Bücher, Englisch, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Frankreich, Rezepte, Winter

Tripes frites – Frittierte Kutteln


Obwohl Kutteln ein tierisches Produkt ist – nämlich der Rindermagen – gelten sie als beliebte Fastenspeise und werden dabei nicht zum Fleisch gezählt.
Ich habe euch hier im Blog in der Vergangenheit schon verschiedene Zubereitungsarten vorgestellt, wie die Sauren Kutteln, Geröstete Kutteln mit Brägele oder die Trippa alla Fiorentina – Kuttelsuppe aus der Toskana/Florenz.


 


In einem Kochbuch über die französische Küche habe ich dann noch die Tripes frites – Frittierte Kutteln, ein Rezept aus dem Burgund, entdeckt. Das wollte ich unbedingt mal ausprobieren.
Liest man jedoch die fetthaltige Zutatenliste und bedenkt man die entsprechende Kalorienanzahl, so kann man dieses Gericht nicht unbedingt als Fastenspeise bezeichnen 🙂



Leider habe ich beim Metzger unseres Vertrauens nur fein vorgeschnittene Kutteln bekommen, daran haften die Semmelbrösel nicht so gut.
Man sollte deshalb unbedingt vorgegarte Kutteln am Stück beim Metzger vorbestellen und sie selbst in die benötigte Größe schneiden.
Dann kann man die frittierten Kutteln auch in der Knoblauch-Petersiliensauce dippen, die dazu gereicht wird.



Geschmeckt hat das Gericht dennoch hervorragend. Wir haben den Dip einfach über die Kutteln gegossen.
Dazu gab es einen erfrischenden Blattsalat.



Frittierte Kutteln – Tripes frites


Zutaten
(für 6-8 Portionen)

• 1 kg vorgegarte Kutteln am Stück
• 150 g Butter
• 150 g Semmelbrösel
• etwa 1 Liter Rapsöl zum Frittieren

Für die Sauce
• 3 Schalotten
• 200 g Butter
• 4 Knoblauchzehen
• 1 Esslöffel Marc de Bourgogne –  ersatzweise Grappa
• 1 Bund Petersilie
• Salz
• Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung
Die Kutteln waschen, abtrocknen und in Streifen von etwa 1 ½ cm Breite schneiden.
Die Butter in einer Kasserolle zerlassen. Die Semmelbrösel in einen tiefen Teller geben. Das Öl in der Fritteuse oder in einem Topf erhitzen.
Die Kutteln zuerst in die geschmolzene Butter tauchen, dann in den Semmelbröseln wälzen.
In der Fritteuse oder im Topf in etwa 3 Minuten knusprig frittieren. Auf Küchenpapier legen, damit überschüssiges Fett aufgesaugt wird. Die Kutteln in einer Schüssel warm stellen.

Für die Sauce die Schalotten schälen und fein hacken. Die Butter in einer Kasserolle zerlassen. Die Schalotten dazugeben und bei schwacher Hitze 2-3 Minuten glasig dünsten.
Den Knoblauch durch die Presse dazugeben. Salzen, pfeffern. Zum Schluss den Marc unterrühren.
Die Petersilie waschen, trockentupfen und über die Sauce streuen. Sehr heiß zu den frittierten Kutteln servieren.


 


Fried tripe – Tripes frites
(A recipe from Burgundy/France)

Ingredients
(for 6-8 servings)

1 kg pre-cooked tripe in one piece
150 g butter
150 g breadcrumbs
about 1 litre of rapeseed oil for frying

For the sauce
3 shallots
200 g butter
4 garlic cloves 
1 tablespoon Marc de Bourgogne – alternatively Grappa
1 bunch parsley
Salt
Pepper from the grinder

Preparation
Wash the tripe, dry and cut into strips about 1 ½ cm wide.
Melt the butter in a casserole. Put the breadcrumbs in a deep plate. Heat the oil in the fryer or in a saucepan.
First dip the tripe into the melted butter, then toss in the bread crumbs.
Fry in the fryer or pot for about 3 minutes until crispy. Place on kitchen paper so that excess fat is absorbed. Keep the tripe warm in a bowl.

For the sauce, peel the shallots and finely chop. Melt the butter in a casserole. Add the shallots and fry over low heat for 2-3 minutes.
Add the garlic through the press. Salt, pepper. Finally, stir in the Marc.
Wash the parsley, pat dry and sprinkle over the sauce. Serve hot together with the fried tripe.

Werbeanzeigen
Englisch, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Italien, Markgraeflerland, Rezepte

Geröstete Sulz (Kutteln, Kaldaunen) mit Brägele

Sulz 1
Sulz, so werden im Markgräflerland die Kutteln genannt. Und es ist gerade wieder Saison dafür.
Sulz ist eine typische Fasten- oder Freitagsspeise, denn obwohl die Kutteln vom Tier stammen (Rinder- oder Kalbsmagen) werden sie von jeher nicht zum Fleisch gezählt.
In nördlicheren Gefilden sind Innereien wie Leber („Suuri Leberle”), Nieren und Sulz eher selten anzutreffen. Aber im Süden („…das Markgräflerland – die Toskana Deutschlands … und: wo der Süden beginnt…”) haben sie oft eine lange Tradition.

Auch in der Toskana sind sie äusserst beliebt. Zum Beispiel die „Trippa alla Fiorentina” aus Florenz, ein preiswertes und nahrhaftens Gericht aus Kutteln, Gemüse und Fleischbrühe, das zum Schluss – eigentlich für die toskanische Küche unüblich – mit reichlich Butter und geriebenem Parmesan  verfeinert wird. Aber darauf komme ich irgendwann später nochmal zurück.

Beim Metzger unseres Vertrauens gab es neulich auch wieder Sulz. Bisher kannte ich als Zubereitungsart nur die saure Sulz / saure Kutteln.

Sulz6

Und nun habe ich mich an eine zweite Variante gewagt – geröstete Sulz. Dazu serviert man Brägele (Bratkartoffeln) oder Brot und Salat.

Sulz 3
Geröstete Sulz

500 g weichgekochter Rindermagen, in dünne Streifen geschnitten
40 g Butterschmalz
1 Zwiebel
etwas trockener Weißwein, z. B. Chardonnay
aus dem Markgräflerland
Salz, Pfeffer
Petersilie oder Schnittlauch zum Bestreuen

Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Das Butterschmalz erhitzen. Die Zwiebeln darin andünsten, Sulz dazugeben und rösten, bis alles Wasser verdampft und die Sulz goldgelb ist.

Sulz 2
Dabei immer wieder umrühren, weil die Sulz schnell am Pfannenboden ansitzt. Einen Schuss Weißwein dazugeben.
Mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Petersilie oder Schnittlauch bestreuen.

Braegele

Mit Brägele und Salat servieren.

Zum Brägele Rezept geht es hier: Bibeleskäs und Brägele

***

Sulz, is what we call the tripe in my area the Markgraeflerland. And it is just in  season at the moment.
Sulz is a typical fasting or Friday dish, because although the tripe is made from animals (beef or veal stomach) they are not counted for meat.
In most northern regions innards / offal such as liver („Suuri Leberle“), kidneys and Sulz/tripe are rather rare. But in the South („… the Markgräflerland – the Tuscany of Germany … and: where the South begins …“), they often have a long tradition.
In Tuscany, they are extremely popular. For example, the „tripe alla fiorentina“ of Florence, an inexpensive and nutritional dish of tripe, vegetables and meat broth, which in the end – which is really unusual for Tuscan cuisine -is refined with plenty of butter and grated Parmesan cheese. But I will come back to that sometime later on.

At the butcher we trust the other day there was Sulz/tripe. So far, I knew only the preparation for Sour Sulz / sour tripe (see picture above-with onions, tomatopaste and white wine).
Today I tried another typical recipe – which is roasting the tripe in a pan – with onions and white wine, again but without the tomatoes.
There are German fried potatoes (Bratkartoffeln or Brägele, as we say) and lettuce on the side – you’ll find a recipe for the potatoes in English here: Bibeleskäs und Brägele

Roasted Sulz / Tripe

500 g soft boiled beef stomach, cut into thin stripes
40 g ghee
1 onion
some dry white wine, such as Chardonnay
from the Markgraeflerland
salt and pepper
parsley or chives for sprinkling

Peel the onion and chop finely. Heat the ghee in a pan. Sauté the onions, add the tripe. Roast until all liquid has evaporated and the tripe is golden.
Stir again and again because the tripe tends to quickly sticking to the bottom of the pan. Pour a dash of white wine.
Season with salt and pepper. Sprinkle with parsley or chives.