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Lyon: Sonntag ist Markttag (2) – Am Ufer der Saône: L’art de vivre

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Der zweite Markt, den wir am Sonntag in Lyon besucht haben, ist der große Markt an der Saône.
Spätestens hier merkt man, dass man sich dem Süden Frankreichs nähert. Ein schier unglaubliches Angebot an frischem Obst und Gemüse, Würsten, Käse, Fleischerzeugnissen und Spezialitäten aus Frankreich und auch von weiter her (121 Marktbeschicker am Sonntag – unter der Woche ist der Markt kleiner).
Und wer möchte, kann hier Austern essen und dazu ein Glas Champagner am Ufer der Saône genießen.
Oder bei schönem Wetter besorgt man sich einfach etwas Baguette, Käse und Salami für ein Picknick.
Wer sonntags keine Lust hat, etwas zu kochen, kann sich an einem der Stände, wo es etwas Warmes zu Essen gibt, versorgen.

Hier spürt man das französische Lebensgefühl – l’art de vivre.
Es heißt nicht umsonst: „Essen, wie Gott in Frankreich”.
Wenn es gegen das Ende des Markttages geht und die Händler versuchen, ihre Ware noch an den Mann zu bringen – meist viel günstiger, damit sie keine Ware mehr mit nach Hause nehmen müssen – kann es schonmal laut werden und man fühlt sich ein wenig wie in Hamburg auf dem Fischmarkt.

Nachdem wir also auf dem Markt am Place Carnot waren, sind wir zuerst ein wenig am Uferweg der Saône entlangeschlendert.
An diesem Wochenende fand außerdem noch ein Marathonlauf statt. Die Terroranschläge in Frankreich haben Spuren hinterlassen – überall trifft man auf bis an die Zähne bewaffnete Soldaten, die nicht nur solche Großveranstaltungen absichern, sondern auch am Abend und während der Nacht bis in die frühen Morgenstunden an den Bahnhöfen Wache schieben.
Ich muss zugeben – ein wenig mulmig ist einem schon dabei zumute…


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Der Markt am Ufer der Saône – Quai des Célestins
Parking : Quai Saint- Antoine 69002 Lyon – Place des Célestins


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Und dann sind wir über die Brücke bei Saint Antoine in Richtung Vieux Lyon und den Fourvière Hügel gegangen.
Was wir an diesem Tag noch alles gesehen und erlebt haben, folgt in einem weiteren Bericht!

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Ein kulinarischer Kurzurlaub in der Lorraine- Teil 10: Die Fayencen von Lunéville, Gerbéviller und eine Ruine

Frühstück Les Pages 3


Als wir am Morgen nach unserem köstlichen Dîner im „Le Petit Comptoir“ im Hotel aufwachten, war es regnerisch und kühl.
Wir haben es also langsam angehen lassen und haben erstmal ausgiebig gefrühstückt…
Mit frisch gepresstem Orangensaft, Kaffee, Baguette, Brötchen, Mini Viennoiseries (kleine croissants, pain aux raisin und pain au chocolat), Marmelade, Wurst, Käse, Joghurt, Obst – eben alles, was das reichhaltige Frühstücksbuffet zu bieten hat…


Frühstück Les Pages 4


Dann haben wir uns überlegt, was man bei diesem unsicheren Wetter unternehmen könnte.
Souvenirs kaufen, zum Beispiel – in den Faiencerien von Luneville….
Und die Markgräflerin wollte sich unbedingt noch einen Garten anschauen, der ein paar Kilometer entfernt liegt. Und eine Burg bzw. Festung sollte es in der Nähe auch noch geben.

Das Schloss von Lunéville wollten wir uns auch noch von innen ansehen und außerdem war es der Vortag des französischen Nationalfeiertages.
Am Abend sollte es auf einem Platz hinter dem Schlosspark ein großes Feuerwerk geben.
Und überhaupt hatten wir von Lunéville bisher eigentlich noch nicht so viel gesehen!


Luneville Faienceries 6


Die im 18. Jahrhundert gegründeten Fayencenmanufakturen von Lunéville – Saint Clément genossen damals wegen ihrer fein gearbeiteten Fayencen internationales Ansehen.
Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts erlebten sie dank der Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern des Art nouveau und des Art déco eine neue Blüte.


Luneville Faienceries 8

Luneville Faienceries 9


Abwohl mir die klassischen Blumenmotive sehr gefallen haben, habe ich mich doch für ein etwas moderneres Motiv entschieden – ihr habt es schon in meinem Rezept-Beitrag mit dem lothringischen Mirabellen-Joghurt Kuchen gesehen….


Gateau Lorrain aux Mirabelles 10


Und dann sind wir über die D914 nach Gerbéviller weitergefahren, das liegt etwa 11 km südlich von Lunéville.


Gerberviller 1


Das Schloss von Gerbéviller, im Mortagne-Tal gelegen, wurde nach seiner Zerstörung im ersen Weltkrieg nur auf einer Ebene wiederaufgebaut.
Zum Schloss gehört ein sehr schöner romantischer Landschaftsgarten, der 1816 angelegt wurde.
Hier erheben sich mehrere Gebäude, darunter der „rote Pavillon” aus dem 17. Jhd. sowei einige Grotten mit ihren Nymphäen aus der gleichen Zeit.
Gesäumt wird der Park von Gemüse-, Duft und Ziergärten.


Gerberviller 9
Gerberviller 10


Leider waren wir etwas zu früh dort und hätten etwa 2 Stunden warten müssen, bis das Schloss und der Garten öffnen würde.
Immerhin konnten wir die gegenüberliegende, zu Schloss und Garten gehörende Chapelle Palatine von außen bewundern.


Gerberviller 5
La Chapelle Palatine

 


Und da das Wetter etwas unsicher war, beschlossen wir, wieder nach Lunéville zurückzufahren.
Wir haben dann doch noch einen kleinen Umweg nach Moyen gemacht, wo es eine Festung aus dem 15 Jhd. geben sollte…
Die mussten wir erst mal suchen.
Es stellte sich heraus, dass die Ruine einsturzgefährdet ist und nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen ist.


Moyen 1


Moyen ist ein typisch lothringisches Dorf, das zudem eine Festung aus dem 15. Jhd. besitzt. Auch wenn Richelieu das einstige Schloss der Bischöfe von Metz nach sechswöchiger Belagerung schleifen ließ, so sind auch die Festungsruinen noch ein stattlicher Anblick und lohnen den Besuch. Im restaurierten Herrenhaus innerhalb des Festungsrings sind heute Austellungen rund ums Mittelalter, ein Klassenzimmer aus dem Jahr 1900, eine kleine landwirtschaftliche Ausstellung sowie eine Sammlung von Fayencen zu sehen.


Moyen 4


Zurück im Hotel haben wir uns erst einmal einen Tee gemacht und uns ausgeruht – denn wir fühlten uns gerade wie die Katze auf dem Bild….
Wir haben unser geplantes Picknick also ins Hotelzimmer verlegt.
Zum Dessert gab es feine Kuchen mit Orangenaroma, die wir uns aus Nancy mitgebracht hatten.



Fortsetzung folgt…