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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (10) – Wanderung an der Cure und ein römisches Militärlager

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Blick von der Brücke über die Cure bei Saint-Moré

Ausgangspunkt unserer letzten Wanderung in am vierten Tag der Burgund Reise mit AVANTI war der kleine Ort Arcy-sur-Cure.
In der Rue de la Gare – an einem kleinen Bahnhofshäuschen sind wir aus dem Bus gestiegen und sind erst ein kleines Stück an der Bahnlinie entlang gewandert, bis uns der Wanderweg über die Bahngleise in den Wald führte, von dort durch den kleinen Ort Nailly und dann über die Straße (D606) und Rue du Pont (Brücke) nach Saint-Moré.



Das Wetter war wieder sehr schön und wir entdeckten hinter einem Gitter ein einsames – vielleicht verwunschenes –  Schloss, das von einem kleinen Park umgeben war.


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Von hier ging es nochmal ein kurzes Stück an der Bahnlinie entlang, bis wir wieder bergauf in den Wald kamen.
Von dem Römischen Militärlager sieht man nicht mehr viel, man braucht einiges an Vorstellungskraft, um Umrisse erkennen zu können. Im Sommer und Spätherbst sind die Steine zu stark zugewachsen. Im Winter sieht man wohl mehr davon.
Die Informationstafeln, die am Weg aufgestellt sind, nützen auch nicht viel – die meisten davon sind stark verwittert oder liegen sogar am Boden. Schade.


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burgund-mit-avanti_4_wanderung-roemisches-militaerlager-8Cora-Villaucerre


Der Cora-Vilaucerre Hügel ist eine eindrucksvolle natürliche Festung mit steilen Wänden. Neolithischer Feuerstein und Keramik, Relikte der Bronze und Eisenzeit und aus der gallo-römischen Zeit kann man hier finden. Es wurde unter anderem ein Kopf aus Ton mit einer Phrygischen Kappe entdeckt.
Dieser symbolisiert den persischen Sonnengottes Mithra, dessen Kult unter den Legionären, die im Osten waren, verbreitet war.
Wir gingen dann weiter durch den Wald, in dem des aussah, als würde es dort auch Wildschweine geben – ein Mischwald mit Eichen und viel Laub auf dem Boden.
Obelix hätte hier bestimmt eine wahre Freude gehabt.
Unser Zielort war Voutenay, wo wir nochmal über eine Brücke spazierten. Im Ort wurden wir vom Bus abgeholt – und wir konnten unsere Schuhe wechseln oder gründlich säubern, bevor es zum Mittagessen ging….


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 Und mit welchen Köstlichkeiten wir hier in der Auberge des Chenets überrascht wurden, erzähle ich euch in einem weiteren Beitrag….


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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (8) – Restaurant Soufflot in Irancy

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Nach unserer Wanderung durch die Weinberge sind wir, wie ich bereits erwähnt habe, zum Mittagessen im Restaurant Le Soufflot in Irancy eingekehrt.
Ein superleckeres Essen mit drei Gängen.
Der Koch des Restaurants hat für seine hervorragende, traditionell regionale Küche eine Auszeichnung erhalten.


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Hier ist das Menü


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Amuse-Gueule
Gougères = Käsewindbeutel



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En Bourgogne, la gougère est un amuse-gueule souvent servi pour les fêtes ou pour le tâtevinage (dégustation des vins).
Mais elle peut être préparée en entrée, elle sera alors farcie de champignons ou d’escargots.

Im Burgund werden die Gougères (Käsewindbeutel) oft auf Partys als Amuse-Gueule/kleine Vorspeise oder zur tâtevinage (Weinprobe) serviert.
Man kann die Gougèrers aber auch als Vorspeise servieren, oft werden sie hierfür auch mit Pilzen oder Weinbergschnecken gefüllt.
Sie bestehen aus einem pikanten Käse-Brandteig. Sie werden frisch aus dem Ofen, warm serviert.



Der Wein
2012 er Domaine Colinot Irancy Palotte


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Domaine : Colinot
Bourgogne – Chablis et Yonne
Appellation : Irancy

Vin rouge – AOC – Cépages : César, Picpoul noir
Ein Irancy Rotwein aus César und Picpoul noir Trauben.


Die Vorspeise (Entrée)
Lachstartar mit Mango und Koriander
dazu rustikales Brot


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Das Hauptgericht
Charolais Rinderbraten mit Auberginenpüree, Pilzen und gebratenen Mini-Auberginen
und Bratensauce mit Traubenmost


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Das Dessert
Schokoküchlein mit Walnuss-Eiscreme



Den Abschluss machte ein Espresso und danach ging es durch die Gassen von Irancy zum Bus, der etwas unterhalb geparkt war.


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Gegen 14 Uhr fuhren wir mit dem Bus zurück nach Auxerre, wo wir uns ein wenig ausruhen konnten, bevor wir uns am späten Nachmittag zu einer Stadführung trafen.


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Relaxen im Hotelgarten…


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Fortsetzung folgt…

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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (7) – Durch die Reben nach Irancy

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Bourgogne Trauben

Als wir an unserem dritten Tag in der Bourgogne aufwachten, war es draußen neblig und ziemlich kühl.
Aber der Wetterbericht hatte Sonnenschein vorausgesagt und außerdem stand eine Wanderung bergauf durch die Reben in das bekannte Weindorf Irancy auf dem Programm, und ich dachte mir schon, dass der Nebel nur im Yonne-Tal hängt… und tatsächlich war es so!


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Mit dem Bus am Ausgangspunkt unserer Wanderung bei Champs sur Yonne angekommen, zeigte sich schon die Sonne und nach dem ersten Anstieg konnte ich schon die oberste Kleidungschicht ablegen und im Rucksack verstauen.
Wer sich die Wanderung aus irgeneinem Grund nicht zutraute, konnte später mit Gerhard im Bus zum Ziel fahren.



Der erste Anstieg ist geschafft, der Fleece-Pulli ist im Rucksack und wir genießen die warmen Sonnenstrahlen und die schöne Aussicht.
Und da soll mal einer sagen, die Franzosen seien nicht umweltbewußt und fortschrittlich – hier wird schon ganz schön viel Windkraft genutzt und mich stören die Windräder in der Landschaft überhaupt nicht. Im Gegenteil – ich finde das sehr interessant und stellt man sich hier einen endlosen Horizont ohne Windräder vor, wäre das Bild doch eher langweilig, oder nicht?


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Die Reben werden hier bodennah gehalten, die Rebstöcke sind im Vergleich zum Markgräflerand sehr niedrig.


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Unterwegs konnten wir zusehen, wie die Trauben geerntet werden – nämlich maschinell mit dem Vollernter – also keine Spur von Winzerromantik mit Weinlese von Hand.
Nur die Trauben, die der Vollernter nicht erwischt, werden nachträglich noch von Hand geerntet.
Die Rebsorte des berühmten roten Burgunders heißt „Pinot noir”, die Weinregion, durch die wir gewandert sind ist das Auxerrois.


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Burgunder Trauben – Pinot Noir

Dann ging es wieder bergab und wir konnten unser Ziel schon sehen.
Das Winzerdorf Irancy (350 Einwohner) mit seinen schönen alten Höfen liegt 12 km südlich von Auxerre.
Die Rot- und Weissweine aus Irancy gelten als die besten der Weinregion Auxerrois.





Unser Ziel in Irancy war das Restaurant Le Soufflot. Das einzige Restaurant in diesem kleinen Ort sieht von außen recht unscheinbar aus, scheint aber stets gut besucht zu sein.
Jedenfalls kamen um die Mittagszeit immer mehr Leute und nach kurzer Zeit waren alle Tische besetzt.
Für uns war dieser Platz in einer Art Wintergarten reserviert. Es könnte sogar sein, dass dieser Raum vorher eine Scheune oder Teil eines Innenhofs war.


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Jetzt wollt ihr bestimmt wissen, was es zum Mittagessen (déjeuneur) gab?! Das erzähle ich euch in der Fortsetzung, die demnächst folgt.
Eines kann ich euch schon verraten: Es gab zum Essen natürlich einen Rotwein aus Irancy!


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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (5) – Château de Bazoches, das Schloss von Vauban

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Das Château de Bazoches, das Schloss, in dem einst der Marschall Vauban (1633-1707) gelebt und gearbeitet hat, liegt etwa 10 km südlich von Vézelay, das wir am Vormittag, vor unserer Wanderung im Cure-Tal besichtigt hatten.

Vauban hing sehr an diesem Schloss, welches Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Bei der Besichtigung bekommt man einen guten Einblick in die Persönlichkeit, das Familienleben und die Arbeit des großen Ingenieurs, der auch als aufgeklärter Schriftsteller hervortrat.
Von den Salons aus genießt man einen reizvollen Ausblick auf den Hügel, auf dem Vézelay liegt.

Die Galerie des Schlosses, in der Vauban mit seinen Ingenieuren Entwürfe für Befestigungsanlagen in Frankreich ausarbeitete, wurde zum Teil wiederhergestellt.
Ein berühmtes Beispiel dieser Befestigungsanlagen befindet sich ganz in der Nähe des Markgräflerlandes, im elsässischen Neuf-Brisach.



Zu sehen sind Modelle, Rüstungen und  Ahnentafeln mit Wappen aus Limoger Porzellan.
Das sehr gut erhaltene Schlafzimmer Vaubans ist immer noch mit seinen außergewöhnlichen Möbeln aus dem 17. Jahrhundert ausgestattet.
Über dem Kamin hängt ein Porträt Ludwigs XIV., dem „Sonnenkönig” zu Pferde von van der Meulen.
Das kleine Arbeitszimmer bezaubert durch das reizende Vogeldekor an der Decke und eine Sammlung kleinformatiger Porträts, von denen drei Clouet zugeschrieben werden.
Im Erdgeschoß sind im Zimmer der Gattin Vaubans, die den Besitz verwaltete und dort bis zu ihrem Tod im Juni 1705 lebte, Andenken an sie ausgestellt.
Das Grab Vaubans befindet sich in der Kirche von Bazoches. Sein Herz wird im Invalidendom in Paris aufbewahrt.


Blick auf Bazoches
Blick auf Bazoches vom Parkplatz unterhalb des Schlosses
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Rechts im Bild die Kirche von Bazoches (12. – 16. Jahrhundert), in der sich das Grab von Vauban befindet


Nach der Besichtigung ging es zurück nach Auxerre. Nach kurzer Verschnaufpause im Hotel ging es zum Abendessn in Auxerre, in einem anderen Restaurant als am Vortag.
Fortsetzung folgt…


Aussicht über den Fluß Yonne auf die Silouette von Auxerre


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Auxerre
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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (4) – Eine Wanderung im Cure Tal und das Schloss von Vauban

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Nach unserer Besichtigung in Vézelay und einem weiteren, köstlichen Picknick fuhr uns Hans-Peter zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung im Cure-Tal.
Am Ortsrand von Pierre-Perthuis setzte er uns ab und über einen schmalen Einstiegsweg gelangten wir zu diesem idyllischen Ort bei den zwei Brücken.
Hier wäre das Picknick zwar auch sehr schön gewesen, aber die Verlockung, danach einfach sitzen zu bleiben und sich nicht mehr zur Wanderung aufzuraffen, wäre sehr sehr groß gewesen… 😉
Leider habe ich meine Streckenaufzeichnung erst hier gestartet und hatte im Wald keine GPS-Verbindung.
Ziel war der kleine Ort Domecy sur Cure und Google Maps macht es möglich, dass ich euch den Weg trotzdem auf der Karte zeigen kann.




Zuerst ging es entgegen der Flußrichtung entlang der Cure, dann eine Steigung durch den Wald, bis es schließlich wieder bergab ging und wir in (Domecy sur) Cure von Hans-Peter am Bus mit Kaffee und Gebäck empfangen wurden. Hier sind ein paar Impressionen unserer zweiten Wanderung im Burgund.



Scheint eine Moor- und Heidelandschaft zu sein. Hier wachsen Ginster und Erika, die Cure hat moorbraunes basisches Wasser, das an manchen Stellen natürlicherweise schäumt.
Ich habe leider nicht getestet, wie weich sich das Wasser auf der Haut anfühlt.


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Blrombeersträucher gibt es hier massenhaft

Vor Beginn der Wanderung bekamen wir noch die Aufgabe gestellt,von einer Anhöhe aus ein besonders schönes Bild vom AVANTI-Bus zu machen.
Und zwar von diesem Felsvorsprung, von dem man auf die Cure blicken kann.
Auf diesem Felsen wachsen wunderschöne blaue Blümchen, die ich nicht bestimmen konnte. Es muss sich jedoch um ein Liliengewächs mit Zwiebel handeln.
Sie blühen wunderschön. Vielleicht kennt jemand von euch die Pflanze?
Nachtrag: es handelt sich um Scilla autumnalis oder Prospero autumnale Speta, eine Pflanzenart aus der Gattung der Blausterne, auch Herbst-Blaustern genannt.
Außerdem wachsen vereinzelt Karthäusernelken.


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Blick auf die Cure und den Ort Domecy sur Cure

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Mal sehen, wer das schönste Bild hinbekommt – und diesmal bitteschön anders als im Reisekatalog mit Bild von 2015 – mit gesschlossener Tür und Gepäckklappe!


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Nach der Kaffeepause ging es mit dem Bus weiter zu unserem nächsten Ziel des Tages, nach Bazoches, wo das Schloss von Vauban steht.
Fortsetzung folgt…


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Bazoches – Der Wohnsitz von Vauban
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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (3) – Vezelay, heilige Gebeine und der Jakobsweg

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Der zweite Tag im Burgund mit AVANTI begann mit einem gemütlichen Frühstück im Hotel.
Um 9 Uhr fuhren wir mit dem Bus nach Vézelay, wo wir eine geführte Besichtigung der Basilika gemacht haben.
Vorher mussten wir allerdings den steilen Anstieg bewältigen, um auf den Berg zu gelangen, auf dem die Basilika thront.
Um diese Jahreszeit sind nicht mehr so viele Jakobsweg-Pilger unterwegs, man sieht nur eine Handvoll schwer bepackter Wanderer, die vor der Kirche Selfies machen oder sich von Passanten ablichten lassen.
So wirkt der Ort – abgesehen von den Souvenirläden, die den Hauptweg (Grande Rue) zur Basilika säumen – ein wenig verschlafen und recht beschaulich.


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Die ehemalige Klosterkirche von Vézelay gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Burgunds und ganz Frankreichs.
Gestiftet wurde das Kloster von Girart de Roussillon, der im Mittelalter in Frankreich einige Heldentaten vollbracht haben soll.
Zunächst gründete er um die Mitte des 9. Jahrhunderts ein Nonnenkloster im heutigen Saint-Père de Vézelay. Nach der Zerstörung des Klosters durch die Normannen ließ er auf dem leichter zu verteidigenden nahen Hügel ein neues Kloster errichten, in das daraufhin Benediktinermönche einzogen.
Diese Gründung wurde 878 durch Papst Johannes VIII. geweiht.

Als am 31. März 1146 Bernhard von Clairvaux, der als eines der Häupter der Christenheit galt zum 2. Kreuzzug aufrief, hatte sich das Kloster durch den Besitz der Reliquien der Maria Magdalena bereits zu einem der größten Wallfahrtsorte jener Zeit entwickelt und war außerdem schon damals eine wichtige Etappe auf der Pilgerstraße nach Santiago de Compostela (Jakobsweg).
König Ludwig VII. von Frankreich mit seinen Angehörigen und vielen Lehnsherren folgten dem Ruf und zogen begeistert los, das „Heilige Land” zu erobern.

Im Jahre 1190 trafen sich dann König Philipp August und der englische König Richard Löwenherz vor ihrem Abmarsch zum 3. Kreuzzug in Vézelay.
Franz von Assisi wählte Vézelay zum Standort des ersten französischen Minoritenklosters (Gründung um 1217).
Ab 1248, dem Jahr des 7. Kreuzzugs, machte Ludwig der Heilige als Mitglied des Dritten Ordens der Franziskaner mehrere Wallfahrten nach Vézelay.

Als Ende des 13. Jahrhunderts auch in Saint-Maximin in der Provence Reliquien der Maria Magdalena entdeckt wurden, blieben in Vézelay die Wallfahrer aus; Märkte und Messen verloren an Bedeutung.
1537 erlebte das in ein Chorherrenstift umgewandelte Kloster in den Religionskriegen den völligen Niedergang. 1569 wurde es von den Hugenotten vollständig ausgeplündert und in der Französischen Revolution teilweise dem Erdboden gleichgemacht.
Nach mehreren Jahrhunderten war die der Maria Magdalena geweihte Kirche völlig verwahrlost.

Von 1840 bis 1859 wurde die Kirche auf Initiative von Prosper Mérimée (Inspektor der Denkmalpflege) durch Viollet-le-Duc aufwändig restauriert und ist heute wieder so schön, wie in der Zeit der großen Wallfahrten.
Für den Erhalt trägt die Mönchsgemeinschaft von Jerusalem Sorge, die den Franziskanern nachfolgte.


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Drei romanische Portale schmücken die Fassade der Basilique Sainte-Madeleine.
Das Mittelportal ist reich geschmückt.



Der Narthex (Eingangsbereich) mit Hauptportal



Der 1132 von Papst Innozenz II. geweihte Narthex stellt sich wie eine Vorkirche dar. Er ist jünger als das Kirchenschiff und die Innenfassade. In der Struktur ist der Bau zwar noch romanisch, die Gewölbeformen entsprechen jedoch schon Techniken der Gotik.
Über den beiden Seitenschiffen liegen Emporen. An den mächtigen Kreuzpfeilern, deren Halbsäulen mit Figurenkapitellen geschmückt sind, erkennt man Szenen aus dem alten Testament.


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Das Hauptportal

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Das Hauptportal ist dem Missionsauftrag geweiht, mit dem Christus vor seiner Himmelfahrt die Jünger betraute. Man erkennt insbesondere das Pfingstwunder und verschiedene Heilungen.
In der Mitte thront Christus in der Mandorla. Er hält seine Hände schützend über die um ihn versammelten Apostel, während von seinen Wundmalen der Heilige Geist zu den Köpfen der Zwölf strahlt.
In den Bildern am ersten Bogenlauf und am Türsturz sind die bekehrten Völker dargestellt, die zu Füßen Christi von Petrus und Paulus als Vertreter der Kirche empfangen werden.
Im zweiten Bogenlauf wird durch die Tierkreiszeichen und Monatsbilder mit den Feldarbeiten die zeitliche Dimension eingeführt. Sie deutet an, dass die Mission der Apostel im Lauf der Menschheitsgeschichte stetig weitergegeben werden soll.


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Die große Figur Johannes des Täufers (das Osterlamm ist leider nicht mehr vorhanden) am Mittelpfosten scheint den darüber angeordneten Christus zu tragen.


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Die beiden Bogenfelder der kleinen Portale rechts und links werden beide von prächtigen Rankornamenten und Rosetten umrahmt.
Das Bogenfeld der rechten Tür zeigt Szenen aus der Kindheit Christi: unten von links nach rechts Mariä Verkündigung, Heimsuchung Mariä, Hirten auf dem Feld, Christi Geburt; darüber: Anbetung der Hl. Drei Könige.


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Der Innenraum


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Das 1120 und 1135 nach dem Feuersturm wieder aufgebaute romanische Schiff zeichnet sich durch seine Größe (Länge 62 m), das Mauerwerk aus verschieden getöntem Kalkstein, die Helligkeit und vor allem seine bewundernswerten Kapitelle aus. Das in zehn Joche gegliederte Mittelschiff ist viel höher als die Seitenschiffe.

Reizvoll sind die abwechselnd hellen und dunklen Keilsteine der Schwibbögen des Gewölbes. Die weiten Rundbogenarkaden unter den Obergadenfenstern sind an den die Bögen tragenden Halbsäulen mit wunderschönen Kapitellen geschmückt.
Rosetten, Wellenbänder, Palmetten, Blumen oder Blätter unterstreichen die großen Linien des baulichen Gefüges.



Die Kapitelle


Die Kapitelle im Schiff sind noch schöner als die Kapitelle des Narthex.
Aufgrund der verschiedenen Gestaltung und Ausführung der Kapitelle unterscheidet man fünf Bildhauer, deren Namen jedoch nicht bekannt sind.
Sie überraschen durch die szenische Komposition, die plastische Durchbildung und die teilweise kunstvolle Stilisierung der Darstellungen, die gelegentlich auch eine schalkhafte Idee realistisch zum Ausdruck bringen.


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„Mystische Mühle”: Der Prophet Moses schüttet das Korn des alten Glaubens in die Mühle, Paulus fängt das Mehl des neuen Gesetzes auf

Das gotische Querhaus und der Chor


Der romanische Chor der karolingischen Kirche von 1096 machte Ende des 12. Jahrhunderts einem lichtdurchflutetem Raum Platz, der 1215 fertiggestellt wurde.
Der weite Umgangschor aus hellen Kleinquadern wirkt durch die glatten, schlanken Säulen der zierlichen spitzbogigen Arkanden, das Triforium und die Hochfenster außerordentlich zart.

Die Reliquien der heiligen Maria Magdalena werden heute im Schaft einer mit einer modernen Statue geschmückten Säule im rechten Querhaus aufbewahrt.



Crypte / Krypta


Die karolingische Krypta wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts vollkommen umgestaltet.
Zur Zeit der großen Wallfahrten im Mittelalter enthielt sie das Grab der heiligen Magdalena und bewahrt noch heute einen Teil der Reliquien dieser Heiligen.
Am Gewölbe sieht man Malereien aus dem 13. Jahrhundert.



Der Kreuzgang


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Nach unserer Führung, die am Ausgang des Kreuzgangs hinter der Kirche endete, wartete wieder mal ein köstliches Picknick auf uns, das Hans-Peter und Gerhard für uns auf einem der großen Steintische im Park hinter der Kirche (Terrasse du Château/Aussichtsterrasse) vorbereitet hatten.
Leider war die Aussicht nicht so hervorragend – aber das Wetter sollte später noch besser werden.



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Blick von der Aussichtsterrasse im Park hinter der Basilique Sainte-Madeleine de Vézelay auf das Cure-Tal und den Nordteil des Morvan)

Nachdem wir uns gestärkt hatten, hatten wir noch etwas Zeit um gewisse Örtlichkeiten aufzusuchen und uns noch ein wenig umzusehen.
Dann haben wir uns am Bus getroffen und sind zum Einstiegspunkt unserer heutigen Wanderung gefahren.
Fortsetzung folgt…


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Eine Genuss-Wanderreise im Herbst mit AVANTI: BURGUND (1) – Ein Picknick und die Abbaye de Fontenay

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Die Markgräflerin war wieder mal in kulinarischer Mission unterwegs….
Ganz kurzfristig hatte ich mich für eine Wanderreise mit AVANTI Reisen aus Freiburg entschieden.
Schon im vergangenen Jahr war ich zusammen mit dem Markgräfler mit AVANTI in der Bretagne zum Wandern (und Genießen). Diesmal musste der Markgräfler arbeiten, und so bin ich alleine mitgefahren.
Am Sonntagmorgen ging die Reise ab Freiburg los – ich konnte etwas später in Neuenburg am alten Zoll zusteigen.
Unser Fahrer und Reisebegleiter war diesmal der Chef von AVANTI, Hans-Peter Christoph selbst. Unterstützt wurde er von Gerhard Dees, den ich schon von der Bretagne-Reise kannte.

Auf der Autobahn ging es über Besançon – wo wir an einer Autobahnraststätte mit Kaffee und bretonischen Madeleines aus der „Bus-Bordküche” von Hans-Peter und Gerhard versorgt wurden – in Richtung BURGUND zu unserem ersten Etappenziel Montbard.

Bevor wir aber zu unserer ersten Wanderung aufbrechen konnten, mussten wir uns selbstverständlich erst noch einmal stärken, denn es war schon Mittagszeit.
Und das haben wir mit einem der berühmten AVANTI-Picknicks getan – die Zutaten dafür hatte Hans-Peter am Vortag im nahegelegenen Elsass besorgt.


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Ihr wisst nicht, was ein AVANTI-Picknick ist?
Dann erkläre ich das kurz:

Auf den Touren und Wanderungen von AVANTI gibt es unterwegs oft ein Picknick, wofür die regionalen Zutaten – darunter auch lokale Spezialitäten –  meist auf die Rucksäcke aufgeteilt und bis zum Picknickplatz transportiert werden.
(Das mussten wir diesmal nicht, denn der Bus stand direkt neben dem Picknickplatz, von wo unsere erste Wanderung starten sollte.)


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Dann wird alles gemeinsam geschnibbelt und angerichtet und anschließend genüsslich verspeist.
Als persönliche Ausrüstung sollte jeder ein Speck- bzw. Vesperbrett oder Tellerchen und ein Messer dabei haben – und ganz wichtig: Einen Becher!
Denn es gibt immer einen Wein – außer für den Fahrer natürlich!


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Èpoisses de Bourgogne (Weichkäse)

Époisses de Bourgogne


Bei diesem Picknick habe ich auch eine für mich unbekannte, unglaublich cremige Käsespezialität aus der Bourgogne kennengelernt, den Époisses.
Der Époisses ist ein traditioneller Weichkäse mit Rotkultur aus dem Burgund mit EU-weit geschützter Ursprungsbezeichnung AOC (Appellation d’Origine Contrôlée).
Er wird handwerklich aus Kuhrohmilch hergestellt.
Während der Reifezeit von 4-8 Wochen wird der Époisses anfangs mit Salzlake, danach regelmäßig mit größer werdendem Anteil Marc de Bourgogne (Tresterbrand) gewaschen.

Der reife Käse wird direkt aus der Spanschachtel gelöffelt. Er hat eine weiche Naturrinde, innen ist er elfenbeinfarben und mit einem Fettgehalt von 50% Fett in Tr. ist er besonders cremig.
Der Époisses hat einen  würzig-aromatischen Geschmack und einen intensiven Geruch, bei dem der Marc herauszuriechen ist.

Dieser Käse wurde im frühen 16. Jahrhundert von Zisterziensermönchen der Abtei von Citeaux erfunden und er zählte zu den Lieblingskäsen Napoleons.
Ab dem Zweiten Weltkrieg geriet er fast in Vergessenheit, bis Robert und Simon Berthaut 1954 ihre Fromagerie Berthaut gründeten und 1956 wieder mit seiner Produktion begannen.
Dieser durchdringend und vielschichtig schmeckende Käse kann in verschiedenen Reifestadien genossen werden.


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Und dann wurde es Zeit, zusammenzupacken und unsere erste Wanderung zu starten.
Eine leichte Wanderung durch den Wald mit einem kurzen und steilen Abstieg war zu bewältigen. Die Wegstrecke betrug etwa 7 Kilometer und führte von Montbard zur Abbaye de Fontenay, wo um 15 Uhr für uns eine geführte Tour gebucht war.
Würde man in entgegengesetzter Richtung wandern, käme man in Vézelay an – bedeutender Wallfahrtsort und Ausgangsort einer der Routen des Jakobswegs nach Santiago de Compostela.
Aber dazu komme ich später – wir haben Vézelay nämlich am darauffolgenden Tag besucht.


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Die Abtei von Fontenay, eine der bedeutendsten in Burgund, liegt im Département Côte-d’Or, etwa 60 km nordwestlich der Stadt Dijon in einem entlegenen, ursprünglichen Bachtal (Ruisseau de Fontenay).
Sie besitzt die älteste erhaltene Zisterzienserkirche. Die Lage entspricht der zisterziensischen Tradition, Klöster in entlegenen Tälern an einem Wasserlauf zu errichten. Da Fisch als Hauptbestandteil der Küche der Zisterzienser galt, gehören zu Teichen aufgestaute Bachläufe häufig zum Erscheinungsbild von Zisterzienserabteien. Durch die umgebende Wildnis konnte eine Ablenkung und Versuchung durch die weltlichen Geschäfte der Städte und Dörfer vermieden werden. Die Landstraße D 32, die von Marmagne nach Touillon führt, verbindet heute das ehemalige Kloster mit der Außenwelt.


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Was es in der Abbaye de Fontenay zu sehen gab, folgt in einem weiteren Beitrag.


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Ein kulinarischer Kurzurlaub in der Lorraine- Teil 14: Der Heimweg – Épinal

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Blick vom Parc du Château auf Épinal mit Basilique St.-Maurice

Unser Urlaub in der Lorraine war wirklich sehr kurz. Dennoch haben wir einiges gesehen.
Auf unserem Heimweg haben wir uns noch zwei Orte angesehen – erster Stop war in Épinal.


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Die Stadt Épinal an der Moselle (Mosel) wurde durch ihre Bilderbogenproduktion berühmt, zu Wohlstand kam sie aber durch die Baumwollverarbeitung.
Heutzutage ziert den Ort im Frühjahr und Sommer wunderbarer Blumenschmuck und man ist stolz, die waldreichste Stadt Frankreichs zu sein.


Am Moselufer
Am Moselufer

Es gibt ein Museum für alte und zeitgenössische Kunst, die eine bemerkenswerte frühgeschichtliche und Kunstsammlung besitzt.
Wir hatten leider nicht genügend Zeit, das Museum zu besichtigen.
Aber wir haben eine kleine Wanderung zur Burgruine von Épinal gemacht, die von einem wundervollen Park umgeben ist. (Parc du Château)


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Parc du Château


Ende des 10. Jh. gründete Bischof Theoderich I. von Metz am Südwestrand der Vogesen eine Abtei und einen Markt, woraus sich die Stadt Épinal entwickelte.
Eine Burg, höchstwahrscheinlich aus Holz, diente der Verteidigung des Moseltals.
Auf dem einstigen Schlossberg, der  sich als lang gestreckter Hügel bis zu Stadtmitte schiebt, erstreckt sich ein 26 ha großer Park.
Bei der Burgruine wurden mittelalterliche Gärten angelegt. Im Park gibt es außerdem einen kleinen Zoo und einen Spielplatz.


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Der Chinesische Turm – Eingang zum Park

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Mittelalterlicher Kräutergarten und Burgruine


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…ein altes Waschhaus

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Die Bilderbogen von Épinal


Wir hatten die Gelegenheit, auf einer Brücke, die über die Moselle führt, einige der Bilderbogen zu bewundern.

Die im Jahr 1796 gegründeten Imageries d’Épinal produzieren die berühmten Bilderbogen fast zwei Jahrhunderte lang mit sehr großem Erfolg.
Jean Charles Pellerin (1756-1836), der Sohn eines Spielkarten und Dominofabrikanten, stellte zunächst emaillierte Zifferblätter her. Da sie sich allerdings schlecht verkauften, ersetzte er sie durch kolorierte Zifferblätte aus Papier – so entstanden die Épinaler Bilderbogen.
Die bis dahin üblichen Bildchen hatten religiöse Inhalte. Pellerin fing damit an, profane Themen wie Volkslieder, Märchen und Fabeln zu drucken.
Später setzte er in den Drucken auch aktuelles Zeitgeschen um – Motive aus der Berufswelt oder dem Soldatenleben.
Die Bilder wurden in Holz geschnitten (überwiegend Birnbaum) und auf einer Gutenbergpresse gedruckt. Dann wurden die Drucke mit Hilfe von Schablonen von Hand koloriert.
Diese Technik wird noch heute angewandt.
Es gibt auch noch ein Museum der Bilderbogendruckerei in dem man mehr darüber erfahren kann.  Dafür hat es uns zeitlich auch nicht gereicht…


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Dann waren wir noch kurz in der Markthalle, wo um die Mittagszeit nicht mehr viel los war.
Bei einem Bäcker haben wir uns ein Baguette besorgt und sind dann weiter in die Vogesen nach Gerardmer gefahren….


Dessert, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Frankreich, Reisen, Sommer, Wein

Ein kulinarischer Kurzurlaub in der Lorraine- Teil 13: Restaurant – LE PETIT COMPTOIR – in Lunéville (2)

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Wie ich schon erwähnt habe, hatten wir an unserem letzten Abend nochmal im „Le Petit Comptoir”, dem Hotelrestaurant in Lunéville einen Tisch reserviert.
Das Essen war wieder superlecker und wenn wir wieder mal in der Gegend sein sollten, werden wir ganz bestimmt wieder hier einkehren!
Zum Abschluss haben wir keines von den Menüs gewählt, sondern „à la carte“ gespeist.


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Zum Apéritif gab es diesmal als Amuse-Gueule/Gruß des Hauses  eine Avocadocreme auf Blinis.


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Die Vorspeisen


  1. Salade de St. Jacques – Jakobsmuscheln mit Spargel, Salatgarnitur und Avocadocreme (für die Markgräflerin)
  2. Salade de magret fumé aux bluets – geräuchertes Entenbrust mit Heidelbeeren aus den Vogesen, Entenleberpaté (Foie Gras de canard) auf Brioche, Salatgarnitur (für den Markgräfler)


Die Hauptgerichte


  1. Pigeonneau – gebratenes Täubchen mit Heidelbeeren aus den Vogesen (für die Markgräflerin)
  2. Filet de Boeuf – Rinderfilet (für den Markgräfler)

Als Beilage gab es Fenchel-Möhrengemüse und Kartoffel-Fenchel Püree aus dem Ofen



Die Desserts


  1. Creme prise bergamote – Englische Crème/Eiercreme mit Bergamotteöl parfumiert (für die Markgräflerin)
  2. Assiette de 3 fromages – Käseteller (für den Markgräfler)


Das Abendessen war ein gelungener Abschluss für unseren Urlaub in der Lorraine.
Zum Essen gab es Quellwasser aus den Vogesen (Carola) und einen Auxerrois de Toul (ein Weißwein aus der Lorraine). Danach noch einen Espresso.
Schön war’s! – Und unser Heimweg führte über Épinal und Gerardmer in den Vogesen. – Bericht folgt.

Essen & Trinken, Food, Fotografie, Frankreich, Garten, Natur & Garten, Reisen

Ein kulinarischer Kurzurlaub in der Lorraine- Teil 11: 54300 Lunéville – France

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Nachdem wir uns gestärkt und ausgeruht hatten, haben wir uns am Nachmittag Lunéville mal genauer angesehen und auch einen Teil des Schlosses von innen besichtigt.
Unser kleiner Stadtrundgang ist dabei immer wieder durch kurze Regenschauer unterbrochen worden.
Wir haben uns dann in einzelne Ausstellungen im Schloss und in ein nahegelegenes Café geflüchtet.
Die Ausstellungen im Schloss – insbesondere eine Sammlung mit alten Fayencen und die Spitzenstickerei von Lunéville (Broderie de Lunéville)- durften zum größten Teil nicht fotografiert werden.
Deshalb kommt hier nur ein kleiner Teil in Fotos…


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Lunéville Spitze

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Und jetzt kommt eine Mischung aus Bildern, die an diesem Nachmittag entstanden sind und solchen, die wir an unserem ersten Abend in Lunéville aufgenommen haben.


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Die Kirche St. Jacques wurde von 1730 bis 1747 im bevorzugten Stil (Rokoko) des polnischen Königs Stanislaus Leszczynski erbaut, der Herzog von Lothringen geworden war und die letze Phase des Baus finanzierte.
Im Auftrag des Monarchen ließ sich der Architekt Emmanuel Héré von polnischen Barockkirchen inspirieren und schuf zusammen mit dem Orgelbauer Nicolas Dupont die einzige in Europa bekannte Orgel mit verborgenen Pfeifen.



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Das Haus des Kaufmanns „Maison du Marchand” wurde im 18. Jahrhundert von einem Hoflieferanten des Königs Stanislaus Leszczynski in Auftrag gegeben, der in Übersee Gewürze und fremdländische Waren einkaufte.



Das Gebäude aus rosa Vogesen-Sandstein wurde umfassend restauriert. Im Skulpturenschmuck der Eckpilaster kann mann Fässer und einen Schiffsbug erkennen



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Das Haus Nummer 12 in der Rue de Lorraine wurde im 17. Jahrhundert erbaut und ist eines der ältesten Gebäude von Lunéville.
Verschiedene Elemente sind in einem bemerkenswert gutem Zustand original erhalten geblieben: Eine Holztreppe und eine beschlagene Tür mit einem Giebeldreieck.
Dieses war früher mit einer Platte verziert, auf der drei Sängerknaben dargestellt waren.


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Und dann bekam die Markgräflerin an diesem Tag doch noch einen schöne Garten zu sehen.
In einer Seitengasse ganz in der Nähe der Kirche haben wir dieses kleine Paradies entdeckt – gerade noch rechtzeitig, bevor er für die Nacht verriegelt wurde.



Und jetzt fehlt natürlich noch das Rathaus (Hotel de Ville) mit seinem wunderschön gestalteten Vorplatz.
Hier hat man das Thema Fayencen in Form einer blumengeschmückten Freilufttafel aufgenommen…


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Und später sind wir zum Abendessen in ein kleines, familiär geführtes Restaurant gegangen.
Keine Haute Cuisine – für einen Franzosen gesehen wohl eher Hausmannskost…
Aber nachdem wir am Vorabend des Nationalfeiertags nirgendwo einen Tisch reserviert hatten, und sonst überall kein Platz mehr zu bekommen war gab es nur dieses zur Auswahl.


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Als Apéritif haben wir auf Empfehlung des Kellners eine hausgemachte Sangria getrunken.
Dazu gab es Oiven.

Vorspeise:
1. Terrine de campagne, Salat oder 2. Melone, Schinken, Butter, Salat
Kombination 2 war nicht so gelungen, der Salat war mit einem Meerrettich-Dressing angemacht und hat nicht so gut zur Melone gepasst.
Eindeutig empfehlenswerter war Vorspeise Nr. 1



Hauptgericht:
1. Seehecht Knusperli mit sauce Bearnaise, Nudeln, Gemüse oder 2. gegrillte Andouille (Kuttelwurst) mit Pommes, Salat
Hier haben wir die Kuttelwurst als bessere Kombination befunden.



Dessert:
Normalerweise der krönende Abschluss…
1. Mit einer Vanillecreme überbackene Früchte oder 2. eine Vanilleparfait mit kandierten Früchten – ähnlich einer Cassata
Hier war eindeutig Nr. 2 besser – Kritikpunkt bei den überbackenen Früchten: Die Früchte waren wild kombiniert von Traube über Grapefruit bis zur Melone und ein Teil davon hat nach Zwiebel geschmeckt, vermutlich mit dem falschen Messer oder auf dem falschen Brett geschnitten!!! Das geht gar nicht.
Die Vanillecreme, mit der das ganze überbacken war, war handwerklich gut gemacht.
Der Gruppe Einheimischer, die am Nebentisch das gleiche hatte, scheint es geschmeckt zu haben, im Gegensatz zu mir haben sie alles brav aufgegessen.



Wir haben dann beschlossen, für den kommenden Abend wieder einen Tisch im „Les Pages” zu reservieren – und wir sollten diesen Beschluss nicht bereuen.
Aber davon erzähle ich euch in einem weiteren Beitrag.


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Zum Abschluss des abends haben wir uns im Schlosspark noch einmal die Wasser-Lichtspiele angesehen und anschließend das große Feuerwerk zum Nationalfeiertag.