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Schlüchtsee und SchlüHüWaNapark

17. September 2017


Kuckuck, herzlich Willkommen im Schlühüwanapark.

Ihr fragt euch bestimmt, was das Wort „Schlühüwana“ bedeutet?

Des Rätsels Lösung: Schlüchtsee-Hüsli-Wald-Natur-Park.


Als wir uns mit dem Bus von Seebrugg auf den Weg zur Rothaus Brauerei machten, haben wir den SchlüHüWaNa Park entdeckt.
An unserem letzten Tag im Schwarzwald haben wir deshalb dort Halt gemacht und haben eine kurze Wanderung rund um den wunderschönen Schlüchtsee gemacht.
Dort gibt es auch eine Natur-Badestelle. Leider war es an diesem Vormittag sehr kühl (die Sonne auf den Fotos täuscht) – sonst hätten wir den Sprung ins kühlende Nass gewagt…

Der Naturlehrpfad ist nicht nur für Erwachsene sondern insbesondere auch für Kinder ein schönes Erlebnis.
Der Naturlehrpfad mit seinen zahlreichen geschnitzten Figuren ist nach dem Orkan Lothar, der am 26. Dezember 1999 gewütet hat und nicht nur im Schwarzwald großen Schaden angerichtet hat, entstanden. Künstler haben sich mit ihren Holzbildhauereien und Schnitzereien in einigen der vom Sturm zerstörten Baumstämme verewigt.
Leider sind einige der Figuren inzwischen durch die Witterung zerfallen….



Am Eingang des Pfades wird man von einer furchterregenden Schlange und ulkigen Gnomen begrüßt. Gleich zu Beginn kann man mit seinen Füßen die Natur auf dem Barfußpfad erspüren.
Es gibt ein Waldxylophon, aus verschiedenen Holzarten, auf dem man spielen kann, ein Baumtelefon und allerhand weitere Stationen, bei denen man die Natur erkunden kann.



Ein hölzernes Eichhörnchen weist an den Abzweigung den richtigen Weg zu den nächsten Stationen, an denen man Sinne und Geschicklichkeit testen kann.
Bei der Badestelle am See gibt es einen Kiosk, an dem man sich verpflegen und eine Pause machen kann und auch eine Liegewiese. Als wir dort waren, war der Kiosk gerade geschlossen.
Man trifft auch auf eine Pferdefarm, wo man Stutenmilch-Produkte kaufen kann (Stutenmilch und kosmetische Produkte).



…gegen den blauen Dunst


Barfuß-Pfad


Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald…



Poseidon mit einer Meerjungfrau



Rund um den Schlüchtsee





Heimatmuseum Hüsli


Unser Auto hatten wir bei der Touristinfo Grafenhausen/Rothauserland abgestellt. Dort gibt es auch Toiletten und man kann sich mit Informationsmaterial eindecken.
Zum Abschluss gab es noch ein Schwarzwald-Eis, das man auch dort bekommt.


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Brauereigasthof Rothaus

16. September 2017


Am Tag nach der Brauereibesichtigung sind wir am Abend nochmal nach Rothaus gefahren, um im Brauereigasthof einzukehren.
Dabei haben wir den Hopfengarten entdeckt, der etwas abseits neben dem Parkplatz ist.



Nachdem wir uns noch ein wenig umgesehen hatten, sind wir in den Brauereigasthof gegangen.



Es waren alle Tische besetzt und wir haben erst einmal an der Theke ein Bier bestellt und die Speisekarte studiert, bis ein Tisch frei geworden ist.



Wir haben uns  für eine Tannenzäpfle Suppe als Vorspeise entschieden, eine Rahmsuppe mit Bier – vermutlich ähnlich wie die Markgräfler Gutedelrahmsuppe zubereitet, aber mit Bier statt Wein….
Ich hatte schon einmal eine Cheddar-Käse-Suppe mit Bier gekocht, hier ist das Rezept, falls jemand beim Lesen Appetit bekommen haben sollte.


Tannenzäpfle Suppe


Als Hauptgericht hat der Markgräfler den „Rothauser Landteller”
(mit mildgesalzenem Schäufele, Bierbraten vom Naturpark-Schweinehals und Dürrenbühler Bauernbratwurst, Märzenbiersoße, bunter Rahmwirsing, geschmelzt Kartoffelklöße) bestellt.



Die die Markgräflerin hat sich die in Kräuterbutter gebratenen Schwarzwälder Forellenfilets mit Tomatenwürfelchen, Gemüse vom Freiburger Markt und Petersilienkartoffeln ausgesucht.



Es hätte auch noch verführerische Desserts gegeben, auf die wir aber verzichtet haben….
Zum Abschluss gab es noch einen Espresso.

Wutachschlucht – eine Wanderung mit dem Wutach-Ranger

7. September 2017


In unserem Urlaub daheim haben wir auch einen dreitägigen Ausflug in den Schwarzwald unternommen.
Wir haben uns in Seebrugg am Schluchsee in der Jugendherberge eingemietet und sind an einem Montagvormittag, nach gemütlichem Frühstück durch das Wiesental und über den Feldberg dorthin gefahren.

Am Dienstag finden von Anfang Juli bis Ende September immer  Wanderungen durch die Wutachschlucht statt, die vom Wutach-Ranger Martin Schwenninger geführt werden.
Erst im Frühjahr hatte es dort einen gewaltigen Erdrutsch gegeben und der Wutach-Ranger war in unmittelbarer Nähe und hat das Naturereignis ehrfürchtig und mit zitternden Händen gefilmt.  Kurz darauf war er dann zum Interview bei der Sendung Kaffee oder Tee, um darüber zu berichten:
SWR-Video mit dem Wutach-Ranger Martin Schwenninger

Wir hatten uns vorab per E-Mail zur Wanderung angemeldet und haben uns am Dienstagmorgen kurz vor 10 Uhr auf dem Wanderparkplatz Boll bei Bonndorf eingefunden – ausgestattet mit Vesper, genügend Wasser zum trinken, Wanderstöcken und natürlich festem Schuhwerk.
Letzteres ist in der Wutachschlucht besonders wichtig, denn es geht über Stock und Stein und zuweilen gibt es recht rutschige Stellen.
Als es angefangen hat, leicht zu regnen, war ich auch froh, die Wanderstöcke mitgenommen zu haben.

Die Wanderstrecke:
Vom Wanderparkplatz Boll geht es hinunter zum ehemaligen Bad Boll (Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhundert war dort ein Kur- und Heilbad).
Heute erinnert nur noch die 1889 im gotischen Stil erbaute Kapelle an die historischen Werte dieser einzigartigen Kuranlage.
Ein Verein setzt sich für den Erhalt der vom Einsturz bedrohten und unter Denkmalschutz stehende Kapelle ein und sammelt dafür Spenden.



Das Bad Boll blickt auf eine bewegte und Jahrhunderte alte Geschichte zurück. Bereits die Adligen von Tannegg wussten um die Heilkraft der Quelle.
Den Höhepunkt erlebte das auch international anerkannte Bad Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jh. unter dem Besitz von Oberbürgermeister Karl Schuster aus Freiburg von ca. 1870-1894 und dem Fishing Club Ltd of London 1894-1913.
Zu prominenten Gästen zählten u.a. F.W. Nietzsche und Sir Winston Churchill.
OB Schuster ließ die Kapelle 1889 errichten. Im gleichen Jahr genehmigte das erzbischhöfliche Ordinariat von Freiburg die Segnung der Kapelle durch Pfarrer Fehrenbach von Gündelwangen, sodass dann auch heilige Messen zelebriert werden konnten. Seit 1991 befindet sich die Anlage Bad Boll, übrigens zum dritten Mal in ihrer Geschichte, in Landesbesitz.



Felsen in der Nähe der Kapelle – früher war hier eine Allee, die als „Engländer Allee” bekannt ist.
Unterhalb befinden sich die Überreste des „Felsenweihers”



Meterhoch und dicht wachsende Pestwurz, riesige Bäume, herabhängende Äste und bemooste Steine machen die Schlucht zum heimischen Urwald.
Hier beginnt der wohl interessanteste Abschnitt der Wutachschlucht.



Gemeine Pestwurz
Petasites hýbridus


Die Pestwurz gehört zu den Korbblütengewächsen. Die Blüten sind purpurn bis blaß rosa mit zahlreichen Körbchen in traubigem Gesamtblütenstand, 0,5-1 cm im Durchmesser.
Die Pflanze ist zur Blütezeit ohne Blätter, diese entwickeln sich später. Optisch erinnert die Pflanze an Rhabarber; Spreite rundlich-herzfömig, bis 60 cm lang
Vorkommen:
Ufer, Gräben, feuchte Waldstellen. Liebt basen- und stickstoffsalzreichen Boden. Fehlt im Tiefland und auf Sand gebietsweise, sonst ist sie häufig anzutreffen.
Der Name „Pestwurz” erinnert an die frühere Verwendung der Pflanze als Pestheilmittel. Sie enhält im Wurzelstock ätherische Öle, Bitterstoff und Gerbstoffe und in geringer Menge giftige Pyrrolizidinalkaloide. Keiner dieser Inhaltsstoffe kann jedoch Pesterreger abtöten oder Pestsymptome wirklich lindern!


Es gibt hier viele Stege, die den Weg über Wasserläufe erleichtern – im Hintergrund sieht man Pestwurz und rosa blühendes (nicht heimisches) Springkraut


Am Tannegger Wasserfall



Von einer Wand des Oberen Muschelkalks stürzt der Tannegger Wasserfall 15 Meter tief und bildet dabei bizarre Ablagerungen aus Kalktuff.



Vom Tannegger Wasserfall geht es den Ludwig-Neumannn-Weg hinauf in die Felsengalerie. Von dort hat man einen grandiosen Ausblick auf die darunterliegende Schlucht.



Am Rastplatz Schurhammerhütte machen wir eine Pause und stärken uns mit unserem mitgebrachten Vesper.
Zufällig konnte ich dort zwei wunderschöne Aufnahmen eines  Kaisermantel Schmetterlings machen


Kaisermantel auf Rotklee


Es geht weiter – seitlich mit recht tiefen Abgründen….



Die Wutachversickerung



Man meint, das Wasser fließe an der Wutachversickerung nicht bergab, sondern nach oben – das ist aber eine durch die Struktur der Felsen verursachte optische Täuschung.


Wutachachschlucht 38


Von der Wutachversickerung geht es über den Rümmelesteg zum Wutachaustritt, am Kanadiersteg vorbei bis hin zur Wutachmühle.
Der Nieselregen wurde hier stärker. Zum Glück waren wir schon recht nahe an unserem Ziel.



Der Weg am Felsen entlang ist schmal und man muss sich an einem Dratseil festhalten, und fast noch klettern, um mit kurzen Beinen, wie ich sie habe, über die teils großen Lücken im Felsenweg zu gelangen. Eine Mitwanderin hinter mir hatte sich mehrmals erbarmen müssen, um mir meine Wanderstöcke festzuhalten, während ich mich mehr oder weniger über die Felsvorsprünge hangelte.



Hier gab es einen gewaltigen Felssturz – und wir mussten die Seite wechseln – über eine Brücke, die aus riesigen Baumstämmen gebaut ist, die dafür eigens und gezielt über die Schlucht gefällt wurden.


Wutachachschlucht 43


Gegen 15 Uhr erreichten wir das Sägewerk bei der Wutachmühle. Von dort sind wir alle zusammen mit dem Bus zurück zum Parkplatz in Boll gefahren (kostenlos mit der Konus Gästekarte, die man von seinem Gastgeber ausgehändigt bekommt).

Der Markgräfler und ich sind dann noch wenige Kilometer weiter gefahren, um im Gasthaus Schattenmühle auf einen Kaffee einzukehren.
Dazu gab es Schwarzwälder Kirschtorte (für den Markgräfler) und ein „Motorrad mit Beiwagen” und Zwetschgenstrudel mit Vanillesauce und Kaffee (für die Markgräflerin).
Trotz des Regens zum Schluss hat uns die Wanderung sehr gut gefallen, vor allem auch wegen der vielen Erklärungen des Wutach-Rangers.
Hier geht es zum Bericht und den Fotos des Markgräflers.



Kaffee Varianten 😉



Burgund Souvenirs und die Moutarderie Fallot in Beaune

3. September 2017


Moutarde de Dijon


Kurz bevor es wieder nach Hause ging, haben wir noch kurz die Moutarderie Fallot besucht und im Shop „Moutarde de Dijon” eingekauft.
Moment mal, wir sind doch in Beaune und nicht in Dijon?
Das ist richtig, aber bei Moutarde de Dijon handelt es sich nicht um eine geschützte Herkunftsbezeichnung, sondern um die Herstellungsmethode, die in der Gegend um Dijon erfunden wurde.

Zudem ist die Senfmühle Fallot in Beaune noch die einzige in der Gegend von Dijon, die noch unabhängig ist und nicht von einem großen Konzern aufgekauft wurde.
Der bekannte Maille Senf, der früher noch direkt in Dijon hergestellt wurde, gehört zum Beispiel seit dem Jahr 2000 zum Unilever Konzern, der weltweit agiert.
2010 wurde die Fabrik in Dijon geschlossen und die Produktion verlagert.



Aber was ist so besonders an diesem Senf?



Dijon-Senf besteht heute ausschließlich aus den Samenkörnern des Braunen Senfs oder des Schwarzen Senfs, die nicht entölt werden, was den Senf zum Kochen besonders geeignet macht.
Statt mit Essig wird der originale Dijon-Senf mit Verjus (Saft aus unreifen Trauben) hergestellt. Der klassische helle Dijon-Senf besteht aus geschälten Körnern und ist scharf.
In der französischen Küche wird er vor allem für Saucen und Dressings verwendet. Dort ist er das Gegenstück zum dunkleren und milderen Bordeaux-Senf.
Es gibt mittlerweile viele, auch grobkörnige Varianten des Dijon-Senfs. Häufig ist die Kombination mit Estragon.



Die besondere Qualität des Dijon-Senfs, der angeblich auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, wurde einst auf den Burgunderwein der Region zurückgeführt. Nach Darstellung von Symphorien Champier (1471–1539) wurde der Dijon-Senf einst in Pastillenform gehandelt und vor der Verwendung mit frischem Weinessig aufgeweicht und angerührt.

Ein Rechtsstreit zwischen Senfherstellern aus Paris und Dijon im Jahr 1937 hatte den richterlichen Beschluss zur Folge, dass die Bezeichnung Moutarde de Dijon keine geschützte Herkunftsbezeichnung ist.



Die traditionelle Herstellungsmethode
Die in der Senfmühle Fallot praktizierte traditionelle Senfherstellung erfolgt durch kalte Nassvermahlung der hitzeempfindlichen Saat der Senfpflanze mit Mühlsteinen.
Verarbeitet werden hauptsächlich braune Senfsamen und – ausschließlich für die sogenannten aromatischen Sorten – weitere auserlesene Gewürze und aromatische Naturprodukte wie beispielsweise Aceto balsamico aus Modena, grüner Pfeffer aus Madagaskar, die in Dijon erzeugte Crème de Cassis oder Honig.

Die Produktion gliedert sich in verschiedene Arbeitsschritte:

Die Senfsaat wird zunächst durch Sieben und Rütteln von Gräsern, Parasiten oder sonstigen Fremdkörpern befreit und gewaschen. Dann zerkleinert man sie in einem ersten Schrotdurchgang zu grobem Senfmehl.
Das Einmaischen erfolgt durch die Dosierung, Vermischung und Verrührung von Senfsamen, Essig (beziehungsweise Traubenmost und Weißwein), Kochsalz und Wasser nach einem geheim gehaltenen Familienrezept. Für die aromatischen Sorten werden weitere Zutaten beigegeben. Die so gewonnene feuchte Masse, auch Maische genannt, ruht anschließend zur Fermentation in einem Bottich. Das Maischen fördert die Ablösung der Schale von der Frucht und die Entwicklung des typischen Buketts.
Durch den traditionellen Mahlvorgang, bei dem die Maische in kaltem und feuchtem Zustand zwischen zwei schweren Mühlsteinen zu einer mehr oder weniger glatten kompakten Paste verarbeitet wird, bleiben die Eigenschaften der hitzeempfindlichen ätherischen Öle und damit die aromatischen Qualitäten und die Schärfe des Senfs erhalten.
Würde die Temperatur von 50 °C überstiegen, gingen die ätherischen Öle verloren.
Für herkömmliche Senfsorten wird die goldgelbe Paste erneut gesiebt, um die Fruchthülsen zu entfernen. Für grobkörnige Produkte wie der typisch französische „moutarde à l’ancienne“ entfällt dieser Arbeitsschritt.
Die darauffolgende Einlagerung in Fässern lässt den Senf reifen. Dabei verliert er durch eine chemische Reaktion seine natürliche Bitterkeit und setzt sein scharfes Aroma frei.
Zum Abschluss wird die Einfüllung, bevorzugt in Steintöpfe oder in Gläser, vorgenommen. Die Tube ist bei Traditions-Herstellern verpönt.



Leider hatten wir keine Zeit mehr, um uns das Museum der Moutarderie mit Einblick in die Produktion anzusehen, aber wenn wir wieder mal nach Beaune fahren, steht das auf unser To See Liste ganz oben.



Weitere Mitbringsel aus dem Burgund



Außer verschiedenen Senfsorten haben wir noch mit Cassis (schwarze Johannisbeeren) Konfitüre gefüllte Nonnettes (Lebkuchen) und Pain d’Épices mit Ingwer (Lebkuchen-Laib).
Creme de Cassis haben wir diesmal nicht eingekauft, davon ist noch eine Flasche da – die hatte ich aus meinem Genuß-Wanderurlaub im vergangenen September mitgebracht.


 

Das Hôtel-Dieu in Beaune

31. August 2017

Innenhof des Hôtel-Dieu in Beaune


Nach der Stadtführung und einem köstlichen Mittagessen in einer Brasserie , haben wir uns in Beaune das Hôtel-Dieu angesehen.



Das Hôtel-Dieu


Nach dem Hundertjährigen Krieg litten die Menschen in der Region Côte-d’Or unter drückender Armut. Vielen drohte der Hungertod – in der kleinen Stadt Beaune waren fast drei Viertel aller Einwohner davon bedroht, da sie durch die Kriegswirren mittellos geworden waren. Um ihr eigenes Seelenheil bemüht, beschlossen Nicolas Rolin, Kanzler des burgundischen Herzogs Philipp des Guten, und seine Frau Guigone de Salins, hier ein Hospital zu stiften. Es wurde im Jahre 1443 gegründet und bis 1971 als Hospital genutzt.
Heute werden Teile des alten Komplexes als Altersheim genutzt, während der Rest als Museum besichtigt werden kann und einen interessanten Einblick in die Krankenpflege der Frühen Neuzeit gewährt.

Im Eintrittspreis für die Besichtigung (7,50 €) ist ein Audioguide in der gewünschten Sprache enthalten.


Die Fassade zur Straße hin



Ihr eindrucksvollstes Element ist das mit Giebeln, Wetterfahnen und Pinakeln geschmückte mächtige Schieferdach; der gotische Turm in der Mitte hat eine Höhe von 30m.
Sehr originell ist das zierliche Vordach über dem Eingang, dessen drei schiefergedeckte Giebel mit verzierten Pinakeln gekrönt sind. Auf einem der massiven Türflügel befinden sich noch der wunderschöne Klopfer (15. Jhd.) und das kleine vergitterte Fensterchen, durch das der Pförtner schaute, bevor er aufmachte.

Wir mussten aus Sicherheitsgründen – wie überall an touristischen Punkten in Frankreich – erst mal den Inhalt unserer Taschen und Rucksäcke zeigen.
Eine Warntafel am Eingang gibt sogar Anweisungen zum Verhalten im Falle von Terroranschlägen….


Der Innenhof



Die wunderschönen, tief herunterreichenden Dächer mit geometrischen Schmuckmotiven aus bunt glasierten Ziegeln prägen das Bild des malerischen Hofs.
Türmchen, Dachluken und Wetterfahnen beleben ihre farbigen Flächen. Der Fachwerkaufgang im ersten Stock der Gebäude ruht auf einem Säulengang, welcher früher als Kreuzgang diente. Selbst der erst im 17. Jh. errichtete Bau rechts stört die Harmonie der Anlage nicht. Die Gebäude beim Eingang datieren aus dem 19. Jahrhundert. Besonders reizvoll wirkt der steinerne Ziehbrunnen mit schmiedeeisernem Aufbau.



Grand’Salle
(auch Salle des Pôvres genannt)


Dieser weite Raum ist 46 m lang, 14 m breit und 16 m hoch. Seine gewölbte Holzdecke wird von verzierten Querbalken gestützt, die in Drachenmäulern enden. Die Fliesen wurden nach alten Mustern erneuert, die Möbel sind zum Teil antik oder wurden originalgetreu nachgearbeitet.



An hohen Feiertagen waren die 28 Krankenbetten mit kostbaren Wirkteppichen bedeckt – diese sind heute im gleichen Saal wie der Flügelaltar des Rogier van der Weyden ausgestellt. Auch ohne die Teppiche vermitteln die beiden Reihen der mit roten Vorhängen verschließbaren Betten, die alten Truhen und das Zinngeschirr einen bleibenden Eindruck von der für die damalige Zeit außergewöhnlichen karitativen Einrichtung.



Hinten im Saal sieht man einen ergreifenden Christus in Banden (15. Jh.); die überlebensgroße bemalte Figur ist aus einem einzigen Stück Eichenholz geschnitzt. Der unter den Falten hervorlugende Totenkopf gemahnt an die Vergänglichkeit.



An der gegenüberliegenden Stirnseite des Saals befindet sich die Kapelle, in der einst der berühmte Weltgerichtsaltar stand.
Sie war praktisch ein Teil des Saals und die Kranken konnten von ihren Betten aus am Gottesdienst teilnehmen. Das Gitter im spätgotischen Stil und das große Glasgemälde kamen erst bei der Restauration im 19. Jh. hinzu.
In der Kapelle erinnert eine kupferne Grabplatte an die Stifterin Guigone de Salins. Die Vitrinen enthalten eine Sammlung von Kultgegenständen und Gewändern.


Salle Sainte-Anne



Dieser Raum, in den man nur von außen durch die Fenster Einblick hat, war einst mti vier Betten möbliert und adligen Kranken vorbehalten.
Heute stellt er die Wäschekammer dar; lebensgroße Puppen in der bis 1961 üblichen Pflegerinnentracht veranschaulichen die Hausarbeit.


Salle Saint-Hugues



Im 17. Jh. geschaffener Krankensaal, der zum Teil wieder seine ursprüngliche Ausstattung erhalten hat; die Betten sind allerdings aus dem späten 19. Jh.
Die Fresken von Isaac Moillon stellen den hl. Hugo als Bischof und al Kartäusermönch sowie neun Wunder Christi dar.



Salle St. Nicolas



In diesem einst den Sterbenden vorbehaltenen Raum befindet sich heute eine Ausstellung über das Hôtel-Dieu und seine Geschichte sowie die Betreuung der Kranken.
Glasfliesen im Fußboden geben den Blick frei auf die unter diesem Teil des Gebäudes fließende Bouzaise, in die man Abwässer und Abfälle schüttete.



Cuisine
(Küche)



Herzstück der mit Kupfergeschirr und anderen alten Gebrauchsgegenständen ausgestatteten Küche ist der riesige gotische Kamin.



Pharmacie
(Apotheke)



Im ersten Raum steht ein schöner Geschirrschrank, des 18. Jh. mit Zinngeschirr; im getäfelten zweiten Raum sind eine Sammlung alter Apothekengefäße aus mit grünem Dekor geschmückter Fayence (18. Jh.) sowie ein großer Bronzemörser ausgestellt.



Salle Saint-Louis



Hier sind in Tournai hergestellte Bildteppiche mit dem Thema des verlorenen Sohns (frühes 16. Jh.) und eine in Brüssel gewirkte Teppichfolge (Ende 16. Jh) zur Geschichte Jakobs ausgestellt.



Salle du Polyptyque


Postkarten vom Weltgerichtsaltar


In diesem speziell zur Aufnahme dieses Kunstwerks geschaffene Raum ist der berühmte Weltgerichtsaltar/„Jüngstes Gericht”(Polyptyque de Jugement dernier) des Rogier van der Weyden aufgestellt.
Nicolas Rolin gab ihn 1443 für die Kapelle des Großen Krankensaals in Auftrag. Der Altar ist im 19. Jh. gründlich restauriert worden. Damals wurde er auch durchgesägt, um beide Seiten gleichzheitig ausstellen zu können.
Weil man in diesem Raum nicht fotografieren durfte und es ohne Stativ sowieso nichts bringen würde, haben wir uns vor Ort für unser persönliches Fotobuch Postkarten des Altars gekauft (für den Blog abfotografiert)…



Auf dem Mittelfeld ist der richtende Christus dargestellt; er thront in goldenen Wolken auf einem Regenbogen. Ihm zu seiten vier Engel mit den Leidenswerkzeugen.
Zu seinen Füßen erkennt man den hl. Michael mit der Waage, auf der zwei Seelen Platz genommmen haben. Er wird umrahmt von trompetenblasenden Engeln.
Die Jungfrau Maria und Johannes der Täufer erscheinen rechts und links als Fürbitter. Hinter ihnen haben die Apostel und mehrere Würdenträger ihren Platz und bitten um Gnade für die Menschheit.

In der unteren Zone der Gemälde sieht man aus den Gräbern auferstehende Tote: Die Gerechten gehen in Richtung des als goldglänzende Kathedrale versinnbildlichten Paradieses, während sich die Verdammten, weniger aufrercht, dem Höllenfeuer nähern.



An der rechten Wand sind die Seiten aufgehängt, die man früher an Werktagen sah, wenn der Altar zugeklappt blieb. Es sind lebensnahe Portraits von Nicolas Rolin und seiner Frau Guigone, eine Verkündigung und (in Grisaillemalerei) die Heiligen Sebastian und Antonius, die ersten Schutzheilgen des Hospizes.



Der schöne Mille-Fleurs-Teppich aus dem frühen 16. Jh. an der linken Wand hat die Eligius-Legende zum Thema.
Dem Altar gegenüber hängen himbeerrote Teppiche aus dem Besitz der Guigone de Salins mit den Wappen der Gründer, den Initialen G und N, der Devise „Seulle” (einer Huldigung an Guigone als der einzigen Frau im Leben des Kanzlers und dem hl. Antonius.

Und dann mussten wir auch schon wieder weiter, denn wir wollten uns ja noch kulinarischen Souvenirs aus Beaune besorgen……
Wein haben wir aber keinen gekauft – das wäre uns zuviel Schlepperei gewesen. Da vertrauen wir auf die Sonderangebote des nur wenige Kilometer entfernten Supermarkts im benachbarten Elsass.

Apropos – Wein –

Das Hospices de Beaune wird bis heute vor allem durch die Erträge von Weinbergen finanziert, die über die Jahrhunderte durch Erbschaft und Vermächtnisse in den Stiftungsbesitz des Hospizes gelangten. Einmal jährlich während der „Trois Glorieuses“, der Drei glorreichen Tage, findet eine Auktion von Fasswein aus dem Stiftungsbesitz im Hospiz von Beaune statt. Jeder, der als Weinhändler in Frankreich um seine Reputation besorgt ist, wird versuchen, ein Fass zu ersteigern. Die Preise für diese Fässer tragen hierdurch eine Art „Sozialzuschlag“, sie sind jedoch zugleich für den gesamten Weinhandel ein Grobindikator zur Qualität eines Jahrgangs der Burgunder-Weine: Wenn in Beaune hohe Preise bei der Hospiz-Auktion erzielt werden, so wird der gesamte Burgunderwein-Jahrgang teuer. Denn im Vorfeld finden aus den Fässern umfangreiche Verkostungen statt, und aus allen Regionen Frankreichs finden sich die Fachleute ein, den neuen Jahrgang zu bewerten.

Dem Hospiz gehören Lagen in den feinsten Gemarkungen der umliegenden Côte-d’Or. Zum Besitz gehören viele Premier Cru-Lagen und auch einige Grand Cru-Lagen. Die Weine tragen die Namen der jeweiligen Stifter. Besonders bekannt sind die Cuvées „Nicolas Rolin“ und „Guigone de Salins“, jeweils Beaune Premier Cru und Corton „Docteur Peste“. Stiftungen jüngeren Datums sind der Mazis-Chambertin „Cuvée Madeleine Collignon“ und der Clos de la Roche „Cuvée Georges Kriter“. Es wurden zum Teil Auktionspreise bis zu 40.000 Euro für ein Pièce, das ist ein Holzfässchen mit ca. 228 Liter, erzielt, umgerechnet ein Einzelflaschen-Preis von über 250 Euro.

Im Museumsshop werden auch einzelne Flaschen Wein gekauft – für knapp 300 Euro pro Flasche kann man das gute Tröpfchen mit nach Hause nehmen.

Ein Ausflug ins Burgund: BEAUNE

27. August 2017

Hôtel-Dieu in Beaune


Unser Urlaub ist schon wieder zwei Wochen vorbei – es wird Zeit, eimal die Fotos zu sichten und darüber zu berichten.

Unter anderem haben wir einen Ausflug ins Burgund gemacht.
Nach meinem letztjährigen Wanderurlaub mit AVANTI im Burgund, wollten wir uns noch die Stadt Beaune ansehen, die damals ausgelassen wurde – denn es gibt viel zu sehen und für die Besichtigung sollte man schon einen ganzen Tag einplanen.



Beaune ist bekannt für das „Hôtel-Dieu” mit seinen bunt glasierten Terrakottaziegeln, ein ehemaliges Krankenhaus und außerdem für den guten Wein der Côte-d’Or, das gute Essen und den Dijon Senf der Moutarderie Fallot.
Wir waren wieder mit einem Bus von AVANTI-Reisen unterwegs, der restlos ausgebucht war. Da wir Beaune noch nicht kannten, haben wir uns entschieden, die angebotene Stadtführung – zu Fuß – mitzumachen.

Danach haben wir uns in einer Brasserie ein feines dreigängiges Mittagessen mit einem Glas Burgunderwein gegönnt, uns im Anschluss das Hôtel-Dieu genauer angesehen und natürlich haben wir auch Spezialitäten der Region eingekauft.
Für eine Besichtigung der Moutarderie hat es leider nicht gereicht, aber wir waren natürlich im Senf-Shop, der dazugehört und haben uns mit Souvenirs eingedeckt.



Stadtrundgang



Hôtel de Saulx

Im Innenhof des altes Hauses aus dem 16. Jh. (Place Fleury Nr. 13)



Im ruhigen Innenhof des Hôtel de Saulx bekamen wir zunächst einige Informationen über die Geschichte von Beaune.
Am Ort eines keltischen und später römischen Heiligtms hatten die Herzöge von Bugund ihre Residenz, bevor sie nach Dijon übersiedelten.

Im Stadtarchiv wird noch die Originalurkunde bewahrt, in der Herzog Eudes dem Ort 1203 das Stadtrecht verbriefte. Ab dem 15. Jh. errichtete man die noch heute erhaltene Stadtmauer. Nachdem der letze Burgunderherzog Karl der Kühne 1477 gefallen war, wehrte sich Beaune hartnäckig gegen die Annexion durch Ludwig XI. von Frankreich, die erst nach einer 5 Wochen andauernden Belagerung erfolgen konnte.


Hotel Le Cep, 27 Rue Maufoux – 21206 Beaune


Im Hotel Le Cep befindet sich ein Sterne-Restaurant – wer nach Beaune kommt, um zu schlemmen, der kann das hier ausgiebig tun.



Remparts (Stadtmauern)



Die Stadtbefestigung ist gut erhalten. Sie bildet einen 2 km langen Ring um die Altstadt, der allerdings stellenweise durch Privatgrundstücke unterbrochen ist.
Der fast rechteckige Mauergürtel wurde von Ende des 15. bis Mitte des 16. Jh.s errichtet und ist mit mehreren Türmen sowie acht Bastionen (einschl. die doppelte Bastion Saint-Jean), in denen die größten Weingüter heute ihre Keller haben, besetzt.
Gärten, Tennisplätze u. ä. wurden in den Gräben angelegt. Sie beeinträchtigen etwas die Sicht, so dass man die Stadtmauer am besten vom Straßenring aus in Augenschein nimmt.



Maison du Colombier, 2 Rue E. Fraysse
– ein Gebäude aus der Renaissance




Collégiale Notre-Dame



Der Bau der Stiftskirche, einer „Tochter Clunys”, wurde 1120 begonnen. Er ist weitgehend von Saint-Lazare in Autun inspiriert und stellt, trotz der späteren Anbauten, ein schönes Beispiel für die burgundische Romanik dar.
Vor der Fassade liegt eine dreischiffige Vorhalle aus dem 14. Jh.
Als einziger Rest des in der Französischen Revolution zerstörten Skulpturenschmucks sind die Türflügel (15. Jh. ) erhalten.



Wenn man nach links um das Gebäude geht, blickt man auf das schön proportionierte Chorhaupt, an dem die verschiedenen Bauphasen gut zu erkennen sind.
Chorumgang und -kapellen in reiner Romanik, Chor 13. Jh. und Strebewerk 14. Jhd.
Der mit spitzbogigen Fensteröffnungen über Blendarkaden geschmückte Vierungsturm trägt eine glockenförmige, sogenannte welsche Haube mit Laterne (16. Jh. ).



Im Innenraum




Typischer Kellereingang in Beaune
– die Tür muss mindestens so groß sein, dass ein Weinfass reinpasst….



Hôtel de Ville
– Das Rathaus



Das Rathaus ist im ehemaligen Ursulinenkloster (17. Jh. ) untergebracht. Im rechten Flügel befinden sich zwei Museen, das Kunstmuseum und das Musée-Étienne Jules Marey.


Étienne-Jules Marey



Der aus Beaune stammende Arzt und Physiologe Étienne-Jules Marey (1830-1904) begeisterte sich für das Phänomen der Bewegung.
Seit 1869 hatte er einen Lehrstuhl am Collège de France, was ihm seine Forschungsarbeit ermöglichte. Er erfand mehrere medizinische Meßinstrumente, die in dem ihm gewidmeten Museum in Beaune ausgestellt sind, darunter ein Gerät zur Aufzeichung des Pulses und die nach ihm benannte Trommel, die bei Drehung die Illusion des Vogelflugs entstehen lässt.
Durch momentphotographische Serienaufnahmen mit dem Photochronographen wurde er zu einem der Wegbereiter der Kinematographie, die dann bekanntlich von den Brüdern Lumière weiterentwickelt wurde, denen er einen Teil seiner Arbeiten überließ.



Mittagessen in einer Brasserie am Place Carnot



Café Brasserie La Concorde
am Place Carnot


Jambon Persillé

Coq au vin

Boeuf Bourguignon


Nach dem Essen haben wir das Hôtel-Dieu besichtigt und haben uns Souvenirs in der Moutarderie – der Senfmühle besorgt.
Davon berichte ich euch in einem weiteren Blogbeitrag…


Der Innenhof des Hôtel-Dieu in Beaune

Saint-Ursanne

5. August 2017

Doubs Wanderung 50


Unser Rundgang durch Saint-Ursanne ist wegen der sommerlichen Hitze und vorheriger Wanderung entlang des Doubs zwar etwas verkürzt ausgefallen, ich möchte euch aber die Informationen des örtlichen Tourismus Büros über die Orte, die wir gesehen und fotografiert haben, nicht vorenthalten.

In einer kleinen Broschüre, in der auch Rundgänge in Délemont und Porrentruy vorgeschlagen werden, sind die einzelnen Sehenswürdigkeiten kurz beschrieben.
Der komplette Rundgang in Saint-Ursanne soll etwa 1 Stunde dauern und man sollte auch etwas Zeit für einen Kaffee einplanen.

Wir wären gerne noch im Hotel Demi-Lune eingekehrt – das ist das mit den roten Sonnenschirmen am Doubs, direkt neben der Nepomukbrücke – das hatte aber an diesem Tag geschlossen.


Doubs Wanderung 54

Pont Saint-Jean Népomucène


Saint-Ursanne liegt am Doubs, am Fuß einer felsigen Krete, auf der eine Burgruine thront. Das Städtchen konnte sich seinen aussergewöhnlichen mittelalterlichen Charakter bis heute bewahren.
Im Zentrum sind die Stiftskirche und das dazugehörige Kloster aus dem 12. und 13. Jahrhundert die markantesten Bauten, die übrigen Häuser stammen zum größten Teil aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Bis heute bilden die drei Stadttore die einzigen Zugänge zur Altstadt. In einem davon, der Porte Saint-Pierre, können Besucher die aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammende Turmuhr «La Berbatte» besichtigen.
Während Jahrhunderten blieb das Stadtgebiet auf das alte Zentrum beschränkt, erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch ausserhalb der Stadtmauern gebaut.
Im Süden der Stadt entstanden damals am Flussufer Industriebauten und Arbeiterhäuser.
Im Jahr 2019 wird die Stadt die 1400 Jahre seit dem Tod ihres Gründers feiern.


Doubs Wanderung 48

Doubs Wanderung 49

Arbeiterhäuser aus dem 20. Jhd.


Der alte Ortskern wird gerade weitreichend renoviert und aufgehübscht – man will wohl erreichen, dass zur Feier in 2019 alles tip-top aussieht.
Deshalb hat es in vielen Bereichen Baustellen, das Kopfsteinpflaster wird neu verlegt und einige der Brunnen sind gar nicht zu sehen, weil sie andernorts saniert werden.


Doubs Wanderung 73

Doubs Wanderung 58

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Die Stiftskirche


Die Stiftskirche wurde Ende des 12. Jahrhunderts nach burgundischem Vorbild erbaut.
Die Architektur zeigt den Übergang von der Spätromanik zu den Anfängen der Gotik. Der Bau des Chors, der Apsis und der Krypta war vor 1210 beendet.
Im 14. Jahrhundert wurde das Innere stark verändert und Probst Jean-Frédéric de Grandvillers ließ zwischen 1660 und 1702 bedeutende Dekorationsarbeiten im barocken Stil ausführen.
Die Krypta wurde für den Sarkophag mit den Überresten des heiligen Ursicinus errichtet, die Gebeine befanden sich bis 1323 dort. Heute werden sie unter dem Hochaltar der Stiftskirche konserviert.


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Südportal der StiftskircheDoubs Wanderung 75


Tor ohne Datum, wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
Halbrundes Tympanum mit Abbildung von Christus auf einem Thron sitzend. Zu seiner Rechten der heilige Ursicinus, betend, und zu seiner Linken sein Engel, der ein symbolisches Spruchband hält.
Auf den Kapitellen der Säulen sind die vier Evangelisten, Monster, Meerjungfrauen und ein Wolf zu sehen, die zur Schule gehen.
die Gewölbe sind reich verziert mit Perlen, Bändern, Pflanzen und Zahnfriesen. In der rechten Nische steht eine Statue des heiligen Ursicinus und in der linken eine Madonna mit Kind.


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Die 1296 erstmals urkundlich erwähnte Porte Saint-Paul befindet sich westlich der Stiftskirche. 1664 wurde das Stadttor wieder aufgebaut und ist seither für sein sehr hohes Krüppelwalmdach bekannt. An der Außenseite sind die Wappen der Stadt und des Fürstbischofs Johann Konrad von Roggenbach angebracht. In einer 1711 geschaffenen Nische stand die Statue des heiligen Ursicinus.


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Ordenshaus und ehemalige Erzdiakonie


Das Ordenshaus und die ehemalige Erzdiakonie bestehen aus zwei Hausteilen.
Der eine, wahrscheinlich von Ende des 15. Jahrhunderts, grenzt ans Kloster und weist gotische Fenster sowie einenTreppenturm auf. Der andere Teil verfügt über einen rechteckigen Erker zur Straße hin und ist äußerst dekorativ. Das ehemalige Waschhaus im Innenhof aus dem 17. Jahrhundert ist zum Hof hin offen.

Porte Saint-Pierre


Das Stadttor wurde 1522 auf den Fundamenten eines älteren Tors wieder aufgebaut, 1665 umgebaut und 1949 restauriert. Sein hohes Dach ist von vieleckigen Mansardenfenstern durchbrochen. An der Außenseite sind die Wappen der Stadt und des Fürstbischofs Konrad von Roggenbach angebracht. Das Tor beherbergt die Turmuhr «La Berbatte», eine Konstruktion des Uhrmachermeisters François Keyser aus dem Jahr 1713.


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Maison de la Fondation Béchaux-Schwartzlin


Das Haus war der Sitz der reichsten Chorherren der Stadt und wurde wahrscheinlich 1578, nach dem Stadtbrand von 1558, vom Chorherren Ursanne Desglans erbaut. Über dem großen Tor in der Mitte ziert ein gebrochener Rundgiebel das Haus. Diese und weitere reiche Verzierungen machen das Haus für die Architekturgeshcichte von Saint-Ursanne sehr wertvoll.


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Maurermeister Brunet baute die vierbogige Steinbrücke 1728 nach den Plänen von Anwalt Humbert (2016 renoviert). Sie ersetzte eine Holzbücke aus den 1670er Jahren. In der Mitte der Brüstung thront die Statue von Johannes von Nepomuk aus rotem Basler Sandstein, die Jean Münch von Münchenstein den St. Ursannern 1731 geschenkt hat. Heute steht dort die Kopie von 1973 des jurassischen Künstlers Laurent Boillat, das Original wird im Lapidarmuseum gezeigt.



Saint-Ursanne
Die wichtigsten geschichtlichen Eckdaten

Ende 6. Jahrhundert
Der heilige Ursicinus, ein irischer Mönch und Gefährte des heiligen Kulumban, lässt sich an den Ufern des Doubs nieder.

623 bis 635
Der heilige Wandregisel gründet eine erste Klostergemeinschaft.

1095 bis 1119
Die Gemeinschaft wird in ein Chorherrenstift umgewandelt.

1139
Der Bischof von Basel kauft das Städtchen, das um die Stiftskirche herum entstanden ist.

1210
Der Bischof von Basel kauft das Kloster.

1425
Die Stadt wird von den Grafen von Thierstein während des Konflikts zwischen dem Bischof und Thiebaud, dem Gutsherrn von Neuenburg und Blamont, belagert und erobert.

1634 bis 1638
Saint-Ursanne wird während des Dreißigjährigen Kriegs stark beschädigt.

1815
Gemäß dem Entscheid des Wiener Kongresses fällt das alte Bistum Basel an den Kanton Bern. Saint-Ursanne wird der Vogtei Pruntrut zugeschlagen.

1979
Nach der nationalen Abstimmung von 1978 wird der Kanton Jura gegründet.

EATALY Smeraldo – Milano

2. Juni 2017


An unserem letzten Tag in Mailand, dem 1. Mai war es zunächst nur bewölkt, aber bald, nachdem wir uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht hatten, hatte es angefangen in Strömen zu regnen.
Der EATALY Supermarkt in der Nähe der Porta Garibaldi/Porta Nuova hatte geöffnet und so haben wir uns dort ein wenig umgesehen und ein paar köstliche Mitbringsel für uns und die Daheimgebliebenen besorgt.



Bei EATALY werden qualitativ hochwertige,  italienische Lebensmittel angeboten und man bekommt natürlich auch die Spezialitäten aus der Region.
Eataly ist weltweit einer der größten Vertreiber von italienischen Konsumgütern.
Eataly kooperiert mit Slow Food.

In Mailand gibt es auch eine kleine Gärtnerabteilung mit Saatgut, mehrere Restaurants, Backwaren, eine Paninoteca und auch eine große Auswahl an Kochbüchern und Küchenzubehör.

Die Markgräflerin hat sich natürlich wieder ein Souvenir in Form eines Kochbuchs (Mailand/Lombardei) mitgebracht und ein Holzklötzchen mit Rillen, mit dem man Gnocci in die richtige Form bringen kann.

Das Buch erfüllt gleich mehrere Zwecke – es sind alle typischen Rezepte aus Mailand und der Lombardei einhalten – zum Beispiel verschiedene Risotti, Ossobuco, Co(s)toletta, Kürbisgnocchi – mit ansprechenden Food Fotos, ausserdem gibt es stimmungsvolle Fotos aus Mailand zu verschiedenen Jahreszeiten und man kann auch noch Sprachen damit lernen.
Weil es nämlich keine Bücher in Deutsch gab, habe ich mir die Version Italienisch mit  „Untertiteln” gekauft.
Links auf der Seite steht immer der italienische Originaltext, auf der rechten Seite die Übersetzung auf Englisch.
Ein wunderschönes Buch, das man gerne öfters zur Hand nimmt, um darin zu stöbern und etwas daraus nachzukochen.



Hier sind ein paar Bilder von unserem Besuch bei EATALY:



Es war Mittagszeit  – und natürlich bekommt man beim Durchschlendern mächtigen Appetit auf all die Köstlichkeiten.
Da wir nicht mehr so viel Zeit übrig hatten, haben wir uns nicht an einer der Schlangen der Restaurants angestellt, sondern haben uns jeder ein Panino bestellt.
Ich hatte ein Panino mit gegrilltem Gemüse und Käse, der Markgräfler eine Vollkorn-Piadine mit Frittata (Omelett) – beides unterm im Grill warm gemacht.

Danach gab’s an der Caffè-Bar noch einen Espresso und was Süßes zum Dessert.


Pizza!

Panini, Piadine, Tramezzini & Co.


Für zu Hause haben wir einen Panettone mitgenommen, außerdem eine gute Mailänder Salami, Tartufi, Catalogna Samen, eine Stofftasche mit EATALY-Aufdruck, Basilikum-Pesto (nur mit den Zutaten, die da reingehören), Safran Ravioli mit Ossobuco und Gremolata Füllung…



Und dann mussten wir schon wieder zurück in Richtung Hotel – aber nicht, ohne vorher in einer Bar um die Ecke unseren letzten Apéro in Mailand zu genießen.



In den meisten Bars ist es übrigens so, dass man zuerst an der Kasse bezahlt und mit dem Kassenbon zum Tresen geht.
Übrigens haben wir an der Bar nicht schlecht gestaunt, als der Barmann eine 3 Liter Apérol Flasche hervorgeholt hat – gibt es übrigens auch mit Campari.
Na denn – Prost!
Selbst wenn man seinen Apéro im Stehen an der Bar trinkt – was übrigens meist auch preisgünstiger ist, als wenn man sich hinsetzt und dort bedient wird – bekommt man üppige Snacks dazu.


 

Feierabend Apéro Cocktail: Campari Spritz – Das Originalrezept aus der Camparino Bar Milano

26. Mai 2017


So, heute gibt es als Feierabend-Cocktail mal ein Rezept aus der Camparino Bar in Mailand!

Statt Apérol Spritz gibt es Campari Spritz!

Der ist nicht so süß wie Apérol Spritz, hat aber etwas mehr Alkoholgehalt. Also vorsichtig genießen – und vergesst auf keinen Fall die wichtigen „Beilagen” wie Oliven, Blätterteighäppchen und Kartoffelchips!!!



Campari Spritz

Ingredienti
3,75 cl. Campari
6 cl. Prosecco D.O.C. Cinzano
1 Splash di soda

Istruzioni
Preparatelo direttamente nel calice da vino con ghiaccio versando in sequenza:

Prosecco D.O.C. Cinzano
uno splash di soda
completate versando Campari
Guarnite con spicchio d’arancia


Campari Spritz


Zutaten
• 3,75 cl. Campari
• 6 cl. Prosecco D.O.C. Cinzano
• 1 Spritzer Sodawasser
• 1 Orangenscheibe

Zubereitung
Die Zutaten in folgender Reihenfolge direkt in ein Weinglas mit Eiswürfeln gießen:

  1. Prosecco D.O.C. Cinzano
  2. ein Spritzer Soda
  3. Campari
  4. mit einer Orangenscheibe garnieren.

Cocktail_Campari_Spritz_022


Campari Spritz


Ingredients
• 3.75 cl. Campari
• 6 cl. Prosecco D.O.C. Cinzano
• 1 splash of soda water
• 1 orange slice

Preparation
Pour the ingredients directly into a wine glass with ice cubes in the following order:

  1. Prosecco D.O.C. Cinzano
  2. A splash of soda
  3. Campari
  4. Garnish with an orange slice

Campari_Spritz_021

Mailand am Abend – Apéro und Bummel in Hinterhöfen an den Navigli

25. Mai 2017


Gegen Abend sind wir dann nochmal mit der Metropolitana zu den Navigli, den mittelalterlichen Wasserstraßen gefahren – diesmal nur mit leichtem Gepäck, den Rucksack mit schwerem Fotoapparat hatten wir im Hotel gelassen und nur die kleine, kompakte Kamera mitgenommen.
An den Ständen des Sonntagsflohmarkts wurde langsam zusammengepackt, aber in den kleinen schnuckeligen Hinterhöfen konnte man noch bei den Künstlern und in den kleinen Läden ein wenig bummeln.
Wir haben uns zuerst in einer Bar mit einem reichhaltigen Panino gestärkt und noch einen Espresso getrunken und haben uns noch ein wenig umgesehen, bevor wir in einer Bar zum Apéro eingekehrt sind.




Als die Kelten beschlossen, sich hier anzusiedeln, erstreckten sich in der Poebene weite Sumpfgebiete, in denen sich mehrere Handelswege kreuzten.
Bald stellte sich heraus, dass diese sehr lohnenswert waren und man mit dem Handel ein gutes Auskommen hatte.
Man begann deshalb darüber nachzudenken, wie man den Handel noch effizienter gestalten könnte und kam zu dem Schluss, das Gebiet trockenzulegen und mit einem Netz von Kanälen zu durchziehen.
Im 12. Jahrhundert wurde ein ausgetüfteltes System von Wasserstraßen geschaffen, die Mailand mit den Flüssen Ticino, Adda und Po und somit mit der Adria und den oberitalienischen Seen verbanden.
Sämtliche Waren konnten nun über den leichteren Wasserweg transportiert werden – auch die unzähligen Tonnen Marmor, die für den Bau des Mailänder Doms benötigt wurden, erreichten Mailand über die Navigli. Gleich neben der Baustellle befand sich eine Mole, an der die Schiffe anlegen konnte.
Der Handel boomte und auch Leonardo da Vinci wollte seinen Beitrag dazu leisten – er beschäftigte sich nämlich damit, das Schleusensystem zu verbessern, damit noch mehr Schiffe die Kanäle passieren konnten.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben Eisenbahnen und Straßen die Rolle der Kanäle als Transportwege übernommen.
Als die Navigli immer mehr zu Kloaken verkamen, schüttete man die meisten in den 1920er Jahren kurzerhand zu.
Als Mussolini dann große corsi brauchte, verschwanden die letzten Wasserstraßen unter den Paradestraßen des Stadtrings.


Darsena Hafenbecken – ein beliebter Treffpunkt am Abend


Übrig geblieben ist das Hafenbecken (Darsena), welches ab 1603 unter der spanischen Herrschaft angelegt wurde. Das sichelförmige Hafenbecken markiert den Endpunkt der beiden übriggebliebenen Kanäle Naviglio Grande und Naviglio Pavese.


Verwunschene Hinterhöfe, in denen man so manche Entdeckung machen kann



Das alte Waschhaus



Ein verwittertes Waschhaus erinnert an die alten Zeiten des Navigli-Viertels:
Holzbalken halten ein krummes Ziegeldach und es ist gar nicht so lange her, da knieten hier noch Hausfrauen, schrubbten Schlafanzüge und Blaumänner und spülten sie mit Wasser, das sie aus dem Naviglio Grande abzweigten.


Apéro in der UGO BAR BISTRO



Die Markgräflerin hatte einen Apérol Spritz (hier mit Olive im Glas serviert) der Markgräfler einen Campari Soda.
Und wieder gab es eine reichhaltige Platte mit Häppchen – Brot mit Olivenpaste, geröstetes Brot mit Olivenöl, Oliven, Karottensticks, Brot mit rohem Schinken, Mortadella, Taralli (Knabbergebäck) Spießchen mit Tomate und Mozzarella und natürlich die obligatorischen leicht gesalzenen Kartoffelchips.
Nach dem Panino am späten Nachmittag und diesen Apéro Happen waren wir eigentlich satt und kurzerhand haben wir den ursprünglichen Plan, noch Essen zu gehen,verworfen.



Unterwegs gesehen…



Mit der Tram sind wir dann bis zum Domplatz gefahren und haben uns im Edel-Kaufhaus La Rinascente, das am Sonntagabend noch geöffnet hatte ein wenig umgesehen.



Süßes im Kaufhaus La Rinascente



Dann ging’s zurück in Richtung Hotel…



Unterwegs haben wir uns dann noch ein Eis bei GROM – derzeit die angesagteste Gelateria in Italien – gegönnt. Denn ein Trip nach Italien ist kein richtiges Erlebnis ohne Eiscreme!!!
GROM wirbt mit dem Slogan „Il gelato come una volta” – Ein Eis wie früher.
Nur mit natürlichen, qualitativ hochwertigen Zutaten und ganz ohne Zusatzstoffe!
Sowas hat natürlich seinen Preis – 2,60 € für die kleine Portion = eine große Kugel im Becher. Aber es lohnt sich wirklich.



Fortsetzung folgt…


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