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Aus Omas Kochbuch: Eingemachtes Kalbfleisch („Kalbsfrikassee”)

7. Februar 2017

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Als ich neulich ein Kalbsfrikassee kochen wollte, hatte ich vergessen, Champignons zu kaufen, die man für die klassische Zubereitungsart nach dem berühmten Paul Bocuse braucht.

Auf der Suche nach einem Rezept ohne Pilze habe ich in einem alten badischen Kochbuch ein Rezept für „Eingemachtes Kalbfleisch” gefunden.
Stimmt, dachte ich, das kenne ich noch von früher so – eines der Gerichte, das ich als Kind immer gerne hatte.

Und als wir im vergangenen Oktober in Lyon waren, haben wir in einem Bouchon „Blanquette de veau” gegessen – ebenfalls ein Kalbfleischragout mit heller Sauce, was ähnlich aussah – dort war allerdings Speck mit in der Sauce, dazu gab es Reis und Karottenpüree.


lyon-wochenende-vieux-lyon-bouchons-65Blanquette de veau – in einem Bouchon in Lyon


Für das Kalbsfrikassee aus dem alten badischen Kochbuch gibt es zweierlei Zubereitungsarten – bei der ersten gart man 1 Kilo Kalbsbrust am Stück und verwendet dann die Kochbrühe zur Herstellung der Sauce. Bei der zweiten Zubereitungsart schneidet man das Fleisch in Stücke, blanchiert dies zuerst in kochendem Wasser und dünstet die gesalzenen Fleischstücke dann in Butter an und füllt mit Wasser oder Fleischbrühe auf.
Ich habe mich für erstere Variante entschieden und zur Brühe mit Zwiebel zusätzlich Gemüse – Karotten, Lauch und Sellerie – zugefügt und die Karotten später in Stücke geschnitten und zum Ragout gegeben. Dazu gab es Reis.

Die Zubereitung nach Paul Bocuse möchte ich euch aber auch nicht vorenthalten, deshalb findet ihr untenstehend auch sein Rezept…


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Eingemachtes Kalbfleisch (Kalbsfrikassee)


Zutaten
(für 4 Personen)

• 1 kg Kalbsbrust (oder Bug)
• 3 Liter Wasser
• Salz
• 1 kleine Zwiebel
• 2 Nelken
• 1 Lorbeerblatt
• 1 kleines Stück Bio Zitronenschale
• 2-3 Karotten
• 1 kleine Lauchstange
• 1 kleines Stück Sellerie
• 1 Sträußchen Petersilie

Für die Sauce
• 50 g Butter
• 80 g Mehl
• 1 Liter Kochhbrühe
• 3-4 Esslöffel trockener Weißwein
• ½ Esslöffel Essig
• 1 Eigelb

• gehackte Petersilie

Zubereitung

In einem großen Topf 3 Liter Wasser mit Salz zum Kochen bringen.
Kalbsbrust kalt abwaschen, dann in das kochende Wasser geben.
Zwiebel schälen und das Lorbeerblatt mit den Nelken daran feststecken und zum Fleisch geben.
Karotten waschen, schälen. Lauch waschen, putzen und in drei Stücke schneiden. Sellerie waschen.
Das Gemüse mit einem Zweig Petersile ebenfalls zum Fleisch geben.
Deckel auflegen und 1 Stunde kochen. Das Fleisch und Karotten aus dem Topf nehmen, etwas abkühlen lassen, dann in mundgerechte Stücke schneiden.
Die Brühe abseihen und davon einen Liter abmessen. Restliche Brühe kann im Kühlschrank aufbewahrt und für eine Suppe verwendet werden.

Die Butter in einem Topf zerlassen, Mehl hinzugeben und mit einem Schneebesen verrühren. Bei geringer Hitze andünsten, dann unter ständigem Rühren nach und nach die Brühe angießen.
Unter ständigem Rühren aufkochen, dann die Fleischstücke dazugeben und etwa 5 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce sämig ist. Die Karotten hinzugeben.
Mit Wein und Essig würzen und vom Herd nehmen. Eigelb verquirlen und unterziehen.

Mit Reis anrichten und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.


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 Kalbsfrikassee nach Paul Bocuse


Zutaten
(für 4 Personen)

• 300 g Kalbsbrust
• 300 g Kalbsschulter
• 300 g Kalbshals oder Brustspitz
• Meersalz
• Pfeffer aus der Mühle
• 60 g Butter
• 2-3 Karotten
• 4 kleine Zwiebeln
• 1 Stück Bleichsellerie
• 1 Zweig Thymian
• einige Zweige Petersilie
• 1 Knoblauchzehe
• 1-2 Nelken
• 1 Esslöffel Mehl
• ¼ Liter Weißwein
• ¼-½ Liter Wasser
• 300 g frische Champignons
• 2 Eigelb
• 1 Tasse Crème fraîche
• 2 – 3 Esslöffel gehackte Petersilie

Zubereitung
Das Fleisch in grobe Stücke schneiden, salzen, pfeffern und in der Butter anbraten.
Die geputzten, in Stücke geschnittenen Karotten, die geschälten Zwiebeln und die Gewürze dazugeben und kurz mitdünsten.
Mit dem Mehl bestäuben, mit dem Weißwein ablöschen und mit dem Wasser auffüllen.
Aufkochen lassen, abschäumen, den Topf nicht abdecken und bei mittlerer Hitze 1 Stunde schmoren lassen.
Das Fleisch und das Gemüse herausnehmen und in einen anderen Topf geben, die Sauce durch ein Sieb dazu passieren und die geputzen Champignons unterrühren, nochmals 5 Minuten kochen lassen.
Das Frikassee nochmals pfeffern und vom Feuer nehmen.
Das Eigelb mit der Crème fraîche verrühren und unter das Ragout ziehen.
Anrichten und mit der Petersilie bestreut servieren.


Veal stew (fricassee)

Ingredients
(for 4 people)

1 kg calf’s breast (or bow)
3 litres of water
salt
1 small onion
2 cloves
1 bay leaf
1 small piece of organic lemon peel
2-3 carrots
1 small leeks
1 small piece of celery
1 bouquet of parsley

For the sauce
50 g of butter
80 g flour
1 litre veal broth
3-4 tablespoons of dry white wine
½ tablespoon vinegar
1 egg yolk

Chopped parsley

Preparation

In a large saucepan, bring 3 litres of water to the boil.
Wash the veal with cold water, then give into a pot with boiling salted water.
Peel onion and stick the bay leaf with the cloves to it, then add to the pot.
Wash carrots, peel. Washand clean leek and cut into three pieces. Wash the celery and cut into pieces.
Add the vegetables and a sprig of parsley to the meat.
Cover and cook for 1 hour. Remove the meat and carrots from the pot, allow to cool slightly, then cut into bite-sized pieces.
Strain the stock and measure one litre. Any remaining broth can be stored in the refrigerator and used for the preparation of soup.

Melt butter in a pan, add flour and mix with a whisk. Stir over low heat, then gradually add the broth while stirring constantly.
Bring to the boil while stirring, then add the pieces of meat and simmer for about 5 minutes until the sauce is smooth. Add the carrots.
Season with wine and vinegar and remove from heat. Mix in the egg yolk.

Serve with rice and sprinkle with chopped parsley.

Diffrent way of preparation:

Veal fricassee
according to Paul Bocuse

Ingredients
(for 4 people)

300 g calf’s breast
300 g of calf’s shoulder
300 g of calf’s neck or breastspun
sea-salt
pepper from the grinder
60 g of butter
2-3 carrots
4 small onions
1 piece of celery
1 branch of thyme
Some twigs of parsley
1 clove of garlic
1-2 cloves
1 tablespoon flour
¼ litre of white wine
¼-½ litre of water
300 g fresh mushrooms
2 egg yolks
1 cup crème fraîche (150 – 200g)
2 – 3 tablespoons chopped parsley

Preparation
Cut the veal into coarse pieces, salt, pepper and fry in melted butter.
Add peeled and chopped carrots, onions and the spices, and sauté briefly.
Sprinkle with flour, mix with white wine and top up with the water.
Bring to the boil, skim. Do not cover the saucepan and cook over medium heat for 1 hour.
Remove the meat and the vegetables and place in another pot, pass the sauce through a sieve and stir in the cleaned mushrooms, cook again for 5 minutes.
Pepper fricassee again and remove from the heat.
Stir in egg yolk and crème fraîche. Serve sprinklerd with chopped parsley.

Coq au vin – wie von Paul Bocuse, aber aus dem „Römertopf”

29. Januar 2017

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Wo wir gerade beim „Jahr des Hahns” waren – eines unserer Weihnachtsmenüs 2016 war der französische Klassiker „Coq au vin” und zwar nach einem Rezept von Paul Bocuse – nur fast, weil ich keinen Topf habe, der groß genug wäre, eine stattliches Huhn von 1,8 kg darin unterzubringen.

Also habe ich kurzerhand den Römertopf aus dem Küchenregal geholt und das Rezept ein kleines bisschen abgewandelt…
Als Beilage gab es  selbstgemachten Kartoffelbrei.



Coq au vin


Zutaten
(für 4 Personen)

• 1 Bresse-Huhn ca. 1800 g
• Meersalz
• Pfeffer aus der Mühle
• 60 g Butter
• 100 g magerer Speck
• 1 kleine Stange Lauch
• 1 Bund Frühlingszwiebeln
• 2 Karotten
• 2-3 Knoblauchzehen
• einige Zweige Petersilie
• 1 Zweig Thymian
• 1 Zweig Staudensellerie
• 1 kleines Lorbeerblatt
• 1 Flasche Rotwein
• 150 g frische Champignons
• 80-100 g Geflügelleber
• 2 Esslöffel Mehl
• 1 kleines Glas Cognac
• 2-3 Esslöffel gehackte Petersilie

Zubereitung
Den „Römertopf”/Tontopf 10 Minuten wässern.

Das küchenfertige Huhn in Stücke zerteilen.Mit Salz und Pfeffer würzen und mit der Butter in einer Pfanne goldgelb braten.

Den Speck kleinwürfeln, zum Geflügelfleisch geben und mitbraten.
Aus der Pfanne nehmen und in den gewässerten „Römertopf” geben.
Die Pfanne für die Zubereitung der Soße beiseite stellen.

Den Lauch, die Frühlingszwiebeln, Staudensellerie und die Karotten putzen, in dickere längliche Stücke schneiden.Mit dem gehackten Knoblauch und den Gewürzen zum Fleisch geben und mit dem Rotwein auffüllen.
Den Deckel auflegen und in den kalten Backofen stellen.

Bei 200 °C ca. 1 Stunde garen, dann 10 Minuten bei geöffnetem Deckel im Ofen stehenlassen.

Dann das Fleisch und das Gemüse aus dem Römertopf nehmen, in den Deckel legen und im Ofen warm halten.

Den Bratensaft zusammen mit den geputzten Champignons in die Pfanne geben, die zum Anbraten verwendet wurde.Das ganze aufkochen und einige Minuten köcheln lassen.

Die feingehackte Leber mit Mehl und Cognac verrühren und die Sauce damit binden.

Die Pilze aus der Sauce nehmen und zum Fleisch und Gemüse geben.
Dann die Sauce durch ein Sieb in die passieren und nochmals aufkochen lassen.

Das Fleisch und Gemüse mit Sauce übergießen und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.


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Coq au vin
(prepared in a „Römertopf“/clay pot)

Ingredients
(for 4 servings)
1 Bresse chicken approx. 1800 g
sea-salt
pepper from the grinder
60 g of butter
100 g of lean bacon
1 small leek
1 bunch of spring onions
2 carrots
2-3 cloves of garlic
some twigs of parsley
1 branch of thyme
1 celery
1 small laurel leaf
1 bottle of red wine
150 g fresh mushrooms
80-100 g poultry liver
2 tablespoons flour
1 small glass of cognac
2-3 tablespoons chopped parsley

Preparation
Soak the „Römertopf“/clay pot in water for 10 minutes.
Cut the ready-to-cook chicken into pieces. Season with salt and pepper and fry with the butter in a pan until golden yellow.
Simmer the bacon, add to poultry meat and roast. Remove from the pan and put into the watered clay pot. Set the pan aside for the preparation of the sauce.

Clean leeks, spring onions, celery and carrots, then cut into thick, elongated pieces.

Add vegetables, chopped garlic and spices to the meat and top up with red wine.
Place the lid and place in the cold oven.

Cook for about an hour at 200 ° C, then leave to stand in the oven for 10 minutes with the lid open.

Take the meat and vegetables from the pot, place in the lid and keep warm in the oven.

Give the drippings together with the cleaned mushrooms in the pan, which was used for frying.
Bring to a boil and simmer for a few minutes.

Mix the finely chopped liver with flour and cognac and bind the sauce with it.

Remove the mushrooms from the sauce, add to the meat and vegetables.
Then pass the sauce through a sieve and bring to a boil again.

Pour the sauce over meat and vegetables. To serve sprinkle with chopped parsley and mashed potatoes.

 

Samstagseintopf: Soupe aux Choux

14. Januar 2017

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Aus dem Urlaub in der Lorraine im Sommer vergangenen Jahres habe ich ein Rezept für lothringische Kohlsuppe mitgebracht.
Es ist ja immer noch Saison für allerlei Kohlarten, und deshalb habe ich die Suppe als heutigen Samstagseintopf nachgekocht.


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Speisekarte eines Restaurants in Gerardmer


Bei Frankreich und Kohlsuppe denkt man unwillkürlich auch an die französische Filmkomödie „Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe“ – im Originaltitel „La Soupe aux Choux“ zu deutsch Kohlsuppe – mit Louis de Funès aus dem Jahr 1981. Der Film spielt zwar in der Auvergne im Dorf Jaligny-sur-Besbre (Département Allier), aber Kohlsuppe ist eigentlich ein typisches Gericht aus der lothringischen Küche.
Auf unserem Heimweg von unserem Urlaub in der Lorraine haben wir dann auch noch die Kohlsuppe auf einer Speisekarte entdeckt…


Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe


Soupe aux trois choux


Pour 4 Personnes
1 chou milan
75 g de chou vert
75 g de chou rouge
400 g de pommes de terre
150 g de blanc de poireau
150 g de beurre
60 g de lard fumé
8 tranches de pain de campagne
10 cl de crème fraîche
2 l de fond de volaille

Éplucher et laver tous les légumes.
Préparer la garniture, choux vert et rouge en fines lanières.
Couper le lard en fins bâtonnets, les blanchir, les rafraîchir.
Faire dorer les tranches de pain de campagne dans un peu de beurre.
Faire suer le blanc de poireau, ajouter le chou milan en fines lamelles après l’avoir blanchi.
Mouiller les pommes de terre en quartiers avec le fond de volaille. Cuire 40 min.

Mixer le potage, ajouter la crème, dresser en soupière, saupoudrer avec les choux vert et rouge crus et les bâtonnets de lard.
Servir les croûtons bien chauds et salés à point.

C’est une soupe d’hiver au parfum d’hier ; Les choux vert et rouge crus lui confèrent un croquant très agréable.


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Kohlsuppe aus der Lorraine – mit dreierlei Kohl

Für 4 Personen
• 1 Wirsingkohl
• 75 g Grünkohl (oder Weißkohl)
• 75 g Rotkohl
• 400 g Kartoffeln
• 150 g weiße Teile vom Lauch
• 150 g Butter
• 60 g geräucherter Speck
• 8 Scheiben Bauernbrot
• 100 ml Crème fraîche oder Sahne
• 2 Liter Geflügelbrühe

Zubereitung
Den Wirsing putzen, waschen und in dünne Streifen schneiden. Kurz in kochendes Wasser geben, dann mit einem Schaumlöffel herausheben und in Eiswasser blanchieren.
Grünkohl und Rotkohl für die Garnitur in dünnen Streifen schneiden.
Die Kartoffeln schälen, waschen und vierteln. Lauch putzen, waschen und kleinschneiden.
Den Speck in dünne Steifen schneiden, in einer Pfanne das Fett auslassen, vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
Die Brotscheiben in etwas Butter rösten.

In einem großen Topf die restliche Butter zerlassen, den Lauch darin glasig dünsten. Dann den gut abgetropften Wirsingkohl dazugeben und mit andünsten.

Die Kartoffeln dazugeben und Geflügelbrühe angießen. 40 Minuten köcheln lassen.

Die Suppe pürieren, Crème fraîche oder Sahne untermischen. In vorgewärmte Suppenschüsseln oder Teller geben, mit grünen und roten Kohl und Speck-Streifen bestreuen.
Dazu die mit etwas Salz bestreuten gerösteten Brotscheiben servieren.

Es ist eine Winter-Suppe mit dem Geschmack der an früher erinnert; Die rohen grünen und roten Kohlstreifen geben der Suppe einen wunderbaren Biss.


Three Cabbage Soup
(Lorraine, France)

For 4 people
1 milan cabbage
75 g green cabbage
75 g red cabbage
400 g potatoes
150 g leek whites
150 g butter
60 g smoked bacon
8 slices of country bread
10 cl of crème fraîche or cream
2 l of poultry stock


Cut milan cabbage into thin strips, blanch (put in boiling water for a few minutes, lift out with a slotted spoon and plunge into iced water).
Prepare the garnish – cut green and red cabbage into thin strips.
Peel and wash potatoes then cut into quarters. Clean and wash leek whites, then cut into rounds.

Cut the bacon into thin sticks, fry in a pan, then let cool.
Brown country bread slices in a little butter.
Heat the remaining butter in a large pot and fry the leek whites in it until glassy. Then add the drained milan cabbage.

Add potatoes and fill with chicken stock. Cook for 40 minutes.

Puree the soup, add the cream. To serve fill in warmed soup bowls or soup plates. Sprinkle with the green and red cabbage and the bacon sticks.
Serve with toasted bread slices, which are sprikled with salt to taste.

It is a winter soup with the perfume of yesterday; The raw green and red cabbage gives it a very pleasant crunch.

Samstagseintopf: Kürbissuppe nach Paul Bocuse

7. Januar 2017

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Heute gibt es endlich mal wieder einen Samstagseintopf!

Vom vergangenen Herbst hatte ich noch einen kleinen Muskatkürbis eingelagert, der jetzt unbedingt verarbeitet werden musste, bevor er noch matschig und unbrauchbar wird.
Den Kürbis hatte ich an einem sonnigen Oktobertag auf dem Hof der Familie Scheidereiter geholt.


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Ein „kleiner” Muskatkürbis bringt doch so ein paar Kilos auf die Waage – ich habe das übrige Fruchtfleisch (geschält, und von Kernen und Fasern befreit) in Würfel geschnitten und in Portionen von 500 Gramm in Gefrierbeutel gepackt und eingefroren. So hält sich der Kürbis etwa 10-12 Monate….
Das Rezept habe ich aus einem Kochbüchlein von Paul Bocuse Die reichhaltige Suppe ist wunderbar cremig und wärmt an kalten Wintertagen, wie wir sie derzeit haben.


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Muskatkürbis Suppe nach Paul Bocuse


Zutaten
(für 4 Personen)

• 2 kleine Stangen Lauch
• 60 g Butter
• 500 g Kürbisfleisch (Muskatkürbis)
• 300 g mehligkochende Kartoffeln
• ¼ Liter = 250 ml Milch
• ¼ Liter = 250 ml Wasser
• Meersalz
• Pfeffer aus der Mühle
• 1 Tasse Crème fraîche (150-200g)

Zubereitung
Den Lauch putzen, waschen und in dünne Ringe schneiden.  Die Kartoffeln schälen.
In einem großen, hohen Topf die Butter erhitzen und den Lauch darin glasig dünsten.
Das Kürbisfleisch und die geschälten Kartoffeln in kleine Würfel schneiden und zum Lauch geben.
Mit Milch und Wasser auffüllen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Bei mittlerer Hitze 30 Minuten kochen lassen.
Die Suppe mit einem Schneebesen oder Handmixer grob pürieren. Die Crème fraîche unterziehen und heiß servieren.


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Pumpkin soup
(according to Paul Bocuse)

ingredients
(for 4 people)

2 small leeks
60 g butter
500 g pumpkin (Muscat)
300 g floury potatoes
¼ litre = 250 ml milk
¼ litre = 250 ml water
sea-salt
pepper from the grinder
1 cup of crème fraîche (150-200g)

Preparation
Clean the leeks, wash and cut into thin rings. Peel the potatoes.
Heat the butter in a large, high pot and fry the leeks until glassy.
Cut the pumpkin flesh and the peeled potatoes into small cubes and add to the leeks.
Fill with milk and water, season with salt and pepper.
Cook over medium heat for 30 minutes.
Puree the soup with a whisk or a hand blender. Stir in crème fraîche and serve hot.


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Zierkürbisse auf dem Hof der Familie Scheidereiter, Siedlung im Stein, Neuenburg am Rhein


Hier sind noch ein paar Kürbisbilder, die ich auf dem Hof der Familie Scheidereiter gemacht habe (genauere Beschreibung und Verwendung der verschiedenen Kürbissorten)- here are some photos of the place where I got the pumpkin from last autumn.


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Sightseeing in Lyon

21. Dezember 2016
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Hotel de Ville, Lyon


Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, sind wir am Montagvormittag auf Sightseeing Tour gegangen.
Eigentlich wollten wir mit einem kleinen Touristen-Express eine Stadttour machen und warteten vergebens vor der Oper bzw. hinter dem Rathaus von Lyon.
Wir waren nicht die einzigen…. Dann haben wir uns halt doch zu Fuß, mit Metro und Tram fortbewegt, um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen.



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Dieser Brunnen (Fontaine Bartholdi) auf dem Rathausplatz  (Place des Terreaux) wird derzeit leider renoviert….
Gegenüber liegt das Musée des Beaux Arts – Das Museum der schönsten Künste, das in Frankreich unmittelbar hinter dem Louvre in Paris rangiert.
Es ist in einem ehemaligen Benediktinerkloster aus dem 17. Jahrhundert, dem Palais St-Pierre untergebracht.


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Street-Food Speisekarten Kunst



Typisch täuschende Wandmalereien in Lyon
– trompe d’oeil


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Wir sind nochmal über die Saône ins Vieux Lyon gegangen, um dort Mittag zu essen.
Fortsetzung folgt…

Das moderne Lyon und Essen in einem Restaurant von Paul Bocuse

19. Dezember 2016
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Das moderne Gebäude des Museée des Confluences in Lyon, am Zusammenfluss von Rhône und Saône


Nachdem wir uns im ältesten Teil von Lyon mit der Entstehungsgeschichte der Stadt und den Römern beschäftigt hatten, fuhren wir zum modernsten Teil – Lyon Confluence.
Eigentlich wollten wir auch noch dieses Museum mit seinem großen völkerkundlichen Bereich ansehen, aber wegen des Marathons in Lyon war so viel los, dass die Schlange der Wartenden fast bis zur Tram-Haltestelle reichte.

Wir entschieden uns gegen die lange Wartezeit und weil die anfangs dichten Wolken auflockerten, haben wir bei wunderschönem Herbstwetter einen Spaziergang am Saône Ufer entlang des modernen und noch im Aufbau befindlichen Stadtteils Confluence gemacht.
Eine Stadtteil vom Reißbrett, wie es scheint – mit einem ganz besonderen Flair…


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Hier sind ein paar Eindrücke …



Bevor wir aber unsere kleine Wanderung am Ufer der Saône starteten, haben wir noch ein paar Erinnerungsfotos mit von uns vor dem „Only Lyon” -Schriftzug gemacht – das ist hier ein äußerst beliebtes Fotomotiv.


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An der Saône im modernen Stadtteil Confluence….


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Wer am gläsernen Bürohaus des Eventunternehmens GL Events Fenster putzen muss, hat einiges zu tun….


Wir haben über die Architektur ganz schön gestaunt – dieses grell-grüne Gebäude lässt einen unwillkürlich an einen Frosch denken – die Anordnung der Fenster hat von weitem gesehen etwas von Froschaugen. Es ist ein Werk der Architekten Jakob und Mac Farlane. In dem Gebäude hat der Fernsehsender Euronews sein Domizil.


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Hier ankern auch zahlreiche Boote, vom Restaurant, Bar und Disco über Hausboot und Flußkreuzfahrt-Schiff…



Die Uferpromenade wird am Wochenende gerne von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Es gibt zahlreiche Cafés, Restaurants und Eventlocations, wie zum Beispiel eine alte Zuckerfabrik (La Sucrière), die auch als Kunstgalerie genutzt wird.
Es gibt auch ein großes Einkaufszentrum (Centre Commercial) , in der sich unter anderem ein Fitnessstudio und Kinos befinden.
Der öffentliche Nahverkehr ist sehr gut ausgebau – sowohl mit Tram als auch mit einem Boot (Vaporetto), das zwischen Vieux Lyon und Confluence verkehrt, kann man direkt vor dem Einkaufszentrum ein- und aussteigen.


La Sucrière - Eine alte Zuckerfabrik

La Sucrière – Eine alte Zuckerfabrik


Dieses futuristische Gebäude nennt man in Lyon „Le Cube”

Der filigran perforierte orangefarbene Würfel ist wiederum ein Bürogebäude der Architekten Jakob und Mac Farlane, das manche Lyoner auch gern als ein Stück Käse bezeichnen.
En Hohlraum der vom Fluss aus wie eine Sonne aussieht, lässt genügend Licht in die hinteren Büros


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Einkaufszentrum Confluence


Nach dieser ausgiebigen Stadtour und den vielen Eindrücken waren wir ganz schön geschafft.
Eigentlich war der Plan, zurück ins Hotel zu gehen, uns etwas frisch zu machen und dann Essen zu gehen – aber dann haben wir uns entschieden, gleich hier etwas zu essen und sind zufällig in einer Restaurantkette von Paul Bocuse gelandet….
Ouest Express heißt diese Fast-Food Version von Bocuse, wo man im Gegensatz zu seinem etwas außerhalb liegenden Restaurant L’Auberge du Pont (Menu des Chefkochs Christophe Muller gibt es ab 165 € pro Person – ohne Getränke!), noch zu erschwinglichen Preisen etwas essen kann.
Hier bekommt man Burger, Pommes, Salat und Dessert und Kuchen und danach eien guten Kaffee – damit macht Bocuse in Lyon sogar Mc Donald’s Konkurrenz


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Und dann machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel.
Fortsetzung folgt…


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Lyon: Sonntag ist Markttag (2) – Am Ufer der Saône: L’art de vivre

4. Dezember 2016

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Der zweite Markt, den wir am Sonntag in Lyon besucht haben, ist der große Markt an der Saône.
Spätestens hier merkt man, dass man sich dem Süden Frankreichs nähert. Ein schier unglaubliches Angebot an frischem Obst und Gemüse, Würsten, Käse, Fleischerzeugnissen und Spezialitäten aus Frankreich und auch von weiter her (121 Marktbeschicker am Sonntag – unter der Woche ist der Markt kleiner).
Und wer möchte, kann hier Austern essen und dazu ein Glas Champagner am Ufer der Saône genießen.
Oder bei schönem Wetter besorgt man sich einfach etwas Baguette, Käse und Salami für ein Picknick.
Wer sonntags keine Lust hat, etwas zu kochen, kann sich an einem der Stände, wo es etwas Warmes zu Essen gibt, versorgen.

Hier spürt man das französische Lebensgefühl – l’art de vivre.
Es heißt nicht umsonst: „Essen, wie Gott in Frankreich”.
Wenn es gegen das Ende des Markttages geht und die Händler versuchen, ihre Ware noch an den Mann zu bringen – meist viel günstiger, damit sie keine Ware mehr mit nach Hause nehmen müssen – kann es schonmal laut werden und man fühlt sich ein wenig wie in Hamburg auf dem Fischmarkt.

Nachdem wir also auf dem Markt am Place Carnot waren, sind wir zuerst ein wenig am Uferweg der Saône entlangeschlendert.
An diesem Wochenende fand außerdem noch ein Marathonlauf statt. Die Terroranschläge in Frankreich haben Spuren hinterlassen – überall trifft man auf bis an die Zähne bewaffnete Soldaten, die nicht nur solche Großveranstaltungen absichern, sondern auch am Abend und während der Nacht bis in die frühen Morgenstunden an den Bahnhöfen Wache schieben.
Ich muss zugeben – ein wenig mulmig ist einem schon dabei zumute…


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Der Markt am Ufer der Saône – Quai des Célestins
Parking : Quai Saint- Antoine 69002 Lyon – Place des Célestins


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Und dann sind wir über die Brücke bei Saint Antoine in Richtung Vieux Lyon und den Fourvière Hügel gegangen.
Was wir an diesem Tag noch alles gesehen und erlebt haben, folgt in einem weiteren Bericht!

Lyon: Sonntag ist Markttag (1) – Place Carnot beim Gare Perrache

3. Dezember 2016
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Sonntagmorgen am Place Carnot in Lyon


Als wir am Sonntagmorgen aufwachten und ich vom Balkon unseres Hotelzimmers zum Fourvière Hügel sah, bot sich ein wunderbarer Anblick auf die Basilika Notre Dame de Fourvière.
Es versprach, ein wunderbarer Tag zu werden.


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Blick vom Balkon unseres Hotelzimmers (Hotel Charlemagne) auf die Basilika Notre Dame de Fourvière


Aber zuerst haben wir ausgiebig gefrühstückt…
Der Frühstücksraum des Hotels befindet sich im Untergeschoss. Es gibt ein riesiges Buffet mit allem, was das Herz begehrt. Baguette, Mini Viennoiserie (kleine Croissants, Pain au Chocolat oder Pain au Raisin, Eier, Wurst, Käse, Obst, Orangensaft, Joghurt, Marmelade, Honig, Müsli….)

Es gab auf dem Buffet auch lokalen Spezialitäten, zum Beispiel die typische Rosette Salami oder Brioche mit Pralines Lyonnaises, die wir am Vortag schon in der Markthalle von Paul Bocuse entdeckt hatten.
Natürlich musste ich mir diese Praline genauer ansehen und probieren. Vorsicht: die sind ziemlich hart, also erst einmal lutschen und dann vorsichtig zerbeißen.
Sie schmecken sehr süß, aber die Mandeln schmeckt man deutlich heraus.

Im Brioche schmecken sie auch sehr gut. Und überhaupt, hier in Lyon gibt es wunderbare Brioches – die zeige ich euch später nochmal genauer.



Dann machten wir uns auf den Weg zu den Märkten, die hier am Sonntagvormittag stattfinden.
Die Märkte hier hatten mich schon bei unserem ersten Besuch in Lyon vor 6 Jahren fasziniert.
Unweit unseres Hotels, direkt vor dem Bahnhof Perrache, auf dem Place Carnot findet am Mittwochs von 16.00 – 19.00 Uhr und am Sonntag von 6.00 – 13.30 Uhr ein Markt mit Erzeugern aus der Region statt. Das Angebot am Sonntag ist riesig und reicht von Backwaren, Obst, Gemüse, Kräutern, Käse, Wurst, Fleisch, Geflügel und Brathähnchen über Haushaltwaren, Kleidung Topfpflanzen und Teppichen bis hin zu Haustieren!


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Markt beim Bahnhof Perrache
Lyon 02  / Place Carnot


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Brot und feine Backwaren



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Obst und Gemüse



Geflügel, Fleisch, Wurst, Käse


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Und hier hat der Experte am Hähnchengrill sogar posiert und sich fotografieren lassen…
Es gab aber auch Stände, an denen man als Fotograf nicht so gerne gesehen war.


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Und wenn euch dieser Beitrag gefallen hat, solltet ihr unbedingt noch den zweiten Teil lesen – der Marché an der Saône ist besonders sehenswert.


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Fortsetzung folgt…

Lyon am Abend – Brasserie Georges

27. November 2016
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Blick durch das Fenster neben dem Eingang der Brasserie Georges in Lyon


Eigentlich wollten wir an unserem ersten Abend in Lyon wie vor einigen Jahren wieder im Café Joseph in unmittelbarer Nähe von unserem Hotel Essen gehen.
Aber das Restaurant war leider geschlossen. Und wir waren auch schon etwas spät dran.

In Lyon ist abends einiges los – nicht nur am Wochenende… Die Leute gehen gern zum Essen aus und das üblicherweise gegen 19.30 Uhr.
Wer später kommt, sollte in dem Restaurant seiner Wahl unbedingt reservieren.
Also sind wir einer Empfehlung gefolgt und ein paar Straßen weiter zur Brasserie Georges (30 cours de Verdun) gegangen, weil man dort am ehesten eine Chance hat, einen Platz zu bekommen. Aber wir mussten trotzdem etwa 20 Minuten warten, bis ein Tisch frei wurde.

Kurz nach dem Eingang wird man von einem Herrn empfangen, der die Anzahl Personen aufnimmt und im Reservierungssystem speichert.
Man bekommt dann eine Art Sender in die Hand gedrückt. Sobald ein entsprechender Tisch frei wird, wird man per Signal angefunkt. Man gibt den Sender bei dem freundlichen Herrn ab, der einen dann zum frei gewordenen Tisch führt.

Die Brasserie Georges ist noch eine der wenigen, traditionellen Brauhäuser (Brasserien) von Lyon. In diesem Jahr wird das 180 jährige Bestehen gefeiert.

Unser Reiseführer schreibt folgendes dazu:

Hier findet man kommunikatives Ambiente und genügend Raum, um sich beim Essen auch allein wohlzufühlen.
Diese elsässische Brauerei hinter dem Bahnhof Perrache ist schon seit 1836 in Lyon beliebt. Die riesige verspiegelte Halle im Art-déco-Stil bietet über 500 Plätze.
Hier  wurden schon Sauerkraut- und Omeletteportionen für das Guinnessbuch der Rekorde serviert.
Viel Prominenz hinterließ ihre Spuren. Biergläser und Teller kann man käuflich erwerben.

Für meinen Geschmack etwas zu quirlig, aber naja – man muss es mal erlebt haben.
Das Essen und Preis-Leistungs-Verhältnis waren gut, die Bedienung flott und aufmerksam und es geht trotz der Massen sehr gediegen zu.

Der Markgräfler hat sich eine der berühmten elsässischen Platten mit Sauerkraut und ein Bier bestellt – ich wollte typische Lyoneser Küche probieren. So habe ich als Vorspeise einen Linsensalat gewählt und als Hauptgericht ein Quenelle, dazu einen Beaujolais.
Danach waren wir beide pappsatt – ein Dessert hätten wir nicht mehr geschafft. Das Originalrezept für Quenelles findet ihr hier.
Hier sind ein paar Bilder.


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Fortsetzung folgt…

Les Halles de Lyon Paul Bocuse und das Originalrezept für Quenelles mit Sauce Nantua

26. November 2016

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Nach unserem Besuch im Lumière Museum sind wir also geradewegs zur Markthalle marschiert.
Von außen sieht die Markthalle eher nüchtern und modern aus, innen aber, findet man immer noch die traditionellen Spezialitäten aus Lyon und aus ganz Frankreich.
An vielen Ständen sieht man Fotos der Produzenten, die hier ihre Erzeugnisse verkaufen, zusammen mit Paul Bocuse und einer handschriftlichen Widmung desselben.
Das Angebot ist vielfältig und reicht von Obst, Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten über halbfertige Erzeugnisse bis hin zu Käse, Wurst, Pasteten und Backwaren.
Es gibt auch ein paar Restraurants und Cafés, wo man die Köstlichkeiten direkt vor Ort genießen kann.


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…wo das Produkt König ist…


Quenelles – Eine Spezialität aus Lyon



Schon gleich bei den ersten Ständen findet man bei Giraudet die „Quenelles” de Lyon. Das sind längliche Klöße aus Butter, Mehl und Eiern, die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt.
Die tradionellen Quenelles werden mit Hechtfilet gemacht.
Sie werden in einer Sauce Nantua, einer Sauce mit Langusten/Krebsfleisch serviert.
Ich habe das Gericht natürlich am Abend probiert – aber davon berichte ich später – hier ist das Originalrezept:


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Quenelles de brochet
Ingrédients pour 8 personnes

500 g de filets de brochet crus
20cl de lait
30 g de beurre + 100 g
10 g de sel
2 g de poivre
125 g de farine
6 œufs

Sauce Nantua

12 écrevisses
100 g de beurre + 40 g
40 g de farine
50 cl de lait
10 cl de crème fraîche épaisse + 10cl

Fabrication des quenelles

Hacher ou mixer 500 g de filets crus de brochet, les mettre à égoutter dans une passoire recouverte d’un linge pendant 12 heures au frais.

Porter à ébullition 20 cl de lait, y faire fondre 30 g de beurre, ajouter 10 g de sel, 2 g de poivre et 125 g de farine. Bien mélanger à la spatule jusqu’à l’obtention d’une pâte homogène qui n’adhère plus aux parois. Laisser reposer à couvert.
Mixer cette panade pendant 2 minutes, ajouter la chair de brochet bien égouttée. Mixer à nouveau.

Casser 6 œufs dans un bol ; ajouter 100 g de beurre émietté ; y incorporer la panade et bien mixer. Laisser reposer 4 heures.

Diviser cette pâte en paquets de 120 g chacun ; les rouler à la main sur une table farinée.
Les faire pocher pendant 12 minutes dans de l’eau légèrement salée. Disposer dans un plat à gratin et les « noyer » avec la sauce.

Fabrication de la sauce Nantua

Jeter 12 écrevisses dans de l’eau en ébullition, puis laisser cuire 5 minutes. Mles retirer, les décortiquer et réserver la chair.

Piler les carapaces et les têtes au mortier et les mettre dans une casserole avec 100 g de beurre. Lorsque le beurre se clarifie (devient mousseux), mouiller d’un verre d’eau. Laisser bouillir 2 minutes puis passer dans un linge pour en extraire le liquide. Le laisser refroidir et le mettre réfrigérateur pour qu’il durcisse : le beurre surnage alors sur un liquide.
Faire fondre 40 g de beurre dans une casserole, y verser 40 g de farine en remuant pendant 2 minutes, puis verser 50 cl de lait et le liquide du beurre d’écrevisses. Porter à ébullition en fouettant, assaisonner,  ajouter 10 cl de crème fraîche épaisse et laisser réduire d’un tiers. Ajouter encore 10 cl de crème, laisser bouillonner 2 minutes puis incorporer le beurre d’écrevisses en noisettes, en fouettant au coin du feu.

Recouvrir les quenelles de cette sauce et mettre au four à 200° (th.7) pendant 15 minutes.

Servir aussitôt avec un riz créole légèrement parfumé en décorant le plat avec les queues d’écrevisses.

***

Quenelles de brochet / Hechtklöße

Zutaten für 8 Personen
• 500 g rohe Hechtfilets
20cl Milch
30 g Butter + 100 g
10 g Salz
2 g Pfeffer
125 g Mehl
6 Eier

Nantua-Sauce
12 Langusten
100 g Butter + 40 g
40 g Mehl
500 ml Milch
100 ml Sahne + 100 ml

Zubereitung

Quenelles

500 g rohe Zanderfilets fein hacken oder im Mixer zerkleinern. In ein Sieb geben und in eine Schüssel hängen. Mit einem Tuch bedecken und 12 Stunden im Kühlschrank abtropfen lassen.

200 ml Milch zum Kochen bringen.  30 g Butter dazu geben und darin schmelzen. 10 Gramm Salz, 2 g Pfeffer und 125 g Mehl hinzufügen. Mit einem Spatel gut mischen, bis ein homogener Masse entsteht, die nicht mehr am Topfrand haften bleibt. Vom Herd nehmen und zugedeckt etwas ruhen lassen.
Dann den Topfinhalt 2 Minuten lang durchrühren. Das Hechtfleisch aus dem Kühlschrank nehmen, gut ausdrücken, zu dem Teig geben und damit verrühren.

6 Eier aufschlagen und in eine Schüssel geben. 100 g Butter in Stücke schneiden und hinzufügen und in die vorbereitete Hechtmasse einarbeiten.
4 Stunden ruhen lassen.

Dann den Teig in Portionen von 120 Gramm aufteilen und jede von Hand auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte in Form rollen.
Die Klöße 12 Minuten lang in siedendem, leicht gesalzenem Wasser pochieren.
Mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und in eine Auflaufform legen.

Herstellung von Nantua-Sauce

12 Langusten in kochendem Wasser geben und 5 Minuten lang kochen. Köpfe und Schwänze abtrenne, den Krebspanzer aufbrechen und das Krebsfleisch auslösen.

Die Karkassen (Krebsköpfe und -schalen) im Mörser zerschlagen und zusammen mit 100 g Butter in einen Topf geben. Sobald die Butter anfängt zu schäumen, ein Glas Wasser dazugeben.
2 Minuten köchel lassen, dann durch ein mit Tuch ausgeles Sieb geben, dabei die Flüssigkeit auffagen.
Abkühlen lassen und im Kühlschrank fest werden lassen. Die Butter schwimmt dann auf der Flüssigkeit.

In einer Pfanne 40g Butter schmelzen, 40 g Mehl dazugeben udn 2 Minuten lang rühren. Dann 50 ml Milch und die Flüssigkeit aus der Krebsbutter hinzufügen.
Unter Rühren z
um Kochen bringen, würzen und 100 ml Sahne hinzufügen. Die Sauce um ein Drittel einreduzieren. Nochmals 100  ml Sahne dazugeben, weitere 2 Minuten köcheln lassen, vom Herd nehmen und die Krebsbutter in kleinen Stücken hinzufügen.

Die Klöße in der Auflaufform mit Sauce bedecken und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C für 15 Minuten überbacken.

Mit Krebsfleisch garnieren und sofort servieren. Dazu passt Duftreis.

***

Quenelles (pike dumplings)
Ingredients for 8 servings

500 g raw pike fillets
20cl milk
30 g butter + 100 g
10 g salt
2 g pepper
125 g flour
6 eggs

Nantua Sauce

12 crayfish
100 g butter + 40 g
40 g flour
50 cl of milk
10 cl thick cream + 10cl

Preparation of the dumplings

Chop or mix 500 g of raw pike fillets, drain them in a sieve covered with a cloth in the refrigerator for 12 hours.

In a pot, bring 200 ml milk to a boil, melt 30 g butter in, add 10 g salt, 2 g pepper and 125 g flour. Mix well with a spatula until a homogeneous paste is obtained which no longer sticks to the rim of the pot. Cover and let rest.
Mix this panade for 2 minutes. Then add the well drained pike meat and mix again.

Open 6 eggs and give into a bowl. Add 100 g of crumbled butter; then incorporate the panade and mix well. Leave to rest for 4 hours.

Divide this dough into 120 g portions each. Roll them by hand on a floured working surface.
Poach for 12 minutes in slightly salted water. Take them out with a slotted spoon and arrange in a gratin dish and cover with the sauce.

Preparation of the Nantua sauce

Plunge 12 crayfish into boiling water and cook for 5 minutes. Remove heads and backs and take out the flesh.

Mortar the carapaces and the heads. Then put in a saucepan together with 100 g of butter. When the butter is clarified (becomes sparkling), add a glass of water. Let boil for 2 minutes then pass through a cloth to extract the liquid. Let cool and put in teh the refrigerator so that it hardens: the butter then floats on the liquid.
Melt 40 g butter in a saucepan, add 40 g flour while stirring, for 2 minutes. Then pour 500 ml of milk and the liquid from the crayfish butter. Bring to a boil while whisking and season with salt and pepper. Add 100 ml of thick cream and reduce by one third. Add another 100 ml cream, boil bubbly for 2 minutes, take off the heat, then incorporate the crayfish butter in knobs.

Cover the dumplings with this sauce and place in the oven at 200 ° C =  392 °F for 15 minutes.

Serve immediately with slightly scented Creole rice, decorating the dish with the crayfish tails.


Aus dem Meer



Wurst, Geflügel und Pasteten



Und dann natürlich noch die berühmte
Saucisson Brioché – Wurst im Brioche Mantel



Das Rezept dafür habe ich schon vor ein paar Jahren nachgebacken und hier im Block vorgestellt.


Rezept für Saucisson Brioché

Wurst im Briocheteig2


Obst, Gemüse, Sonstiges



Süßes


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kandierte Früchte

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„Pralines”
aus Mandeln und ganz viel Zucker und roter Farbe
eine Spezialität von Lyon



Bei den Pralinés handelt es sich um kleine harte Bonbons aus Zucker und gehackten Mandeln, die rot eingefärbt werden. Man verwendet sie für allerlei Gebäck, wie zum Beispiel für diese Tarte
(Mürbeteigboden mit einem Guss aus Butter, Zucker, crème fraîche und zerstoßenen Parlines).


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Käse



Wir haben uns für Käse und Baguette entschieden. Zum Dessert haben wir uns bei einem Bäcker Bugnes de Lyon und Cannelés geholt und uns damit in eine Kaffeebar gesetzt.
Bei Bugnes lyonnaises handelt es sich um Fettgebackenes, vergleichbar mit den im Markgräflerland und ganz Baden bekannten „Scherben” oder die Fasnachtschüechli in der Schweiz.


Bugnes lyonnaises



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Portrait von Paul Bocuse an einer Hauswand gegenüber des hinteren Eingangs zu Les Halles de Lyon Paul Bocuse


Dann haben wir uns langsam auf den Rückweg ins Hotel gemacht. Unterwegs sind wir noch durch das Kaufhaus Galeries La Fayette geschlendert, was uns aber etwas zu trubelig war.
Hier scheinen am Samstag Nachmittag alle im Shoppingfieber zu sein.
Eigentlich wollten wir noch ein wenig am Saone-Ufer entlangschlendern, hatten die Distanzen aber völlig unterschätzt. Wir sind dann zum Schluss in eine Tram eingestiegen, denn es wurde schon allmählich dunkel draußen.



Fortsetzung folgt…


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