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Ein Ausflug zur Burg Rötteln

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Die Burgruine Rötteln, oberhalb von Lörrach – immer einen Besuch wert

Viele Jahre waren wir schon nicht mehr auf Burg Rötteln. Wir hatten das gestrige, unerwartet schöne Wetter dazu genutzt, wieder mal dorthin zu gehen. Die Burg Rötteln befindet sich oberhalb von Lörrach, der „Hauptstadt des Markgräflerlandes”, wie sie sich nennt.
Es handelt sich um eine der imposantesten Burgruinen Südbadens. Im Sommer finden Theateraufführungen statt, man kann die Gegend in mehreren Rundwegen durchwandern, sie ist Station auf dem Westweg von Basel nach Pforzheim, man kann dort heiraten und in der Burgschenke fein essen. Ausserdem hat man man bei klarem Wetter einen sagenhaften Rundblick auf Lörrach, Basel und die Berge….
Hierzu kann man zwei Türme erklimmen – im Winter muss man dort oben ein wenig aufpassen, es kann gefährlich glatt sein. Auf jeden Fall Schal und Mütze nicht vergessen, es weht zuweilen ein eisiger Wind!
Natürlich sind wir auch in der Burgschenke eingekehrt – aber das folgt in einem zweiten Bericht.

Hier ist also ein kleiner Spaziergang auf die Burg – lasst euch in eine längst vergangene Zeit entführen….

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Im Eingangsbereich findet man noch ein kleines Museum, in der verschiedene Fundstücke, wie mittelalterliche Waffen und allerlei Kurioses zu sehen sind. Dort kann man sich an einem Kachelofen aufwärmen, es sind auch Kacheln eines alten, für unsere Gegenden typischen Ofens, ausgestellt und es gibt einen Schaukasten über altes Wissen der Kräuterweiblein von damals zu sehen. Auch Hildegard von Bingen hat ihren Platz gefunden und es wird über allerlei Kräuter und Heilmittelchen berichtet:

Burg Roetteln24

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Es wundert mich, dass auf den freien Grünflächen im Teil der unteren Burg noch kein Kräutergärtlein angelegt wurde – das wäre doch ganz nett?!
Und dass noch kein findiger Apotheker aus Lörrach auf die Idee gekommen ist, nach dem Rezept der „Alte Hex von Binze” Kräuter-Mümpfeli (Kräuterbonbons) herzustellen und als Souvenir anzubieten, ist mir schleierhaft.

Burg Roetteln27„Alte Hex‘ vo Binze“ von Waldemar Lutz und Traute Enderle-Sturm – ISBN 3-922 107-02-8

„Alte Hex‘ vo Binze“ von Waldemar Lutz und Traute Enderle-Sturm

Hier ist noch ein Buchtipp, ein sehr schön illustriertes Buch mit der Geschichte von der „Alte Hex‘ vo Binze” – sie beruht auf einer uralten Sage und spielt auf der Burg und auf dem Marktplatz von Basel – nicht nur für Kinder!
Ach ja, ein Linsengericht wäre auch ganz nett: „Alte Hex vo Binze, koch mir gueti Linse; Aber nit so dick, dass i nit verstick!” – so heißt es in dem altbekannten Kinderreim, den im Markgräflerland fast jedes Kind kennt.

Photos from our visit to the Burg Rötteln in Lörrach – a medieval castle – one of the biggest and most impressive in our area.

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Maronenkuchen nach Hildegard von Bingen (glutenfrei)

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Es ist wieder Zeit für Maronen (Marroni, marrons, Esskastanien). Und wieder habe ich ein besonderes Maronen-Rezept für euch auf dem Sonntags-Kaffeetisch. In dem Kuchen ist kein Mehl und kein Backpulver, nur Maronenpüree, Mandeln, Eier, Zucker, Vanille und Butter. Also ganz natürlich. Ich habe das Rezept durch 2 Esslöffel Kirschwasser ergänzt (geht aber auch ohne). Die Deko besteht aus Meringen (Baiser).
Er wirkt besonders gut gegen den November-Blues, denn Edelkastanien gelten bei Hildegard von Bingen als kräftigendes Nahrungsmittel für Körper und Seele:

„Der Kastanienbaum ist sehr warm, hat aber doch große Kraft, die der Wärme beigemischt ist, und er bezeichnet die Weisheit. Und was in ihm ist, und auch seine Frucht ist sehr nützlich gegen jede Schwäche, die im Menschen ist.”

Maronen enthalten einen hohen Gehalt an Vitamin B, C und Phosphor, die ausgleichend auf das Nervensystem wirken.

It’s time for chestnuts (Marroni, marrons, Esskastanien). And again, I have a special chestnut recipe for you on the Sunday coffee table. There’s no flour or baking powder in the cake, just chestnut puree, almonds, eggs, sugar, vanilla and butter. So quite naturally. I have supplemented the recipe with 2 tablespoons kirsch (but it can do without). The decoration consists of meringue.
It works particularly well against the November blues because chestnuts are seen by Hildegard of Bingen as fortifying food for body and soul:

„The chestnut tree is very warm, but it has great power, which is mixed with the warmth, and it stands for wisdom. And what is in it, and also its fruit is very useful against any weakness that is in man. „

Chestnuts contain a huge amount of vitamin B, C and phosphorus, which have a balancing effect on the nervous system.

Logelheim Essen Trinken2

Traurigkeit und Herzschmerz: Wer sich traurig fühlt, sollte über den Tag verteilt mehrere rohe Edelkastanien essen. Die Behandlung muss über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen durchgeführt werden.

Aus: Mit Hildegard von Bingen durchs Jahr, NGV (ISBN 978-3-625-11205-1

Sadness and heartbreak: Those wo feel sad, should eat some raw chestnuts throughout the day. The treatment must be carried out over a period of at least four weeks.
From: With Hildegard of Bingen through the year, NGV (ISBN 978-3-625-11205-1

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Maronenkuchen

3 Eier, getrennt
150 g Butter
100 g Rohrzucker
1 Esslöffel Vanillezucker (s. u.)
200 g Mandeln, frisch gemahlen
200 g Maronenpüree
2 Esslöffel Kirschwasser
1 Teelöffel Butterschmalz für die Form (oder Backpapier)

Das Eiweiss sehr steif schlagen und beiseite stellen.
Butter mit Rohrzucker, Vanillezucker und Eigelb schaumig rühren. Maronenpüree mit dem Kirschwasser glatt rühren. Eischnee vorsichtig mit gemahlenen Mandeln und Maronenpüree mischen, dann unter die andere Masse heben.

Eine Kastenform (ca. 26 cm) mit Butterschmalz einfetten oder mit Backpapier auslegen. Den Teig in die Backform geben.
55 Minuten bei 180 °C auf der mittleren Schiene des Backofens backen. Anschließend den Kuchen in der Backform auskühlen lassen.
Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben und Meringues aufsetzen.

Wer mag, kann den Kuchen mit Schokoladen-Glasur überziehen.

Vanillezucker selbst gemacht

100 g feinster Rohrzucker
1 Vanilleschote

Die Vanilleschote halbieren, das Mark herauskratzen und beides zusammen mit dem Rohrzucker in ein verschließbares Glas geben. Mehrere Tage ziehen lassen.

Eignet sich auch hübsch verpackt als Nikolaus-Geschenk für begeisterte Weihnachts-BäckerInnen.

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Chestnut cake

3 eggs, (yolks and whites separated)
150 g butter
100 g cane sugar
1 tablespoon vanilla sugar (see below)
200 g almonds, freshly ground
200 g of chestnut puree
2 tablespoons kirsch
1 teaspoon butter for the mould (or baking paper)

Beat the egg whites until very stiff and set aside.
Mix butter, cane sugar , vanilla sugar and egg yolks until light and fluffy. Stir the chestnut puree with the kirsch until smooth. Gently mix egg whites with ground almonds and chestnut puree , then fold into the other mass .

Pour the batter into a cake mould (356 °C)26 cm, greased with butter or lined with baking paper).
Bake at 180 ° C for 55 minutes on the middle rack of the oven. Take out of the oven and leave to cool in the mould.
To serve, sprinkle with icing sugar and place meringues on top.

If you like you can coat the cake with a chocolate frosting.

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Homemade ​​vanilla sugar

100 g fine cane sugar
1 vanilla bean

Cut the vanilla bean in half, scrape out the seeds and put both together with the cane sugar in a sealable glass. Keep closed for several days.

Wouldn’t this be a nice present for enthusiastic Christmas-Cookie bakers?

Mehr Maronen-Rezepte.

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Kornelkirschen Marmelade

Am Samstag war ein wenig Garten aufräumen angesagt. Faule Hageläpfel aufsammeln, Rasen mähen, hier und da ein wenig abschneiden – und als ich dann an meine Hartriegel-Sträucher (Hecke zur Strasse) kam, habe ich ganz viele Kornelkirschen entdeckt. Von der Aussenseite schön mit Blättern bedeckt und somit geschützt, bin ich dann von der Innenseite so halb reingeklettert, und war erst einmal eine gute halbe Stunde damit beschäftigt, die reifen Kirschen abzupflücken – mit der einen oder anderen Schramme am Arm und gefülltem Messbecher kam ich wieder raus.

Die Kornelkirsche wird auch Herlitze oder Dirlitze in Österreich Dirndlstrauch und was ich besonders putzig finde, in der Deutschschweiz „Tierlibaum“, genannt und gehört zur Familie der Hartriegelgewächse (gelber Hartriegel). Sie liebt kalkhaltige und trockene Böden – gedeiht bei mir prächtig. Sie kann bis 100 Jahre alt werden. Aus den Früchten kann man Kompott, Saft oder Marmelade herstellen. In Frankreich wird daraus „Vin de cornouille“ gekeltert und in der Türkei legt man sie wie Oliven in Essig und Salz ein  und isst sie wie Oliven.

Die Früchte schmecken säuerlich-aromatisch. Die rohen Früchte sind reich an Vitamin C und sollen magenstärkend wirken.

Kornelkirschen-Marmelade
(nach Hildegard von Bingen)

1,5 kg Kornelkirschen
400 g Rohrzucker
4-6 Esslöffel Agar-Agar oder Apfelpektin als Geliermittel

So, bei mir waren es nur knapp 1 kg Kornelkirschen.

Deshalb habe ich einfach ein Päckchen (500 g) Gelierzucker 2:1 verwendet. Ansonsten habe ich die Marmelade so zubereitet:

Die Früchte nicht waschen, sondern vorsichtig mit einem Küchenkrepp abreiben. Dann zuerst mit etwas Wasser weichkochen (ca. halbe Füllhöhe der Kirschen). Einen großen Topf verwenden, damit nichts überkocht, d. h. maximal bis zur Hälfte gefüllt.

Dann heiss durch die Flotte Lotte drehen. Die Reste nochmals mit etwas Wasser aufkochen und durch ein Sieb streichen.

Das abgekühlte Fruchtmus wieder in den Topf füllen, mit Gelierzucker vermischen, das Sieb mit den Kernen darüber hängen, einen Deckel auflegen und über Nacht durchziehen lassen.

Am nächsten Tag unter Rühren aufkochen, bis die Masse sprudelt. Ab dann vier Minuten sprudelnd weiterkochen lassen, dabei ab und zu umrühren.

(Hildegard kocht Kirschen und Zucker auf und gibt dann das Pektin oder Agar-Agar hinzu – Packungshinweis beachten!)

Auf einem kalt abgespülten Teller die Gelierprobe machen. Mit Hilfe eines Metalltrichters sofort in heiss ausgespülte Schraubdeckel-Gläser füllen, verschliessen und auf den Kopf stellen. Abkühlen lassen.

Von hellrot hat die Farbe auf weinrot gewechselt – und die Marmelade schmeckt sowas von gut! Wenn ihr eine Kornelkirsche im Garten habt, überlasst die Kirschen keinesfalls den Vögeln – unbedingt mal Marmelade daraus kochen.

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„Kaiser des Gartens“: Mein erster Butternut… Pasta mit cremiger Riesling-Kürbissauce

Ich habe einen neuen Liebling unter den Kürbissen gefunden. Der Butternut (deutsch: Butternuss), schmeckt wirklich cremig-buttrig und hat somit seinen Namen zurecht.
Der Kürbis, das Herbstgemüse schlechthin, wird oft auch als „Kaiser des Gartens“ bezeichnet.

Von Hildegard von Bingen wird er besonders geschätzt:
„Kürbisse sind trocken und kalt. Dennoch haben sie ihr Wachstum aus der Luft. Sie sind zum Essen gut sowohl für die Kranken als auch für die Gesunden.“

Kürbis „Der Kaiser des Gartens“

Butternut-Pasta
(für vier Personen)

750 g Butternut-Kürbis-Fleisch
(Butternut waschen, halbieren, Kerne entfernen und schälen, dann in Würfel schneiden)
3 kleine rote Zwiebeln
frisch geriebene Muskatnuss
2 Knoblauchzehen
1 Becher Crème fraîche
Salz, Pfeffer
250 ml trockener Weißwein
(in meinem Fall mal ein Riesling vom Weingut Laible in Durbach – alte Rebe)
500 ml Gemüsebrühe
25 g Parmesankäse, fein gerieben
3 Esslöffel Olivenöl
400 g Farfalle (Krawatten-Nudeln)
Salz
frischer oder getrockneter Thymian
Cayennepfeffer, Ingwerpulver

sieht von aussen gar nicht so aus, ist aber schön orange innen

Zwiebeln und Knoblauch abziehen und fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. Dann die Kürbiswürfel dazugeben.
Die Würfel mit andünsten, mit Pfeffer und Salz würzen.

Wenn die Würfel noch fest sind, den Wein und die Gemüsebrühe angießen. Weiter köcheln lassen, bis der Kürbis angenehm bissfest ist. Dann Thymian, eine ordentliche Prise Muskatnuss und die Crème fraîche dazugeben, mischen und aufkochen lassen. Mit einem Kartoffelstampfer die Kürbiswürfel grob zerdrücken, aufkochen lassen und zum Schluss den Parmesankäse einrühren, um die Sauce zu binden. Mit Cayennepfeffer und Ingwerpulver abschmecken. Den Herd auf kleinste Hitze zurückschalten

Die Pasta kochen, abseihen, wieder in den Topf geben, die Sauce darüber gießen und unterheben. Man kann die Pasta auch schon vorher al dente kochen, abseihen und kurz vor dem Servieren in einer Pfanne mit wenig Butter kurz anbraten, dann die Sauce darüber gießen.

Dazu gibt es ein Glas Riesling.

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Mit uns ist gut Kirschen essen…. – Kirschcupcakes

Jetzt hat die Kirschenzeit begonnen, und es stellt sich die Frage, woher der Spruch: „Mit dem ist nicht gut Kirschen essen“ kommt.
Mit diesen Kirschcupcakes ist aber bestimmt gut Kirschen essen….

Hier hab ich was gefunden:

Kirsche

Zitate

Sprichwörter und Volksmund

  • „Die Kirschen in NachbarsGarten schmecken immer besser.“ Aus den Niederlanden
  • „Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen“ – zurückgehend auf Bischof Withego von Meißen (+1293), der Markgraf Friedrich Tuta vergiftete Kirschen anbieten ließ.Quelle: Wikiquote

Kirschen schmecken nicht nur gut, nein, sie sollen sogar sehr gesund sein. Sie enthalten Vitamin C, B und E und, man lese und staune:

Der in den Kirschen enthaltene Pflanzenfarbstoff Anthozyan  soll für seine schmerzlindernde Wirkung bekannt sein. Zwanzig rote Sauerkirschen könnten eine Tablette Aspirin ohne Nebenwirkungen ersetzen. Na dann…

Kirschmuffins (nach Hildegard von Bingen)

325 g Dinkelfeinmehl
70 g Rohrzucker
1 Prise Salz
3 Teelöffel Weinsteinbackpulver
1/4 Liter Milch
1 Ei
125 g Kirschen, entsteint (ca. 24 Stück)
2 Teelöffel zerlassene Butter

Dinkelmehl mit Rohrzucker, Salz und Weinsteinbackpulver mischen. Die Milch mit dem Ei verquirlen und unter das Mehl geben. Anschließend die Kirschen und die zerlassene Butter hinzufügen. Eine Muffinform mit Papierbackförmchen auslegen, den Teig einfüllen und die Muffins bei 220 °C 20 Minuten backen.

Für das Topping habe ich eine Handvoll Kirschen entsteint, mit dem Mixstab püriert und mit etwas Zucker unter 150 g Frischkäse gerührt.
Auf die abgekühlten Muffins spritzen, mit einer Kirsche dekorieren und fertig ist der Kirschcupcake:

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Rosenblütengelee -nach Hildegard von Bingen

Noch ein Klassiker mit Rosenblüten:

Rosenblüten-Gelee (nach Hildegard von Bingen)

15 Rosenblüten (ungespritzte Duftrosen)
125 ml Rotwein (Spätburgunder)
125 ml Wasser
Saft von 4 Zitronen
2 kleine Stückchen Ingwer
1 kg Gelierzucker (1:1)

Die Blätter der Rosenblüten lösen, kurz und vorsichtig in kaltem Wasser waschen.
Anschliessend abtropfen lassen und in eine große verschließbare Schüssel geben. Rotwein, Wasser, Zitronensaft und den Ingwer dazugeben, und über Nacht ziehen lassen.
Am nächsten Tag alle Zutaten kurz aufkochen und durch ein Sieb abseihen. Die Flüssigkeit mit dem Gelierzucker verrühren, zum Kochen bringen und unter Rühren vier Minuten sprudelnd kochen  (Gelierprobe machen).
Dann heiß in Gläser füllen und sofort verschließen. Wer möchte, kann auch einige Rosenblütenblätter hinzufügen, um so das Aroma zu verstärken.

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Kartoffelküchle mit Speck, Pilzen und Feldsalat

Vincent Klink, den mag ich. Er kocht sehr bodenständig mit viel Klasse, keine Spur von falschem Hüttenzauber à la Schuhbeck.
Anfang des Jahres habe ich ihn mal im SWR – Kaffee oder Tee? gesehen. (Er ist dort öfters mal zu Besuch).
Damals hat er Kartoffelschnecken mit Speck und Feldsalat gekocht. Einmal habe ich das bisher nachgekocht, und es ist perfekt gelungen. Der Teig für die Kartoffelschnecken war schön fest, ließ sich ganz toll füllen und aufrollen, nur diesmal wurde der Teig einfach viel zu weich und ich wollte nicht Unmengen von Mehl unterkneten um das auszugleichen. Vielleicht hatte ich die Kartoffeln auch zu lang gekocht, vielleicht hat aber meine Variante mit den braunen Champignons die Masse einfach durchweicht, oder weil ich Dinkelmehl verwendet habe? – Keine Ahnung.

Naja, was zuerst so aussah,


war nicht mehr von der Klarsichtfolie zu lösen, obwohl ich diese vorher gründlich mit Mehl bestreut hatte. Also Plan B: einfach alles miteinander verkneten, noch ganz wenig Mehl dazu und Frikadellen daraus formen – na also, wieso nicht gleich so?! (ist auch weniger Arbeit).

Der Feldsalat ist mit einem speziellen Dressing nach Vincent Klink zubereitet. Was mir besonders daran gefallen hat? – Na was schon, es ist Weißwein im Dressing!!!

Hier ist das Rezept (die Fett gedruckten Zutaten habe ich hinzugefügt):

Kartoffelküchle

500 g Kartoffeln, mehligkochend
(waschen, schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser garen – ca. 20 Minuten)
100 g Schwarzwälder Vesperspeck
4 große, braune Champignons
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Schnittlauch
3 Eigelb
ca. 4 Esslöffel Dinkelmehl
etwas Pfeffer und Muskatnuss (frisch gerieben)
etwas Knoblauchgranulat
Butterschmalz zum Anbraten

Die Kartoffelstücke in Salzwasser gar kochen (zusätzlich eine kleine, ganze Kartoffel für das Salatdressing mitkochen).
Durch eine Presse drücken. Mit Pfeffer und Muskat würzen, dann mit drei Eigelb und Mehl zu einem Teig verarbeiten. Auf einer mit Mehl bestäubten Frischhaltefolie ausrollen.
Den Speck fein würfeln, in einer Pfanne auslassen, zum Schluss zwei in kleine Würfel geschnittene Pilze hinzufügen, mitdünsten. Vom Herd nehmen und die Kräuter und etwas Knoblauchgranulat untermischen. Dann auf den ausgewallten Teig geben und längs aufrollen und daumendicke Stücke (Schnecken) abschneiden. Sollte der Teig zu weich sein, nicht auswallen und die Masse aus der Pfanne unterarbeiten und aus dem Teig mit bemehlten Händen flache Küchlein (wie Frikadellen) formen.

Für die Garnitur zwei Pilze in Scheibchen schneiden, in der Pfanne, die man zuvor für den Speck verwendet hat etwas Butterschmalz andünsten, salzen, pfeffern und etwas Petersilie und Knoblauchgranulat hinzufügen, mit einem kleinen Schuss Weißwein (Gutedel)  ablöschen. Herausnehmen und beiseite stellen.

Dann die Kartoffelküchle im heißen Butterschmalz von beiden Seiten goldbraun braten. Mit den Pilzen garnieren und mit Feldsalat servieren.

Feldsalat
1 kleine, in Salzwasser gekochte Kartoffel (s. o.)
80 g Feldsalat, geputzt, gewaschen
3 Esslöffel Olivenöl
80 ml Weißwein
2 Esslöffel Weißweinessig
Salz, Pfeffer

Öl, Essig, Weißwein und 1 kleine gekochte Kartoffel in einen Mixbecher geben und mit dem Pürierstab glatt pürieren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann den Feldsalat mit dem Dressing anmachen.

Noch etwas zur Muskatnuss:

Im Kartoffelbrei und in der Rinderbrühe darf Muskatnuss nicht fehlen.

Nach Hildegard von Bingen sollte die Muskatnuss in jedem Haushalt verwendet werden:

„Wenn ein Mensch Muskatnuss isst, öffnet sie sein Herz und reinigt seinen Sinn und bringt ihm einen guten Verstand.“

Die positive Wirkung der Muskatnuss auf die Psyche wurde mittlerweile auch wissenschaftlich nachgewiesen. In Überdosierung soll sie sogar berauschend wirken…

„Die beim Kochen verwendete Menge des Rauschmittels Muskat ist unbedenklich. Er ist blutstillend, stimulierend und aphrodisierend. Das ätherische Öl verwendet man in Parfums und Salben“ (Quelle: Das Handbuch der Gewürze, Kaleidoskop)