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Süßer Brei – Teil 3: Hirsepudding mit Blutorange-Mango Kompott

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Heute habe ich ein feines Superfood-Dessert auf dem Teller das den Beweis liefert, dass gesund auch supergut schmecken kann!

Hirse ist eines der ältesten bekannten Getreidesorten – ein Spelzgetreide, das zur Familie der Süßgräser (Poaceae) gehört.
Der Name Hirse kommt aus dem Altgermanischen (ahd. hirsa neben hirsi und hirso) und ist von einem indogermanischen Wort für „Sättigung, Nährung, Nahrhaftigkeit“ abgeleitet.
Bereits vor 8000 Jahren hat man daraus ein ungesäuertes Fladenbrot hergestellt.
In China wird Rispenhirse seit mindestens 4000 Jahren landwirtschaftlich genutzt. Die Rispenhirse oder Echte Hirse (Panicum miliaceum) wurde früher auch in Europa als Nahrungsmittel angebaut.

Die beiden ältesten Funde von Rispenhirse in Deutschland (Nähe Leipzig und Kreis Hadersleben) stammen aus der Zeit um 5500–4900 v. Chr..

Im Altertum und Mittelalter zählten die unterschiedlichen Hirsearten zum meistangebauten Getreide. Durch Ausgrabungen in Mittel- und Norddeutschland ist ebenso der Hirseanbau in der vorrömischen Eisenzeit (Hallstatt- und Latènezeit) sowie der römischen Zeit (1.–3. Jahrhundert n. Chr.) belegt.
Gästen des Hunnenkönigs Attila (5. Jhd.) wurde ausschließlich Hirse gereicht. Um die Gesundheit und Kraft zu stärken, empfahl der griechische Philosoph Pythagoras (6. Jhd.) die Hirse und er lag dabei goldrichtig:

Die Hirse ist sehr mineralstoffreich. Sie enthält Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium und, im Vergleich zu anderen Getreiden, sind besonders viel Silizium (Kieselsäure), Eisen und Vitamin B6 enthalten. Ist also nicht nur sättigen und gesund, sondern sorgt für starke Nerven, eine schöne Haut, schönes Haar und feste Fingernägel.

Und sogar in einem Märchen kommt die Hirse vor. Im bekannten Märchen der Gebrüder Grimm mit dem Topf der nicht aufhören will,  „Süßen Brei” zu kochen, handelt es sich um Hirsebrei.

In der frühen Neuzeit wurde Hirse in Europa durch die Einfuhr von Kartoffel und Mais fast völlig verdrängt.
Inzwischen hat man ihren Wert wiederentdeckt, man findet sie immer öfter im Handel – üblicherweise findet man dort die von Schalen befreite Hirse („Goldhirse“).
Hirse ist übrigens ein glutenfreies Getreide und kommt auch oft in glutenfreien Produkten vor. So wird zum Beispiel glutenfreies Bier mit Hirsemalz hergestellt.


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Hirsepudding


Zutaten
(4 Portionen)

• 200 g Hirse
• 600 g Milch
• 4 Esslöffel Zucker
• gemahlene Vanille

Zubereitung

Hirse in ein feines Sieb geben und mit heißem Wasser abbrausen, dann kalt abspülen.
In einem Topf Milch mit Zucker und etwas gemahlener Vanille aufkochen. Die Hirse hinzufügen und unter Rühren aufkochen.
Die Hitze etwas reduzieren und auf kleiner Flamme etwa 15 Minuten köcheln lassen.
Zwischendurch umrühren.
In kalt ausgespülte Puddingförmchen füllen, etwas abkühlen lassen. Dann zugedeckt im Kühlschrank vollständig auskühlen und fest werden lassen.
Mit Kompott servieren z. B. Heidelbeer- oder Sauerkirschkompott, Blutorange-Mango-Kompott. Gut passt auch eingekochtes Obst, wie Pfirsiche oder Aprikosen.

Für das Blutorange-Mango Kompott 2-3 Blutorangen mit einem Messer schälen, so dass die weiße Haut entfernt wird, dabei den Saft auffangen.
Das Fruchtfleisch zusammen mit dem Saft in einen Topf geben.
1 Mango schälen, das Fruchtfleisch würfeln und zu den Orangenstücken geben. Wenig Zucker dazugeben und erhitzen.
1 Teelöffel Kartoffelmehl/Speisestärke mit wenig kaltem Wasser verrühren und ebenfalls in den Topf geben.
Kurz aufkochen lassen, vom Herd nehmen und kalt werden lassen.


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Millet pudding

Ingredients
(Serves 4)

200 g millet
600 g milk
4 tablespoons sugar
Ground vanilla

Preparation

Place millet in a fine sieve and first rinse with hot water, then rinse cold.
In a pot, heat milk together with sugar and some ground vanilla. Add the millet and bring to a boil while stirring.
Reduce the heat and simmer over low heat for about 15 minutes. Stir from time to time.

Pour into cold rinsed pudding moulds, allow to cool a bit. Then cover and leave to cool completely in the fridge.
Serve with compote, for example, blueberry or sour cherry compote, blood orange mango compote (see below) – or just serve it with canned fruit, like peaches or apricots.

For the blood-orange and mango compote:
Peel 2-3 blood-oranges with a knife so that the white skin is removed completely. Collect the juice.
Cut the pulp into bite-sized pieces and put in a saucepan, together with the juice.
Peel 1 mango, dice the pulp and add to the orange pieces. Add a little sugar and heat.
Mix 1 teaspoon of potato flour / cornstarch with a little cold water and add to the pot.
Bring to a boil, remove from the heat and let cool.

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Grießschnitten und Grießpfludde mit Zwetschgenkompott

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Grießschnitten mit Zwetschgenkompott

Was kann man aus Zwetschgen sonst noch machen, außer Kuchen backen? Zwetschgenkompott!

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Und es kommt ein weiterer Klassiker dazu – Grießschnitten. Ein preisgünstiges Gericht, das nicht nur Kinderaugen zum Strahlen bringt. Hier im Blog gab es schon einmal einen Beitrag über Grießbrei (=Grießpfludde heisst das Markgräflerland) und Grießschnitten in der Variante mit Sauerkirschkompott und einen Grießpudding mit Heidelbeeren. Hier geht’s zum Beitrag.

Das ist schon lange her, und eine Übersetzung für meine Englisch sprechenden Leser war damals auch noch nicht dabei. Deshalb heute die herbstliche Neuauflage mit Zwetschgenkompott. Diesmal habe ich Dinkelgrieß verwendet – der ist ein wenig blasser als der Hartweizengrieß, den ich üblicherweise verwende, aber wenn man Grießschnitten daraus macht, merkt man keinen Unterschied. Auch geschmacklich kommt beides gleich.

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Grießpfludde / Grießbrei mit Zwetschgenkompott

Basics:

Grießpfludde (Grießbrei)

Zutaten für 4 Personen:

1 Liter Milch
ein Stückchen Butter
1 Teelöffel Salz
abgeriebene Zitronenschale
125 g Dinkelgrieß oder Hartweizengrieß

Zubereitung:
Die Milch mit Butter, Salz und Zitronenschale zum Kochen bringen, Grieß einrieseln lassen, gut umrühren, aufkochen lassen, vom Herd nehmen und ausquellen lassen.
Kochzeit ca. 10-15 Minuten.

***

Basics:

Grießpfludde / Semolina Pudding

Ingredients for 4 people:

1 litre of milk
a knob of butter
1 teaspoon of salt
grated lemon rind
125 g spelt or durum wheat semolina

Preparation:
Bring milk with butter, salt and lemon zest to a boil, sprinkle in the semolina, stir well, bring to the boil again, remove from heat and leave to swell.
Cooking time 10-15 minutes.

***

Griessschnitte 3

Grießschnitten

Zutaten:
1/2 l Milch
20 g Butter
2 Esslöffel Zucker (20 g)
1 Prise Salz
150 g Dinkelgrieß oder Hartweizengrieß
1-2 Eier
40 g Semmelbrösel

Butter oder Butterschmalz zum anbraten

Einen Grießbrei herstellen, die Eier einrühren. Den Brei 1-2 cm dick auf eine Platte oder einen Teller streichen.
Nach dem Erkalten in Scheiben schneiden, in Semmelbrösel wenden und in Butter oder Butterschmalz goldbraun anbraten.

***

Fried semolina slices Ingredients:
1/2 l milk
20 g butter
2 tablespoons of sugar (20 g)
1 pinch of salt
150 g spelt semolina or durum wheat semolina
1-2 eggs
40 g breadcrumbs butter or ghee for frying

Prepare a semolina pudding as described above, stir in the eggs. Spread the pudding 1-2 cm thick on a plate or dish.
After cooling, cut into slices, roll in bread crumbs and fry in butter or ghee until golden brown.

 

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Zwetschgenkompott

750 g Zwetschgen waschen, halbieren, entsteinen und mit 100 g Zucker, etwas geriebene Zitronenschale, gemahlener Vanille, 1 Sternanis, 1 kleine Zimtstange sowie etwas Orangensaft oder Wasser in einem Topf 30 Minuten ziehen lassen. Langsam zum Kochen bringen. 4 Minuten leicht kochen lassen, vom Feuer nehmen und abkühlen lassen. Zimtstange und Sternanis entfernen.

Der Zwetschgenkompott passt auch gut zu Milchreis.

***

Plum compote

Wash 750 g of plums, halve, stone, add 100 g of sugar, a little grated lemon peel, ground vanilla, 1 star anise, 1 small cinnamon stick and some orange juice or water in a saucepan and leave to soak for 30 minutes. Slowly bring to a boil. Let simmer for 4 minutes, remove from heat and let cool. Remove cinnamon stick and star anise.

The plum compote goes well with rice pudding (see recipe below).

Milchreis

Milchreis

1 Liter Milch
100 g Zucker
1 Prise Salz
etwas geriebene Zitronenschale
gemahlene Vanille
250 g Milchreis

Milch mit Zucker und Salz, Zitronenschale und Vanille aufkochen, den Milchreis einrieseln lassen, 30 Minuten im offenen Topf auf niedrigster Stufe köcheln lassen. Dabei öfters umrühren.

***

Rice pudding

1 litre milk
100 g sugar
1 pinch of salt
some grated lemon zest
ground vanilla
250 g round grain rice (or risotto rice)

Bring milk with sugar and salt, lemon zest and vanilla to a boil then sprinkle in the milk rice, reduce the heat and let simmer on the lowest setting for 30 minutes in an open pot while stirring from time to time.

 

 

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Rhabarber- Suppe oder Kaltschale – mit Vanilleeis

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Von den Rhabarber-Vanille-Muffins hatte ich noch etwa 500 g Rhabarber übrig. Ich wollte Kompott machen, hatte aber ein wenig zuviel Wasser erwischt – so nach Gefühl. Dennoch war ich vom Geschmack überzeugt. Ich habe den flüssigen Kompott einfach in tiefe Glasteller gefüllt, Vanilleeis in die Mitte gesetzt und mit Zitronenmelisse-Blättchen garniert. Die Zitronenmelisse wuchert schon wieder wie wild in meinem Garten….

Das hat so gut geschmeckt, dass ich dieses Dessert auf jeden Fall wieder einmal machen werde. Fruchtig, erfrischend, leicht säuerlich mit dem Vanilleis als süßen Kontrast – herrlich. Der Kompott war bereits abgekühlt, aber nicht im Kühlschrank. Ich könnte mir aber durchaus eine leicht warme Rhabarber Suppe vorstellen, ungefähr so wie Vanilleeis mit heißen Himbeeren. Sahne ist nicht unbedingt notwendig, wer aber mag, kann das Dessert zusätzlich noch mit Schlagsahne garnieren.

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Ich habe 500 g Rhabarber geputzt, die Haut nicht abgezogen und in kleine Stücke geschnitten. Dann in einen Topf geben, knapp mit Wasser bedecken und 50 – 75 g Zucker hinzugeben.  Die Zugabe von Natron nimmt dem Rhabarber die Säure – weil ich die Säure des Rhabarbers mag, habe ich darauf verzichtet.

Das Ganze aufkochen und köcheln lassen, bis der Rhabarber zerfallen ist. Vom Herd nehmen und nach Geschmack abkühlen lassen. Mit Bourbon-Vanilleeis und Zitronenmelisse- oder Minzeblättchen garnieren.

Hierzu noch ein altes Rezept:

909. Rhabarberkompott

1 1/2 kg Rhabarber
1/8 Liter (125 ml) Wasser
200 g Zucker

Fleischiger, möglichst rotstieliger Rhabarber wird abgezogen  – zarter nicht –  in 3-4 cm lange Stücke geschnitten und, um ihm die Säure zu nehmen, mit kochendem Wasser, dem man eine kleine Messerspitze Natron hinzugefügt hat, überbrüht.  Hierauf werden Zucker und Wasser zum Faden gekocht, die abgetropften Rhabarberstücken zugegeben, und wenn dünn abgelöste Schale von zwei Apfelsinen zur Verfügung steht, diese fein zerteilt mitgekocht und der Rhabarber mit dem Schaumlöffel in eine Kopottschüssel gelegt. Man kocht den Saft ewas ein und gießt ihn darüber. Durch Zugabe von etwas vorgerichteten Erd- oder Himbeeren kann das Kompott im Geschmack verbessert werden.

Quelle:  Koch- und Haushaltungsbuch –  Wundt, Rothmund, Künzler (1957)

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Jetzt aber schnell vernaschen – die Zitronenmelisse versinkt und das Eis fängt schon an, zu schmelzen

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Feines Dessert – Vanille Joghurt „La Fermière“

Vergangene Woche waren wir mal wieder im nahegelegenen Mulhouse, besser gesagt im Einkaufsparadies kurz vor der Stadt, der  „Île Napoleon“…
Dort gibt es einen riesigen Carrefour Supermarkt und im gleichen Gebäude befinden sich noch verschiedene Modegeschäfte, Schuhgeschäfte, ein kleiner Deko- und Einrichtungsladen „Maison du Monde“, Cafés etc. .

Wir kaufen normalerweise immer die gleichen Produkte, verschiedene Käsesorten z. B. Jurakäse: Morbier, Comté und Ziegenfrischkäse von einer Ferme , Baguette, Jambon Persilée, Creme de Marrons, Fromage blanc, gesalzene Butter aus der Guerande (die mit den Salzkristallen drin) – rundum gesagt Dinge, die bei uns nicht so alltäglich sind. Dieser Supermarkt ist vor allem auch für seinen frischen Fisch bekannt.

Jedenfalls haben wir diesmal was für uns Neues aus dem Kühlregal probiert, eine Jubiläumsausgabe von La fermière, Vanille Joghurt mit Madagaskar-Vanille.
Zugegeben, mich hat vor allem das nette Tontöpfchen interessiert, in dem der Joghurt verkauft wurde (60 Jahre La fermière).

Und – die Töpfchen sehen nicht nur schön aus, sondern der Joghurt schmeckt auch sehr lecker. Stichfest, vanillig, nicht zu süß und man sieht sogar die Vanillekörnchen drin.

Ich habe den Joghurt mit Zwetschgenkompott aufgehübscht und als Dessert nach der geeisten Melonensuppe serviert. Genial.

Manch einer hat schon eine sinnvolle Verwendung für die Töpfchen gefunden, etwa als Kleinkrambehälter, für die Aufbewahrung von Büroklammern, als Blumenvase, oder sogar als Kaffeetasse wie bei „The Daily French-Italian Cure“: Which is better- the yoghurt or the pot?“

Zwei Töpfchen kosten zusammen etwas mehr als 2 Euro, nicht ganz billig, aber es lohnt sich, den Joghurt mal zu probieren.