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Zwiebelkuchen mal anders – aus der Provence: Pissaladière

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Jedes Jahr im Herbst gibt es bei und Ziibelewaie (Zwiebelkuchen) mit Neue Wii (neuer Wein/Sauser/Federweiser).

Every year in autumn/fall we have Onion Tart and New Wine.

Zwieblewaie
Zwieblewaie

Die Weinlese hat wegen des schlechten Wetters im Frühjahr im Markgräflerland noch nicht begonnen, neuen Wein haben wir noch nicht.
Ich wollte auch mal etwas anderes ausprobieren, deshalb gibt es heute mal ein etwas anderen Zwiebelkuchen: Pissaladière aus der Provence.

Due to the bad weather in the Markgräflerland in spring the grape harvest has not yet begun and there’s no new wine yet.
Anyway, I wanted to try out something different – that’s why we are having a different kind of onion tart today: Pissaladière de Provence.

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Zwiebelkuchen aus der Provence – Pissaladière

(für 1 großes Backblech / for 1 big baking sheet)

Für den Hefeteig / for the dough:
300 g Mehl (Type 550) / 300 g flour
1/2 Teelöffel Salz / 1/2 teaspoon salt
15 g Hefe / 15 g yeast
1 Teelöffel Zucker / 1 teaspoon sugar
3 Esslöffel Olivenöl / 3 tablespoons olive oil
150-180 ml lauwarmes Wasser / 150-180 ml warm water
Mehl und Olivenöl zum Bearbeiten
flour and olive oil for working

Teig:
Mehl und Salz in einer Rührschüssel mischen. Hefe in eine kleine Schale bröckeln, mit 1 Teelöffel Zucker und 4 Esslöffeln lauwarmem Wasser verrühren. Zugedeckt ca. 15 Minuten gehen lassen.
Die angerührte Hefe zusammen mit 150 ml lauwarmem Wasser und  3 Esslöffel Olivenöl  zum Mehl in die Schüssel geben.
Mit dem Knethaken der Küchenmaschine verkneten, bei Bedarf noch etwas Wasser oder Mehl dazugeben. Der Teig sollte nicht zu fest aber nicht zu feucht sein. Dann nochmals etwas kräftiger kneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.

Dough:
Mix flour and salt in a mixing bowl. Crumble yeast into a small bowl, stir in 1 teaspoon sugar and 4 tablespoons lukewarm water. Cover and let it go about 15 minutes.
Give mixed yeast with 150 ml of lukewarm water and 3 tablespoons of olive oil to the flour in the bowl.
Knead the dought with the food processor (dough hook), if necessary add a little more water or flour. The dough should not be too tight but not too moist. Then knead again a little stronger. Cover the dough and let it rise about 1 hour in a warm place.

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Für den Belag:

1 kg Zwiebeln / 1 kg onions
2 Knoblauchzehen / 2 cloves garlic
4 Esslöffel Olivenöl / 4 tablespoons olive oil
2 Esslöffel gehackter Thymian / 2 tablespoons thyme, chopped
1 Teelöffel getrockneter Oregano / 1 teaspoon dried oregano
2 Esslöffel Tomatenmark / 2 tablespoons tomato paste
Salz, Pfeffer, Cayennpfeffer / salt, pepper, cayenne pepper
100 g in Öl eingelegte Sardellenfilets (Anchovis) / 100 g canned anchovies (in olive oil)
16 schwarze Oliven mit Stein / 16 black olives with core

Zubereitung Belag:

Zwiebeln schälen, längs halbieren und in feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Olivenöl in einer großen gusseisernen Pfanne sanft erhitzen, dann Zwiebeln, Knoblauch, Thymian und Oregano bei mittlerer Hitze 20 Minuten dünsten, bis sie weich sind – sie sollen nicht braun werden.

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Kurz vor Ende der Garzeit das Tomatenmark untermischen und mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen. Die Zwiebeln abkühlen lassen.

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Preparation of topping:

Peel the onions, cut in half lengthwise, then cut into thin strips. Peel the garlic and chop finely. Heat the olive oil in a large cast iron pan gently, add onions, garlic, thyme and oregano and cook for about 20 minutes at medium heat until they are soft – they should not become brown.

Stir in the tomato paste just before the end of cooking, season with salt, pepper and cayenne pepper. Leave the onions to cool.

Das Backblech mit etwas Olivenöl bepinseln, den Backofen auf 220 °C vorheizen. Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche in Größe des Blechs dünn auswellen und auf das Blech legen, einen Rand formen und mit einem Tuch zugedeckt nochmals 30 Minuten gehen lassen.
Dann die Zwiebelmasse gleichmäßig darauf verteilen. Die Anchovis halbieren und rautenförmig auf dem Belag verteilen, dann die Oliven dazu geben.

In der Mitte des Backofens bei 200 °C Umluft ca. 20 Minuten backen, bis der Boden knusprig-braun ist.
Aus dem Ofen nehmen, in Stücke schneiden und warm servieren.

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Dazu passt ein Rosé Wein aus der Provence, Apfelcidre oder Neuer Wein.

Grease the baking sheet with a little olive oil, preheat the oven to 220 ° C (428 °F). Thinly roll out the dough on a floured work surface at the size of the baking sheet, place on the tray and form an edge.  Leave it to rise, covered with a cloth for another 30 minutes.
After that spread the onion mass on it evenly. Cut the anchovies in half and place diamond shaped on the topping, then add the olives.

Bake for about 20 minutes in the middle of the oven at 200 °C (392 °F) convection  until the bottom is brown and crispy.

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Remove from the oven, cut into slices and serve warm.

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Serve with a rosé wine from Provence, cider or new wine.

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Lavendel – die letzten Blüten des Sommers

Lavendel3Betrachten wir mit ein wenig Wehmut die letzten Lavendelblüten in meinem Garten… – und freuen uns auf einen schönen Herbst mit leuchtenden Farben, hoffentlich viel Sonne, Winzerfest, Ziebelewaie, Trauben, Neuer Wein, Kürbisse und mehr…

Zwiebel
Zwiebeln

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Auf der Suche nach dem Geheimnis der Ruhwaie

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Markgräfler Ruhwaie (Rahmwaie)

Zum meinem tausendsten Blogpost-Jubiläum hatte ich schon einmal über drei typische Waie aus dem Markgräflerland berichtet.

Dreierlei Waie1
Aber neulich hatte mich dann eine meiner treuen Blog-Leserinnen wiederholt auf die Ruhwaie angesprochen, die sie von ihrer Kindheit kennt und nach deren Rezept sie schon ewig sucht.

Ich dachte immer, es sei die Markgräfler Art, einen Flammkuchen zu backen und hatte es fast schon vergessen, bis ich etwa eine Woche später ganz zufällig auf der Speisekarte der Bruckmühle in Wollbach bei Kandern eine Ruuwaie entdeckte.

Ruuwaie Bruckmühle1

Wir waren das erste Mal dort und wollten einen Kaffee trinken und Kuchen essen – das war vergangenen Samstag.

Himmelstorte Bruckmühle – schon halb aufgegessen…

Natürlich habe ich gleich gefragt, wer denn die tollen Kuchen und die Waien bäckt  – und habe dann nach der Zubereitung der Ruhwaie gefragt.  Das „Ruh” – kommt vom Rahm – der Sahne, wobei es sich hier um Sauerrahm handelt. Das wusste ich schon aus anderen Gesprächen – und zwar muss es ein Sauerrahm mit 20% Fett sein, und den gibt es bei uns nur von „Schwarzwaldmilch”.

Grundlage ist ein Brotteig – denn am Freitag wird in der Bruckmühle immer Brot gebacken, und dann gibt es aus dem gleichen Teig auch noch Ziebelewaie, Käsewaie und Ruhwaie.
Obendrauf sind Speckwürfel oder Streifen und gewürzt wird nur mit Salz und Pfeffer, soviel wusste ich. Von der Bruckmühlen- Bäckerin habe ich dann noch die Details erfahren:  „Ich machhalt ä Bäbble mit Mählohni wird des nüt…

Stimmt eigentlich, dachte ich – sonst wird der Sauerrahm vielleicht nicht richtig fest und durchweicht womöglich noch den Teig.

Bäbble, das ist der Waieguss bzw. eine Mehlschwitze, die mit etwas Wasser gekocht wird, dann wird nach und nach der Sauerrahm untergerührt und zum Schluss würzt man den Guss mit Salz und Pfeffer.

Und dann ging die Waie-Bäckerin in die Küche um nachzusehen, ob vom Vortag noch was übrig war  – und kam mit einem Probierteller zurück:

Ruuwaie Bruckmühle
Ruhwaie in der Bruckmühle in Kandern-Wollbach

Die Ruhwaie in der Bruckmühle ist fast so dünn wie Flammkuchen – mir wurde aber von einer etwas höheren Waie erzählt… Also habe ich gebacken und das Ergebnis bzw. das gesuchte Rezept für eine Ruhwaie aufgeschrieben, um es nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen.

Baebble Waie1Mehlschwitze / Bäbble

1 Esslöffel Butter (ca. 50 g)

2 Esslöffel Mehl (ca. 50 g)
1-2 Tasse kaltes (!) Wasser

3 Becher Sauerrahm à 200 g = 600 g (20% Fett)

Foto: http://freiburg.schwarzwaldmilch.de

Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl einrühren, dann das Wasser nach und nach mit dem Schneebesen einrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Die Hitze reduzieren und  jeden Becher Sauerrahm einzeln damit verrühren. Mit Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen. Mit dem Salz vorsichtig sein, der Speck, der später noch auf die Waie kommt ist auch salzig….

Brot- oder Pizza-Teig mit Olivenöl, wie ich ihn mache:
(für drei Waien)

25 g frische Hefe
300 ml lauwarmes Wasser
50 ml Olivenöl
2 Esslöffel flüssiger Honig
1 Esslöffel grobes Meersalz
etwa 330 g helles Dinkelmehl (Type 630)
etwa 170 g feines Hartweizenmehl (Pasta- oder Pizzamehl)
+ Mehl zum Auswellen

Hefe in eine große Schüssel bröckeln, lauwarmes Wasser, Olivenöl und Honig hinzugeben und die Hefe darin auflösen. Salz und Mehl untermischen, einarbeiten und kräftig kneten. (Für mich übernimmt das der Knethaken der Küchenmaschine).
Kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst, bei Bedarf noch etwas Wasser oder Pastamehl unterarbeiten.

Zugedeckt ca. 45 – 60 Minuten gehen lassen. Teig von Hand kräftig durchkneten, in drei Portionen teilen.

Den Teig etwas größer als die Form ausrollen, eine Waieform mit Ø 30 cm mit Butter einfetten und mit dem Teig auslegen – einen Rand hochziehen.

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Leicht mit Öl (ich habe Olivenöl verwendet) bestreichen, dann das Bäbble / den Sauerrahmguss darauf verteilen.

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Von ca. 100 g Speck (mit Schwarte gewogen) die Schwarte dünn abschneiden, dann den Speck mit einem scharfen Messer in kleine Würfelchen oder feine Streifen schneiden und auf dem Guss verteilen.

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Ca. 30 Minuten bei 220 °C backen, bis der Teig hell gebräunt ist.

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Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen (ich hatte die Waie zu früh angeschnitten, wie man sieht zerläuft der Guss leicht) – die Waie lässt sich dann besser schneiden.

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Der Markgräfler fand, die Waie sei zu dick – wer sie dünner mag, so wie die von der Bruckmühle, nimmt nur ein bis zwei Becher Sauerrahm.

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Ich habe am nächsten Tag ein Stück für die Mittagspause mitgenommen und warm gemacht – da war der Guss fester und sah schöner aus. Ganz lecker auch mit einem grünen Salat…. Herrlich – nun fehlt nur noch ein Glas „Neue Wii” (Neuer Wein/Federweisser) und die Waie-Saison kann beginnen!!!

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Dreiländer-Rezepte – Recettes des Trois Pays – Bibeleskäs mit Gschwelldi

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Der Markgräfler hat schon darüber geschrieben, der eine oder andere von Euch hat den Beitrag vielleicht schon gesehen. Es geht um die Ausstellung „ZU TISCH – A TABLE, im Elsass, in Baden und der Schweiz”, die es im vergangenen Herbst/Winter im Museum in Lörrach zu sehen gab, besser gesagt um die Rezepte, die dort nach Region geordnet auf Schautafeln zum selbst entdecken abgebildet waren. Zwei Postkarten mit Rezepten hatte ich mir damals schon erstanden, jetzt ist das passende Buch dazu erschienen. Die Texte sind alle in Deutsch und Französisch abgedruckt.

Und ich musste feststellen, dass ich schon über einige Spezialitäten aus der Regio in meinem Blog geschrieben habe. Gschwelldi und Chäs, das gab es vergangenes Jahr schon zum 1. August – Bundesfeier in der Schweiz – zum Chäs gehört hier auch der Kräuterquark, der hierzulande als Bibeleskäs bezeichnet wird.

Gschwelldi 1

Die Bibele, das sind die kleinen Klümpchen oder Knubbel, die man im Quark sieht. Früher hat man den Quark selbst zubereitet. Dafür wurde sauer gewordene Milch aufgekocht und man brachte sie damit zum Stocken, das heisst, sie trennte sich in einen festen und einen flüssigen Teil. Dann hat man die Masse durch ein Sieb abgeseiht und ausgedrückt. Der Bibeleskäs wird oft auch Ziger genannt.

Eine andere mögliche Erklärung für den Namen Bibeleskäs (Frankreich: Bibalaskaes) – welche ich auch noch nicht kannte – ist, dass man den Quark an die Hühnerküken, die „Bibele” verfüttert hat….

Auf die gleiche Weise kann man übrigens Ricotta machen. Wer keine saure Milch hat, kann mit Weißweinessig nachhelfen. Ich hatte ein einziges Mal Ricotta selbst gemacht. Aber ich finde, bei einem Liter Milch ist die Ausbeute mit 200 Gramm recht gering, und der Aufwand für so kleine Mengen zu groß – deshalb überlasse ich das lieber den Profis. Aber das war noch vor meinem Leben als Blogger.
Hier ist trotzdem das Rezept für selbst gemachten Ricotta, wer es mal selbst probieren möchte.

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Ricotta oder Bibeleskäs, selbstgemacht (ergibt ca. 200 g)

 1 Liter Milch (mindestens 3,5 % – Vollmilch)
keine H-Milch verwenden, sonst funktioniert das Rezept nicht!!!

1/3 Teelöffel Salz
20 ml Weißweinessig (oder Obstessig)

Zubereitung:

In einem großen Edelstahltopf Milch mit Salz zum Kochen bringen. Essig zugeben und die Milch bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren so lange sieden lassen, bis sie ausflockt.
Ein Sieb mit einem Tuch auslegen, auf eine Schüssel setzen. Milch hineingießen und an einem kühlen Ort mehrere Stunden abtropfen lassen. Im Kühlschrank aufbewahren oder gleich verbrauchen.

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Für Bibeleskäs mit Gschwelldi  (Pellkartoffeln) setzt man zuerst die gewaschenen, mittelgroßen Kartoffeln auf – ich setze sie immer mit kaltem Wasser auf, Deckel drauf. Wenn das Wasser kocht, müssen die Kartoffeln noch etwa 20 – 30 Minuten garen, je nach Größe).

Wer Bibeleskäs mit gekauftem Quark macht, nimmt für 2 Personen folgende Mengen:

250 g Speisequark (40 %)
(im benachbarten Elsass findet man sogar diesen Quark unter der Bezeichnung „Bibeleskaes” im Kühlregal)
3-4 Esslöffel Sahne
(oder für die leichtere Variante sprudelndes Mineralwasser, dann kann man auch Magerquark oder Fromage Blanc mit 20 % Fett verwenden)
1 Bund Schnittlauch
1 Schalotte oder kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer

Den Quark und die Sahne (oder Mineralwasser) in einer Schüssel glatt rühren. Schnittlauch in feine Röllchen, Zwiebeln in feine Würfel schneiden und in den Quark geben. Den Knoblauch dazupressen und alles gut vermischen.  Mit Salz und Pfeffer aus der Mühle nach Geschmack würzen.
Mit den Gschwelldi oder mit Bauernbrot servieren. Brägele (=Bratkartoffeln) passen auch hervorragend. Das ist auch ein typisches Essen, welches in den Strausswirtschaften (Straussi oder Straussen) des Markgräflerlandes angeboten wird.

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Ich habe den Bibeleskäs noch mit getrockenten, essbaren Blüten und mit Radieschenstreifen aufgehübscht. Und ausserdem gab es noch anderen Käse dazu:

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Baden Elsass Nordwestschweiz
Badische Schneckensuppe Löwenzahn mit Speck Basler Mehlsuppe
Bibeleskäs Schnecken Elsässer Art Rüeblisuppe
Buebespitzle (Schupfnudeln) Flammkuchen Rösti
Saure Leberle Leberknepfla Zwiebelwähe
Saure Kutteln Fleischschnacka Schnitz und Drunder
Kratzete Coq au Riesling (Hahn im Riesling) Solotthurner Leberspieße
Suppenfleisch mit Meerrettichsauce Baeckeoffe Salm Basler Art
Schäufele Sauerkraut Elsässer Art (Choucroute à l’alsacienne) Filet im Teig
Apfelküchle Heidelbeerkuchen (Tarte aux myrtilles) Suure Mogge (Sauerbraten)
Schneeballen mit Vanillesauce Bibalaskaes-Mousse Chriesitötsch (Kirschauflauf)

Dreiländer-Rezepte – Recettes des Trois Pays“ von Susanne Raible ist 2013 erschienen im Verlag Waldemar Lutz, Lörrach, ISBN 978-3-922107-97-2. Es kostet 9,80 Euro und ist erhältlich im Dreiländermuseum Lörrach sowie im Buchhandel.

Passende Rezepte in meinem Blog:

Badisches Schneckensüpple Garten Mai2

Saure Leberle

surileberle frei01
Suuri Leberle

Saure Kutteln

Sulz6
Sulz, Kutteln, Kaldaunen

Kratzete

Spargelkratzete2
Spargel mit Schinken und Kratzede

Suppenfleisch mit Meerrettichsauce

Suppenfleisch1
Suppenfleisch mit Meerrettichsauce, Kartoffeln, Rote Bete und Preiselbeeren

Schäufele (mit Kartoffelsalat

Schäufele1
Schäufele

Schäufele im Brotteig

Schaeufele Brotteig7
Heiligabend – Schäufele im Brotteig

Apfelküchle

Apfelküchle mit Vanilleeis
Apfelküchle mit Vanilleeis

Flammkuchen

Flammkuchen1
Flammkuchen mit neuem roten Wein

Choucroute garnie – Metzgete

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Metzgete

Tarte aux myrtilles

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Heidelbeer Tarte

Basler Mehlsuppe und Zwiebelkuchen

Mehlsuppe
Basler Mehlsuppe
Ziebelewaie
Ziebelewaie

Rösti

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Schweizer Rösti

Rüblisuppe

Karottencremesuppe1
Karottencremesuppe mit Ingwer

Rüblisuppe mit Spitzwegerich

Spitzwegerichsuppe

Rüblisuppe mit Orange und Kapuzinerkresse

Karottensuppe4

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Zwiebelewaie – Zwiebelkuchen zum Zewalafascht in Chalampé

Gestern fand in Chalampé, das ist die französische Nachbargemeinde von Neuenburg am Rhein das erste Zewalafascht statt. Gleichzeitig wurde ein „Concours de la meilleure tarte à l’oignon“ (Zwiebelkuchen-Wettbewerb) veranstaltet. Nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr konnte man seinen Kuchen abgeben, der dann von einer Jury aus Deutschland und aus Frankreich bewertet wurde. Also habe ich gebacken, nach dem Motto: „Dabeisein ist alles“.

Der Abend selbst war dann etwas enttäuschend: viel zuwenig Plätze im Salle Polyvalente. Außer den Zwiebelkuchen, die zum Wettbewerb gebacken wurden, und die zu Beginn der Veranstaltung verkostet werden durften (ratzeputz aufgegessen wurden die Zwiebelkuchen!)  gab es sonst nicht viel, was auf ein Zewalafascht hingedeutet hätte. Ich hätte zumindest erwartet, dass noch verschiedene Zwiebelarten vorgestellt würden… Aber außer großem Fressen, einem Gläschen elsässer Riesling gratis (der nicht einmal „Neue Wii“ war), einem  Winzerteller (ein Vesperteller mit Speck, Schinken und Schwartenmagen)  und Musik, war nichts…

Wir sind dann ohne Vesper verschwunden und haben uns ins Chinarestaurant verzogen, wo wir unsere Ruhe hatten.

…dünner knuspriger Boden, und viel Belag – so wird der Zwiebelkuchen im Markgräflerland geliebt!

Dennoch möchte ich euch mein Ziebelewaie – Zwiebelkuchen Rezept nicht vorenthalten:

Ziebelewaie – Zwiebelkuchen
(2 Stück / rundes Blech mit 32 cm Ø
)

1 Päckchen Trockenhefe
80 g zerlassene Butter
1/8 Liter lauwarme Milch
300 g Mehl
1 Teelöffel Salz
1 1/2 kg Zwiebeln
100 g durchwachsener Speck
2 Becher saure Sahne
4 Eier
1 Prise Salz
1 Esslöffel Kümmel

Das Mehl in eine Schüssel sieben, die Trockenhefe untermischen. Salz hinzufügen, mit dem Knethaken die zerlassene (nicht zu heisse) Butter und die Milch nach und nach und nach unterkneten. So lange kneten, bis der Teig sich vom Schüsselrand löst. Den Teig ca. 1 Stunde gehen lassen.

Den Teig in zwei Hälften teilen und jeweils auf Größe der Form auswellen. Die Form mit Butter einfetten, mit Teig auslegen und einen Rand hochziehen. Zugedeckt auf dem Blech gehen lassen.

Für den Belag die Zwiebeln in Scheiben schneiden (bei 1,5 kg Zwiebeln nehme ich meine Küchenmaschine):

Den Speck in dünne Streifen schneiden und in einer Pfanne ausbraten:

Die Zwiebelringe zugeben und glasig werden lassen.

Die saure Sahne mit den Eiern, dem Salz und dem Kümmel verquirlen, Zwiebelscheiben und Speckwürfel darunter mischen und die Masse auf den Teigplatten verteilen.

Etwa 15 Minuten gehen lassen, den Backofen auf 200 °C vorheizen und dann in der Mitte des Backofens für ca. 45 Minuten backen.

Der Zwiebelkuchen für den Wettbewerb

Leicht abkühlen lassen, aus der Form lösen und warm servieren. Dazu passt natürlich neuer Wein/Federweiser, Gutedel, Cidre oder Apfelsaft.

Der Zwiebelkuchen für daheim…

Zum Morgenstraich der Basler Fasnacht hier das Rezept für die Basler Mehlsuppe, die zur Zwiebelsuppe gehört!

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NW – ZW und Traubensaftschorle: Neuer Wein und Zwiebelkuchen in der Straussi vom Weingut Zimmermann

NW – ZW, das ist keine neue Soap, sondern die Abkürzung für Neue Wii (Neuer Wein=Federweiser) und Ziibelewaie=Zwiebelkuchen, auf dem Kassenzettelchen der Straussi vom Weingut Zimmermann am Schliengener Berg:

„Lieber Gast, mir hän e Bitt, iß und trink soviel de wit. Das Zettele aber hebsch guet uf, mir schribe nämlich alles druf. Vielen Dank für Ihren Besuch.“

Den Winzer haben wir persönlich angetroffen und wir konnten ein wenig über dies und das mit ihm plaudern. Top Thema im Moment ist natürlich der verheerende Hagelschlag von vergangener Woche. Der hat in den Weinbergen teilweise kapitale Schäden angerichtet. Aber man bleibt zuversichtlich. Solange es nachts kalt ist, breitet sich die Fäule nicht so sehr aus und anscheinend gibt es dieses Jahr noch kaum Fruchtfliegen und auch die Wespenpopulation ist klein, sodass sie bei den Trauben nicht noch mehr Schaden anrichten können. Lassen wir uns mal überraschen.

Grund unseres Besuchs war aber der Ziibelewaie, den es in der Weinschenke im Herbst am Freitag immer gibt und natürlich der „Neue Wii“.
Naja, für die Autofahrer gibt es auch Traubensaft (-schorle). Diesmal war ich mit Fahren dran. Am neuen Wein habe ich natürlich mal genippt, der hat schon richtig auf der Zunge gekribbelt. Ansonsten ist der rote Traubensaft auch sehr lecker.

Der Zwiebelkuchen wird hier mit Brotteig (das Brot wird hier selbst gebacken!) gemacht, dünn ausgerollt und mit Zwiebel-Eierguss belegt. Nach meinem Geschmack fehlt ein wenig Kümmel im Guss, aber das mag bekanntlich nicht jeder, deshalb wurde er wohl weggelassen. Dabei hilft Kümmel dabei, Blähungen nach dem Genuss von Zwiebelkuchen zu vermeiden.
Die Portion ist auf jeden Fall üppig und macht satt.

Hier geht’s zu meinem Rezept für Ziibelewaie = Zwiebelkuchen.

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Arnos Straußi in Seefelden

Getreu dem Motto „Wo’s Sträußle hängt, wird ausgeschenkt“, sind wir dem Besen (oder Strauß) in Seefelden an der B3 gefolgt – und uns wurde tatsächlich was eingeschenkt.

Da der Strauß eher einem Besen gleicht, heissen die Straußwirtschaften (bei uns Straußi) oft auch „Besenwirtschaft“. Sie  folgen einer langen Tradition und dürfen ohne Konzession Wein ausschenken, das aber nur für eine bestimmte Anzahl Tage im Jahr.

Arnos Straußi (Weingut Kieninger) hat z. B. jetzt gerade, noch bis zum 12. August geöffnet und macht dann kurze Sommerpause. Im September, wenn es dann den neuen Wein „Neue Wii“ gibt und es unbedingt Zwiebelkuchen und Flammkuchen geben muss öffnet die Straußi dann wieder, dieses Jahr vom 7. September – 26. November.

Wer gut und günstig essen möchte, ganz ohne Schnick-Schnack, pur und ehrlich ist hier bestens aufgehoben: Schnitzel, Winzerhäxle, Brägele, Wurstsalat, Bauernbratwürste, Vesperteller, Käse, Flammkuchen, Salat (mit Putenstreifen), im Frühjahr (März-April/Mai) Spargel und ab Oktober Schlachtplatte…hier wird man fündig.


Im Sommer und an sonnigen Herbsttagen sitzt man am besten draussen, unter dem Schatten der großen Linde oder im Herbst im gemütlichen Gastraum mit dem ein- oder anderen Gläschen Wein. Soweit ich weiss, hat Arnos Straußi im Herbst auch neuen roten  Wein. Wer Auto fährt kann vorzüglichen weißen Traubensaft oder Traubensaftschorle trinken – natürlich gibt’s auch Apfelsaft. Einfach, ehrlich und gut.

Zum Dessert oder am Sonntag Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen – bei unserem Besuch standen auf der Karte Käsekuchen und Linzertorte zur Auswahl.
Anschließend ein Schäpschen („Verreisserle“) und die Welt ist in Ordnung (den gibt’s natürlich nicht alkoholfrei) 🙂

Mein Schnitzel (kleine Portion = 1 Stück / große Portion = 2 Stück)


Ausgewählte Beilage:
1 Portion Brägele (= reichlich)
ausserdem gibt es jeweils Bauernbrot dazu, man könnte also auch auf die Beilage verzichten – aber wenn’s Brägele (Bratkartoffeln) gibt  dann nicht!!!


Das „Winzerhäxle“ vom Markgräfler –
dazu muss man anmerken, dass der Diminutiv auf der Speisekarte

(Oberdeutsche Dialekte (süddeutscher Sprachraum) Alemannisch Badisch und Elsässisch -le, zum Beispiel Kätzle)

hier etwas fehl am Platz ist. Die Bedienung meinte nur  “ – jo, die Sau isch halt scho eweng größer gsii…“ ( – ja, die Sau war halt schon ein wenig größer…“)

Der Markgräfler brauchte dann noch ein Verreiserle und dann machten wir uns satt und zufrieden auf den Heimweg.

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Flammkuchen – Tarte Flambée und neuer roter Wein

Gestern gab es bei uns mal statt weißem neuen Wein (Federweiser) mal roten neuen Wein. Als wir neulich im Elsaß waren, gab es natürlich überall Tarte Flambée.
Der ist etwas weniger aufwendig als Zwiebelkuchen. Man braucht einfach nur einen Brot- oder Pizzateig, wellt diesen so dünn wie möglich aus und belegt ihn dann mit Crème Fraîche, Zwiebeln, Speck und Käse.
Hier ist das Rezept (ich habe Pizzateig verwendet):

Für den Teig:
300 g Pizzamehl (Tipo 00)
2 Esslöffel Öl
1 Teelöffel Salz
1 Prise Zucker
ca. 150 ml lauwarmes Wasser
1 Päckchen Trockenhefe (oder 1/2 Würfel frische Hefe)

Mehl, Olivenöl, Salz, Zucker, Wasser und die Hefe in eine Schüssel geben und miteinander verkneten. Anschließend gut abgedeckt an einem warmen Ort  ca. 30 – 45 Minuten gehen lassen.

Das reicht für 2 runde Bleche mit 28 cm Durchmesser.


300 ml Crème Fraîche (oder Saure Sahne/Schmand)
mit etwas Knoblauchgranulat, Salz und Pfeffer würzen.
Vorsichtig mit dem Salz, der Speck ist evtl. sehr salzig!
Die Mischung dünn auf den ausgewallten Teig streichen.
Mit in dünne Scheiben geschnittener Zwiebel, Speckwürfelchen und geriebenem (Emmentaler) Käse belegen.


Bei 220 °C Ober- Unterhitze ca. 20 – 25 Minuten backen.

Den neuen Wein -“ neue Wii“ bekommt man bei den Weingütern oder bei den Winzergenossenschaften, z. B. bei der WG in Auggen.

Nachtrag aus der Austellung “ZU TISCH – A TABLE” im Museum in Lörrach 21.09.2012 bis 24.02.2013