Essen & Trinken, Food, Fotografie, Frankreich, Herbst, Natur & Garten, Reisen, Wandern, Wein

Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (7) – Durch die Reben nach Irancy

burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-1
Bourgogne Trauben

Als wir an unserem dritten Tag in der Bourgogne aufwachten, war es draußen neblig und ziemlich kühl.
Aber der Wetterbericht hatte Sonnenschein vorausgesagt und außerdem stand eine Wanderung bergauf durch die Reben in das bekannte Weindorf Irancy auf dem Programm, und ich dachte mir schon, dass der Nebel nur im Yonne-Tal hängt… und tatsächlich war es so!


burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-6


Mit dem Bus am Ausgangspunkt unserer Wanderung bei Champs sur Yonne angekommen, zeigte sich schon die Sonne und nach dem ersten Anstieg konnte ich schon die oberste Kleidungschicht ablegen und im Rucksack verstauen.
Wer sich die Wanderung aus irgeneinem Grund nicht zutraute, konnte später mit Gerhard im Bus zum Ziel fahren.



Der erste Anstieg ist geschafft, der Fleece-Pulli ist im Rucksack und wir genießen die warmen Sonnenstrahlen und die schöne Aussicht.
Und da soll mal einer sagen, die Franzosen seien nicht umweltbewußt und fortschrittlich – hier wird schon ganz schön viel Windkraft genutzt und mich stören die Windräder in der Landschaft überhaupt nicht. Im Gegenteil – ich finde das sehr interessant und stellt man sich hier einen endlosen Horizont ohne Windräder vor, wäre das Bild doch eher langweilig, oder nicht?


burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-3

burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-7

burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-9

burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-8

burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-12


Die Reben werden hier bodennah gehalten, die Rebstöcke sind im Vergleich zum Markgräflerand sehr niedrig.


burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-22


Unterwegs konnten wir zusehen, wie die Trauben geerntet werden – nämlich maschinell mit dem Vollernter – also keine Spur von Winzerromantik mit Weinlese von Hand.
Nur die Trauben, die der Vollernter nicht erwischt, werden nachträglich noch von Hand geerntet.
Die Rebsorte des berühmten roten Burgunders heißt „Pinot noir”, die Weinregion, durch die wir gewandert sind ist das Auxerrois.


burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-24
Burgunder Trauben – Pinot Noir

Dann ging es wieder bergab und wir konnten unser Ziel schon sehen.
Das Winzerdorf Irancy (350 Einwohner) mit seinen schönen alten Höfen liegt 12 km südlich von Auxerre.
Die Rot- und Weissweine aus Irancy gelten als die besten der Weinregion Auxerrois.





Unser Ziel in Irancy war das Restaurant Le Soufflot. Das einzige Restaurant in diesem kleinen Ort sieht von außen recht unscheinbar aus, scheint aber stets gut besucht zu sein.
Jedenfalls kamen um die Mittagszeit immer mehr Leute und nach kurzer Zeit waren alle Tische besetzt.
Für uns war dieser Platz in einer Art Wintergarten reserviert. Es könnte sogar sein, dass dieser Raum vorher eine Scheune oder Teil eines Innenhofs war.


burgund-mit-avanti_3_wanderung-nach-irancy-34


Jetzt wollt ihr bestimmt wissen, was es zum Mittagessen (déjeuneur) gab?! Das erzähle ich euch in der Fortsetzung, die demnächst folgt.
Eines kann ich euch schon verraten: Es gab zum Essen natürlich einen Rotwein aus Irancy!


Werbeanzeigen
Essen & Trinken, Food, Fotografie, Natur & Garten, Reisen, Wandern

Ostermontags-Ausflug mit gemütlicher Einkehr

Eichen1

Ostermontag – trotz mieser Aussichten hatten wir fast Bilderbuchwetter bei unserem Ausflug.

Sonnig, aber windig und kühl ist es. Es ist der erste April und an den Bäumen ist noch kein einziges grünes Blättchen zu sehen. Auf den Bergen liegt noch Schnee. Wir machten uns auf den Weg in Richtung Schopfheim. Im nahegelegenen Eichen wird noch der Brauch des Eierspringens zu Ostern gepflegt, das mussten wir uns ansehen.

Mehr Infos zum Brauch findet ihr beim Markgräfler.

Eichen2

Etwas unterhalb liegt der Eichener See.

Eichen3

Ich war das letzte mal vor etwas mehr als 20 Jahren, zu Schulzeiten mit dem Geologie-Kurs dort. Es handelt sich um eine Doline, die mit Wasser gefüllt ist. Der Zu- und Abfluss ist bis heute unbekannt. In regenreichen Jahren kann er sehr gross werden.

Eichen4

Das besondere an diesem See sind die Wasserbewohner, Urzeitkrebse, d. h. die Kiemenfußkrebse sind das. Sie sind äusserst selten und deshalb steht das ganze Gebiet unter Naturschutz. Es besteht absolutes Fangverbot für die Krebse! Sie sehen ähnlich aus, wie die Seamonkeys, die manch einer vielleicht noch kennt (war früher auch mal ein Gimmick in einem Yps Heft).

Eichen7

Eine Schautafel informiert über die Entstehung des Sees und über die Kiemenfußkrebse.

Eichen8

Eichen9

Auf unserem Rückweg sind wir durch das „Kleine Wiesental” gefahren. Dort liegt in der Nähe von Steinen das Bauernhausmuseum Schneiderhof.

Schneiderhof

Leider waren wir etwa 15 Minuten zu spät für die letzte Führung, also haben wir das Haus nur von außen angeschaut. Dort oben blühen noch ganz viele Schneeglöckchen.

Schneiderhof1

Schneiderhof2

Und dann sind wir zum Schluss doch noch in einem Museum gelandet. Bei Kandern liegt das Dörfchen Riedlingen. In einem alten Bauernhaus hat die Besitzerin Spielzeug aus mehreren Jahrzehnten zusammengetragen. Vor allem Puppen und Stofftiere haben es ihr angetan. In einem kleinen Häuschen nebenan sind lauter Puppenstuben ausgestellt. Und ganz neben bei, bekommt man dort hervoragenden, selbstgebackenen Kuchen serviert. Im Winter macht man es sich an großen Tischen rund um den Kachelofen gemütlich, im Sommer kann man im Garten unter den schattenspendenden Bäumen sitzen. Alles sehr familiär – man hat das Gefühl, im Wohnzimmer der Großmutter zu sitzen. Es gibt reichlich Lektüre zu Haus, Garten und Küche – ich bin gleich an zwei Zeitschriften kleben geblieben.

Landhof, Museumscafé Riedlingen

Landhof Riedlingen1Landhof Riedlingen2

Die gemütliche Stube mit Stofftieren, Puppen und dem Kachelofen:

Landhof Riedlingen3

Landhof Riedlingen4

Und nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, (Biskuittorte mit Rumrosinen und Sahne / Baileys-Kaffee Torte) gingen wird auf Entdeckungstour im und um das Café…

Auf einem alten Herd rocken die Beatles:

Landhaus Riedlingen4

Hier kann man übrigens auch einzelne Stücke käuflich erwerben – einfach nachfragen.

Landhaus Riedlingen5

Landhaus Riedlingen6

Landhaus Riedlingen7

Landhaus Riedlingen8

Landhaus Riedlingen9

Landhaus Riedlingen10

Landhaus Riedlingen11

Landhaus Riedlingen12

Landhaus Riedlingen13

Landhaus Riedlingen14

Landhaus Riedlingen15

Fotografie, Garten, Natur & Garten, Wandern

Wanderung mit Geologie und Bergbaugeschichte – Badenweiler

Gestern war Wandertag – ganz in unserer Nähe, in Badenweiler bei Sehringen, startet der „Geologische und bergbaugeschichtliche Wanderweg Badenweiler-Sehringen“, der erst vorm kurzem eröffnet wurde. Der Weg ist sehr abwechslungsreich – natürlich mit Steigungen und Gefälle und variabel von knapp 6 km bis etwa 8 km und verläuft unterhalb unseres „Hausbergs“, des „Blauen“.
Ein Infoblatt mit Plan kann man in Badenweiler oder in Müllheim bei der Info (Fremdenverkehrsbüro) erhalten.

„(…) Nach Meinung von Experten hat der Bergbau bei Badenweiler in der keltischen Zeit begonnen. Im Laufe der Zeit wurde Blei, Silber und Eisenerz abgebaut. Der Abbau von Gips wurde bis in die 1960er Jahre betrieben. Das reiche Erzvorkommen in der Region basiert auf dem Einbruch des Oberrheingrabens, der sich im Tertiär zwischen Schwarzwald und Vogesen vollzogen hat. Das an den Bruchstufen der stärksten Bewegung, der sog. Hauptverwerfung entstandene Quarzriff, erstreckt sich mit seinen dabei aufgerissenen Spaltungshohlräumen und Erzgängen als Hartsteinsrippe deutlich sichtbar im Geländer von Sulzburg über Badenweiler bis nach Schloss Bürgeln. (…)

Man kann entweder in Badenweiler beim Inhalatorium einsteigen, oder direkt vom Info-Pavillon an der L123 (Sehringer Straße) starten. Dort kann man sich in den Schaukästen verschiedene Gesteinsproben ansehen und mehr über die Geschichte des Bergbaus und die geologischen Besonderheiten der Gegend erfahren.
Dort hat es auch einen Parkplatz, wo man sein Auto abstellen kann.


…beim Aussichtspunkt Sophienruhe (mit Schutzhütte)-
ist ein schöner Rastplatz in etwa der Hälfte der Wanderung

Am Weg unterhalb der Sophienruhe gibt es eine Stelle, die ich noch aus meiner Schulzeit kenne.
Dort waren wir mit dem Geologie Grundkurs, um allerlei Gesteinsproben zu entnehmen, bewaffnet mit einem Hammer und gutem Schuhwerk – „Steineklopfen“
Der Platz ist bei Interessierten bekannt, früher dafür, dass man mit viel Geklopfe und ein wenig Glück Amethyste finden konnte. Ob man heute noch welche finden kann?!

Zwischen den Steinen wächst dort jede Menge wilder Thymian – sogar einen weißen Thymian habe ich dort gefunden. Das duftet…!

…vorbei an eindrucksvollen Felsen…


…über Felsspalten, entstanden durch eingefallene, ausgebeutete Gruben (die werden „Alter Mann“ genannt),
bis zur alten Bergschmiede, deren Gebäude schon beginnen, zusammen zu fallen:


Einst soll es hier einen geheimnisvollen Waldsee gegeben haben, wo Kobolde und Hexen gehaust haben sollen.
Die Narrencliquen „Blauenkobolde“ haben hier z. B. ihren Namen gefunden.

Man kann anhand des feuchten Waldbodens und dem üppigen Moosbewuchs noch den See erahnen.

Wenn ich sowas sehe denke ich immer: schade – dass es niemanden gibt, der solche Dinge instandhält und pflegt…

Einkehrmöglichkeiten:
Landgasthof Grüner Baum/Sehringen, Cafeteria Reha-Klinik Hausbaden, Café Mondweide/Sehringen – oder die zahlreichen Gastronomiebetriebe direkt in Badenweiler
(wir haben uns für’s Café Mondweide mit seinem herrlichen Garten entschieden, siehe folgender Post