrschaft Rötteln im Süden, den Rhein im Westen, die Herrschaft Badenweiler im Norden und den „österreichischen Schwarzwald“ im Osten.

1444
Graf Johann von Freiburg schenkt dem Markgrafen Rudolf IV und seinem Bruder Hugo die Herrschaft Badenweiler, Rötteln und Sausenberg – die eigentliche Markgrafschaft. Das vornehmste Recht der Herren war die Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit. 1444 ist auch die Geburtsstunde des Markgräflerlandes.

1503
Prinz Ernst (Begründer der protestantischen Linie Baden-Durlauch) erhält die Markgrafschaft Sausenberg. Seither nennen sich die Herrscher „Landgrafen am Sausenhard oder zu Sausenberg“.

1525
Im Bauernkrieg übernehmen Freischärler die Burg, es fand aber keine Zerstörung statt.

1633
Im 30-jährigen Krieg wird sie zunächst von Kaiserlichen, später von Schweden eingenommen.

1678
Die Franzosen schleifen und zerstören die Sausenburg ebenso wie Badenweiler und Rötteln. Es erfolgt eine notdürftige Renovierung.

1960
Seit 1960 sichern und renovieren das Staatliche Hochbauamt, das Forstamt Kandern, das Landesdenkmalamt und der Schwarzwaldverein die Burg.


Wanderung Sausenburg 15


Dann geht es über eine Treppe auf alten Mauerresten zum Burghof mit Grillplatz im Schatten einer Linde.


Wanderung Sausenburg 18


Zuerst besteigen wir den Turm, um die Aussicht zu genießen, dann setzen wir uns, wie es die übrigen Besucher der Burg an diesem sonnigen Tag gemacht haben, in den Schatten und packen unser mitgebrachtes Vesper aus.



Blick auf Schloss Bürgeln und den Blauen


Wanderung Sausenburg 24

Wanderung Sausenburg 29


Eidechsen auf der Turmmauer


Wanderung Sausenburg 28

Wanderung Sausenburg 23

Wanderung Sausenburg 30


Und dann geht es wieder bergab nach Sitzenkirch, durch den Wald und vorbei an Blumenwiesen mit Schmetterlingen und Bächlein mit Libellen.


Wanderung Sausenburg 31

Wanderung Sausenburg 32


Blühende Brombeeren, die Beeren sind leider noch grün


Wanderung Sausenburg 33


Wanderung Sausenburg 35


….zurück im Ort


Wanderung Sausenburg 36


Eine alte Mühle



In der Nähe dieses Bauernhofs befindet sich auch die Kirche von Sitzenkirch, die wir leider nicht besichtigen konnten, weil rundherum eine Baustelle war.
Dort stand einst das Kloster Sitzenkirch. Es war ein kleines Benediktinerinnenkloster. Die einstige Klosterkirche ist heute die Evangelische Kirche Sitzenkirch.


Wanderung Sausenburg 42


Mehr Bilder und weitere Infos gibt es im Beitrag vom Markgräfler.


 

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Wanderung: Römerberg – Schwärze – Burg Neuenfels

Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 43


Es ist schon wieder ein ganzes Jahr her, als wir die Burgen in unserer näheren Umgebung erwandert haben – unter anderem die Burgruine Neuenfels bei Badenweiler – die Markgräflerin ist aber noch gar nicht dazu gekommen, von all den schönen Wanderungen zu berichten.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 2


Ende Juni 2020 war das Wetter ähnlich, wie in diesem Jahr – schwül warm und gewittrig – und deshalb wollten wir nur eine kürzere Wanderung unternehmen. Unser Auto hatten wir beim Friedhof in Niederweiler abgestellt. Dann ging es erst mal steil bergauf.


Karte


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 3

Blick auf den Blauen


Die Wanderung führt durch die Reben der Lage Römerberg Badenweiler, vorbei am Rebhäuschen des Weinguts Schneider-Krafft. Hier hat man einen schönen Ausblick auf Badenweiler, die Burgruine Baden und das Rheintal.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 4


An diesem Tag waren wir nicht die einzigen Wanderer.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 7


Unterwegs sieht man viele Schmetterlinge, die sich hier auf den Pflanzen der Himmelswiese tummeln: Überwiegend Karthäuser Nelke und Ziest, als wir Ende Juni dort vorbeikamen.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 12


Es geht weiter durch ein Waldstück, bis man zur Schwärze-Hütte kommt. Unterwegs treffen wir auf die Philipps-Linde.


Die Philipps-Linde


Wurde anlässlich des Wegebaus gepflanzt. Sie soll an dne späteren Landesforstmeister von Baden, Kar Philipp, erinnern. Philipp war von 1897 – 1910 Forstamtsleiter des damaligen Forstamtes Sulzburg. Im Sulzburger Bergwald wurde ihm zu Ehren eine Douglasie gepflanzt.



Im Wald blüht Fingerhut, auf den Wiesen am Waldrand Feinstrahl.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 21

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Die Schwärze Hütte – beliebter Ort für Grillfeste und Feiern aller Art.
Von hier kann kann man verschiedene Wanderungen und Rundgänge starten, es sind genügend Parkplätze vorhanden – zum Beispiel den Geologischen Wanderweg – eine Beschreibung findet man an der rechten Außenwand der Hütte.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 17


Die Hütte kann man bei der Ortsverwaltung Britzingen mieten.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 15


Gleich in der Nähe der Schwärze-Hütte ist eine Station des Geologischen Wanderweges:
Hier kann man Hauptrogenstein (Mittlerer Dogger) sehen. Leider Sind die Infotafeln etwas vermost, der Text dieser Tafel lautet:

Das warme, flache Jura-Meer des Mittleren Doggers vor 172 Millionen Jahren begünstigte die Kalkbildung. Das Gestein besteht fast ganz aus kleinen Kalkkügelchen, den Ooiden. Sie sehen wie Fischrogen aus (Name) und sind aus konzentrischen feinen Kalkschichten um ein winziges Partikelchen herum gebildet. Meeresströmungen haben sie zusammen mit viel Schalenschutt von Muscheln, Seeigeln, Seelilien etc. zu mächtigen Bänken aufgeschüttet.
Gegenüber der Verwitterung erweist sich der 50 – 60 m mächtige Hauptrogenstein als realtiv wiederstandsfähig und baut daher den Kern der Vorberge auf, hier den Steinberg-Gipfel.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 16


Außerdem lohnt sich in Britzingen auch ein Besuch des Dorfladen-Cafés.
Dort kann man draußen im Schatten der Bäume auf Kaffee und Kuchen/Torte, einen Eisbecher, ein kühles Getränk oder auch ein Glas Wein einkehren. Die folgenden Bilder sind vor zwei Jahren anlässlich des Gutedel-Wandertages entstanden.


Dorfladen Cafe Britzingen 3


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 18


Wir folgen aber nicht dem Wegweiser nach Britzingen, sondern überqueren hier die Straße und treffen nach wenigen Metern auf das Hinweisschild zur Burgruine Neuenfels. Es geht wieder bergauf – zum Glück im Schatten der Bäume.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 19


Ziel erreicht –

Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 30


Burgruine Neuenfels

Gemarkung Britzingen (596 m ü. M.)


Die kleine, einst bügeleisenförmige Burg (erbaut vor 1250) war bis in das 16. Jh. Sitz des Rittergeschlechts „von Neuenfels”. Die Herren v. Neuenfels, 1307 erstmals erwähnt, waren im Laufe der Zeit Burgvögte in Badenweiler, Gerichtsherren in Auggen und Neuenburg, Stadthalter in Staufen, Landvogt in Rötteln oder Abt von St. Trudpert. Sie hatten Besitz in Britzingen, Auggen, Schliengen, Steinenstadt und Müllheim, welchen sie durch Kauf oder Heirat erworben hatten.

1538 musste der letzte verarmte Ritter Christoph v. Neuenfels seinen Besitz um die Burg mit Wald, Gehurst und Matten für 420 Goldgulden an Britzingen verkaufen.

Das noch heute erhaltenen „Lagerbuch” (1620 – 1635) des Britzinger Vogtes Peter Kaltenbach dokumentiert das tragische Ende der letzten Neuenfelser auf der einsamen Burg.

„Ungefähr da man zählet 1540 ist Christoph von Neuenfels mit seiner Hausfrau, einer Tochter, zwo Mägden und übrigem Gesinde zusammen acht Personen bei Nacht im Schloss Neuenfels jämmerlich ermordet und erst am dritten Tag gefunden worden. Sie sind zu Britzingen begraben.

Man hat niemalen erfahren, durch wen der Mord geschehen. Seither ist das Haus nicht mehr bewohnt worden, sondern ein Stück nach dem anderen eingefallen und abgegangen, wie es noch vor Augen ist. Es ist sich wohl noch zu verwundern, wie ein solches starkes Gebäu in einer so kurzen Zeit also verfallen und in solchen Ruin gerathen, da doch nichts davon abgebrochen wird.”

Heute wir die Bugr vom staatlichen Hochbauamt und er Stadt Müllheim unterhalten.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 23

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Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 24


Aussicht vom Turm


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 28


Nachdem der Turm bestiegen ist, haben wir uns ein Vesper verdient. Die wenigen Sitzgelegenheiten (Mauerreste) im Schatten sind rar.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 32


Und dann machen wir uns auf den Rückweg. Auf einer Wiese in der Nähe der Schwärze Hütte ruht sich eine Schafherde im Schatten der Bäume aus.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 35


Rückweg durch den Wald


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 38


Blick von der Himmelswiese auf den Blauen und die Burg Baden / Badenweiler.
Es ziehen immer mehr Wolken auf und wir beeilen uns, wieder zum Auto zu kommen. Auf dem letzten Bild ist der Himmel schon dunkelgrau, wir haben es geschafft trocken zum Auto zu kommen.


Wanderung Niederweiler_Burg Neuenfels 39


Trockenmauernwege Niederweiler – auf dem Wii-Wegli



Fortsetzung (die Sausenburg) folgt.

Fotografie, Frühling, Markgraeflerland, Natur & Garten, Wandern

Orchideen im Markgräflerland

Wanderung Steinenstadt Bellingen 5


Es ist zwar schon wieder drei Wochen her, aber ich möchte euch trotzdem noch Bilder von unserer kleinen Wanderung, die wir am Pfingstmontag unternommen hatten, zeigen.
Die Markgräflerin wollte Blumen sehen – viele Brunnen wurden in diesem Jahr zu Pfingsten nicht geschmückt – also haben wir uns in der Natur umgesehen.
Unser Auto hatten wir auf dem Parkplatz des wegen Umbaus  derzeit geschlossenen Thermalsportbades in Steinenstadt abgestellt, von dort sind wir in Richtung Rhein gewandert.


Wanderung Steinenstadt Bellingen 1


Neben dem Grillplatz kommt man über einen kleinen Pfad ins Naturschutzgebiet Kohlergrund. Wir waren schon einmal in 2013 hier, hatten aber damals nicht so viele Pflanzenarten entdeckt wie diesmal.



Hummel-Ragwurz


Wanderung Steinenstadt Bellingen 20


Helm-Orchidee


Wanderung Steinenstadt Bellingen 10


Gemeine Kreuzblume



Wanderung Steinenstadt Bellingen 11


Brand-Orchidee


Wanderung Steinenstadt Bellingen 12

 

 


Bocks-Riemenzunge


Wanderung Steinenstadt Bellingen 14


Bocks-Riemenzunge und Helm-Orchidee nebeneinander



Wanderung Steinenstadt Bellingen 15



Dann geht es durch den Wald, weiter in Richtung Rhein und Bad Bellingen.


Gemeines nickendes Leimkraut


Wanderung Steinenstadt Bellingen 29


Mandelblättrige Wolfsmilch mit Käfer


Wanderung Steinenstadt Bellingen 27

 


Am Baggersee


Wanderung Steinenstadt Bellingen 32

Überhängendes Perlgras


Wanderung Steinenstadt Bellingen 34

Zypressen Wolfsmilch


Wanderung Steinenstadt Bellingen 37

Echte Kugelblume



Der Weg und auch die Wiesen werden trockener und magerer…


Wanderung Steinenstadt Bellingen 35
Wanderung Steinenstadt Bellingen 39

Am Rhein bei Bad Bellingen


Wanderung Steinenstadt Bellingen 47
Wanderung Steinenstadt Bellingen 46

Margerite und Wiesen-Salbei


Wanderung Steinenstadt Bellingen 43

Feldnelke


Wanderung Steinenstadt Bellingen 40
Wanderung Steinenstadt Bellingen 48
Kleines Habichtskraut

In Bad Bellingen kommen wir wieder an der Orchideenwiese neben der Bahnlinie und an der Strasse in Richtung Schliengen vorbei (siehe Beitrag vom Juni 2017) – dort blühen noch nicht so viele Orchideen wie damals.



Hundswurz



Wanderung Steinenstadt Bellingen 49


Wir überqueren die Straße und gehen in Richtung Grüneck-Hof, dort entdecken wir eine weitere Orchideenwiese – das Naturschutzgebiet „Galgenloch”.
Hinter einem Zaun entdecken wir Diptam, auch Aschwurz oder Brennender Busch genannt. Die Pflanzenart steht seit 1936 unter Natuschutz, schon damals war sie eine Seltenheit in Mitteleuropa. Sie gehört zur Familie der Rautengewächse.


Diptam


Zum Schluss kommen wir noch an den Spargelfeldern des Grüneckhofs vorbei, wo wir uns noch mit Erdbeeren eindecken, dann geht’s zurück zum Auto. Insgesamt sind wir dann etwa 12 Kilometer gewandert.

Backen, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Italien, Kartoffeln, Kräuter, Markgraeflerland, Rezepte

Pinsa, Don Ciccio und Lievito madre

Pinsa Pizza Flammkuchen Holzofen 29


Ich hatte euch ja noch das Rezept für den Pinsa-Teig versprochen.
Als Basis benötigt man einen italienischen Weizen-Sauerteig, einen Lievito madre.
Ist der Sauerteig einmal angesetzt, kann man die Reste im Kühlschrank aufbewahren.
Etwa zwei Tage, bevor man davon zum Backen braucht, frischt man ihn wieder auf.


Lievito madre



Tag 1


Zutaten für den Ansatz
200 g Weizenmehl Type 550
100 g lauwarmes Wasser
25 g Honig
15 g Olivenöl oder Rapsöl

Die Zutaten miteinander zu einem glatten Teig verkneten und zu einer Kugel formen. In eine Schüssel (möglichst aus Glas oder Kunststoff) geben und diese mit Frischhaltefolie oder einem Deckel verschließen. 2 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt bis verdreifacht hat.


Lievito Madre 2


Tag 3


Zutaten für das 1. Auffrischen
100 g Teig vom Ansatz
100 g Weizenmehl Type 550
5 g Honig
50 g Wasser

Zum 1. Auffrischen die Zutaten miteinander zu einem glatten Teig verkneten und in einer verschlossenen Schüssel 1-2 Tage bei Raumtemperatur gehen lassen.


Lievito Madre 4


Tag 4 / 5


Zutaten für das 2. Auffrischen
100 g Teig vom 1. Auffrischen
100 g Weizenmehl Type 550
50 g Wasser

Zum 2. Auffrischen die Zutaten wieder miteinander zu einem glatten Teig verkneten und in einer verschlossenen Schüssel 2 bis 5 Tage im Kühlschrank reifen lassen.


Lievito Madre 3


Tag 6 / 7 bis 10


Der Teig kann nun zum Backen verwendet werden.
Übrigen Teig (Lievito Madre) pflegt man wie beim 2. Auffrischen.
So hat man im Kühlschrank immer einen Vorrat für das nächste Brot oder für Pizza / Pinsa.


Don Ciccio 3


Pinsa Romana


Unser Lieblings – Ristorante e Pinseria Don Ciccio in Müllheim Vögisheim schreibt auf seiner Speisekarte:

„Pinsa nicht Pizza!“

Die Urform der Pizza „La Pinsa“ stammt aus dem antiken Rom.
Die flachen Brote der Pinsa Romana wurden aus Getreidesorten wie Hirse, Gerste oder Dinkel zusammen mit Salz und Kräutern zubereitet.
Bestandteil unserer Pinsa Romana sind Bio-Weizen, Soja und Reismehl sowie Wasser und Sauerteig.
Durch die langsame, natürliche Saurteiggärung, die zwischen 48 und 72 Stunden dauern kann, wird die Pinsa Romana besonders leicht und bekömmlich.


Pinseria Don Ciccio innen 5

Pinseria Don Ciccio innen 6

Don Ciccio 9


Und es stimmt, eine Pinsa liegt mir nicht so schwer im Magen, wie eine Pizza aus herkömmlichem Hefeteig.
Der Teig der Pinsa soll bis zu 72 Stunden ruhen. Die dabei laufenden Fermentationsprozesse machen den Teig nicht nur sehr luftig, sondern sollen dem Verdauungstrakt bereits einen Teil seiner Arbeit abnehmen. Es gibt scheinbar noch keine wissenschaftlichen Studien, die einen Vergleich zwischen der Verdaulichkeit von Pinsa und Pizza anstellen.
Ich habe statt Sojamehl Kichererbsenmehl verwendet und ausser Weizenmehl noch Dinkel-Vollkornmehl untergemischt.
Das Reismehl soll den Teig auflockern, das Sojamehl bzw. Kichererbsenmehl sorgt für eine gute Bindung und Proteine.


Pinsa Teig 1


Pinsa-Teig


Zutaten für vier Pinse
• 350 g Mehl Type 405 oder 550
• 50 g Dinkelvollkornmehl
• 75 g Reismehl
• 25 g Kichererbsenmehl oder Sojamehl
• 0,5 g frische Hefe oder 0,2 g Trockenhefe
• 50 g Lievito Madre (siehe oben)
• ca. 300 ml kaltes Wasser
• 1 Teelöffel Salz
• 1 Teelöffel Olivenöl

Zubereitung
Die Mehlsorten in einer großen Schüssel mischen. Die Hefe und das Salz getrennt von einander in je einem Teil des Wassers auflösen.
Hefewasser, Salzwasser, Olivenöl und Lievito Madre zur Mehlmischung geben und etwa zehn Minuten mit dem Teighaken der Küchenmaschine kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzufügen.
Den Teig zugedeckt 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen und dabei alle zehn Minuten kurz durchkneten.
Den Teig in eine große verschließbare Schüssel geben und 48 bis 72 Stunden in den Kühlschrank stellen.


Pinsa Teig aus Kühlschrank


Am Backtag den Teig zwei bis drei Stunden vor der Verwendung aus dem Kühlschrank nehmen und bei Raumtemperatur stehen lassen.


Pinsa Teig 4 Portionen


Den Teig kurz durchkneten und in vier Portionen teilen. Diese mit einem Geschirrtuch abdecken und eine weitere Stunde gehen lassen.

Den Backofen auf 240 Grad Umluft vorheizen. Bei Verwendung eines Schamottsteins 30 bis 45 Minuten auf höchster Stufe vorheizen, zum Backen auf Unterhitze umschalten.


Pinsa Teig Boden


Die Teiglinge oval auseinanderziehen, den Teig nicht mehr kneten, damit möglichst wenig Luftblasen zerstört werden. Der Teig muss ähnlich dünn sein, wie ein Pizzateig.
Die Pinse auf ein geöltes Backblech legen und belegen – oder den Teig auf ein mit Hartweizengrieß bestreutes Holzbrett legen, mit Zutaten belegen und mithilfe des Holzbretts auf den vorgeheizten Pizzastein befördern.

Backzeit: Je nach Belag etwa zehn bis 15 Minuten.


Pinsa Belag 2

Selbstgemachte Pinsa: mit Tomatensauce, Oliven und Büffelmozzarella, nach dem Backen belegt mit Parmaschinken, Rucola und frischem Basilikum (beides aus dem Garten) und selbstgemachtem Bärlauchpesto, das ich noch im Kühlschrank hatte.


oder: Salsiccia mit Fenchel, Tomatensauce, gelbe Paprika, rote Zwiebeln, reichlich geriebener Mozzarella und wieder Rucola und Basilikum aus dem Garten.


Bei den Belägen kann man sich entweder bei Don Ciccio inspirieren lassen, oder selbst kreativ werden. Während der Restaurantschließungen und auch sonst, wenn vor Ort einfach kein Tisch mehr zu bekommen war oder wir uns kurzfristig dazu entschlossen die heimische Küche kalt zu lassen,  haben wir immer wieder mal verschiedene Sorten bei Don Ciccio bestellt und dort abgeholt.
Neben Pinsa gibt es bei Don Ciccio übrigens auch hervorragende hausgemachte Pasta, und es gibt auch immer saisonale Varianten der Gerichte.



Meine Lieblings-Pinsa: Pinsa Melanzane Parmigiana mit Tomatensoße, Mozzarella, Cherrytomaten, gegrillter Aubergine (Melanzane), Parmesan, frischem Basilikum-Öl


Don Ciccio 6


Pinsa a l’Antonello: Mascarpone, sizilianische Salsiccia, Kartoffelscheiben, Rucola, Basilikum-Öl


Don Ciccio 7


Je nach Saison: Pinsa mit Mascarpone, Lachs, Meerettichsauce und Rucola


Don Ciccio 8


Zur Spargelsaison: Pinsa mit Mascarpone, Prosciutto di Parma, Sauce Hollandaise und Rucola


Don Ciccio 10


Sommerliche Pinsa: mit Tomatensauce, Salsiccia, Provolone, Cherrytomaten, Rucola oder unten mit Schinken, Mozzarella di bufala, Basilikum Öl


Don Ciccio 11

 

Backen, Dessert, Englisch, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Kleine Kuchen und Torten, Markgraeflerland, Rezepte, Schokolade, Schwarzwald/Black Forest, Sommer, Sonntagskuchen

Schwarzwälder Himbeer-Törtchen

Schwarzwaelder Himbeer 4


Es gibt zwar schon die ersten Markgräfler Kirschen, aber der Markgräfler meinte, man könnte ja statt Schwarzwälder Kirschtorte auch mal eine Schwarzwälder Himbeertorte backen.


Schwarzwaelder Himbeer 1


Statt Kirschwasser kann man ja schließlich auch Himbeergeist nehmen.
Für Himbeergeist braucht man riesige Mengen von Himbeeren, erklärte und der Schnapsbrenner, bei dem wir danach gesucht hatten. In manchen Jahren brennt er nur wenig davon, denn nicht in jedem Jahr hat man witterungsbedingt genügend Himbeeren und demzufolge kaum Himbeergeist.
Wir haben uns für eine kleine Flasche fruchtigen Himbeerlikör entschieden, der für das Törtchen auch hervorragend geeignet ist.
Für eine alkoholfreie Variante des Törtchens nimmt man Himbeersirup.


Schwarzwaelder Himbeer 2


Kleine Schwarzwälder Himbeertorte


Zutaten

• 1 Schokobiskuit Tortenboden 18-20 cm ∅
(2 x durchgeschnitten= 3 Teile)

Schokoladen Biskuit Tortenboden
(am besten am Vortag zubereiten, dann lässt er sich besser durchschneiden)

Zutaten für eine Springform, 18-20 cm ø:

• 50 g Zartbitter-Kuvertüre
• 40 g Butter
• 3 Eier, getrennt
• 1 Prise Salz
• 80 g Zucker
• 40 g Mehl
• 40 g Speisestärke
• 2 Esslöffel Kakaopulver
• ½ Teelöffel Backpulver

Zubereitung
Den Backofen auf 175 °C vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen.
Butter und Kuvertüre im Wasserbad schmelzen lassen.
Eier trennen. Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren. Schokoladen-Butter-Masse zufügen.
Eiweiße mit etwas Salz steif schlagen und auf die Masse geben.
Mehl mit Stärke, Kakao und Backpulver vermischen, auf das Eiweiß sieben. Zusammen mit dem Eiweiß unterheben.
Teig in die Springform einfüllen und etwa 35 Minuten backen.
Etwas abkühlen lassen, aus der Form lösen und vollständig auskühlen lassen.

Zutaten für die Füllung
• Himbeergeist oder Himbeerlikör
• Himbeeren
• 400 g Sahne
• 30-40 g Zartbitter Schokospäne
• 9 Sauerkirschen oder Belegkirschen
Außerdem: Spritzbeutel für die Dekoration

Die Sahne mit dem Puderzucker steif schlagen.
Den untersten Tortenboden auf eine Tortenplatte legen, mit etwas Himbeerlikör beträufeln und mit Himbeeren belegen.
Den zweiten Tortenboden aufsetzen, wieder mit Himbeerlikör beträufeln und etwa fingerdick mit Sahne bestreichen.
Dann den dritten Boden auf die Torte setzen und die Torte mit Sahne überziehen.
An den Rand Schokoladenspäne drücken und von oben bestreuen.
Obenauf mit dem Spritzbeutel mit Zackentülle Sahnerosetten spritzen, Himbeeren hineinsetzen.
Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen, dann in Stücke schneiden.



Small Black Forest Gateau with raspberries


Ingredients

1 chocolate sponge cake 18-20 cm ∅
(cut 2 times = 3 parts)

Chocolate sponge cake
(best prepare the day before, the sponge cake can be cut more easily)

Ingredients for a springform, 18-20 cm ø:

50 g dark couverture
40 g butter
3 eggs, separated
1 pinch of salt
80 g sugar
40 g flour
40  g cornstarch
2 tablespoons cocoa powder
½ teaspoon baking soda

Preparation
Preheat the oven to 175 ° C (=347 °F). Line the bottom of a springform pan with baking paper.
Melt butter together with the chocolate in a double boiler.
Separate the eggs. Whisk the egg yolks with the sugar until light and fluffy. Add chocolate-butter mass.
Beat egg whites and a pinch of salt until very stiff. Add on top of the batter. 
Mix flour with starch, cocoa and baking powder and sift over the egg whites. Fold into the batter together with the stiff egg whites.
Pour batter into the springform pan and bake for about 35 minutes.
Let cool a bit, then release from the mould and leave to cool cmpletely.

Ingredients for the filling
raspberries
1 tablespoon of icing sugar
400 g cream
Himbeergeist (rapsberry brandy) or raspberry liqueur
30-40 g dark chocolate splits
In addition: piping bag for decorating

Whip the cream together with the icing sugar until stiff.
Place the bottom sponge cake base onto a plate and sprinkle with some Himbeergeist or raspberry liqueur. Cover with raspberries
Place the second cake base onto it, sprinkle with Himbeergeist or raspberry liqueur and cover with some of the  the whipped cream.
Then put the third cake base on top and cover the cake all around with whipped cream.
Sprinkle with chocolate splits.
With a piping bag, place cream rosettes on top and decorate with raspberries.
Let rest in the fridge for at least 30 minutes, then cut into pieces.


Schwarzwaelder Himbeer 3

Backen, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Garten, Markgraeflerland, Natur & Garten, Schwarzwald/Black Forest, Sonntagskuchen, Vegetarisch

Brot im Holzofen Backen mit Susi

Bamlacher Bauernbrot aus dem Holzofen

Brot selbst backen wird immer beliebter – das war im vergangenen Jahr besonders während des ersten Corona Lockdown daran zu sehen, dass es im Supermarkt auf einmal keine Hefe mehr zu kaufen gab.
Die Markgräflerin hat sich schon länger einmal gewünscht, in einem Holzbackofen backen zu dürfen. Schon beim Besuch des Schwarzwälder Freilichtmuseums Vogtsbauernhof war sie begeistert vom alten Backhaus, in dem auch noch Schnaps gebrannt wurde.
Im vergangenen Herbst kam dann via Social Media eine Einladung von einer erfahrenen Hobbybäckerin zum Brotbacken in Bad Bellingen – Bamlach.
Die Freude war groß und da die Markgräflerin Ende September /Anfang Oktober ein paar Tage Urlaub hatte, wurde auch gleich ein Termin ausgemacht.


Brot backen mit Susi 36


Susanne bäckt in einem gemauerten Holzofen, der von ihrem Mann ursprünglich als Garten-Grillplatz gemacht wurde. Nachdem der Grill aber nur selten genutzt wurde, hat er ihn für Susanne zum Backofen umgebaut.


Holzofen Bamlach


Einmal in der Woche wird gebacken, für Familie, Feriengäste und Freunde – und das schon seit etwa 25 Jahren: Scharwaie und Bauerbrot sind immer mit dabei und dann gibt es je nach Saison Brot mit unterschiedlichen Zutaten, zum Beispiel mit Kartoffeln, Walnüssen oder Feigen aus dem eigenen Garten, mal auf Basis eines Hefeteigs, mal mit Sauerteig.
Für das Bauernbrot verwendet sie Weizenmehl Type 550 – für diesen Backtag hatte sie 8 Kilo Mehl mit 8 Litern Wasser, 6 Gramm Frischhefe und je Kilo Mehl 20 Gramm Salz verarbeitet.


Brot Backen mit Susi 10


Susanne verarbeitet die unterschiedlichsten Mehle: Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer. Aber auch Flammkuchen, Ziebelewaie und Pizzen stehen auf dem Backplan oder auch süßes Hefegebäck und Kuchen.


Brot Backen mit Susi 2


Am Backtag muss zuerst der Holzofen befeuert werden. Es dauert etwa zwei Stunden, bis die nötige Temperatur erreicht ist. In der Zwischenzeit wird alles für die Brote vorbereitet. Der Teig geht noch etwas auf und wird abgewogen und in Form gebracht.



Zuerst kommt die Scharwaie in den Ofen, die mit größerer Hitze gebacken wird, dafür darf die Glut noch im Ofen bleiben. Die Teiglinge hatte Susanne schon vorbereitet. Sie müssen nur noch kurz in Form gebracht werden, die Oberfläche wird mit Rapsöl bestrichen und mit Salz und Kümmel bestreut.


Brot Backen mit Susi 6

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Brot backen mit Susi 27

 


Brot backen ist anstrengend, deshalb stärken wir uns zwischendurch mit frisch gebackener Scharwaie – mit Butter bestrichen.



Ich durfte auch noch eine Scharwaie mit nach Hause nehmen – einen Teil davon habe ich mit roten und gelben Tomaten und Knoblauch belegt, dann mit Olivenöl beträufelt, mit ein wenig Salz bestreut und kurz in den Ofen geschoben – Scharwaie Bruschetta!


Susis Scharwaie als Bruscetta


Danach kommt das Bauernbrot dran. Ist das Feuer aus, bleibt lediglich glimmende Glut übrig. Dann wird die Asche mit dem Schieber  in einen Behälter befördert. Mit einem nassen Lappen werden die Aschereste aus dem Ofen geputzt. Jetzt können die Teiglaibe auf den heißen Stein geschoben werden.


Brot backen mit Susi 25


Katze Emma ist immer irgendwo mit dabei und schaut, dass alles richtig gemacht wird 🙂


Brot Backen mit Susi 17


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Dann standen noch weitere Sorten auf dem Backplan – Kartoffelbrot, Apfelbrot und Roggensauerteig-Brot, in der Form gebacken. In einem Brot wurden auch Feigen verarbeitet, denn in Susannes Garten hatte der Feigenbaum gerade besonders viele Früchte.
In den Brotteig werden gewürfelte, tiefgefrorene Feigen eingearbeitet.


Brot mit Feigen



Brot mit Roggensauerteig


Brot backen mit Susi 42

Brot backen mit Susi 43


Leider konnte ich nicht den ganzen Backtag dabei sein, aber ich habe Susanne am nächsten Tag nochmal besucht und sie hat mir noch Kostproben der verschiedenen Brote mitgegeben:


Brot backen mit Susi 44


Tja, und dann hatte Susanne noch die Idee, dass wir an einem Backtag zusammen verschiedene Teige für Pizza, Pinsa und Flammkuchen ausprobieren könnten und wir haben uns dann für einen Samstag im Oktober verabredet. Darüber berichte ich demnächst in einem weiteren Beitrag.


Brot backen mit Susi 40

Fortsetzung folgt…


Fotografie, Frühling, Kräuter, Markgraeflerland, Schwarzwald/Black Forest, Wandern

27. März 2021 – erste Kirschblüten im Markgräflerland


Der Markgräfler und die Markgräflerin haben gestern eine kurze Wanderung in Badenweiler unternommen. Dabei haben wir oberhalb von Lipburg an einer geschützten, sonnigen Stelle schon die ersten Kirschblüten entdeckt. Auf den Wiesen und waldnahen Böschungen blühen Schlüsselblumen, Buschwindröschen und Veilchen und im Kurpark von Badenweiler kann man ganz viele Osterglocken bestaunen.


 


Entlang des Skulpturenwegs entdeckt man, wenn man genau hinsieht kleine Kunstwerke – so zum Beispiel eine kleine Zwergenwelt.