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2 Wanderungen rund um Badenweiler

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 27


Anfang August haben wir eine Wanderung unternommen, bei der es steil bergauf – fast bis auf den Blauen – ging. Vor etwa einem Jahr sind wir auch schon durchs Vogelbachtal gewandert, damals sind wir in Schweighof bei der Wassertretstelle gestartet, die damals leer war. Im vergangenen Jahr war es sehr trocken und heiß, der Vogelbach war nur ein kleines, fast versickertes Rinnsal. In diesem Jahr war das anders.
In diesem Beitrag seht ihr Bilder beider Wanderungen. Die Karte beschreibt nur die Wanderung ab Schweighof. Beim Markgräfler findet ihr weitere Informationen zur diesjährigen Wanderung, die wir am Waldrand von Badenweiler begonnen haben.


Karte



Oberhalb von Schweighof: Hier wachsen Esskastanien und ein Imker hat seine Bienenvölker für Waldhonig platziert. Der Bachlauf ist im Sommer 2020 nahezu ausgetrocknet.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 4

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 5


Kräuter am Wegesrand:
Schafgarbe


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 6


Färberkamille



Sommerflieder


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 10

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 9


Tollkirsche
(Achtung, giftig!)


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 13

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 14

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 19


Bei der Friedrich Hilda Esche stand im vergangenen Jahr noch eine Bank, auf der wir im Schatten unser Vesper ausgepackt haben. Es gab Blätterteigteilchen, gefüllt mit Brie, Thymian und Kirschmarmelade.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 23


Nachdem wir uns gestärkt und im im Schatten ausgeruht haben, geht es weiter.



Wir kommen am ehemaligen Ausflugslokal „Bergmannsruhe“ vorbei.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 28

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 29

Dann geht’s weiter durch den Wald, vorbei ein zahlreichen Nadelbäumen, denen die Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre sehr zu schaffen macht, am Hubertusbrünnele machen wir kurz Halt. Hier kann man wunderbar Arme und Gesicht kühlen.



Holzverladerampe


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 32

August 2021
Wanderung von Badenweiler durchs Vogelbachtal, Prinzensitz und Sophienruhe


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 35

Oben: Staudengarten am Rand von Badenweiler
Unten: Wilde Blumen am Wegesrand



Erstmal geht es steil bergauf


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 39

Glockenblumen



Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 51
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 52
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 55

Bei der Friedrich-Hilda-Esche: Die Sitzbank ist verschwunden…


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 67
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 69
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 71

Und dann wird es richtig anstrengend, es geht stetig weiter den Berg hinauf, wir sind am Ende nur noch ein bis zwei Kilometer vom Blauen (1.165 m hoch) entfernt, bevor wir den Weg zur Sophienruhe einschlagen.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 79
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 81
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 84

Bei dem Felsen machen wir Pause – er liegt direkt an der Straße zum Blauen. Gegenüber kann man über die Leitplanke klettern, um sich auf ein paar großen Steinen im Schatten niederzulassen.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 85
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 86
Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 92

Von der Sophienruhe aus hat man eine herrliche Aussicht auf die Burg Baden, den Römerberg, die Rheinebene und die Vogesen.

Großherzogin Sophie von Baden, sie war mit Großherzog Leopold (1830-1852) verheiratet, weilte 1842 längere Zeit als Kurgast in Badenweiler. Lieblingsziel ihrer Ausflüge war die nach ihr später benannte „Sophienruhe”.
Für die Ausflüge wurden im 19. Jahrhundert in Badenweiler gern Esel als Reittiere benutzt. Der Standplatz der Esel mit ihren Führern war der „Eselsweg”, der Verbindungsweg zwischen Kurpark und Kaiserstraße gegenüber der evangelischen Kirche.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 91

Wir genießen die Aussicht, trinken unseren mitgebrachten Tee nebst einem Stückchen Schokolade. Dann gehen wir zurück nach Badenweiler.
Unterhalb von der Sophienruhe gibt es neuerdings eine Grillstelle.
Das ist auch ein beliebter Platz für Hobbygeologen, die hier beim Steineklopfen auf den Fund eines Flourit Kristalls hoffen.


Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 96

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 101

Wanderung Badenweiler Vogelbachtal 107


Mächtige Felsblöcke im Pfarrwald-
wir sind am Ende unserer Wanderung angekommen


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Sommer-Rundwanderung: Laufen – St. Ilgen und ein verwunschener Garten

Wanderung Laufen_St Ilgen 3


Wieder mal ein Rückblick – genau vor einem Jahr, im August 2021, an einem ähnlich heissen Tag wie heute – wollten wir nur eine kurze Wanderung in der näheren Umgebung unternehmen.
Nachdem wir in der Augustausgabe des Veranstaltungsmagazins „Wohin im Markgräflerland“ einen Beitrag von Bianca Flier über den „Zaubergarten“ gelesen hatten, der am nordwestlichen Ortsrand von St. Ilgen vom Gärtnermeister Isbert Preußler in fast 50 Jahren geschaffen wurde, wollten wir uns das kleines Gartenparadies einmal ansehen.


Wanderung Laufen_St Ilgen 24


Unser Auto hatten auf einem öffentlichen Parkplatz beim Winzerkeller in Laufen abgestellt. Den konnten wir übrigens nicht links liegenlassen, sondern haben uns dort noch mit Zutaten für einen Weincocktail eigedeckt – aber davon erzähle ich euch in einem weiteren Beitrag.


Wanderung Laufen_St Ilgen 1


Zunächst sind wir ein kleines Stück durch’s Wohngebiet von Laufen gewandert, bis wir vorbei an Obstplantagen, Blumenfeldern und Reben nach Sankt Ilgen kommen.


Wanderung Laufen_St Ilgen 6

Wanderung Laufen_St Ilgen 2


Sonnenblumen


Wanderung Laufen_St Ilgen 12


Wir kommen nach St. Ilgen, wo wir uns zuerst die St. Ägidius Kirche ansehen und uns dann gegenüber vom Dorfbrunnen auf einer Bank im Schatten eines Baums niederlassen. Unser mitgebrachtes Vesper wird verspeist, dann geht es weiter zum Garten von Isbert Preußler.


Wanderung Laufen_St Ilgen 11

Wanderung Laufen_St Ilgen 15

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St. Ägidius Kirche St. Ilgen (Sulzburg)


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Am Ortsrand, hinter dem letzen Haus befindet sich mitten in den Reben der Garten von Isbert Preußler.


Wanderung Laufen_St Ilgen 41


Nachdem die Markgräflerin und der Markgräfler gestern kurz in der Staudengärtnerei Gräfin Zeppelin waren, wo Isbert Preussler fast 30 Jahre als Gärtner tätig war, haben wir den Garten nochmals besucht.


Garten Preussler 1


Isbert Preußler ist im Dezember 2020 verstorben, die Angehörigen pflegen den Garten weiterhin, um ihn im Andenken an den Verstorbenen für Besucher offen zu halten.
Die folgenden Fotos sind sowohl vom vergangenen Jahr, als auch von unserem aktuellen Besuch.


Der Eingang zum Garten von Isbert Preußler


Wanderung Laufen_St Ilgen 42Mitte August 2020


Ein schmaler Pfad schlängelt sich durch das Areal, hin und wieder muss sich der Besucher bücken, wenn Rosenzweige über den Weg ragen. Im vergangenen Jahr war es viel zu heiß und es hatte zu wenig geregnet. Dennoch überwiegt ein sattes Grün, es blühen Kräuter, ein paar Rosen und gelber Sonnenhut.
In diesem Frühjahr bzw. Frühsommer wollten wir uns eigentlich den Garten nochmal ansehen, denn man sieht viele Pfingstrosen-Pflanzen und sicher gibt es dazwischen verteilt auch Blumenzwiebeln –  im April, Mai und Juni muss es hier üppig blühen. Leider haben wir das in diesem Jahr verpasst.


Wanderung Laufen_St Ilgen 45

Wanderung Laufen_St Ilgen 47


14. / 15. August 2021


St IlgenBlick auf St. Ilgen


Garten Isbert Preussler 2

Garten Isbert Preussler 3

Garten Isbert Preussler 4

Garten Isbert Preussler 7

Garten Isbert Preussler 10


Wie entstand die „Paradiesische Unordnung”?


Bald nach der Übersiedlung ins Markgräflerland von Potsdam nach Laufen im Dezember 1960 hielt ich Ausschau nach einem Stück Land, um für die junge Familie Gemüse anbauen zu können. Ich arbeitete in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. In dieser Zeit wurde das Angebot wesentlich erweitert. Das Pfingstrosen-Sortiment lag mir besonders am Herzen.
In der Kriegszeit mußten Blumen vernachlässigt werden, die Ernährung hatte Vorrang. Von manchen Pflanzen gingen die Namen verloren. Um diese wieder zu finden , ließ ich mir P.– Vergleichspflanzen schicken; z. B. aus der Sammlung in Průhonice bei Prag. Gleichzeitig kauften wir neue Sorten aus dne USA. – So entstand im Laufe der Jahre mein Schaugarten. Die erste Zeit war die Arbeit leicht. Die Anpflanzung in Reihen ermöglichte den Ensatz der Motorhacke. Dies stellte sich bald als Nachteil heraus. Unter der gelockerten Erdschicht verdichtete sich der Boden, was den P. nicht bekommt. Die Blühwilligkeit ließ bald nach. So lockerte ich alles mit dem Spaten! — Anfangs standen nur zwei alte Apfelbäume hier. Alle anderen Gehölze waren selbstgezogenen Sämlinge. Die Fichte brachte mir meine Mutter aus dem elterlichen Garten bei Dresden mit! Der Nußbaum wuchs aus einer Nuß, die ich unter einem alten Baum in einem Umlegungsgebiet auflas: ich versprach dem Baum sein Weiterleben in einem Jüngeren (→ Gedicht) . – So entstand aus der Sammlung ein bunter Garten. Früher mochte ich keine Rosen: In der Gärtnerei pflegte ich die Rabatten, ich ärgerte mich über die die abgeschnittenen Rosentriebe. Meine Rosen bringen Struktur und Farbe ins Gelände. Die anderen Sträucher möchte ich nicht missen. Jede Pflanze weckt Erinnerungen, fördert Gespräche, vermittelt… – Es gibt manches zu entdecken!
„Suchet, und ihr werdet noch ganz etwas anderes finden. “ sagte Karl Foerster.


Garten Isbert Preussler 11

Garten Isbert Preussler 18

Garten Isbert Preussler 39

Garten Isbert Preussler 21

Garten Isbert Preussler 26

Garten Isbert Preussler 31Garten Isbert Preussler 33

Garten Isbert Preussler 34

Garten Isbert Preussler 42


Ein letzter Blick auf St. Ilgen – wir kommen bestimmt wieder.


Garten Isbert Preussler 43


Auf der Wanderung von St. Ilgen zurück nach Laufen / August 2020


Wanderung Laufen_St Ilgen 50

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Wanderung von Görwihl durch die Höllbachschlucht

Wanderung Hotzenwald Höllbach 43An der Alb, wo der Höllbach mündet


Vergangenes Jahr Ende Juli sind wir mal ein Stückchen weiter weg gefahren, um eine Wanderung durch die Höllbachschlucht zu unternehmen.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 5


Ausgangspunkt war der Ort Görwihl. Für diese Wanderung solle man sich einen Tag vornehmen, an dem es nicht so heiß ist, denn auf der Strecke geht es mehrmals steil berauf. Hier hatten wir schon den ersten Anstieg hinter uns – es geht an Feldern vorbei bis wir in ein Waldstück eintreten.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 1

Wanderung Hotzenwald Höllbach 6

Wanderung Hotzenwald Höllbach 7


An der Lochmühlehalde folgen wir dem Wegweiser zum Höllbachwasserfall.
Wir müssen ein kurzes Stück an der Straße entlang, bis wir diese kreuzen, um auf den Weg zum Kaibenfelsen zu gelangen.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 8


Wir entdecken Färber-Ginster am Straßenrand – kurz darauf ein schöner Ausblick (im Tal: Gasthof Löwen in Görwihl-Tiefenstein)


Wanderung Hotzenwald Höllbach 9


Der Kaibenfelsen


Wanderung Hotzenwald Höllbach 10


Wir steigen den Berg zum Kaibenfelsen hoch, von dort kann man tief unten in die Albschlucht sehen. Wir machen auf der Bank, die oben auf dem Felsen steht eine kleine Pause.
Rundum Felsen mit Moosen und Flechten, ausserdem Heidelbeersträucher und Mischwald mit Eichen. 


Wanderung Hotzenwald Höllbach 13

Wanderung Hotzenwald Höllbach 19


Blick tief nach unten in die Schlucht der Alb


Wanderung Hotzenwald Höllbach 15

Wanderung Hotzenwald Höllbach 18Wanderung Hotzenwald Höllbach 16


Dann gehen wir zurück zum Wanderweg, unterwegs sehen wir Disteln und viele Schmetterlinge.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 22

Wanderung Hotzenwald Höllbach 23

Wanderung Hotzenwald Höllbach 24


Forellenbach oder „Hintere Wühre”


Rückfluss der hinteren Wühre – abgeleitet vom Höllbach – und der vorderen Wühre – abgeleitet vom Eschenbach – in die Alb


Wanderung Hotzenwald Höllbach 25


Im späten Mittelalter angelegter 2 km langer künstlicher Wasserlauf. Er führt Wasser vom Höllbach nach Görwihl. Das Wasser diente früher zur Wiesenbewässerung, zum Antrieb von Mühlen und Sägen und als Löschwasser.



Bärenklau und Kratzdistel


Wanderung Hotzenwald Höllbach 29

Wanderung Hotzenwald Höllbach 30


Wir machen einen kurzen Abstecher zum Steg über die Alb (Albhalde). Folgt man dem Weg über den Steg, gelangt man nach etwa vier Kilometern zur „Teufelsküche“. Wir kehren aber um und wandern weiter zur Höllbachschlucht.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 31


Mündung des Höllbachs in die Alb


Wanderung Hotzenwald Höllbach 35

Wanderung Hotzenwald Höllbach 36

Wanderung Hotzenwald Höllbach 39

Wanderung Hotzenwald Höllbach 40

Wanderung Hotzenwald Höllbach 43

Wanderung Hotzenwald Höllbach 42


Für uns geht es ab jetzt wieder bergauf, durch den Wald bis zum Höllbach-Wasserfall – vorbei an riesigen Steinen, Moos und Farnen.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 49

Wanderung Hotzenwald Höllbach 50


Waldsauerklee


Wanderung Hotzenwald Höllbach 51

Wanderung Hotzenwald Höllbach 52

Der Höllbach

Wer weiß denn, wo mein Weg beginnt,
wo  mein Quell aus der Erde rinnt?
Im Zenomättle, tief im Wald,
quirl ich aus einem Felsenspalt
unweit von Engelschwand, im Moos,
nach langem Lauf im Erdenschoß.
Ans helle Licht der Welt gehoben
tränke ich gleich im Etziboden
mit meinem Wasser schon die satten,
an Kräutern reichen Waldesmatten.
Durch d’Stollenmatt eilt flink mein Lauf,
rechts nehm‘ ich’s Wittebächle auf,
das kommt von Engelschwand behend.
Zusammen geht’s durch’s Allischwend.
Der Bifig naht, die Petersmatten,
der Buchwald gibt mir seinen Schatten.
Vom Berghang grüßt Hartschwand herunter.
In meinem Spiegel segeln munter
des Himmels Wolken weiß in Blau –
ungern verlasse ich die Au.
Am Höllbachhof rausch‘ ich vorüber,
Forellen springen auf und nieder
am Fischteich flink; mit großem Spaß
tummeln sie sich im frischen Nass.
Und von dem hohen Mühlenrain
winkt mir des Müllers Töchterlein,
nachdem ich dort das Wasserrad
mit meiner Kraft getrieben hab‘.
Die Mühlenmatten sind im Nu
schon weg, da fließt der Rohrbach zu
kurz vo rder Brück‘; jetz bin ich stark,
da treiben sie es mit mir arg:
Sie nehmen mir – ’s gab manchen Krach –
nach Görwihl den Forellenbach.
Vor Wut, wie man mich sonst nicht kennt,
schäum‘ ich drum rasend durch d’Bertschwend.
Das Tal wird eng, die Schlucht beginnt,
vom Dorf her nochmals Wasser rinnnt.
Jetzt werd ich wild, Mit Wucht und Schnelle
rausch ‚ ich ins „Tal der Wasserfälle”
und tobe mich in Gischt und Braus
über die Felsen stürzend aus.
Bald nimmt nach diesem wirren Lauf
die Alb mich in ihr Flussbett auf.
Albbruck erreichen wir im Nu,
der Rhein trägt uns dem Meere zu,
und Sonn‘ und Wind treiben vom Meer
mich Höllbachwasser wieder her.
Und aus de´der Wokenwand als Regen
komm‘ ich vom Himmel – euch zum Segen.
Der Kreis schließt sich durch Gottes Hand
zum Glück für mich und für Hartenschwand.

Paul Eisenbeis
1982


Wanderung Hotzenwald Höllbach 55

Wanderung Hotzenwald Höllbach 56


Es geht weiter bergauf…


Wanderung Hotzenwald Höllbach 59

Wanderung Hotzenwald Höllbach 60



…bis wir unterhalb des großen Wasserfalls mit 8,50 m sind


Wanderung Hotzenwald Höllbach 67

Wanderung Hotzenwald Höllbach 62


Die Höllbachwasserfälle liegen in einer malerischen Nebenschlucht der Alb und bieten ein wildromatisches Naturschauspiel. Der Höllbach entspringt in einer vermoorten Glazialmulde nördlich von Engelschwand und erreicht nach 9,1 km die Alb. Wasser aus dem  Höllbach wird teilweise in kleine Kanäle, die Wühren, ausgeleitet und zur Wiesenbewässerung oder Stromgewinnung genutzt. Kurz bevor der Höllbach in die Alb mündet, stüzrt der kleine Wildbach über mehrere Wasserfälle in die Tiefe und bildet einen idyllischen Ort zum Staunen, Ruhe und Kraft tanken und Verweilen.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 63


Wegweiser und Waldweidenröschen – von hier aus ist es noch ein Kilometer bis nach Görwihl.


Wanderung Hotzenwald Höllbach 75


Wir sind wieder oberhalb von Görwihl angekommen.



Wanderung Hotzenwald Höllbach 76Staude des Jahres 2021 – die Heilpflanze Schafgarbe


Wanderung Hotzenwald Höllbach 78

Wanderung Hotzenwald Höllbach 80Eberesche


zurück in Görwihl



Karte


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Wanderung zur Sausenburg

Wanderung Sausenburg 22


Hier kommt die versprochene Fortsetzung unserer Burgen-Wanderungen:
Ebenfalls vor einem Jahr, im Juli 2020, haben wir eine Wanderung zur Sausenburg unternommen. Unser Auto hatten wir in Sitzenkirch abgestellt. Zur Burg geht es erst einmal steil bergauf – anstrengend und schweißtreibend, aber schön.
Vom Turm der Sausenburg hat man eine wundervolle Aussicht. Kurz nachdem wir dort waren, wurde der Turm aber aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Treppe war nicht mehr sicher und wurde vor kurzem zwar instand gesetzt, der Turm ist aber weiterhin gesperrt, auf der Webseite der Gemeinde Sitzenkirch steht in einer Meldung vom 14. Mai 2021:

„Die defekte Treppe ist zwar mittlerweile repariert, jedoch stehen nun noch weitere Reparaturen aus. Weil die Arbeiten vermutlich erst im Juli ausgeführt werden können, bleibt der Zutritt auf den Turm der Sausenburg leider noch eine ganze Weile gesperrt.”

Aber der Zugang zur Burg ist möglich, im Schatten der Bäume gibt es einen Grillplatz.


Karte


Wanderung Sausenburg 2


Auf der frisch gemähten Wiese am Ortsrand von Sitzenkirch gehen Störche auf Futtersuche.


Wanderung Sausenburg 1


Infotafel in Sitzenkirch


Wanderung Sausenburg 45

Wanderung Sausenburg 46


Zuerst geht es ein kurzes Stück durch den Ort, vorbei an Wiesen und Bauernhöfen, bis wir in den schattigen Wald kommen.


Wanderung Sausenburg 3

Wanderung Sausenburg 4


Rastplatz mit Grillstelle


Wanderung Sausenburg 6


Pflanzen am Wegesrand


Gemeiner Wirbeldost


Wanderung Sausenburg 5


Rote Lichtnelke


Wanderung Sausenburg 7


Grenzstein – Töpferstadt Kandern


Wanderung Sausenburg 8

Wanderung Sausenburg 9


Und dann endlich ein Wegweiser zur Sausenburg, es geht weiter bergauf.


Wanderung Sausenburg 10

Wanderung Sausenburg 11

Wanderung Sausenburg 14

Ruine Sausenburg
Die Ruine Sausenburg liegt östlich des Kanderner Ortsteils Sitzenkirch auf dem 665 Meter hohen Sausenberg. Heute sind vom einstigen Burgberg ein alter Ringwall, ein Turm sowie einzelne Mauerreste erhalten. Die Burgruine ist jederzeit zugänglich.


Infotafel am Fuße der Burg


Zur Geschichte

1120
Die Herren von Kaltenbach übergeben ihren Besitz, zu dem der 668 m hohe Sausenberg gehört, dem Kloster St. Blasien.

1232
Markgraf Hermann der Jüngere von Hachberg tauscht mit dem Abt von St. Blasien den Sausenberg gegen ein anderes Gut. Die Markgrafen von Hachberg waren die weltlichen Vertreter (Vögte) über die Besitzungen St. Blasiens im Breisgau.

1232-1246
Bau der Burg nach dem Grundriss der Burg Zähringen in Freiburg.

1311
Die Sausenberger erben die Burg Rötteln und verlegen 1314 ihre Residenz dorthin. Ein Burgvogt verbleibt auf der Sausenburg.
Die Herrschaft Sausenberg wurde begrenzt: durch die Herrschaft Rötteln im Süden, den Rhein im Westen, die Herrschaft Badenweiler im Norden und den „österreichischen Schwarzwald“ im Osten.

1444
Graf Johann von Freiburg schenkt dem Markgrafen Rudolf IV und seinem Bruder Hugo die Herrschaft Badenweiler, Rötteln und Sausenberg – die eigentliche Markgrafschaft. Das vornehmste Recht der Herren war die Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit. 1444 ist auch die Geburtsstunde des Markgräflerlandes.

1503
Prinz Ernst (Begründer der protestantischen Linie Baden-Durlauch) erhält die Markgrafschaft Sausenberg. Seither nennen sich die Herrscher „Landgrafen am Sausenhard oder zu Sausenberg“.

1525
Im Bauernkrieg übernehmen Freischärler die Burg, es fand aber keine Zerstörung statt.

1633
Im 30-jährigen Krieg wird sie zunächst von Kaiserlichen, später von Schweden eingenommen.

1678
Die Franzosen schleifen und zerstören die Sausenburg ebenso wie Badenweiler und Rötteln. Es erfolgt eine notdürftige Renovierung.

1960
Seit 1960 sichern und renovieren das Staatliche Hochbauamt, das Forstamt Kandern, das Landesdenkmalamt und der Schwarzwaldverein die Burg.


Wanderung Sausenburg 15


Dann geht es über eine Treppe auf alten Mauerresten zum Burghof mit Grillplatz im Schatten einer Linde.


Wanderung Sausenburg 18


Zuerst besteigen wir den Turm, um die Aussicht zu genießen, dann setzen wir uns, wie es die übrigen Besucher der Burg an diesem sonnigen Tag gemacht haben, in den Schatten und packen unser mitgebrachtes Vesper aus.



Blick auf Schloss Bürgeln und den Blauen


Wanderung Sausenburg 24

Wanderung Sausenburg 29


Eidechsen auf der Turmmauer


Wanderung Sausenburg 28

Wanderung Sausenburg 23

Wanderung Sausenburg 30


Und dann geht es wieder bergab nach Sitzenkirch, durch den Wald und vorbei an Blumenwiesen mit Schmetterlingen und Bächlein mit Libellen.


Wanderung Sausenburg 31

Wanderung Sausenburg 32


Blühende Brombeeren, die Beeren sind leider noch grün


Wanderung Sausenburg 33


Wanderung Sausenburg 35


….zurück im Ort


Wanderung Sausenburg 36


Eine alte Mühle



In der Nähe dieses Bauernhofs befindet sich auch die Kirche von Sitzenkirch, die wir leider nicht besichtigen konnten, weil rundherum eine Baustelle war.
Dort stand einst das Kloster Sitzenkirch. Es war ein kleines Benediktinerinnenkloster. Die einstige Klosterkirche ist heute die Evangelische Kirche Sitzenkirch.


Wanderung Sausenburg 42


Mehr Bilder und weitere Infos gibt es im Beitrag vom Markgräfler.


 

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Der Belchensteig – eine Herbstwanderung


Juhu, heute scheint die Sonne und wir können hoffentlich einen goldenen Oktobertag erleben. Da hätte ich einen Wandervorschlag für euch…

In unserem Urlaub daheim sind wir den Belchensteig gewandert. Wir sind früh morgens, losgefahren, um noch vor dem großen Besucheransturm auf dem Belchen zu sein.
Unser Auto hatten wir beim Hotel Wiedener Eck abgestellt. Dort ist auch eine Infotafel und man bekommt einen Flyer mit Karte und Wegbeschreibung, in der auch Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten mit den entsprechenden Öffnungszeiten aufgeführt sind.



Die Wanderung auf dem Premiumwanderweg Belchensteig startet am Wiedener Eck dem Uhrzeigersinn nach in Richtung Lückle. Die ersten Meter verlaufen leicht ansteigend über einen breiten Wiesenpfad, der uns einen herrlichen Blick über das Wiedener Tal hinweg ermöglicht. Wir passieren nach etwa 500 Meter das Gut Lilienfein. Noch vor etwa dreißig Jahren befand sich in dem heutigen Hotel die Jugendherberge Wieden. Damals gab es hier im Winter noch richtig viel Schnee und die Markgräflerin war hier für ein paar Tage zum Skifahren und in der Jugendherberge einquartiert – in der Nähe befindet sich der Skilift Wiedener Eck und man hat vom Gut Lilienfein auf den Ski nur einen kurzen Weg dorthin.


Fliegenpilze

Wir kommen an ein Waldstück, das uns vorbei am Skilift Wiedener Eck und der Schneise beim Holzplatz direkt zum Lückle führt. Hier überqueren wir die Straße und nehmen auf der gegenüberliegenden Straßenseite den mittleren von insgesamt drei Wegen, der uns hinunter in das idyllische Hintergrundbachtal führt.



Bei Kilometer 3,7 erreichen wir den kleinen Weiler Untermulten, wo wir uns links halten und dem Streckenverlauf vorbei an zwei alten, traditionsreichen Schwarzwaldhöfen für etwa 150 m auf einem asphaltierten Wegchen folgen.


Etwa 80 Meter nach den beiden Höfen halten wir uns der Beschilderung folgend rechts. Ein kleiner, recht schmaler Trampelpfad führt uns anschließend wieder auf einen breiten Forstweg, den wir für weitere 100 Meter begehen, um anschließend einem Wiesenpfad erneut links in Richtung Gasthaus Belchen-Multen zu folgen.


Am genannten Gasthaus überqueren wir die Landestraße und machen uns auf in Richtung der Talstation der Belchen Seilbahn, welche wir nach insgesamt 5,5 Kilometern erreichen.



Wir sparen uns die nächsten 2 Kilometer mit rund 300 Höhenmetern und steigen in die Belchen Seilbahn, die uns nach oben zum Belchenhaus bringt.


Oben angekommen bietet sich uns leider nicht der herrliche Blick ins Schweizer Jura und die schneebedeckten Alpenkette, die zum greifen nahe scheint. Es ist neblig!
Aber Ende Dezember 2019 waren wir schon einmal oben auf dem Belchen – bei strahlendem Sonnenschein – hier sind noch ein paar Fotos vom Dezember mit Schnee!



Wir kehren erst einmal im Belchenhaus für ein zweites Frühstück mit Cappuccino und Kuchen ein. An diesem Tag sind wir die ersten Gäste.



Und bevor wir dann weitewandern, gibt es noch ein Beweisfoto, dass wir auch wirklich oben waren – mit Nebel. Und dann hat der Wind der Markgräflerin auch noch den Hut weggefegt, direkt auf die dahinter liegende Kuhweide – der Markgräfler konnte den Hut gerade noch retten….


Der Belchensteig – ohne Alpensicht, mit Nebel


Wir gehen weiter, vorbei am Belchenhaus und nehmen anschließend den oberen Rundweg, der uns zum Belchengipfel führt.




Der Blick schweift über Münstertal, Staufen und Bad Krozingen hinweg zur Rheinebene und den sich dahinter befindenden Vogesen. Wir erblicken Freiburg ebenso wie die umliegenden Schwarzwaldberge, allen voran den 1.493 m hohen Feldberg, den höchsten Berg im Schwarzwald.



Der Belchengipfel war nicht immer so kahl, wie er heute ist. Erst vor etwa 800 bis 1.000 Jahren rodeten Bauern den Wald, um Weideland für ihr Vieh zu gewinnen. Dadurch schufen sie völlig neue Lebensbedingungen für Wildpflanzen und – tiere.
Früher bedeckten niedrige, buschförmige Buchen und Bergahorne den Gipfel. Sie bremsten die Wucht der Stürme und schützten sich so gegenseitig. Heute rasen Schneestürme ungebremst über den Gipfel. Borstgrasrasen und Zwergstäucher sind im Winter vom Schnee geschützt. Der Belchengipfel besteht aus Graniten und Gneisen aus dem Erdaltertum, das heisst die Stelle, an der wir heute stehen, befand sich einst 800 m unter der Erdoberfläche.

Blick auf den Blauen

Bei klarer Sicht kann man jenseits der Rheinebene die Vogesen erkennen. Noch in der frühen Erdneuzeit (vor ca. 50 Mio. Jahren) bildeten Schwarzwald und Vogesen eine Einheit. Seither ist der Oberrheingraben auf 30 km Breite gebrochen.
Ursprünglich zusammenhängende Gesteinsschichten wurden um mehrere tausend Meter gegeneinander versetzt. Heiße Gesteinsschmelze drang in den Untergrund ein und wölbte die Erdruste auf. Wo die Spannung am größten war, brach der Oberrheingraben stellenweise mehr als 3.000 m tief ein. Dabei bahnte sich glühende Lava Wege an die Oberfläche. Der Kaiserstuhlvulkan brach aus.
Während der letzten 2 Mio. Jahre drückten gewaltige Kräfte aus dem Erdinneren die Flanken des Grabens besonders stark in die Höhe. Zwei Gebirge entstanden: Schwarzwald und Vogesen.
Mit der Hebung begannen Frost, Sturzregen, Wildbäche und Flüsse, die 700 m mächtigen Schichten des Erdmittelalters zu Geröll und Kies zu zerkleinern und in den absinkenden Graben zu verfrachten. Im Südschwarzwald liegen nun die Gesteine des Erdaltertums offen zu Tage.
Der Oberrheingraben sinkt auch heute mit ca. einem halben Millimeter jährlich ab. Wir bemerken kaum etwas davon, nur ganz selten spüren wir harmlose leichte Erdbeben.


Hat etwas Mystisches – ein „Steinkreis”


Wie bereits am Belchenhaus wirken auch hier oben, auf 1.414 m Höhe die Schweizer Alpen (wenn man sie sieht) ganz nahe, sodass man Stunden verweilen möchte. Doch nach einer kurzen Pause, mit Tee aus unserer Thermoskanne, müssen wir weiter.
Bei unserem Ausflug im Winter konnten wir nicht auf den Gipfel, die Wege nach oben waren vereist und rutschig – zu gefährlich.




Auf dem Gipfel verlassen wir nach links den oberen Rundweg, um kurz darauf den unteren Rundweg zu erreichen.



Wir halten uns rechts, ehe wir über einen alpinen Pfad zum Krinneabgang gelangen. Serpentinenmäßig schlängelt sich der Weg zwei Kiliometer hinunter zur Krinne, die wir bei Kilometer 10,5 erreichen.


Auf dem Weg hinab zur Krinne halten wir immer wieder kurz an und genießen die fantastischen Ausblicke in Richtung Münstertal / Staufen und die sich dahinter befindende Rheinebene. An der Krinne angekommen zweigt nun der Weg links ab. Nach nicht einmal einem weiteren Kilometer erreichen wir den Heidstein. Am Heidstein folgen wir dem Streckenverlauf rechts in ein dichtes Wäldchen. Über schmale Pfade und hin und wieder etwas breitere Forstwege kreuzen wir schließlich die Skilifte Heidstein und Neuhof, um nach rund 14,3 Kilometer wieder den Ausgangspunkt am Wiedener Eck zu erreichen.