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Burgund Souvenirs und die Moutarderie Fallot in Beaune


Moutarde de Dijon


Kurz bevor es wieder nach Hause ging, haben wir noch kurz die Moutarderie Fallot besucht und im Shop „Moutarde de Dijon” eingekauft.
Moment mal, wir sind doch in Beaune und nicht in Dijon?
Das ist richtig, aber bei Moutarde de Dijon handelt es sich nicht um eine geschützte Herkunftsbezeichnung, sondern um die Herstellungsmethode, die in der Gegend um Dijon erfunden wurde.

Zudem ist die Senfmühle Fallot in Beaune noch die einzige in der Gegend von Dijon, die noch unabhängig ist und nicht von einem großen Konzern aufgekauft wurde.
Der bekannte Maille Senf, der früher noch direkt in Dijon hergestellt wurde, gehört zum Beispiel seit dem Jahr 2000 zum Unilever Konzern, der weltweit agiert.
2010 wurde die Fabrik in Dijon geschlossen und die Produktion verlagert.



Aber was ist so besonders an diesem Senf?



Dijon-Senf besteht heute ausschließlich aus den Samenkörnern des Braunen Senfs oder des Schwarzen Senfs, die nicht entölt werden, was den Senf zum Kochen besonders geeignet macht.
Statt mit Essig wird der originale Dijon-Senf mit Verjus (Saft aus unreifen Trauben) hergestellt. Der klassische helle Dijon-Senf besteht aus geschälten Körnern und ist scharf.
In der französischen Küche wird er vor allem für Saucen und Dressings verwendet. Dort ist er das Gegenstück zum dunkleren und milderen Bordeaux-Senf.
Es gibt mittlerweile viele, auch grobkörnige Varianten des Dijon-Senfs. Häufig ist die Kombination mit Estragon.



Die besondere Qualität des Dijon-Senfs, der angeblich auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, wurde einst auf den Burgunderwein der Region zurückgeführt. Nach Darstellung von Symphorien Champier (1471–1539) wurde der Dijon-Senf einst in Pastillenform gehandelt und vor der Verwendung mit frischem Weinessig aufgeweicht und angerührt.

Ein Rechtsstreit zwischen Senfherstellern aus Paris und Dijon im Jahr 1937 hatte den richterlichen Beschluss zur Folge, dass die Bezeichnung Moutarde de Dijon keine geschützte Herkunftsbezeichnung ist.



Die traditionelle Herstellungsmethode
Die in der Senfmühle Fallot praktizierte traditionelle Senfherstellung erfolgt durch kalte Nassvermahlung der hitzeempfindlichen Saat der Senfpflanze mit Mühlsteinen.
Verarbeitet werden hauptsächlich braune Senfsamen und – ausschließlich für die sogenannten aromatischen Sorten – weitere auserlesene Gewürze und aromatische Naturprodukte wie beispielsweise Aceto balsamico aus Modena, grüner Pfeffer aus Madagaskar, die in Dijon erzeugte Crème de Cassis oder Honig.

Die Produktion gliedert sich in verschiedene Arbeitsschritte:

Die Senfsaat wird zunächst durch Sieben und Rütteln von Gräsern, Parasiten oder sonstigen Fremdkörpern befreit und gewaschen. Dann zerkleinert man sie in einem ersten Schrotdurchgang zu grobem Senfmehl.
Das Einmaischen erfolgt durch die Dosierung, Vermischung und Verrührung von Senfsamen, Essig (beziehungsweise Traubenmost und Weißwein), Kochsalz und Wasser nach einem geheim gehaltenen Familienrezept. Für die aromatischen Sorten werden weitere Zutaten beigegeben. Die so gewonnene feuchte Masse, auch Maische genannt, ruht anschließend zur Fermentation in einem Bottich. Das Maischen fördert die Ablösung der Schale von der Frucht und die Entwicklung des typischen Buketts.
Durch den traditionellen Mahlvorgang, bei dem die Maische in kaltem und feuchtem Zustand zwischen zwei schweren Mühlsteinen zu einer mehr oder weniger glatten kompakten Paste verarbeitet wird, bleiben die Eigenschaften der hitzeempfindlichen ätherischen Öle und damit die aromatischen Qualitäten und die Schärfe des Senfs erhalten.
Würde die Temperatur von 50 °C überstiegen, gingen die ätherischen Öle verloren.
Für herkömmliche Senfsorten wird die goldgelbe Paste erneut gesiebt, um die Fruchthülsen zu entfernen. Für grobkörnige Produkte wie der typisch französische „moutarde à l’ancienne“ entfällt dieser Arbeitsschritt.
Die darauffolgende Einlagerung in Fässern lässt den Senf reifen. Dabei verliert er durch eine chemische Reaktion seine natürliche Bitterkeit und setzt sein scharfes Aroma frei.
Zum Abschluss wird die Einfüllung, bevorzugt in Steintöpfe oder in Gläser, vorgenommen. Die Tube ist bei Traditions-Herstellern verpönt.



Leider hatten wir keine Zeit mehr, um uns das Museum der Moutarderie mit Einblick in die Produktion anzusehen, aber wenn wir wieder mal nach Beaune fahren, steht das auf unser To See Liste ganz oben.



Weitere Mitbringsel aus dem Burgund



Außer verschiedenen Senfsorten haben wir noch mit Cassis (schwarze Johannisbeeren) Konfitüre gefüllte Nonnettes (Lebkuchen) und Pain d’Épices mit Ingwer (Lebkuchen-Laib).
Creme de Cassis haben wir diesmal nicht eingekauft, davon ist noch eine Flasche da – die hatte ich aus meinem Genuß-Wanderurlaub im vergangenen September mitgebracht.


Kir de Bourgogne

 

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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (13) – Semur en Auxois

Semur-en-Auxois

Und schon bin ich beim letzten Tag meiner Burgund-Reise mit AVANTI angelangt.
Am Morgen wurde erst noch einmal ausgiebig im Hotel Les Marechaux in Auxerre gefrühstückt.


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Frühstücksraum im Hotel les Marechaux in Auxerre

Das Frühstück ist reichhaltig mit einer großen Auswahl an regionalen, qualitativ hochwertigen Produkten. So stammt z. B. die Marmelade aus der Umgebung und wird noch traditionell im Kupferkessel zubereitet – ich habe mir an der Rezeption ein Glas von der Cassis-Marmelade (!!! kein Gelee, sondern mit ganzen Früchten drin – sehr lecker!!!) als Souvenir gekauft und bereue es schon, dass ich nicht noch andere Sorten mitgenommen habe.

Auch der köstliche Époisses Käse, Bauerhnof-Joghurt im Gläschen, Wurstwaren und natürlich der Jambon Persillé de Bourgogne dürfen hier auf dem Frühstücksbuffet nicht fehlen.
Das Baguette und die Mini-Viennoiserie in Form von kleinen Pains au Chocolat, Croissants und Pains au Raisins sind noch handwerklich gebacken.
Und – der Kaffee wird noch frisch aufgebrüht und im Kännchen serviert – es gibt keinen der Kaffeeautomaten mit ungenießbarem Pulverkaffee, wie man sie inzwischen leider in vielen Hotels antrifft…


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Jambon Persillé

Die Hotelier-Vorgängerin hatte das Haus im britischen Stil eingerichtet. Seit kurzem gibt es einen neuen Besitzer, der dabei ist, das Hotel etwas weniger „plüschig” zu gestalten….


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Erstes Ziel auf unserem Heimweg war dann der malerisch gelegenen Ort Semur-en-Auxois (ca. 5.000 Einwohner), der Hauptort des fruchtbaren Landstrichs Auxois, wo man Ackerbau und Viehzucht betreibt.
Hier grasen unter anderem auch die für ihr saftiges Fleisch bekannten Charolais-Rinder, welches unter anderem im bekannten Gericht der Boeuf Bourguignon verarbeitet wird.
Leider bot sich keine Gelegenheit ein entsprechendes Foto zu machen – eigentlich nur aus der Ferne, vom Bus aus….


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Besonders wenn man von Westen oder Norden kommt, bieten sich schöne Blicke auf den Ort. Auch auf der abschüssigen Strecke vor der Brücke über den Armançon (Pont Joly) hat man eine reizvolle Aussicht auf das Städtchen und seine Befestigung.
Die hellen Häuser und viele kleine Terrassengärten bedecken den steilen Felsen aus rosafarbenem Granit, an dessen Fuß der Armançon seine Schleifen zieht.
Ein mächtiger Bergfried und der schlanke Kirchturm von Notre-Dame beherrschen das Ortsbild.


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Die Zitadelle
Als man im 14. Jahrhundert das bereits bestehende Kastell mit einer Mauer und 18 Türmen sicherte, wurde Semur zur stärksten Festung des Herzotums Burgund.
Damals bestand der Ort aus drei jeweils durch eine eigene Ringmauer geschützen Vierteln.
Das mittlere Viertel um den Bergfried nahm die ganze Breite des an der Nord- und Südseite steil abfallenden Felsens ein und galt daher als uneinnehmbar.
Vier mächtige Rundtürme sicherten die Ecken (Tour de l’Orle d’Or, Tour de la Gehenne, Tour de la Pirson und Tour Margot).
Das bei der Burg gelegene Viertel im Westen war der höchste Ortsteil. Am dichtesten besiedelt war das Notre-Dame-Viertel im Osten und dies ist auch heute noch so, obwohl sich Semur seitdem auch auf das linke Flußufer ausgedehnt hat.


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Notre-Dame


Die Kirche erhebt sich auf dem von alten Häusern umgebenen Place Notre-Dame.
Sie wurde im 11. Jahrhundert gestiftet, im 13. und 14. Jahrhundert wiederaufgebaut und im 15. un 16. Jahrundert mehrmals umgestaltet und vergößert (Kapellen der Seitenschiffe).
Mitte des 19. Jahrhunderts restaurierte sie Viollet-le-Duc.



Vor die von Vierecktürmen eingerahmte Fassade aus dem 14. Jahrhundert wurde im 15. Jahrhundert eine hohe, offene Vorhalle gesetzt.
Hier hat es ziemlich viele Tauben – und alles ist voller Taubendreck. Deshalb sind wir nicht lange stehengeblieben um uns die Bogenreliefs anzusehen….
Abgesehen von den kleinen Flachreliefs in der Türlaibung wurde das dreitorige Kirchenportal in der Französischen Revolution sowiso seines Skulpturenschmucks beraubt.


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Innenraum

Die großartige Höhenwirkung des von schlanken Wandsäulen getragenen Gewölbes wird durch die geringe Breite des Mittelschiffs (13. und 14. Jahrhundert) noch verstärkt.
Ich habe nur einen Schnelldurchgang gemacht, weil ich noch durch den Ort spazieren wollte.


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Und wer wollte, konnte sich noch mit Souvenirs eindecken….


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Und dann ging es weiter ins den pittoresken Ort „Flavigny”, wo die bekannten Anis de Flavigny hergestellt werden und außerdem wurde dort der Film Chocolat mit Juliette Binoche und Johnny Depp gedreht. Etwas zum Mittagessen sollte es auch noch geben – lasst euch überraschen, was ich dort noch entdeckt habe.


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Fortsetzung folgt…

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Fête des Jonquilles – Gerardmer

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Das Narzissenfest im Frühjahr ist ein absolutes Highlight, das man unbedingt einmal gesehen und erlebt haben sollte. Nur alle zwei Jahre blühen so viele Narzissen in Gerardmer und auf den umliegenden Wildblumenwiesen der Vogesen, dass es für das Fest des Frühlings ausreicht. Dieses Jahr war es wieder soweit.

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Vor etwa 20 Jahren waren wir schon einmal am Vortag des Umzugs in Gerardmer, wo wir dabei zusehen konnten, wie die Wagen festlich geschmückt und für den großen Umzug am Sonntag vorbereitet wurden. Die Gebilde bestehen aus Hasendraht und anderen Naturmaterialien, die es in der Gegend gibt. (Blätter, Moos etc.). Es wird immer eine Narzisse in ein Loch des Hasendrahts gesteckt. Deshalb wissen die Wagenbauer – die sich immer ein anderes Motto ausdenken- meist genau, wieviele Narzissen für solch ein Gebilde verarbeitet wurden.

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Diesmal haben wir uns in den Bus eines örtlichen Bus- und Reiseunternehmers gesetzt und uns gemütlich hinkutschieren lassen. Und wir hatten natürlich solch ein Glück mit dem Wetter….
Allerdings war das für die Narzissen nicht so toll, weil sie dann schneller welken.

Der Umzug ist eine bunte Mischung aus Tradition, mit Blaskapellen, Trachtengruppen, Fastnachtsvereinen, schräger Musik und Majorette Mädchen, die die ganze Wegstrecke abmarschieren, Rummel mit Jahrmarkt und Vergnügungsmeile, kulinarische Erlebnisse, aber auch erschreckend viele Döner-und American Burger and Fries-Stände, die sind leider auch schon in den Vogesen angekkommen – von wegen Elsaß-Romantik…..
Aber ich will hier nicht zu viel erzählen  – seht selbst, hier sind die schönsten Bilder der Markgräflerin.

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Hier geht’s zu den Fotos vom Markgräfler

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Hier wird noch Hand angelegt….

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Souvenirs:

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Das Kulinarische:

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Den traditionellen Kougelhopf gibt es noch – und er ist soooo köstlich. Wir haben natürlich den Wein zum Fest ausprobiert und ein Stück vom Kougelhopf dazu  gegessen:

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Gerardmer Macarons

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Mein Favorit – Le Potager, der Gärtner:

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Piranhas im See von Gerardmer?

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