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Aus meinem Garten – Mai: Ginster, Bartiris und Geißblatt


Gestern war Gartenarbeit angesagt – deshalb gab es hier im Blog auch keinen Samstagseintopf.
Als kleine Entschädigung gibt es heute ein paar Fotos und später noch einen Sonntagskuchen mit Rhabarber für den Sonntagskaffee

Im Garten blühen derzeit Ginster, Bartiris und Geißblatt und auch die erste Rosenblüten haben sich geöffnet.
Im Hochbeet gibt es immer noch Radieschen zum ernten. Der Bärlauch hat bereits verblüht.


Geißblatt


Geißblatt vor grauem Himmel – Gegenlichtfoto mit Blitz



Fortsetzung folgt…

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Mein Mann kann: Tortellini mit Schinken-Sahne-Sauce, gratiniert

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Der Markgräfler hatte neulich Lust auf Tortellini al Forno und hat deshalb selbst den Kochlöffel geschwungen …
Das macht er ab und zu mal, wenn die Markgräflerin abends beim Nordic Walking ist und dann hungrig nach Hause kommt.


Tortellini mit Schinken-Sahne-Sauce, gratiniert


Zutaten:

• 400 g Tortellini mit Füllung nach Wahl (1 Packung aus dem Kühlregal)
• Salz
• etwas Butter
• 50 g gekochten Schinken
• 200 g Sahne
• 1 -2 Teelöffel Gemüsebrühe
• 1 Knoblauchzehe
• Pfeffer
• 100 g geriebenen Mozzarella (oder Emmentaler)
• frische Kräuter (Basilikum, Oregano, …)

Zubereitung

Topf mit zwei Liter Wasser zum Kochen bringen, Salz hinzugeben. Die Tortellini nach Packungsangabe zwei bis drei Minuten ins kochende Wasser geben.

In der Zwischenzeit eine Auflaufform mit etwas Butter einfetten. Die Tortellini herausholen, abtropfen lassen und in die Auflaufform geben.

Die Schinkenscheiben in kleine Streifen schneiden und anschließend über die Tortellini streuen.

Die Sahne und ein Teelöffel Gemüsebrühe in einen Schüttelbecher geben. Die Knoblauchzehe schälen und durch die Knoblauchpresse drücken, anschließend zur Sahne in den Schüttelbecher geben. Durchschütteln und  über den Schinken und die Tortellini gießen. Anschließend den geriebenen Käse darüber verteilen.

Die Auflaufform auf die mittlere Schiene in den auf 220 °C vorgeheizten Backofen stellen und etwa 10 bis 15 Minuten überbacken. Anschließend aus dem Backofen holen und vor dem Servieren mit Kräutern – ganzen oder in Streifen geschnittenen Basilikumblättern (vorher waschen) – bestreuen.


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Tortellini with ham and cream sauce, au gratin


Ingredients

400 g tortellini (convenience product)
Salt
a little butter
50 g ham
200 g cream
1 -2 teaspoons granulated vegetable broth
1 clove of garlic

Pepper
100 g grated mozzarella (or Emmentaler)
fresh herbs (basil,oregano …)

Preparation

In a pot, bring two litres of water to the boil, add salt. Put the tortellini in the boiling water and cook for two to three minutes.

In the meantime, butter a casserole dish. Remove the tortellini from the water, drain and place in the casserole dish.

Cut the ham into small strips, then sprinkle over the tortellini.

Put the cream and a teaspoon of vegetable broth in a shaker. Peel the garlic clove and squeeze through the garlic press, then add to the cream in the shaker. Shake and pour over the ham and tortellini. Then spread the grated cheese over it.

Place the casserole dish on the middle rack in the oven (preheated to 392 °F = 220 ° C and bake for about 10 to 15 minutes. Then remove from the oven and sprinkle with herbs before serving.


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Samstagseintopf: Orientalische Linsensuppe – vegan oder vegetarisch (mit Bärlauchquark)


Brrrr, ist das nochmal kalt geworden! Der April zeigt wieder einmal, dass er macht, was er will.
Wie etwa vergangene Woche am Donnerstagabend, als sich nach Schneefall eine Wolkenlücke gebildet hatte und unser Hausberg, der Blauen im Osten von der untergehenden Sonne in goldfarben bis orange erstrahlte.
Was für ein Naturschauspiel. Zu dieser Zeit war die Markgräflerin gerade beim Nordic Walking und hat schnell ein paar Schnappschüsse mit dem Handy gemacht.


Der Blauen mit Schneehaube im Sonnenuntergang am 4. April 2019


Derzeit herrscht ein ständiges auf- und ab der Temperaturen. Das verlangt nach einem wärmenden Süppchen, das man wahlweise vegan zubereiten oder mit Bärlauchquark zum vegetarischen Samstagseintopf umwandeln kann. Mit dabei ist auf jeden Fall frischer Bärlauch – bei der veganen Basissuppe einfach oben aufgestreut.



Orientalische Linsensuppe


Zutaten
(Für 4 Portionen)
• 2 Zwiebeln
• 2 Knoblauchzehen
• 400 g Möhren
• 150 g gelbe oder rote Linsen
• 2 Esslöffel Rapsöl
• 1 Teelöffel gemahlener Koriander
• 1 Teelöffel Paprikapulver, rosenscharf
• ½ Teelöffel gemahlener Piment
• ½ Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
• ¼ Teelöffel Cayennepfeffer
• 1 Liter Bio-Gemüsebrühe
• 1 Lorbeerblatt
• Salz
• 200 g junger Blattspinat
• 1 Bund Petersilie
• 1-2 Esslöffel Zitronensaft

Zubereitung
Zwiebeln, Knoblauch und Möhren schälen und würfeln.

In einem großen Topf Rapsöl erhitzen, dann das Gemüse zusammen mit den Linsen darin andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind.
Die Gewürze darüber streuen, kurz anschwitzen und mit heißer Gemüsebrühe ablöschen.
Das Lorbeerblatt dazugeben, die Suppe salzen und aufkochen. Ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.

In der Zwischenzeit den Spinat putzen und waschen, dann in reichlich kochendes Salzwasser geben. Nach 2-3 Minuten, abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken.
Gut abtropfen lassen, ausdrücken.
Die Petersilienblättchen von den Stängeln zupfen und grob hacken.

Das Lorbeerblatt aus der Suppe entfernen und eine Schöpfkelle vom Gemüse abnehmen, in eine Schüssel geben und beiseite stellen.
Die übrige Suppe im Topf pürieren und mit Zitronensaft würzen.
Dann das beiseitegestellte Gemüse zusammen mit der gehackten Petersilie und dem Spinat zur Suppe geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.



Oriental lentil soup


Ingredients
(For 4 portions)
2 onions
2 cloves of garlic
400 g carrots
150 g yellow or red lentils
2 tablespoons rapeseed oil
1 teaspoon ground coriander
1 teaspoon hot paprika powder
½ teaspoon ground allspice
½ teaspoon ground cumin
¼ teaspoon cayenne pepper
1 litre organic vegetable stock
1 bay leaf
salt
200 g baby leaf spinach
1 bunch parsley
1-2 tablespoons
lemon juice

 

Preparation
Peel onions, garlic and carrots and chop.

Heat rapeseed oil in a large saucepan, then sauté the vegetables together with the lentils until the onions are glassy.
Sprinkle the spices on top, sauté briefly and deglaze with hot vegetable stock. Add the bay leaf, salt the soup and bring to the boil.
Let simmer for about 20 minutes until the vegetables are soft.

In the meantime, clean and wash the spinach, then add to plenty of boiling salted water. After 2-3 minutes, drain and rinse with cold water.
Drain well, squeeze out. Pluck the parsley leaves from the stems and chop coarsely.

Remove the bay leaf from the soup and take out a ladleful of the vegetables, place in a bowl and set aside. Puree the rest of the soup in the pot and season with lemon juice:
Then add the vegetables, chopped parsley and spinach to the soup and season with salt and pepper.


 

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Moose Park, Ekshärad, Schweden – Elchbegegnung hautnah

Elchbulle Alfi

Meine Güte, ist das schon wieder lange her!
Vergangenes Jahr Ende Juni in unserem Urlaub in Schweden haben wir auch einen Elchpark besucht. Denn was wäre ein Aufenthalt in Schweden, ohne mindestens einen Elch gesehen zu haben?
Wir hatten bereits das Glück, schon in den ersten Tagen einen Elch in freier Natur zu sehen – von weitem, versteht sich.
Das war am späten Nachmittag auf unserer Rückfahrt von einem Ausflug nach Arvika.


Elch in freier Wildbahn

Dann haben wir in einem Prospekt einen kurzen Bericht über den Moose Park in Ekshärad gelesen und sind dann auch an einem Samstag, dem siebten Tag unseres Urlaubs in Schweden dorthin gefahren. Wir waren etwas zu früh da, und sind deshalb noch in den Ort gefahren, um eine Kleinigkeit zu essen. In einem Supermarkt haben wir uns dann mit Brötchen und Elchbraten-Aufschnitt versorgt.
Und wir haben uns auch noch kurz die in Falunrot angestrichene Kirche von Ekshärad angesehen.



Die Kirche von Ekshärad stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist eine der am besten erhaltenen Kirchen im Värmland mit Objekten und Einrichtungen aus dem 13. Jahrhundert. Das älteste Inventarstück ist ein Taufstein aus norwegischem Speckstein (13. Jhd).
Die Vorgänger dieser Kirche fielen Überschwemmungen zum Opfer. Die mächtigen Hochwasser des dort fließenden Klarälven richten auch heute immer wieder große Schäden an.
Der ansonsten ruhig dahinfließende, breiten Fluss bietet sich für gemütliche Paddel- und Floßfahrten an.



Auf dem Friedhof von Ekshärad schmückt viele Gräber statt eines Steins ein schmiedeeisernes Kreuz.
An den Kreuzen hängen viele kleine Eisenplättchen, die sich im Wind leicht bewegen als wären es Birkenblätter, wie an den Bäumen ringsum.
Viele der filigran gearbeiteten Kreuze sind über hundert Jahre alt. Die Eisenkreuze symbolisieren den Baum des Lebens mit Blättern, die im Wind spielen.
Es ist ein einzigartiges kulturelles Erbe in Form von 450 geschmiedeten Grabkreuzen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die den Friedhof am Fluss Klarälven schmücken.
Einer der Männer hinter den Kreuzen war der Schmied und Uhrmacher Johan Tinglöf (1715-1812), über den man sagte, er hätte übernatürliche Fähigkeiten, die ihm die Macht über Mensch und Tier gaben.

Die Kreuze hier auf dem Friedhof haben wir uns nur kurz angesehen und keine Fotos gemacht – die Zeit wurde langsam knapp und wir wollten doch endlich die Elche sehen!
Das Foto von diesem Kreuz ist auf dem Friedhof in Gräsmark entstanden.



Wir sind dann also wieder zurück zum Elchpark gefahren.



www.moose-world.com


Wir werden von James, dem Moose-Guide begrüßt. Er ist halb Schwede, halb Brite und lebt mit seiner Familie hier in Schweden.
Die Tour beginnt um 15 Uhr und bevor wir zum Elchgehege gehen, erzählt uns James einiges Wissenswertes über die Tiere, die in den Wäldern des Värmlands leben und natürlich auch über den Elch oder besser gesagt den „König des Waldes” und was man alles beachten muss, wenn man sich auf die Suche nach Elchen macht.
In den Wäldern des Värmlands leben wilde Tiere wie Elche, Rehe, Luchse, Wölfe und Bären. In den Seen und Flüssen leben Biber und mit etwas Glück kann man das eine oder andere Tier in der Natur beobachten. Sogar Adler soll es hier und da geben.

Die besten Chancen, einem Elch in freier Wildbahn zu begegnen, hat man im Sommer in den frühen Morgenstunden (ca. von 6 bis 8 Uhr) und abends (ca. 20 bis 23 Uhr).
Man sollte nach Wiesen an Waldrändern mit hohem Gras Ausschau halten. Dort finden die Elche ihre Nahrung.
Im Herbst sind Wiesen mit Apfelbäumen ein guter Platz, denn Elche lieben Äpfel. Besonders wenn diese schon leicht vergoren sind, essen die Elche so viele davon, dass sie davon einen ordentlichen Schwips bekommen.

Am besten fährt man mit dem Auto zu den potenziellen Elchwiesen. Läuft einem dann ein Elch über den Weg, sollte man auf alle Fälle am oder im Auto bleiben.
Elche sind sehr kraftvoll und können auch schnell einmal aggresiv werden, wenn man ihnen zu nahe kommt – insbesondere die Elchkühe, die Nachwuchs haben.
Eigentlich seien deshalb die Elchkühe die wahren Königinnen des Waldes, sagt James.

Elche haben eine Kopf-Rumpf-Länge bis 3 Meter, eine maximale Schulterhöhe von 2,30 Meter und können bis zu 800 Kilogramm wiegen.

Und dann geht es weiter zu den Elchen Klara, Alfi und Lotta, die gerade ein junges Kalb hat, welches wir aber nirgend sehen können. Meist versteckt es sich in einer Senke, die Mutter immer in der Nähe.

Mit einem Eimer voller Leckerli – Äpfel und Möhren – und Birkenzweigen, allesamt ausgesprochene Leibspeisen der Elche, führt uns James zum Waldstück, wo sich die Elche üblicherweise aufhalten. „Wenn ihr einen den Elche seht, sagt ihr mir bitte Bescheid, dann klettere ich über den Zaun und versuche, sie näher zu uns zu locken”.

Es dauert eine ganze Weile, bis wir zwischen den Bäumen das graubraun-glänzende Fell von der jungen Elchkuh Klara entdecken. Zögerlich kommt sie heraus.
Etwas später gesellt sich Alfi, der junge Elchbulle mit Geweih dazu.


Elchkuh Klara

 

Elchbulle Alfi

Wir dürfen die Elche durch den Zaun mit Birkenblättern, Karotten und Äpfeln füttern.



Dann gehen wir ein Stück weiter und besuchen Lotta.


Elchkuh Lotta

 


Auch hier muss James erst überzeugend mit dem Futtereimer locken, bevor sich Lotta näher herantraut. Sie ist nur so ruhig, weil sie James kennt und weiß, dass von ihm für ihr junges Kalb keine Gefahr ausgeht.



Dann gehen wir zurück zum Eingang des Parks und machen eine kurze Kaffeepause.
Danach zeigt uns unser Moose Guide Elchgeweihe aus verschieden Altersstufen und erklärt, wie die Geweihe wachsen.
Im Herbst/Winter (Janura bis Februar) verlieren die männlichen Elche ihr Geweih, erst eine Schaufel, dann wandert der einseitig bestückte Elch mit schiefer Kopfhaltung herum, bis die zweite Schaufel auch abfällt. Im Frühjahr/Sommer (ab April) wächst der Geweihknochen dann wieder neu. Je älter der Elch wird, umso größer ist sein Geweih.
Ein Elch kann bis zu 11 oder 12 Jahre alt werden, die meisten werden aber im Durchschnitt nur 5 Jahre alt.



Das Geweih mit einer Spannweite von bis zu 1,35 Meter und einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm dient dazu, den weiblichen Artgenossen zu gefallen und in der Paarungszeit die Nebenbuhler in die Flucht zu schlagen. Dabei geht es in etwa zu, wie beim Armdrücken, nur eben mit den Geweihen.
Elchbullen verhaken ihre Geweihe ineinander, dann wird geschoben. Dabei kann es auch passieren, dass sich die Geweihe nach dem Drängelwettkampf nicht wieder voneinander lösen, beide Elche zu Boden gehen und qualvoll verenden.

Die Paarungszeit ist nur kurz. Die angebetete Elchkuh ist in der Paarungszeit alle 28 Tage für nur 30 Stunden empfängnisbereit.
Um diesen Moment nicht zu verpassen, folgen die Bullen ihrer Elchkuh wochenlang auf Schritt und Tritt und schwenken dabei ihr Geweih hin und her, um zu zeigen, wie kräftig und intakt es ist. Dabei muss er sehr vorsichtig sein, denn wenn er sein Geweih irgendwo anschlägt, zum Beispiel an einem Baumstamm, könnte er für die Elchkuh mit seinem ramponierten Geweih nicht mehr attraktiv genug sein.



(…) Es ist in Größe und Gestalt sehr veränderlich und kann aus verzweigten Stangen oder aus breiten, flächigen Schaufeln sowie einer Mischung dieser zwei Typen bestehen. In der Regel weist es eine horizontal zum Schädel stehende Stange und eine breite, abgeflachte Schaufel auf, deren Fläche seitwärts und etwas nach hinten gerichtet ist. An der Schaufel sitzen Fortsätze, die nach vorn außen und nach hinten gerichtet sind.

Junge Elchhirsche entwickeln in ihrem zweiten Lebensjahr erstmals einen kurzen, ungegabelten Spieß. Im folgenden Jahr weisen sie eine Gabel mit zwei Enden auf, dann folgt in der Regel ein kleines Geweih mit jeweils drei Enden je Geweihseite. Die weitere Entwicklung unterliegt keiner Gesetzmäßigkeit, so dass eine Altersbestimmung der Elche anhand der Zahl der Geweihenden nicht möglich ist. Meist bilden sich jedoch in den folgenden Jahren zunehmend größer werdende Schaufeln aus. Männchen im Alter zwischen fünf und zehn Jahren, dem Zeitraum, in denen sie physisch voll entwickelt sind, haben gewöhnlich die größten Geweihe; bei älteren Elchen geht die Geweihentwicklung wieder zurück.
Quelle: Wikipedia


Elchbulle Emile – 7 Jahre alt

Dann geht es weiter zum Gehege des siebenjährigen Elchs Emile – ein sanftmütiger Elch-Opi.



In kleinen Gruppen dürfen wir zu Emile ins Gehege, nachdem James ihn angelockt und uns vorher noch genaue Instruktionen gegeben hat – immer nur von vorne nähern, so dass man für den Elch sichtbar ist, und immer nur am Kopf oder Geweih anfassen. Alles andere ist höchst gefährlich.
Das Geweih ist weich und samtartig – ein tolles Gefühl, dem König des Waldes so nahe zu kommen….



Ein einzigartiges Erlebnis!



Als Erinneung haben wir ein Elchpäärchen aus Plüsch erstanden und dann sind wir wieder zurück in Richtung unseres Feriendominzils gefahren.
Fortsetzung folgt.


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Aus meinem Garten, 16. Februar 2019 – Der Frühling kommt


Es ist der 16. Februar 2019  und endlich wird es Frühling!

Nachts haben wir zwar noch Frost, aber heute scheint die Sonne satt bei 17 °C und in meinem Garten habe ich die ersten Bienen gesichtet.

Die Schneeglöckchen blühten im Vorgarten (Nordseite des Hauses).



Auf der Südseite blühen unter dem Apfelbaum schon Krokusse in gelb und violett – etwa 12 Tage später, als im vergangenen Jahr.

Ausserdem sieht man schon ganz viele Spitzen von austreibenden Blumenzwiebeln, die ich im vergangenen Herbst eingesetzt habe….


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Der 7-Torpsleden – Eine Wanderung auf den Spuren der Waldfinnen in Schweden und Norwegen


Und jetzt geht es weiter zur Wanderung auf den Spuren der Waldfinnen in Schweden und in Norwegen.
Ihr habt richtig gelesen, während der Wanderung überqueren wir die Grenze, um uns zwei Finnenhöfe anzusehen, die in Norwegen liegen und dann kehren wir wieder zurück nach Schweden.
Vor ein paar Tagen hatte ich euch bereits von KVARNTORP , einem Hof der Waldfinnen in Schweden, erzählt – dies ist die versprochene Fortsetzung.

Unterhalb des Finnenhofs RITAMÄKI befindet sich im Wald ein kleiner Parkplatz am Lomsen See, wo der gut ausgeschilderte Weg auf einer Tafel beschrieben ist.
Auf den Schildern steht zwar überall, dass der Weg 7,9 km lang ist, aber meine Fitnessuhr hatte mehr angezeigt, etwa 9 km, auf dem Schild hat sogar jemand die Strecke auf 10 km geändert.



Die Kolonisation der Finnen – Hintergrund


Die Besiedlung der Waldgebiete im Värmland begann Ende des 16. Jahrhunderts, als die aus Savo stammenden Brandrodungsfinnen, die sogenannten Waldfinnen, in Gebiete im skandinavischen Nadelwaldgürtel umsiedelten.

Vom 13. Jahrhundert bis 1809 war Finnland Teil des schwedischen Königreichs, was bedeutete, dass die Waldfinnen schwedische Staatsbürger waren, deren kultureller Hintergrund sich aber von der traditonellen schwedischen und westfinnischen unterschied. Daher wurden Sie auch als Waldfinnen bezeichnet.

Darüber hinaus war die Verbindung zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil Schwedens während der gesamten Zeit als ein Königreich  in Bezug auf Handel, Innovationen, Arbeit und Kultur sehr stark. Im Mittelalter war Finnland nur dünn besiedelt, wobei sich die Besiedelung mit Menschen an den Küsten und großen Flüssen konzentrierte.
Die großen unbewohnten Waldgebiete wurden zum Jagen und Fischen sowie zur Landbewirtschaftung genutzt. Dieses extensiv genutzte Land wurde auf Finnisch erämaa genannt (schwedisch: erämark).

Gustav Vasa (König 1523-60) war derjenige, der ernsthaft eine politische Kolonisationspolitik initiierte, um sowohl schwedische als auch finnische Bauern zu ermutigen, neue Gehöfte in diesen Randgebieten zu errichten. Er und seine Söhne versuchten, sie mit Angeboten, wie 6-15 Jahren Steuerbefreiung und neuen Gebieten zur Kolonisierung, anzulocken. Die Bauern und ihre Kinder, sowohl in Schweden als auch in Westfinnland, zeigten wenig Interesse an der Idee. Die fruchtbaren Küstengebiete und größeren Flüsse waren bereits besiedelt und die tiefen Wälder zogen die etablierte Bauernpopulation nicht an. Die Brandrodungs-Finnen aus Savo sahen diese Angebote jedoch als Chance an.

Mit ihrer sehr effektiven Brandrodungs-Methode (finnisch: huuhta), um neues Land für den Anbau zu gewinnen, konnten sie im 16. Jahrhundert die großen Eramaa-Gebiete in Finnland relativ schnell besiedeln. Die Hauptgebiete, die kolonisiert wurden, waren die im Norden Tavastlands, darunter die neue große Gemeinde Rautalampi, einige Teile der angrenzenden Region Österbotten und das Gebiet Ruovesi. Die Kolonisation selbst reichte jedoch nicht weiter nach Westfinnland, da diese Teile bereits von Bauernsiedlungen besetzt waren.

Die Huuhta-Brandrodung hatte viele Vorteile, vor allem die großen Ernten.
Ein Nebeneffekt war jedoch, dass für jedes Gehöft riesige Mengen an Land benötigt wurden. So kam es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Überbevölkerung oder zumindest zu einer Sättigung des Expansionsfeldes. Diejenigen, die bereit waren, neue eigene Gehöfte zu bauen, mussten noch weiter nach Westen gehen, über den Golf von Bothania (Bottnischer Meerbusen) bis ins Värmland und nach Norwegen.



7-Torpsleden Wanderung


Der Lomsen See


Vom Parkplatz am Lomsen See aus geht man nach Süden, ein kurzes Stück über den Schotterweg bis zum Hof Lomstorp hinauf.

Auf dem Bild oben sieht man deutlich, dass der See am Rand sehr trocken ist. Auch in Schweden gab es im vergangenen Sommer viel zu wenig Regen und überall wo wir hinkamen klagten die Leute über die große Trockenheit und dass die Vorräte in den Trinkwasserspeichen langsam knapp würden.



Kurz bevor man den  Bauernhof erreicht, sieht man links eine kleine graue Hütte. Sie ist offen und kann kostenlos zur Übernachtung genutzt werden.



1. Hof – Lomstorp



Lomstorp hat eine schöne Lage mit Blick über den See.




Der Platz war seit Ende des 18. Jahrhunderts besiedelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte Hier Harald Andersson und betrieb im Haus ein kleines Geschäft. Seit 1970 ist der Hof ein privates Ferienhaus. Bis etwa 1930 hatten viele Waldfinnen-Höfe eine „rökstuga“, ein Rauchhaus, auf ihrem Grund – heute sind fast alle nicht mehr da. Auf Lomstorp stand das Rauchhaus nördlich vom heutigen Wohnhaus.
Ganz oben auf dem Acker, wo der 7-Höfe-Weg in den Wald Richtung Svartbäcken führt, liegen die Ruinen einer Rauchsauna. Sie war bis zum Spätwinter 2009 intakt, als sie bis auf die Grundmauern abbrannte.



2. Hof – Svartbäcken / Mustaporro



Svartbäcken liegt auf einer kleinen Erhebung, die zum See weist. Seit 1995 wurden die Gebäude umfangreich instand gesetzt und ein Teil des Waldes rings um die Häuser wurde entfernt.



Der finnische Vokskundler Carl Axel Gottlund kam 1821 auf seiner Reise hier vorbei und machte sorgfältige Aufzeichnungen.
Gottland notierte, dass vier Generationen im selben Haus lebten. Im Jahr 1900 waren eine Witwe und ihre vier Töchter als Bewohner des Bauernhofs eingetragen. Sie hatten drei Kühe und ein Pferd auf dem Hof. Heute ist der Hof ein Ferienhaus in Privatbesitz und die Eigentümerfamilie ist im Sommer oft hier, seien Sie also sehr rücksichtsvoll.
Das Rauchhaus, in dem Gottlund war, ist ein Teil des heutigen Hauptgebäudes, jetzt aber völlig umgebaut.



Wasser war in Schweden im Sommer 2018 Mangelware. Entlang des 7-Torpsleden kamen wir mehrmals durch Moorgebiete, durch die man normalerweise nur über Holzstege mit trockenen Füßen durchkommt. Dort, wo sonst im Frühsommer üppig Wollgras und Knabenkräuter wachsen, findet man nur vereinzelt welche.
Und auch hier, wo ein aus Birkenrinde und Holz eine Schöpfkeller bereitsteht, damit man seine Trinkflaschen füllen kann, haben wir nichts gefunden.



Wir gehen weiter nach Nordwesten in Richtung Norwegen.



Wenn Sie die Landesgrenze überqueren, beachten Sie die breite Grenzstraße.

Bevor wir die letzen 300 m ab Landesgrenze bis nach Österby gehen, werfen Sie gleich hinter der Grenze einen Blick nach links. Hier verläuft ein alter, schöner Karrenweg seitwärts hinauf zur Grenze, – auch dieser ist ein wichtiges Kulturdenkmal.


Die Grenze zwischen Schweden und Norwegen



Die Grenze ein breiter Saum, der mit Heidelbeeren bedeckt ist.



3. Hof – Österby



Österby wurde um 1730 von Ole Larsen Passio gerodet und war für die Verhältnisse des Finnskogens ein ziemlich großer Bauernhof. Das heutige Wohnhaus wurde in der Zeit zwischen den Weltkriegen gebaut.
Die Scheune ist ebenfalls jüngeren Datums. Das  hiesige Rauchhaus wurde in das Glomsdalsmuseum in Elverum verlagert. Auf dem Hof wurde bis zum Wegzug in den 1970er Jahren Landwirtschaft betrieben.



Österby ist heute in Privatbesitz. Der finnische Name für Österby ist „Autiomäki”, was „Berg des verlassenen Hofs” oder „Hügel des verlassenen Hofs” bedeutet.


Heidelbeeren

Krähenbeeren
unreife Preiselbeeren

Dann ist es noch knapp ein Kilometer nach Norden bis Lebiko, zuerst über den Grund und Boden von Österby, dann durch offenen Kiefernwald, bevor sich die alten Felder auf Lebiko vor uns öffnen.



4. Hof – Lebiko



Lebiko ist einer der letzten Finnen-Höfe, die im Finnskogen gebaut wurden. Hier gab es, als Gottlund vorbeikam keine Besiedlung, aber 1865 wurde der Hof bei der damals durchgeführten großen Bauernhofzählung aufgeführt.
Vermutlich war Lebiko ab 1840 bewohnt, es ist ein typischer Bauernhof aus jener Zeit. Die Höfe waren klein und zahlreich, weshalb viele Menschen sich neue Plätze suchten.



Eine schwedische Deutung ist, dass Lebiko auf Schwedisch „Alhult” auf Norwegisch „Oderholtet” auf Deutsch „Erlenwäldchen” bedeutet. „Lebi” ist eine Abwandlung von „leppie”, das auf Finnisch die Holzart Erle bezeichnet. Die Nachsilbe „ko” ist eine finnische Endung, die Wäldchen oder Gehölz bedeutet.



Heute befindet sich Lebiko; ebenso wie der Großteil des Waldes Varaldskogen, in Besitz von Statskogä.

Die letzten, die auf dem Hof gelebt haben, waren Ole und Lina Lebiko, die 1969 nach Varaldgrenda gezogen sind.
Lebiko wird heute vom Verein Finnskogen Turistforening bewirtschaftet. Der Verein versucht, den Besitz instand zu halten, indem die Wiesen jedes Jahr Anfang August gemäht werden.
Dann findet das Lebiko-Wochenende statt, mit Tag der offenen Tür und mit einfacher Bewirtschaftung. Manchmal ist auf Lebiko auch am Wochenende geöffnet und es gibt eine Kleinigkeit zu essen, Verkauf und Gelegenheit, Informationen über den Wanderverein und den Finnskogen zu erhalten.

Sie können auf Lebiko übernachten, benötigen aber einen Schlüssel. Wenden Sie sich an das Touristenbüro Torsby oder an Finnskogen Turistforening.



Wir hatten Glück und es war jemand vor Ort, der die vorbeikommenden Wanderer begrüßt und Auskunft gegeben hat.
Wir konnten uns dann im Haus umsehen, bekamen einen Kaffee angeboten und haben uns ins Gästebuch eingetragen.


Im Aufenthaltsraum des Wandererheims

Übernachtungsmöglichkeiten für müde Wanderer unterm Dach


Dann ging es weiter in Richtung Kissalamp.




5. Hof – Kissalamp



Kissalamp war ein relativ großer Bauernhof im Finnskogen



Die Reste von Scheune und Stall sind deutlich zu sehen und der gemauerte Erdkeller ist erhalten. Falls Sie Wasser benötigen, gibt es welches im Brunnen hinter dem Haus.
Hier kann man sich bei Unwetter sowohl im Haus (es ist offen) als auch in der Braustube unterstellen.



Kissalamp war ursprünglich in der zweiten Hälfte der 1780 er Jahre von zwei Brüdern aus Norwegen bewohnt. 1964 sin die letzten Bewohner weggezogen. Haus und Grund sind in Privatbesitz.
Kissalamp war im zweiten Weltkrieg ein wichtiger Hof. Hier kamen viele Flüchtlinge durch.



Ein paarmal am Tag kam ein Norweger mit Pferdewagen und hatte Flüchtlinge dabei. Auf Kissalamp kümmerte man sich um sie, bevor sie in ein Militärquartier gebracht wurden.
Damals wohnte hier Hjalmar Mattson Orainen (1905-1980), der später für seinen Einsatz während des Krieges die Freiheitsmedaille König Haakons erhielt.
Von der Anhöhe auf Kissalamp, so erzählte Hjalmars Sohn Gunnar, sah man nachts auf der norwegischen Seite die die Feuerbälle der Bomben und bei klarem Wetter sah man die Festung Kongsvinger.
Der Name des Hofes bedeutet „Katzen-Wald-See. Die letzte Silbe „lamp” oder „lampi” bedeutet Waldsee und „Kissa” bedeutet Katze. Der See Kissalamp liegt einige hundert Meter weiter nördlich.



Hier wachsen im Sommer wilde Feuerlilien. Das Haus ist inzwischen ziemlich verfallen und leider mussten wir feststellen, dass nicht jeder vorbeikommende seinen Müll mitnimmt…

Wir wenden uns nach Süden und wandern weiter. Beachten Sie das zusammengesunkene kleine Haus auf der rechten Seite, wenn Sie vom Hofplatz aus den Hügel hinuntergehen. Es ist eine Rauchsauna, die Saunaform der Waldfinnen. Es ist ein kleines, gezimmertes Haus mit einem ohne Mörtel gemauerten Steinofen.
Die Rauchsauna hat, ebenso wie das Rauchhaus, keinen Schornstein.



Weiter geht es durch den Wald. Uns wird bewusst, was für ein ärmliches und hartes Leben das früher hier sein musste. Und im Winter dann noch mit Schnee.
Kein Wunder, dass die Höfe verlassen wurden.



6. Hof – Valli


Valli ist die nächste Station. Hier gibt es zwei Sehenswürdigkeiten: einen hervorragenden Erdkeller und Reste des Rauchhauses. Die verbreitete Erklärung für den Namen „Valli” ist, dass es eine ins Finnische übertragene Variante vom schwedischen Wort „vall” ist, – Weide.

Das Haus wurde um 1800 bezogen, aber die Siedlungsgeschichte blieb kurz.
Bereits 1905 wurde es verlassen, es waren harte Zeiten. Von sechs Familien, die in hundert Jahren auf dem Hof gelebt haben, wanderten drei nach Amerika aus. Zwei Familien wurden von schweren Krankheiten getroffen, jede verlor drei Kinder, die eine Geschwisterschar durch Dysenterie, die andere durch Diphterie. Sigfrid und Maria verloren die Kinder Henrik, Johan und Sigfrid innerhalb gut einer Woche im Herbst 1857.

Östlich des Pfads befindet sich ein großer Steinhaufen, der mit einem Pfosten markiert ist. Das sind die sichtbaren Überreste des Rauchhauses mit dem Rauchofen.
Westlich des Pfads befindet sich der Erdkeller. Nehmen Sie sich die Zeit, in das wundervolle, gemauerte Kellergewölbe hineinzugehen.
Schauen Sie, wie schön die Steine den ganzen Keller tragen, obwohl mehrere Bäume im Dach Wurzeln geschlagen haben.



Gehen Sie ein Stück weit an den Resten des Rauchhauses vorbei und Sie haben eine fantastische Aussicht nach Osten zum Kronhalla-Hof. Wenn die Leute auf Valli nach Lekvattnet mussten, z. B. zur Kirchen, kamen Sie an Kronhalla vorbei und hatten dann knapp die halbe Strecke hinter sich.

Unsere Tour geht jetzt weiter nach Ritamäki.



7. Hof – Ritamäki



Nehmen Sie sich Zeit, dort wo der Pfad durch den Holzzaun verläuft, stehen zu bleiben. Die offenen Flächen sind vermutlich dieselben, die Sie vor 150 Jahren gesehen hätten. Vernehmen Sie das Muhen der Kühe und den Klang der Glocken, riechen Sie den Duft von frisch gemähtem Heu…


Der Boden ist von Maiglöckchen bedeckt – wie muss das hier während der Blütezeit duften….


Das gesamte Hofensemble mit Umgebung steht heute unter Schutz. – und ist als Gebäudedenkmal und Naturschutzgebiet eingestuft.
Der Hof ist in Besitz des Heimatvereins Lekvattnets Hembygdsförening, der Gebäude und Grund pflegt. Ritamäki ist im Sommer geöffnet und es gibt eine einfache Bewirtschaftung.



Die schützenswerten Pflanzen auf dem 7-Torpsleden



Feuerlilien – gesehen beim 5. Hof – Kissalamp



Katzenpfötchen – gesehen vor Ritamäki



Geflecktes Knabenkraut – Ritamäki
(auch gesehen im Wald zwischen Svartbäcken (2. Hof) und Österby (3. Hof)



Sumpfherzblatt – Ritamäki



Sumpf-Blutauge  – Ritamäki



Wollgras – Ritamäki



Was bedeutet der Name Ritamäki?
Auf Karten wird manchmal der Name Ritaberg oder Ritamakk verwendet. Die letzte Silbe „mäki” bedeutet „Berg”, was aber bedeutet „Rita”?
Die Antwort liegt vielleicht im finnischen „riita”, das Streit oder Twist bedeutet. Den Quellen zufolge haben wir es mit einem Berg zu tun, um den es Besitzstreitigkeiten gab.



Der westliche Teil des Wohnhauses ist ein intaktes Rauchhaus. Im östlichen Teil befinden sich die Küche, Feuerstelle mit Schornstein sowie Kammer. Hier können Sie sehen, wie der Rauchofen aufgebaut ist. Der Ofen speichert die Wärme und spendet den ganzen Tag über eine angenehme Temperatur im Raum. Meistens brauchte man nur einmal am Tag Feuer zu machen, auch wenn es draußen richtig kalt war.



Olof Jansson Uotinen hat auf Ritamäki ein hartes Leben gelebt. Er verlor seine vier Kinder und seine Ehefrau Annika zwischen dem 17. August und 12. September 1587 durch die schwere Durchfall-Erkrankung Dysenterie. Es war dasselbe Schicksal, das die Familie auf Valli traf.
Olaf Jansson gründete eine neue Familie und wurde Großvater der Geschwister Beda und Henning, die bis 1964 auf Ritamäki lebten.



Das westliche Värmland wurde schon früh von finnischen Siedlern besiedelt. Hier sollen Finnenhöfe und -katen schon ab etwa 1610 gebaut worden sein.
Ritamäki stammt wahrscheinlich vom Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts.

Die erste Bebauung von Ritamäki lag etwa 200 m höher am Abhang als die jetzige. Um 1840 wurde an dem südlicheren Platz ein neues Wohnhaus gebaut und irgendwann gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die nördliche Siedlerstelle ganz aufgegeben. Heute sind nur noch einzelne Mauerreste dieser Gebäude vorhanden. Einige der Wirtschaftsgebäude, die wir heute hier sehen, könnten von der nördlichen Siedlerstelle nach der südlichen verlegt worden sein.



Im Mittelpunkt des Finnenhofes liegt die Rauchkate, ein spezieller Wohnhaustyp, den die Finnen aus ihrer Heimat mitgebracht hatten. In der Rauchkate liegt der Rauchofen, ein grosser Ofen ohne Rauchfang. Die Finesse dabei ist, dass der warme Rauch vom Ofen sich in der Kate verbreitet und nach und nach durch eine Lüftungsklappe im Katendach abzieht. Auf diese Weise wird die Wärme der Rauchgase besser ausgenutzt.



Draussen bei den Äckern und Wiesen gab es auch Wiesenscheunen, wo die Ernte aufbewahrt wurde, bis es möglich war, sie nach dem Hof zu verfrachten. Der Transport erfolgte im Winter, wenn der Boden hartgefroren war und man mit Schlitten über die Wiesen und Sumpfwiesen fahren konnte. Zu jedem Hof gehörte meist auch ein Stall für die Tiere, eine Sauna, ein Vorratshaus sowie manchmal auch eine Mühle, ein Kochhaus und eine Säge.



Die Umgebung des Hofes ist Naturschutzgebiet. Die Vegetation ist hier von regelmässiger Heuernte geprägt, d. h. von Pflanzen, die zu ihrem Überleben eine jährliche Heuernte brauchen. Unter den ausgeprägteren und seltenen Arten findet man Sumpfherzblatt und Ferkelkraut.



Der Hof wurde bis 1964 von den Geschwistern Henning und Beda Jansson bewirtschaftet. Ritamäki war damit der letzte ständig bewohnte Finnenhof in Schweden.
Ritamäki gehört heute dem Heimatverein Lekvattnet und steht seit 1967 unter Denkmalschutz.



Wir haben uns mit der Frau, die im Sommer den Hof mit einfacher Bewirtung betreibt unterhalten – nachdem wir in Englisch angefangen hatte und sie uns gefragt hatte, woher wir kommen, hat sie sich mit uns in Deutsch unterhalten.
Sie erzählte uns, dass sie eine solche Dürre in dieser Gegend noch nie erlebt hätte und dass es langsam kritisch für die Natur werden würde.
Da Ritamäki nur über einen schmalen Weg zu Fuß zu erreichen ist, müsse sie jeden Tag Wasser auf den Berg tragen.
Sie entschuldigte sich vielmals, dass es den angebotenen Kuchen auf Papptellern und den Kaffee aus Pappbechern gab. Nicht sehr umwelfreundlich, aber da in der Zisterne auf dem Hof kein Wasser mehr war, könnte das Geschirr auch nicht vor Ort gespült werden.
Es gab an diesem Tag übrigens Apfel- und Rhabarberkuchen zum Kaffee. Wir haben uns dann draußen auf eine Bank gesetzt.



Von Ritamäki ist es noch gut ein Kilometer auf dem Karrenweg den Berg hinab zum Parkplatz am Lomsen.
Es war schon später Nachmittag und wir fahren über Lekvattnet und Gräsmark zurück zum Ferienhäuschen.
Unterwegs sehen wir am Straßenrand wunderschöne Lupinen.


Backen, Bier, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Markgraeflerland, Rezepte, Schweiz, Winter

Vom Vogel Gryff, Wild Maa, Leu und Suuri Läberli z’Morge


Am Samstag, 26. Januar 2019 – es ist wieder soweit – ganz Kleinbasel ist auf den Beinen, um den Tanz des Vogel Gryff, den Wilde Maa und den Leu zu erleben.
Die Markgräflerin war im vergangenen Jahr vor Ort, um sich das Schauspiel zu anzusehen.
Manch einer meint, die drei Gestalten hätten etwas mit der Fasnacht zu tun, der Anlass hat aber tatsächlich einen militärischen Hintergrund:



Die um 1225 erbaute erste Rheinbrücke in Basel führte zu einem raschen wirtschaftlichen Aufschwung Kleinbasels im 13. Jahrhundert. Die Bevölkerung nahm zu, und aus dem Dorf wurde eine Stadt. Grossbasler Bürger investierten in Kanalsysteme, so genannte «Teichanlagen», die von der Wiese abgeleitet wurden, um die Wasserkraft für Mühlen zu nutzen. Neues Gewerbe, wie die immer wichtiger werdende Ziegel- und Backsteinproduktion, erhielt seinen Standort ausschliesslich im Kleinbasel und lockte Einwanderer aus dem Schwarzwald und vom Hochrhein an. Im Jahre 1270 wurden die Kleinbasler erstmals als Bürger (cives) bezeichnet, fünfzehn Jahre später erteilte König Rudolf Kleinbasel die Stadtrechte, sie beinhalteten unter anderem das Privileg, einen Wochenmarkt abzuhalten. Um 1300 zählte die Stadt Kleinbasel 1000 bis 1500 Einwohner. Sie war politisch von Grossbasel getrennt und besass eigene Magistraten, eine eigene Gerichtsbarkeit und autonome Verwaltungsstrukturen. Gleichzeitig bestanden von Anfang an enge wirtschaftliche Verflechtungen zwischen den beiden Städten.

In dieser Zeit schlossen sich die Kleinbasler Bürger in den Drei Ehrengesellschaften zusammen. Anders als die Zünfte im Grossbasel orientierten sie sich nicht gewerblich, also nach Berufen, sondern waren ein Verband von Bürgern, die die Interessen Kleinbasels nach aussen vertraten und dort das öffentliche Leben organisierten und kontrollierten.

Jede Gesellschaft hatte zum Beispiel die Aufgabe, einen bestimmten Abschnitt der Stadtmauer zu überwachen. Die Gesellschaft zum Rebhaus wurde erstmals im Jahre 1304 urkundlich erwähnt; über die Existenz der Gesellschaft zur Hären erfahren wir im Zusammenhang eines Kaufvertrages mit dem Kloster Klingental aus dem Jahre 1384, und 1409 erwähnt ein Bericht über die Eroberung Isteins die Gesellschaft zum Greifen erstmals als militärische Einheit.

Die wirtschaftliche Verflechtung Kleinbasels mit Grossbasel nahm im 14. Jahrhundert stetig zu. Parallel dazu sank die Autorität des Bischofs, der wegen seiner permanenten Geldknappheit nach und nach wichtige Herrschaftsrechte in Kleinbasel an den Grossbasler Rat verkaufen musste.

Trotz der politischen Vereinigung von Gross- und Kleinbasel blieben die unter den Bischöfen entstandenen autonomen Institutionen und Ämter im Kleinbasel jedoch zunächst bestehen, erst allmählich wurden die behördlichen Strukturen vereinfacht und vereinheitlicht. Die Bürger Kleinbasels konnten, sofern sie zum Vorgesetzten gewählt wurden, Ratsmitglied werden. Die Meister der Ehrengesellschaften besassen weitgehende richterliche Befugnisse. Die Gesellschaften waren für das Vormundschaftliche, den Weidgang, die kirchliche Aufsicht, Allmendangelegenheiten und die Weinlese zuständig.

Im 15. Jahrhundert begannen die Drei Ehrengesellschaften damit, einmal im Jahr, damals noch getrennt, einen Umzug durchzuführen. Ihm voraus ging ursprünglich eine militärische Musterung: Die Bürger mussten ihre Ausrüstung wie Harnisch, Hellebarde, Schwert und Helm vorzeigen. Im Laufe der Zeit fügten die Gesellschaften den Umzügen Elemente aus anderen Bräuchen, wie das Umkreisen der Brunnen und die Wassertaufe, hinzu. Die Figuren Vogel Gryff, Leu und Wild Maa werden erstmals 1597 als Ehrenzeichen der drei Gesellschaften beschrieben. Bei den Umzügen, die «Läufe» genannt wurden, führten vermutlich Ueli die Ehrenzeichen wie Tiere an Ketten durch die Strassen.

https://www.vogel-gryff.ch/


Vogel Gryff nach der Landung des Wild Maa am Kleinbasler Rheinufer / Landesteg beim Kleinen Klingental

Der «höchste Kleinbasler Feiertag» fällt jedes Jahr auf den 13., 20. oder 27. Januar, welche im liturgischen Kalender die Tage der Heiligen Hilarius, Fabian und Johannes Chrysostomos markieren, die mit den Ehrengesellschaften assoziiert sind.
Abwechselnd im Turnus von drei Jahren am 13., 20. oder 27. Januar (falls dieser auf einen Sonntag fällt: am Samstag davor) erlebt Basel alljährlich das Fest der drei Ehrengesellschaften zum Rebhaus, zur Hären und zum Greifen. An diesem Tag treten die drei personifizierten Schildhalter Vogel Gryff, ein Greif in schwerem Schuppenpanzer, der Wild Maa, ein Tännchen schwingender Wilder Mann und der Leu, ein Löwe, auf. Sie ziehen durchs Kleinbasel und führen dabei immer wieder ihre traditionellen Tänze vor.


Wild Maa

Jeder Ehrengesellschaft gehören rund 150 Männer an, und jede wird von einem Meister und sechs Vorgesetzten geleitet. Voraussetzung für den Beitritt ist ein Wohnsitz im Kleinbasel oder – bei einem Wohnsitz im Kanton Basel-Stadt – bedeutsames Grundeigentum im Stadtteil; auch muss ein Bewerber das 18. Lebensjahr erreicht haben, das Basler Bürgerrecht vorweisen können, männlich und wohlbeleumundet sein.

Der Vogel Gryff-Tag beginnt mit der Talfahrt des Wild Maa-Flosses auf dem Rhein um 10.30 Uhr. Die genaue Zeit ist abhängig vom Wasserstand des Rheines.
Der Wilde Mann fährt tanzend auf einem Floss talwärts und wird durch Trommelrhythmen und mit Böllerschüssen begleitet.
Wie es sich gehört, ist sein Blick auf das zu ehrende Kleinbasel gerichtet, und so ist es unvermeidlich, dass er Grossbasel den Rücken zeigt.


Leu

Unterhalb der Mittleren Rheinbrücke erscheinen unterdessen der Vogel Gryff und der Leu mit ihren Begleitern, den drei Tambouren und Bannerträgern, sowie den vier Narrengestalten der Ueli, welche mit klappernden Büchsen Geld für Bedürftige sammeln. Mit mächtigem Satz springt gegen 11 Uhr der Wilde Mann an Land, nicht ohne zuvor die Tanne ausgiebig im Wasser genetzt zu haben.


Mittlere Rheinbrücke in Basel

Um 12 Uhr tanzen die Ehrenzeichen auf der Mittleren Rheinbrücke. Auch während dieses Tanzes bleibt ihr Blick auf das Kleinbasel gerichtet. Danach formiert sich der Umzug. Bis in den Abend hinein geht es, mit einigen trinkfreudigen Pausen, kreuz und quer durchs Kleinbasel vor die Wohn- oder Geschäftssitze der Herren Meister und Vorgesetzten sowie in den Hof des Waisenhauses.

Ab 13 Uhr finden sich die 450 Gesellschaftsbrüder der Drei Ehrengesellschaften (150 je Gesellschaft) zu einer ausgedehnten Mahlzeit, dem Gryffemähli, im Festsaal der Basler Messe zusammen. Die Veranstaltung dauert den ganzen Nachmittag an und ist durch Reden zu aktuellen politischen Themen, musikalischen Darbietungen sowie dem Besuch des Umzuges (im Saal) geprägt.und endet spät in der Nacht mit den Schlusstänzen.



Vogel Gryff

Was glepft? E Schuss! Was mag das sy?
Dert tanzt jo aine uff em Rhy.
E Dannebaimli schwingt er
und ains, zwai, drei verdringgt er.

Nai, nai, das gfallt im Wilde Maa.
D’Kanone gracht. Jetzt kunnt er aa.
E-n-Ueli bättlet Batze.
Dr Lai winggt mit de Datze.

Bym Käppelijoch gumpt stolz und styff
näben Wilde Maa und Lai dr Gryff,
und dausig Basler lache
ab däne-n-alte Sache.

Kinderreim von Anna Keller, den die Basler Kinder in den Kindergärten lernen



Die alljährliche Disziplin der Kinder: Dem ‹Wild Maa› einen Apfel von seinem Kostüm zu stibitzen versuchen – dies soll Glück bringen. Gemäss der Legende, wird eine Frau, welche einen solchen Apfel erhält, dem nächsten Vogel Gryff mit einem Kind beiwohnen.



Die typische Speise sind Suuri Läberli mit Rösti – die Läberli sind hier üblicherweise mit Ueli Bier zubereitet (- ich verwende Wein).
Hier auf der Speisekarte gibt es ausserdem noch Chäswaie und Ziebelewaie, alle diese Gerichte sind auch während der Basler Fasnacht sehr beliebt.


Ueli-Biergläser in einem Schaufenster

Leberli z‘ Morge – deftige Speise schon ab dem frühen Vormittag.
Als Darsteller der Vogel Gryff Figur braucht es auch jede Menge Durchhaltevermögen er muss bis zum späten Abend immerhin 53 Tänze in einem Kostüm, das über 40 Kilogramm wiegt absolvieren!


Suuri Leberle mit Rösti – Saure Leber mit Rösti ©markgraeflerin.wordpress.com

Rezept für Suuri Läberli mit Rösti



Rezept für Chäschüechli


Chäschüechli

Rezept für Ziebelewaie


Ziebelewaie


Mehr Bilder gibt es beim Markgräfler im Blog – dort sieht man auch noch die Fahrt auf dem Rhein und die roten Äpfel im Efeukranz, der um den Bauch des Wild Maa gebunden ist.

Essen & Trinken, Food, Fotografie, Natur & Garten, Reisen, Rezepte, Schweden, Sommer, Vegetarisch, Wandern

Der „7-Torpsleden“ – auf den Spuren der Waldfinnen, im Grenzgebiet zwischen Schweden und Norwegen – KVARNTORP


Ich habe euch schon lange nichts mehr von unserem Schweden Urlaub vom vergangenen Sommer erzählt… Wie doch die Zeit vergeht. Wenn die Tage noch kurz sind und es im Garten noch trist und leer ist, kann man schonmal ein wenig in Urlaubserinnerungen schwelgen, oder nicht?
Hier ist also die Fortsetzung…

An unserem siebten Tag in Schweden beschlossen wir, eine Wanderung auf dem „7-Torpsleden“ zu unternehmen.
An diesem Tag war es morgens mit 14 °C noch recht kühl und deshalb hatten wir erst gemütlich gefrühstückt und in dem Hüttentagebuch gestöbert, in dem die Gäste über ihre Ausflüge und Erlebnisse berichten und so auch über den „7-Torpsleden“.

Bei unserem ersten Besuch in Schweden hatten wir schon einiges über die Waldfinnen erfahren, die sich ab dem 16. Jahrhundert in der Gegend angesiedelt hatten und wir haben damals auch schon zwei der ehemaligen Finnenhöfe besucht, aber für die ca. 10 km lange Wanderung entlang der 7 Finnenhöfe, von denen 2 in norwegischem Gebiet liegen, hatten wir nicht genügend Zeit.
Also haben wir unsere Rucksäcke mit einem Vesper, Wasser und einer dünnen Regenjacke bepackt und sind mit dem Auto über Schotterpisten zum nächstgelegenen Finnenhof gefahren, den wir vor 11 Jahren bereits gesehen hatten.


typische skandinavische Schotterpiste, die auf der Karte als befestigte Landstraße ausgewiesen ist

Zuerst haben wir also einen Abstecher zum  Finnenhof KVARNTORP gemacht, der nicht direkt am 7 Torpsleden liegt, aber auf dem Weg dorthin mit dem Auto gut zu erreichen ist.
Man kann vor dem Hof auf einem kleinen Platz parken und muss nur wenige Schritte zu Fuß gehen.


7 Torpsleden 7 KVANTORP_


KVNARNTORP


7 Torpsleden 5


Das westliche Värmland wurde schon früh von Finnen besiedelt. Hier sollen Finnenhöfe und -katen schon ab etwa 1610 gebaut worden sein.
Kvarntorp (Myllyla) stammt etwa aus dem 17. Jahrhundert.



Hier konnte man ohne Konkurrenz durch andere Wirtschaftszeige die traditionelle Schwendewirtschaft betreiben und mit Hilfe des Feuers wurden durch Brandrodung Ackerflächen, Wiesen und Weideland gewonnen.
Der Schwenderoggen, der in die noch warme Asche gesät wurde, ergab reiche Ernten. Aber bald schuf man auch dauerhaft bebaute Ackerflächen in der Nähe der Höfe.


7 Torpsleden 4


Im Mittelpunkt des Finnenhofes liegt die Rauchkate aus 1774, ein spezieller Wohnhaustyp, den die Finnen aus ihrer Heimat mitgebracht hatten.
In der Rauchkate liegt der Rauchofen, ein großer Ofen ohne Rauchfang. Die Finesse dabei ist, dass der warme Rauch vom Ofen sich in der Kate verbreitet und dann nach und nach durch eine Lüftungsklappe im Katendach abzieht. Auf diese Weise wird die Wärme der Rauchgase besser ausgenutzt.



Die moderne Forstwirtschaft hat eine Veränderung des Landschaftscharakters eingeleitet und dazu geführt, dass die Spuren der Vergangenheit nach und nach ausgelöscht werden.
Das Waldgebiet rund um den Finnenhof weist Beispiele für verschiedene Arten der Waldwirtschaft auf.


7 Torpsleden 8 KVANTORP_


Zuerst haben wir uns das Hauptgebäude des Hofs von innen angesehen.
Hier werden verschiedene typisch Schwedische und Värmländische Spezialitäten angeboten. Neben Köttbullar gibt es auch Waffeln aus geröstetem Hafermehl und die tradtionelle Speise der Waldfinnen aus geröstetem Hafermehl – Motti & Fläsk.
Da noch nicht Mittagszeit war, und wir aber trotzdem eine Kleinigkeit probieren wollten, haben wir uns für Waffeln mit Marmelade und Sahne mit Kaffee – als zweites Frühstück – entschieden.

Ein Vesper hätten wir also nicht gebraucht, denn ein Teil der Finnenhöfe wird im Sommer bewirtschaftet und man bekommt dort traditionelle Speisen oder zumindest Kaffee und Kuchen.


Die Wohnstube


7 Torpsleden 9 KVANTORP_


Die Rauchstube


Waffeln mit Marmelade und Sahne

Die Rauchstube dient heute als Gaststube.

Hier geht es zum

Rezept für Skrädmjölsvaffla (Waffeln mit geröstetem Hafermehl)


 


Die Nebengebäude


 


Das stille Örtchen



Und dann haben wir uns von KVARNTORP verabschiedet und sind zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gefahren.



Im folgenden Teil erzähle ich euch mehr über die Geschichte der Waldfinnen und nehme euch mit auf unsere Wanderung.
Fortsetzung folgt…


 

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Das war unser Weihnachtsfest 2018

Weihnachten_2018_002_Wasserzeichen


Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest.
Vor lauter Kochen, Feiern und Essen bin ich gar nicht dazu gekommen, euch meine Weihnachtswünsche zu übermitteln.
Deshalb kommt jetzt ein kurzer kulinarischer Rückblick unseres Weihnachtsfests in Bildern, die Rezepte folgen separat.


Heiligabend


Weihnachten 2018_ 1


Am Heiligabend sind wir unserem alljährlichen Menü am Abend wie immer treu geblieben – keine Expermimente mit Karpfen oder Wiener Würstchen!
Im Markgräflerland gibt es traditionell Schäufele mit Kartoffelsalat und Feldsalat.
Ein Dessert stand auch noch im Kühlschrank, aber nach Bescherung, Wein, Espresso, Schokolade und Plätzchen waren wir satt – rien ne va plus!


Der erste Weihnachtsfeiertag


Weihnachten 2018_ 2


Am ersten Weihnachtsfeiertag hatten wir einen Braten vom Stallhasen (Kaninchen) mit Erbsen-Möhren-Gemüse und breiten Bandnudeln.
Das Kaninchen wurde tags zuvor in eine Rotwein-Marinade eingelegt.
Als Vorspeise gab es gebratene Hasenleber mit Brot (ohne Foto).
Das Dessert am 1. Weihnachtsfeiertag bestand aus Maronen-Panna-Cotta mit Mandarine und Spekulatiusbröseln dekoriert.


Weihnachten 2018_ 3


Der zweite Weihnachtsfeiertag


Weihnachten 2018_ 4


Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten wir Besuch.
Als Vorspeise hatten Wir Feldsalat (ohne Foto). Dann gab es Schweinefilet in Trauben-Thymian-Sauce, als Beilage Kartoffelgratin, Blumenkohl und Brokkoli mit in Butter gerösteten Semmelbröseln.


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Zum Dessert gab es Zimteis-Gugelhüpfli mit warmen Sauerkirschen, Sahne und Spekulatius.


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Zum Abschluss Espresso.

Backen, Bücher, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Garten, Natur & Garten, Reisen, Schweden, Sommer, Vegetarisch

Mårbacka – Das Zuhause von Selma Lagerlöf

Mårbacka

An unserem fünften Tag in Schweden haben wir einen Ausflug nach Mårbacka, das 9 km südöstlich von Sunne liegt, gemacht.
Das Geburtshaus der Schriftstellerin Selma Lagerlöf, die 1909 für ihr großes Werk  den Nobelpreis für Literatur erhielt,  ist eines der meistbesuchten Ziele in Värmland.


….aus meinem Urlaubstagebuch

Selma Lagerlöf, eine der berühmtesten Schriftstellerinnen der Welt, wurde am 20. November 1858 auf Mårbacka geboren und ist dort aufgewachsen.
Schon als Kind entschied sich Selma Lagerlöf, Autorin zu werden.

Mehrere Jahre lang schrieb sie als Lehrerin in Landskrona Bücher, aber erst mit mehr als dreißig Jahren veröffentlichte sie 1891 ihr erstes Buch, den Roman „Gösta Berlings Saga“, der als Meisterwerk gefeiert wurde. Einige ihrer berühmtesten Werke sind: Die Geschichte von Gösta Berling, Nils Holgersson und Jerusalem.
Selma Lagerlöf erhielt 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. 1914 wurde sie als erste Frau zum Mitglied der Schwedischen Akademie gewählt. Und das alles geschah noch bevor man in Schweden weibliches Stimmrecht hatte.
Ihr nächster Erfolg war „Jerusalem“ (1902), das ihren Namen international bekannt machte. Im Auftrag des schwedischen Lehrerverbandes schrieb sie 1906-1907 das erste moderne Geographie-Lehrbuch seiner Art, „Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige“ (Die wunderbaren Abenteuer von Nils).

Mit dem Tantiemen ihrer Bücher konnte sie 1907 den Hof zurückkaufen, der nach dem Tod ihre Vaters veräußert wurde. 1921 -1923  ließ sie einen Neubau errichten und lebte bis zu ihrem Tod auf dem Hof, der heute noch im ursprünglichen Zustand ist.
Selma Lagerlöfs Name ist nicht nur mit einer brillanten Karriere als Schriftstellerin und der Mitgliedschaft in der Schwedischen Akademie sowie der Literaturakademie De Nio (Die Neun) verbunden, sondern auch mit einem starken Engagement für Frauenrechte, Frieden und lokale Politik. So war sie auch Mitglied des Bezirksausschusses, des Stadtrats und des Ausschusses für öffentliche Hilfe.
Sie war nicht nur Autorin, sondern auch Geschäftsfrau, die auf Mårbacka Landwirtschaft betrieb.
In ihrem Haus, dem Herrenhaus von Mårbacka, hatte sie die Möglichkeit, ihr Gespür für neues Denken als Unternehmerin zu mobilisieren, um das Gut erfolgreich zu leiten.
Bei ihren Angestellten war sie sehr beliebt und Selma Lagerlöf hatte für diese sogar eine Krankenkasse eingerichtet.

Selma Lagerlöf starb 1940 im Alter von 82 Jahren. Begraben liegt sie auf dem Friedhof von Östra-Ämtervik, 10 km südwestlich von Mårbacka .
In ihrem Testament hatte sie verordnet, dass Mårbacka als Erinnerungsstätte erhalten werden und für Besucher geöffnet sein soll.

Touristen sind herzlich eingeladen, verschiedene in der Geschichte von Gösta Berling erwähnte Orte wie den Rottneros Park (Ekeby), Sundsbergs Gard (Björne) Tossebergsklätten (Svartsjö) zu besuchen.



Bereits vor 11 Jahren, als wir das erste Mal nach Schweden gereist sind, haben wir Mårbacka besucht und uns das Wohnhaus bei einer Führung von innen angesehen.
Darauf haben wir diesmal verzichtet, es ist aber sehr sehenswert und auch unterhaltsam.
Im Haus darf man keine Fotos machen, ich hatte mir damals aber schon Postkarten mitgebracht, auf der die Inneneinrichtung zu sehen ist.


Die Schreibmaschine von Selma Lagerlöf, auf der viele ihrer Werke entstanden sind


Besonders die schöne Küche hat es mir angetan…



Natürlich sind wir auch diesmal wieder im Café eingekehrt, von wo ich damals das Rezept für den Mårbackakaka – ein Kuchen mit geröstetem Hafermehl – mitgebracht hatte.


Marbacka-Kuchen
Mårbackakaka – 2007

Und wir haben uns im Buchladen wieder ein Souvenir zum Lesen besorgt – bei unserem ersten Besuch war das „Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen” – diesmal reiste „Gösta Berlings Saga” mit uns zurück nach Deutschland.


Nils Holgersson


Vor unserem diesjährigen Ausflug nach Mårbacka hatte ich auch noch das Buch „Mårbacka“ gelesen, welches im Bücherregal unseres Feriendomizils seinen festen Platz hat.
In ihren späteren Jahren schrieb Selma Lagerlöf eine dreiteilige Autobiografie: Mårbacka, Aus meinen Kindertagen sowie Tagebuch der Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf, ihr letztes vollendetes Werk.
Die Autobiografie ist keine Schilderung des eigenen Lebens im herkömmlichen Sinne, sondern besteht aus Erzählungen aus ihrer Kindheit, die einem bestimmten Zweck dienen: die Hintergründe ihres schriftstellerischen Wirkens darzustellen.
Bei der Besichtigung von Mårbacka trifft man überall auf alte Bekannte und Orte aus Selma Lagerlöfs Büchern….



In einem Gehege neben dem Buchladen trifft man auf zwei Pfauen – Farao und Sara – „Paradiesvögel”.



Selma Lagerlöf hatte ein angeborenes Hüftleiden. Als sie dreieinhalb Jahre alt war, erwachte sie eines morgens und konnte nicht mehr gehen.
Die Ärzte waren ratlos und so beschloss ihr Vater eines Tages, die ganze Familie solle zur Kur nach Strömstad fahren. Dort ruderte man, um Selma eine Freude zu machen, zu dem vor der Küste liegenden Frachtschiff „Jakob“. In dessen Kapitänskajüte befand sich nämlich ein ausgestopfter Paradiesvogel.
Selma wurde von den Matrosen als erste an Bord gehoben. Und ehe die Familie ihr folgen konnte, war Selma verschwunden. Sie war dem Schiffsjungen in die Kajüte zum Paradiesvogel gefolgt – auf eigenen Beinen.
Die Eltern meinten, die Kur habe die Heilung bewirkt. Selma aber erinnerte sich, wie sie mit dem Schiffsjungen den Paradiesvogel betrachtet hatte.

Der Schiffsjunge zeigte ihr die langen glänzenden Federn. Dann bemerkte er: „Siehst du, man könnte meinen, er käme aus dem Paradies. Er hat gar keine Füße.“ Das passte sehr gut in die Vorstellung des Kindes vom Paradies, dass man dort nicht gehen müsse, sondern sich mit zwei Flügeln fortbewege. Das kleine Mädchen fragte sich, ob es der Paradiesvogel sei, der ihr geholfen habe.


Das Mårbacka Café

Ich habe mir auch ein kleines Buch mit Rezepten von Mårbacka mitgebracht, das es leider nur auf Schwedisch gab.
Davon werde ich sicherlich das eine oder andere ausprobieren, aber das dauert noch ein wenig, denn ich muss erst noch versuchen, es  irgendwie zu übersetzen.



Hier sind die Bilder von unserer Besichtigungstour auf Mårbacka:


Der Seerosenteich, gleich beim Eingang


Der Gemüse- und Obstgarten



Die schwarze Katze, die wir bei unserem ersten Besuch hier angetroffen haben, haben wir diesmal vermisst…


 


 


Das Herrenhaus



Der Flügel



Der Flügel wurde 1909-10 erbaut. Hier wurde Selma Lagerlöfs berühmtes „Mårbacka“ Haferkraft“ abgepackt, ein Mehl aus geröstetem Hafer, das im Värmland „Skrädmjöl“ genannt wird.
Dieses Mehl hat wertvolle Eigenschaften, die der Arzt Per Clarholm, Oberarzt in Karlstadts Krankenhaus, auf der Verpackung bestätigte:
„Skrädmjöl ist gesund, stärkend, wohlschmeckend und durch seine Ergiebigkeit auch preisgünstig.”
Die Produktion  begann Anfang 1920 und „Mårbacka“ Haferkraft“ wurde u.a. in einer großen Geschäftskette in Stockholm verkauft und nach Amerika exportiert.
Heute wird der Flügel als Dienstwohnung benutzt.

Das Hafermehl kann man heute noch in den lokalen Supermärkten und auch im Buchladen von Mårbacka kaufen. Es wird von der Stöpafors Mühle produziert – darüber werde ich in einem weiteren Beitrag berichten.
Im Café auf Mårbacka kann man den Mårbackakaka (siehe oben) und Pfannkuchen, die mit Skrädmjöl gebacken sind, probieren.



Wirtschaftsgebäude, Stallungen und Wohngebäude



In der Mårbacka-Scheune finden jeden Sommer Ausstellungen statt, die Selma Lagerlöfs Leben und Dichtungen wiederspiegeln. Auch für Kinder gibt es hier viel zu sehen und zu erleben.



Das ehemaliage Arbeiterwohnhaus


Das Mårbacka Café


 

Die Marbacka Geranie in blassrosa

Die blassrosafarbene Mårbacka Geranie hatte ich bereits im Rottneros-Park entdeckt. Eine besondere Farbe, die ich bisher noch nie gesehen hatte.



Wir hatten uns zum Kaffee für Pfannkuchen aus Skrädmjöl entschieden. Dazu Sylt = Marmelade nach Wahl und Schlagsahne.



Das Rezept für die Pfannkuchen folgt demnächst hier im Blog.