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1000 RECIPES TO TRY BEFORE YOU DIE – Belgien

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Eigentlich wollte ich einfach nur ein wenig in der Buchhandlung stöbern, ich hatte nichts Bestimmtes gesucht – und bin natürlich wieder mal in der Kochbuch-Ecke gelandet. Nichts wollte mir so richtig gefallen und bei jedem zweiten Buch dachte ich: „Diese Rezepte kennst Du schon in der einen oder anderen Variante, sind zwar tolle Bilder, aber im Regal zu Hause stehen schon so viele Bücher und ein paar Ordner mit Rezepten, die aus irgendwelchen Zeitschriften ausgeschnitten wurden – müsste ich dringend mal ausmisten…” Ich wollte schon wieder rausgehen, da blieb mein Blick an diesem 9 cm dicken Buch hängen:

1000 Recipes To Try Before You Die. Rezepte aus der ganzen Welt.
1000 Recipes To Try Before You Die. Rezepte aus der ganzen Welt.

Da standen einige Rezepte aus aller Welt drin, die ich noch nicht kannte und auch einige, die allein von den Zutaten her schon toll klangen. Also habe ich zugegriffen. Ein Schnäppchen für 20 Euro. Und ich habe mir vorgenommen, aus jedem Land mindestens ein Gericht zu kochen. Gestern Abend gab es das erste Gericht. Das Buch beginnt mit derm Kontinent Europa, von Norden nach Süden. Der erste Buchstabe ist hier das B für Belgien, gefolgt von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Irland, Niederlande, Österreich, dann kommt die Schweiz, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Spanien, Zypern. Dann geht es mit den östlichen Gebieten weiter, Estland, Lettland, Littauen, Polen über Russland, Tschechien, Türkei, Ungarn, Ukraine. Dann kommt Skandinavien mit Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden.

Danach geht es nach Afrika,  den Nahen Osten, China, Japan, die USA und Südamerika. Ein buntes Programm. Alle Rezepte werde ich vermutlich nicht schaffen, zum einen, weil Zutaten dabei sind, die bei uns entweder schwer erhältlich sind, zum anderen Zutaten, die wir nicht mögen. Die Autoren haben all diese Rezepte auf ihren Reisen zusammengetragen und ermutigen dazu, auch mal eine Zutat gegen etwas anderes auszutauschen oder wegzulassen. Hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Die Rezepte sind für 4 Personen gedacht.

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Belgien ist für vier Lebensmittel bekannt: Bier, Pommes, Schokolade und Waffeln. Der Markgräfler war vor vielen Jahren einmal dort und konnte entsprechend berichten. Erste Schwierigkeit für dieses Rezept war das Bier. Es sollte ein hochprozentiges Trappistenbier sein. Im nahegelegenen Frankreich, in einem kleinen Dorfsupermarkt wurden wir fündig, was Belgisches Bier betrifft. Der Alkoholgehalt von belgischem Bier kann bis zu 18 Vol. % betragen. Wir haben nur eines mit 8,5 % gefunden. Mit einem stärkeren Bier wird das Gericht vermutlich etwas herber.

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Ich war so frei und habe zum Fisch einen Kartoffelsalat gemacht. Im Buch steht leider nicht, was man üblicherweise dazu isst – aber Kartoffelsalat schien mir passend.

Überbackener Kabeljau in Biersauce
unter einer Zwiebelkruste

2 weiße Zwiebeln
100 g Butter
und Butter für die Form
200 ml helles Trappistenbier (ersatzweise helles Bockbier)
3 Cornichons
4 Scheiben Kabeljau à 200 g
Saft von 1 Zitrone
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
2 Eigelb
200 g süße Sahne
2 Esslöffel Semmelbrösel

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden. Die Hälfte der Butter zerlassen und die Zwiebeln darin hellgelb anschwitzen. Mit dem Bier aufgießen und ca. 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Den Backofen auf 175 °C erhitzen. Cornichons fein hacken und zu den Zwiebeln geben.

Den Kabeljau mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Fischstücke nebeneinander in eine gebutterte Auflaufform legen und die Zwiebelmischung darüber verteilen.

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Das Eigelb mit der Sahne verquirlen und über die Fischstücke gießen. Mit den Semmelbröseln bestreuen und die restliche Butter in Flöckchen daraufsetzen.

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Im heißen Ofen ca. 15 Minuten goldbraun überbacken.

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Sonntagsmenu – Die Hauptsache: Cordon bleu mit Backofen-Pommes

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Ich hatte schon lange kein echtes Cordon bleu mehr – denn meist bekommt man das in den Gaststätten mit Schweinefleisch zubereitet. Fast genauso wie das Schnitzel, das eben nun mal ein Kalbsschnitzel sein muss, um sich „Wiener Schnitzel” nennen zu dürfen.

Am Samstag war ich ja nicht zu Hause, also hat der Markgräfler den Einkauf beim Metzger unseres Vertrauens übernommen. Wir haben aber nicht ein klassisches Fleischstück für Cordon bleu genommen, nämlich kein etwas dickeres, das in der Mitte soweit durchgeschnitten wird, dass sich eine Tasche ergibt (am Rand bleibt ein Stückchen stehen), sondern ein großes, etwas dünneres, das ich dann etwas breitgeklopft habe (immer mit der flachen Seite des Fleischklopfers!).

Dann wird das Fleisch mit je einer Scheibe gekochtem Schinken belegt.

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Dann kommen noch Käsestücke drauf – in meinem Fall war das Emmentaler vom Stück, es geht aber auch Greyerzer oder Appenzeller.

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Dann in der Mitte umklappen und die Ränder mit Rouladennadeln oder Holzspießen zusammenstecken. Von beiden Seiten mit Salz und scharfem Paprikapulver würzen und mit Mehl bestäuben.

Ein bis zwei Eier in einen tiefen Teller geben, mit einer Gabel verquirlen. In einem zweiten Teller frische Semmelbrösel zum Panieren bereitstellen.

Die Cordon bleu nacheinander  im Ei wenden und anschließend mit Semmelbrösel panieren. Nach Belieben ein zweites Mal wiederholen.

In einer Pfanne ein Stückchen Butter zusammen mit etwas Sonnenblumenöl zerlassen. Nicht zu heiß werden lassen. Die Cordon bleu hineingeben und von beiden Seiten sanft garen. Sie sind fertig, wenn der Käse beginnt, herauszulaufen.

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Dazu gab es Backofen Pommes ( dauert nach Packungsanweisung ca. 20 Minuten, d. h. vor dem Braten der Cordon bleu in den Backofen tun!)

Dekoriert wird das ganze mit einer Scheibe Zitrone (Bio-Zitrone, heiß abgewaschen).

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Und wer hat’s erfunden??? Laut Wikipedia waren es, wie alles, was mit Käse zu tun hat,  wieder mal die Schweizer:

Schnitzel Cordon bleu [kɔʁdɔ̃ˈblø] („blaues Band“) oder kurz Cordon bleu ist ein mit Käse und Schinken gefülltes, paniertes Schnitzel vom Kalb. Vermutlich stammt das Rezept aus Brig[1] in der Schweiz.

Zur Zubereitung werden zuerst zwischen zwei kleine, dünne Schnitzel oder in die eingeschnittene Tasche eines dickeren Schnitzelstücks eine Scheibe Emmentaler-, Greyerzer-, Appenzeller– oder Raclettekäse und magerer Koch- oder Rohschinken gelegt. Die Ränder werden durch zusammendrücken verschlossen. Anschließend werden die Schnitzel mit Mehl, Ei und Paniermehl paniert und in reichlich Butterschmalz ausgebacken. Der Käse schmilzt durch das Braten und verleiht dem Cordon bleu den typischen Geschmack.

(…)

Wie es zur Bezeichnung Cordon bleu beim Schnitzel kam, ist nicht geklärt. Fest steht, dass der Ausdruck cordon bleu im Französischen eine Metapher für hohe Kochkunst ist und auf das breite, himmelblaue Band zurückgeht, an dem das goldene Kreuz des elitären Orden vom heiligen Geist aus dem 16. Jahrhundert getragen wurde (→ Kochschule Cordon bleu).

Der Zusatz „à la cordon bleu“ findet sich in älteren französischen Kochbüchern und bedeutet „nach Art der hohen Kochkunst“. Die älteste bekannte Erwähnung des Schnitzels Cordon bleu findet sich in Harry Schraemlis Buch Von Lucullus zu Escoffier aus dem Jahr 1949. (…)