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Wanderung auf dem Münstertalweg

Muenstertal St. Trudpert 1


Im Juli und September waren der Markgräfler und die Markgräflerin auf dem Münstertaleg unterwegs. Im Sommer hatten wir unser Auto beim Campingplatz bzw. beim Belchen-Center abgestellt (von Staufen her kommend am Ortseingang von Münstertal). Im September sind wir an einem eher regnerischen Tag mit Bahn und Bus zum Notschrei gefahren und talabwärts nach Münstertal gewandert.
Bilder vom Notschrei habe ich keine gemacht – es war neblig und nass und wir waren mit Regencapes unterwegs. Deshalb sind wir recht zügig gewandert. Erst kurz vor der Burg Scharfenstein konnten wir die Regencapes wegpacken. Gegen Ende der Wanderung hatte es angefangen, wie aus Eimern zu regnen. Eigentlich wollten wir noch bis nach Staufen wandern, stattdessen sind wir mit der Münstertalbahn von Untermünstertal mit Umstieg in Bad Krozingen wieder nach Hause gefahren.


Wanderung Nr. 1
Auf dem Münstertalweg zum Kloster St. Trudpert / Juli 2021


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Entlang des Weges findet man noch zahlreiche Eingänge zu Stollen aus Bergbau-Zeiten – zum Beispiel den Laisackerstollen.
Der Laisacker-Gang, auf den dieser Stollen angesetzt war, zieht von der Schwärzhalde in südwestlicher Richtung ins Tal. Die Länge des Ganges beträgt etwa 200 m, seine Mächtigkeit (=Dicke) liegt unter 1m. Oberhalb und unterhalb des am Hang verlaufenden Köpfleweges finden sich im Wald undeutliche Pingen und Halden sowie vereinzelte Rollstücke von grobspätigem Schwerspat und Quarz.
Neben den Hauptmineralien Schwerspat und Quarz führt der Gang noch Eisenspat und Brauneisen. Blei-, Kupfer- und Silberminerale fehlen.
Der Laisacker-Stollen zeugt von der Hoffnung, in größerer Tiefe doch noch reichhaltige Erze zu finden. Zu diesem Zweck wurde hier ein Stollen begonnen, der den weiter oben am Hang verlaufenden Gang jedoch nicht erreicht hat, da nach 55 m der Vortrieb eingestellt wurde. Der Stollen ist in Schlägel- und Eisenarbeit aufgeführt, deren Spuren man an den Stollenwänden noch gut erkennen kann.



Blick auf das Rathaus


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Es geht weiter bergauf, vorbei an Viehweiden mit Blumen und Wildkräutern, über Bächlein und am Waldrand mit mossbewachsenen Gneis-Felsen entlang.


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Der Gneis ist ein metamorphes Gestein, d. h. es ist durch Umwandlung aus Sandstein und ähnlichen Gesteinen hervorgegangen. Die Umwandlung (=Metamorphose) fand vor etwa 450 Millionen Jahren in einer Tiefe von 10 – 25 km unter der Erdoberfläche statt, wo hoher Druck und Temperaturen von ca. 400 – 600 °C herrschen. Charkteristisch für den Gneis ist seine fein bis mittelkörnige Struktur, wobei durch die mehr oder wwniger parallele Anordnung der dunklen Glimmerblättchen ein Lagengefüge zu erkennen ist. Am Aufbau des Gesteins sind vorwiegend Quarz, Feldspat und Biotit beteiligt, nicht selten auch Cordierit und Hornblende. In geringen Mengen kommen auch Apatit, Zirkon und Magnetit vor.
Die Farbe des Gneises variiert zwischen Hell- und Dunkelgrau, bei Verwitterung erscheinen braune Farbtöne. Die Witterungsbeständigkeit und mechanische Festigkeit ist meist nur recht gering, die Neigung zur Felsrippenbildung daher nur auf besonders verfestigte Partien beschränkt.



Der Schwärzhaldestollen



Der Erzgang, auf dem dieser Stollen angesetzt ist, verläuft fast in Nord-Süd-Richtung und hat eine bekannte Länge von etwa 100 m. Seine Mächtigkeit beträgt etwa 20 cm, an Mineralen kommen hauptsächlich Schwerspat und Quarz vor. Die Bergbauspuren auf diesem Gang sind recht unbedeutend. Der Stollen war ursprünglich sehr niedrig und etwa 30 Meter lang. In späterer Zeit wurde der vordere Teil stark erweitert und als Keller genutzt. Die Fortsetzung des Stollens befindet sich in der Rückseite des Kellerraumes, von dessen Firste (=Decke) ein kleiner Schacht nach oben abgeht, der zur Belüftung diente.
Der Stollen ist in Schlägel- und Eisen-Arbeit aufgeführt, d. h. er wurde nur mit Fäustel und Spitzhammer hergestellt, ohne Verwendung von Schießpulver. Über das Alter des Stollens ist nichts bekannt, vermutlich stammt er aber aus dem späten Mittelalter.


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Blick aufs Kloster St. Trudpert

Bei den Bildern rund ums Kloster St. Tudpert habe ich noch ein paar alte Fotos von einer Wanderung aus 2017 hinzugefügt. Damals mit Einkehr im Café-Gasthof zum Kreuz.


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Kloster St. Trudpert


Aus der Einsiedelei des irischen Mönches Trudpert entwickelte sich im Laufe vieler Jahrhunderte ein blühendes Kloster, an dem allerdings die Wirren der Zeit nicht ohne Spuren vorübergingen. Die Geschichte des Münstertales ist in hohem Maße geprägt vom Kampf der weltlichen Herren und des Klosters um den Besitz der Silbergruben, da ein einheitliches Bergrecht noch nicht existierte und sowohl der Kaiser wie auch der Landesherr oder der Grundeigentüemr das Recht zum Betreiben von Bergwerken für sich in Anspruch nahmen. Nach dem 30-jährigen Krieg betrieb das Kloster selbst Bergbau, der Klosteramtmann war Bergrichter, die Aufsicht über die Gruben war einem Pater Bergdirektor übertragen, das Kloster beherbergte ein Bergamt, in dessen Siegel Schägel und Eisen sowie die „drei Fronberge” auf die Beziehungen zwischen Kloster und Bergbau hinweisen.
Im Jahr 1719 ließ der Abt Augustinus Sengler zur Erinnerung an die Wiedereröffnung der klostereigenen Gruben eine Gedenkmedaille prägen, deren Text auf diese Ereignis hinweist.


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Einkehr im Café-Gasthof zum Kreuz unterhalb des Klosters.



Bilder aus unserer 2. Wanderung auf dem Münstertalweg, vom Notschrei kommend



Die Spielwegkapelle




Beim Romantik-Hotel Spielweg – hier kann man zum Essen einkehren.
Nebenan kann man das Bienenkundemuseum besuchen.
Wir haben bei Nieselregen eine kurze Vesperpause gemacht und sind dann weitergewandert, kurz darauf gab es heftigen Regen.


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Unser Rückweg im Juli – ohne Regen aber nach starken Regenschauern in den Tagen zuvor:



Blüten und Schmetterlinge


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Die Karte zur Wanderung und weitere Bilder findet ihr beim Markgräfler.

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Zu Gast im Markgräfler Alte Post Hotel #Gewinnspiel [Werbung]


Heute habe ich einen ganz besonderen Tipp für Genießer aus der Region und alle, die gerne einmal die Heimat der Markgräflerin besuchen möchten und nach einer schönen Unterkunft suchen. Und dazu gibt es auch noch etwas zu gewinnen. Das Gewinnspiel findet ihr am Ende des Beitrags.

Mit Blick auf die Landesgartenschau 2022 Neuenburg am Rhein, die nur wenige Kilometer von Müllheim entfernt stattfindet, bietet sich das Landhotel „Alte Post” geradezu als idealen Aufenthaltsort an, wenn man außerdem noch die Gegend erkunden und Ausflüge in den Schwarzwald, das Elsass oder die Schweiz unternehmen möchte.

In meinem Urlaub zu Hause war ich an einem Nachmittag zu Gast bei der Familie Mack im traditionsreichen Restaurant Hebelstube in Müllheim und habe mich dort ein wenig für euch umgesehen.


Der Garten


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Gartenrestaurant im Schatten der Platanen des Landhotel „Alte Post“ an einem sonnigen Septembertag


Das Markgräflerland wird oft als Toskana Deutschlands bezeichnet und dies zurecht – der Garten im Innenhof des Landhotel Alte Post hat eine südländisch-mediterrane Ausstrahlung. Hier kann man  bei einem guten Essen oder einem Gläschen Wein mit Freunden den Sommer genießen oder nach einer Herbstwanderung oder Radtour die Seele baumeln lassen.

Von 12 bis 13.30 Uhr gibt es eine Mittagskarte, von 14 bis 17 Uhr kann man von der Snack Karte kleine regionale Köstlichkeiten genießen – die hausgemachten Gemüsechips, Salami von der Metzgerei Brunner und Rüdlin, Forellenaufstrich, gepickeltes Gemüse, Oliventapenade oder  Käse vom Glocknerhof – alles mit einer feinen Brotauswahl von der Bäckerei Kirschner.

Und abends finden regelmäßig Veranstaltungen statt – zum Beispiel die Grillabende „Grill & Chill“ am Dienstag (von Ende Mai bis Ende August) oder ab Ende September „Wein und Chill“ mit Livemusik und Gastwinzern (jeden letzten Freitag im Monat).
Da es am Tag meines Besuchs trotz Sonne um die Mittagszeit noch etwas kühl war, wurde der Lunch auf der windgeschützten und beheizten Terrasse mit Blick auf den Garten serviert.


Die Terrasse


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Auf der wöchentlich wechselnden Mittagskarte mit saisonalen Gerichten kann aus zwei verschiedenen Lunchmenüs in drei Gängen und einem Tagesgericht gewählt werden.

Zuerst gab es einen Gruß aus der Küche – Brot mit Aufstrich:


Sonnenblumenkerne | Tomaten | Salz


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Das saisonale Tagesgericht bestand an diesem Tag aus Tagliatelle mit Steinpilzen an einer feinen Rahmsauce, mit Parmesanhobeln und Parmesanchips garniert.


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Einer der Hauptgänge lautete:


Tranchen vom Rinderrücken“
Asiatischer Lack | Gemüserolle | Reis


Die Gemüserolle ist mit In Streifen geschnittenem Wurzelgemüse gefüllt und asiatisch gewürzt. Das Topping besteht aus frittierten Ingwerstreifen.


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Bei der Auswahl ihrer Produkte achtet die Familie Mack darauf, dass diese ihrer Philosophie der Nachhaltigkeit entsprechen – dabei stehen Regional, Saisonal, Bio und Tierwohl an erster Stelle. Auf der Lieferantenliste des Restaurant Hebelstube stehen einige Produzenten, auf die auch die  Markgräflerin schon lange vertraut, so zum Beispiel die Demeter Gärtnerei Piluweri und die  Metzgerei Brunnner & Rüdlin aus Hügelheim oder die Forellenzucht Günther in Schweighof.
Die verwendeten Kräuter stammen überwiegend aus dem hauseigenen Kräutergarten im Park.
Küchenchef ist seit März dieses Jahres Pierre-Marie Barrel, der die Markgräfler Küche mit der französischen Küche vereint. Seit neuestem gibt es auf der Abendkarte und am Wochenende zum Beispiel ein Fischmenü mit Bouillabaisse.
Zur Auswahl gibt es raffinierte Vorspeisen – derzeit besonders angesagt ist Onsenei (pochiertes Ei)   Meerrettichespuma | Ochsenbrust – , Hauptgerichte mit Fleisch, Fisch  oder Vegetarisch. Auf Vorbestellung wird auch Vegan gekocht. Abgerundet wird das Menü mit verführerischen Desserts, wie zum Beispiel das Markgräfler Winzerdessert, das bei meinem Besuch serviert wurde – da konnte die Markgräflerin einfach nicht widerstehen.



Variation von Trauben
Biskuitrolle mit Traubengelee, Mousse, Sorbet und Traubengelee-Würfel



Die dafür verwendeten Trauben wachsen direkt neben der Küche – ihr Laub beschattet den Pausenbereich des Personals im Freien.



Im Restaurant  / Die Hebelstube



Die „Alte Post” wurde 1745 aus den Steinen des im 30-jährigen Krieg zerstörten Zisterzienserklosters in den Klosterbeigärten als Posthalterei gebaut. Im Jahr darauf wird sie durch den Erwerb der Wirtschaftskonzession für 75 Goldgulden zum Wirtshaus und Pferdewechselstation von Thurn und Taxis auf dem Reiseweg von Frankfurt nach Basel.


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Die Markgräflerin hatte sich schon immer gewundert, was die Figur auf dem Türmchen bedeutet.

Im Zeichen der Poststation
Auf dem ehemaligen Glockenturm grüßt Hermes der Götterbote. Die Figur wurde im Krieg zerstört und lag danach im Museum. Heiner Mack hat sie 1994 restaurieren lassen und seither thront Hermes wieder auf dem Türmchen der „Alte Post”.

Das sowohl damals in der Postkutschenzeit als auch heute verkehrsgünstig gelegene Wirtshaus – etwa 30 Kilometer von Freiburg und 40 Kilometer von Basel entfernt – bewirtete viele berühmte Gäste: Markgraf Karl Friedrich, Goethe auf seiner zweiten Italienreise, Hoffmann von Fallersleben und der berühmte alemannische Dichter Johann Peter Hebel, der hier Stammgast war.


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Nach ihm ist auch das Restaurant „Hebelstube” im Landhotel „Alte Post” benannt und er hat ihr sogar die erste Strophe in seinem Gedicht „Der Schwarzwälder im Breisgau” gewidmet.

Z‘ Müllen an der Post,
Tausigsappermost!
Trinkt me nit e guete Wii!
Goht er nit wie Baumöl ii,
z’Müllen an der Post!


Die Hebelstube



In den Wirtschaftswunder-Jahren haben sich die Zeiten gewandelt – eine Hotelgesellschaft aus Frankfurt richtet ein für den Autotourismus geeignetes Motel ein.

1986 erwirbt Heinrich Mack das in die Jahre gekommene Anwesen. Bereits damals, vor 35 Jahren, setzte er bei den ersten Renovierungsarbeiten sein zukunftsorientiertes, innovatives, nachhaltiges und ökologisches Konzept um.

Im Jahr 2016, zum 30-jährigen Jubiläum im Landhotel Alte Post wurde der historische Posthaltersaal saniert und mit baubiologischen Materialien, hochwertigem Eichenholzboden, modernster Technik, CO2-neutraler Klimaanlage und aufwendiger Akustikdecke ausgestattet.

Ich durfte mir auch noch die Hotelzimmer, den Hotel- und Kräutergarten und den Weinkeller ansehen. Im Kräutergarten gibt es Ende September leider nicht mehr viel zu sehen, dafür blühen noch viele bienenfreundliche Stauden im Garten.


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Das umweltfreundliche und nachhaltige Konzept ist überall präsent und es herrscht eine freundliche und familiäre Atmosphäre zum Entspannen, Erholen und Wohlfühlen.


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Das Landhotel mit Hotelgarten


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Die Etagen sind nach Kräutern, Gemüse, Rebsorten oder Bäumen benannt.


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Die Baum-Etage mit historischem Steinboden auf dem Flur


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Die Hotelzimmer –
Raum Kastanie mit Blick auf den Hotelgarten



Nicht nur Geschäftsreisende fühlen sich hier wohl – seit Corona werden die Aufenthalte der Gäste immer länger – viele verbringen ihren Jahresurlaub im Markgräflerland, weil die Freizeitmöglichkeiten so vielfältig sind, deshalb soll eine der obersten Etage in Kürze neu ausgestattet werden, um noch mehr Komfort zu bieten.

Der Hotelgarten – die Gäste der Rebsorten-Etage müssen nur die Türen zur Terrasse öffnen und können die Abendsonne und dazu ein Glas Wein im Garten genießen.



Der Veranstaltungsraum im Keller


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Der Weinkeller


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Wer nach einem Urlaubs-Mitbringsel sucht, wird hier fündig. Darüber hinaus bietet die Alte Post auch feine Köstlichkeiten im Glas an – zu Beispiel gepickeltes Gemüse oder Fruchtaufstriche.


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Gewinnspiel


Und jetzt kommt noch ein kleines Bonbon für euch:
Zu gewinnen gibt es einen Gutschein über ein Drei-Gänge-Menü für zwei Personen im Restaurant Hebelstube im Landhotel Alte Post.

Was ist zu tun?

  • Like diesen Beitrag und hinterlasse einen Kommentar in meinem Blog oder auf meiner Facebook/Instagram Seite unter Angabe von #AltePost, mit wem Du gerne das Drei-Gänge Menü genießen möchtest
  • Folge @hebelstube und @altepost_Muellheim – siehe  Landhotel Alte Post
  • Ende des Gewinnspiels ist der 31. Oktober 2021
  • Die Gewinnerin / der Gewinner wird nach dem Zufallsprinzip ermittelt und über Instagram von der Alten Post benachrichtigt
  • Personenbezogene Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet
  • Das Gewinnspiel findet nicht in Verbindung mit Instagram statt / Werbung
  • @altepost_müllheim & @hebelstube sind für die Einhaltung der Teilnahme- und Datenschutzbedingungen verantwortlich
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2 Wanderungen rund um Badenweiler

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 27


Anfang August haben wir eine Wanderung unternommen, bei der es steil bergauf – fast bis auf den Blauen – ging. Vor etwa einem Jahr sind wir auch schon durchs Vogelbachtal gewandert, damals sind wir in Schweighof bei der Wassertretstelle gestartet, die damals leer war. Im vergangenen Jahr war es sehr trocken und heiß, der Vogelbach war nur ein kleines, fast versickertes Rinnsal. In diesem Jahr war das anders.
In diesem Beitrag seht ihr Bilder beider Wanderungen. Die Karte beschreibt nur die Wanderung ab Schweighof. Beim Markgräfler findet ihr weitere Informationen zur diesjährigen Wanderung, die wir am Waldrand von Badenweiler begonnen haben.


Karte



Oberhalb von Schweighof: Hier wachsen Esskastanien und ein Imker hat seine Bienenvölker für Waldhonig platziert. Der Bachlauf ist im Sommer 2020 nahezu ausgetrocknet.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 4

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 5


Kräuter am Wegesrand:
Schafgarbe


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Färberkamille



Sommerflieder


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Tollkirsche
(Achtung, giftig!)


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Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 14

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 19


Bei der Friedrich Hilda Esche stand im vergangenen Jahr noch eine Bank, auf der wir im Schatten unser Vesper ausgepackt haben. Es gab Blätterteigteilchen, gefüllt mit Brie, Thymian und Kirschmarmelade.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 23


Nachdem wir uns gestärkt und im im Schatten ausgeruht haben, geht es weiter.



Wir kommen am ehemaligen Ausflugslokal „Bergmannsruhe“ vorbei.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 28

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 29

Dann geht’s weiter durch den Wald, vorbei ein zahlreichen Nadelbäumen, denen die Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre sehr zu schaffen macht, am Hubertusbrünnele machen wir kurz Halt. Hier kann man wunderbar Arme und Gesicht kühlen.



Holzverladerampe


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 32

August 2021
Wanderung von Badenweiler durchs Vogelbachtal, Prinzensitz und Sophienruhe


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Oben: Staudengarten am Rand von Badenweiler
Unten: Wilde Blumen am Wegesrand



Erstmal geht es steil bergauf


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Glockenblumen



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Bei der Friedrich-Hilda-Esche: Die Sitzbank ist verschwunden…


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Und dann wird es richtig anstrengend, es geht stetig weiter den Berg hinauf, wir sind am Ende nur noch ein bis zwei Kilometer vom Blauen (1.165 m hoch) entfernt, bevor wir den Weg zur Sophienruhe einschlagen.


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Bei dem Felsen machen wir Pause – er liegt direkt an der Straße zum Blauen. Gegenüber kann man über die Leitplanke klettern, um sich auf ein paar großen Steinen im Schatten niederzulassen.


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Von der Sophienruhe aus hat man eine herrliche Aussicht auf die Burg Baden, den Römerberg, die Rheinebene und die Vogesen.

Großherzogin Sophie von Baden, sie war mit Großherzog Leopold (1830-1852) verheiratet, weilte 1842 längere Zeit als Kurgast in Badenweiler. Lieblingsziel ihrer Ausflüge war die nach ihr später benannte „Sophienruhe”.
Für die Ausflüge wurden im 19. Jahrhundert in Badenweiler gern Esel als Reittiere benutzt. Der Standplatz der Esel mit ihren Führern war der „Eselsweg”, der Verbindungsweg zwischen Kurpark und Kaiserstraße gegenüber der evangelischen Kirche.


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Wir genießen die Aussicht, trinken unseren mitgebrachten Tee nebst einem Stückchen Schokolade. Dann gehen wir zurück nach Badenweiler.
Unterhalb von der Sophienruhe gibt es neuerdings eine Grillstelle.
Das ist auch ein beliebter Platz für Hobbygeologen, die hier beim Steineklopfen auf den Fund eines Flourit Kristalls hoffen.


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Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 107


Mächtige Felsblöcke im Pfarrwald-
wir sind am Ende unserer Wanderung angekommen


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Sommer-Rundwanderung: Laufen – St. Ilgen und ein verwunschener Garten

Wanderung Laufen_St Ilgen 3


Wieder mal ein Rückblick – genau vor einem Jahr, im August 2021, an einem ähnlich heissen Tag wie heute – wollten wir nur eine kurze Wanderung in der näheren Umgebung unternehmen.
Nachdem wir in der Augustausgabe des Veranstaltungsmagazins „Wohin im Markgräflerland“ einen Beitrag von Bianca Flier über den „Zaubergarten“ gelesen hatten, der am nordwestlichen Ortsrand von St. Ilgen vom Gärtnermeister Isbert Preußler in fast 50 Jahren geschaffen wurde, wollten wir uns das kleines Gartenparadies einmal ansehen.


Wanderung Laufen_St Ilgen 24


Unser Auto hatten auf einem öffentlichen Parkplatz beim Winzerkeller in Laufen abgestellt. Den konnten wir übrigens nicht links liegenlassen, sondern haben uns dort noch mit Zutaten für einen Weincocktail eigedeckt – aber davon erzähle ich euch in einem weiteren Beitrag.


Wanderung Laufen_St Ilgen 1


Zunächst sind wir ein kleines Stück durch’s Wohngebiet von Laufen gewandert, bis wir vorbei an Obstplantagen, Blumenfeldern und Reben nach Sankt Ilgen kommen.


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Wanderung Laufen_St Ilgen 2


Sonnenblumen


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Wir kommen nach St. Ilgen, wo wir uns zuerst die St. Ägidius Kirche ansehen und uns dann gegenüber vom Dorfbrunnen auf einer Bank im Schatten eines Baums niederlassen. Unser mitgebrachtes Vesper wird verspeist, dann geht es weiter zum Garten von Isbert Preußler.


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St. Ägidius Kirche St. Ilgen (Sulzburg)


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Am Ortsrand, hinter dem letzen Haus befindet sich mitten in den Reben der Garten von Isbert Preußler.


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Nachdem die Markgräflerin und der Markgräfler gestern kurz in der Staudengärtnerei Gräfin Zeppelin waren, wo Isbert Preussler fast 30 Jahre als Gärtner tätig war, haben wir den Garten nochmals besucht.


Garten Preussler 1


Isbert Preußler ist im Dezember 2020 verstorben, die Angehörigen pflegen den Garten weiterhin, um ihn im Andenken an den Verstorbenen für Besucher offen zu halten.
Die folgenden Fotos sind sowohl vom vergangenen Jahr, als auch von unserem aktuellen Besuch.


Der Eingang zum Garten von Isbert Preußler


Wanderung Laufen_St Ilgen 42Mitte August 2020


Ein schmaler Pfad schlängelt sich durch das Areal, hin und wieder muss sich der Besucher bücken, wenn Rosenzweige über den Weg ragen. Im vergangenen Jahr war es viel zu heiß und es hatte zu wenig geregnet. Dennoch überwiegt ein sattes Grün, es blühen Kräuter, ein paar Rosen und gelber Sonnenhut.
In diesem Frühjahr bzw. Frühsommer wollten wir uns eigentlich den Garten nochmal ansehen, denn man sieht viele Pfingstrosen-Pflanzen und sicher gibt es dazwischen verteilt auch Blumenzwiebeln –  im April, Mai und Juni muss es hier üppig blühen. Leider haben wir das in diesem Jahr verpasst.


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14. / 15. August 2021


St IlgenBlick auf St. Ilgen


Garten Isbert Preussler 2

Garten Isbert Preussler 3

Garten Isbert Preussler 4

Garten Isbert Preussler 7

Garten Isbert Preussler 10


Wie entstand die „Paradiesische Unordnung”?


Bald nach der Übersiedlung ins Markgräflerland von Potsdam nach Laufen im Dezember 1960 hielt ich Ausschau nach einem Stück Land, um für die junge Familie Gemüse anbauen zu können. Ich arbeitete in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. In dieser Zeit wurde das Angebot wesentlich erweitert. Das Pfingstrosen-Sortiment lag mir besonders am Herzen.
In der Kriegszeit mußten Blumen vernachlässigt werden, die Ernährung hatte Vorrang. Von manchen Pflanzen gingen die Namen verloren. Um diese wieder zu finden , ließ ich mir P.– Vergleichspflanzen schicken; z. B. aus der Sammlung in Průhonice bei Prag. Gleichzeitig kauften wir neue Sorten aus dne USA. – So entstand im Laufe der Jahre mein Schaugarten. Die erste Zeit war die Arbeit leicht. Die Anpflanzung in Reihen ermöglichte den Ensatz der Motorhacke. Dies stellte sich bald als Nachteil heraus. Unter der gelockerten Erdschicht verdichtete sich der Boden, was den P. nicht bekommt. Die Blühwilligkeit ließ bald nach. So lockerte ich alles mit dem Spaten! — Anfangs standen nur zwei alte Apfelbäume hier. Alle anderen Gehölze waren selbstgezogenen Sämlinge. Die Fichte brachte mir meine Mutter aus dem elterlichen Garten bei Dresden mit! Der Nußbaum wuchs aus einer Nuß, die ich unter einem alten Baum in einem Umlegungsgebiet auflas: ich versprach dem Baum sein Weiterleben in einem Jüngeren (→ Gedicht) . – So entstand aus der Sammlung ein bunter Garten. Früher mochte ich keine Rosen: In der Gärtnerei pflegte ich die Rabatten, ich ärgerte mich über die die abgeschnittenen Rosentriebe. Meine Rosen bringen Struktur und Farbe ins Gelände. Die anderen Sträucher möchte ich nicht missen. Jede Pflanze weckt Erinnerungen, fördert Gespräche, vermittelt… – Es gibt manches zu entdecken!
„Suchet, und ihr werdet noch ganz etwas anderes finden. “ sagte Karl Foerster.


Garten Isbert Preussler 11

Garten Isbert Preussler 18

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Garten Isbert Preussler 21

Garten Isbert Preussler 26

Garten Isbert Preussler 31Garten Isbert Preussler 33

Garten Isbert Preussler 34

Garten Isbert Preussler 42


Ein letzter Blick auf St. Ilgen – wir kommen bestimmt wieder.


Garten Isbert Preussler 43


Auf der Wanderung von St. Ilgen zurück nach Laufen / August 2020


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Wanderung von Görwihl durch die Höllbachschlucht

Wanderung Hotzenwald Höllbach 43An der Alb, wo der Höllbach mündet


Vergangenes Jahr Ende Juli sind wir mal ein Stückchen weiter weg gefahren, um eine Wanderung durch die Höllbachschlucht zu unternehmen.


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Ausgangspunkt war der Ort Görwihl. Für diese Wanderung solle man sich einen Tag vornehmen, an dem es nicht so heiß ist, denn auf der Strecke geht es mehrmals steil berauf. Hier hatten wir schon den ersten Anstieg hinter uns – es geht an Feldern vorbei bis wir in ein Waldstück eintreten.


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An der Lochmühlehalde folgen wir dem Wegweiser zum Höllbachwasserfall.
Wir müssen ein kurzes Stück an der Straße entlang, bis wir diese kreuzen, um auf den Weg zum Kaibenfelsen zu gelangen.


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Wir entdecken Färber-Ginster am Straßenrand – kurz darauf ein schöner Ausblick (im Tal: Gasthof Löwen in Görwihl-Tiefenstein)


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Der Kaibenfelsen


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Wir steigen den Berg zum Kaibenfelsen hoch, von dort kann man tief unten in die Albschlucht sehen. Wir machen auf der Bank, die oben auf dem Felsen steht eine kleine Pause.
Rundum Felsen mit Moosen und Flechten, ausserdem Heidelbeersträucher und Mischwald mit Eichen. 


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Blick tief nach unten in die Schlucht der Alb


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Wanderung Hotzenwald Höllbach 18Wanderung Hotzenwald Höllbach 16


Dann gehen wir zurück zum Wanderweg, unterwegs sehen wir Disteln und viele Schmetterlinge.


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Forellenbach oder „Hintere Wühre”


Rückfluss der hinteren Wühre – abgeleitet vom Höllbach – und der vorderen Wühre – abgeleitet vom Eschenbach – in die Alb


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Im späten Mittelalter angelegter 2 km langer künstlicher Wasserlauf. Er führt Wasser vom Höllbach nach Görwihl. Das Wasser diente früher zur Wiesenbewässerung, zum Antrieb von Mühlen und Sägen und als Löschwasser.



Bärenklau und Kratzdistel


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Wir machen einen kurzen Abstecher zum Steg über die Alb (Albhalde). Folgt man dem Weg über den Steg, gelangt man nach etwa vier Kilometern zur „Teufelsküche“. Wir kehren aber um und wandern weiter zur Höllbachschlucht.


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Mündung des Höllbachs in die Alb


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Wanderung Hotzenwald Höllbach 40

Wanderung Hotzenwald Höllbach 43

Wanderung Hotzenwald Höllbach 42


Für uns geht es ab jetzt wieder bergauf, durch den Wald bis zum Höllbach-Wasserfall – vorbei an riesigen Steinen, Moos und Farnen.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 49

Wanderung Hotzenwald Höllbach 50


Waldsauerklee


Wanderung Hotzenwald Höllbach 51

Wanderung Hotzenwald Höllbach 52

Der Höllbach

Wer weiß denn, wo mein Weg beginnt,
wo  mein Quell aus der Erde rinnt?
Im Zenomättle, tief im Wald,
quirl ich aus einem Felsenspalt
unweit von Engelschwand, im Moos,
nach langem Lauf im Erdenschoß.
Ans helle Licht der Welt gehoben
tränke ich gleich im Etziboden
mit meinem Wasser schon die satten,
an Kräutern reichen Waldesmatten.
Durch d’Stollenmatt eilt flink mein Lauf,
rechts nehm‘ ich’s Wittebächle auf,
das kommt von Engelschwand behend.
Zusammen geht’s durch’s Allischwend.
Der Bifig naht, die Petersmatten,
der Buchwald gibt mir seinen Schatten.
Vom Berghang grüßt Hartschwand herunter.
In meinem Spiegel segeln munter
des Himmels Wolken weiß in Blau –
ungern verlasse ich die Au.
Am Höllbachhof rausch‘ ich vorüber,
Forellen springen auf und nieder
am Fischteich flink; mit großem Spaß
tummeln sie sich im frischen Nass.
Und von dem hohen Mühlenrain
winkt mir des Müllers Töchterlein,
nachdem ich dort das Wasserrad
mit meiner Kraft getrieben hab‘.
Die Mühlenmatten sind im Nu
schon weg, da fließt der Rohrbach zu
kurz vo rder Brück‘; jetz bin ich stark,
da treiben sie es mit mir arg:
Sie nehmen mir – ’s gab manchen Krach –
nach Görwihl den Forellenbach.
Vor Wut, wie man mich sonst nicht kennt,
schäum‘ ich drum rasend durch d’Bertschwend.
Das Tal wird eng, die Schlucht beginnt,
vom Dorf her nochmals Wasser rinnnt.
Jetzt werd ich wild, Mit Wucht und Schnelle
rausch ‚ ich ins „Tal der Wasserfälle”
und tobe mich in Gischt und Braus
über die Felsen stürzend aus.
Bald nimmt nach diesem wirren Lauf
die Alb mich in ihr Flussbett auf.
Albbruck erreichen wir im Nu,
der Rhein trägt uns dem Meere zu,
und Sonn‘ und Wind treiben vom Meer
mich Höllbachwasser wieder her.
Und aus de´der Wokenwand als Regen
komm‘ ich vom Himmel – euch zum Segen.
Der Kreis schließt sich durch Gottes Hand
zum Glück für mich und für Hartenschwand.

Paul Eisenbeis
1982


Wanderung Hotzenwald Höllbach 55

Wanderung Hotzenwald Höllbach 56


Es geht weiter bergauf…


Wanderung Hotzenwald Höllbach 59

Wanderung Hotzenwald Höllbach 60



…bis wir unterhalb des großen Wasserfalls mit 8,50 m sind


Wanderung Hotzenwald Höllbach 67

Wanderung Hotzenwald Höllbach 62


Die Höllbachwasserfälle liegen in einer malerischen Nebenschlucht der Alb und bieten ein wildromatisches Naturschauspiel. Der Höllbach entspringt in einer vermoorten Glazialmulde nördlich von Engelschwand und erreicht nach 9,1 km die Alb. Wasser aus dem  Höllbach wird teilweise in kleine Kanäle, die Wühren, ausgeleitet und zur Wiesenbewässerung oder Stromgewinnung genutzt. Kurz bevor der Höllbach in die Alb mündet, stüzrt der kleine Wildbach über mehrere Wasserfälle in die Tiefe und bildet einen idyllischen Ort zum Staunen, Ruhe und Kraft tanken und Verweilen.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 63


Wegweiser und Waldweidenröschen – von hier aus ist es noch ein Kilometer bis nach Görwihl.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 75


Wir sind wieder oberhalb von Görwihl angekommen.



Wanderung Hotzenwald Höllbach 76Staude des Jahres 2021 – die Heilpflanze Schafgarbe


Wanderung Hotzenwald Höllbach 78

Wanderung Hotzenwald Höllbach 80Eberesche


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Karte


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Wanderung zum Castellberg

Castellberg Sulzburg Bergbau Wanderweg 31


Und noch mal eine Wanderung zu einer Burg!
Nach Burg Neuenfels, Sausenburg und Burg Rötteln geht es nun in Richtung Ballrechten-Dottingen.
Der Castellberg oder Kastellberg (mit Stummen „e“ im ersten Wortteil) bei Ballrechten-Dottingen war in den 1980er Jahren ein beliebtes Ziel für Wandertage kurz vor Ende des Schuljahres. Ideales Ziel für eine kleine Wanderung oder einen kleinen Spaziergang, angesichts der Wetterprognosen und Hitzewarnungen bis in 800 Meter Höhe hatten wir uns im vergangenen Jahr für eine Wanderung von Sulzburg aus entschieden.

Wir folgen zu Beginn der Route des Bergbaugeschichtlichen Wanderwegs. Start ist auf dem Marktplatz, wir gehen in Richtung Stadttor, vorbei am Landesbergbaumuseum, und biegen vor dem Tor in die Ernst-Bark-Gasse ab und laufen zur Synagoge. Es geht wieder nach rechts in die Gustav-Weil-Straße. Bei der Klostergasse halten wir uns links und gehen Richtung Klosterkirche St. Cyriak (Wikipedia). Entlang der Friedhofsmauer gehen wir bis zur Schlossbergstraße und halten uns links bis zum Wegweiser Kosakenwäldele. Hier folgen wir dem Wegweiser in Richtung Castellberg (gelbe Raute).


Wanderung Castellberg 1


Beim kleinen Anstieg drehen wir uns immer wieder um und lassen den Blick über Sulzburg, die Kirche St. Cyriak und den Schlossberg schweifen.

Wir machen einen kurzen Abstecher zum Schlössleberg wo es Mauerreste der einstigen Burg der Üsenberger zu sehen gibt.


Wanderung Castellberg 2


Irgendwann kommen wir an der Abzweigung des Bergaugeschichtlichen Wanderwegs (Schild Arthur-Faißt-Wegle) vorbei und halten uns aber geradeaus.

Wir folgen dem Weg, und in einer Biegung beim Schild Gänsebuck treten wir kurz aus dem Wald raus und werfen einen Blick in Richtung Rheinebene, gehen aber weiter auf dem Weg durch den Wald.


Wanderung Castellberg 3

Wanderung Castellberg 11


Es geht weiter bis zum Wegweiser Bierenstiel Rank, hier folgen wir dem „Bettlerpfad“ bis zum Wegweiser Castellberg bei der Castellberghütte mit Parkplatz, Grill und Waldspielplatz. Eine Erklärungstafel weist noch auf die abgebrannte Gerichtseiche des Freiburger Künstlers und Holzbildhauers Thomas Rees hin.


Wanderung Castellberg 8

Wanderung Castellberg 5

Wanderung Castellberg 9

Wanderung Castellberg 13

Die 2,5 km lange Wanderung durch eine der schönsten historischen Reblandschaften am Castellberg bietet als besondere Höhepunkte nicht nur die restaurierten Steintreppenzüge von der Basis bis zur Kuppe, die restaurierten Trockenmauern und den Aussichtsturm auf der Hügelkuppe. Wussten Sie, das auf dem Castellberg im Flaumeichenwald – eine 10 ha großen Naturschutzgebiet – auch eine vorgeschichtliche Ringwallanlage, eine mittelalterliche Burg  und eine Festungsanlage aus dem Barock zu entdecken sind?


Wir folgen ab hier der Beschilderung Castellberg Pfad bis zum Wegweiser Castellbergruine, und können nach wenigen Metern einen Blick auf die Staufener Burg erhaschen.


Wanderung Castellberg 17

Wanderung Castellberg 18

Wanderung Castellberg 12


Von der Bronzezeit zur barocken Festung

Auch wenn man aufgrund des Namens an ein römisches Kastell denken könnte, so sind bisher keine römischen Funde vom Castellberg bekannt. Trotzdem war der Berg schon lange vor der mittelalterlichen Burg bewohnt. Die hier gefundenen Keramikscherben belegen, dass sich hier auf der Hügelkuppe Menschen bereits zwischen 1600 und 550 vor Christus – also von der Bronzezeit bis zu den frühen Kelten -zeitweise niedergelassen haben. Davon zeugt der im Gelände noch etwa 2 m hohe Abschnittswall mit  vorgelagertem Graben. Wenn man den schmalen Pfad im Wald weiter läuft, trifft man auf einen tiefen Burggraben und die Ruine einer mittelalterlichen Burg, die um 1700 nochmals ausgebaut wurde zu einer barocken Festungsanlage. Eine weitere spannende Geschichte ist die Entstehung und die Geologie des Castellberges sowie die hier wachsenden seltenen Pflanzen.


Wanderung Castellberg 19


Ein Flaumeichenwald mit üppiger Strauchgesellschaft, dazu Magerwiesen und Halbtrockenrasen mit botanischen Kostbarkeiten, eine Insel südländischer Vegetationen.
Die bewaldete 10 Hektar große rebenumgrenzte Bergkuppe ist vollkommen geschützt.
Jede Beschädigung, das Sammeln von Tieren, das Ausgraben oder Abpflücken von Pflanzen der Art ist durch Verordnung vom Februar 1977 untersagt.
Dieser erdgeschichtlich markante Einzelberg, eine hängengebliebene Scholle der Schwarzwaldrandverwerfung bietet herrliche Ausblicke auf 35 Orte in weiter Ebene zwischen Schwarzwald und Vogesen. Neben dem Turm findet man Mauerreste einer mittelalterlichen Befestigung.


Schautafel auf dem Weg zum Aussichtsturm


Wanderung Castellberg 20

Wanderung Castellberg 23


Bronzezeitliches Vollgriffschwert von Heitersheim und Krieger der Bronzezeit mit Vollgriffschwert (Wandbild Julius Naue, 1900)

Das Kriegergrab von Heitersheim
Der Herr vom Castellberg?
Nur 5 Kilometer entfernt vom Castellberg wurde 1845/46 westlich von Heitersheim beim Bau der Eisenbahnstation ein bronzenes Schwert aus der mittleren Bronzezeit gefunden. Es stammt vermutlich aus einer nicht dokumentierten Bestattung in einem Grabhügel. In der mittleren Bronzezeit ab etwa 1600 vor Christus entwickelten sich aus den frühbronzezeitlichen Dolchen erstmals Schwerter mit längeren Klingen, die ausschließlich als Waffen gegen Menschen gedacht waren. Zu dieser Zeit war ein Schwert ein teures Statussymbol, das den Besitzer aus der Masse heraushob. Vielleicht wohnte der Krieger von Heitersheim auf der nächst gelegenen Höhensiedlung, dem Castellberg.


Wanderung Castellberg 25


Der Abschnittswall auf dem Castellberg

In welcher vorgeschichtlichen Besiedlungsphase des Castellberges die an dieser Stelle noch sichtbare Befestigung gebaut wurde, ist nicht bekannt, da es bisher noch keine Ausgrabungen gab. Der Wall – heute noch bis zu 2 Meter hoch – war vermutlich eine ursprünglich etwa vier Meter hohe Holz-Erde-Mauer in Kastenbautechnick, die sobald das Holz verrottet war, zusammengefallen ist. Die Befestigung riegelte die steilere südliche Bergspitze vom leichter zugänglichen nördliche Sattel ab.


Gefäßkeramik der Mittleren Bronzezeit mit ihren typischen Mustern aus dem Breisgau und Urnenfelderzeitliche Gefäßkeramik aus einem Frauengrab con Bad Krozingen „Großer Hofacker).

Neue Gesellschaftsformen in der Mittleren Bronzezeit
(1600 bis 1300 v. Chr.)

Die Höhensiedlung der mittleren Bronzezeit auf dem Castellberg ist eine von den neu entstandenen Höhensiedlungen wie auch auf dem Schönberg und dem Staufener Schloßberg im Breisgau, die bisher aber wenig erforscht sind.
Reiche Grabfunde aber zeigen, dass ab etwa 200 vor Christus sich die Gesellsschaft in ganz Mitteleuropa zu wandeln beginnt, verursacht offensichtlich durch den neuen Werkstoff Bronze – eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Dadurch bedingt entwickelten sich ganz neue Wirtschaftszweige im Bergbau, Metallhandel und ein spezialisiertes Handwerk.

Eine Burg der Urnenfelderzeit?
(1200 bis 800 v. Chr.)

Auch in der Folgezeit – der späten Bronzezeit von 1200 bis 800 vor Christus, der sogenannten Urnenfelderzeit – ist der Castellberg wieder besiedelt. Zu dieser Zeit sind besfestigte Höhensiedlungen im Breisgau häufiger und auf dem Burkheimer Burgberg und dem Breisacher Münsterberg auch archäologisch gut erforscht.
Gleichzeitig sind zahlreiche Talsiedlungen bekannt, die auf den fruchtbaren Schwemmlössfächern der Flüsse im Breisgau liegen. Das lässt auch weiterhin auf eine hierarchische Gesellschaft schließen.

Eine Frühkeltische Höhensiedung
(800  bis 550 v. Chr.)

Typische Keramikscherben aus der Zeit der frühen Kelten – der sogenannten Hallsttattzeit zwischen 800 und 550 vor Christus belegen, dass der Castellberg wieder besiedelt war. Gleichzeitig gab es auf sehr vielen Anhöhen im Breisgau weitere Höhensiedlungen. Die Höhensiedlugnen scheinen zu dieser Zeit keine besondere STellung einzunehmen, da  das Fundmaterial sich nicht von dem der Talsiedlungen unterscheidet. Am Ende der frühkeltischen Zeit um 520 vor Christus wurden die meisten Höhensiedlungen – wie auch der Castellberg – wieder verlassen. Nur der Breisacher Münsterberg blieb als zentralörtliche Höhensiedlung übrig.
Die Kelten sind die ersten Völker nördlich der Alpen, deren Name seit etwa 500 vor Christus von griechischen Historikern überliefert ist.


Wanderung Castellberg 26

Wanderung Castellberg 27

Wanderung Castellberg 28


Hier nehmen wir den mittleren Trampelpfad zwischen den Flaumeichen. Auf dem Weg zu den Überresten der mittelalterlichen Burg, passieren wir noch die Reste einer älteren Wallanlage und landen schließlich beim kläglichen Überbleibsel des einstigen Burgturms. Direkt daneben steht ein stählerner Aussichtsturm, der im Jahr 1962 von der Ortsgruppe Sulzburg des Schwarzwaldvereins errichtet wurde. Von oben hat man einen schönen Blick nach Westen in Richtung Rheinebene und die Vogesen. Nach Süden und Norden hin versperren hohe Bäume die Sicht.


Wanderung Castellberg 30

Wanderung Castellberg 32

Wanderung Castellberg 33


Reste des WehrturmsWanderung Castellberg 35


Mauerrest des WohngebäudesWanderung Castellberg 36

Wanderung Castellberg 38


Wir folgend dem Wegweiser Castellberg Pfad weiter in Richtung Süden. Am Südzipfel des Castellbergs finden wir dann eine nette Sitzgelegenheit, eine Bank mit Tisch und schöner Aussicht in die Rheinebene sowie auf Sulzburg und Laufen. Hier packen wir unser kleines Vesper aus.