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Klässbols Linnenväveri: Edle Tücher für den König


In der Nähe von Arvika, Schweden – etwa 30 km von unserem diesjährigen Urlaubsort entfernt – befindet sich die Leinenweberei Klässbols mit Fabrikverkauf.

Dort kann man wunderschön gewebte Stoffe aus Leinen in allen Farben und Mustern erwerben. Das Angebot reicht von der kompletten Tischwäsche, wie Decken, Servietten über Tischsets, bis zu Geschirrtüchern, Bettwäsche, Vorhängen, Kissen und Stoffen in zahlreichen Variationen.

Die Markgräflerin besitzt bereits von einem früheren Besuch mehrere Küchentücher und eine Mitteldecke und außerdem eine große Tischdecke mit passenden Servietten.
Da die große Tischdecke nur auf den ausgezogenen Tisch passt und daher nur benutzt wird, wenn wir Gäste haben, musste ich unbedingt noch etwas für den täglichen Gebrauch haben.
Also sind wir erneut nach Klässbol gefahren.


 


Natürlich blieb es nicht nur beim Einkauf der Tischdecke, sondern es gab auch noch eine weitere Mitteldecke, die euch hier im Blog in Zukunft noch einige Male als Unterlage für die Kaffeetafel begegnen wird!
Neben dem vielfältigen Angebot im Fabrikladen gibt es hinter den Verkaufsräumen ein kleines Museum.
Im Museum kann die Geschichte und Entstehung einer damals noch handgewebten Leinentischdecke nachempfunden und die verschiedenen Lochmusterkarten für die Webmuster in Augenschein genommen werden. Außerdem kann man noch nebenan in die Produktionshallen gehen und hier – mit Gehörschutz ausgestattet – sehen, wie aus vielen kleinen Leinenfäden eine neue Stoffbahn mit dem jeweiligen Muster entsteht.



Klässbols Leinenweberei wurde 1920 von Hjalmar Johansson gegründet, der in dem kleinen südschwedischen Dorf Klässbol auf die Welt gekommen ist.
Anfangs stellte die Weberei Leinenstoffe für die Leute aus der Umgebung her. Das Angebot wurde bald um Jacquardstoffe, Köper (Twill) und Damast erweitert.
Die schönen Musterkombinationen in Kette und Schuss waren und sind immer noch typisch für die Leinenstoffe von Klässbols.


Typisches Webmuster Klässbols
Lochkarten für die Webmuster

Heute gibt es diese shönen Einrichtungstextilien nicht nur im heimischen Umfeld, sondern auch weltweit in Museen, Botschaften, Restaurants, Hotels und im öffentlichen Bereich.
Klässbols Leinentücher schmücken auch die Tafel am schwedischen Königshof.
Die Weberei wird nun schon in der vierten Generation der Familie Johansson betrieben und ist seit dem Jahre 1970 sogar königlicher Hoflieferant für das schwedische Königshaus.
Zur Geburt der kleinen Estelle, der Tochter des Thronfolgerpaares, entwarf die Leinenweberei ein ganz spezielles Muster für das königliche Bett der kleinen schwedischen Prinzessin.
Darüber hinaus stellt Klässbols Linneväveri die Tischwäsche für verschiedene Empfänge her und produzierte sogar für die Suite Klassbol im Hotel The Dylan in Amsterdam (Niederlande) Bettwäsche sowie Polsterbezüge.


 

 


Der Webstuhl für die großen Tischtücher


Der Webstuhl wurde 1899-1900 für Nina von Engeström in Örebro gebaut.
Carl Wilund, Trangärdstorp, Karlstadt übernahm ihn dann und webte unter anderem die Tischdecken zur Hochzeit von Prinzessin Ingrid mit Kronprinz Frederik von Dänemark.
Nach 1940 war der Webstuhl nicht mehr in Betrieb. Ende 1960 kam er in Besitz der Familie Edvinsson in Kinnekulle, die ihn dann Anfang 1990 an die Klässbols Leinenweberei übergeben hat. Hier werden jetzt die Tafeltücher für König Carl Gustav XVI. gewebt. Es handelt sich hierbei um 7 Tischdecken à 8 Meter und 2 Tücher à 4 Meter. Alle Tücher sind 3 Meter breit, sie haben 40 Kettfäden pro cm, insgesamt sind das 11.788 Fäden.
An einem Tag kann etwa eine Länge von 10 cm gewebt werden.



Der Webstuhl für Servietten


Über das Herstellungsjahr liegen keine sicheren Unterlagen vor. Höchstwahrscheinlich wurde er um die Jahrhundertwende 1900 erbaut
Carl Wilund, Trangärdstorp, Karlstadt, war bis zu seinem Tode 1968 der Besitzer des Webstuhles. Danach wurde er von Anna Britta und Josef Edvinsson in der Damastweberei verwandt, bis er Anfang 1990 der Leinenweberei Klässbols als Geschenk überlassen wurde.

Derzeit werden Servietten für König Carl Gustaf XVI gewebt. 40 Kettfäden per cm ergeben insgesamt 3.396 Fäden. Mit 48 Einschlägen pro cm können ungefähr 30-40 cm am Tag gewebt werden.



Im 19. Jahrhundert waren die blauen Flachsblumen in den ländlichen Gebieten Schwedens ein alltäglicher Anblick. Viele Familien waren am gesamten Herstellungablauf beteiligt – vom Anbau über das Rösten und spinnen des Flachses bis hin zum Weben fertiger Weißwaren wie Laken, Tischtücher, Handtücher und Stoffe.



Es war ein bescheidener Anfang für Hjalmar Johansson, der den Dorftischler bat, ihm beim Bau eines Handwebstuhls für das Herstellen von Laken zu helfen, damit die Leute aus der Gegend mit ihrem handgesponnenen Flachsgarn zu ihm kommen und es weben lassen konnten.


 


Die von Klässblols gewebten Leinenstoffe sind Kunstwerke. Nichts wird dem Zufall überlassen. Die Weberei ist für alle dort Beschäftigten von großer Bedeutung.
In bestimmter Hinsicht ist die Zeit stehengeblieben und die alten Traditionen behalten ihre Bedeutung und leben weiter.
Alle alten Webstühle sind immer noch im Gebrauch. Das ist gar nicht so eigenartig, wie es einem vorkommt. Moderne Webstühle sind ganz einfach nicht in der Lage, die gleiche Att Qualitiätsstoff herzustellen, wie die alten.
Zu einem dieser Webstühle gibt es noch eine besondere Geschichte zu erzählen.

Nachdem wir die Leinenweberei besichtigt und unsere Souvenirs eingekauft hatten, sind wir vor dem Eingang mit einem älteren Herren ins Gespräch gekommen.
Er erzählte uns, dass ihn mit der Leinenweberei und der Familie Johansson eine ganz eigentümliche Begebenheit verbindet.
Vor vielen Jahren war er in seiner Eigenschaft als Dorfpolizist nachts zur Leinenweberei gerufen worden, weil sich dort anscheinend ein Einbrecher zu schaffen gemacht hatte.
Der Einbrecher hatte sich in angetrunkenem Zustand Zugang zur Produktionshalle verschafft und sich dann ausgerechnet den Webstuhl als Schlafplatz ausgesucht, auf dem täglich nur etwa 10 cm Stoff gefertigt werden können.
Der Besitzer hatte das Ganze damals wohl als positiv angesehen, dass, obwohl die Arbeit, die schon einige Zeit fortgeschritten war durch das Nickerchen des Einbrechers komplett zerstört war, die Tischdecke noch nicht kurz vor der Fertigstellung war, sondern nur etwa die Hälfte davon gewebt war.
Seit diesem Erlebnis schaut der ehemalige Dorfpolizist ab und zu mal bei der Leinenweberei vorbei, um Hallo zu sagen.
Die Belegschaft sei wie eine große Familie. Der Besitzer kümmert sich um die Anliegen seiner Angestellten von denen vielde dort schon in 5. oder 6. Generation arbeiten.
Die Leinenweberei gehört einfach zur Gegend und die Leute sind stolz darauf, dort zu arbeiten und so die alten Traditionen zu pflegen.



Klässblols stellt klassische Leinenstoffe her.
Einfache, naturnahe Muster, Form und Farbe in natürlicher Harmonie. Stoffe, die zeitlose Eleganz und raffinierte Schlichtheit ausstrahlen. Das ist eine der Traditionen von Klässbols.
Qualität erfordert Erfahrung, Sorgfalt und Können. Die Tradition von Klässbols beruht darauf, dass nur die besten Rohstoffe ausgewählt werden und somit ein Qualitätsprodukt garantiert werden kann. Klässbols hat sich seit jeher darum bemüht, im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Die gesamte Herstellungsmethode ist umweltfreundlich.


 


In der Produktionshalle


 


Präsentation und Verkauf


 

 

 


Sicherlich hat die hohe Qualität der Stoffe auch ihren Preis. Aber die Anschaffung lohnt sich.
Die Leinenstoffe sind robust, bei 60 °C waschbar und werden mit Gebrauch und den Jahren noch schöner, und mit ihren klassischen Mustern hat man lange Freude, ohne sich daran satt zu sehen.
Bei der Größenauswahl sollte man bedenken, dass das Gewebe beim ersten Waschen um ca. 7% schrumpft.


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Schweden ruft: „Hurra! – die kleine Prinzessin ist da….“

„Prinzessin Estelle Silvia Ewa Mary, Herzogin von Östergötland, verzaubert die Schweden…“

heisst es in der Presse, die Eltern sind überglücklich und alle wohlauf.
Das hört man gerne – es gibt also nicht nur schlechte Nachrichten auf der Welt

…und hierzu serviere ich ein…

Schwedisches Menue (- auch für Midsommar geeignet)

Hasselback potatis – Köttbullar – Rödbetssallad

Fangen wir mal mit den Hasselback potatis, den Fächerkartoffeln an.
(beim Nachkochen bitte mit dem Salat anfangen, der braucht am längsten)


Fächerkartoffeln – Hasselback potatis

6-8 gleich große Kartoffeln
3-4 Esslöffel zerlassene Butter
1 Teelöffel grobes Meersalz
2 Esslöffel Semmelbrösel
2 Esslöffel Reibekäse nach Belieben (natürlich möglichst einen schwedischen, es geht aber auch Emmentaler – oder Parmesan)
Fett für die Form

Kartoffeln schälen. Jede in einen Holzlöffel legen und senkrecht zu dünnen Scheiben schneiden, die durch den Löffelrand nicht ganz zerteilt werden können.
Kartoffeln in eine ausgefettete Form setzen und so salzen und mit zerlassener Butter beträufeln, dass alle Schnittflächen etwas abbekommen. In den auf 200 – 220 °C vorgeheizten Ofen schieben, 30 Minuten backen, mit noch etwas Butter beträufeln und mit Semmelbröseln bestreuen.
Weitere 25-30 Minuten backen. Verwendet man Käse, so streut man ihn in den letzten 5 Minuten auf die Kartoffeln.

Schwedische Fleischklösschen – Köttbullar

100 g Semmelbrösel
1 dl (= 100 ml) Milch
1 dl (= 100 ml) Sahne
400 – 500 g Hackfleisch (wenn möglich gemischt aus Rind, Schwein und Kalb)
1 Teelöffel Salz
1 Messerspitze schwarzer Pfeffer
1-2 gewürfelte und golden gedünstete Zwiebeln
Butter zum Braten

Die Semmelbrösel in Milch und Sahne eine viertel Stunde quellen lassen. Dann mit Hackfleisch, Salz, Pfeffer und Zwiebeln vermengen, rasch mit den Händen verkneten, abschmecken und mit nassen Händen kleine Fleischklößchen drehen.
In einer großen Pfanne die Butter zerschmelzen lassen, die Fleischklößchen kräftig darin anbraten, die Pfanne dabei rütteln und schütteln, sodass die Klößchen von allen Seiten bräunen. Dann die Hitze herunter schalten und die Fleischklößchen durchbraten, bis ein geöffneter Probekloß zeigt, dass sie gar sind.

„Lillebror rannte geschwind in die Küche. Da stand Mama am Herd mit einer karierten Schürze und in dem allerherrlichsten Bratendunst. Sie schüttelte die große Bratpfanne über der Gasflamme und in der Pfanne hüpften eine Unmenge feiner, brauner Fleischklöße herum…“
(aus: Karlsson vom Dach)

(beide Rezepte aus: Bei Astrid Lindgren zu Tisch, Sybil Gräfin Schönfeldt, Arche Verlag)

Rote-Bete-Salat – Rödbetssallad

500 g Rote Bete
1 saurer Apfel
etwas frische Meerrettichwurzel (ca. 1 cm)
2 Esslöffel Zitronensaft
200 ml saure Sahne
Salz, Pfeffer

1. Die rote Bete gut abbürsten und waschen und mit der Schale in Wasser in etwa 30 Minuten garen. Abgießen und abkühlen lassen
Rote Bete schälen.

Schritt 1 kann man sich sparen – und somit den Kochvorgang beschleunigen – wenn man vorgekochte Rote Bete verwendet.

2. Rote Bete in dünne Streifen schneiden. Den Apfel schälen, vom Kerngehäuse befreien und in Würfel schneiden.
Die Meerrettichwurzel schälen und fein raspeln.

3. Aus Zitronensaft, saurer Sahne, Meerettich, Salz und Pfeffer eine Salatsauce rühren.

4. Den Salat in eine Schüssel geben, mit der Salatsauce überziehen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
(passt auch gut zu Fischgerichten)

Und als Dessert gibt es:

Johannisbeerkompott mit Sahne – Röd vinbärskompott med grädde

600 g rote Johannisbeeren
3 Esslöffel Mais- oder Kartoffelstärke
150 g Zucker
1/2 Teelöffel gemahlener Zimt
200 ml Sahne
etwas Mark von einer Vanilleschote
evtl. etwas frische Minze für die Deko

1. Die Johannisbeeren verlesen, putzen und gut waschen. In einem Sieb abtropfen lassen. Einige Johannisbeeren zum Garnieren zurücklassen, die restlichen Beeren in einen Topf geben, etwa 200 ml Wasser zufügen und weich kochen.

2.Nach etwa 10 Minuten die Stärke mit etwas kaltem Wasser anrühren und mit 125 g Zucker vermischen. Zu den Beeren geben und unter Rühren aufkochen lassen, bis die Masse andickt.

3. Den Zimt hinzufügen und das Kompott abkühlen lassen.

4. Die Sahne 3 Minuten schlagen, sie sollte noch leicht flüssig sein. Dann restlichen Zucker und Vanillemark unterrühren.

5. Johannisbeerkompott in 4 Schälchen anrichten und mit Sahne und restlichen Johannisbeeren garnieren.
(Nach Belieben dazu Löffelbiskuits servieren)

(diese beiden Rezepte aus NGV, „Die Schwedische Küche)

Als Dessert passt natürlich auch eine Prizesstarta – dafür habe ich aber leider noch kein Rezept gefunden, was mir zusagt.
Oder Mandeltarta, oder Johannisbeer-Götterspeise, oder Johannisbeer-Parfait oder Rote Grütze (mit Milchreis).

Johannisbeer-Götterspeise mit Martini und Vanilleeis