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Ein kulinarischer Kurzurlaub in der Lorraine- Teil 6: Nancy – Macarons des sœurs Macarons

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In meinem letzten Beitrag hatte ich euch doch noch Macarons versprochen – zumindest in der Überschrift – und deshalb kommt jetzt die Fortsetzung.
Die Macarons de Nancy sind aber nicht das, was ihr euch vermutlich unter Macarons vorstellt!
Ihr denkt bestimmt an die feinen, gefüllten Köstlichkeiten aus Mandelbaiser mit cremiger Füllung – und wenn man in Paris ist, bekommt man das auch, wenn man nach Macarons verlangt.
In Nancy sagt man zu den uns bekannten Macarons auch „Macarons de Paris”.


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Macarons de Nancy


Zur Zeit der Renaissance vermählte sich Katharina de Medici mit dem französchen König Heinrich II.
Nach Frankreich wurde sie von ihren florentinischen Köchen begleitet, von denen die Dessertzubereitung damals maßgeblich beeinflusst wurde.

Die Tochter Katharinas, Claudia von Valois (Claude de France) wurde mit Herzog Karl III. von Lothringen verheiratet.
Ihre Tochter Katharina von Vaudémont gründete in Nancy das Kloster der „Dames de la Charité”, in dem die beiden Benediktinerinnen Marie-Élisabeth Morlot und Marguerite Gaillot Macarons nach ihrem Rezept zubereiteten.

Als die religiösen Orden im Zuge der Französischen Revolution durch eine Verordnung aufgehoben wurden (5. April 1792), fanden die beiden Klosterschwestern Zuflucht beim Arzt des Klosters in der Rue de la Hache.

Um für ihren Unterhalt aufzukommen, nahmen sie die Herstellung der Macarons wieder auf und verkauften diese. Schon bald waren sie sehr bekannt und erhielten den Beinamen „Les Sœurs Macarons” (Macarons-Schwestern).

Geehrt wurden sie 1952 durch die Stadt Nancy, die die frührere Rue de la Hache nach ihnen in „Rue des Sœurs Macarons” umbenannte.

Seit dieser Zeit gehören die Macarons der Klosterschwestern zum gastronomischen Erbe der Nancyer.
Das Originalrezept der „Véritables Macarons de Nancy” – der echten Macarons aus Nancy -, das seit über vierhundert Jahren geheim gehalten wird, wird oft nachgeahmt, aber nie erreicht;
derzeit wird es von Nicolas Génot bewahrt.


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Wie dem auch sei – selbstverständlich habe ich mir ein Rezept für die Macarons de Nancy besorgt….
Und als Souvenir haben wir auch welche mit nach Hause gebracht – nicht die von Nicolas Génot, aber aus der Patisserie Adam, die eine weitere Spezialität aus Nancy nach Originalrezept herstellt.
Aber davon später.


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Macarons des sœurs Macarons


POUR 4 PERSONNES
125 g de poudre d’amandes émondées
150 g de sucre
100 g de blancs d’œufs

Preparer un sirop au perlé avec 70 g de sucre et un peu d’eau.
Le mélanger délicatement à la poudre d’amandes et aux blancs d’œufs.
Ajouter le reste du sucre.
Mettre l’appareil dans une poche munie d’une douille lisse.
Sur un papier sulfurisé beurré, confectionner des petits tas assez espacés.
Cuire dans un four à 180 °C pendant environ 20 minutes.
Les sortir et les laisser refroidir sur le papier. Les macarons se décolleront facilement.


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Die Makronen der Macarons Schwestern /Makronen aus Nancy


Zutaten
Für 4 Personen:
• 125 g geschälte Mandeln, sehr fein gemahlen
• 150 g Zucker
• 100 g Eiweiß

Aus 70 g Zucker und wenig Wasser einen Sirup kochen.
Den Sirup vorsichtig mit den gemahlenen Mandeln und dem Eiweiß vermischen.
Den restlichen Zucker hinzufügen.
Die Masse in eine Spritztülle mit einfacher, runder Tülle füllen.
Ein Backblech mit gebuttertem Backpapier auslegen und die Masse in kleinen, runden Tupfen darauf setzten. Dabei darauf achten, dass dazwischen jeweils genügend Abstand ist.
Im Backofen bei 180 °C für etwa 20 Minuten backen.
Das Blech aus dem Ofen nehmen. Die Macarons auf dem Papier abkühlen lassen. Die Makronen lassen sich später leicht vom Papier lösen.


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A recipe of Nancy, France:
Macaroons
of the Macarons sisters

FOR 4 PEOPLE
125g blanched almonds, powdered
150sugar
100g egg whites

Prepare a syrup of 70 g of sugar and a little water.
Gently mix with ground almonds and egg whites.
Add remaining sugar.
Fill the mass in a piping bag with a plain tip.
On a buttered baking paper, make small piles leaving enough space in between.
Bake in the oven at 180 °C 0 356 °F for about 20 minutes.
Remove and let cool on the paper. The macaroons can be removed easily.

Learn more about it here: Nicolas Génot (Patissier at Nancy who holds the ancient recipe)

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Grenzüberschreitende Märkte: Fuchsmarkt in Chalampé und Bauernmarkt in Neuenburg am Rhein

Markt Neuenburg 1
Sonntag, 21. Juni 2015 – längster Tag des Jahres und Midsommar in Schweden

Am Sonntag war in Neuenburg am Rhein wieder einmal ein Bauernmarkt und auch die meisten Geschäfte hatten geöffnet.
Da das Wetter eher etwas unbeständig war, hatten viele Besucher den Weg dorthin gefunden.
Die Anbieter auf dem Markt kamen überwiegend aus der näheren Umgebung, sowohl von deutscher Seite als auch aus dem Elsass.
Drei Wochen zuvor fand auf der anderen Seite des Rheins, in Chalampé (Schalampi) im französichen Nachbarort ebenfalls ein Markt statt, das ist der jährlich stattfindende „Fuchsmarkt”.
Während es auf dem Bauernmarkt überwiegend um ländliche Produkte und ums Essen und Trinken geht, stand bei dem Fuchsmarkt der riesige Flohmarkt im Mittelpunkt.
Natürlich gab es auf dem Fuchsmarkt auch Händler mit allerlei Köstlichkeiten.
In diesem Beitrag berichte ich also über beide Märkte. Ihr werdet bestimmt die feinen Unterschiede vom Markt auf deutscher Seite zum Markt auf französischer Seite erkennnen und dennoch viele Gemeinsamkeiten entdecken….


 Über diese Brücke kommt man zu Fuß, mit dem Rad/Velo, Bus, Auto und sogar mit der Bahn nach Frankreich.


Fuchsmarkt Chalampe 2
Alte Brücke von Neuenburg nach Chalampé (F) für Fußgänger, Radfahrer, Autos und die Bahn

 Der Fuchsmarkt in Chalampé


Fuchsmarkt Chalampe 1



…über den Rheinseitenkanal und Rhein zurück nach Neuenburg


Fuchsmarkt Chalampe 3
Wilde Kirschen bei Chalampé


Bauernmarkt in Neuenburg am Rhein, 21. Juni 2015


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Köstliche Eiweissverwertung: Hägenmakronen

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Hägenmakronen

Von den zuletzt gebackenen Weihnachtsplätzchen und dem Zimteis hatte ich noch so viele Eiweiß übrig.
Ich hatte schon lange nach einem Rezept gesucht, dass in der Konsistenz ähnlich ist, wie die italienischen Amaretti. Hier war ich endlich erfolgreich. Die Plätzchen bestehen nur aus abgezogenen, gemahlenen Mandeln, Puderzucker, Eiweiß, etwas Zitronensaft und Hägenmark (Hagebuttenmarmelade)/ Schweiz: Buttenmost (Gegend um Solothurn) und sind deshalb auch bestens für Menschen mit Glutenunverträglichkeit geeignet (ohne Oblaten!).
Meine Mutter erzählte mir einmal, dass sie das Hagebuttenmark aus Basel kennt, und dass viele Bäuerinnen aus dem Elsass im Herbst das Hagebuttenmark auf dem Basler Markt angeboten hätten. Deshalb habe ich hier auch die Confiture Églantines Sauvages (Wilde Hagebutten) aus Mulhouse verwendet.

Haegenmark
Hägenmark aus dem Elsass – Mulhouse,
Tradition seit 1921

 

Das Rezept stammt wiederum aus einem Buch vom SWR – Plätzle, Bredele, Gutsle, Weihnachtsbäckerei mit der Landesschau.554_270x179_675
Es ist von Marianne Braig aus Ravensburg. Sie schält die Mandeln selbst, beschreibt aber nicht, wie man das macht.
Deshalb habe ich hier das um meine Anmerkungen ergänzte Rezept.
Wer das selbst tun möchte, dem sei gesagt, dass es für diese Menge eine Heidenarbeit ist. Man überbrüht die Mandeln mit kochendem Wasser, lässt sie ein wenig darin ziehen. Wenn sich die Schalen leicht lösen, tropft man sie durch ein Sieb ab und reibt sie dann zwischen zwei Küchentüchern. Manchmal muss man einige widerspenstige Mandeln aus der Schale drücken. Dann müssen sie erst einmal trocknen.
Entweder im Backofen bei 50 °C oder auf Küchentüchern ausgebreitet (das dauert etwas länger und man braucht viel Platz).
Also  habe ich die Mandeln schon abgezogen gekauft. 😉
Wer Eiweiß von der Weihnachtsbäckerei in einem Behälter gesammelt hat, und nicht genau weiß, was ein Eiweiß wiegt:
ein Eiweiß wiegt etwa 30 g das Eigelb etwa 20 g.

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Hägenmakronen

etwa 600 g Mandeln (fertig blanchiert/geschält) – das entspricht etwa 625 g ungeschälten
500 g Puderzucker
5 Eiweiß (=etwa 150 g)
Saft einer halben Zitrone
4 Esslöffel Hägenmark (Hagebuttenmarmelade)

Die Mandeln mahlen. Das Eiweiß sehr steif schlagen, den Puderzucker mit dem Zitronensaft unterrühren. Von der Eiweißmasse eine Tasse (ca. 1/4 Liter) als Guss beiseite stellen. Unter die übrige Masse die gemahlenen Mandeln und das Hägenmark mischen. Auf Oblaten längliche Makronen setzen. Einen dünnen Kochlöffelstiel in kaltes Wasser tauchen, in die Makronen kleine Vertiefungen drücken und einen Streifen von dem Guss einspritzen.
Die Makronen eine halbe Stunde trocken lassen, dann bei 150 °C ca. 20 Minuten goldgelb backen. Nicht zu lange backen, sonst werden sie trocken und zu dunkel.
(Die Makronen sollen innen noch etwas weich bleiben.)

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Köstliche Eiweissverwertung: Kokosmakronen

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Die Hälfte der Adventskalender-Fenster ist nun geöffnet. Von der Orangencreme war Eiweiss übrig. Das musste irgendwie verwertet werden. Der Markgräfler war zuerst enttäuscht -„…wie, ohne Oblaten?????” – und ich war der festen Überzeugung, dass keine Oblaten mehr in der Kiste mit den Backzutaten waren. Nach genauem Hinsehen war da doch noch eine angefangene Packung. Und ich muss es ja zugeben: Zuerst haben die Makronen noch am Backpapier geklebt, und dann hätte ich sie beinahe noch im Backofen vergessen. Sie sind also aussen ein wenig knusprig geworden, aber innen sind sie dennoch weich und luftig und schmecken tun sie auf jeden Fall sehr lecker. Ich musste gleich probieren, und auch der Markgräfler hat sich nicht nur eine vom Kuchengitter gegriffen.

Kokosmakronen sind eigentlich sehr einfach und auch noch preiswert. Aus den angegebenen Zutaten habe ich etwa 50 Stück gemacht, im Rezept steht, dass es etwa 60 Stück geben sollte. Dafür sind meine vermutlich etwas zu groß ausgefallen – aber man soll ja schließlich was zwischen den Zähnen haben…

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Kokosmakronen

4 Eiweiß (Größe M)
200 g feinkörniger Zucker
1 Messerspitze gemahlener Zimt
2 Tropfen Bittermandelöl
200 g Kokosraspel

Das Eiweiß sehr steif schlagen. Es muss so steif sein, dass ein Messerschnitt sichtbar bleibt. Das Eiweiß weiterschlagen und den Zucker nach und nach einrieseln lassen.
Dann Zimt und Bittermandelöl kurz unterschlagen, die Kokosraspel vorsichtig unterheben.

Mit zwei feuchten Teelöffeln kleine Häufchen auf das mit Backpapier belegte Blech setzen. Dabei genügend Abstand lassen. Den Ofen afu 180 °C vorheizen, die Kokosmakronen entweder nacheinander oder bei Umluft mehrere Bleche gleichzeitig (160 °C vorgeheizt) 10-12 Minuten backen.

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Die Makronen samt Backpapier von den Backblechen auf Kuchenroste ziehen, abkühlen lassen und dann vom Papier ziehen.

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