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Bärlauch Käsespätzle mit Möhrenragout

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Bärlauch hat noch Saison – und deshalb gibt es Bärlauch-Käsespätzle mit Möhrenragout. Fleischlos, aber superlecker und sättigend.

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Die Spätzle heissen bei uns eher Knöpfle, deshalb hier das Rezept für

Bärlauch-Knöpfle

1 Bund Bärlauch à 100 g, klein geschnitten
1 Ei
italienische Kräuter, getrockenet (1-2 Teelöffel)
Salz (1 TL)
2 Messerspitzen frisch geriebene Muskatnuss
200 ml Wasser
400 g Dinkelmehl (Type 630)

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Bärlauch, Ei und Gewürze zusammen mit dem Wasser im Mixer oder mit dem Pürierstab ganz fein pürieren. Zum Dinkelmehl geben und zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig mit einem Kochlöffel so lange schlagen, bis er Blasen wirft.

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Den Teig abgedeckt 20-30 Minuten quellen lassen.

Während dieser Zeit das Möhrenragout zubereiten (s. unten)

Wasser aufkochen, etwas Salz hinzufügen, dann die Spätzle portionsweise mit der Spätzlepresse (grober Einsatz) oder vom Brett in das Wasser schaben. Die Knöpfle einmal aufkochen lassen,

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mit dem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen. Ich verwende dafür den Siebservierer von Tupperware, es geht aber auch ein normales Sieb mit einer Schüssel darunter.

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Den weiterern Schritt könnte man sich auch sparen, die Bärlauchspätzle schmecken auch so – einfach das Möhrenragout dazu reichen.

Für die Bärlauch-Käse-Knöpfle braucht man etwa 150 g geriebenen Emmentaler, eine Zwiebel und etwas Butter. Die Zwiebeln schneidet man in Ringe, zerlässt ein Stück Butter in einer Pfanne und röstet die Zwiebelringe darin goldbraun:

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Man nimmt die Zwiebeln aus der Pfanne, stellt sie beiseite und brät die abgekühlten Bärlauchknöpfle in der Pfanne ohne weitere Zugabe von Fett etwas an. Dann schichtet man abwechselnd Spätzle, Käse und Zwiebelringe in eine ofenfeste Form. Die letzte Spätzleschicht mit Emmentaler bestreuen, nach Belieben Semmelbrösel darüberstreuen und Zwiebelringe darauf legen.

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Im Ofen bei 200 °C überbacken, bis der Käse zerlaufen ist.

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Möhrenragout

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1 Zwiebel (ca. 80 g ) gewürfelt
10 g Butter
600 g Möhren, gewürfelt
1 Teelöffel Ahornsirup (oder Honig)
1 Messerspitze frisch geriebene Muskatnuss
etwas frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
Meersalz, nach Geschmack
abgeriebene Schale von 1/4 unbehandelten Zitrone
300 ml Gemüsebrühe
2 Esslöffel Reismehl, Mais- oder Kartoffelmehl
100 g Crème fraîche oder saure Sahne
1 Esslöffel Petersilie, gehackt

Die Möhrenwürfel in der Butter mit dem Ahornsirup anschwitzen, dann die Zwiebeln und die Gewürze dazugeben und mit anschwitzen.

Die Gemüsebrühe angießen und das Ganze zum Kochen bringen. Dei Möhren bei geschlossenem Deckel bissfest dünsten.

Kurz vor Ende der Garzeit das Reismehl einstreuen (Maisstärke- oder Kartoffelmehl zuvor mit etwas kaltem Wasser anrühren) und die Flüssigkeit damit binden. Das Gemüse mit Meersalz und Zitronenschale abschmecken und die Crème fraîche unterziehen. Mit Petersilie (oder Bärlauch) bestreuen.

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Bärlauch-Käse-Knöpfle mit Möhrenragout

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Samstagseintopf: Spätzle mit Linsen und Würstchen

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Samstagseintopf – der Klassiker, Spätzle, Linseneintopf und Würstchen. Diesmal Wiener Würstchen ohne Darm aus dem Glas (Vorräte aus dem Keller aufbrauchen).

Heute gab es keine selbst gemachten Spätzle, ich hatte noch welche aus dem Weihnachts- Geschenkkorb. Die Linsen waren vorgegart aus der Dose. Das Suppengemüse war TK-Gemüse (Bouillon-Gemüse, schon klein geschnippelt).

Ansonsten war ich den ganzen Tag beschäftigt: Einkaufen, Kuchen Backen,  Ostereier Färben und zwischendrin immer mal wieder die Küche aufräumen. Jetzt muss ich noch Osternestchen befüllen… Dann reicht es für heute….

Linsen-Eintopf  und Spätzle – Rezepte zum Nachkochen:

Linseneintopf, Spätzle  – mit Fleischwurst, mein Rezept im Buch von Eckart Witzigmann

Cotechino con Lenticchie – zu Silvester in Italien

Lentilles avec saucisses de Montbéliard – auf französiche Art

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Abendessen ist fertig! Creamed Mushrooms – Champignon Toast

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Die frischen, braunen Champignons musste ich beim Einkaufen einfach mitnehmen. Kennt ihr das – es gibt zum Fleisch eine Sauce mit viel Pilzen und man könnte sich nur davon sattessen?!

Genau – für euch ist dieses Rezept gedacht. Mit Speck, Frühlingszwiebeln, Weißwein und mit Crème double verfeinert (oder Sauerrahm, Crème fraîche, Schmand, Sahne) … superlecker.
Das ganze wird einfach auf einer getoasteten Brotscheibe verteilt. (Ausserdem noch genügend Brot zum Tunken und Sauce aufsaugen bereit legen…) Einfach himmlisch.

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Die Champignons mit einer Pilzbürste von Erdresten befreien und gründlich säubern. Dann in Scheiben schneiden. Reichlich Frühlingszwiebeln in Röllchen, etwas Speck in kleine Würfelchen schneiden. Speck mit etwas Butter in einer Pfanne andünsten.

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Dann Pilze und Frühlingszwiebel-Röllchen dazugeben, mitdünsten. Wer mag, kann die Pilze mit etwas Mehl bestäuben, das macht die Sauce etwas sämiger.

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Dann mit etwas Weißwein (Gutedel) ablöschen und einreduzieren lassen. Zum Schluss frisch gehackte Kräuter (z. B. Petersilie, Schnittlauch) dazugeben, mit Crème double verfeinern. Gewürzt wird mit wenig Salz und nach Belieben Pfeffer. Auf getoasteten Brotscheiben verteilen und mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen. Sofort genießen!

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Ach ja – Schweizer Rösti, Spätzle/Knöpfle oder andere Teigwaren passen auch hervorragend zu den Pilzen!

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Neujahrsbraten – Schweinefilet Niedriggarmethode mit zweierlei Sauce: Hagebutten – und Pfifferlingsauce

Schweinefilet zweierlei Sauce

Wie schon erwähnt, sind wir zum Jahresbeginn für ein paar Tage verreist. Am Neujahrstag gab es aber noch was feines zu Essen, am 2. Januar sind wir dann früh morgens nach Venedig aufgebrochen. Wir waren schon mehrere Male mit Avanti Reisen aus Freiburg mit dem Bus unterwegs. Die Reise nach Venedig im Winter soll besonders schön sein, der Bus war dementsprechend ausgebucht! Aber bevor wir  zu den Fotos und den Schlemmereien aus Venedig kommen, hier also das Festessen vom Neujahrstag.

Schweinefilet mit zweierlei Sauce

Für 4 Personen

2 Schweinefilets (800 g – 1 kg)
Salz, Pfeffer
Butterschmalz zum Anbraten

Hagebuttensauce

3 Esslöffel Hagebuttenmarmelade (Hägenmark)
100 ml Vollmilch
200 ml Sahne
etwas mildes Currypulver
etwas scharfes Paprikapulver

Pfifferlingsauce

300 g Pfifferlinge, tiefgekühlt
1 Esslöffel Butter
1 rote Zwiebel oder zwei Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 Lorbeerblatt
1 Nelke
etwas Weisswein
Sahne (evtl. lactosefrei)
Salz, Pfeffer
ein wenig Sojasauce
gehackte Petersilie

Beilage:
Spätzle oder Bandnudeln

Das Schweinefilet wird nach der Niedriggarmethode zubereitet: Einen großen Teller oder eine flache Schale in den Backofen (unterste Schiene) stellen. Den Backofen auf 80 °C vorheizen. Die Schweinefilets mit Salz würzen.

In einer Pfanne das Butterschmalz erhitzten, die Filets darin von allen Seiten etwa 3 Minuten kräftig anbraten. Anschließend das Filet auf den heißen Teller im Backofen legen. Mit Pfeffer übermahlen. Die Filets etwa 60 Minuten garen. Bei einer Kerntemperatur von 58-60 °C (Bratenthermomenter verwenden) ist das Fleisch fertig.

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Für die Hagebuttensauce die Milch mit der Sahne in einem Topf erhitzen. Die Konfitüre einrühren und die Sauce sämig einkochen. Mit Currypulver, Paprika, Salz und Pfeffer würzen. Warm stellen.

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Das Filet in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden. Die Sauce nach Wahl darübergeben und sofort servieren.

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Für die Pfifferlingsauce die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Butter in die Pfanne mit dem Bratensatz geben und erhitzen, die Zwiebeln hinzufügen und andünsten, dann die tiefgekühlten Pfifferlinge hinzugeben und ebenfalls mitdünsten, bis die Pfifferlinge weich werden und das Wasser nahezu verdampft ist. Mit Weisswein (trockener Gutedel) ablöschen. Lorbeerblatt und Nelke hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und köcheln lassen. Mit Sahne verfeinern, bei Bedarf einen Teelöffel Kartoffelmehl mit etwas kaltem Wasser auflösen und unterrühren und die Sauce damit binden. Zum Schluss mit Sojasauce, Salz und Pfeffer abschmecken. Nelke und Lorbeerblatt herausnehmen und mit gehackter Petersilie bestreuen.

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Schweinefiletpfifferlingsauce

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Samstagseintopf: Linseneintopf mit Saucisses de Montbéliard (Mömpelgard)

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Vor einigen Jahren haben wir einmal den Weihnachtmarkt in Montbéliard besucht (Bilder vom Weihnachtsmarkt Montbéliard). Montbéliard, auf Deutsch „Mömpelgard” gehörte bis 1796 zu den linksrheinischen Grafschaften Württembergs. So verwundert es nicht, dass dort äusserst deutsch-schwäbische Spezialitäten zu Hause sind „Saucisses de Montbéliard aux Lentilles” heisst das Gericht, wir haben dazu Knöpfla – Spätzle gemacht. Die Würste sind sehr schmackhaft und saftig. Man sollte sie zunächst 15 Minuten im heissen Wasser ziehen lassen, dann gibt man sie auf den gekochten Linseneintopf und lässt sie dort weitere 5 Minuten ziehen (auf keinen Fall kochen lassen!).

Die typische Linsen aus Frankreich sind die aus Le Puy. Ich habe diesmal ganz normale aus der Dose verwendet, das geht ein wenig schneller.
Normalerweise nehme ich für den Linseneintopf einen kräftigen Rotwein. Diesmal habe ich mich passend zu Herkunft des Gerichts für einen Gewürztraminer aus dem Elsass entschieden. Das Gericht passt übrigens auch hervorragend für den Silvesterabend, statt der italienischen Cotechino con Lenticchie oder Lo Zampone.

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Vielleicht stammen die Würste mit Linsen aber schon aus älteren Zeiten – in Frankreich beruft man sich jedenfalls auf die Herkunft aus Zeiten der Römer. Vielleicht haben die Würste ja auch den Weg über Italien und Frankreich nach Württemberg/Schwaben und Baden genommen?
Wer weiss… Auf jeden Fall schmecken Sie köstlich – egal, wer’s erfunden hat.

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Linseneintopf mit Mömpelgard Würsten

Rezept für 4 Personen

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Karotte
2 Kartoffeln
1 Scheibe Sellerie
1 Stange Lauch
etwas Butterschmalz
1 Dose vorgegarte Linsen
3 Tassen Bio-Gemüsebrühe
Gewürztraminer (Weisswein)
Balsamico-Essig
grobes Meersalz
schwarzer Pfeffer
Cayennepfeffer, nach Belieben
4 Saucisses de Montbéliard

Die Zwiebel, den Knoblauch, die Karotte und die Kartoffeln schälen und fein würfeln.
Den Sellerie in etwas größere Stücke schneiden. Den Lauch putzen und in feine Ringe schneiden.
Die Zwiebel- und die Knoblauchwürfelchen in Butterschmalz glasig dünsten. Karotten, Kartoffeln, Sellerie und Lauch hinzugeben.
Danach die Linsen untermischen und kurz anrösten. Mit Gemüsebrühe ablöschen, so dass alles mit Flüssigkeit bedeckt ist.
Etwa 20 Minuten nicht zu weich kochen.
Zwischendurch etwas Gewürztraminer zugeben und umrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und nach Belieben mit Balsamico- Essig und Wein abschmecken.
Für ein wenig Schärfe kann etwas Cayennepfeffer zugegeben werden.
Die Saucisses de Montbéliard in heissem Wasser (kurz vor dem Siedepunkt)  erwärmen. Herausnehmen und noch 5 Minuten im fertig gegarten Eintopf ziehen lassen. erwärmen.

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Spätzle

4 Portionen

250 g Mehl
3 mittelgroße Eier
1/2 Tasse Wasser
1 gestrichener Teelöffel Salz
Muskat

Zubereitung:

Mehl, Eier und Salz in einer Schüssel verrühren und mit einem Kochlöffel oder Rührgerät (Knethaken) die Zutaten zu einem zähen Teig verarbeiten, bis er Blasen wirft.
Wenn der Spätzleteig schwer vom Kochlöffel fällt, hat er die richtige Konsistenz.
Ist er zu flüssig, etwas Mehl, ist er zu fest, noch etwas Wasser zugeben. Dann Muskat zugeben. Je höher der Anteil an Eiern, desto weniger Wasser muss dem Teig zugesetzt werden und desto besser ist der Geschmack. Den Teig ruhen lassen, und Salzwasser zum Kochen aufsetzen.
Wenn man die Spätzle nicht mit der Hand vom Brett schaben möchte, füllt man eine Spätzlepresse bis 3 cm unter den Rand mit Teig. Dann die Spätzlepresse ca. 20 cm über den Topfrand halten und den Teig langsam, mit mehrmaligen Unterbrechungen in das sprudelnd kochende Salzwasser drücken.

Die Spätzle anschließend mit einem Schaumlöffel vorsichtig auflockern. Nachdem die Spätzle an die Wasseroberfläche gestiegen sind, schöpft man sie ab und gibt sie in eine Schüssel mit lauwarmem Salzwasser. Dann die Spätzle durch ein Sieb abschütten und gut abtropfen lassen.
Auf einer vorgewärmten Platte servieren. Nach Belieben mit etwas Butter verfeinern.

Wenn man noch kalte Spätzle übrig hat, kann man diese in etwas Butter aufbraten.

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Frohe Weihnachten – und der Stallhase, der im Rotwein schwimmt, Teil 1: Hasen-Leberle mit Spätzle

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An dieser Stelle wünsche ich Euch allen ein schönes Weihnachtsfest!

Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es Hasenbraten…. Sonst macht ihn immer Oma Martha, diesmal haben wir sie zum Weihnachtsessen zu uns eingeladen – das Kochen ist diesmal meine Sache!

Wir hatten die Woche zuvor einen „Stallhasen” beim Metzger unseres Vertrauens bestellt, den wir dann am Vormittag des Heiligabends abgeholt haben. Mit Kopf, Leberle und Nieren… Ich weiss noch, dass früher, wenn es Hasenbraten gab, die Hasenleber angebraten wurde. Nur ist so eine Hasenleber nicht gerade groß, und so hatten die beiden Männer des Hauses, die das Tier zerlegen mussten, das Vorrecht auf die Leberle. Das fand ich damals eigentlich nicht schlimm, weil ich Leberle eh nicht mochte.
Ganz im Gegensatz zu heute… Wir hatten von einem Mittagessen noch Spätzle übrig, die wurden in ein wenig Butter aufgebraten.

Für die gebratene Leber, Leberle und Nierchen klein schneiden. Eine kleine rote Zwiebel oder Schalotte schälen, in feine Würfel schneiden. Zuerst die Zwiebel in ein wenig Butter andünsten. Die Leber mit ein wenig Mehl bestäuben und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben, kurz und kräftig anbraten. Mit Rotwein (oder Weisswein) ablöschen. Salzen, pfeffern, mit ein wenig Sahne und Balsamico Essig abschmecken. Heiss servieren. Das schmeckt sehr fein…

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Der Stallhase bzw. das Kaninchen wurde derweil in Rotwein eingelegt. Es passte nicht ganz in den Tontopf, deshalb habe ich Kopf und Hinterbeinchen mit meinem Hackebeil abgetrennt. Mit Rotwein übergießen, zwei halbierte Knoblauchzehen und eine halbierte Zwiebel, die mit vier Nelken gespickt wurden, ein Lorbeerblatt und ein paar Wachholderbeeren dazugeben, zudecken und einen Tag an einem kühlen Ort durchziehen lassen.

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Wie es weitergeht, erfahrt ihr in Teil 2…

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ZU TISCH – A TABLE, im Elsass, in Baden und der Schweiz

Am Sonntag waren wir mal seit langer Zeit im Museum – dem drei länder museum (musée des trois pays) in Lörrach. Bei der Sonderausstellung geht es rund um’s Essen im Dreiländereck – Deuschland, Elsaß, Schweiz. Nicht nur die Sonderaustellung, sondern das gesamte Museum ist äusserst sehenswert und das bei einem Eintritt von nur 2 Euro für Erwachsene. Hier eine Auswahl von Fotos – die ausnahmsweise mal nicht von mir selbst, sondern vom Markgräfler sind. Der hatte seine kleine Kompaktkamera dabei – meine Tasche mit dem Fotoapparat wurde wohl als zu groß und Ausstellungsstück-gefährdend angesehen, die musste ins Schliessfach wandern.
Fotografieren ist aber ausdrücklich erlaubt – ich konnte die Verantwortung für die Fotos auf meinen Mann abwälzen und hatte die Hände frei, um in den vielen Kochbüchern, die voller traditioneller Gerichte aus dem Dreiland sind, zu stöbern. Ahh und ooooh und viele Erinnerungen.

Die Fotos habe ich dann aber selbst bearbeitet, so wie die Maggi-Dose, die aussieht wie ein gemaltes Bild und das von Bild von Andy Warhol („Campbell Soup“) übertreffen würde.
Grießschnitten, die auch Grießpfludde heißen, „Arme Ritter“ = Fotzelschnitte = pain perdu mit Apfelmus, Apfelküchle, Ochsenfleisch mit Meerrettichsauce und Nudelsuppe, Spargel mit Chratzete, Springerle, Basler Läckerli, Rahmtäfeli, Grättimänner=Grittibänz= Mannala, Schäufele und Kartoffelsalat am Heiligabend, Linzertorte, die Neujahrsbrezel, Galette des rois zum Dreikönigstag und das Schweizer pendant, Osterflädli, Faschtewaie, Flammekueche, Ziebelewaie und Basler Mehlsuppe, suuri Läberle, Rösti und Brägele und nicht zu vergessen die Schwarzwälder Kirschtorte

.. So ziemlich alles, wovon ich schon Rezepte und Fotos geblogt habe, war dort liebevoll beschrieben. (Für das Rezept in meinem Blog jeweils anklicken). Aber keine Angst- ich habe auch viele neue Ideen bei der Ausstellung gesammelt.

Tja, was das Essen angeht, so ist man sich in der Ecke Basel-Mulhouse-Schwarzwald einig.

Eingekochtes

Also doch – Spätzle sind nicht rein schwäbisch, bei uns heissen sie nur anders: Knöpfle! Und sind etwas dicker und rundlicher als die dünnen Schobespätzle 😉
Mandelmühle – ebenfalls kein Bild, sondern das Foto entsprechend bearbeitet

Und…derzeit ist überall wieder Wähe-Saison, ob süß oder salzig, immer passend zur Jahreszeit.

Dieser Ausflug eignet sich perfekt für einen nebligen, kühlen Herbsttag – ein wenig Nostalgie.
Für die Kinder ist auch was mit dabei – z. B. die Schnüffellöcher, aus denen es nach Läckerli, Speck, Kakao,  und Wybert Bonbons duftet…

Typisch Lörrach:

Fahrt mal hin!

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Ungarisches Gulasch, Rosen, Paprika und eine Heuschrecke

Die erste Paprika aus dem eigenen Garten!!!
Knackig frisch, und es hängen noch mehr dran…
Ich habe die Hoffnung, dass sie noch die Farbe ändern – wenn das Wetter mitspielt!

Gestern gab es seit langer Zeit mal wieder Gulasch. Grund war – ich habe meine erste Paprika im Garten geerntet. Allerdings noch grün, aber sehr kräftig und ausserdem verlangt das Rezept nach einer grünen Paprikaschote!!! Wie denn, ich dachte ungarisches Paprika ist mit roter Paprika, und daher kommt die Farbe????

Die kleine Heuschrecke fand auch Gefallen an meinen Paprika – so schön grün. Ich war aber gemein und habe sie verjagt. Ich will meine Paprika ja schliesslich selber essen.


Bevor es aber ans Gulaschkochen ging, musste ich noch die letzte Blüte der Rose Westerland in diesem Jahr bestaunen, deren Farbe im Abendlicht wunderschön aussieht. .

Aber warum heisst eigentlich das scharfe Paprikapulver „Rosenpaprika“? Woher die Bezeichnung kommt, habe ich nirgends rausfinden können. Auf jeden Fall hat es nichts mit Rosen zu tun.
Jedenfalls wird das Rosenpaprika Pulver aus schärferen Paprika gemacht, und vermutlich sind auch noch Kerne und Scheidewände mit vermahlen.
Für das Rezept  brauchen wir sowohl das Paprikapulver edelsüss, als auch das Rosenpaprika Pulver. Und durch dieses  – und eine ordentliche Menge kräftigen Rotwein, bekommt das Gulasch seine Farbe.
Aber ich kann zumindest erklären, woher die Bezeichnung „Ungarisches Gulasch“ kommt:
Wir Westeuropäer verdanken die Einführung der Paprika nämlich den Türken, die das Gemüse nach Ungarn gebracht haben….
Die Spätzle dazu wurden vom Markgräfler gewünscht – „das passt am besten zu Gulasch“.

Hier ist das Rezept für
Ungarisches Gulasch mit Spätzle
(für 4 Personen)

600 g Rindlfeisch (Schulter oder Bein)
350 g Zwiebeln
1 grüne Paprikaschote
70 g Schweineschmalz
2 Esslöffel edelsüsses Paprikapulver
1 Esslöffel Rosenpaprikapulver
1/4 Liter Rotwein  (evtl. etwas mehr)
2 Knoblauchzehen
300 g geschälte Tomaten aus der Dose
(ich hatte noch offene passierte Tomaten und habe diese aufgebraucht)
Salz, schwarzer Pfeffer

Das Fleisch in 3 cm große Würfel schneiden (oder vom Metzger schneiden lassen). Die Zwiebeln abziehen und grob hacken. Dei Paprikaschoten putzen, waschen und in feine Streifen schneiden.
Das Schmalz in einer Kasserrolle erhitzen und die Zwiebeln darin goldgelb braten. Die Kasserolle vom Herd nehmen und warten, bis das Fett nicht mehr schäumt.
Das Paprikapulver einrühren und mit einem Schuss Wasser ablöschen.

Die Kasserolle wieder auf den herd stellen, die Fleischwürfel zugeben und unter häufigem Wenden etwa 5 Minuten anbraten.

Mit 1/8 Liter Rotwein ablöschen.

Die Knoblauchzehen abziehen und durch die Knoblauchpresse dazu drücken. Die Tomaten ohne den Saft (oder die passierten Tomaten) und die Paprikaschote dazugeben.
Etwas Rotwein nachgiessen. Das Gulasch muss gut mit Flüssigkeit bedeckt sein. Zugedeckt bei milder Hitze etwa 1 Stunde schmoren. (Zwischendurch mal den Deckel heben, umrühren und bei Bedarf noch zusätzlichen Rotwein angießen).
Das Gulasch mit Salz, Pfeffer und dem restlichen Rotwein abschmecken.

Spätzle (für 4 Personen)

Während das Gulasch schmort, bereiten wir die Spätzle zu.

4 Portionen

250 g Mehl
3 mittelgroße Eier
1/2 Tasse Milch oder Wasser
1 gestrichener Teelöffel Salz
Muskat

Zubereitung:

Mehl, Eier und Salz in einer Schüssel verrühren und mit einem Kochlöffel oder Rührgerät (Knethaken) die Zutaten zu einem zähen Teig verarbeiten, bis er Blasen wirft.
Wenn der Spätzleteig schwer vom Kochlöffel fällt, hat er die richtige Konsistenz.
Ist er zu flüssig, etwas Mehl, ist er zu fest, noch etwas Wasser zugeben. Dann Muskat zugeben. Je höher der Anteil an Eiern, desto weniger Wasser muss dem Teig zugesetzt werden und desto besser ist der Geschmack. Den Teig ruhen lassen, und Salzwasser zum Kochen aufsetzen.
Wenn man die Spätzle nicht mit der Hand vom Brett schaben möchte, füllt man eine Spätzlepresse bis 3 cm unter den Rand mit Teig. Dann die Spätzlepresse ca. 20 cm über den Topfrand halten und den Teig langsam, mit mehrmaligen Unterbrechungen in das sprudelnd kochende Salzwasser drücken.

Die Spätzle anschließend mit einem Schaumlöffel vorsichtig auflockern. Nachdem die Spätzle an die Wasseroberfläche gestiegen sind, schöpft man sie ab und gibt sie in eine Schüssel mit lauwarmem Salzwasser. Dann die Spätzle durch ein Sieb abschütten und gut abtropfen lassen.
Auf einer vorgewärmten Platte servieren. Nach Belieben mit etwas Butter verfeinern.

Zum Gulasch servieren, das Gulasch mit etwas gehackter Petersilie bestreuen.

Guten Appetit.

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Gaisburger Marsch

Gestern gab’s mal wieder Eintopf. Diesmal etwas aus dem Schwabenland.

Gaisburger Marsch

Aus „Unser Kochbuch No. 1“, GU

In Gaisburg, einer Vorstadt von Stuttgart, marschierten Kinder einmal im Jahr mit Fahnen und Musik zum Marktplatz, um das Herbstfest zu  feiern.
Zum Abschluß gab es für jeden eine ordentliche Portion vom kräftigen Eintopf.

Zutaten für 4 Personen:
500 g Rindfleisch (Nacken)
250 g Suppenknochen
2 Zwiebeln
1 Lorbeerblatt
2 Gewürznelken
Salz, Pfeffer
1 kleine Sellerieknolle
2 Möhren
1 Petersilienwurzel
2 Stangen Lauch
3 große Kartoffeln
1/2 Bund Petersilie
2 Tassen gekochte Spätzle
1 Esslöffel Butter

  • Das Fleisch und die Knochen gut mit Wasser bedeckt aufsetzen. Eine Zwiebel mit dem Lorbeerblatt und den Nelken spicken und zum Fleisch geben. Die Brühe salzen und pfeffern und das Fleisch 90 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. Gelegentlich den Schaum abschöpfen.
  • Das Gemüse putzen und die Kartoffeln schälen, alles in grobe Stücke schneiden.
  • Das Fleisch aus der Brühe nehmen und beiseite stellen. Die Zwiebel entfernen. Die Brühe durch ein Sieb gießen.
  • Das Gemüse und die Kartoffeln in der Brühe 30 Minuten kochen lassen. Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden. Die Petersilie fein hacken.
  • Die Spätzle, die Fleischstücke und die Petersilie zur Gemüse-Kartoffel-Mischung geben und alles noch 5 Minuten ziehen lassen.
  • Dei zweite Zwiebel in Ringe schneiden. Die Butter in einem Pfännchen erhitzen und die Zwiebel darin goldbraun braten. Die Zwiebelringe vor dem Servieren über den Eintopf verteilen.

Ich hatte keine Suppenknochen (der Metzger hatte vergessen, diese einzupacken), dafür habe ich einfach noch 2 Rindersuppen-Würfel zugefügt. Die Petersilie hatte ich zwar im Haus, habe sie aber schlicht und einfach vergessen…Es hat trotzdem sehr gut geschmeckt und es ist noch etwas übrig. Aufgewärmt schmeckt’s doppelt gut und dann werde ich noch etwas gehackte Petersilie aufstreuen.