Fotografie, Markgraeflerland, Natur & Garten, Sommer, Wandern, Wein

Wanderung zum Castellberg

Castellberg Sulzburg Bergbau Wanderweg 31


Und noch mal eine Wanderung zu einer Burg!
Nach Burg Neuenfels, Sausenburg und Burg Rötteln geht es nun in Richtung Ballrechten-Dottingen.
Der Castellberg oder Kastellberg (mit Stummen „e“ im ersten Wortteil) bei Ballrechten-Dottingen war in den 1980er Jahren ein beliebtes Ziel für Wandertage kurz vor Ende des Schuljahres. Ideales Ziel für eine kleine Wanderung oder einen kleinen Spaziergang, angesichts der Wetterprognosen und Hitzewarnungen bis in 800 Meter Höhe hatten wir uns im vergangenen Jahr für eine Wanderung von Sulzburg aus entschieden.

Wir folgen zu Beginn der Route des Bergbaugeschichtlichen Wanderwegs. Start ist auf dem Marktplatz, wir gehen in Richtung Stadttor, vorbei am Landesbergbaumuseum, und biegen vor dem Tor in die Ernst-Bark-Gasse ab und laufen zur Synagoge. Es geht wieder nach rechts in die Gustav-Weil-Straße. Bei der Klostergasse halten wir uns links und gehen Richtung Klosterkirche St. Cyriak (Wikipedia). Entlang der Friedhofsmauer gehen wir bis zur Schlossbergstraße und halten uns links bis zum Wegweiser Kosakenwäldele. Hier folgen wir dem Wegweiser in Richtung Castellberg (gelbe Raute).


Wanderung Castellberg 1


Beim kleinen Anstieg drehen wir uns immer wieder um und lassen den Blick über Sulzburg, die Kirche St. Cyriak und den Schlossberg schweifen.

Wir machen einen kurzen Abstecher zum Schlössleberg wo es Mauerreste der einstigen Burg der Üsenberger zu sehen gibt.


Wanderung Castellberg 2


Irgendwann kommen wir an der Abzweigung des Bergaugeschichtlichen Wanderwegs (Schild Arthur-Faißt-Wegle) vorbei und halten uns aber geradeaus.

Wir folgen dem Weg, und in einer Biegung beim Schild Gänsebuck treten wir kurz aus dem Wald raus und werfen einen Blick in Richtung Rheinebene, gehen aber weiter auf dem Weg durch den Wald.


Wanderung Castellberg 3

Wanderung Castellberg 11


Es geht weiter bis zum Wegweiser Bierenstiel Rank, hier folgen wir dem „Bettlerpfad“ bis zum Wegweiser Castellberg bei der Castellberghütte mit Parkplatz, Grill und Waldspielplatz. Eine Erklärungstafel weist noch auf die abgebrannte Gerichtseiche des Freiburger Künstlers und Holzbildhauers Thomas Rees hin.


Wanderung Castellberg 8

Wanderung Castellberg 5

Wanderung Castellberg 9

Wanderung Castellberg 13

Die 2,5 km lange Wanderung durch eine der schönsten historischen Reblandschaften am Castellberg bietet als besondere Höhepunkte nicht nur die restaurierten Steintreppenzüge von der Basis bis zur Kuppe, die restaurierten Trockenmauern und den Aussichtsturm auf der Hügelkuppe. Wussten Sie, das auf dem Castellberg im Flaumeichenwald – eine 10 ha großen Naturschutzgebiet – auch eine vorgeschichtliche Ringwallanlage, eine mittelalterliche Burg  und eine Festungsanlage aus dem Barock zu entdecken sind?


Wir folgen ab hier der Beschilderung Castellberg Pfad bis zum Wegweiser Castellbergruine, und können nach wenigen Metern einen Blick auf die Staufener Burg erhaschen.


Wanderung Castellberg 17

Wanderung Castellberg 18

Wanderung Castellberg 12


Von der Bronzezeit zur barocken Festung

Auch wenn man aufgrund des Namens an ein römisches Kastell denken könnte, so sind bisher keine römischen Funde vom Castellberg bekannt. Trotzdem war der Berg schon lange vor der mittelalterlichen Burg bewohnt. Die hier gefundenen Keramikscherben belegen, dass sich hier auf der Hügelkuppe Menschen bereits zwischen 1600 und 550 vor Christus – also von der Bronzezeit bis zu den frühen Kelten -zeitweise niedergelassen haben. Davon zeugt der im Gelände noch etwa 2 m hohe Abschnittswall mit  vorgelagertem Graben. Wenn man den schmalen Pfad im Wald weiter läuft, trifft man auf einen tiefen Burggraben und die Ruine einer mittelalterlichen Burg, die um 1700 nochmals ausgebaut wurde zu einer barocken Festungsanlage. Eine weitere spannende Geschichte ist die Entstehung und die Geologie des Castellberges sowie die hier wachsenden seltenen Pflanzen.


Wanderung Castellberg 19


Ein Flaumeichenwald mit üppiger Strauchgesellschaft, dazu Magerwiesen und Halbtrockenrasen mit botanischen Kostbarkeiten, eine Insel südländischer Vegetationen.
Die bewaldete 10 Hektar große rebenumgrenzte Bergkuppe ist vollkommen geschützt.
Jede Beschädigung, das Sammeln von Tieren, das Ausgraben oder Abpflücken von Pflanzen der Art ist durch Verordnung vom Februar 1977 untersagt.
Dieser erdgeschichtlich markante Einzelberg, eine hängengebliebene Scholle der Schwarzwaldrandverwerfung bietet herrliche Ausblicke auf 35 Orte in weiter Ebene zwischen Schwarzwald und Vogesen. Neben dem Turm findet man Mauerreste einer mittelalterlichen Befestigung.


Schautafel auf dem Weg zum Aussichtsturm


Wanderung Castellberg 20

Wanderung Castellberg 23


Bronzezeitliches Vollgriffschwert von Heitersheim und Krieger der Bronzezeit mit Vollgriffschwert (Wandbild Julius Naue, 1900)

Das Kriegergrab von Heitersheim
Der Herr vom Castellberg?
Nur 5 Kilometer entfernt vom Castellberg wurde 1845/46 westlich von Heitersheim beim Bau der Eisenbahnstation ein bronzenes Schwert aus der mittleren Bronzezeit gefunden. Es stammt vermutlich aus einer nicht dokumentierten Bestattung in einem Grabhügel. In der mittleren Bronzezeit ab etwa 1600 vor Christus entwickelten sich aus den frühbronzezeitlichen Dolchen erstmals Schwerter mit längeren Klingen, die ausschließlich als Waffen gegen Menschen gedacht waren. Zu dieser Zeit war ein Schwert ein teures Statussymbol, das den Besitzer aus der Masse heraushob. Vielleicht wohnte der Krieger von Heitersheim auf der nächst gelegenen Höhensiedlung, dem Castellberg.


Wanderung Castellberg 25


Der Abschnittswall auf dem Castellberg

In welcher vorgeschichtlichen Besiedlungsphase des Castellberges die an dieser Stelle noch sichtbare Befestigung gebaut wurde, ist nicht bekannt, da es bisher noch keine Ausgrabungen gab. Der Wall – heute noch bis zu 2 Meter hoch – war vermutlich eine ursprünglich etwa vier Meter hohe Holz-Erde-Mauer in Kastenbautechnick, die sobald das Holz verrottet war, zusammengefallen ist. Die Befestigung riegelte die steilere südliche Bergspitze vom leichter zugänglichen nördliche Sattel ab.


Gefäßkeramik der Mittleren Bronzezeit mit ihren typischen Mustern aus dem Breisgau und Urnenfelderzeitliche Gefäßkeramik aus einem Frauengrab con Bad Krozingen „Großer Hofacker).

Neue Gesellschaftsformen in der Mittleren Bronzezeit
(1600 bis 1300 v. Chr.)

Die Höhensiedlung der mittleren Bronzezeit auf dem Castellberg ist eine von den neu entstandenen Höhensiedlungen wie auch auf dem Schönberg und dem Staufener Schloßberg im Breisgau, die bisher aber wenig erforscht sind.
Reiche Grabfunde aber zeigen, dass ab etwa 200 vor Christus sich die Gesellsschaft in ganz Mitteleuropa zu wandeln beginnt, verursacht offensichtlich durch den neuen Werkstoff Bronze – eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Dadurch bedingt entwickelten sich ganz neue Wirtschaftszweige im Bergbau, Metallhandel und ein spezialisiertes Handwerk.

Eine Burg der Urnenfelderzeit?
(1200 bis 800 v. Chr.)

Auch in der Folgezeit – der späten Bronzezeit von 1200 bis 800 vor Christus, der sogenannten Urnenfelderzeit – ist der Castellberg wieder besiedelt. Zu dieser Zeit sind besfestigte Höhensiedlungen im Breisgau häufiger und auf dem Burkheimer Burgberg und dem Breisacher Münsterberg auch archäologisch gut erforscht.
Gleichzeitig sind zahlreiche Talsiedlungen bekannt, die auf den fruchtbaren Schwemmlössfächern der Flüsse im Breisgau liegen. Das lässt auch weiterhin auf eine hierarchische Gesellschaft schließen.

Eine Frühkeltische Höhensiedung
(800  bis 550 v. Chr.)

Typische Keramikscherben aus der Zeit der frühen Kelten – der sogenannten Hallsttattzeit zwischen 800 und 550 vor Christus belegen, dass der Castellberg wieder besiedelt war. Gleichzeitig gab es auf sehr vielen Anhöhen im Breisgau weitere Höhensiedlungen. Die Höhensiedlugnen scheinen zu dieser Zeit keine besondere STellung einzunehmen, da  das Fundmaterial sich nicht von dem der Talsiedlungen unterscheidet. Am Ende der frühkeltischen Zeit um 520 vor Christus wurden die meisten Höhensiedlungen – wie auch der Castellberg – wieder verlassen. Nur der Breisacher Münsterberg blieb als zentralörtliche Höhensiedlung übrig.
Die Kelten sind die ersten Völker nördlich der Alpen, deren Name seit etwa 500 vor Christus von griechischen Historikern überliefert ist.


Wanderung Castellberg 26

Wanderung Castellberg 27

Wanderung Castellberg 28


Hier nehmen wir den mittleren Trampelpfad zwischen den Flaumeichen. Auf dem Weg zu den Überresten der mittelalterlichen Burg, passieren wir noch die Reste einer älteren Wallanlage und landen schließlich beim kläglichen Überbleibsel des einstigen Burgturms. Direkt daneben steht ein stählerner Aussichtsturm, der im Jahr 1962 von der Ortsgruppe Sulzburg des Schwarzwaldvereins errichtet wurde. Von oben hat man einen schönen Blick nach Westen in Richtung Rheinebene und die Vogesen. Nach Süden und Norden hin versperren hohe Bäume die Sicht.


Wanderung Castellberg 30

Wanderung Castellberg 32

Wanderung Castellberg 33


Reste des WehrturmsWanderung Castellberg 35


Mauerrest des WohngebäudesWanderung Castellberg 36

Wanderung Castellberg 38


Wir folgend dem Wegweiser Castellberg Pfad weiter in Richtung Süden. Am Südzipfel des Castellbergs finden wir dann eine nette Sitzgelegenheit, eine Bank mit Tisch und schöner Aussicht in die Rheinebene sowie auf Sulzburg und Laufen. Hier packen wir unser kleines Vesper aus.


Wanderung Castellberg 44


Im Wald entdecken wir einen schönen Falter – Der Russische Bär, auch Spanische Flagge genannt, (Euplagia quadripunctaria) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Unterfamilie der Bärenspinner (Arctiinae).



Anschließend folgen wir der roten Raute mit den Trauben durch die Weinberge – der Markierung des Markgräfler Wiiwegli – bis zum Wegweiser Vorderer Castellberg. Ab hier folgen wir dem Wiiwegli zurück zum Marktplatz, vorbei am einstigen Sulzburger Bahnof bis wir wieder zur Kirche St. Cyriak kommen, wo wir unser Auto abgestellt haben.


Karte


Souvenir vom Castellberg:
Roter Gutedel

Wanderung Castellberg 53


Weitere Bilder gibt es beim Markgräfler.

Fotografie, Kräuter, Markgraeflerland, Natur & Garten, Reisen, Rezepte, Schwarzwald/Black Forest, Sommer, Wandern

Wanderung rund um Burg Rötteln

Burg Roetteln 17


Es ist schon wieder Sonntag und das Wetter ist zu unbeständig, um eine Wanderung zu unternehmen. Aber im Archiv warten noch einige Bilder vom Sommer 2020 auf ihre Veröffentlichung. Es ist also Zeit, die Markgräfler Burgen-Reihe zu vervollständigen.

Vergangene Woche hatte ich euch von unserer Wanderung zur Sausenburg berichtet, dort wurde erwähnt, dass die Sausenberger 1311 die Burg Rötteln erbten und 1314 ihre Residenz dorthin verlegten.

Es ist schon einige Jahre her, als wir zuletzt auf der Burg Rötteln waren, das war im Januar 2014, damals hatten wir auch das Burgmuseum besucht und haben dann in der Burgschenke zu Mittag gegessen. Diesmal hatten wir ein Vesper dabei. Unser Auto haben wir auf dem Parkplatz oberhalb von Wittlingen abgestellt und sind dann zur Burg gewandert.


Karte



Zuerst geht es durch ein schattiges Waldstück mit riesigen Farnen. Die durchscheinende Sonne erzeugt schöne Lichtspiele.


Burg Roetteln 5


…natürliche Abenteuer-Kletterwand aus Baumwurzeln in der Nähe der Burg…


Burg Roetteln 6


Wir nähern uns der Burg von der Rückseite und müssen erst darum herum gehen, um zum Eingang zu gelangen.


Burg Roetteln 7

Burg Roetteln 8

Burg Roetteln 13

Burg Roetteln 12


Hier wachsen viele Königskerzen (Lat. Verbascum densiflorum Bertol.).
Die getrockneten Blüten der Königskerze gelten als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Katarrhen der Luftwege. Sie findet Verwendung bei Erkältungskrankheiten mit Husten und besitzt die Fähigkeit gereizte Schleimhäute zu beruhigen. Die schleimlösenden Eigenschaften der enthaltenen Saponine sollen ein Abhusten von zähem Schleim begünstigen:


Königskerzen-Tee


1,0 Gramm getrocknete Blüten – ungefähr zwei Teelöffel – werden mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergossen, dann 10 – 15 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen trinkt man den Tee angenehm warm. Erwachsene trinken drei- bis viermal täglich eine Tasse Tee.


Früher wurde die Pflanze mit Teer oder Pech bestrichen und als Fackel verwendet, woher wohl die deutsche Bezeichnung Königkerze stammt. 


Burg Roetteln 16


Zugang zur Oberburg


Bei keiner anderen Burg der Umgebung ist die ausgeklügelte Zugangstechnik so deutlich sichtbar erhalten geblieben. Die Ober- oder Kernburg ist das Herz der gesamten Anlage; sie war deshalb eigens geschützt.

Um die gesamte Oberburg herum zieht sich eine hohe Ringmauer mit Wehrgang. Zusätzlich wurde ein Graben angelegt, der Halsgraben, für den zur Bergseite und zur Vorburg hin der gewachsene Fels abgetragen wurde. An dieser Stelle überwindet eine Holzbrücke den Graben, denn hier öffnet sich der einzige Zugang zur mauerumwehrten Oberburg.
Einst war der Graben sehr tief und die Verbindung zwischen Vorburg und Kernburg wurde durch eine Zugbrücke hergestellt. Der alte Auflagepfeiler der Zugbrücke trägt noch heute die Holzbrücke. Neben dem Haupttor gewährt das schmale Mannloch Einzelpersonen Zutritt. Auch dieser Zugang war über eine Zugbrücke gesichert.


Burg Roetteln 38


Über dem Scheitel des Haupttors zeigt eine Sandsteinplatte das Wappen der Bauherren und mächtigen Besitzer, der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg.

Hinter dem Obertor erheben sich gewaltige fensterlose Mauermassen. In das Innere der Oberburg gelangt man erst, wenn man das dreistufige, aus drei weiteren Toren bestehende Sicherheitswerk hinter sich gelassen hat. Aus der mächtigen Schildmauer zur Linken ragt als Torverteidigungsturm der so genannte Giller empor.


Burg Roetteln 21

Burg Roetteln 23


Hier bekommen nicht nur die Falterfutter – wir lassen uns auf einer Bank im Schatten unterhalb der imposanten, dreistöckigen Burgmauer nieder und verspeisen unser mitgebrachtes Vesper


Burg Roetteln 24

Burg Roetteln 1

Burg Roetteln 27Kaisermantel auf Sommerflieder


Palas und Burgkapelle


Der Palas war Wohnsitz der Herrschaft und zugleich Repräsentationsgebäude. Er wurde in drei Abschnitten ausgebaut: Im Süden steht der „Alte Bau”, nördlich anschließend ein „Zwischenbau” und nahe am Bergfried der „Neue Bau”. Der Palas ist dreigeschossig, aber erst das oberste Geschoss läuft über allen drei Bauabschnitten durch. Es lässt sich gut ablesen, wie der „Alte Bau” zunächst erweitert und dann erhöht wurde.


Burg Roetteln 32


Der „Alte Bau” stammt aus der Zeit der Edelherren von Rötteln (13. Jahrhundert). Im Erdgeschoss befindet sich der Rittersaal, wo sich das gesellschaftliche Leben abspielte. Über dem Rittersaal lagen Wohn- und Schlafräume, im „Zwischenbau” war die Küche untergebracht.


Burg Roetteln 33


Den „Neuen Bau” ließ Markgraf Philipp von Baden (1454-1503) errichten. Den Schlußstein des Zugangsportals ziert das Wappen des Markgrafen und seiner Gemahlin Maria von Savoyen. Im obersten Geschoss nahm der weiträumige Festsaal die gesamte Fläche ein. In den Nischen der großen Fenster befinden sich Sitzbänke. Fenster- und Portalgewände des „Neuen Baus” zeigen außergewöhnlich feine Bauformen. Sie zeugen vom anspruchsvollen Repräsentationsbedürfnis des Markgrafen, der dem burgundischen Hof angehörte. Der Neue Bau war komfortabel ausgestattet. Es gab zahlreiche kleinere Räume, die mit Öfen beheizbar waren. Zu diesem Komfort zählt auch die Abortanlag an der östlichen Außenwand. Die Burgkapelle St. Marien (geweiht 1504) an der Nordseite des Burghofs war eine langgestreckte Halle mit zwei Säulen in der Mittelachse, die ein spätgotisches Rippengewölbe trugen. In der Kapelle soll sich die Grablege von Markgraf Rudolf IV. (gest. 1487) befinden.



Burg Roetteln 34


Der Bergfried


Der Bergfried erhebt sich an der höchstgelegenen Stelle der Burganlage. Seine Erbauung reicht bis in die Anfangszeit der Burg unter den Edelherren von Rötteln zurück, vielleicht ist er sogar noch älter. Der ursprüngliche Zugang befindet sich an der Südostseite etwa im dritten Geschoss des Turms. Er war nur über Leitern oder eine Holztreppen zu erreichen. Der heutige Eingang ist modern. Der Bergfried war Wachturm, Rückzugsort für den Verteidigungsfall und Gefängnisturm zugleich. Zusammen mit der zur Bergseite hin errichteten Schildmauer und dem Halsgraben bildete er das wichtigste Element im Verteidigungssystem der ersten Burg.

Die Bearbeitung der Bossenquader wechselt mit ansteigender Höhe und legt Zeugnis von einer länger anhaltenden Bauzeit ab. Bemerkenswert ist die Scharrierung der Quaderoberflächen in den unteren Steinlagen mit parallel zur Mitte hin ausgerichteten Furchen. Zwar ist sie im romanischen Kirchenbau anzutreffen, im badischen Burgenbau jedoch einzigartig.

Vom Bergfried aus bietet sich ein grandioser Rundblick über die Burganlage, ins Wiesental, zum Schwarzwald, zum Schweizer Jura und zu den Vogesen


Giller und Zisterne


Der als Giller bezeichnete Turm sicherte – besonders vor den Ausbau der Vorburg – den einzigen Zugang zur Oberburg. Zeitwiese diente er, wie auch der Bergfried, als Gefängisturm. Bei Aufräumarbeiten wurden im Innern Teile einer Halskrause, Fuß-, Handschellen und Steingewichte gefunden. Ursprünglich war der Giller wesentlich niedriger. Den betonierten Aufsatz mit Zinnenkranz erhielt er bei Umbauarbeiten im Jahr 1926.

Die Zisterne ist bereits 1420 genannt und hieß „tiefer Burgbrunnen”. Da die Wasser führenden Schichten des anstehenden Fels in sehr großer Tiefe liegen, wurde in der Zisterne Oberflächenwasser gesammelt. Der tiefe Burgbrunnen ist eine der seltenen Filterzisternen im süddeutschen Raum: Der 8 bis 10 Meter tiefe Schacht wurde mit einer Ummantelung aus Kies und Sand umgeben und mit einer Lehmschicht nach außen abgedichtet. Eingeleitetes Oberflächenwasser sickerte durch das Filtermaterial ins Innere des Schachtes und in die Zisternen. Das Wasser im tiefen Burgbrunnen besaß eine außerordentlich gute Qualität.


Burg Roetteln 37


Keller unter dem „Alten Bau”


Eine Burg ist nicht nur Familiensitz und Herrschaftszentrum, sondern vor allem auch Kern eines wirtschaftlichen Unternehmens. Von hier aus wurden die weit gestreuten Besitztümer verwaltet und gesteuert. Der Unterhalt der zahlreichen Burgbewohner musste gewährleistet sein. Und auch im Fall einer länger währenden Belagerung mussten die Menschen auf der Burg ernährt und versorgt werden. Eine ausreichende Vorratshaltung war deshalb unumgänglich. Für die Vorratshaltung wurden unter der Burganlage große Kellerräume ausgebaut.

Unter dem „Alten Bau” befindet sich der große Weinkeller mit einem mächtigen Gewölbe. Ursprünglich trug der Keller eine einfache Balkendecke. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ließ Markgraf Rudolf III. größere Umbauarbeiten am „alten Bau” ausführen. Vermutlich wurde bei dieser Gelegenheit die Balkendecke des Kellers durch das Tonnengewölbe ersetzt.


Burg Roetteln 43


Die Vorburg


Die Vorburg (oder Unterburg) wurde im 14. und 15. Jahrhundert ausgebaut, jedoch wird sich hier schon früher ein zur Burg gehörender Wirtschaftshof befunden haben. Die Vorburg war noch von einer hohen Ringmauer mit Flankierungstürmen umgeben. An der Westseite ist die Wehranlage gut erhalten. Das Gelände innerhalb des Mauerrings war dicht bebaut und durch eine breite Gasse mittig erschlossen. Wirtschaftsbetrieb, Verwaltung und auch die Besatzung mit bis zu 300 Söldnern aus ganz Europa prägten das Gesamtbild. Ökonomie- und Vorratsgebäude, Scheunen, Stallungen sowie Unterkünfte für Mägde, Knechte, Handwerker und deren Familien machten aus der Vorburg eine wehrhaft ummauerte Siedlung mit dörflichem Charakter.

Bereits im Jahr 1377 wird in den Urkunden ein Wirt in der Vorburg genannt. Die Burgschenke diente den Burgbewohnern, Handwerkern, Bauern und Reisenden zur Einkehr. Die heutige „Burgschenke” ist ein modernes Gebäude; sie steht wahrscheinlich jedoch am Platz des mittelalterlichen Wirtshauses.


Burg Roetteln 39


Östlich am Weg zur Oberburg liegt die Landschreiberei. Sie war die wichtigste Institution der markgräflich badischen Verwaltung. Hier waren Kanzlei und Archiv untergebracht, und von hier aus wurde die Verbindung in die entlegene Residenz in Durlach (heute Karlsruhe-Durlach) gehalten. Das markante vierstöckige Bauwerk stammt aus dem Spätmittelalter.
Es wurde vom „Röttelnbund” bis zum Jahr 1985 wieder hergerichtet und beherbergt heute Veranstaltungsräume, Archiv und Museum sowie den Kiosk im Eingangsbereich.


Burg Roetteln 44


Wir verlassen die Burg und wandern zunächst ein Stück an der Autobahn entlang und dann durchs Rümminger Moos zurück zum Ausgangspunkt. 
Der Weg an der Autobahn ist bei sommerlichen Temperaturen sehr anstrengend, da es kaum Schatten gibt und später gibt es im Wald noch einen steilen Anstieg.
Ursprünglich wollten wir uns noch die Röttler Kirche ansehen, aber dann hätten wir erst nochmal bergab und folglich wieder bergauf gehen müssen, das haben wir dann aber aufgrund der schwül-warmen Luft für ein anderes Mal vorgemerkt.


Burg Roetteln 46

Burg Roetteln 45Wilde Malve

Burg Roetteln 49


Weitere Bilder gibt es im Blog vom Markgräfler.

Fotografie, Markgraeflerland, Natur & Garten, Schwarzwald/Black Forest, Sommer, Wandern

Wanderung zur Sausenburg

Wanderung Sausenburg 22


Hier kommt die versprochene Fortsetzung unserer Burgen-Wanderungen:
Ebenfalls vor einem Jahr, im Juli 2020, haben wir eine Wanderung zur Sausenburg unternommen. Unser Auto hatten wir in Sitzenkirch abgestellt. Zur Burg geht es erst einmal steil bergauf – anstrengend und schweißtreibend, aber schön.
Vom Turm der Sausenburg hat man eine wundervolle Aussicht. Kurz nachdem wir dort waren, wurde der Turm aber aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Treppe war nicht mehr sicher und wurde vor kurzem zwar instand gesetzt, der Turm ist aber weiterhin gesperrt, auf der Webseite der Gemeinde Sitzenkirch steht in einer Meldung vom 14. Mai 2021:

„Die defekte Treppe ist zwar mittlerweile repariert, jedoch stehen nun noch weitere Reparaturen aus. Weil die Arbeiten vermutlich erst im Juli ausgeführt werden können, bleibt der Zutritt auf den Turm der Sausenburg leider noch eine ganze Weile gesperrt.”

Aber der Zugang zur Burg ist möglich, im Schatten der Bäume gibt es einen Grillplatz.


Karte


Wanderung Sausenburg 2


Auf der frisch gemähten Wiese am Ortsrand von Sitzenkirch gehen Störche auf Futtersuche.


Wanderung Sausenburg 1


Infotafel in Sitzenkirch


Wanderung Sausenburg 45

Wanderung Sausenburg 46


Zuerst geht es ein kurzes Stück durch den Ort, vorbei an Wiesen und Bauernhöfen, bis wir in den schattigen Wald kommen.


Wanderung Sausenburg 3

Wanderung Sausenburg 4


Rastplatz mit Grillstelle


Wanderung Sausenburg 6


Pflanzen am Wegesrand


Gemeiner Wirbeldost


Wanderung Sausenburg 5


Rote Lichtnelke


Wanderung Sausenburg 7


Grenzstein – Töpferstadt Kandern


Wanderung Sausenburg 8

Wanderung Sausenburg 9


Und dann endlich ein Wegweiser zur Sausenburg, es geht weiter bergauf.


Wanderung Sausenburg 10

Wanderung Sausenburg 11

Wanderung Sausenburg 14

Ruine Sausenburg
Die Ruine Sausenburg liegt östlich des Kanderner Ortsteils Sitzenkirch auf dem 665 Meter hohen Sausenberg. Heute sind vom einstigen Burgberg ein alter Ringwall, ein Turm sowie einzelne Mauerreste erhalten. Die Burgruine ist jederzeit zugänglich.


Infotafel am Fuße der Burg


Zur Geschichte

1120
Die Herren von Kaltenbach übergeben ihren Besitz, zu dem der 668 m hohe Sausenberg gehört, dem Kloster St. Blasien.

1232
Markgraf Hermann der Jüngere von Hachberg tauscht mit dem Abt von St. Blasien den Sausenberg gegen ein anderes Gut. Die Markgrafen von Hachberg waren die weltlichen Vertreter (Vögte) über die Besitzungen St. Blasiens im Breisgau.

1232-1246
Bau der Burg nach dem Grundriss der Burg Zähringen in Freiburg.

1311
Die Sausenberger erben die Burg Rötteln und verlegen 1314 ihre Residenz dorthin. Ein Burgvogt verbleibt auf der Sausenburg.
Die Herrschaft Sausenberg wurde begrenzt: durch die Herrschaft Rötteln im Süden, den Rhein im Westen, die Herrschaft Badenweiler im Norden und den „österreichischen Schwarzwald“ im Osten.

1444
Graf Johann von Freiburg schenkt dem Markgrafen Rudolf IV und seinem Bruder Hugo die Herrschaft Badenweiler, Rötteln und Sausenberg – die eigentliche Markgrafschaft. Das vornehmste Recht der Herren war die Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit. 1444 ist auch die Geburtsstunde des Markgräflerlandes.

1503
Prinz Ernst (Begründer der protestantischen Linie Baden-Durlauch) erhält die Markgrafschaft Sausenberg. Seither nennen sich die Herrscher „Landgrafen am Sausenhard oder zu Sausenberg“.

1525
Im Bauernkrieg übernehmen Freischärler die Burg, es fand aber keine Zerstörung statt.

1633
Im 30-jährigen Krieg wird sie zunächst von Kaiserlichen, später von Schweden eingenommen.

1678
Die Franzosen schleifen und zerstören die Sausenburg ebenso wie Badenweiler und Rötteln. Es erfolgt eine notdürftige Renovierung.

1960
Seit 1960 sichern und renovieren das Staatliche Hochbauamt, das Forstamt Kandern, das Landesdenkmalamt und der Schwarzwaldverein die Burg.


Wanderung Sausenburg 15


Dann geht es über eine Treppe auf alten Mauerresten zum Burghof mit Grillplatz im Schatten einer Linde.


Wanderung Sausenburg 18


Zuerst besteigen wir den Turm, um die Aussicht zu genießen, dann setzen wir uns, wie es die übrigen Besucher der Burg an diesem sonnigen Tag gemacht haben, in den Schatten und packen unser mitgebrachtes Vesper aus.



Blick auf Schloss Bürgeln und den Blauen


Wanderung Sausenburg 24

Wanderung Sausenburg 29


Eidechsen auf der Turmmauer


Wanderung Sausenburg 28

Wanderung Sausenburg 23

Wanderung Sausenburg 30


Und dann geht es wieder bergab nach Sitzenkirch, durch den Wald und vorbei an Blumenwiesen mit Schmetterlingen und Bächlein mit Libellen.


Wanderung Sausenburg 31

Wanderung Sausenburg 32


Blühende Brombeeren, die Beeren sind leider noch grün


Wanderung Sausenburg 33


Wanderung Sausenburg 35


….zurück im Ort


Wanderung Sausenburg 36


Eine alte Mühle



In der Nähe dieses Bauernhofs befindet sich auch die Kirche von Sitzenkirch, die wir leider nicht besichtigen konnten, weil rundherum eine Baustelle war.
Dort stand einst das Kloster Sitzenkirch. Es war ein kleines Benediktinerinnenkloster. Die einstige Klosterkirche ist heute die Evangelische Kirche Sitzenkirch.


Wanderung Sausenburg 42


Mehr Bilder und weitere Infos gibt es im Beitrag vom Markgräfler.


 

Essen & Trinken, Fotografie, Herbst, Markgraeflerland, Natur & Garten, Schwarzwald/Black Forest, Sommer, Wandern, Wein

Spätsommerliche Wanderung in Staufen: Messerschmiedfelsen – St. Johanneskapelle – Burg


Wanderung Staufen 1


Heute berichte ich euch über eine spätsommerliche Wanderung durch Wald und Reben zur Burg Staufen. Obwohl die gesamte Strecke, die wir gewandert sind nur 6 Kilometer beträgt, haben wir vier Stunden gebraucht – der Weg hat viele Steigungen und ausserdem war es an diesem Tag sehr warm.
Und dann haben wir auch noch auf einer Bank unterhalb der Burg eine gemütliche Vesperpause eingelegt und die schöne Aussicht genossen.

Unser Auto hatten wir am Bahnhof in Staufen abgestellt. Von dort ging es durch die Altstadt und dann durch den Wald zum Messerschmied Felsen, wo wir eine kurze Pause eingelegt haben. Von dort hat man eine tolle Aussicht. Dann ging es weiter zur St. Johanneskapelle, die wir besichtigt haben und dann weiter durch die Reben zur Burg Staufen. Ich habe noch ein paar Bilder von einem kurzen Stop in Staufen von vergangenem Jahr in diesen Beitrag eingeschmuggelt.
Wer möchte, kann im Anschluss an die Wanderung noch im Café Decker einkehren und sich mit Kaffee und Kuchen stärken. Der Klassiker – Schwarzwälder Kirschtorte – aber auch der Bienenstich und die Petit Fours sind sehr zu empfehlen.


Köstliches Gebäck im Café Decker, Staufen


Karte


Blick von der Bacchus Figur auf die Burg Staufen



Staufener Weinbrunnen


Der Schwarzwälder in Breisgau / Johann Peter Hebel
Z‘ Müllen an der Post,
Tausigsappermost!
Trinkt me nit e guete Wii!
Goht er nit wie Baumöl ii,
z’Müllen an der Post!

Z‘ Staufe uffem Märt
hensi, was me gert,
Tanz un Wii un Lustberkait,
was aim numme ’s Herz erfreut,
z’Staufe uf em Märt !

Wo n i gang un stand,
wär’s e lustig Land.
Aber zaig mer, was de witt,
numme näumis find i nit
in dem schöne Land.

Ime chlaine Huus
wandlet ii un uus,
gell, de mainsch, i sag der, wer?
`s isch e Si, es isch kai Er,
ime chlaine Huus.

Z’Bürglen uf der Höh,
nai, was cha me seh!
Oh, wie wechsle Berg un Tal,
Land un Wasser überal,
z’Bürglen uf der Höh !

Z’Fryburg in der Stadt,
suufer isch’s un glatt;
riichi Heere, Geld un Guet,
Jumpfere wie Milch un Bluet,
z’Fryburg in der Stadt.

Mynen Auge gfallt
Heerischried im Wald.
Wo n i gang, se denk i dra;
`s chunnt mer nit uf d’Gegnig a,
z’Heerischried im Wald.


Das Rathaus / Auf dem Marktplatz



Schnapsbrennerei Schladerer



Historisches Bild an einem Bauzaun in Staufen



Durchs Wohngebiet und dann durch einen Eichenwald geht es bergauf in Richtung Messerschmiedfelsen.



… geschafft!

Am Eingang zum Münstertal ragt oberhalb der ehemaligen Messerschmiede von Staufen ein Porphyrfelsen mit einer Aussichtskanzel in die Oberrheinebene hinein. In der Umgebung des Felsens wächst ein lichter Eichenwald, in der im Frühsommer das „Weiße Waldvögelein” blüht.



Ausblick vom Messerschmiedfelsen



Figur der heiligen Barbara – die Figur, die ursprünglich an diesem Platz angebracht war, war weiß. Nach einem Diebstahl wurde diese durch eine schwarze Figur ersetzt.

Nach der Legende lebte die Tochter des reichen griechischen Kaufmanns Dioskoros in Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei. Im Jahr 306 starb sie den Märtyrertod. Viele Erzählungen ranken sich um Barbara: So soll sie von ihrem heidnischen Vater in einen Turm eingeschlossen worden sein, weil er auf seine bildschöne junge Tochter eifersüchtig war und eine Heirat verhindern wollte. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich heimlich taufen.

Auf der Flucht vor ihm soll sie durch eine Bergspalte entkommen sein und Unterschlupf bei einem Hirten gefunden haben, der sie schließlich verriet. Ihr Vater soll sie dem Gericht überantwortet und dann selbst enthauptet haben, um anschließend von einem Blitzschlag getroffen zu werden. Deshalb wird Barbara mit dem Blitz in Verbindung gebracht, bei Stürmen werden Gebete an sie gerichtet.
Wegen ihrer Flucht durch eine Felsspalte wird sie von den Bergleuten als Schutzheilige verehrt.



Die St. Johanneskapelle


Wanderung Staufen 30


Kleiner privater Kräutergarten vor der St. Johanneskapelle



Weiter geht es durch ein Wohngebiet und die Reben zur Burg:


Kurt Lehmann: Weiblicher Halbakt

 

Ausblick beim Aufstieg zur Burg


Auf dem Rückweg….


Weitere Bilder gibt es beim Markgräfler

Fotografie, Markgraeflerland, Natur & Garten, Reisen, Wandern

Ein Ausflug zur Hochburg bei Emmendingen

Hochburg Emmendingen 1Hochburg Emmendingen 16


Was hat denn dieses alte Gemäuer mit „Lebensart im Markgräflerland” und der Markgräflerin zu tun???
Das ist ganz einfach: Ihr seht Bilder von der Hochburg bei Emmendingen, die einst im Besitz der Markgrafen von Baden-Hachberg war.
In einem kleinen Büchlein über die Hochburg kann man lesen:

Die Ruine Hochburg ist eine der größten Badens. Als Burg „Hachberg” wurde sie im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt; als Gründer und erste Besitzer kommen die Herren von Hachberg infrage.
Seit dem 13. Jahrhundert waren die Markgrafen von Baden mit der Seitenlinie der Hachberger Besitzer und Nutzer der Anlage. (…)

Um 1515 gelangte das Amt Hachberg zusammen mit den 1503 angefallenen Herrschaften Rötteln, Sausenberg und Badenweiler durch Los an Markgraf Ernst (1515 bis 1553), der außerdem auch den nördlichen Landesteil um Pforzheim erhielt.

Die große Zeit der Burg begann im 17. Jahrhundert, als Markgraf Georg Friedrich von Baden sie zur Festung ausbauen ließ. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie jedoch 1636 gründlich zerstört.
Zwar vollendete Markgraf Friedich VI. von Baden 1660 den Wiederaufbau, doch der Pfälzische Erbfolgekrieg führte 1689 zur endgültigen Zerstörung.
Danach blieb die Hochburg Ruine und diente nur noch als Quelle romantischer Impressionen und sagenhafter Geschichten.

Und dass gutes Essen bei den Markgräflern seit jeher einen hohen Stellenwert besaß, beweisen diese Bilder meines Besuchs auf der Hochburg bei Emmendingen vor einigen Wochen.
Gleich mehrere Küchen gab es dort – oben im Bild kann man noch die Überbleibsel eines damaligen gemauerten Koch-Herdes besichtigen.


Hochburg Emmendingen 15


Hochburg Emmendingen 7Hochburg Emmendingen 2Hochburg Emmendingen 5


Geschirr und Glas



Hochburg Emmendingen 6
Kachelofen


Dessert, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Frühling, Herbst, Reisen, Sommer, Winter

Brügge/Belgien: Vismenu im Brasserie Bistro MARCO und Ewert and The Two Dragons

Bruegge Vismenu 1Ein leckeres Fischmenu gab es in Brügge auch auch – klar, wenn wir schon in der Nähe der Nordsee sind… Und hier gibt es Bier statt Wein dazu, welches übrigens auch hervorragend dazu passt.

Bruegge Vismenu 3
Dieses Fischmenu gab es im Bistro MARCO in der Dweersstraat 22. Dieses typisch belgische Brasserie Bistro kocht übrigens auch bei Veranstaltungen im Konzertgebäude….

Bruegge Vismenu 2Vorspeise: Hausgemachte Garnelenkroketten mit Salat

Bruegge Vismenu 5Das Hauptgericht…

Bruegge Vismenu 4
Seezungenröllchen in Lobster (Hummer) Sauce, dazu Pommes und Salat

Zum Dessert bestand die Auswahl zwischen Vanilleeis und Kaffee – wir haben uns für den Kaffee entschieden.

Bruegge Vismenu 6

Bruegge Vismenu 7
Und danach bekamen wir gratis Musik auf dem Platz vor der „Burg” (davon später beim Sightseening) bei den Proben für ein später stattfindendes Konzert von Ewert & The Two Dragons

Ewert and the 2 Dragons_2

Ewert and the 2 Dragons_1

Food, Fotografie, Markgraeflerland, Natur & Garten, Reisen, Schweiz, Wandern, Winter

Ein Ausflug zur Burg Rötteln

Burg Roetteln3
Die Burgruine Rötteln, oberhalb von Lörrach – immer einen Besuch wert

Viele Jahre waren wir schon nicht mehr auf Burg Rötteln. Wir hatten das gestrige, unerwartet schöne Wetter dazu genutzt, wieder mal dorthin zu gehen. Die Burg Rötteln befindet sich oberhalb von Lörrach, der „Hauptstadt des Markgräflerlandes”, wie sie sich nennt.
Es handelt sich um eine der imposantesten Burgruinen Südbadens. Im Sommer finden Theateraufführungen statt, man kann die Gegend in mehreren Rundwegen durchwandern, sie ist Station auf dem Westweg von Basel nach Pforzheim, man kann dort heiraten und in der Burgschenke fein essen. Ausserdem hat man man bei klarem Wetter einen sagenhaften Rundblick auf Lörrach, Basel und die Berge….
Hierzu kann man zwei Türme erklimmen – im Winter muss man dort oben ein wenig aufpassen, es kann gefährlich glatt sein. Auf jeden Fall Schal und Mütze nicht vergessen, es weht zuweilen ein eisiger Wind!
Natürlich sind wir auch in der Burgschenke eingekehrt – aber das folgt in einem zweiten Bericht.

Hier ist also ein kleiner Spaziergang auf die Burg – lasst euch in eine längst vergangene Zeit entführen….

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Eingangsbereich findet man noch ein kleines Museum, in der verschiedene Fundstücke, wie mittelalterliche Waffen und allerlei Kurioses zu sehen sind. Dort kann man sich an einem Kachelofen aufwärmen, es sind auch Kacheln eines alten, für unsere Gegenden typischen Ofens, ausgestellt und es gibt einen Schaukasten über altes Wissen der Kräuterweiblein von damals zu sehen. Auch Hildegard von Bingen hat ihren Platz gefunden und es wird über allerlei Kräuter und Heilmittelchen berichtet:

Burg Roetteln24

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Es wundert mich, dass auf den freien Grünflächen im Teil der unteren Burg noch kein Kräutergärtlein angelegt wurde – das wäre doch ganz nett?!
Und dass noch kein findiger Apotheker aus Lörrach auf die Idee gekommen ist, nach dem Rezept der „Alte Hex von Binze” Kräuter-Mümpfeli (Kräuterbonbons) herzustellen und als Souvenir anzubieten, ist mir schleierhaft.

Burg Roetteln27„Alte Hex‘ vo Binze“ von Waldemar Lutz und Traute Enderle-Sturm – ISBN 3-922 107-02-8

„Alte Hex‘ vo Binze“ von Waldemar Lutz und Traute Enderle-Sturm

Hier ist noch ein Buchtipp, ein sehr schön illustriertes Buch mit der Geschichte von der „Alte Hex‘ vo Binze” – sie beruht auf einer uralten Sage und spielt auf der Burg und auf dem Marktplatz von Basel – nicht nur für Kinder!
Ach ja, ein Linsengericht wäre auch ganz nett: „Alte Hex vo Binze, koch mir gueti Linse; Aber nit so dick, dass i nit verstick!” – so heißt es in dem altbekannten Kinderreim, den im Markgräflerland fast jedes Kind kennt.

Photos from our visit to the Burg Rötteln in Lörrach – a medieval castle – one of the biggest and most impressive in our area.