Posts Tagged ‘Reisen’

EATALY Smeraldo – Milano

2. Juni 2017


An unserem letzten Tag in Mailand, dem 1. Mai war es zunächst nur bewölkt, aber bald, nachdem wir uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht hatten, hatte es angefangen in Strömen zu regnen.
Der EATALY Supermarkt in der Nähe der Porta Garibaldi/Porta Nuova hatte geöffnet und so haben wir uns dort ein wenig umgesehen und ein paar köstliche Mitbringsel für uns und die Daheimgebliebenen besorgt.



Bei EATALY werden qualitativ hochwertige,  italienische Lebensmittel angeboten und man bekommt natürlich auch die Spezialitäten aus der Region.
Eataly ist weltweit einer der größten Vertreiber von italienischen Konsumgütern.
Eataly kooperiert mit Slow Food.

In Mailand gibt es auch eine kleine Gärtnerabteilung mit Saatgut, mehrere Restaurants, Backwaren, eine Paninoteca und auch eine große Auswahl an Kochbüchern und Küchenzubehör.

Die Markgräflerin hat sich natürlich wieder ein Souvenir in Form eines Kochbuchs (Mailand/Lombardei) mitgebracht und ein Holzklötzchen mit Rillen, mit dem man Gnocci in die richtige Form bringen kann.

Das Buch erfüllt gleich mehrere Zwecke – es sind alle typischen Rezepte aus Mailand und der Lombardei einhalten – zum Beispiel verschiedene Risotti, Ossobuco, Co(s)toletta, Kürbisgnocchi – mit ansprechenden Food Fotos, ausserdem gibt es stimmungsvolle Fotos aus Mailand zu verschiedenen Jahreszeiten und man kann auch noch Sprachen damit lernen.
Weil es nämlich keine Bücher in Deutsch gab, habe ich mir die Version Italienisch mit  „Untertiteln” gekauft.
Links auf der Seite steht immer der italienische Originaltext, auf der rechten Seite die Übersetzung auf Englisch.
Ein wunderschönes Buch, das man gerne öfters zur Hand nimmt, um darin zu stöbern und etwas daraus nachzukochen.



Hier sind ein paar Bilder von unserem Besuch bei EATALY:



Es war Mittagszeit  – und natürlich bekommt man beim Durchschlendern mächtigen Appetit auf all die Köstlichkeiten.
Da wir nicht mehr so viel Zeit übrig hatten, haben wir uns nicht an einer der Schlangen der Restaurants angestellt, sondern haben uns jeder ein Panino bestellt.
Ich hatte ein Panino mit gegrilltem Gemüse und Käse, der Markgräfler eine Vollkorn-Piadine mit Frittata (Omelett) – beides unterm im Grill warm gemacht.

Danach gab’s an der Caffè-Bar noch einen Espresso und was Süßes zum Dessert.


Pizza!

Panini, Piadine, Tramezzini & Co.


Für zu Hause haben wir einen Panettone mitgenommen, außerdem eine gute Mailänder Salami, Tartufi, Catalogna Samen, eine Stofftasche mit EATALY-Aufdruck, Basilikum-Pesto (nur mit den Zutaten, die da reingehören), Safran Ravioli mit Ossobuco und Gremolata Füllung…



Und dann mussten wir schon wieder zurück in Richtung Hotel – aber nicht, ohne vorher in einer Bar um die Ecke unseren letzten Apéro in Mailand zu genießen.



In den meisten Bars ist es übrigens so, dass man zuerst an der Kasse bezahlt und mit dem Kassenbon zum Tresen geht.
Übrigens haben wir an der Bar nicht schlecht gestaunt, als der Barmann eine 3 Liter Apérol Flasche hervorgeholt hat – gibt es übrigens auch mit Campari.
Na denn – Prost!
Selbst wenn man seinen Apéro im Stehen an der Bar trinkt – was übrigens meist auch preisgünstiger ist, als wenn man sich hinsetzt und dort bedient wird – bekommt man üppige Snacks dazu.


 

Feierabend Apéro Cocktail: Campari Spritz – Das Originalrezept aus der Camparino Bar Milano

26. Mai 2017


So, heute gibt es als Feierabend-Cocktail mal ein Rezept aus der Camparino Bar in Mailand!

Statt Apérol Spritz gibt es Campari Spritz!

Der ist nicht so süß wie Apérol Spritz, hat aber etwas mehr Alkoholgehalt. Also vorsichtig genießen – und vergesst auf keinen Fall die wichtigen „Beilagen” wie Oliven, Blätterteighäppchen und Kartoffelchips!!!



Campari Spritz

Ingredienti
3,75 cl. Campari
6 cl. Prosecco D.O.C. Cinzano
1 Splash di soda

Istruzioni
Preparatelo direttamente nel calice da vino con ghiaccio versando in sequenza:

Prosecco D.O.C. Cinzano
uno splash di soda
completate versando Campari
Guarnite con spicchio d’arancia


Campari Spritz


Zutaten
• 3,75 cl. Campari
• 6 cl. Prosecco D.O.C. Cinzano
• 1 Spritzer Sodawasser
• 1 Orangenscheibe

Zubereitung
Die Zutaten in folgender Reihenfolge direkt in ein Weinglas mit Eiswürfeln gießen:

  1. Prosecco D.O.C. Cinzano
  2. ein Spritzer Soda
  3. Campari
  4. mit einer Orangenscheibe garnieren.

Cocktail_Campari_Spritz_022


Campari Spritz


Ingredients
• 3.75 cl. Campari
• 6 cl. Prosecco D.O.C. Cinzano
• 1 splash of soda water
• 1 orange slice

Preparation
Pour the ingredients directly into a wine glass with ice cubes in the following order:

  1. Prosecco D.O.C. Cinzano
  2. A splash of soda
  3. Campari
  4. Garnish with an orange slice

Campari_Spritz_021

Mailand am Abend – Apéro und Bummel in Hinterhöfen an den Navigli

25. Mai 2017


Gegen Abend sind wir dann nochmal mit der Metropolitana zu den Navigli, den mittelalterlichen Wasserstraßen gefahren – diesmal nur mit leichtem Gepäck, den Rucksack mit schwerem Fotoapparat hatten wir im Hotel gelassen und nur die kleine, kompakte Kamera mitgenommen.
An den Ständen des Sonntagsflohmarkts wurde langsam zusammengepackt, aber in den kleinen schnuckeligen Hinterhöfen konnte man noch bei den Künstlern und in den kleinen Läden ein wenig bummeln.
Wir haben uns zuerst in einer Bar mit einem reichhaltigen Panino gestärkt und noch einen Espresso getrunken und haben uns noch ein wenig umgesehen, bevor wir in einer Bar zum Apéro eingekehrt sind.




Als die Kelten beschlossen, sich hier anzusiedeln, erstreckten sich in der Poebene weite Sumpfgebiete, in denen sich mehrere Handelswege kreuzten.
Bald stellte sich heraus, dass diese sehr lohnenswert waren und man mit dem Handel ein gutes Auskommen hatte.
Man begann deshalb darüber nachzudenken, wie man den Handel noch effizienter gestalten könnte und kam zu dem Schluss, das Gebiet trockenzulegen und mit einem Netz von Kanälen zu durchziehen.
Im 12. Jahrhundert wurde ein ausgetüfteltes System von Wasserstraßen geschaffen, die Mailand mit den Flüssen Ticino, Adda und Po und somit mit der Adria und den oberitalienischen Seen verbanden.
Sämtliche Waren konnten nun über den leichteren Wasserweg transportiert werden – auch die unzähligen Tonnen Marmor, die für den Bau des Mailänder Doms benötigt wurden, erreichten Mailand über die Navigli. Gleich neben der Baustellle befand sich eine Mole, an der die Schiffe anlegen konnte.
Der Handel boomte und auch Leonardo da Vinci wollte seinen Beitrag dazu leisten – er beschäftigte sich nämlich damit, das Schleusensystem zu verbessern, damit noch mehr Schiffe die Kanäle passieren konnten.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben Eisenbahnen und Straßen die Rolle der Kanäle als Transportwege übernommen.
Als die Navigli immer mehr zu Kloaken verkamen, schüttete man die meisten in den 1920er Jahren kurzerhand zu.
Als Mussolini dann große corsi brauchte, verschwanden die letzten Wasserstraßen unter den Paradestraßen des Stadtrings.


Darsena Hafenbecken – ein beliebter Treffpunkt am Abend


Übrig geblieben ist das Hafenbecken (Darsena), welches ab 1603 unter der spanischen Herrschaft angelegt wurde. Das sichelförmige Hafenbecken markiert den Endpunkt der beiden übriggebliebenen Kanäle Naviglio Grande und Naviglio Pavese.


Verwunschene Hinterhöfe, in denen man so manche Entdeckung machen kann



Das alte Waschhaus



Ein verwittertes Waschhaus erinnert an die alten Zeiten des Navigli-Viertels:
Holzbalken halten ein krummes Ziegeldach und es ist gar nicht so lange her, da knieten hier noch Hausfrauen, schrubbten Schlafanzüge und Blaumänner und spülten sie mit Wasser, das sie aus dem Naviglio Grande abzweigten.


Apéro in der UGO BAR BISTRO



Die Markgräflerin hatte einen Apérol Spritz (hier mit Olive im Glas serviert) der Markgräfler einen Campari Soda.
Und wieder gab es eine reichhaltige Platte mit Häppchen – Brot mit Olivenpaste, geröstetes Brot mit Olivenöl, Oliven, Karottensticks, Brot mit rohem Schinken, Mortadella, Taralli (Knabbergebäck) Spießchen mit Tomate und Mozzarella und natürlich die obligatorischen leicht gesalzenen Kartoffelchips.
Nach dem Panino am späten Nachmittag und diesen Apéro Happen waren wir eigentlich satt und kurzerhand haben wir den ursprünglichen Plan, noch Essen zu gehen,verworfen.



Unterwegs gesehen…



Mit der Tram sind wir dann bis zum Domplatz gefahren und haben uns im Edel-Kaufhaus La Rinascente, das am Sonntagabend noch geöffnet hatte ein wenig umgesehen.



Süßes im Kaufhaus La Rinascente



Dann ging’s zurück in Richtung Hotel…



Unterwegs haben wir uns dann noch ein Eis bei GROM – derzeit die angesagteste Gelateria in Italien – gegönnt. Denn ein Trip nach Italien ist kein richtiges Erlebnis ohne Eiscreme!!!
GROM wirbt mit dem Slogan „Il gelato come una volta” – Ein Eis wie früher.
Nur mit natürlichen, qualitativ hochwertigen Zutaten und ganz ohne Zusatzstoffe!
Sowas hat natürlich seinen Preis – 2,60 € für die kleine Portion = eine große Kugel im Becher. Aber es lohnt sich wirklich.



Fortsetzung folgt…

Milano Porta Nuova – Moderne Architektur mit Begrünung

25. Mai 2017

Milano 2_51


Schon von weitem hatte uns die moderne Architektur am ersten Tag in Mailand fasziniert.
Und so haben wir am zweiten Tag nach Besichtigung der ältesten Bauwerke der Stadt noch einen Abstecher ins Viertel Porta Nuova gemacht um uns die begrünten Häuser aus der Nähe anzusehen.
Ganz in der Nähe des alten Viertels Isola ist in wenigen Jahren das Hochhausviertel Porta Nuova entstanden. Eine Modellstadt, die neben dem alten Wohnviertel futuristisch und ein wenig kalt und steril wirken würde – wären da nicht die begrünten Hochhäuser, die als Bosco Verticale (wörtlich übersetzt: Senkrechter Wald) bezeichnet werden.
Dabei sticht der Torre Unicredit mit seiner vollverglasten Fassade heraus.


Torre Unicredit


Torre Unicredit


Der imposante und doch elegante, vom argentinischen Architekten César Pelli entworfene Hochhauskomplex aus Glas und Stahl besteht aus drei unterschiedlich großen Türmen, die seit 2012 die Piazza Gae Aulenti „umarmen”. Von den Mailänder Corriere-della-Sera (Abendzeitung) Lesern wurde er zum schönsten Wokenkratzer der Stadt erkoren. Mit seiner von überall her sichtbaren, manchmal nachts in verschiedenen Farben leuchtenden Spitze ragt er 231 Meter in den Himmel über Mailand.


Hochhausturm mit begrünter Fassade – Bosco Verticale


Bosco Verticale


Die beiden 110 m und 80 m hohen Wohntürme des Architekten Stefano Boeri wurden 2014 in Frankfurt für die Pionierarbiet bei der Bepflanzung von Hochhäusern, die Nachhaltigkeit und die Innovation mit dem internationalen Hochhauspreis ausgezeichnet.
Auf den Balkonen wachsen 800 Bäume, 5.000 Büsche und Sträucher und weitere 14.000 Pflanzen – so viel urbane Biodiversität wie möglich war eines der Leitmotive.
Die Pflanzen schützen vor Lärm, dämmen gegen Wärme und Kälte und produzieren Sauerstoff.



Die zentrale, über Treppen und Rampen erreichbare, rund 6 Meter über Straßenniveau gelegene Piazza Gae Aulenti verbindet das Quartier Isola mit dem quirligen Corso Como.



Piazza Gae Aulenti



In den Gebäuden rund um die Piazza befinden sich kleine, ausgewählte Geschäfte und Cafés.
Im Untergeschoss gibt es einen großen Supermarkt mit einer großen Auswahl an frischen Lebensmitteln und weitere Cafés, Restaurants und Snackbars.
Darunter befindet sich ein Parkhaus und über eine Treppe gelangt man zur Metropolitana, Bus und Tram.
Ganz in der Nähe findet man auch den EATALY Supermarkt mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln – wir haben den dritten Tag unseres Aufenthalts in Mailand – einen Regentag- dafür genutzt,  uns dort ein wenig umzusehen, eine Kleinigkeit zu essen und Food Mitbringsel einzukaufen.
Davon demnächst hier im Blog….


Mailand – Tag 2: Antike Bauwerke, Navigli und Sonntagsflohmarkt mit Kunst, Kitsch und Trödel

21. Mai 2017

Santa Maria delle Grazie – Milano


Am unserem zweiten Tag in Mailand haben wir uns in Richtung der Kirche Santa Maria delle Grazie aufgemacht, wo man nach Voranmeldung das legendäre Wandbild von Leonardo da Vinci „Das letzte Abendmahl” (L’Ultima Cena oder Cenacolo) besichtigen kann.
Leider haben wir nicht rechtzeitig daran gedacht, vorher zu reservieren. Täglich wird nur einer begrenzte Anzahl Personen der Zutritt gewährt und man muss sich lange vorher einen Platz reservieren.
Dennoch haben wir einen kurzen Blick in die äußerst sehenswerte Kirche geworfen, die zu den schönsten Kirchen ganz Italiens gehört.



Anschließend haben wir uns noch die Basilica Sant‘ Ambrogio angesehen.
Der Heilige Ambrosius, nach dem die Kirche benannt ist, ist der Schutzpatron Mailands.
Er wurde als Sohn eines römischen Verwaltungsbeamten um 340 in Trier geboren, kam nach Mailand und wurde 374 zum ersten Bischof der Stadt gewählt.
Ende des 4. Jahrhunderts ließ Ambrosius eine Säulenbasilika zu Ehren der Gebeine der Märtyrer Gervasius und Protasius bauen. Vom Ursprungsbau blieb nichts erhalten – 1157 stürzten Teile des Mittelschiffs ein, deren Wiederherstellung die lange Folge der Baumaßnahmen vorerst beendete.

Später wollte Ludovico il Moro die neuen Prinzipien der Renaissancebaukunst in der Kirche verwirklicht sehen und beauftragte Bramante mit der Errichtung des Konventsgebäudes, der Canonica und der beiden Kreuzgänge.
Ludovico Maria Sforza (1452 – 1508, seiner dunklen Haut- oder Haarfarbe wegen auch il Moro, „der Dunkle“ genannt, war von 1494 bis 1499 Herzog von Mailand und berühmt als Förderer Leonardo da Vincis und anderer Künstler. Er verlor das Herzogtum 1500 an die Franzosen und starb als deren Gefangener.

1630 beauftragte dann Federico Borromeo (1564 – 1631) den Baumeister Francesco Maria Richini mit einer barocken Umgestaltung.
Borromeo war ein Kardinal der römisch-katholischen Kirche und gehörte dem italienischen Adelsgeschlecht der Borromeo an.

Die ursprüngliche Form der Kirche war danach nicht mehr vorhanden.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, den romanischen Originalzustand des bedeutendsten Sakralbaus der lombardischen Romanik so gut wie möglich wiederherzustellen.



Von dort sind wir zur Kirche San Lorenzo an der Porta Ticinese weitergegangen.
Vor der Kirche befinden sich 16 mächtige Marmorsäulen – die Colonna di San Lorenzo. Auch sie gehören zu den ältesten Monumenten in Mailand.
Sie stammen aus der römischen Kaiserzeit, etwa dem 2. oder 3. Jahrhundert.
Wie der Bau, den diese Säulen einst stützten einmal ausgesehen hat, ist leider nicht überliefert.
Man vermutet auch, dass man die Säulen von einem anderen Ort hierher versetzt hat, um einer frühchristlichen Kirche ein Atrium zu verleihen.
Heute sind die Säulen ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen.




Die mittelalterliche Porta Ticinese




Sonntagsflohmarkt mit Kunst und Antiquitäten an den Navigli, den mittelalterlichen Wasserstraßen



Am letzten Sonntag im Monat findet an den Navigli immer ein großer Markt statt, wo man Trödel, Kunst und Antiquitäten kaufen kann.
Da wir etwas später nochmal hierherkommen wollten, um eine Kleinigkeit zu essen und einen Apéro zu genießen, sind wir mit der Metropolitana zurück in Richtung Hotel gefahren.
Unterwegs haben wir als Kontrastpunkt zu den alten Kirchen noch einen Stop im modernsten Viertel Mailands, Porta Nuova, eingelegt.
Aber davon mehr in meinem nächsten Beitrag.

Camparino in Galleria, Milano – und über den Dächern Mailands

7. Mai 2017


Die Markgräflerin und der Markgräfler haben das vergangene verlängerte Wochenende dazu genutzt, nach vielen Jahren wieder einmal ins etwa 5 Busstunden entfernte Mailand zu fahren.

Wir waren wieder mal mit einem roten AVANTI Bus unterwegs, der einen Teil der Reisenden in Mailand im Hotel abgesetzt hat, bevor für den Rest die Reise nach Turin weiterführte.
Am Samstag ging es früh am Morgen los und gegen 13 Uhr waren wir dann in Mailand.



Erstes Ziel war natürlich der Domplatz und die Galleria Vittorio Emanuele II, wo wir bei wunderbarem Wetter die Aussicht von den Dachterrassen auf die Stadt genießen konnten und wo man auch die Milano Card für 48 oder 72 Stunden bekommen kann. Mit dieser Karte kann man Busse, Trams und Metropolitana innerhalb des Stadtgebiets unbegrenzt nutzen und außerdem gibt es damit in vielen Museen und Sehenswürdigkeiten Ermäßigungen.



Galleria Vittorio Emanuele II.


Die Galleria Vittorio Emanuele II. wurde im Jahr 1877 erbaut und verbindet den Domplatz mit der Piazza della Scala. Man nennt sie mit ihren Luxusgeschäften und Restaurants auch den  „Salon Mailands”.
Das gläserne Dach der Galerie bildet ein Kreuz. Bei der Projektierung der Galerie entschied man, das Kreuz der Galleria mit vier großen Fußbodenmosaiken zu dekorieren. Außer dem Wappen der Savoyer sind die Symbole der vier bedeutendsten Städte Italiens zu sehen: das rote Kreuz auf weißem Grund Mailands, der Römische Wolf, der Schwan von Florenz und der Stier von Turin.


Der Stier von Turin


Auf dem Wappen der Stadt Turin ist ein Stier abgebildet. Angeblich bringt es Menschen Glück, wenn sie auf der Position zwischen den Beinen des Stiers eine Drehung im Uhrzeigersinn vollziehen. Das kann man auch ständig beobachten. Meistens ist ein kleiner Schwarm Touristen um das Wappen versammelt.


Bild oben: Europa


In der Mitte der Galerie kann man, wenn man den Blick nach oben schweifen lässt, 4 Bilder bestaunen, die jeweils einen Kontinent aus Sicht der Menschen im 19. Jahrhundert zeigt. Zu sehen sind Europa, Afrika, Amerika und Asien.



Die Dachterrassen der Galleria Vittorio Emanuele, von denen man ein herrliches Panorama über Mailand hat, gibt es erst seit 2015 – für uns also noch neu und sehr sehenswert.

Der Terrassen-Weg ist 250 Meter lang und es gibt Schautafeln, die die Geschichte der Galerie erzählen.

Öffnungszeiten: täglich von 09.00 Uhr bis 23.00 Uhr



Danach haben wir einen ausgedehnten Spaziergang bis zum Castello Sforzesco und Parco Sempione unternommen.



Vor dem Teatro alla Scala war leider eine Baustelle, deshalb habe ich nur Fotos von den Arkaden zur Scala und den Spielplan.


Piazza dei Mercanti




Giuseppe Garbaldi



Castello Sforzesco und Parco Sempione



Wir hatten Glück und konnten mit dem letzten Lift dieses Tages auf die Aussichtsplattform des Torre Branca fahren.



Torre Branca


Der Aussichtsturm Torre Branca befindet sich im Parco Sempione neben dem Designmuseum Triennale.
Der Turm wurde anlässlich der V. Triennale (dreijährige internationale Ausstellung für moderne dekorative und industrielle Kunst und moderne Architektur) in Mailand im Jahr 1933 in nur zweieinhalb Monaten  errichtet und hieß damals Torre Littoria.
Der Architekt Gio Ponti schuf mit dem Turm zu dieser Zeit ein Kunstwerk, bei dem „moderne Architektur und neue Technik zusammen finden“.
Die architektonische Herausforderung bestand darin, eine schlanke und transparente Konstruktion zu entwerfen.

1933 wurde der 108,60 Meter hohe Stahlturm des Architekten Gio Ponti eingeweiht. Im Jahr 1972 wurde der Turm geschlossen.
Nach kompletter Rekonstruktion unter der Leitung der Firma Branca (Hersteller des Bitter Fernet Branca) wurde der Turm im Jahr 2002 wiedereröffnet.

Man kann mit einem Aufzug auf 97 m Höhe herauffahren und hat von der runden Aussichtsplattform einen einmaligen Blick über Mailand, das Castello und die Domspitze mit der Madonnina, sowie über den Schlosspark und die Arena Civica.

Am Fuße der Torre Branca befindet sich das Designer-Cafè Just Cavallieine der Top-Locations für abendliche Treffen….
Wir sind dort nicht eingekehrt, sondern mit einer Tram zurück zum Domplatz gefahren, um den Tag mit einem Apéro in der berühmten Camparino Bar ausklingen zu lassen.
Wer dort seinen Apéro oder Cocktail günstiger genießen möchte, der tut das im Stehen, an der Bar.
Wir haben uns einen der kleinen, runden Tische vor der Bar hingesetzt und zu etwas höheren Preisen unseren Apéro genossen, um unsere müden Füße auszuruhen.


Negroni in der Camparino Bar


Beim Markgräfler gab es einen Negroni – Rezept siehe hier und die Markgräflerin hat sich einen Campari Spritz gegönnt – Rezept folgt.
Dazu gab es feine Pizza-Pane Häppchen, mit Thunfisch gefülltes Blätterteiggebäck und kleine Kalbskroketten, Oliven und die hier obligatorischen Kartoffelchips.
Hier in Mailand stellt die Firma San Carlo, die in ganz Italien bekannt ist, die besten Chips her!
Am letzten Tag haben wir gleich zwei große Tüten davon mit nach Hause genommen.
Zurück im Hotel waren wir wirklich zu müde, um nochmal loszuziehen und da es schon recht spät war, haben wir in der Hotelbar, in der es auch ein paar Kleinigkeiten gab, zu Abend gegessen.


Heidelberger Kurfürstenkugel – Kurfürsts Delight

22. April 2017


Mir ist gerade eingefallen, dass ich euch noch versprochen hatte, dieses köstliche Gebäck aus Heidelberg vorzustellen.



Entdeckt haben wir die Kurfürstenkugel in der Filiale der Konditorei Gundel am Universitätsplatz, wo wir unseren Stadtrundgang begonnen hatten.

Feines Mohrenkopfbiskuit, innen mit einem Kern aus Nougatcréme und außen von Marzipan und dunkler bzw. weißer Schokolade umhüllt.



Die Geschichte der Heidelberger Kurfürstenkugel


Das Heidelberger Schloss war bis zu seiner Zerstörung in den Pfälzer Erbfolgekriegen die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Einer dieser Kurfürsten war Friedrich V., der die englische Königstochter Elisabeth Stuart heiratete. Die Ehe mit ihr war eine Liebesheirat.

Die Zusammenkunft der beiden hatte eine dunkle und eine helle Seite. Die dunkle Seite fand ihren Niederschlag in dem ursprünglichen Widerstand der Königin gegen die Hochzeit der beiden. Der Grund hierfür lag darin, dass Friedrich „nur“ ein Kurfürst war und kein König.

Die helle Seite der beiden Verliebten war ihre unbelastete Zuneigung zueinander, losgelöst von allem Standesdünkel. Zudem nahmen beide aufgrund ihrer äußeren Erscheinung die Menschen für sich ein. So wurde Elisabeth Stuart aufgrund ihres Aussehens, das dem Schönheitsideal der Zeit entsprach, auch die „Perle Britanniens“ genannt.

Die beiden galten als Traumpaar ihrer Zeit. Für seine Frau scheute Friedrich V. keine Kosten und Mühen. Mit großem Aufwand wurden Festlichkeiten veranstaltet. Er ließ für sie sogar das bekannte „Elisabethentor am Stückgarten“ bauen. …

Viele Jahre später, als die Kurfürsten schon längst das Heidelberger Schloss verlassen hatten, das Schloss zu einer Ruine verfallen war und ausgeplündert wurde, begannen einige Interessierte ca. um 1820 herum für das Schloss zu kämpfen, um die blühende Vergangenheit wieder in Erinnerung zu rufen. So gab es insbesondere einen ungewöhnlichen Auftrag, um die Geschichte um Heidelberg und sein Schloss weiterleben zu lassen.

Bäckermeister Gundel, der am Fuße des Heidelberger Schlosses das Café Gundel, ein Mittelpunkt der Heidelberger Gesellschaft mit Bäckerei und Konditorei, führte, erhielt den Auftrag, in Erinnerung an dieses Liebespaar des Heidelberger Schlosses und seine schlechten und guten Zeiten mit seinen köstlichen Zutaten eine Spezialität zu kreieren. Diese sollte dann auf festlichen Anlässen als Symbol der Geschichte Heidelbergs serviert werden.

Auf jeden Fall musste seine über die Heidelberger Stadtgrenzen hinaus bekannte selbstgemachte Nougatcréme dabei sein, die die Heidelberger liebten. Aber wie sollte daraus eine Spezialität in Gedenken an das „Winterkönigspaar“ * werden? Es fehlte ihm noch eine großartige Idee. In drei Tagen war die erste dieser Festlichkeiten. Der Meister grübelte und grübelte, die Zeit wurde immer kürzer.

Nougatplätzchen? … nein, es ist doch nicht Weihnachten, Biskuitrolle? … langweilig, Marzipannougat? … nicht leicht und locker genug, Nougattorte? … nein, es ist ja keine Hochzeit, feine dunkle Schokolade? …
Da wurde er jäh in seinen Gedanken unterbrochen: „Großvater“, rief es von oben „bitte komme zu mir“. Seine Enkelin Barbara bat ihn, ihr noch die Geschichte vom Froschkönig vorzulesen, da sie nicht einschlafen konnte. So erzählte er ihr die Geschichte und langsam schlummerte die Kleine unter den beruhigenden Worten des Großvaters ein.

Die Geschichte des Froschkönigs ging ihm durch den Kopf und inspirierte ihn, seine Spezialität in Form einer Kugel aus seinem erlesenen Material zu schaffen. So war die Idee geboren. Die Idee der Verwandlung – aus etwas Einfachem etwas unerwartet Wunderbares zu schaffen.

Eine Kombination, die alle Sinne anregte: Feines Mohrenkopfbiskuit, innen mit einem Kern aus seiner legendären Nougatcréme und außen köstlich von Marzipan und Schokolade umhüllt. Der Name der Kugel war dann auch schnell gefunden. Sie sollte den Namen dessen tragen, für den sie bestimmt war, „Heidelberger Kurfürstenkugel“.

Urgroßvater Gundel fertigte zu Ehren der Frau des Kurfürsten nicht nur eine dunkle, sondern auch eine helle Kurfürstenkugel mit feiner weißer Schokolade überzogen in Erinnerung an Elisabeth Stewart, die „Perle Britanniens“, an. …

Wie sollte sie verpackt werden? Immer zwei zusammen, je eine dunkle und eine helle Kurfürstenkugel, die an das unzertrennbare und ungleiche Liebespaar erinnern soll.nIn Erinnerung an den Ursprung der Ideenfindung bat er später einen mit ihm befreundeten Maler, den Froschkönig mit der Kugel und einem „standesgemäßen“ Kurfürstenmantel zu malen, der die Verpackung schmücken sollte.

Auf diese Weise bot er fortan in seinem Café die Kurfürstenkugel für alle Heidelberger und Besucher der Stadt an. So gelang es ihm ein Symbol für Heidelberg zu kreieren, das Gundels Spezialitäten mit der Geschichte Heidelbergs und seinem Schloss vereinte. Sitzt man heute im Café Gundel zu Heidelberg, das jetzt von Christian Gundel in vierter Familiengeneration geführt wird, kann man gemütlich beim Verspeisen der Kurfürstenkugel auf das Schloss sehen und an die Geschichte denken, die es einmal schrieb.


The Heidelberg Kurfürstenkugel
Heidelberg Castle was the residence of the princes of the Electoral Palatinate until it was destroyed during the War of the Palatine Succession in the 17th century. One of those electoral princes was Frederick V, who married Elizabeth Stuart, the daughter of the King of England – it was a marriage based on true love.

Their time together as a loving couple had a dark side and a bright side. On the dark side, there was the Queen, who was originally opposed to the couple getting married due to the fact that Frederick was just an electoral prince and not a king.

On the bright side, there was the pure affection the two felt for each other, independent of any class conceit. In addition, they both appealed to their people because of their outward appearance. Elizabeth Stuart, for example, was also called the Pearl of Britannia as the way she looked matched the ideal beauty conception of those days.

They were the fairy-tale couple of their times. Frederick did not refrain from any cost or pain to please his wife. He organized costly festivities and even had the famous Elizabeth Gate built for her at Heidelberg Castle.

Many years later, when the electoral princes had long left Heidelberg Castle and it had become a ruin and was plundered, some people began to show interest in the castle in ca. 1820 and fought to recall its flourishing past. In particular, an exceptional task developed to ensure that the history of Heidelberg and its castle could live on.Master baker Gundel, who ran Café Gundel, a focal point for Heidelberg society with a bakery and cake shop, at the foot of Heidelberg Castle, was given the task to create a speciality using his delicious ingredients to remind us of this loving couple from Heidelberg Castle and its good and bad times. On festive occasions, this was then to be served as a symbol of Heidelberg’s history.

His famous homemade nougat cream, which was known far beyond Heidelberg’s city limits and which all the inhabitants of Heidelberg loved so much, had to be part of it. But how should he use it to create a specialty commemorating the Royal Winter Couple? He still had to think of a great idea. The first of such festivities was to be celebrated in three days. The master baker was thinking and thinking as time was running out.

Nougat biscuits? No, it was not Christmas. A sponge cake? Boring. Marzipan nougat? Not fluffy enough. Nougat gateaux? No, it was not a wedding. Fine dark chocolate? …

Suddenly, he was interrupted in his thoughts: “Grandfather” somebody called from upstairs, “could you come upstairs, please?” His granddaughter Barbara asked him to read to her the story of the Frog Prince because she could not sleep. So, he told her the story, and listening to the calming words of her grandfather, the little girl slowly fell asleep.The story of the Frog Prince was running through the master baker’s head and inspired him to create his specialty from his excellent chocolate and other ingredients in the shape of a ball. Thus, an idea was born. The idea of a metamorphosis, of creating something unexpectedly wonderful from something simple.

A combination touching all spirits: A fine sponge dough ball with a core-filling of his legendary nougat cream covered by delicious marzipan and chocolate. An appropriate name was easily found. It was supposed to carry the name of the one it was meant for, i.e. Heidelberg Kurfürstenkugel.

In honour of the electoral prince’s wife, master baker Gundel not only created a dark Kurfürstenkugel, but also a white one covered with fine white chocolate reminding us of Elizabeth Stuart as the Pearl of Britannia.

How was it supposed to be wrapped? Always two of them together: a dark and a white Kurfürstenkugel to commemorate the dissimilar, but inseparable loving couple.

To keep the memory of the idea’s origin alive, he later asked a befriended painter to paint the Frog Prince in an appropriate electoral prince’s robe to decorate the chocolate box with.

From then on he offered the Kurfürstenkugel to all Heidelberg inhabitants and visitors to the city. He managed to create a symbol for Heidelberg, uniting Gundel’s specialties with the history of Heidelberg and its castle. Sitting in Café Gundel in Heidelberg today, which is run by Christian Gundel in the fourth family generation, one can comfortably enjoy the Kurfürstenkugel while looking at the castle and thinking of the story of the loving couple.


Ein Wochenende in Heidelberg (2): Super Burger bei „Die Kuh die lacht”

8. April 2017


Am unserem zweiten Abend in Heidelberg hatten wir wieder kein besonderes Glück mit dem Wetter.
Regen, windig und kühl, aber immerhin mit Pausen dazwischen.
Es war Sonntag und unser Lehrgang in Leimen war schon etwas ehrer als am Vortag fertig. Also sind wir mit dem Bus in die Altstadt gefahren.
Zuerst haben wir uns noch ein wenig umgesehen, bevor es wieder angefangen hat, zu regnen.


Kornmarkt mit Blick auf das Schloss


Der Heidelberger Brückenaff‘



Dann haben wir uns zum Abendessen ins gut gefüllte Burgerrestaurant „Die Kuh die lacht” geflüchtet und haben glücklicherweise noch zwei der letzten Plätze in der Nähe der Küche bekommen.
Es ist ein Ableger des bekannten Restaurants in Frankfurt. Das Fleisch für die Burger kommt aus der Region, die Brötchen (wahlweise helles oder Vollkorn) werden von einem Bäcker vor Ort gebacken.
Auch die übrigen Zutaten sind frisch, saisonal und nach Möglichkeit von regionalen Erzeugern.
Auf der Karte gibt es zahlreiche Burger-Varianten – mal mit Avocado, Sprossen, Speck oder einen klassischen Cheeseburger und sogar vegetarische Burger.



Wer möchte, kann sich mit den verschiedenen Grundzutaten auch seinen individuellen Burger zusammenstellen.
Das Ketchup und die Pommes sind hausgemacht, ebenso die Hauslimonade.
Uns haben die  Burger super geschmeckt und auch die Burger, die von der Küche an uns vorbeigetragen wurden, sahen alle super aus!
Der Markgräfler hatte einen Gewürzburger, die Markgräflerin einen Avocadoburger (beide mit Rindfleisch) dazu Pommes und hausgemachtes Ketchup.



Und dann machten wir uns wieder auf den Rückweg. In der Jugendherberge gab es im Bistro dann noch ein Glas Wein zum Tatort im TV.
Fortsetzung folgt…


Ein Wochenende in Heidelberg (1): Vetters Brauhaus

3. April 2017


Es ist schon wieder 4 Wochen her, als es den Markgräfler und die Markgräflerin wieder mal in den nördlichsten Teil Badens verschlagen hat.
Anfang März haben wir sind wir wegen einer DLRG Fortbildung nach Leimen gefahren.
Leimen liegt nur wenige Kilometer von Heidelberg entfernt und so haben wir uns für das Wochenende in der dortigen Jugendherberge einquartiert und sind abends gemütlich mit dem Bus in die Altstadt gefahren.

In Heidelberg sollte man unbedingt in ein Brauhaus und das hiesige Bier probieren und außerdem ein Schnitzel mit Bratkartoffeln essen.
Also sind wir am ersten Abend ins Brauhaus Vetter in der Nähe der alten Brücke über den Neckar gegangen. Wir hatten Glück und konnten uns an einen großen Tisch dazusetzen.
Im Brauhaus geht es sehr gesellig zu – in etwa wie in unseren Markgräfler Straußwirtschaften, wo man den Platz nehmen muss, der gerade frei ist.



Das Vetter Bier



Der Markgräfler hatte ein Steak mit Spiegelei und Bratkartoffeln und ein dunkles Bier, die Markgräflerin das klassische Schnitzel mit Bratkartoffeln und ein helles Bier. Dazu gab es jeweils einen Beilagen-Salatteller.
Als Dessert haben wir uns dann noch ein Lebkuchenparfait mit Pflaumensauce gegönnt, das wir uns geteilt haben – die umsichtige Bedienung hat uns das Dessertbesteck in zweifacher Ausführung dazugelegt.



Leider war es an diesem Abend regnerisch und dazu noch windig und kühl, so dass wir auf einen ausgiebiegen abendlichen Alstadtspaziergang verzichtet haben und nur kurz an der alten Brücke über den Neckar stehengeblieben sind.


Blick von der Alten Brücke über den Neckar aufs Heidelberger Schloss


Fortsetzung folgt.

Vieux Lyon und die Bouchons

21. Dezember 2016

lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-1


Und nun kommen wir zum letzten Teil meines Lyon Reiseberichts.
Wir wollten zum Abschluss noch in einem typischen Bouchon zum Mittagessen gehen.
Die höchste Bouchon-Dichte findet man in Vieux Lyon, unterhalb des Fourvière Hügels.
Das Label „Bouchons Lyonnais” wurde von der Industrie- und Handelskammer Lyon in Zusammenarbeit mit den Restaurants „Bouchons Lyonnais“ kreiert – die Kasperpuppe „Gnafron”ziert das Logo des Zusammenschlusses der „Bouchons authentiques”.

Unter dem Label haben sich 23 Bouchons organisiert,  die für ein ursprüngliches, authentisches Erlebnis und Qualität garantieren.


Was ist ein Bouchon?


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-10


Wörtlich übersetzt heißt Bouchon Korken –  und früher hing dort, wo es Wein und Essen gab, ein Korken draußen vor der Tür und daher kommt wohl der Name dieser Restaurants.
Viele Wirte erzählen aber auch, dass der Name Bouchon eher von „bouchonner” (mit Stroh abreiben) kommt, weil die Pferde hier trockengerieben wurden, während die Kutscher speisten und tranken. Es gibt auch die Variante, dass Korken und Stroh über der Tür hingen oder auf einem Schild abgebildet waren, wenn man in einer Kneipe oder Herberge Wein trinken konnte.

Auf jeden Fall geht es in den Bouchons immer noch laut und lustig zu, ein wenig wie in einem Brauhaus. Und es wird natürlich nicht nur der in Lyon berühmte Beaujolais (Rotwein) ausgeschenkt, sondern auch Bier – welches aber meist aus Belgien stammt.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-12


Die Bouchons sind meist rustikal eingerichtet und an ihren rot-weiß karierten Tischdecken zu erkennen. Die Küche geht auf alte Rezepte aus dem 19. Jahrhundert zurück, denn sie führen die Tradition der deftigen, aber dennoch feinen Küche der Mères Lyonnaises fort.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-11


Lyons Küche hat den Mères Lyonnaises – den Mamans (Mütter) der Lyoner Küche viel zu verdanken.
Die Mamans der hiesigen Küche bilden sozusagen die Wurzel des Stammbaums, der sich später in Bouchon-Küche und Haute Cuisine verzweigt.
Sie waren einst die Köchinnen reicher bürgerlicher und adeliger Familien, die im Zuge des wirtschaftlchen Abschwungs nach dem Krieg von 1870/1871 ihre Anstellungen verloren.
Um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern, begannen Sie nach und nach kleine Gaststuben zu eröffnen und bekochten dort Handwerkergesellen, Seidenweber und Fabrikarbeiter – sie taten das, was sie gelernt hatten und am besten konnten – Kochen nach den feinen Rezepten für ihre einstige Herrschaft – mit dem Unterschied, dass es in solchen Zeiten der Not wesentlich rustikaler zuging.
Lyons Mères wussten aus den wenigen Zutaten, die zur Verfügung standen, das beste zu machen. Und so wurden auch Innereien und zähe Fleischstücke verwendet und in köstliche Gerichte verwandelt. Als die Zeiten wieder besser wurden, gab es auch wieder hochwertigere Zutaten.
Mère Filloux wurde zum Beispiel durch ihre Poularde mit Trüffelscheiben unter der Haut („vollaile demi-deuil“ = Geflügel in Halbtrauer) berühmt. Dieses Gericht findet man noch heute bei Paul Bocuse auf der Speisekarte. Bocuse lernte übrigens sein „Handwerk” bei Mére Eugénie Brazier, einer ehemaligen Gehilfin von Mère Filloux, die später als erste Frau Frankreichs drei Michelin Sterne für ihr Restaurant bekam.
Heute werden nur noch wenige der Restaurants von Frauen geführt – das Kochen ist mittlerweile zur Männerdomäne geworden.

Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, dem dem empfehle ich den Krimi „Ein Soufflé zum Sterben” von Noël Balen und Vanessa Barrot, in dem nebenbei auch die klassischen Gerichte der Küche Lyons beschrieben werden. Köstlich und spannend zugleich!


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-2
lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-3


Vor dem Essen sind wir noch ein wenig durch die Gassen von Vieux Lyon geschlendert…
In der Rue Juiverie, einer mittelalterlichen Gasse, findet man einige der ältesten Häuser Lyons aus dem 13. und 14. Jahrhundert im Renaissance Stil.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-6


Wir waren noch etwas früh dran – einige der Bouchons öffnen erst später, aber ich hatte Glück und durfte in ein paar Bouchons hineinspähen….
Zwei der Wirte machten mir sogar noch die Tür auf, damit ich schnell ein Foto machen kann.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-24

lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-40


In einigen der Bouchons trifft man auf die Puppen Guignol und Gnafron.
Guignol ist eine typische Figur Lyons, die die Kleidung eines Seidenwebers (Canut) trägt.
Die Seidenraupen-Zucht wurde in Lyon früher im großen Stil betrieben. Aus der Seide wurden edle Stoffe hergestellt. Es gibt auch ein Museum und mehrere Ateliers, wo man alte Webstühle sehen und alles über die Seidenproduktion erfahren kann.



Wir haben bei unserem ersten Besuch in Lyon vor 6 Jahren schon einmal ein Atelier besichtigt….


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-37


Guignol und Gnafron


Guignol ist der komische Held des französischen Puppenspiels. Er entspricht dem deutschen Kasper. Sein Name ging auf die Vorführungsorte der entsprechenden Schauspiele über (Le Guignol), die irreführenderweise gelegentlich auch als Marionettentheater bezeichnet werden.

Die Handpuppe Guignol wurde zwischen 1810 und 1812 vom beschäftigungslosen Arbeiter Laurent Mourguet in Lyon geschaffen und soll seine eigenen Gesichtszüge tragen. Guignols treuer Freund ist Gnafron (nach Laurents Freund benannt), sein Widersacher der Gendarm Flageolet.

Lyon wurde durch ihn zur französischen Hauptstadt des Puppentheaters.

Schnell fand das „Phänomen“ Guignol Aufnahme in Paris. Ab 1836 feierte er in dem ältesten noch bestehenden Pariser Guignol-Theater in den Gärten der Champs-Elysées seine ersten großen Erfolge. Weitere Puppentheater entstanden unter anderem im Parc des Buttes-Chaumont (Guignol Anatole seit 1892) und Parc Montsouris, im Jardin du Luxembourg, auf dem Champ-de-Mars beim Eiffelturm sowie im „Jardin d’Acclimatation“ (Bois de Boulogne) und im „Parc Floral“ (Bois de Vincennes). Mit jährlich bis zu 150.000 Besuchern (Guignol du Jardin d’Acclimatation) zählen sie zu den beliebtesten Ausflugszielen der Pariser Kinder und ihrer Familien.

Quelle: Wikipedia



Mittagessen im Bouchon Le Un, Deux, Trois


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-50


In Lyon ist es am Mittag meist günstiger, Essen zu gehen, als am Abend. Oft wird ein Tagesmenü angeboten, das auf einer Tafel angeschrieben ist.
Daneben gibt es traditionelle Gerichte als Menü, das aus drei Gängen (Vorspeise, Hauptgericht, Dessert) besteht  – das nennt sich Formule.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-73


Man kann sich aber auch in einer der Boulangerien mit allerlei Köstlichkeiten auf die Hand versorgen.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-74lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-71


Wir haben uns in dieses nette, kleine Bouchon „Le Un, Deux, Trois” gesetzt. Tagesmenü war Blanquette de Veau (Kalbsragout an einer hellen Sauce) mit Karottenpüree, Reis und ein Dessert nach Wahl.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-65


Als Dessert haben eine Tarte aux Pralines Lyonnaises ausgewählt.



Alles hat super geschmeckt und das Dessert war absolut köstlich.



Dann haben wir uns in der Boulangerie du Palais um die Ecke noch mit Brioche mit Pralines Lyonnaises für die Heimfahrt versorgt. In dieser Boulangerie gibt es auch sehr gute Baguette und Brot und zu Mittagszeit kann man sich hier mit Snacks versorgen – zuweilen bilden sich hier längere Schlangen.
Danach sind wir mit dem Boot (Vaporetto) auf der Saône bis zur Station Confluence gefahren. Von dort ging es mit der Tram zurück zum Hotel, wo wir gegenüber in einer Kaffeebar noch einen Petit Café getrunken haben.



Au Revoir Lyon!



www.zimtkringel.org Blog Feed

Die Regio erleben und genießen

Emma Bee

...ein bisschen Liebe sichtbar gemacht

USA kulinarisch

Die Regio erleben und genießen

was gibts denn heute?

unkomplizierte,frische küche

Flavoured with Love

Mediterrane Grill- und Genussrezepte

Schnippelboy

Ein Tagebuch unserer Alltagsküche-Leicht nachkochbar

Friede Freude & Eierkuchen

Ein kulinarischer Reiseblog aus Katalonien

Garten - Träume und Räume

Zeitreise durch unser Gartenjahr

rwarna's Blog

Hausgemacht, frisch, authentisch, ehrlich und einfach

Friesi kocht, backt & schnackt

vegetarisch - vegan - saisonal - regional

traeumerleswelt

mit offenen Augen durch die Natur...

Food for Angels and Devils

Höllisch scharf oder himmlisch süß: Eine kulinarische Verführung

Schnin's Kitchen

Kochen, Backen, Reisen - alles, was (mich) glücklich macht

Neues aus dem Markgräflerland

Alexander Anlicker - freier Journalist

sonjas Perspektive

meine Art zu sehen

Gourmande Abroad

Me, my life and food. In Paris...or anywhere...

glasgefluester

eine Portion Liebe im Glas

Lebensart im Markgräflerland

Die Regio erleben und genießen

la - dolce - vita

Essen - Genießen - Staunen - Erleben - Träumen

lamiacucina

Koch-blog für Geniesser. Rezepte. Gourmandisen. Hintergrundwissen

Cucina e piu

Kochen, Backen und mehr