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Kornelkirschen Marmelade

Am Samstag war ein wenig Garten aufräumen angesagt. Faule Hageläpfel aufsammeln, Rasen mähen, hier und da ein wenig abschneiden – und als ich dann an meine Hartriegel-Sträucher (Hecke zur Strasse) kam, habe ich ganz viele Kornelkirschen entdeckt. Von der Aussenseite schön mit Blättern bedeckt und somit geschützt, bin ich dann von der Innenseite so halb reingeklettert, und war erst einmal eine gute halbe Stunde damit beschäftigt, die reifen Kirschen abzupflücken – mit der einen oder anderen Schramme am Arm und gefülltem Messbecher kam ich wieder raus.

Die Kornelkirsche wird auch Herlitze oder Dirlitze in Österreich Dirndlstrauch und was ich besonders putzig finde, in der Deutschschweiz „Tierlibaum“, genannt und gehört zur Familie der Hartriegelgewächse (gelber Hartriegel). Sie liebt kalkhaltige und trockene Böden – gedeiht bei mir prächtig. Sie kann bis 100 Jahre alt werden. Aus den Früchten kann man Kompott, Saft oder Marmelade herstellen. In Frankreich wird daraus „Vin de cornouille“ gekeltert und in der Türkei legt man sie wie Oliven in Essig und Salz ein  und isst sie wie Oliven.

Die Früchte schmecken säuerlich-aromatisch. Die rohen Früchte sind reich an Vitamin C und sollen magenstärkend wirken.

Kornelkirschen-Marmelade
(nach Hildegard von Bingen)

1,5 kg Kornelkirschen
400 g Rohrzucker
4-6 Esslöffel Agar-Agar oder Apfelpektin als Geliermittel

So, bei mir waren es nur knapp 1 kg Kornelkirschen.

Deshalb habe ich einfach ein Päckchen (500 g) Gelierzucker 2:1 verwendet. Ansonsten habe ich die Marmelade so zubereitet:

Die Früchte nicht waschen, sondern vorsichtig mit einem Küchenkrepp abreiben. Dann zuerst mit etwas Wasser weichkochen (ca. halbe Füllhöhe der Kirschen). Einen großen Topf verwenden, damit nichts überkocht, d. h. maximal bis zur Hälfte gefüllt.

Dann heiss durch die Flotte Lotte drehen. Die Reste nochmals mit etwas Wasser aufkochen und durch ein Sieb streichen.

Das abgekühlte Fruchtmus wieder in den Topf füllen, mit Gelierzucker vermischen, das Sieb mit den Kernen darüber hängen, einen Deckel auflegen und über Nacht durchziehen lassen.

Am nächsten Tag unter Rühren aufkochen, bis die Masse sprudelt. Ab dann vier Minuten sprudelnd weiterkochen lassen, dabei ab und zu umrühren.

(Hildegard kocht Kirschen und Zucker auf und gibt dann das Pektin oder Agar-Agar hinzu – Packungshinweis beachten!)

Auf einem kalt abgespülten Teller die Gelierprobe machen. Mit Hilfe eines Metalltrichters sofort in heiss ausgespülte Schraubdeckel-Gläser füllen, verschliessen und auf den Kopf stellen. Abkühlen lassen.

Von hellrot hat die Farbe auf weinrot gewechselt – und die Marmelade schmeckt sowas von gut! Wenn ihr eine Kornelkirsche im Garten habt, überlasst die Kirschen keinesfalls den Vögeln – unbedingt mal Marmelade daraus kochen.

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Holunder Teil 4 – Erdbeeren und Holunderblüten-Gelee

Ich bin kaputt, die Küche klebt überall – aber ich hab’s geschafft: Holunderblütensirup und Holunderblüten-Gelee gekocht und dabei jede Menge Zucker verarbeitet, Apfelkuchen gebacken, zwischendurch die auf dem Markt eingekauften Basilikumpflänzchen (1x Purpurbasilikum, 1x Genoveser und 1x Kleinblättriger) eingepflanzt, gefüllte Weinblätter mit Oliven angerichtet….darüber berichte ich später noch,
tja, und am Ende haben die Marmeladengläser für’s Gelee nicht gereicht. Also gut, dachte ich, dann wird der Rest eben in ein Trinkglas gefüllt, nach Abkühlen mit Klarsichtfolie abgedeckt und in den Kühlschrank gestellt – für einen zeitnahen Verbrauch.  🙂

Dann waren da noch die Erdbeeren (natürlich Badische – vom Kaiserstuhl, dort gibt’s schon welche), die ich kurzerhand gewaschen, abgetrocknet und in das noch warme und leicht flüssige Holunderblütengelee getaucht habe. Mmmmmmmh!

Hier nun das Rezept für das

Holunderblütengelee

8 Holunderblüten-Dolden mit 1 1/2 Liter Wasser ansetzen und zwei Tage lang stehen lassen (das kommt uns doch bekannt vor…)
Absieben. Den Saft einer Zitrone und 2 kg Gelierzucker (1:1) beigeben, 4 Minuten sprudelnd kochen lassen – Achtung, das schäumt stark.
In mit kochendem Wasser ausgespülte Gläser geben, sofort verschließen.
(Die Gläser bereite ich vor, indem ich kochendes Wasser hineingieße und einige Minuten drin lasse. Den Deckel reibe ich mit etwas Alkohol aus.)

Holunderblütensirup (links) – getrocknete Holunderblüten (rechts)
Erdbeer-Foto aus dem Archiv