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Les Halles de Lyon Paul Bocuse und das Originalrezept für Quenelles mit Sauce Nantua

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Nach unserem Besuch im Lumière Museum sind wir also geradewegs zur Markthalle marschiert.
Von außen sieht die Markthalle eher nüchtern und modern aus, innen aber, findet man immer noch die traditionellen Spezialitäten aus Lyon und aus ganz Frankreich.
An vielen Ständen sieht man Fotos der Produzenten, die hier ihre Erzeugnisse verkaufen, zusammen mit Paul Bocuse und einer handschriftlichen Widmung desselben.
Das Angebot ist vielfältig und reicht von Obst, Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten über halbfertige Erzeugnisse bis hin zu Käse, Wurst, Pasteten und Backwaren.
Es gibt auch ein paar Restraurants und Cafés, wo man die Köstlichkeiten direkt vor Ort genießen kann.


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…wo das Produkt König ist…

Quenelles – Eine Spezialität aus Lyon



Schon gleich bei den ersten Ständen findet man bei Giraudet die „Quenelles” de Lyon. Das sind längliche Klöße aus Butter, Mehl und Eiern, die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt.
Die tradionellen Quenelles werden mit Hechtfilet gemacht.
Sie werden in einer Sauce Nantua, einer Sauce mit Langusten/Krebsfleisch serviert.
Ich habe das Gericht natürlich am Abend probiert – aber davon berichte ich später – hier ist das Originalrezept:


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Quenelles de brochet
Ingrédients pour 8 personnes

500 g de filets de brochet crus
20cl de lait
30 g de beurre + 100 g
10 g de sel
2 g de poivre
125 g de farine
6 œufs

Sauce Nantua

12 écrevisses
100 g de beurre + 40 g
40 g de farine
50 cl de lait
10 cl de crème fraîche épaisse + 10cl

Fabrication des quenelles

Hacher ou mixer 500 g de filets crus de brochet, les mettre à égoutter dans une passoire recouverte d’un linge pendant 12 heures au frais.

Porter à ébullition 20 cl de lait, y faire fondre 30 g de beurre, ajouter 10 g de sel, 2 g de poivre et 125 g de farine. Bien mélanger à la spatule jusqu’à l’obtention d’une pâte homogène qui n’adhère plus aux parois. Laisser reposer à couvert.
Mixer cette panade pendant 2 minutes, ajouter la chair de brochet bien égouttée. Mixer à nouveau.

Casser 6 œufs dans un bol ; ajouter 100 g de beurre émietté ; y incorporer la panade et bien mixer. Laisser reposer 4 heures.

Diviser cette pâte en paquets de 120 g chacun ; les rouler à la main sur une table farinée.
Les faire pocher pendant 12 minutes dans de l’eau légèrement salée. Disposer dans un plat à gratin et les « noyer » avec la sauce.

Fabrication de la sauce Nantua

Jeter 12 écrevisses dans de l’eau en ébullition, puis laisser cuire 5 minutes. Mles retirer, les décortiquer et réserver la chair.

Piler les carapaces et les têtes au mortier et les mettre dans une casserole avec 100 g de beurre. Lorsque le beurre se clarifie (devient mousseux), mouiller d’un verre d’eau. Laisser bouillir 2 minutes puis passer dans un linge pour en extraire le liquide. Le laisser refroidir et le mettre réfrigérateur pour qu’il durcisse : le beurre surnage alors sur un liquide.
Faire fondre 40 g de beurre dans une casserole, y verser 40 g de farine en remuant pendant 2 minutes, puis verser 50 cl de lait et le liquide du beurre d’écrevisses. Porter à ébullition en fouettant, assaisonner,  ajouter 10 cl de crème fraîche épaisse et laisser réduire d’un tiers. Ajouter encore 10 cl de crème, laisser bouillonner 2 minutes puis incorporer le beurre d’écrevisses en noisettes, en fouettant au coin du feu.

Recouvrir les quenelles de cette sauce et mettre au four à 200° (th.7) pendant 15 minutes.

Servir aussitôt avec un riz créole légèrement parfumé en décorant le plat avec les queues d’écrevisses.

***

Quenelles de brochet / Hechtklöße

Zutaten für 8 Personen
• 500 g rohe Hechtfilets
20cl Milch
30 g Butter + 100 g
10 g Salz
2 g Pfeffer
125 g Mehl
6 Eier

Nantua-Sauce
12 Langusten
100 g Butter + 40 g
40 g Mehl
500 ml Milch
100 ml Sahne + 100 ml

Zubereitung

Quenelles

500 g rohe Zanderfilets fein hacken oder im Mixer zerkleinern. In ein Sieb geben und in eine Schüssel hängen. Mit einem Tuch bedecken und 12 Stunden im Kühlschrank abtropfen lassen.

200 ml Milch zum Kochen bringen.  30 g Butter dazu geben und darin schmelzen. 10 Gramm Salz, 2 g Pfeffer und 125 g Mehl hinzufügen. Mit einem Spatel gut mischen, bis ein homogener Masse entsteht, die nicht mehr am Topfrand haften bleibt. Vom Herd nehmen und zugedeckt etwas ruhen lassen.
Dann den Topfinhalt 2 Minuten lang durchrühren. Das Hechtfleisch aus dem Kühlschrank nehmen, gut ausdrücken, zu dem Teig geben und damit verrühren.

6 Eier aufschlagen und in eine Schüssel geben. 100 g Butter in Stücke schneiden und hinzufügen und in die vorbereitete Hechtmasse einarbeiten.
4 Stunden ruhen lassen.

Dann den Teig in Portionen von 120 Gramm aufteilen und jede von Hand auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte in Form rollen.
Die Klöße 12 Minuten lang in siedendem, leicht gesalzenem Wasser pochieren.
Mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und in eine Auflaufform legen.

Herstellung von Nantua-Sauce

12 Langusten in kochendem Wasser geben und 5 Minuten lang kochen. Köpfe und Schwänze abtrenne, den Krebspanzer aufbrechen und das Krebsfleisch auslösen.

Die Karkassen (Krebsköpfe und -schalen) im Mörser zerschlagen und zusammen mit 100 g Butter in einen Topf geben. Sobald die Butter anfängt zu schäumen, ein Glas Wasser dazugeben.
2 Minuten köchel lassen, dann durch ein mit Tuch ausgeles Sieb geben, dabei die Flüssigkeit auffagen.
Abkühlen lassen und im Kühlschrank fest werden lassen. Die Butter schwimmt dann auf der Flüssigkeit.

In einer Pfanne 40g Butter schmelzen, 40 g Mehl dazugeben udn 2 Minuten lang rühren. Dann 50 ml Milch und die Flüssigkeit aus der Krebsbutter hinzufügen.
Unter Rühren z
um Kochen bringen, würzen und 100 ml Sahne hinzufügen. Die Sauce um ein Drittel einreduzieren. Nochmals 100  ml Sahne dazugeben, weitere 2 Minuten köcheln lassen, vom Herd nehmen und die Krebsbutter in kleinen Stücken hinzufügen.

Die Klöße in der Auflaufform mit Sauce bedecken und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C für 15 Minuten überbacken.

Mit Krebsfleisch garnieren und sofort servieren. Dazu passt Duftreis.

***

Quenelles (pike dumplings)
Ingredients for 8 servings

500 g raw pike fillets
20cl milk
30 g butter + 100 g
10 g salt
2 g pepper
125 g flour
6 eggs

Nantua Sauce

12 crayfish
100 g butter + 40 g
40 g flour
50 cl of milk
10 cl thick cream + 10cl

Preparation of the dumplings

Chop or mix 500 g of raw pike fillets, drain them in a sieve covered with a cloth in the refrigerator for 12 hours.

In a pot, bring 200 ml milk to a boil, melt 30 g butter in, add 10 g salt, 2 g pepper and 125 g flour. Mix well with a spatula until a homogeneous paste is obtained which no longer sticks to the rim of the pot. Cover and let rest.
Mix this panade for 2 minutes. Then add the well drained pike meat and mix again.

Open 6 eggs and give into a bowl. Add 100 g of crumbled butter; then incorporate the panade and mix well. Leave to rest for 4 hours.

Divide this dough into 120 g portions each. Roll them by hand on a floured working surface.
Poach for 12 minutes in slightly salted water. Take them out with a slotted spoon and arrange in a gratin dish and cover with the sauce.

Preparation of the Nantua sauce

Plunge 12 crayfish into boiling water and cook for 5 minutes. Remove heads and backs and take out the flesh.

Mortar the carapaces and the heads. Then put in a saucepan together with 100 g of butter. When the butter is clarified (becomes sparkling), add a glass of water. Let boil for 2 minutes then pass through a cloth to extract the liquid. Let cool and put in teh the refrigerator so that it hardens: the butter then floats on the liquid.
Melt 40 g butter in a saucepan, add 40 g flour while stirring, for 2 minutes. Then pour 500 ml of milk and the liquid from the crayfish butter. Bring to a boil while whisking and season with salt and pepper. Add 100 ml of thick cream and reduce by one third. Add another 100 ml cream, boil bubbly for 2 minutes, take off the heat, then incorporate the crayfish butter in knobs.

Cover the dumplings with this sauce and place in the oven at 200 ° C =  392 °F for 15 minutes.

Serve immediately with slightly scented Creole rice, decorating the dish with the crayfish tails.


Aus dem Meer



Wurst, Geflügel und Pasteten



Und dann natürlich noch die berühmte
Saucisson Brioché – Wurst im Brioche Mantel



Das Rezept dafür habe ich schon vor ein paar Jahren nachgebacken und hier im Block vorgestellt.


Rezept für Saucisson Brioché

Wurst im Briocheteig2


Obst, Gemüse, Sonstiges



Süßes


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kandierte Früchte

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„Pralines”
aus Mandeln und ganz viel Zucker und roter Farbe
eine Spezialität von Lyon



Bei den Pralinés handelt es sich um kleine harte Bonbons aus Zucker und gehackten Mandeln, die rot eingefärbt werden. Man verwendet sie für allerlei Gebäck, wie zum Beispiel für diese Tarte
(Mürbeteigboden mit einem Guss aus Butter, Zucker, crème fraîche und zerstoßenen Parlines).


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Käse



Wir haben uns für Käse und Baguette entschieden. Zum Dessert haben wir uns bei einem Bäcker Bugnes de Lyon und Cannelés geholt und uns damit in eine Kaffeebar gesetzt.
Bei Bugnes lyonnaises handelt es sich um Fettgebackenes, vergleichbar mit den im Markgräflerland und ganz Baden bekannten „Scherben” oder die Fasnachtschüechli in der Schweiz.


Bugnes lyonnaises



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Portrait von Paul Bocuse an einer Hauswand gegenüber des hinteren Eingangs zu Les Halles de Lyon Paul Bocuse

Dann haben wir uns langsam auf den Rückweg ins Hotel gemacht. Unterwegs sind wir noch durch das Kaufhaus Galeries La Fayette geschlendert, was uns aber etwas zu trubelig war.
Hier scheinen am Samstag Nachmittag alle im Shoppingfieber zu sein.
Eigentlich wollten wir noch ein wenig am Saone-Ufer entlangschlendern, hatten die Distanzen aber völlig unterschätzt. Wir sind dann zum Schluss in eine Tram eingestiegen, denn es wurde schon allmählich dunkel draußen.



Fortsetzung folgt…

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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (9) – Auxerre an der Yonne

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Am späten Nachmittag, nach der schönen Wanderung durch die Reben am Vormittag und dem hervorragenden Mittagessen in Irancy, stand eine Stadtführung in Auxerre auf dem Programm.

Auxerre ist die Hauptstadt Niederburgunds. Sie liegt auf einer Anhöhe an den Ufern der Yonne unweit der Einmündung des Canal du Nivernais in diesen Fluß.
Die Brücken, besonders die Pont-Paul-Bert mit Denkmal und das rechte Yonne Ufer bieten gute Aussichtspunkte zum Überschauen des Stadtbilds, das durch die eigentümliche Anordnung der Chorhäupter sämtlicher Kirchen zum Fluß hin geprägt ist.

Ringsum erstrecken sich Weinberge.
Die bekanntesten Rebsorten der Gegend sind Chablis (Weisswein) und Irancy (Rotwein).
Früher wurden hier neben Weißwein auch Rotwein, Rebsorte César  angebaut, die es heute aber nur noch in geringen Mengen gibt.

Das Auxerrois war einst der größte Weinlieferant Frankreichs. Über die Yonne, die in die Seine mündet, wurde der Wein bis nach Paris verschifft.
Im Jahr 1854 befiel der Echte Mehltau die Weinberge um Auxerre und Chablis und dezimierte kurzfristig die Erträge. Insbesondere die heute kaum noch bekannte Rebsorte Tressot war Opfer des Mehltaus. Als der Süden Frankreichs im Jahr 1868 von der Reblauskatastrophe getroffen wurde, kompensierten die Winzer des Département Yonne die ausbleibenden Lieferungen aus dem Languedoc.Vor 1886 wurde das Gebiet Auxerrois noch weitgehend vor der Reblaus, die aus Amerika eingeschleppt wurde, verschont.
Dann aber war das Gebiet aucch betroffen und bis 1904 fiel die Rebfläche von fast 34.000 auf knapp 12.200 Hektar. Als im Jahr 1910 der Falsche Mehltau erste Schäden anrichtete, lag die Ertragsfläche bei nur noch 3.800 Hektar, das Auxerrois als Weinlieferant verlor zunehmend an Bedeutung – die Auswirkungen der Pilzkrankheiten und  die politischen Unruhen der beiden Weltkriege sorgten wiederum für schlechte Ernten sowie einen schlechten Absatz. Zudem erholte sich der Weinbau im Süden Frankreichs schneller als gedacht und sicherte sich zunehmend den wichtigen Markt von Paris.


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Auxerre: Blick von der Pont Paul Bert auf die Cathédrale Saint-Étienne und die Abteikirche Saint-Germain

Das von den Römern beim gallischen Marktflecken Autricum an der wichtigen Straße von Lyon nach Boulogne-sur-Mer gegründete Autessiodurum war schon Ende des 4. Jahrhunderts eine bedeutende Stadt.
Im Mittelalter stand sie unter der Herrschaft von Bischöfen. Einer der bedeutendsten war der Heilige Germanus. Sein Grab wurde das Ziel großer Wallfahrten, sodass Auxerre im 12. Jahrhundert zur Heiligen Stadt erklärt wurde.

Treffpunkt für die Stadtführung war vor dem Hotel und zusammen sind wir dann zum Uhrenturm spaziert, wo unser Guide – übrigens ein Schweizer aus Basel, den es hierher verschlagen hat – auf uns wartete.


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Tour de l’Horloge – Der Uhrenturm


Dieser im 15. Jahrhundert auf den Fundamenten der gallorömischen Befestigung im Flamboyant-Stil erbaute Torturm hieß früher auch Tour Gallarde. Er war ein Teil der Stadtbefestigung.

Die Turmuhr aus dem 17. Jahrhundert symbolisiert das vom Grafen von Auxerre verliehene Stadtrecht. Sie hat zwei Zifferblätter, die auf beiden Seiten die Bahnen der Sonne und des Mondes zeigen.



Durch eine überwölbte Passage neben dem Turm erreicht man den Placce- du Maréchal-Leclerc.
Eine Gedenktafel in der Passage erinnert an Cadet Roussel (1743-1807), einen dummen Gerichtsdiener aus Auxerre, der zur Entstehung eines Spottlieds Anlass gab.


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Im Stadtzentrum sind noch viele interessante alte Fachwerkhäuser, meist aus dem 16. Jahrhundert, erhalten.

Place Charles-Surugue – Häuser Nr. 3, 4, 5, und 18 rings um den Cadet Roussel Brunnen.


Place Charles-Surugue
Place Charles-Surugue

Die Èglise Saint-Eusèbe ist der letzte Überrest eines in der Französischen Revolution aufgelösten Priorats. Sein schöner, mit Zackenbögen geschmückter Turm trägt eine steinerne Spitze aus dem 15. Jahrhundert.



Die Hauptsehenswürdigkeit von Auxerre ist die
Cathédrale Saint-Étienne


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Das dem heiligen Stephanus geweihte schöne gotische Bauwerk entstand zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Es befindet sich an der Stelle eines um 400 gegründeten und im Lauf der Zeit vergrößerten Heiligtums, das mehrmals in Brand gesteckt wurde. 1023 ließ Hugues de Châlon eine romanische Kathedrale errichten.
Ab 1215 unternahm Guillaume de Seigneley den Bau eines gotischen Gotteshauses. Um 1400 waren Chor, Mittelschiff, Seitenschiffe, die Kapellen und das südliche Querhaus vollendet. Ihre heutige Gestalt hatte die Kirche schließlich um 1560.
Die Flamboyant-Fassade wird von zwei mit gotischen Motiven verzierten Türmen eingerahmt. Davon ist der südliche unvollendet. Ziergiebel und vorgeblendete gotische Bögen bilden ihren Schmuck. Die Fensterrose über dem tief eingeschnittenen Hauptportal hat einen Durchmesser von 7 Metern. Abgesehen von den Zerstörungen in den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts haben die berühmten Skulpturen aus dem 13. und 14. Jahrhundert und das ganze Bauwerk aus weichem Kalkstein stark unter Witterungseinflüssen gelitten.
Die Fassade ist erst kürzlich aufwändig gesäubert worden.


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Im Bogenfeld des Hauptportals ist der thronende Christus zwischen Maria und Johannes dargestellt. Auf dem Türsturz erkennt man das Jüngste Gericht, bei dem Christus den Ehrenplatz zwischen den Klugen (rechts) und denTörichten Jungfrauen (links) einnimmt, deren 12 kleine Figuren auf den Türpfosten angeordnet sind.



Der Innenraum


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Das im 14. Jahrhundert erbaute Hauptschiff wirkt sehr einheitlich. Es erhielt im 15. Jahrhundert sein heutiges Gewölbe.
An der hinteren Wand des rechten Querhauses sind vier mit realistischen Figuren geschmückte Konsolen bemerkenswert. Darüber eine Fensterrose (1550 mit Gottvater im Kreis der himmlischen Heerscharen. In der Fensterrose (1530) des nördlichen Querhauses ist die Jungfrau Maria zu sehen, umgeben von Engeln und den Symbolen ihrer Anrufungen.

1215 ließ Bischof Guillaume de Seigneley den romanischen Chor abreißen und über der Krypta (11. Jh.) einen gotischen Umgangschor errichten. Dieser war 1234 vollendet.
Die Glasmalereien gehören neben denen von Chartres, Bourges und Troyes zu den schönsten Zyklen Frankreichs.
Die ältesten, in Blau und Rot gehaltenen Fenster befinden sich im Chorumgang. Es sind Medaillons aus dem 13. Jahrhundert mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte, der Geschichte Davids, Josephs, des verlorenen Sohns und vieler Heiliger.
Blendarkaden, die mit den Köpfen von Propheten und Sybillen verziert sind, laufen am Sockel entlang.



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Nach der Besichtigung der Kathedrale ging es weiter durch die Gassen mit ihren schönen Fachwerkhäusern zum Quartier de la Marine und ans Ufer der Yonne.


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Wir hatten Glück und durfen uns sogar einen der Innenhöfe ansehen, die oft sonst nur durch ein Schlüsselloch zu sehen sind.



Quartier de la Marine


In diesem Ortsteil mit engen, gewundenen Straßen lebten früher die Flußschiffer.
Von der Rue Cochois geht man in die Rue de l’Yonne, dann durch die Rue de la Marine, um sich den Rest des Nordostturms der gallorömischen Stadtbefestigung anzusehen.
Umkehren und zum reizvollen Place St-Nicolas gehen, wo die Häuser Nr. 3 und 4 sehenswert sind. (Nikolaus war der Schutzpatron der Flußschiffer).


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Rue de la Marine
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Place St-Nicolas

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Noch ein ein Blick von der Fußgängerbrücke über die Yonne und das war dann das Ende der Stadtführung.


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interessante Wendeltreppe am Ende einer Einkaufspassage

Zusammen mit ein paar Mitreisenden bin ich dann noch in einer Bar in am Place St-Nicolas eingekehrt.
Eigentlich hatten wir am Mittag schon genügend gegessen und gar keinen richtigen Hunger, aber der Rotwein musste dann doch von einer „Kleinigkeit” begleitet werden.
Für mich gab es einen Salatteller mit Kartoffeln, Speckwürfeln und Toast mit Ziegenkäse.


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Und dann war es Zeit, ins Hotel zurück zu gehen.
Fortsetzung folgt…


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Ein kulinarischer Kurzurlaub in der Lorraine- Teil 14: Der Heimweg – Épinal

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Blick vom Parc du Château auf Épinal mit Basilique St.-Maurice

Unser Urlaub in der Lorraine war wirklich sehr kurz. Dennoch haben wir einiges gesehen.
Auf unserem Heimweg haben wir uns noch zwei Orte angesehen – erster Stop war in Épinal.


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Die Stadt Épinal an der Moselle (Mosel) wurde durch ihre Bilderbogenproduktion berühmt, zu Wohlstand kam sie aber durch die Baumwollverarbeitung.
Heutzutage ziert den Ort im Frühjahr und Sommer wunderbarer Blumenschmuck und man ist stolz, die waldreichste Stadt Frankreichs zu sein.


Am Moselufer
Am Moselufer

Es gibt ein Museum für alte und zeitgenössische Kunst, die eine bemerkenswerte frühgeschichtliche und Kunstsammlung besitzt.
Wir hatten leider nicht genügend Zeit, das Museum zu besichtigen.
Aber wir haben eine kleine Wanderung zur Burgruine von Épinal gemacht, die von einem wundervollen Park umgeben ist. (Parc du Château)


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Parc du Château


Ende des 10. Jh. gründete Bischof Theoderich I. von Metz am Südwestrand der Vogesen eine Abtei und einen Markt, woraus sich die Stadt Épinal entwickelte.
Eine Burg, höchstwahrscheinlich aus Holz, diente der Verteidigung des Moseltals.
Auf dem einstigen Schlossberg, der  sich als lang gestreckter Hügel bis zu Stadtmitte schiebt, erstreckt sich ein 26 ha großer Park.
Bei der Burgruine wurden mittelalterliche Gärten angelegt. Im Park gibt es außerdem einen kleinen Zoo und einen Spielplatz.


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Der Chinesische Turm – Eingang zum Park

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Mittelalterlicher Kräutergarten und Burgruine


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…ein altes Waschhaus

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Die Bilderbogen von Épinal


Wir hatten die Gelegenheit, auf einer Brücke, die über die Moselle führt, einige der Bilderbogen zu bewundern.

Die im Jahr 1796 gegründeten Imageries d’Épinal produzieren die berühmten Bilderbogen fast zwei Jahrhunderte lang mit sehr großem Erfolg.
Jean Charles Pellerin (1756-1836), der Sohn eines Spielkarten und Dominofabrikanten, stellte zunächst emaillierte Zifferblätter her. Da sie sich allerdings schlecht verkauften, ersetzte er sie durch kolorierte Zifferblätte aus Papier – so entstanden die Épinaler Bilderbogen.
Die bis dahin üblichen Bildchen hatten religiöse Inhalte. Pellerin fing damit an, profane Themen wie Volkslieder, Märchen und Fabeln zu drucken.
Später setzte er in den Drucken auch aktuelles Zeitgeschen um – Motive aus der Berufswelt oder dem Soldatenleben.
Die Bilder wurden in Holz geschnitten (überwiegend Birnbaum) und auf einer Gutenbergpresse gedruckt. Dann wurden die Drucke mit Hilfe von Schablonen von Hand koloriert.
Diese Technik wird noch heute angewandt.
Es gibt auch noch ein Museum der Bilderbogendruckerei in dem man mehr darüber erfahren kann.  Dafür hat es uns zeitlich auch nicht gereicht…


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Dann waren wir noch kurz in der Markthalle, wo um die Mittagszeit nicht mehr viel los war.
Bei einem Bäcker haben wir uns ein Baguette besorgt und sind dann weiter in die Vogesen nach Gerardmer gefahren….


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Bretagne – Eine Wanderreise mit AVANTI (8): Wir schwänzen einen Wandertag und machen einen Ausflug nach Quimper

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Als wir am Morgen unseres fünften Tages in der Bretagne aufwachten, regnete es draußen.
Der Markgräfler und ich hatten bei diesem Wetter überhaupt keine Lust zu wandern. Außerdem stand an diesem Tag mit 20 Kilometern die längste Wanderung unserer Reise auf dem Programm.

Wir (und auch ein paar andere der Mitreisen) entschieden uns also dafür, stattdessen einen Ausflug mit dem Bus zu unternehmen.
Wenn man von Douarnenez mit dem Bus irgendwo hinfahren möchte, muss man immer zuerst nach Quimper (Bretonisch: Kemper) fahren.
Quimper ist die Präfektur (Hauptstadt) des Départements Finistère. Manch einem von euch  wird Quimper aus den Romanen von Jean-Luc Bannalec bekannt sein.

Die Stadt ist vor allem für seine Fayencen (kunsthandwerklich hergestellte Keramik) bekannt und hat eine sehr schöne Altstadt mit einer Markthalle, in der man alles bekommt, was das Herz begehrt.
Am mittelalterlichen Place au Beurre gibt es nicht weniger als 9 Crêperien – wir haben zum Mittagessen eine davon besucht.


 Hortensien am Busbahnhof von Quimper




Vom Busbahnhof gelangt man auf Brücken, die über das Flüsschen Odet führen, direkt ins historische Zentrum von Quimper. Die Cathédrale Saint Corentin überragt alles.
Da es noch immer regnerisch war, sind wir als erstes zur Markthalle gegangen. Die Markthalle ist neueren Datums, von aussen nicht besonders sehenswert…
aber innen gibt es alle bretonischen Köstlichkeiten, die man sich nur vorstellen kann.


 Süßes: Kouign Amann – Kuchen Spezialität mit viel Butter!


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Der obligatorische Crêpes-Stand



Kartoffeln, Obst und Gemüse


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Fisch und Meeresfrüchte


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 „Snacks”


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Fassbutter und Crème fraîche, auch in Bio-Qualität



In einem Geschäft schräg gegenüber von der Markthalle haben wir dann auch einen Gâteau Breton gekauft.
Hier gibt es auch den Kouign amann und die kleinen Kouignettes, Galettes bretonnes, palet breton (nature ou chocolat), macarons, Pralinen und die Torchetes – eine Keksspezialität aus Quimper mit Mandeln, getrockneten Weinbeeren und Algen.
Und eine Nachbildung der Cathedrale Saint Corentin aus Schokolade!!!


Maison Georges Larnicol



 Die Cathedrale Saint Corentin



Gleich neben der Cathédrale kann man sich mit Fayencen eindecken…



Im Museum neben der Cathédrale kann man noch viel mehr Fayencen sehen und ausserdem so einiges über die Geschichte der Gegend erfahren.


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Und dann war es Zeit für’s Mittagessen und sogar die Sonne kam endlich raus.



 La Place au Beurre, Mittagessen in einer der besten Crêperien von Quimper


Salat als Vorspeise
Salat als Vorspeise
Crêpe bzw. Galette complet - mit Schinken, Käse und Ei
Crêpe bzw. Galette complète – mit Schinken, Käse und Ei
La Quimper - Galette mit Schinken, Käse, Ei, Tomaten und Champignons à la Crème
La Quimper – Galette mit Schinken, Käse, Ei, Tomaten und Champignons à la Crème
Café
Café

Quimpber


Und dann fuhren wir mit dem Bus wieder zurück nach Douarnenez. Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, gingen wir nochmal in Douarnenez spazieren.
Um 20 Uhr trafen wir uns wieder mit allen anderen der Wandergruppe im Restaurant Ty Port Rhu zum gemeinsamen Abendessen.


Bier Buchweizen


Da es am Nachmittag schon Cidre zum Mittagessen gab, entschieden wir uns für ein Bier, das mit Malz und Buchweizen gebraut wurde bzw. ein Panaché für die Margräflerin.


Die Vorspeise


Thy Port Rhu Galette Zwiebel Andouille
Galette, gefüllt mit gebratenen Zwiebeln und Andouille

Das Hauptgericht


Thy Port Rhu Canard pt pois
Ente (canard) und Erbsen (petit pois)

Das Dessert


Ty Port Thu panna cotta fraises
Erdbeer- Panna Cotta
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Bretagne – Eine Wanderreise mit AVANTI (6) – Ein wanderfreier Tag in Douarnenez

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An unserem vierten Tag in der Bretagne hatten wir frei! Es gab weder eine gemeinsame Wanderung noch ein gemeinsames Abendessen.
Der Markgräfler und die Markgräflerin nutzten den Tag, um Douarnenez auf den Spuren der Sardine zu erkunden und erste Mitbringsel in Form von Fleur de Sel, Salzkaramell Bonbons, Sardinen- und Makrelen in Dosen usw. zu kaufen.
Natürlich durfte da die Markthalle mit allerlei Meeresgetier nicht fehlen, und zum Mittagessen gab es…….??? – Natürlich gegrillte Sardinen in einem urigen Restaurant direkt am Meer.


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Aber fangen wir von vorne an.
Nachdem es am Morgen geregnet hatte, ging es erst mal gemütlich zum Frühstück im Hotel. Dann machten wir uns auf den Weg zu der kleinen, aber feinen Markthalle von Douarnenez.
Unterwegs kamen wir an der spätgotischen Kapelle Saint Helene vorbei. Sie zeugt von der Blütezeit der Sardinenfischer.
An der Westseite der Kapelle findet man drei Flachreliefs, die ein Fischerboot, einen Basstölpel und einen Fischschwarm (vermutlich Sardinen) darstellen. Man vermutet darin den Hinweis, dass der Kirchenbau teilweise von Fischern finanziert wurde.


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Basstölpel, Sardinenschwarm, Fischerboot

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 Die Markthalle von Douarnenez


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Wer in der Bretagne Fisch kaufen möchte, aber die französischen Namen der Fische nicht kennt, dem sei das Bretagne Fisch Wörterbuch empfohlen.



Homard  Breton – Bretonischer Hummer


Hummer ist die bekannteste Krebsart. Er zählt zu den Krustentieren und gilt als Delikatesse.
Der dunkle, harte Panzer färbt sich beim Kochen rot. Essbar ist das feste, weiße Fleisch aus dem Schwanzstück und den Scheren.
Der Hummer lebt in bis zu 70 Metern Tiefe auf dem Meeresboden und kann bisher nicht gezüchtet werden.
Vorkommen: an den Felsenküsten der Nordsee, des Atlantiks und des Mittelmeers.
Man kann ihn sowohl lebend als auch gekocht oder tiefgefroren kaufen.
Verwendung: gekocht, sautiert, gebraten oder gratiniert. Heutzutage bereitet man den Hummer auch gerne auf dem Grill zu.

Eine traditionelle Zubereitungsart in der Bretagne ist der Homard à l’armoricaine, benannt nach dem gleichnamigen Küstenabschnitt – oder doch américaine, amerikanisch?
Die Frage ist noch immer ungeklärt.
Man erzählt sich die Geschichte, dass die Zubereitungsart à l’américaine im Jahre 1858 in dem Pariser Restaurant Peter’s entwickelt worden sei.
Pierre Fraisse, der Besitzer hatte zuvor in Chicago gelebt – woher auch der englische Name des Lokals kommt.
Eines Abends, kurz bevor das Lokal schließen sollte, kam noch eine Gruppe von amerikanischen Gästen.
Im Vorratschrank waren nur noch lebende Hummer und der Chef (Koch) musste sich etwas einfallen lassen. Also zerlegte er kurzerhand den Hummer und tauchte ihn zusammen mit Tomaten, Knoblauch, Weißwein, Schalotten und Pfeffer in siedendes Öl.
Die Gäste waren begeistert von seiner Kreation und fragten ihn nach dem Namen des Gerichts. Er soll kurzerhand geantwortet haben: „Diese Hummer sind eigens für Sie gemacht, à l’américaine, Messieurs, dames…
Später behauptete ein anderer Pariser Restaurantbesitzer, dass er die Idee für diese Zubereitungsart schon viel früher gehabt hätte.

Das Rezept könnte aber – betrachtet man die übrigen Zutaten, wie die aus Südamerika stammenden Tomaten und die Gewürze und das Flambieren der Hummerstücke mit hochprozentigem Alkohol   – auch in Florida oder Louisiana seinen Ursprung haben.
Andere bestehen darauf, dass dieses Rezept in irgendeiner Form auf die Bretagne zurückgeht.

Ob amoricaine oder nicht – in der Bretagne erfreut man sich allerdings nach wie vor am klassischen Hummerragout.

Leider hatte das uns empfohlene Fischrestaurant am Port du Rosmeur von Douarnenez (Restaurant „Le Bord’eau”) an diesem Tag Ruhetag – und wir haben deshalb keinen Hummer probiert….
Aber, natürlich habe ich mir ein Rezept für Hummer à l’armoricaine notiert, das ich hier gerne mit euch teilen möchte.



 Hummer à l’armoricaine


Zeit für die Vorbereitung: 45 Minuten
Garzeit: 1 Stunde, 10 Minuten

Zutaten für 6 Personen

• 6 lebende bretonische Hummer à 900 g
• 100 g leicht gesalzene Butter
• 5 Schalotten
• 2 Zweige Estragon
• 3 Tomaten
• 100 ml Olivenöl
• 3 Esslöffel Cognac
• 1 bouquet garni (Gewürzsträußchen aus 1 Zweig Thymian, 2 Stängel Petersilie, 1 Lorbeerblattt)
• Salz, Pfeffer
• 2 Esslöffel Mehl
• 4 Esslöffel Tomatenmark
• 250 ml Weißwein
• 250 ml Fischfond
• 250 g Crème fraîche

Zubereitung

Den Hummer 5 Minuten in kochendes Wasser tauchen. Kopf und Schwanz vom Körper abtrennen. Die cremige Substanz vom Kopf (den Corail) mit einem Teelöffel herausnehmen und mit der Butter vermengen.
Die Schalotten abziehen und klein hacken. Den Estragon waschen, die Tomaten in größere Stücke schneiden. Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen.
Die Hummerköpfe im heißen Olivenöl anbraten. Mit Cognac flambieren und Schalotten, Tomaten, bouquet garni und Estragon dazugeben.
Salzen und pfeffern. Die Köpfe im Topf mit einem Mörser zerdrücken. Bei schwächerer Hitze 5 Minuten kochen, dabei ständig umrühren.
Mehl und Tomatenmark hinzufügen, untermengen und mit Weißwein ablöschen.

Wenn der Wein zur Hälfte verkocht ist, den Fischfond dazugießen und 30 Minuten leicht kochen lassen. Die Crème fraîche hinzugeben. Unter Rühren 10 Minuten simmern lassen.
Die Sauce durch ein Sieb passieren und in einen anderen Topf füllen. Erneut erhitzen.
Hummerschwänze und -scheren dazugeben und 10 Minuten in der heißen Sauce garen.
Scheren und Schwänze herausnehmen und abtropfen lassen. Die Scheren mit einem Hammer aufschlagen.
Die Schwänze der Länge nach halbieren. Schwänze und Scheren auf einer Platte anrichten.
Die Corailbutter in die heiße Sauce geben und leicht umrühren, bis sie geschmolzen ist. Abschmecken.
Die Hummerstücke mit der Sauce überziehen und sofort servieren.



In einem Fischgeschäft direkt am Hafen entdeckten wir ausserdem noch frische Austern und anderer typische Zutaten für eine „Plâteau de fruits de mer”.
Nett anzusehen – aber weder der Markgräfler noch die Markgräflerin mögen Glibber-Austern, Strandschnecken oder Muscheln jedweder Art. Und so blieb es beim Anschauen.

(…)»Pardon«, Jacqueline kam mit einer bemerkenswert großen Plâteau de fruits de mer an den Tisch – eine der legendären Platten, auf der sich gigantische Berge von Meeeresfrüchten auftaten.
»Nehmen Sie doch auch etwas – Jaqueline, bringen Sie dem Commissaire ein Gedeck.«
Die Küche hatte es gut mit Madame Bandol gemeint, es war ein imposantes Arrangement. Verschiedene Muschelarten – Praires, Clams, Coques, Amandes, Palourdes grises und Palourdes roses -, große und kleine Meeresschnecken, große und kleine Langoustinen, rosa Krevetten, ein halber großer Krebs, eine ganze Seespinne und natürlich: Belon-Austern.
(…) Dazu Zitronen, eine spezielle Vinaigrette, hausgemachte Mayonnaise, dunkles Brot. (…)

Aus: Bretonischer Stolz, Kommissar Dupins vierter Fall von Jean-Luc Bannalec

Wie schmecken Austern? Kenner schlürfen sie ganz frisch aus dem Meer, direkt aus der Schale. Allenfalls beträuftelt man sie noch mit etwas Zitrone oder Vinaigrette.

Naja, das wäre nichts für die Markgräflerin. Allein schon der Anblick der glibbrigen Masse…
In manchen Restaurants werden die Austern auch gratiniert angeboten – da ließe ich noch mit mir reden.

Früher gab es in der Bretagne ausschließlich die heimischen europäischen Austern (Ostrea edulis), die wegen ihrer flachen Form auf Französisch „huîtres plates“ genannt werden.

Nachdem aber vor einigen Jahrzehnten Krankheiten die Bestände der europäischen Auster nahezu vollständig auslöschten, wurden in der Bretagne mit großem Erfolg pazifische Felsenaustern (Crassostrea gigas) –  „Huîtres creuses“ auf Französisch- kultiviert.  Im Vergleich zu den flachen europäischen Austern haben die Felsenaustern tiefer gewölbten Schalen, die auch einen höheren Fleischanteil haben.
Heute werden fast nur noch pazifischen Felsenaustern gezüchtet (95 % der Austernproduktion). Die europäische Auster ist inzwischen eine Rarität und somit zu einem kostspieligem Luxusprodukt geworden. Besonders geschätzt sind die flachen Europäer als „Belon-Austern“ aus der Flussmündung des Belon südlich von Pont-Aven in der Südbretagne, aber auch in Cancale werden sie erfolgreich gezüchtet.

Felsenaustern werden rund um die bretonische Küste in sogenannten Austernparks produziert und wachsen dort in grobmaschigen Kunststoff-Säcken heran, die praktischerweise bei Ebbe frei zugänglich gepflegt werden können. Die besonders starken Gezeiten an der Bretagne-Küste sind dabei sehr von Vorteil.

Die flachen Boote, die bei Ebbe trockenfallen können, Meerwasserbecken, große Mengen an rostigen Gestellen und Haufen von leeren grobmaschigen Kunststoffsäcken sind sichere Indizien für die Austernzucht. Bei Ebbe werden dann auch gefüllte Säcke mit heranwachsenden oder lagernden Austern sichtbar.

Und überall sind auch der Nahrungskette entwischte, wild lebende Austern zu sehen. Sie bevölkern die Beckenwände und Felsen und das ist auch der Grund, warum sie Felsenaustern genannt werden.

Wer mehr wissen möchte, dem sei an dieser Stelle nocheinmal der vierten Roman von Jean-Luc Bannalec zu empfehlen „Bretonischer Stolz”, in dem es nicht nur um die Austernzucht, sondern nebenbei auch noch um Sandraub an der Bretonischen Küste geht.


Im Fischereihafen – früher und heute



Souvenirkauf im Geschäft gegenüber der Konservenfabrik Chancerelle


Erst später habe ich entdeckt, dass die Firma Alnatura auch bei der Conserverie de Chancerelle einkauft. Die Sardinen aus Douarnenez sind also auch in Deutschland erhältlich.
Hier ist ein interessanter Bericht über die Herstellung der Sardinendosen in Douarnenez mit einem Rezeptvorschlag für Sardinen Rilette.
Reinschauen lohnt sich! Und einkaufen auch, denn die Sardinen aus Douarnenez sind etwas ganz Besonderes.



Fenster mit maritimen Gardinen



Und dann war es Zeit zum Mittagessen. Wir sind in dem kleinen, urigen Restaurant oberhalb des Strands „Les Dames” eingekehrt
Le Bigorneau Amoureux


Hier dreht sich alles um die Kartoffel, und so gab es zu unseren gegrillten Sardinen mit Olivenöl und Zitrone (Sardiens grillées, Huile d’olives et citron) eine Backkartoffelhälfte mit Knoblauch-Salzbutter, die andere mit Kräuter Crème faîche.
Dann hat sich noch jeder ein Dessert ausgesucht und hinterher gab es für jeden un petit café.


Am Nachmittag sind wir dann noch ins Museum gegangen und anschließend zum Abendessen in eine Crêperie.
– Fortsetzung folgt –

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Eine Neuerwerbung aus Frankreich: Messer und Saucibox für Salami

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Ich habe euch noch gar nichts von meiner fantastischen Neuerwerbung aus Frankreich erzählt…
Bei meinem Besuch in Colmar im Oktober wurde ich magisch von diesem kleinen Laden mit allerlei Spezialitäten aus dem Elsass angezogen. Salami aus Eguisheim, Käse und Wein:

I haven’t told you anything of my awesome new acquisition from France, yet …
During my visit to Colmar in October I was magically attrackted by this little shop with all kinds of specialties from Alsace. Eguisheim salami, cheese and wine:

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Viele verschiedene Salami-Sorten, auch ungewöhnliches, mit Berawecka (Birnenwecken = Hutzelbrot / Früchtebrot) – sehr würzig und schon etwas weihnachtlich, verschiedene Wild-Salamis (Hirsch – cerf, Reh – chevreuil-, Wildschwein -sanglier-), Geflügel: Fasan – faisan- mit Cognac, Ente – canard-  oder in Heidelbeeren -myrtilles- eingelegt – die schmeckt etwas süßlich und ist aussen ganz dunkelviolett… ich habe mich ausgiebig durchprobiert und konnte mich wieder mal nicht entscheiden. Dann sah ich noch die Aufbewahrungs-Box mit speziellem Messer, die sollte alleine 22 € kosten, mit einer Salami 30 €. Zum Schluss ging ich dann mit einem Schnäppchen nach Hause – 4 veschiedene Salamis plus Saucibox und Messer für 40 €. Voller Stolz habe ich sie dann samt Salami dem Markgräfler präsentiert – er fand sie auch super -nicht nur die Salami ;-).

Many different salami varieties, some very unusual with Berawecka (pear bread = Hutzelbrot / fruit bread) – very spicy and a bit Christmassy, various game salamis (stag – cerf, deer – chevreuil, wild boar -sanglier), poultry: pheasant – faisan-with cognac, duck – canard or soaked in blueberries -myrtilles- a salami that tastes sweet and has a very dark purple outside … I have tried them extensively and could not decide, once again. Then I saw the storage box with a special knife, which on its own would have cost € 22, € 30 with one salami. Finally, I went home with a bargain – 4 varieties of salami plus the Saucibox and knife for 40 €. Coming home I proudly presented it to the Markgräfler – he also liked it very much (not only the salami).

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Die Salami bewahrt man in der Box im Keller auf, dort trocknet sie nicht so schnell aus und wird nicht hart. Das Loch zur Belüftung ist mit einem Gitter verschlossen, damit keine Insekten daran kommen können.
Die Salami legt man zum Anschneiden in die Vertiefung, die auf dem Deckel eingelassen ist. Praktisch: beim Schneiden rollt die Salami nicht weg, ausserdem ist eine Kerbe eingelassen, dadurch erhält man Salamischeiben in gleichmäßiger Dicke.  – Ich bin immer noch ganz begeistert.

The salami is to be stored in the box in the basement/cellar, there it does not dry out and becomes not hard. The hole for ventilation is closed with a grid, so that insects can not reach the salami.
In order to cut the salami, it is placed on top of the box where there is a cavity, which is embedded in the lid. Practical: This way the salami does not roll away  while cutting and there is also a notch inserted which enables you to make salami slices in a uniform thickness. – I’m still enthusiastic about it.

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Auf dem Bild ganz oben beachte man die typische Biene auf dem Messerrücken – Markenzeichen des Ortes Laguiole in Südfrankreich. Dieses Messer stammt von Pradel, Thiers/Auvergne auch einer der Orte, in dem diese Qualitätsmesser hergestellt werden.
Schneiden tut es die Salami wie Butter….
Damit man lange Freude an solch einem Messer hat, sollte man es nach Gebrauch nur kurz von Hand spülen. Spülmaschine ist bäh – dadurch werden scharfe Messer schnell stumpf!
Zur Aufbewahrung ruht das Messer auf einem kleinen Holzstift in dem Schaft aus Holz.

You should have a closer look at the typical bee on the back of the knife in the picture above: a trademark of Laguiole in Southern France. This knife comes from Pradel, Thiers / Auvergne also one of the places where these quality knives are made.
The knife cuts the salami as if it was butter….
To enjoy such a knife for a very long time, you should only rinse it briefly by hand after using it. Dishwasher is yuck – this will make your sharp knives very quickly dull!
Easy storage of the knife: it rests on a small wooden pin in the wooden shaft.
Der kleine Laden befindet sich im Petite Venise, in der Nähe der Markthalle (Marché Couvert):
You will find the small shop at Colmar, Petite Venise, in vicinity of the market hall:
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Ein Ausflug nach Colmar

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Gestern in Colmar, bei strahlend blauem Himmel: Ich hatte mich für eine Ausflugsfahrt mit dem Bus bei der Firma Will angemeldet. In Colmar hatten wir 1 ½ Stunden Zeit, bevor es weiter nach Logelheim zum Kürbisfest ging. Hier einfach ein paar Impressionen, ohne viele Worte.

Yesterday in Colmar, under a clear blue sky: I had signed up for an excursion by bus. In Colmar, we had 1 ½ hours before going to Logelheim where we later on visited the pumpkin festival. Here just a few impressions, without too many words.

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Das Kopfhaus – Maison des Têtes

Colmar11Schilder

Colmar12Altes Kaufhaus / Zollhaus

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Petite Venise – Klein Venedig

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Colmar21Die Markthalle – mehr Bilder von einem früheren Besuch hier

Market Hall – Photos from a visit in 2012

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Bootstour auf der Ill

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Der Markt von Mulhouse

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Ein wenig orientalisch wird einem zumute, wenn man in Mulhouse (France), nur etwa eine halbe Stunde entfernt von der Heimat über den Markt auf dem Canal Couvert umherschlendert. Die Markthalle steht hier wirklich direkt über einem Flüsschen bzw. einem Canal. Er öffnet jeweils Dienstag und  Donnerstag von 7-17 Uhr, am Samstag von 6-17 Uhr. Ich war schon einige Jahre nicht  mehr dort, damals war die Markthalle noch nicht so schön quietschgelb angestrichen.

Quai de la cloche
Quai de la cloche

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In der Markthalle gibt es vor allem Fleisch, Wurst, Käse, Gewürze und verschiedene Backwaren. In einem kleinen Restaurant/Café mit Galerie kann man eine Kleinigkeit Essen und Trinken und dabei von oben dem Markttreiben zusehen. In unserem Fall war es das Frühstück – le pétit déjeuner, auf welches wir zu Hause verzichtet hatten, um möglichst früh auf dem Markt zu sein. Sogar um 8 Uhr kann man draussen noch zusehen, wie die Marktbeschicker ihre Stände befüllen und Obst und Gemüse schön drapieren.

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Café au lait und ein croissant oder ein pain au chocolat (Schokocroissant) sind hier Pflicht. Zum Mittagessen kann man sich vor allem Elsässische Spezialitäten schmecken lassen, z. B. die Fleischschnäka, das sind Teigschnecken mit Hackfleischfüllung, die angebraten und mit Sauerkraut oder in Brühe serviert werden (ähnlich wie die schwäbischen Maultaschen).

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Wir haben aus der Halle marokkanisches Gewürz (Raz el Hanout und Quatre épices) mit genommen, auserdem marokkanisches Süßgebäck.

Geflügel bekommt man hier ganz frisch, noch mit allem dran  – ausser mit Federn… Nein – die sind nicht zu faul, die Tiere vorzubereiten, das gilt als Zeichen der Qualität.

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An die großen Tiere haben wir uns dann doch nicht rangewagt – wir haben mal mit mittlerer Größe angefangen und ein Täubchen gekauft. (Mit Kopf und Krallen, wie sich das gehört. Die etwas kleineren Tiere obendran sind Wachteln.

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Das Rezept folgt – natürlich war ich diejenige, die das Tierchen dann für den Backofen vorbereiten musste – inklusive Kopf abhacken – schon ein komisches Gefühl. Aber davon später.

Natürlich gibt es auch Fisch – hier nur ein Foto, ich denke beim Fisch hatte ich mich schon in Venedig auf dem Mercato Rialto satt gesehen.

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Und nun zum bunten Markt auf den beiden Plätzen vor der Markthalle. Auf dem vorderen Platz, direkt vor der Halle gibt es Obst, Gemüse und Kräuter. Auf dem zweiten Platz, der durch die Zufahrtsstrasse getrennt ist, kann man Textilien, Schuhe und Haushaltswaren kaufen… Ein wunderschönes Erlebnis – und Petrus hat- wie man sieht – auch mitgemacht. Sonnenschein, aber kalt – aber in der Markthalle kann man sich ja wieder aufwärmen. Sicherlich lohnt sich auch ein Besuch zu den verschiedenen Jahreszeiten.

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Radieschen
Radieschen

Marche Mulhouse22Artischocken (und Zwiebeln im Hintergrund)

Äpfel und Orangen
Äpfel und Orangen
Minze und Koriander
Minze und Koriander

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Colmar – und mit Napoleon über den Canal zurück – Teil 1: Marché Couvert de Colmar

Viele Jahre waren wir nicht mehr in Colmar. Am Samstag bekamen wir die Gelegenheit, mit dem neuen Schiff der Breisacher Fahrgastschifffahrt „Napoléon“ eine kleine Reise zu unternehmen. Auf dem Weg nach Colmar durften wir mit dem Firmenbus mitfahren und zurück gings dann mit dem Schiff (Bericht folgt).
Aber zuerst hatten wir ein wenig Zeit, die Stadt neu zu erkunden. Es hat sich viel getan, seit wir das letzte Mal hier waren. Ein richtiges Schmuckstückchen. Das damals renovierungsbedürftige Marktgebäude im „Petite Venise“ – klein Venedig erstrahlt nun in neuem Glanz.

Auch das Innerste kann sich sehen lassen: ein heller und moderner Marktplatz mit allerlei Köstlichkeiten.

Man bekommt all die Produkte, die wir aus Frankreich so lieben, z. B. Käse

…und dabei ganz viel „Bio“:

Frisches, pralles Gemüse:

…allerlei Meeresgetier:

…freundliche und sachkundige Bedienung inklusive.

und natürlich ein Stand mit Bretzels de Colmar (auch mit verschiedenen Sorten überbacken „gratiné“, süße Bretzels aus Hefeteig, in Öl gebacken – wie Berliner) und Kugelhopf.

Mini-Kugelhopf

Der Gugelhupf ist gut für unsere Reise verpackt und war ausserdem noch zwei Euro günstiger, als der, den wir mitten in der Stadt gesehen haben: