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Moose Park, Ekshärad, Schweden – Elchbegegnung hautnah

Elchbulle Alfi

Meine Güte, ist das schon wieder lange her!
Vergangenes Jahr Ende Juni in unserem Urlaub in Schweden haben wir auch einen Elchpark besucht. Denn was wäre ein Aufenthalt in Schweden, ohne mindestens einen Elch gesehen zu haben?
Wir hatten bereits das Glück, schon in den ersten Tagen einen Elch in freier Natur zu sehen – von weitem, versteht sich.
Das war am späten Nachmittag auf unserer Rückfahrt von einem Ausflug nach Arvika.


Elch in freier Wildbahn

Dann haben wir in einem Prospekt einen kurzen Bericht über den Moose Park in Ekshärad gelesen und sind dann auch an einem Samstag, dem siebten Tag unseres Urlaubs in Schweden dorthin gefahren. Wir waren etwas zu früh da, und sind deshalb noch in den Ort gefahren, um eine Kleinigkeit zu essen. In einem Supermarkt haben wir uns dann mit Brötchen und Elchbraten-Aufschnitt versorgt.
Und wir haben uns auch noch kurz die in Falunrot angestrichene Kirche von Ekshärad angesehen.



Die Kirche von Ekshärad stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist eine der am besten erhaltenen Kirchen im Värmland mit Objekten und Einrichtungen aus dem 13. Jahrhundert. Das älteste Inventarstück ist ein Taufstein aus norwegischem Speckstein (13. Jhd).
Die Vorgänger dieser Kirche fielen Überschwemmungen zum Opfer. Die mächtigen Hochwasser des dort fließenden Klarälven richten auch heute immer wieder große Schäden an.
Der ansonsten ruhig dahinfließende, breiten Fluss bietet sich für gemütliche Paddel- und Floßfahrten an.



Auf dem Friedhof von Ekshärad schmückt viele Gräber statt eines Steins ein schmiedeeisernes Kreuz.
An den Kreuzen hängen viele kleine Eisenplättchen, die sich im Wind leicht bewegen als wären es Birkenblätter, wie an den Bäumen ringsum.
Viele der filigran gearbeiteten Kreuze sind über hundert Jahre alt. Die Eisenkreuze symbolisieren den Baum des Lebens mit Blättern, die im Wind spielen.
Es ist ein einzigartiges kulturelles Erbe in Form von 450 geschmiedeten Grabkreuzen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die den Friedhof am Fluss Klarälven schmücken.
Einer der Männer hinter den Kreuzen war der Schmied und Uhrmacher Johan Tinglöf (1715-1812), über den man sagte, er hätte übernatürliche Fähigkeiten, die ihm die Macht über Mensch und Tier gaben.

Die Kreuze hier auf dem Friedhof haben wir uns nur kurz angesehen und keine Fotos gemacht – die Zeit wurde langsam knapp und wir wollten doch endlich die Elche sehen!
Das Foto von diesem Kreuz ist auf dem Friedhof in Gräsmark entstanden.



Wir sind dann also wieder zurück zum Elchpark gefahren.



www.moose-world.com


Wir werden von James, dem Moose-Guide begrüßt. Er ist halb Schwede, halb Brite und lebt mit seiner Familie hier in Schweden.
Die Tour beginnt um 15 Uhr und bevor wir zum Elchgehege gehen, erzählt uns James einiges Wissenswertes über die Tiere, die in den Wäldern des Värmlands leben und natürlich auch über den Elch oder besser gesagt den „König des Waldes” und was man alles beachten muss, wenn man sich auf die Suche nach Elchen macht.
In den Wäldern des Värmlands leben wilde Tiere wie Elche, Rehe, Luchse, Wölfe und Bären. In den Seen und Flüssen leben Biber und mit etwas Glück kann man das eine oder andere Tier in der Natur beobachten. Sogar Adler soll es hier und da geben.

Die besten Chancen, einem Elch in freier Wildbahn zu begegnen, hat man im Sommer in den frühen Morgenstunden (ca. von 6 bis 8 Uhr) und abends (ca. 20 bis 23 Uhr).
Man sollte nach Wiesen an Waldrändern mit hohem Gras Ausschau halten. Dort finden die Elche ihre Nahrung.
Im Herbst sind Wiesen mit Apfelbäumen ein guter Platz, denn Elche lieben Äpfel. Besonders wenn diese schon leicht vergoren sind, essen die Elche so viele davon, dass sie davon einen ordentlichen Schwips bekommen.

Am besten fährt man mit dem Auto zu den potenziellen Elchwiesen. Läuft einem dann ein Elch über den Weg, sollte man auf alle Fälle am oder im Auto bleiben.
Elche sind sehr kraftvoll und können auch schnell einmal aggresiv werden, wenn man ihnen zu nahe kommt – insbesondere die Elchkühe, die Nachwuchs haben.
Eigentlich seien deshalb die Elchkühe die wahren Königinnen des Waldes, sagt James.

Elche haben eine Kopf-Rumpf-Länge bis 3 Meter, eine maximale Schulterhöhe von 2,30 Meter und können bis zu 800 Kilogramm wiegen.

Und dann geht es weiter zu den Elchen Klara, Alfi und Lotta, die gerade ein junges Kalb hat, welches wir aber nirgend sehen können. Meist versteckt es sich in einer Senke, die Mutter immer in der Nähe.

Mit einem Eimer voller Leckerli – Äpfel und Möhren – und Birkenzweigen, allesamt ausgesprochene Leibspeisen der Elche, führt uns James zum Waldstück, wo sich die Elche üblicherweise aufhalten. „Wenn ihr einen den Elche seht, sagt ihr mir bitte Bescheid, dann klettere ich über den Zaun und versuche, sie näher zu uns zu locken”.

Es dauert eine ganze Weile, bis wir zwischen den Bäumen das graubraun-glänzende Fell von der jungen Elchkuh Klara entdecken. Zögerlich kommt sie heraus.
Etwas später gesellt sich Alfi, der junge Elchbulle mit Geweih dazu.


Elchkuh Klara

 

Elchbulle Alfi

Wir dürfen die Elche durch den Zaun mit Birkenblättern, Karotten und Äpfeln füttern.



Dann gehen wir ein Stück weiter und besuchen Lotta.


Elchkuh Lotta

 


Auch hier muss James erst überzeugend mit dem Futtereimer locken, bevor sich Lotta näher herantraut. Sie ist nur so ruhig, weil sie James kennt und weiß, dass von ihm für ihr junges Kalb keine Gefahr ausgeht.



Dann gehen wir zurück zum Eingang des Parks und machen eine kurze Kaffeepause.
Danach zeigt uns unser Moose Guide Elchgeweihe aus verschieden Altersstufen und erklärt, wie die Geweihe wachsen.
Im Herbst/Winter (Janura bis Februar) verlieren die männlichen Elche ihr Geweih, erst eine Schaufel, dann wandert der einseitig bestückte Elch mit schiefer Kopfhaltung herum, bis die zweite Schaufel auch abfällt. Im Frühjahr/Sommer (ab April) wächst der Geweihknochen dann wieder neu. Je älter der Elch wird, umso größer ist sein Geweih.
Ein Elch kann bis zu 11 oder 12 Jahre alt werden, die meisten werden aber im Durchschnitt nur 5 Jahre alt.



Das Geweih mit einer Spannweite von bis zu 1,35 Meter und einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm dient dazu, den weiblichen Artgenossen zu gefallen und in der Paarungszeit die Nebenbuhler in die Flucht zu schlagen. Dabei geht es in etwa zu, wie beim Armdrücken, nur eben mit den Geweihen.
Elchbullen verhaken ihre Geweihe ineinander, dann wird geschoben. Dabei kann es auch passieren, dass sich die Geweihe nach dem Drängelwettkampf nicht wieder voneinander lösen, beide Elche zu Boden gehen und qualvoll verenden.

Die Paarungszeit ist nur kurz. Die angebetete Elchkuh ist in der Paarungszeit alle 28 Tage für nur 30 Stunden empfängnisbereit.
Um diesen Moment nicht zu verpassen, folgen die Bullen ihrer Elchkuh wochenlang auf Schritt und Tritt und schwenken dabei ihr Geweih hin und her, um zu zeigen, wie kräftig und intakt es ist. Dabei muss er sehr vorsichtig sein, denn wenn er sein Geweih irgendwo anschlägt, zum Beispiel an einem Baumstamm, könnte er für die Elchkuh mit seinem ramponierten Geweih nicht mehr attraktiv genug sein.



(…) Es ist in Größe und Gestalt sehr veränderlich und kann aus verzweigten Stangen oder aus breiten, flächigen Schaufeln sowie einer Mischung dieser zwei Typen bestehen. In der Regel weist es eine horizontal zum Schädel stehende Stange und eine breite, abgeflachte Schaufel auf, deren Fläche seitwärts und etwas nach hinten gerichtet ist. An der Schaufel sitzen Fortsätze, die nach vorn außen und nach hinten gerichtet sind.

Junge Elchhirsche entwickeln in ihrem zweiten Lebensjahr erstmals einen kurzen, ungegabelten Spieß. Im folgenden Jahr weisen sie eine Gabel mit zwei Enden auf, dann folgt in der Regel ein kleines Geweih mit jeweils drei Enden je Geweihseite. Die weitere Entwicklung unterliegt keiner Gesetzmäßigkeit, so dass eine Altersbestimmung der Elche anhand der Zahl der Geweihenden nicht möglich ist. Meist bilden sich jedoch in den folgenden Jahren zunehmend größer werdende Schaufeln aus. Männchen im Alter zwischen fünf und zehn Jahren, dem Zeitraum, in denen sie physisch voll entwickelt sind, haben gewöhnlich die größten Geweihe; bei älteren Elchen geht die Geweihentwicklung wieder zurück.
Quelle: Wikipedia


Elchbulle Emile – 7 Jahre alt

Dann geht es weiter zum Gehege des siebenjährigen Elchs Emile – ein sanftmütiger Elch-Opi.



In kleinen Gruppen dürfen wir zu Emile ins Gehege, nachdem James ihn angelockt und uns vorher noch genaue Instruktionen gegeben hat – immer nur von vorne nähern, so dass man für den Elch sichtbar ist, und immer nur am Kopf oder Geweih anfassen. Alles andere ist höchst gefährlich.
Das Geweih ist weich und samtartig – ein tolles Gefühl, dem König des Waldes so nahe zu kommen….



Ein einzigartiges Erlebnis!



Als Erinneung haben wir ein Elchpäärchen aus Plüsch erstanden und dann sind wir wieder zurück in Richtung unseres Feriendominzils gefahren.
Fortsetzung folgt.


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25. März – Våffeldagen, Schweden: Skrädmjölsvafflor med äppelmos


Heute, am 25. März feiern die Schweden ihren Våffeldagen – den Tag der Waffel.
Ich habe deshalb wieder mal schwedische Waffeln mit geröstetem Hafermehl (Skrädmjöl) aus dem Värmland gebacken, dazu gab es – ganz unspektakuläre – Apfelmus!

Hier ist das Originalrezept aus Schweden für die Waffeln mit geröstetem Hafermehl:


Skrädmjölsvafflor/Waffeln


Zutaten
• 250 ml Wasser
• 175 ml Weizenmehl
• 175 ml geröstetes Hafermehl (Skrädmjöl)
• 1 Ei
• 1 Teelöffel Backpulver
• ½ Teelöffel Salz
• 100 – 150 ml zerlassene Butter

Zubereitung
Aus den Zutaten einen flüssigen Waffelteig rühren. Im Waffeleisen knusprig backen und mit Puderzucker bestreuen. Mit Apfelmus servieren.


Apfelmus


Zutaten
(für 4 Portionen)
• 3 Äpfel
• 4 Esslöffel Zucker
• 4-6 Esslöffel Apfelsaft oder Wasser
• 1 Prise Zimt

Zubereitung
Für das Apfelmus die Äpfel schälen, dann  vierteln und entkernen oder einen Apfelteiler verwenden, dann in kleine Würfel schneiden. Die Apfelwürfel mit dem Zucker und dem Apfelsaft in einen Topf geben, mischen und bei mittlerer Temperatur weich garen. Wenn fast alle Flüssigkeit verdampft ist, die Apfelmasse kräftig mit einem Schneebesen durchrühren und mit Zimt abschmecken.


 Original recipe from Sweden for the waffles with toasted oatmeal:

Skrädmjölsvafflor/Waffles
250 ml milk
250 ml water
175 ml wheat flour
175 ml roasted oatmeal (Skrädmjöl)
1 egg
1 teaspoon baking powder
1/2 teaspoon salt
100 – 150 ml melted butter

Instructions
Stir the above ingredients into a liquid waffle batter. Bake in a waffle iron until crispy and sprinkle with icing sugar. Serve with applesauce.


For the applesauce


3 apples
4 tablespoons sugar
4-6 tablespoons apple juice or water
1 pinch of cinnamon

Instructions
Peel the apples, then quarter and core or use an apple slicer, then cut into small cubes. Put the apple cubes together with the sugar and the apple juice in a pot, mix and cook gently at medium temperature. When almost all the liquid has evaporated, stir the apple mixture vigorously with a whisk and season with cinnamon.

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Fliegender Jakob

Fliegender Jakob 6


Was für uns in Deutschland der Toast Hawaii ist, ist für die Schweden wohl der „Fliegende Jakob“ (schwedisch Flygande Jacob).
Der Name stammt von Ove Jacobsson, dem Erfinder des Gerichts, der im Frachtflug arbeitete. Das Rezept wurde erstmals Im Jahr  1976 in der Zeitung „Allt om Mat“ (deutsch „Alles rund ums Essen“) veröffentlicht.

Hauptbestandteil ist ein Grillhähnchen, daher habe ich auf dem Nachhauseweg von der Arbeit an einem Hähnchengrill gehalten.

„Allt om Mat“ schlägt gekochten Reis und einen grünen Salat als Beilage vor. Ich habe mich für Potato Wedges statt Reis entschieden, die ich zur gleichen Zeit im Ofen gebacken habe.


Fliegender Jakob 1


Fliegender Jakob


Zutaten
(für 4 Personen)
• 1 Grillhähnchen (fertig zubereitet)
• 300 ml Sahne
• 100 ml Chilisauce (oder Ketchup)
• 1 Handvoll Erdnüsse (100 ml)
• ca. 140 g Speck (Frühstücksspeck/Bacon)
• 2 Bananen

Zubereitung
Den Backofen auf 225°C vorheizen.

Beine und Haut des Hähnchens entfernen (ich habe die Haut nicht entfernt), anschließend das Hähnchenfleisch in kleinere Stücke schneiden.
Das Hähnchenfleisch in eine ofenfeste Form geben. Die Hähnchenschlegel oben auflegen.
Die Bananen schälen und längs durchschneiden und auf das Hähnchenfleisch legen.


Fliegender Jakob 3


Die Sahne steif schlagen. Sahne und Chilisauce verrühren und auf dem Hähnchenfleisch in der Form verteilen.


Fliegender Jakob 4


Die Auflaufform in den Backofen stellen. Auf der untersten Schiene rund 20 Minuten backen.

Den Speck in Steifen schneiden und in einer Pfanne anbraten, anschließend aus der Pfanne herausnehmen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.

Zum Servieren Speck und Erdnüsse auf dem Auflauf verteilen.


Fliegender Jakob 2


Es gibt mittlerweile verschiedene Varianten:

  1. Die Chillisauce durch eine Currysauce ersetzen.
  2. Das Hähnchenfleisch durch Kassler, Schweinefilet oder Putenschnitzel ersetzen.
  3. Fliegende Lotta (Flygande Lotta):  ohne Bananen und  ohne Chilisauce,
    dafür mit Ananas und Pfifferling-Sauce (Pfifferling Pulver) mit Crème fraîche.

Fliegender Jakob 5Fliegender Jakob 7


Flying Jacob


Ingredients
(for 4 persons)
1 grilled chicken (ready for use)
300 ml cream
100 ml chilli sauce
1 handful of peanuts (100 ml)
 140 g bacon
2 bananas

Preparation 

Preheat the oven to 225 ° C (437 °F)

Remove the legs and skin of the chicken, then cut the chicken into smaller pieces. Put the chicken into an ovenproof dish. Place the chicken drumsticks on top.

Peel the bananas and cut lengthways and place onto the chicken.

Beat the cream until stiff. Mix cream and chilli sauce and spread on the chicken in the baking dish.

Put the baking dish in the oven. Bake on the bottom rack for about 20 minutes.

Cut the bacon into strips and sauté in a pan, then remove from the pan and drain on a kitchen paper.

To serve, spread bacon and peanuts on top.

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Der 7-Torpsleden – Eine Wanderung auf den Spuren der Waldfinnen in Schweden und Norwegen


Und jetzt geht es weiter zur Wanderung auf den Spuren der Waldfinnen in Schweden und in Norwegen.
Ihr habt richtig gelesen, während der Wanderung überqueren wir die Grenze, um uns zwei Finnenhöfe anzusehen, die in Norwegen liegen und dann kehren wir wieder zurück nach Schweden.
Vor ein paar Tagen hatte ich euch bereits von KVARNTORP , einem Hof der Waldfinnen in Schweden, erzählt – dies ist die versprochene Fortsetzung.

Unterhalb des Finnenhofs RITAMÄKI befindet sich im Wald ein kleiner Parkplatz am Lomsen See, wo der gut ausgeschilderte Weg auf einer Tafel beschrieben ist.
Auf den Schildern steht zwar überall, dass der Weg 7,9 km lang ist, aber meine Fitnessuhr hatte mehr angezeigt, etwa 9 km, auf dem Schild hat sogar jemand die Strecke auf 10 km geändert.



Die Kolonisation der Finnen – Hintergrund


Die Besiedlung der Waldgebiete im Värmland begann Ende des 16. Jahrhunderts, als die aus Savo stammenden Brandrodungsfinnen, die sogenannten Waldfinnen, in Gebiete im skandinavischen Nadelwaldgürtel umsiedelten.

Vom 13. Jahrhundert bis 1809 war Finnland Teil des schwedischen Königreichs, was bedeutete, dass die Waldfinnen schwedische Staatsbürger waren, deren kultureller Hintergrund sich aber von der traditonellen schwedischen und westfinnischen unterschied. Daher wurden Sie auch als Waldfinnen bezeichnet.

Darüber hinaus war die Verbindung zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil Schwedens während der gesamten Zeit als ein Königreich  in Bezug auf Handel, Innovationen, Arbeit und Kultur sehr stark. Im Mittelalter war Finnland nur dünn besiedelt, wobei sich die Besiedelung mit Menschen an den Küsten und großen Flüssen konzentrierte.
Die großen unbewohnten Waldgebiete wurden zum Jagen und Fischen sowie zur Landbewirtschaftung genutzt. Dieses extensiv genutzte Land wurde auf Finnisch erämaa genannt (schwedisch: erämark).

Gustav Vasa (König 1523-60) war derjenige, der ernsthaft eine politische Kolonisationspolitik initiierte, um sowohl schwedische als auch finnische Bauern zu ermutigen, neue Gehöfte in diesen Randgebieten zu errichten. Er und seine Söhne versuchten, sie mit Angeboten, wie 6-15 Jahren Steuerbefreiung und neuen Gebieten zur Kolonisierung, anzulocken. Die Bauern und ihre Kinder, sowohl in Schweden als auch in Westfinnland, zeigten wenig Interesse an der Idee. Die fruchtbaren Küstengebiete und größeren Flüsse waren bereits besiedelt und die tiefen Wälder zogen die etablierte Bauernpopulation nicht an. Die Brandrodungs-Finnen aus Savo sahen diese Angebote jedoch als Chance an.

Mit ihrer sehr effektiven Brandrodungs-Methode (finnisch: huuhta), um neues Land für den Anbau zu gewinnen, konnten sie im 16. Jahrhundert die großen Eramaa-Gebiete in Finnland relativ schnell besiedeln. Die Hauptgebiete, die kolonisiert wurden, waren die im Norden Tavastlands, darunter die neue große Gemeinde Rautalampi, einige Teile der angrenzenden Region Österbotten und das Gebiet Ruovesi. Die Kolonisation selbst reichte jedoch nicht weiter nach Westfinnland, da diese Teile bereits von Bauernsiedlungen besetzt waren.

Die Huuhta-Brandrodung hatte viele Vorteile, vor allem die großen Ernten.
Ein Nebeneffekt war jedoch, dass für jedes Gehöft riesige Mengen an Land benötigt wurden. So kam es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Überbevölkerung oder zumindest zu einer Sättigung des Expansionsfeldes. Diejenigen, die bereit waren, neue eigene Gehöfte zu bauen, mussten noch weiter nach Westen gehen, über den Golf von Bothania (Bottnischer Meerbusen) bis ins Värmland und nach Norwegen.



7-Torpsleden Wanderung


Der Lomsen See


Vom Parkplatz am Lomsen See aus geht man nach Süden, ein kurzes Stück über den Schotterweg bis zum Hof Lomstorp hinauf.

Auf dem Bild oben sieht man deutlich, dass der See am Rand sehr trocken ist. Auch in Schweden gab es im vergangenen Sommer viel zu wenig Regen und überall wo wir hinkamen klagten die Leute über die große Trockenheit und dass die Vorräte in den Trinkwasserspeichen langsam knapp würden.



Kurz bevor man den  Bauernhof erreicht, sieht man links eine kleine graue Hütte. Sie ist offen und kann kostenlos zur Übernachtung genutzt werden.



1. Hof – Lomstorp



Lomstorp hat eine schöne Lage mit Blick über den See.




Der Platz war seit Ende des 18. Jahrhunderts besiedelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte Hier Harald Andersson und betrieb im Haus ein kleines Geschäft. Seit 1970 ist der Hof ein privates Ferienhaus. Bis etwa 1930 hatten viele Waldfinnen-Höfe eine „rökstuga“, ein Rauchhaus, auf ihrem Grund – heute sind fast alle nicht mehr da. Auf Lomstorp stand das Rauchhaus nördlich vom heutigen Wohnhaus.
Ganz oben auf dem Acker, wo der 7-Höfe-Weg in den Wald Richtung Svartbäcken führt, liegen die Ruinen einer Rauchsauna. Sie war bis zum Spätwinter 2009 intakt, als sie bis auf die Grundmauern abbrannte.



2. Hof – Svartbäcken / Mustaporro



Svartbäcken liegt auf einer kleinen Erhebung, die zum See weist. Seit 1995 wurden die Gebäude umfangreich instand gesetzt und ein Teil des Waldes rings um die Häuser wurde entfernt.



Der finnische Vokskundler Carl Axel Gottlund kam 1821 auf seiner Reise hier vorbei und machte sorgfältige Aufzeichnungen.
Gottland notierte, dass vier Generationen im selben Haus lebten. Im Jahr 1900 waren eine Witwe und ihre vier Töchter als Bewohner des Bauernhofs eingetragen. Sie hatten drei Kühe und ein Pferd auf dem Hof. Heute ist der Hof ein Ferienhaus in Privatbesitz und die Eigentümerfamilie ist im Sommer oft hier, seien Sie also sehr rücksichtsvoll.
Das Rauchhaus, in dem Gottlund war, ist ein Teil des heutigen Hauptgebäudes, jetzt aber völlig umgebaut.



Wasser war in Schweden im Sommer 2018 Mangelware. Entlang des 7-Torpsleden kamen wir mehrmals durch Moorgebiete, durch die man normalerweise nur über Holzstege mit trockenen Füßen durchkommt. Dort, wo sonst im Frühsommer üppig Wollgras und Knabenkräuter wachsen, findet man nur vereinzelt welche.
Und auch hier, wo ein aus Birkenrinde und Holz eine Schöpfkeller bereitsteht, damit man seine Trinkflaschen füllen kann, haben wir nichts gefunden.



Wir gehen weiter nach Nordwesten in Richtung Norwegen.



Wenn Sie die Landesgrenze überqueren, beachten Sie die breite Grenzstraße.

Bevor wir die letzen 300 m ab Landesgrenze bis nach Österby gehen, werfen Sie gleich hinter der Grenze einen Blick nach links. Hier verläuft ein alter, schöner Karrenweg seitwärts hinauf zur Grenze, – auch dieser ist ein wichtiges Kulturdenkmal.


Die Grenze zwischen Schweden und Norwegen



Die Grenze ein breiter Saum, der mit Heidelbeeren bedeckt ist.



3. Hof – Österby



Österby wurde um 1730 von Ole Larsen Passio gerodet und war für die Verhältnisse des Finnskogens ein ziemlich großer Bauernhof. Das heutige Wohnhaus wurde in der Zeit zwischen den Weltkriegen gebaut.
Die Scheune ist ebenfalls jüngeren Datums. Das  hiesige Rauchhaus wurde in das Glomsdalsmuseum in Elverum verlagert. Auf dem Hof wurde bis zum Wegzug in den 1970er Jahren Landwirtschaft betrieben.



Österby ist heute in Privatbesitz. Der finnische Name für Österby ist „Autiomäki”, was „Berg des verlassenen Hofs” oder „Hügel des verlassenen Hofs” bedeutet.


Heidelbeeren

Krähenbeeren
unreife Preiselbeeren

Dann ist es noch knapp ein Kilometer nach Norden bis Lebiko, zuerst über den Grund und Boden von Österby, dann durch offenen Kiefernwald, bevor sich die alten Felder auf Lebiko vor uns öffnen.



4. Hof – Lebiko



Lebiko ist einer der letzten Finnen-Höfe, die im Finnskogen gebaut wurden. Hier gab es, als Gottlund vorbeikam keine Besiedlung, aber 1865 wurde der Hof bei der damals durchgeführten großen Bauernhofzählung aufgeführt.
Vermutlich war Lebiko ab 1840 bewohnt, es ist ein typischer Bauernhof aus jener Zeit. Die Höfe waren klein und zahlreich, weshalb viele Menschen sich neue Plätze suchten.



Eine schwedische Deutung ist, dass Lebiko auf Schwedisch „Alhult” auf Norwegisch „Oderholtet” auf Deutsch „Erlenwäldchen” bedeutet. „Lebi” ist eine Abwandlung von „leppie”, das auf Finnisch die Holzart Erle bezeichnet. Die Nachsilbe „ko” ist eine finnische Endung, die Wäldchen oder Gehölz bedeutet.



Heute befindet sich Lebiko; ebenso wie der Großteil des Waldes Varaldskogen, in Besitz von Statskogä.

Die letzten, die auf dem Hof gelebt haben, waren Ole und Lina Lebiko, die 1969 nach Varaldgrenda gezogen sind.
Lebiko wird heute vom Verein Finnskogen Turistforening bewirtschaftet. Der Verein versucht, den Besitz instand zu halten, indem die Wiesen jedes Jahr Anfang August gemäht werden.
Dann findet das Lebiko-Wochenende statt, mit Tag der offenen Tür und mit einfacher Bewirtschaftung. Manchmal ist auf Lebiko auch am Wochenende geöffnet und es gibt eine Kleinigkeit zu essen, Verkauf und Gelegenheit, Informationen über den Wanderverein und den Finnskogen zu erhalten.

Sie können auf Lebiko übernachten, benötigen aber einen Schlüssel. Wenden Sie sich an das Touristenbüro Torsby oder an Finnskogen Turistforening.



Wir hatten Glück und es war jemand vor Ort, der die vorbeikommenden Wanderer begrüßt und Auskunft gegeben hat.
Wir konnten uns dann im Haus umsehen, bekamen einen Kaffee angeboten und haben uns ins Gästebuch eingetragen.


Im Aufenthaltsraum des Wandererheims

Übernachtungsmöglichkeiten für müde Wanderer unterm Dach


Dann ging es weiter in Richtung Kissalamp.




5. Hof – Kissalamp



Kissalamp war ein relativ großer Bauernhof im Finnskogen



Die Reste von Scheune und Stall sind deutlich zu sehen und der gemauerte Erdkeller ist erhalten. Falls Sie Wasser benötigen, gibt es welches im Brunnen hinter dem Haus.
Hier kann man sich bei Unwetter sowohl im Haus (es ist offen) als auch in der Braustube unterstellen.



Kissalamp war ursprünglich in der zweiten Hälfte der 1780 er Jahre von zwei Brüdern aus Norwegen bewohnt. 1964 sin die letzten Bewohner weggezogen. Haus und Grund sind in Privatbesitz.
Kissalamp war im zweiten Weltkrieg ein wichtiger Hof. Hier kamen viele Flüchtlinge durch.



Ein paarmal am Tag kam ein Norweger mit Pferdewagen und hatte Flüchtlinge dabei. Auf Kissalamp kümmerte man sich um sie, bevor sie in ein Militärquartier gebracht wurden.
Damals wohnte hier Hjalmar Mattson Orainen (1905-1980), der später für seinen Einsatz während des Krieges die Freiheitsmedaille König Haakons erhielt.
Von der Anhöhe auf Kissalamp, so erzählte Hjalmars Sohn Gunnar, sah man nachts auf der norwegischen Seite die die Feuerbälle der Bomben und bei klarem Wetter sah man die Festung Kongsvinger.
Der Name des Hofes bedeutet „Katzen-Wald-See. Die letzte Silbe „lamp” oder „lampi” bedeutet Waldsee und „Kissa” bedeutet Katze. Der See Kissalamp liegt einige hundert Meter weiter nördlich.



Hier wachsen im Sommer wilde Feuerlilien. Das Haus ist inzwischen ziemlich verfallen und leider mussten wir feststellen, dass nicht jeder vorbeikommende seinen Müll mitnimmt…

Wir wenden uns nach Süden und wandern weiter. Beachten Sie das zusammengesunkene kleine Haus auf der rechten Seite, wenn Sie vom Hofplatz aus den Hügel hinuntergehen. Es ist eine Rauchsauna, die Saunaform der Waldfinnen. Es ist ein kleines, gezimmertes Haus mit einem ohne Mörtel gemauerten Steinofen.
Die Rauchsauna hat, ebenso wie das Rauchhaus, keinen Schornstein.



Weiter geht es durch den Wald. Uns wird bewusst, was für ein ärmliches und hartes Leben das früher hier sein musste. Und im Winter dann noch mit Schnee.
Kein Wunder, dass die Höfe verlassen wurden.



6. Hof – Valli


Valli ist die nächste Station. Hier gibt es zwei Sehenswürdigkeiten: einen hervorragenden Erdkeller und Reste des Rauchhauses. Die verbreitete Erklärung für den Namen „Valli” ist, dass es eine ins Finnische übertragene Variante vom schwedischen Wort „vall” ist, – Weide.

Das Haus wurde um 1800 bezogen, aber die Siedlungsgeschichte blieb kurz.
Bereits 1905 wurde es verlassen, es waren harte Zeiten. Von sechs Familien, die in hundert Jahren auf dem Hof gelebt haben, wanderten drei nach Amerika aus. Zwei Familien wurden von schweren Krankheiten getroffen, jede verlor drei Kinder, die eine Geschwisterschar durch Dysenterie, die andere durch Diphterie. Sigfrid und Maria verloren die Kinder Henrik, Johan und Sigfrid innerhalb gut einer Woche im Herbst 1857.

Östlich des Pfads befindet sich ein großer Steinhaufen, der mit einem Pfosten markiert ist. Das sind die sichtbaren Überreste des Rauchhauses mit dem Rauchofen.
Westlich des Pfads befindet sich der Erdkeller. Nehmen Sie sich die Zeit, in das wundervolle, gemauerte Kellergewölbe hineinzugehen.
Schauen Sie, wie schön die Steine den ganzen Keller tragen, obwohl mehrere Bäume im Dach Wurzeln geschlagen haben.



Gehen Sie ein Stück weit an den Resten des Rauchhauses vorbei und Sie haben eine fantastische Aussicht nach Osten zum Kronhalla-Hof. Wenn die Leute auf Valli nach Lekvattnet mussten, z. B. zur Kirchen, kamen Sie an Kronhalla vorbei und hatten dann knapp die halbe Strecke hinter sich.

Unsere Tour geht jetzt weiter nach Ritamäki.



7. Hof – Ritamäki



Nehmen Sie sich Zeit, dort wo der Pfad durch den Holzzaun verläuft, stehen zu bleiben. Die offenen Flächen sind vermutlich dieselben, die Sie vor 150 Jahren gesehen hätten. Vernehmen Sie das Muhen der Kühe und den Klang der Glocken, riechen Sie den Duft von frisch gemähtem Heu…


Der Boden ist von Maiglöckchen bedeckt – wie muss das hier während der Blütezeit duften….


Das gesamte Hofensemble mit Umgebung steht heute unter Schutz. – und ist als Gebäudedenkmal und Naturschutzgebiet eingestuft.
Der Hof ist in Besitz des Heimatvereins Lekvattnets Hembygdsförening, der Gebäude und Grund pflegt. Ritamäki ist im Sommer geöffnet und es gibt eine einfache Bewirtschaftung.



Die schützenswerten Pflanzen auf dem 7-Torpsleden



Feuerlilien – gesehen beim 5. Hof – Kissalamp



Katzenpfötchen – gesehen vor Ritamäki



Geflecktes Knabenkraut – Ritamäki
(auch gesehen im Wald zwischen Svartbäcken (2. Hof) und Österby (3. Hof)



Sumpfherzblatt – Ritamäki



Sumpf-Blutauge  – Ritamäki



Wollgras – Ritamäki



Was bedeutet der Name Ritamäki?
Auf Karten wird manchmal der Name Ritaberg oder Ritamakk verwendet. Die letzte Silbe „mäki” bedeutet „Berg”, was aber bedeutet „Rita”?
Die Antwort liegt vielleicht im finnischen „riita”, das Streit oder Twist bedeutet. Den Quellen zufolge haben wir es mit einem Berg zu tun, um den es Besitzstreitigkeiten gab.



Der westliche Teil des Wohnhauses ist ein intaktes Rauchhaus. Im östlichen Teil befinden sich die Küche, Feuerstelle mit Schornstein sowie Kammer. Hier können Sie sehen, wie der Rauchofen aufgebaut ist. Der Ofen speichert die Wärme und spendet den ganzen Tag über eine angenehme Temperatur im Raum. Meistens brauchte man nur einmal am Tag Feuer zu machen, auch wenn es draußen richtig kalt war.



Olof Jansson Uotinen hat auf Ritamäki ein hartes Leben gelebt. Er verlor seine vier Kinder und seine Ehefrau Annika zwischen dem 17. August und 12. September 1587 durch die schwere Durchfall-Erkrankung Dysenterie. Es war dasselbe Schicksal, das die Familie auf Valli traf.
Olaf Jansson gründete eine neue Familie und wurde Großvater der Geschwister Beda und Henning, die bis 1964 auf Ritamäki lebten.



Das westliche Värmland wurde schon früh von finnischen Siedlern besiedelt. Hier sollen Finnenhöfe und -katen schon ab etwa 1610 gebaut worden sein.
Ritamäki stammt wahrscheinlich vom Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts.

Die erste Bebauung von Ritamäki lag etwa 200 m höher am Abhang als die jetzige. Um 1840 wurde an dem südlicheren Platz ein neues Wohnhaus gebaut und irgendwann gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die nördliche Siedlerstelle ganz aufgegeben. Heute sind nur noch einzelne Mauerreste dieser Gebäude vorhanden. Einige der Wirtschaftsgebäude, die wir heute hier sehen, könnten von der nördlichen Siedlerstelle nach der südlichen verlegt worden sein.



Im Mittelpunkt des Finnenhofes liegt die Rauchkate, ein spezieller Wohnhaustyp, den die Finnen aus ihrer Heimat mitgebracht hatten. In der Rauchkate liegt der Rauchofen, ein grosser Ofen ohne Rauchfang. Die Finesse dabei ist, dass der warme Rauch vom Ofen sich in der Kate verbreitet und nach und nach durch eine Lüftungsklappe im Katendach abzieht. Auf diese Weise wird die Wärme der Rauchgase besser ausgenutzt.



Draussen bei den Äckern und Wiesen gab es auch Wiesenscheunen, wo die Ernte aufbewahrt wurde, bis es möglich war, sie nach dem Hof zu verfrachten. Der Transport erfolgte im Winter, wenn der Boden hartgefroren war und man mit Schlitten über die Wiesen und Sumpfwiesen fahren konnte. Zu jedem Hof gehörte meist auch ein Stall für die Tiere, eine Sauna, ein Vorratshaus sowie manchmal auch eine Mühle, ein Kochhaus und eine Säge.



Die Umgebung des Hofes ist Naturschutzgebiet. Die Vegetation ist hier von regelmässiger Heuernte geprägt, d. h. von Pflanzen, die zu ihrem Überleben eine jährliche Heuernte brauchen. Unter den ausgeprägteren und seltenen Arten findet man Sumpfherzblatt und Ferkelkraut.



Der Hof wurde bis 1964 von den Geschwistern Henning und Beda Jansson bewirtschaftet. Ritamäki war damit der letzte ständig bewohnte Finnenhof in Schweden.
Ritamäki gehört heute dem Heimatverein Lekvattnet und steht seit 1967 unter Denkmalschutz.



Wir haben uns mit der Frau, die im Sommer den Hof mit einfacher Bewirtung betreibt unterhalten – nachdem wir in Englisch angefangen hatte und sie uns gefragt hatte, woher wir kommen, hat sie sich mit uns in Deutsch unterhalten.
Sie erzählte uns, dass sie eine solche Dürre in dieser Gegend noch nie erlebt hätte und dass es langsam kritisch für die Natur werden würde.
Da Ritamäki nur über einen schmalen Weg zu Fuß zu erreichen ist, müsse sie jeden Tag Wasser auf den Berg tragen.
Sie entschuldigte sich vielmals, dass es den angebotenen Kuchen auf Papptellern und den Kaffee aus Pappbechern gab. Nicht sehr umwelfreundlich, aber da in der Zisterne auf dem Hof kein Wasser mehr war, könnte das Geschirr auch nicht vor Ort gespült werden.
Es gab an diesem Tag übrigens Apfel- und Rhabarberkuchen zum Kaffee. Wir haben uns dann draußen auf eine Bank gesetzt.



Von Ritamäki ist es noch gut ein Kilometer auf dem Karrenweg den Berg hinab zum Parkplatz am Lomsen.
Es war schon später Nachmittag und wir fahren über Lekvattnet und Gräsmark zurück zum Ferienhäuschen.
Unterwegs sehen wir am Straßenrand wunderschöne Lupinen.


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Der „7-Torpsleden“ – auf den Spuren der Waldfinnen, im Grenzgebiet zwischen Schweden und Norwegen – KVARNTORP


Ich habe euch schon lange nichts mehr von unserem Schweden Urlaub vom vergangenen Sommer erzählt… Wie doch die Zeit vergeht. Wenn die Tage noch kurz sind und es im Garten noch trist und leer ist, kann man schonmal ein wenig in Urlaubserinnerungen schwelgen, oder nicht?
Hier ist also die Fortsetzung…

An unserem siebten Tag in Schweden beschlossen wir, eine Wanderung auf dem „7-Torpsleden“ zu unternehmen.
An diesem Tag war es morgens mit 14 °C noch recht kühl und deshalb hatten wir erst gemütlich gefrühstückt und in dem Hüttentagebuch gestöbert, in dem die Gäste über ihre Ausflüge und Erlebnisse berichten und so auch über den „7-Torpsleden“.

Bei unserem ersten Besuch in Schweden hatten wir schon einiges über die Waldfinnen erfahren, die sich ab dem 16. Jahrhundert in der Gegend angesiedelt hatten und wir haben damals auch schon zwei der ehemaligen Finnenhöfe besucht, aber für die ca. 10 km lange Wanderung entlang der 7 Finnenhöfe, von denen 2 in norwegischem Gebiet liegen, hatten wir nicht genügend Zeit.
Also haben wir unsere Rucksäcke mit einem Vesper, Wasser und einer dünnen Regenjacke bepackt und sind mit dem Auto über Schotterpisten zum nächstgelegenen Finnenhof gefahren, den wir vor 11 Jahren bereits gesehen hatten.


typische skandinavische Schotterpiste, die auf der Karte als befestigte Landstraße ausgewiesen ist

Zuerst haben wir also einen Abstecher zum  Finnenhof KVARNTORP gemacht, der nicht direkt am 7 Torpsleden liegt, aber auf dem Weg dorthin mit dem Auto gut zu erreichen ist.
Man kann vor dem Hof auf einem kleinen Platz parken und muss nur wenige Schritte zu Fuß gehen.


7 Torpsleden 7 KVANTORP_


KVNARNTORP


7 Torpsleden 5


Das westliche Värmland wurde schon früh von Finnen besiedelt. Hier sollen Finnenhöfe und -katen schon ab etwa 1610 gebaut worden sein.
Kvarntorp (Myllyla) stammt etwa aus dem 17. Jahrhundert.



Hier konnte man ohne Konkurrenz durch andere Wirtschaftszeige die traditionelle Schwendewirtschaft betreiben und mit Hilfe des Feuers wurden durch Brandrodung Ackerflächen, Wiesen und Weideland gewonnen.
Der Schwenderoggen, der in die noch warme Asche gesät wurde, ergab reiche Ernten. Aber bald schuf man auch dauerhaft bebaute Ackerflächen in der Nähe der Höfe.


7 Torpsleden 4


Im Mittelpunkt des Finnenhofes liegt die Rauchkate aus 1774, ein spezieller Wohnhaustyp, den die Finnen aus ihrer Heimat mitgebracht hatten.
In der Rauchkate liegt der Rauchofen, ein großer Ofen ohne Rauchfang. Die Finesse dabei ist, dass der warme Rauch vom Ofen sich in der Kate verbreitet und dann nach und nach durch eine Lüftungsklappe im Katendach abzieht. Auf diese Weise wird die Wärme der Rauchgase besser ausgenutzt.



Die moderne Forstwirtschaft hat eine Veränderung des Landschaftscharakters eingeleitet und dazu geführt, dass die Spuren der Vergangenheit nach und nach ausgelöscht werden.
Das Waldgebiet rund um den Finnenhof weist Beispiele für verschiedene Arten der Waldwirtschaft auf.


7 Torpsleden 8 KVANTORP_


Zuerst haben wir uns das Hauptgebäude des Hofs von innen angesehen.
Hier werden verschiedene typisch Schwedische und Värmländische Spezialitäten angeboten. Neben Köttbullar gibt es auch Waffeln aus geröstetem Hafermehl und die tradtionelle Speise der Waldfinnen aus geröstetem Hafermehl – Motti & Fläsk.
Da noch nicht Mittagszeit war, und wir aber trotzdem eine Kleinigkeit probieren wollten, haben wir uns für Waffeln mit Marmelade und Sahne mit Kaffee – als zweites Frühstück – entschieden.

Ein Vesper hätten wir also nicht gebraucht, denn ein Teil der Finnenhöfe wird im Sommer bewirtschaftet und man bekommt dort traditionelle Speisen oder zumindest Kaffee und Kuchen.


Die Wohnstube


7 Torpsleden 9 KVANTORP_


Die Rauchstube


Waffeln mit Marmelade und Sahne

Die Rauchstube dient heute als Gaststube.

Hier geht es zum

Rezept für Skrädmjölsvaffla (Waffeln mit geröstetem Hafermehl)


 


Die Nebengebäude


 


Das stille Örtchen



Und dann haben wir uns von KVARNTORP verabschiedet und sind zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gefahren.



Im folgenden Teil erzähle ich euch mehr über die Geschichte der Waldfinnen und nehme euch mit auf unsere Wanderung.
Fortsetzung folgt…


 

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13. Dezember, Santa Lucia: Wie die Schweden das Lucia-Fest und Weihnachten feiern


„Am 13. Dezember, in früher Morgenstunde, wenn Kälte und Dunkelheit auf Värmland lastet, kam noch in meiner Kindheit die heilige Lucia von Syrakus in alle Häuser. Sie ist das Licht, das die Dunkelheit besiegt“, so heißt es in der Legende zum Luciatag, die Selma Lagerlöf niedergeschrieben hat.

In der dunklen Vorweihnachtszeit blicken die Schweden jedes Jahr erwartungsvoll dem 13. Dezember entgegen.


Fotoausschnitt einer Postkarte aus Schweden

In fußlange weiße Gewänder gekleidet, geschmückt mit einer Krone aus brennenden Kerzen, ziehen Lichterköniginnen durch Kindergärten, Schulen udn Betriebe. Begleitet werden die Lucia-Züge, die in den frühen Morgenstunden stattfinden, von einem Gefolge aus Sternenknaben und Heinzelmännchen.
Mit feierlichen Gesängen wird die Rückkehr des Lichts verkündet und gleichzeitig die Weihnachtszeit eingeläutet.


Schwedische Gewürzkekse

Glögg – auf dem Bild eine alkoholfreie Variante

Badischer Glögg


Traditionell essen die Schweden an diesem Tag neben Pepparkakor, die schwedische Form der Lebkuchen, auch Saffransbröd, ein gelbliches Hefegebäck mit Rosinen, und Lussekatter, süße Hefebrötchen.
Dazu trinkt man Glögg, ein schwedischer Glühwein, der mit Piment, Zimt Kardamom, Gewürznelken und Ingwer gewürzt ist. Diesess Getränk begleitet die gesamte Adventszeit.


Schwedische Lussekatter zum Luciatag – hier geht es zum Rezept
Safranbrot mit Rosinen

noch ein Safrangebäck – Jul-Schlange


Am 23. Dezember stellen auch die Schweden Weihnachtsbäume in ihren Wohnungen auf. Wie der Baum geschmückt wird, entscheidet die Familentradition.
Manche schmücken ihn mit kleinen blaugelben Schweden-Flaggen, andere mit Lametta und Christbaumkugeln. Den Heiligabend feiert man gemeinsam mit Verwandten und Freunden, tanzt um den Baum und packt die Geschenke aus.
Das eigentliche Glanzlicht des Weihnachtsfestes ist jedoch das traditionelle Weihnachtsbuffer Julbord, ein Festmahl bei dem eine große Auswahl schwedischer Spezialitäten aufgetischt wird.
Klassische Weihnachtsleckereien sind u.a. der Weihnachtsschinken, Fleischwurst, Fleischklößchen (Köttbullar) Anchovis-, Herings- und Eier-Salat, eingelegter Hering, hausgemachte Lebepastete, Würzbrot, Kartoffeln und Stockfisch. Abschließend wird in vielen Familien Reisbrei (Milchreis) gereicht, dessen Verzehr mit unterschiedlichen Ritualen verbunden ist.
So wird z. B. in der Milchreis-Schüssel eine Mandel versteckt, und wer die Mandel auf seinem Teller vorfindet, heiratet dem Volksglauben nach im kommenden Jahr.
Die schwedische Weihnachtszeit endet am 13. Januar mit Tjugondag Knut, dem St. Knuts-Tag – benannt nach dem schwedischen König Knut, der diese Anordnung Ende des 11. Jahrhunderts getroffen hat. An diesem Tag werden traditionell die Weihnachtsbäume auf die Straße geworfen.


Reisbrei / Milchreis, der Klassiker mit Zimt und Zucker

Reisbrei

• 1 Liter Milch
• 75 g Zucker
• 25 g Butter
• 1 Vanilleschote
• 1 Prise Salz
• 150 g Rundkornreis (Milchreis)

Zubreitung
Die Milch mit Zucker und Butter heiß werden lassen die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote und dem Salz zur Milch geben und leise kochen lassen. Den Reis in zwei Liter kochendes Wasser schütten, unter gelegentlichem Umrühren 5-10 Minuten leise kochen lassen. Vanilleschote aus der Milch nehmen. Den Reis auf ein Sieb gießen, gut abtropfen lassen und in die kochende Milch schütten. Wieder aufkochen lassen, unter ständigem Rühren 5 Minuten weiterkochen, dann entweder auf schwacher Hitze im zugedeckten Topf 30 Minuten quellen oder im verschlossenen Topf 30 Minuten im auf 200 °C vorgeheizten Ofen garen lassen.

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Mårbacka – Das Zuhause von Selma Lagerlöf

Mårbacka

An unserem fünften Tag in Schweden haben wir einen Ausflug nach Mårbacka, das 9 km südöstlich von Sunne liegt, gemacht.
Das Geburtshaus der Schriftstellerin Selma Lagerlöf, die 1909 für ihr großes Werk  den Nobelpreis für Literatur erhielt,  ist eines der meistbesuchten Ziele in Värmland.


….aus meinem Urlaubstagebuch

Selma Lagerlöf, eine der berühmtesten Schriftstellerinnen der Welt, wurde am 20. November 1858 auf Mårbacka geboren und ist dort aufgewachsen.
Schon als Kind entschied sich Selma Lagerlöf, Autorin zu werden.

Mehrere Jahre lang schrieb sie als Lehrerin in Landskrona Bücher, aber erst mit mehr als dreißig Jahren veröffentlichte sie 1891 ihr erstes Buch, den Roman „Gösta Berlings Saga“, der als Meisterwerk gefeiert wurde. Einige ihrer berühmtesten Werke sind: Die Geschichte von Gösta Berling, Nils Holgersson und Jerusalem.
Selma Lagerlöf erhielt 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. 1914 wurde sie als erste Frau zum Mitglied der Schwedischen Akademie gewählt. Und das alles geschah noch bevor man in Schweden weibliches Stimmrecht hatte.
Ihr nächster Erfolg war „Jerusalem“ (1902), das ihren Namen international bekannt machte. Im Auftrag des schwedischen Lehrerverbandes schrieb sie 1906-1907 das erste moderne Geographie-Lehrbuch seiner Art, „Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige“ (Die wunderbaren Abenteuer von Nils).

Mit dem Tantiemen ihrer Bücher konnte sie 1907 den Hof zurückkaufen, der nach dem Tod ihre Vaters veräußert wurde. 1921 -1923  ließ sie einen Neubau errichten und lebte bis zu ihrem Tod auf dem Hof, der heute noch im ursprünglichen Zustand ist.
Selma Lagerlöfs Name ist nicht nur mit einer brillanten Karriere als Schriftstellerin und der Mitgliedschaft in der Schwedischen Akademie sowie der Literaturakademie De Nio (Die Neun) verbunden, sondern auch mit einem starken Engagement für Frauenrechte, Frieden und lokale Politik. So war sie auch Mitglied des Bezirksausschusses, des Stadtrats und des Ausschusses für öffentliche Hilfe.
Sie war nicht nur Autorin, sondern auch Geschäftsfrau, die auf Mårbacka Landwirtschaft betrieb.
In ihrem Haus, dem Herrenhaus von Mårbacka, hatte sie die Möglichkeit, ihr Gespür für neues Denken als Unternehmerin zu mobilisieren, um das Gut erfolgreich zu leiten.
Bei ihren Angestellten war sie sehr beliebt und Selma Lagerlöf hatte für diese sogar eine Krankenkasse eingerichtet.

Selma Lagerlöf starb 1940 im Alter von 82 Jahren. Begraben liegt sie auf dem Friedhof von Östra-Ämtervik, 10 km südwestlich von Mårbacka .
In ihrem Testament hatte sie verordnet, dass Mårbacka als Erinnerungsstätte erhalten werden und für Besucher geöffnet sein soll.

Touristen sind herzlich eingeladen, verschiedene in der Geschichte von Gösta Berling erwähnte Orte wie den Rottneros Park (Ekeby), Sundsbergs Gard (Björne) Tossebergsklätten (Svartsjö) zu besuchen.



Bereits vor 11 Jahren, als wir das erste Mal nach Schweden gereist sind, haben wir Mårbacka besucht und uns das Wohnhaus bei einer Führung von innen angesehen.
Darauf haben wir diesmal verzichtet, es ist aber sehr sehenswert und auch unterhaltsam.
Im Haus darf man keine Fotos machen, ich hatte mir damals aber schon Postkarten mitgebracht, auf der die Inneneinrichtung zu sehen ist.


Die Schreibmaschine von Selma Lagerlöf, auf der viele ihrer Werke entstanden sind


Besonders die schöne Küche hat es mir angetan…



Natürlich sind wir auch diesmal wieder im Café eingekehrt, von wo ich damals das Rezept für den Mårbackakaka – ein Kuchen mit geröstetem Hafermehl – mitgebracht hatte.


Marbacka-Kuchen
Mårbackakaka – 2007

Und wir haben uns im Buchladen wieder ein Souvenir zum Lesen besorgt – bei unserem ersten Besuch war das „Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen” – diesmal reiste „Gösta Berlings Saga” mit uns zurück nach Deutschland.


Nils Holgersson


Vor unserem diesjährigen Ausflug nach Mårbacka hatte ich auch noch das Buch „Mårbacka“ gelesen, welches im Bücherregal unseres Feriendomizils seinen festen Platz hat.
In ihren späteren Jahren schrieb Selma Lagerlöf eine dreiteilige Autobiografie: Mårbacka, Aus meinen Kindertagen sowie Tagebuch der Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf, ihr letztes vollendetes Werk.
Die Autobiografie ist keine Schilderung des eigenen Lebens im herkömmlichen Sinne, sondern besteht aus Erzählungen aus ihrer Kindheit, die einem bestimmten Zweck dienen: die Hintergründe ihres schriftstellerischen Wirkens darzustellen.
Bei der Besichtigung von Mårbacka trifft man überall auf alte Bekannte und Orte aus Selma Lagerlöfs Büchern….



In einem Gehege neben dem Buchladen trifft man auf zwei Pfauen – Farao und Sara – „Paradiesvögel”.



Selma Lagerlöf hatte ein angeborenes Hüftleiden. Als sie dreieinhalb Jahre alt war, erwachte sie eines morgens und konnte nicht mehr gehen.
Die Ärzte waren ratlos und so beschloss ihr Vater eines Tages, die ganze Familie solle zur Kur nach Strömstad fahren. Dort ruderte man, um Selma eine Freude zu machen, zu dem vor der Küste liegenden Frachtschiff „Jakob“. In dessen Kapitänskajüte befand sich nämlich ein ausgestopfter Paradiesvogel.
Selma wurde von den Matrosen als erste an Bord gehoben. Und ehe die Familie ihr folgen konnte, war Selma verschwunden. Sie war dem Schiffsjungen in die Kajüte zum Paradiesvogel gefolgt – auf eigenen Beinen.
Die Eltern meinten, die Kur habe die Heilung bewirkt. Selma aber erinnerte sich, wie sie mit dem Schiffsjungen den Paradiesvogel betrachtet hatte.

Der Schiffsjunge zeigte ihr die langen glänzenden Federn. Dann bemerkte er: „Siehst du, man könnte meinen, er käme aus dem Paradies. Er hat gar keine Füße.“ Das passte sehr gut in die Vorstellung des Kindes vom Paradies, dass man dort nicht gehen müsse, sondern sich mit zwei Flügeln fortbewege. Das kleine Mädchen fragte sich, ob es der Paradiesvogel sei, der ihr geholfen habe.


Das Mårbacka Café

Ich habe mir auch ein kleines Buch mit Rezepten von Mårbacka mitgebracht, das es leider nur auf Schwedisch gab.
Davon werde ich sicherlich das eine oder andere ausprobieren, aber das dauert noch ein wenig, denn ich muss erst noch versuchen, es  irgendwie zu übersetzen.



Hier sind die Bilder von unserer Besichtigungstour auf Mårbacka:


Der Seerosenteich, gleich beim Eingang


Der Gemüse- und Obstgarten



Die schwarze Katze, die wir bei unserem ersten Besuch hier angetroffen haben, haben wir diesmal vermisst…


 


 


Das Herrenhaus



Der Flügel



Der Flügel wurde 1909-10 erbaut. Hier wurde Selma Lagerlöfs berühmtes „Mårbacka“ Haferkraft“ abgepackt, ein Mehl aus geröstetem Hafer, das im Värmland „Skrädmjöl“ genannt wird.
Dieses Mehl hat wertvolle Eigenschaften, die der Arzt Per Clarholm, Oberarzt in Karlstadts Krankenhaus, auf der Verpackung bestätigte:
„Skrädmjöl ist gesund, stärkend, wohlschmeckend und durch seine Ergiebigkeit auch preisgünstig.”
Die Produktion  begann Anfang 1920 und „Mårbacka“ Haferkraft“ wurde u.a. in einer großen Geschäftskette in Stockholm verkauft und nach Amerika exportiert.
Heute wird der Flügel als Dienstwohnung benutzt.

Das Hafermehl kann man heute noch in den lokalen Supermärkten und auch im Buchladen von Mårbacka kaufen. Es wird von der Stöpafors Mühle produziert – darüber werde ich in einem weiteren Beitrag berichten.
Im Café auf Mårbacka kann man den Mårbackakaka (siehe oben) und Pfannkuchen, die mit Skrädmjöl gebacken sind, probieren.



Wirtschaftsgebäude, Stallungen und Wohngebäude



In der Mårbacka-Scheune finden jeden Sommer Ausstellungen statt, die Selma Lagerlöfs Leben und Dichtungen wiederspiegeln. Auch für Kinder gibt es hier viel zu sehen und zu erleben.



Das ehemaliage Arbeiterwohnhaus


Das Mårbacka Café


 

Die Marbacka Geranie in blassrosa

Die blassrosafarbene Mårbacka Geranie hatte ich bereits im Rottneros-Park entdeckt. Eine besondere Farbe, die ich bisher noch nie gesehen hatte.



Wir hatten uns zum Kaffee für Pfannkuchen aus Skrädmjöl entschieden. Dazu Sylt = Marmelade nach Wahl und Schlagsahne.



Das Rezept für die Pfannkuchen folgt demnächst hier im Blog.


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Fika: Chokladbollar

Chokladbollar 2
Süßes zur Fika – Punssirulla bzw. Dammsugare (Hintergrund) und Chokladbollar

Ich habe euch schon längere Zeit nichts mehr aus unserem diesjährigen Urlaub in Schweden berichtet – das ist jetzt auch schon wieder fast ein halbes Jahr her.
Wie die Zeit vergeht!
Jedenfalls habe ich nach unserem Urlaub mal ein typisches „fika“ – Rezept ausprobiert, das auch für den Adventskaffee geeignet ist.

Die Schweden sind dafür bekannt, öfters mal „fika“ – eine Kaffeepause – einzulegen.

Die fika ist den Schweden tatsächlich so heilig, dass sie sogar in vielen Arbeitsverträgen fest verankert ist.
Dazu gehören natürlich auch süße Gebäckteilchen, Kekse und Konfekt.


Kanelbullar
Schwedische Kanelbullar

Am bekanntesten und beliebtesten sind die kanelbullar – Zimtschnecken, die es auch in den Varianten kardemummabullar – Hefeschnecken mit intensivem Kardamomgeschmack, oder blåbbär med vanilji bullar – Blaubeer-Vanille Schnecken.


Bullar mit Vanille und Heidelbeeren
Bulle mit Vanille und Heidelbeer-Füllung

Die Zimtschnecke (auf Schwedisch: „kanelbulle“) entstand nach dem Ersten Weltkrieg, doch da die Zutaten (Mehl, Zucker, Ei, Butter, Zimtzucker und Kardamom) teuer und schwer zu bekommen waren, erlangte das Gebäck erst in den 1950er-Jahren allgemeine Beliebtheit. Heutzutage ist es das ultimative Symbol für schwedische Hausmannskost, und wie dir jeder Schwede bestätigen wird, ist der Duft frischgebackener Zimtschnecken das köstlichste Aroma der Welt.

visitsweden.de


Beim Konfekt sind die die punschrullar und chokladbollar wohl die beliebtesten.


Chokladbollar 3
Fika – wieder zu Hause mit Mitbringseln aus Schweden

In jedem Supermarkt bekommt man – gleich in der Nähe der zahlreichen Kaffeesorten eine breite Auswahl an Köstlichkeiten für die fika – kanelbullar und kardemummabullar in Plastiksäcklein im Dutzend.

Im Internet habe ich dann in einem schwedischen Blog das Rezept für Chokladbollar gefunden und nachgemacht.
Die Chokladbollar aus dem Supermarkt sind zusätzlich mit einer Schokoladenschicht umhüllt – das werde ich auch mal ausprobieren.


Chokladbollar 1
Chokladbollar selbstgemacht

Chokladbollar


Zutaten
(Für ca. 20 Stück)

• 150 g weiche Butter (Zimmertemperatur)
• 2 dl Zucker
• 1,5 Teelöffel Vanillezucker
• 4-5 Teelöffel Kakaopulver (ungesüßt)
• 3,5 dl Haferflocken
• 1 dl Kokosraspeln
• 2-3 Esslöffel starker Kaffee (kalt) oder Wasser oder Orangensaft

Garnierung
Kokosraspeln
Alternative: Hagelzucker

Zubereitung
Die weiche Butter, Zucker und Vanillezucker verrühren. Kakao, Haferflocken und kalten Kaffee hinzufügen und ordentlich miteinander vermengen. Den fertigen zähen Teig zu kleinen Bällen formen. Ist der Teig zu weich, kannst man ihm vor dem Rollen im Kühlschrank etwas abkühlen lassen. Dann die Kugeln in mit Hagelzucker oder Kokosflocken gefülltem Cognacschwenker oder Weinglas rollen so dass die Garnierung gleichmäßig auf der Kugel verteilt haften bleibt.

Danach bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren – mindestens 1 Stunde kühlen.

Haltbarkeit: im Kühlschrank mindestens 3 Wochen, im Gefrierfach mindestens 3 Monate.


Chokladbollar 4


Chokladbollar


Ingredients
(For about 20 pieces)

150 g soft butter (room temperature)
2 dl sugar
1.5 teaspoons vanilla sugar
4-5 teaspoons cocoa powder (unsweetened)
3.5 dl oatmeal
1 dl coconut flakes
2-3 tablespoons strong coffee (cold) or water or orange juice

Garnish
coconut flakes
Alternative: coarse sugar

Instructions
Mix the soft butter, sugar and vanilla sugar. Add cocoa, oatmeal and cold coffee and mix well. Form the dough into small balls. If the dough is too soft, you can let it cool in the refrigerator before rolling it. Then roll the balls in a cognac or wine glass filled with coarse sugar or coconut flakes so that the garnish sticks evenly distributed on the ball.

Keep in the refrigerator until consumption – refrigerate for at least 1 hour.

Can be kept in the refrigerator for at least 3 weeks, in the freezer for at least 3 months.

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Klässbols Linnenväveri: Edle Tücher für den König


In der Nähe von Arvika, Schweden – etwa 30 km von unserem diesjährigen Urlaubsort entfernt – befindet sich die Leinenweberei Klässbols mit Fabrikverkauf.

Dort kann man wunderschön gewebte Stoffe aus Leinen in allen Farben und Mustern erwerben. Das Angebot reicht von der kompletten Tischwäsche, wie Decken, Servietten über Tischsets, bis zu Geschirrtüchern, Bettwäsche, Vorhängen, Kissen und Stoffen in zahlreichen Variationen.

Die Markgräflerin besitzt bereits von einem früheren Besuch mehrere Küchentücher und eine Mitteldecke und außerdem eine große Tischdecke mit passenden Servietten.
Da die große Tischdecke nur auf den ausgezogenen Tisch passt und daher nur benutzt wird, wenn wir Gäste haben, musste ich unbedingt noch etwas für den täglichen Gebrauch haben.
Also sind wir erneut nach Klässbol gefahren.


 


Natürlich blieb es nicht nur beim Einkauf der Tischdecke, sondern es gab auch noch eine weitere Mitteldecke, die euch hier im Blog in Zukunft noch einige Male als Unterlage für die Kaffeetafel begegnen wird!
Neben dem vielfältigen Angebot im Fabrikladen gibt es hinter den Verkaufsräumen ein kleines Museum.
Im Museum kann die Geschichte und Entstehung einer damals noch handgewebten Leinentischdecke nachempfunden und die verschiedenen Lochmusterkarten für die Webmuster in Augenschein genommen werden. Außerdem kann man noch nebenan in die Produktionshallen gehen und hier – mit Gehörschutz ausgestattet – sehen, wie aus vielen kleinen Leinenfäden eine neue Stoffbahn mit dem jeweiligen Muster entsteht.



Klässbols Leinenweberei wurde 1920 von Hjalmar Johansson gegründet, der in dem kleinen südschwedischen Dorf Klässbol auf die Welt gekommen ist.
Anfangs stellte die Weberei Leinenstoffe für die Leute aus der Umgebung her. Das Angebot wurde bald um Jacquardstoffe, Köper (Twill) und Damast erweitert.
Die schönen Musterkombinationen in Kette und Schuss waren und sind immer noch typisch für die Leinenstoffe von Klässbols.


Typisches Webmuster Klässbols
Lochkarten für die Webmuster

Heute gibt es diese shönen Einrichtungstextilien nicht nur im heimischen Umfeld, sondern auch weltweit in Museen, Botschaften, Restaurants, Hotels und im öffentlichen Bereich.
Klässbols Leinentücher schmücken auch die Tafel am schwedischen Königshof.
Die Weberei wird nun schon in der vierten Generation der Familie Johansson betrieben und ist seit dem Jahre 1970 sogar königlicher Hoflieferant für das schwedische Königshaus.
Zur Geburt der kleinen Estelle, der Tochter des Thronfolgerpaares, entwarf die Leinenweberei ein ganz spezielles Muster für das königliche Bett der kleinen schwedischen Prinzessin.
Darüber hinaus stellt Klässbols Linneväveri die Tischwäsche für verschiedene Empfänge her und produzierte sogar für die Suite Klassbol im Hotel The Dylan in Amsterdam (Niederlande) Bettwäsche sowie Polsterbezüge.


 

 


Der Webstuhl für die großen Tischtücher


Der Webstuhl wurde 1899-1900 für Nina von Engeström in Örebro gebaut.
Carl Wilund, Trangärdstorp, Karlstadt übernahm ihn dann und webte unter anderem die Tischdecken zur Hochzeit von Prinzessin Ingrid mit Kronprinz Frederik von Dänemark.
Nach 1940 war der Webstuhl nicht mehr in Betrieb. Ende 1960 kam er in Besitz der Familie Edvinsson in Kinnekulle, die ihn dann Anfang 1990 an die Klässbols Leinenweberei übergeben hat. Hier werden jetzt die Tafeltücher für König Carl Gustav XVI. gewebt. Es handelt sich hierbei um 7 Tischdecken à 8 Meter und 2 Tücher à 4 Meter. Alle Tücher sind 3 Meter breit, sie haben 40 Kettfäden pro cm, insgesamt sind das 11.788 Fäden.
An einem Tag kann etwa eine Länge von 10 cm gewebt werden.



Der Webstuhl für Servietten


Über das Herstellungsjahr liegen keine sicheren Unterlagen vor. Höchstwahrscheinlich wurde er um die Jahrhundertwende 1900 erbaut
Carl Wilund, Trangärdstorp, Karlstadt, war bis zu seinem Tode 1968 der Besitzer des Webstuhles. Danach wurde er von Anna Britta und Josef Edvinsson in der Damastweberei verwandt, bis er Anfang 1990 der Leinenweberei Klässbols als Geschenk überlassen wurde.

Derzeit werden Servietten für König Carl Gustaf XVI gewebt. 40 Kettfäden per cm ergeben insgesamt 3.396 Fäden. Mit 48 Einschlägen pro cm können ungefähr 30-40 cm am Tag gewebt werden.



Im 19. Jahrhundert waren die blauen Flachsblumen in den ländlichen Gebieten Schwedens ein alltäglicher Anblick. Viele Familien waren am gesamten Herstellungablauf beteiligt – vom Anbau über das Rösten und spinnen des Flachses bis hin zum Weben fertiger Weißwaren wie Laken, Tischtücher, Handtücher und Stoffe.



Es war ein bescheidener Anfang für Hjalmar Johansson, der den Dorftischler bat, ihm beim Bau eines Handwebstuhls für das Herstellen von Laken zu helfen, damit die Leute aus der Gegend mit ihrem handgesponnenen Flachsgarn zu ihm kommen und es weben lassen konnten.


 


Die von Klässblols gewebten Leinenstoffe sind Kunstwerke. Nichts wird dem Zufall überlassen. Die Weberei ist für alle dort Beschäftigten von großer Bedeutung.
In bestimmter Hinsicht ist die Zeit stehengeblieben und die alten Traditionen behalten ihre Bedeutung und leben weiter.
Alle alten Webstühle sind immer noch im Gebrauch. Das ist gar nicht so eigenartig, wie es einem vorkommt. Moderne Webstühle sind ganz einfach nicht in der Lage, die gleiche Att Qualitiätsstoff herzustellen, wie die alten.
Zu einem dieser Webstühle gibt es noch eine besondere Geschichte zu erzählen.

Nachdem wir die Leinenweberei besichtigt und unsere Souvenirs eingekauft hatten, sind wir vor dem Eingang mit einem älteren Herren ins Gespräch gekommen.
Er erzählte uns, dass ihn mit der Leinenweberei und der Familie Johansson eine ganz eigentümliche Begebenheit verbindet.
Vor vielen Jahren war er in seiner Eigenschaft als Dorfpolizist nachts zur Leinenweberei gerufen worden, weil sich dort anscheinend ein Einbrecher zu schaffen gemacht hatte.
Der Einbrecher hatte sich in angetrunkenem Zustand Zugang zur Produktionshalle verschafft und sich dann ausgerechnet den Webstuhl als Schlafplatz ausgesucht, auf dem täglich nur etwa 10 cm Stoff gefertigt werden können.
Der Besitzer hatte das Ganze damals wohl als positiv angesehen, dass, obwohl die Arbeit, die schon einige Zeit fortgeschritten war durch das Nickerchen des Einbrechers komplett zerstört war, die Tischdecke noch nicht kurz vor der Fertigstellung war, sondern nur etwa die Hälfte davon gewebt war.
Seit diesem Erlebnis schaut der ehemalige Dorfpolizist ab und zu mal bei der Leinenweberei vorbei, um Hallo zu sagen.
Die Belegschaft sei wie eine große Familie. Der Besitzer kümmert sich um die Anliegen seiner Angestellten von denen vielde dort schon in 5. oder 6. Generation arbeiten.
Die Leinenweberei gehört einfach zur Gegend und die Leute sind stolz darauf, dort zu arbeiten und so die alten Traditionen zu pflegen.



Klässblols stellt klassische Leinenstoffe her.
Einfache, naturnahe Muster, Form und Farbe in natürlicher Harmonie. Stoffe, die zeitlose Eleganz und raffinierte Schlichtheit ausstrahlen. Das ist eine der Traditionen von Klässbols.
Qualität erfordert Erfahrung, Sorgfalt und Können. Die Tradition von Klässbols beruht darauf, dass nur die besten Rohstoffe ausgewählt werden und somit ein Qualitätsprodukt garantiert werden kann. Klässbols hat sich seit jeher darum bemüht, im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Die gesamte Herstellungsmethode ist umweltfreundlich.


 


In der Produktionshalle


 


Präsentation und Verkauf


 

 

 


Sicherlich hat die hohe Qualität der Stoffe auch ihren Preis. Aber die Anschaffung lohnt sich.
Die Leinenstoffe sind robust, bei 60 °C waschbar und werden mit Gebrauch und den Jahren noch schöner, und mit ihren klassischen Mustern hat man lange Freude, ohne sich daran satt zu sehen.
Bei der Größenauswahl sollte man bedenken, dass das Gewebe beim ersten Waschen um ca. 7% schrumpft.


Englisch, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Reisen, Rezepte, Schweden

Motti (Nävgröt) med fläsk- Eine Spezialität aus dem Värmland


Die Hauptzutat von Nävgröt ist Skrädmjöl, geröstetes Hafermehl, über welches ich hier im Blog schon öfters geschrieben und auch einige Rezepte veröffentlicht habe.

Das Gericht kam mit den Finnen, die sich in den nördlichen Teilen des Värmlands niederließen, nach Schweden.
Auf Finnisch wird Nävgröt als „Motti“ bezeichnet und viele Värmländer verwenden immer noch diesen Namen.



Nävgröt wird mit gebratenem Schweinefleisch oder ausgelassenem Speck, Bratfett und Preiselbeeren (Konfitüre) gegessen. Dieses Gericht kann zurecht als Delikatesse bezeichnet werden und es ist im Värmland zu einer Art Nationalgericht geworden, eine Tradition, die zum Kulturgut erklärt worden ist.
Im Sommer wird das Gericht überall in den Heimatmuseen mit Bewirtung angeboten.



Wir hatten „Motti med fläsk” im Heimatmuseum Kollsberg in Torsby probiert und waren begeistert. Ich habe natürlich nachgefragt, wie man das Gericht kocht.
Das sei ganz einfach und geht schnell, lautete die Antwort.
Man kocht Wasser mit etwas Salz auf, gibt auf einen Schwung das Skrädmjöl dazu, kocht es eine Weile. Dann stampft man es mit einer Art Kartoffelstampfer, bis die Masse krümelig wird.



Hier ist das Originalrezept aus Schweden – der Text ist aus einer Projektarbeit von Malin Fransson und Maria Olsson, dem kleinen Büchlein mit Rezepten aus Mårbacka „En doft av Mårbacka“, entnommen. Ich habe den Text nach bestem Wissen übersetzt, da es das Büchlein leider nur auf Schwedisch gab.

Skrädmjöl är huvudingrediensen i nävgröt, en maträtt som kom till Sverige med finnarna som bosatte sig i de norra delarna av Värmland.

På finska heter nävgröt „Motti“ och bland många värmlänningar används fortfarande det namnet. Nävgröt äts med stekt fläsk, stekflott och lingonsylt. Rätten kan med fog kallas delikatess och har kommit att bli något av en nationalrätt i Värmland, en tradition som fått kulturstämpel.

Nävgröt
4-6 Pers.

6 dl vatten
1 tsk salt
500 gram skrädmjöl
fläsk
flott
lingonsylt

Koka upp vatten och salt. Slå i skrädmjöl, allt på en gång, så dett täcker vattenytan. Rör inte utan stampa med grödknäpp eller trädsked. När allt vatten ångar igenom är gräten färdig att servera, med stekt fläsk, flott och en klick lingonsylt.


 


Man findet das Rezept – neben anderen – übrigens auch auf den Skrädmjöl-Verpackungen.
Dort wird das Gericht als „Nävgröt” bezeichnet und es werden 700 ml Wasser dafür verwendet. Außerdem ist die Zubereitung etwas genauer beschrieben…



Nävgröt / Motti med fläsk


Zutaten
für 4-6 Personen

• 700 ml Wasser
• 1 Teelöffel Salz
• 500 Gramm Skrädmjöl
• gebratenes Schweinefleisch (ausgelassener Speck)
• Bratfett/ausgelassenes Speckfett
• Preiselbeeren

Zubereitung
Wasser und Salz aufkochen. Das Skrädmjöl auf einmal hinzugeben, so dass es die Wasseroberfläche bedeckt. Den Topfdeckel auflegen und eine Weile köcheln lassen., bis das Wasser komplett aufgesogen ist. Dann mit einem Kartoffelstampfer oder Holzlöffel stampfen (nicht rühren!), bis eine klumpige Masse entsteht.  Mit gebratenem Schweinefleisch/Speck, ausgelassenem Fett  und einem Klecks Preiselbeerkonfitüre (lingonsylt) servieren.



This is a speciality of Värmland, Sweden. It is served in the homestead museums in summer.
It is a kind of porridge, made from skrädmjöl, which is toasted oatmeal flour -another speciality of this area – traditionally served with fried pork/bacon (stekt fläsk), drippings (flott) and cranberry jam (lingongsylt). 



Nävgröt / Motti med fläsk

Ingredients
for 4-6 persons

700 ml of water
1 teaspoon salt
500 grams skrädmjöl
fried pork (bacon)
Drippings / omitted bacon fat
cranberry jam (lingonsylt)

Instructions
Bring water and salt to a boil. Add the flour at once so that it covers the water surface. Cover with a lid and simmer for a while until the water is completely absorbed. Stomp (do not stir!) with a potato masher or wooden spoon until crumbly. Serve with fried pork/ bacon, drippings and a dollop of cranberry jam (lingonsylt).