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Zum Osterbrunch: Oeufs en cocotte – Eier im Glas mit Räucherlachs


An Ostern darf man ruhig mal ausschlafen und den Tag mit einem ausgiebigen Osterbrunch beginnen.
Diese Eier im Glas sind ideal, wenn man Gäste erwartet. Es ist ein typisches Rezept aus Frankreich, aber auch in Großbritannien kennt man diese Zubereitungsart sehr gut.

Dieses Rezept habe ich aus dem Buch „Paris in meiner Küche von Rachel Khoo” übernommen.
Sie schlägt als Topping roten Seehasenrogen vor, ich habe stattdessen in feine Streifen geschnittenen Räucherlachs als Garnierung auf die Eier gegeben.


Osterbrunch Oeufs en cocotte 5


Bei den Förmchen handelt es sich um Joghurt-Töpfchen des französischen Molkereiprodukte-Herstellers „La Fermiere”, die man von Zeit zu Zeit auch in deutschen Supermärkten bekommen kann.
Man kann aber auch ein kleines Weckglas oder Auflaufförmchen aus Keramik oder Steingut dafür verwenden.

Tipp: Wenn man die Eier noch nicht ganz gar aus dem Ofen nimmt, kann man sie etwa 10 – 15 Minuten im Wasserbad stehenlassen, sie garen dann sanft nach während man den Ofen noch für etwas anderes Nutzen kann – zum Beispiel zum Aufbacken von Brötchen.



Eier im Glas (oeufs en cocotte)


Zutaten für 4 Personen
• 150 g Crème fraîche
• Salz
• frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
• 1 Prise Muskatnuss
• 1 Handvoll gehackter Dill
• 4 Freilandeier
Zum Garnieren
• kleine Zweige von Dill
• Räucherlachs-Streifen oder Seehasenrogen

Zubereitung
Den Ofen auf 180 °C vorheizen.
Die Crème fraîche mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und einer Prise Muskatnuss würzen. Einen gehäuften Esslöffel Crème fraîche auf den Boden eines Auflaufförmchens oder hitzebeständigen Gläschens geben, dann jeweils ein Ei daraufgeben. In jedes Portionsförmchen 1 gehäuften Esslöffel Crème fraîche geben. Mit etwas Dill bestreuen. Darüber jeweils ein Ei aufschlagen und wieder 1 Esslöffel Crème fraîche daraufgeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss bestreuen.
Die Förmchen in ein tiefes Backblech stellen. Wasser zugeißen , bis die Förmchen bis zur halben Höhe im Wasser stehen. Die Eier im Ofen etwa 15 Minuten backe, bis das Eigelb fest ist.
Die Förmchen aus dem Wasserbad nehem. Zum Servieren Räucherlachs-Streifen  (Seehasenrogen) und 1-2 Dillzweige auf die Eier legen.
Statt Dill passen auch frischer Schnittlauch oder gehackte Petersilie.



 Adapted from The Little Paris Kitchen: Cooking with Rachel Khoo

Eggs in pots (oeufs en cocotte)


Serves 4

Ingredients

150g/5½oz crème fraîche
salt and freshly ground black pepper
pinch nutmeg
handful of chopped dill
4 free-range eggs

To garnish

red lumpfish roe or smoked salmon strips
small sprigs of dill

Method
Preheat the oven to 180C/350F/Gas 4.

Season the crème fraîche with salt, freshly ground pepper and a pinch of nutmeg. Place a heaped tablespoon of crème fraîche in the bottom of a ramekin, followed by a little dill.
Crack an egg on top, add a second tablespoon of crème fraîche and sprinkle with a pinch each of salt, pepper and nutmeg. Repeat with three more ramekins.

Place the ramekins in a baking dish and pour enough lukewarm water into the dish to come halfway up the sides of the ramekins.
Bake for 15 minutes or until the egg yolks are set to your liking.

If you like, finish each serving with red lumpish roe or strips of smoked salmon and dill.

Serve with plenty of crusty bread.


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Ostersonntag – das Menü – Teil 1: Büffelmozzarella mit Tomaten auf wilder Rauke

Ostersonntag Menu2
Nachdem es am Ostersonntag Vormittag ein ausgiebiges Frühstück gab, habe ich erst gegen Abend gekocht. Das war unsere Vorspeise:
Wilde Rauke (Rucola) aus dem eigenen Garten, Büffelmozzarella, Tomaten, mit etwas Kräutersalz und Balsamico Dressing und dazu in der Pfanne mit wenig Olivenöl geröstetes Weißbrot.

Ostersonntag Menu1

After we had a late and luscious breakfast on Easter Sunday I cooked the menu in the evening. This was our starter: Rocket from my garden, Mozzarella di bufala and tomatoes with herbal salt and balsamic dressing and white bread toasted in a pan with little olive oil.

Essen & Trinken, Rezepte

Suppengeschichten

Neulich, beim Italiener….

Die Lieblingssuppe meines Mannes, die er sich meist bestellt, wenn wir in einer Pizzeria sind, ist die „Zuppa alla Pavese“. Wir kennen sie als eine dünne Zwiebelsuppe mit einer gerösteten Brotscheibe, einem Ei und mit etwas Parmesankäse bestreut.

Suppengeschichten

Italien: Zuppa alla pavese

Die Zutaten sind einfach, preisgünstig und für jede Jahreszeit geeignet. In unserer Lieblingspizzeria wird sie mit Zwiebeln zubereitet.

Suppe nach paveser Art

Im Jahre 1525 belagerte Franz I., König von Frankreich, mit dreißigtausend Mann die Stadt Pavia, die von den Soldaten Karls V., des Kaisers von Spanien, verteidigt wurde.
Eines Nachts machten die Spanier mit Hilfe der Paveser einen Ausfall aus der Stadt und griffen überraschend das französische Heer an, das überwältigt und besiegt wurde. Der König selbst wurde verwundet, gefangen genommen und in einem nahegelegenen Weiler gebracht.
Nun wird sicherlich jeder von euch glauben, dass sich der unglückliche König erniedrigt fühlte und dass er wütend und verzweifelt gewesen ist. Aber nichts dergleichen!
Die Besorgnis des Königs Franz bestand vielmehr darin, sich schnellstens etwas zu Essen bringen zu lassen.
Ganz rasch eine Mahlzeit für einen König zustande zu bringen, selbst wenn er sich in Gefangenschaft befand, das war keine leichte Aufgabe! Man rief die Pächterin:
„Es ist notwendig, eine Mahlzeit für den König zu richten; er ist sehr hungrig.“
Ich habe im Hause nur Eier, Butter, Käse und altes Brot“, sagte die Frau.“
„Richtet her, was Ihr habt“, antwortete man ihr.
Die gute Frau schnitt das Brot in Scheiben und röstete es, um eine Suppe nach Art des Dorfes zu machen, und dachte, dass sie gesondert ein paar Eier als zweiten Gang braten wolle. Aber der Appetit des Königs wuchs von Minute zu Minute, und er vermochte nicht länger zu warten.
Da man die Pächterin drängte, sich zu beeilen, wusste sie nichts Besseres zu tun, als die Eier in die dampfende Suppe zu kippen. Als sie das getan hatte, brachte sie das Ganze ein wenig zitternd dem ungeduldigen Gast; sie erwartete, heftig gescholten zu werden. Der König war aber höchst zufrieden und fand das Gericht so sehr nach seinem Geschmack, dass er um das Rezept bat.
Als er nach der Gefangenschaft wieder in Frankreich war, ließ er die berühmte Suppe unter die Hofspeisen aufnehmen. Das ist der Ursprung der „Soupe à la pavoise“, das heißt: der Suppe nach paveser Art.

Da kam mir noch eine kleine italienische Lektüre in den Sinn…

Il cane ricco e il cane povero

Un cane lucido di pelo e ben nutrito disse a un altro magro e affamato:
Perchè non vieni a casa mia? Io ho zuppa tutti I giorni, e ossi a piacere. Il cane povero e randagio ringraziò e seguì l’amico.
Era davvero un cane ricco. Aveva una casina di legno, tutta per sé, e una secchia di buona zuppa saporita. Ma, dopo aver mangiato, il cane osservò che I peli del suo ospite erano logori intorno al collo.
-Che cosa è questo?
-Niente, niente: il segno del collare.
-Il collare? Sì; eccolo là!
attaccato a quella catena. Di note il mio padrone mi lascia libero per dare la caccia ai ladri, ma di giorno mi lega qui nella mia comoda cassetta.
– Amico, scusami tanto, la tua zuppa è buona, ma io preferisco far della fame ed esser libero, piuttosto che ingrassare ed essere legato.
Mario Mazza

Der reiche und der arme Hund

Ein Hund, mit glänzendem Fell und gut ernährt, sagte zu einem mageren und hungrigen Hund:
„Warum kommst du nicht zu mir? Ich habe jeden Tag eine Suppe und Knochen, so viel ich will.“
Der arme und streunende Hund dankte und folgte dem Freund.

Das war wirklich ein reicher Hund. Er hatte ein Holzhäuschen für sich allein, und eine Schüssel mit guter, schmackhafter Suppe. Nach dem Essen sah der Hund, dass die Haare seines Gastgebers um den Hals abgewetzt waren.

„Was ist das?“
„Nichts, nichts: die Spur des Halsbandes.“
„Ein Halsband?“
„Ja, da ist es! Es hängt an der Kette. Nachts lässt mein Herr mich frei, damit ich Diebe jagen kann, aber tagsüber bindet er mich hier an meinem bequemen Häuschen fest.“
„Mein Freund, entschuldige, deine Suppe ist gut, aber ich habe lieber Hunger und bin frei, als dass ich dick werde und angebunden bin.“

Aus: Prime Letture, Erste italienische Lesestücke, dtv