Backen, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Garten, Grossbritannien, Natur & Garten, Rezepte, Sommer

Ein Sonntagsausflug in den englischen Garten von Hugstetten


Es ist schon wieder ein Jahr vergangen, seit ich mit meiner Nachbarin Gertrud einen Ausflug in den Englischen Garten von Hugstetten gemacht habe.
Höchste Zeit, euch davon zu berichten.

Hugstetten ist ein Ortsteil der Gemeinde March bei Freiburg, die zwischen Kaiserstuhl und Tuniberg liegt.
Dort veranstaltet der Heimatverein March alljährlich im Sommer am ersten Sonntag im Monat Aktionstage mit verschiedenen Themen.

Im Garten wird bewirtet, man kann durch den Park spazieren und es gibt Konzerte.
Vergangenes Jahr war es am 3. Juli das Thema Lavendel – der Park ist aber auch ohne diese Aktionstage einen Besuch wert….


Gemeindezentrum mit Heimatmuseum in Hugstetten

Aktionstag-Thema 3. Juli 2016: Lavendel



Lavendelruten binden



Blick in die Scheune / Heimatmuseum



Garten und Englischer Park


 


Hinter der Kirche geht’s zum Schloss und in den Park.
Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.



Der Englische Garten


In der Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in England eine neue Art der Gartenarchitektur: Weg von strengen geometrischen Formen hin zu Wiesenflächen, lockeren Baumgruppen, gewundenen Wegen, aber auch Teichen, einzelnen kleinen Bauwerken und Plätzen zum Verweilen.

Um 1830 ließ der damalige Schlossherr, Conrad von Andlau, der ein Faible für solche Englische Gärten hatte, diesen Park anlegen.
Vorbild war der Park der Burg in Arlesheim (Schweiz), der ebenfalls seiner Familie gehörte.

Heute sind knapp 5 Hektar des Parks öffentlich zugänglich, der Rest in direkter Umgebung des Schlosses ist in Privatbesitz.
Es braucht allerdings einiges an Vorstellungskraft, um den Schlosspark in seiner ursprünglichen Schönheit zu sehen, derart verwildert sind manche Stellen.



Das Backhaus



An diesem Tag war der Heimatverein March auch im Backhaus aktiv – ich durfte Fotos machen und natürlich haben wir noch den Flammkuchen und das Brot mit Bibeleskäs probiert!


 


Der Bäcker hat mir auch die Mehl-Zusammensetzung des Brotteigs verraten – 80% Weizenmehl Type 1000 und 20% Roggenmehl.
Rezept für Flammkuchen / Rezept für Bibeleskäs

Advertisements
Backen, Englisch, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Herbst, Markgraeflerland, Rezepte, Wein

Ziibelewaie und Neue Wii

Ziibelewaie 2


Gestern Abend gab es auf Wunsch des Markgräflers dann doch noch eine Ziibelewaie, denn wir hatten wieder Neue Wii im Haus.
Das Rezept ist diesmal etwas anders, als bisher – statt rundem Blech wurde ein großes, eckiges Blech gewünscht und ausserdem mit Brotteig als Basis.
Die Markgräflerin hat also jede Menge Zwiebeln geschält und geschnitten – mit einem Schluck Wasser im Mund war das auch weniger tränenreich….


Ziibelewaie 3


Für den Brotteig/Hefeteig
(für ein eckiges Backblech ca. 40 x 30 cm)
• 15 g Hefe
• 1 Teelöffel Zucker
• 300 g Bio-Weizenmehl (Type 550)
• ¾ Teelöffel Salz
• 3 Esslöffel Olivenöl
• 180 ml lauwarmes Wasser
• Mehl und Olivenöl zum Bearbeiten

Zubereitung Teig
Hefe in eine kleine Schale bröckeln, mit 1 Teelöffel Zucker und 50 ml lauwarmem Wasser verrühren. Zugedeckt ca. 15 Minuten gehen lassen.

Mehl und Salz in einer Rührschüssel mischen.
Die angerührte Hefe zusammen mit 130 ml lauwarmem Wasser und 3 Esslöffel Olivenöl  zum Mehl in die Schüssel geben.
Mit dem Knethaken der Küchenmaschine verkneten, bei Bedarf noch etwas Wasser oder Mehl dazugeben. Der Teig sollte nicht zu fest aber auch nicht zu feucht sein.
Dann nochmals etwas kräftiger kneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.
Auf Backpapier dünn ausrollen und auf das Blech legen. Mit einem Küchentuch zugedeckt nochmals gehen lassen.

Für den Belag
• 1 ½ kg Zwiebeln
• 100 g durchwachsener Speck
• 2 Becher saure Sahne
• 4 Eier
• 1 Prise Salz
• 1 Esslöffel Kümmel

Für den Belag die Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden (dafür nehme ich meine Küchenmaschine).
Den Speck in dünne Streifen schneiden, würfeln und in einer Pfanne ausbraten. Die Zwiebelringe zugeben und glasig werden lassen.
Die saure Sahne mit den Eiern, dem Salz und dem Kümmel verquirlen, Zwiebelscheiben und Speckwürfel darunter mischen und die Masse auf dem Teig verteilen.
Etwa 15 Minuten gehen lassen, den Backofen auf 200 °C Ober-Unterhitze (oder 180 °C Umluft mit Unterbodenhitze) vorheizen und dann in der Mitte des Backofens für ca. 45 Minuten backen.

Ziibelewaie 1
Leicht abkühlen lassen und warm servieren.


Ziibelewaie 4

This is a speciality of my area. It is typical for autumn, when the grape harvest is on.
Serve with new wine (Federweisser).

Big Onion Tart

For the dough
15 g yeast
1 teaspoon sugar
300 g wheat flour
¾teaspoon salt
3 tablespoons olive oil
180 ml warm water
flour and olive oil for working

Preparation of dough
(for a baking sheet 40 x 30 cm)
Crumble yeast into a small bowl, stir in 1 teaspoon sugar and 50 ml warm water. Cover and leaven for about 15 minutes.
Mix flour and salt in a mixing bowl.
Give mixed yeast with 130 ml of warm water and 3 tablespoons of olive oil to the flour in the bowl.
Knead the dough with the food processor (dough hook), if necessary add a little more water or flour. The dough should not be too dry and compact but not too moist. Then knead again a little stronger. Cover the dough and let it rise for about 1 hour in a warm place.
Roll out on baking paper, place on the baking sheet and cover with a cloth.

Ziibele 1

For the topping
1.5 kg onions
100 g streaky bacon
2 cups of sour cream (400 ml)
4 eggs
1 pinch of salt
1 tablespoon of cumin

For the topping cut the onions into slices (I use my food processor!).
A tip:
A sip of water in your mouth will help you not to burst out into tears while cutting the onions.

Cut the bacon into thin strips then into small cubes and fry in a pan. Add the onion rings and fry while turning frequently until they are glassy.

Whisk the sour cream together with the eggs, salt and cumin. Then fold in the onion slices and bacon. Spread onto the dough.
Leaven for another 15 minutes, preheat the oven to 200 °C (392 °F). Bake for about 45 minutes.
Take out of the oven, let cool a bit then serve.

Backen, Englisch, Essen & Trinken, Food, Fotografie, Herbst, Markgraeflerland, Natur & Garten, Reisen, Rezepte, Wein

Ziibelewaie und Neue Wy

Ziibelewaie1Es ist Wochenende – Anfang Oktober. Zeit für eine Markgräfler Ziibelewaie und neue Wy – Zwiebelkuchen und neuer Wein/Sauser oder mancherorts auch Federweiser genannt.
Den neuen Wein bekommt man überall in den Winzergenossenschaften und Weingütern im Markgräflerland.
Wir haben unseren aus der benachbarten Winzergemeinde Auggen – dort kann man sich aus dem großen Behälter über einen Zapfhahn selbst etwas davon in seine mitgebrachten Kanister oder Flaschen füllen – es gibt sowohl weißen als auch roten neuen Wein. Und probieren darf man vor Ort natürlich auch 😉
Am Wochenende herrscht dort immer großer Andrang. Da der Traubenmost gärt, sollte man die Behälter zum Transport nicht zu fest verschließen, da sonst ein zu hoher Druck darin entsteht.

Ziibelewaie Neue Wii 4

Und zum Neuen Wein gehört unabdingbar Ziibelewaie oder auch Flammkuchen. Winzerweck passt auch.
Hier ist also nochmal das Zwiebelkuchen-Rezept:

Ziibelewaie Neue Wii 6

Ziebelewaie – Zwiebelkuchen
(2 Stück / rundes Blech mit 32 cm Ø
)

1 Päckchen Trockenhefe
80 g zerlassene Butter
1/8 Liter lauwarme Milch
300 g Mehl
1 Teelöffel Salz
1 1/2 kg Zwiebeln
100 g durchwachsener Speck
2 Becher saure Sahne
4 Eier
1 Prise Salz
1 Esslöffel Kümmel

Das Mehl in eine Schüssel sieben, die Trockenhefe untermischen. Salz hinzufügen, mit dem Knethaken die zerlassene (nicht zu heisse) Butter und die Milch nach und nach unterkneten. So lange kneten, bis der Teig sich vom Schüsselrand löst. Den Teig ca. 1 Stunde gehen lassen.
Den Teig in zwei Hälften teilen und jeweils auf Größe der Form auswellen. Die Form mit Butter einfetten, mit Teig auslegen und einen Rand hochziehen.
Zugedeckt auf dem Blech gehen lassen.

Für den Belag die Zwiebeln in Scheiben schneiden (bei 1,5 kg Zwiebeln nehme ich meine Küchenmaschine).
Ein Tipp:
Gegen die Tränen beim Zwiebelschneiden hilft, wenn man einen Schluck Wasser um Mund hat.

Den Speck in dünne Streifen schneiden und in einer Pfanne ausbraten. Die Zwiebelringe zugeben und glasig werden lassen.

Ziibelewaie Neue Wii 1

Die saure Sahne mit den Eiern, dem Salz und dem Kümmel verquirlen, Zwiebelscheiben und Speckwürfel darunter mischen und die Masse auf den Teigplatten verteilen.

Ziibelewaie Neue Wii 2

Etwa 15 Minuten gehen lassen, den Backofen auf 200 °C vorheizen und dann in der Mitte des Backofens für ca. 45 Minuten backen.
Leicht abkühlen lassen, aus der Form lösen und warm servieren.

Ziibelewaie Neue Wii 3

Schmeckt auch noch am nächsten Tag / still delicious – the next day:

Ziiebelewaie 1It’s a weekend at the beginning of October. Time for a Markgraefler Ziibelewaie and Wy Onion Tart  and „New Wine“ or „Sauser“ or in some places also calledFederweiser“.
The new wine you can get anywhere at the cooperative of the winegrowers and wineries in Markgraeflerland.
We got some at the nearby cooperative in Auggen there you can fill it yourself from the tap of a large container into cans or smaller containers  there are both white and red new wine. And – of course you can taste it before you buy some ;-)

On weekends there is always a large crowd over there. Since the grape juice is fermented, the container for transport should not be closed too tightly, otherwise it might burst because of the high pressure that develops in it….

With the new wine we usually have onion tart or tarte flambée. And here is my recipe for wonderful and homemade onion tart!

Ziibelewaie Neue Wii 5Ziebelewaie Onion Tart
(2 pieces / round pan with a diameter of 32 cm)

1 packet of dried yeast
80 g melted butter
1.8 liter lukewarm milk
300 g flour
1 teaspoon of salt
1 1/2 kg onions
100 g streaky bacon
2 cups of sour cream
4 eggs
1 pinch of salt
1 tablespoon of cumin

Sieve the flour into a bowl, mix in the dry yeast. Add saltgradually knead in the melted (not hot) butter and the milk with the dough hook of the food processor. Knead until the dough separates from the edge of the bowl. Leaven the dough for about 1 hour until it has doubled.
Divide the dough into two pieces and roll out each one at the size of the pan/mould. Grease the mould with butter, line it with the dough and pull up an edge.
Cover and leaven again.

For the topping cut the onions into slices (for 1.5 kg of onions I use my food processor!).
A tip:
A sip of water in your mouth will help you not to burst out into tears while cutting the onions.

Cut the bacon into thin stripes and fry in a pan. Add the onion rings and fry while turning frequentluy until they are glassy.

Whisk the sour cream together with the eggs, salt and cumin then fold in the onion slices and bacon. Spread onto the dough.
Leaven for another 15 minutes, preheat the oven to 200 °C (392 °F). Bake each onion tart for about 45 minutes.
Take out of the oven, let cool a bit then take out of the mould and serve.
Essen & Trinken, Food, Fotografie, Garten, Herbst, Markgraeflerland, Natur & Garten, Rezepte

Kürbis- oder Kartoffelmarkt? – in Neuenburg am Rhein

Kartoffelmarkt 7

Am 3. Oktober fand in Neuenburg ein Markt statt – auf den Plakaten stand Kartoffelmarkt – wobei es aber nur zwei Stände gab, an denen verschiedene Kartoffelsorten angeboten wurden. Vor etwa drei Jahren war die Auswahl vielfältiger. Ich hatte das Gefühl, dass es – gemessen am Angebot – eher ein Kürbismarkt war.

On October 3 a market was held in Neuenburg – on the posters was a potato market – but there were only two stalls where different varieties of potatoes were offered. About three years ago the variety was much better. I had the feeling that – measured on offered products – it was more of a pumpkin market.

Kartoffelmarkt 2

Kartoffelmarkt 8

Kartoffeln / potatoes:

Kartoffelmarkt 4

Kartoffeln wurden bereits vor 8000 Jahren angebaut. Sie stammen aus Südamerika (Peru, Anden).
Dass sie den Weg nach Europa gefunden haben, verdanken wir den Spaniern. – Logisch, wer kennt nicht die berühmte tortilla de patatas (Tortilla Española)???
Sie haben die Knolle über die Kanaren nach Europa gebracht – und das schon im 16. Jahrhundert. (Quelle: „Kartoffelwelt. Karriere einer Knolle.”  eine Broschüre des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

Potatoes were already cultivated 8,000 years ago. They come from South America (Peru, Andes).
The Spaniards brought them to Europe via the Canary Islands – already in the 16th Century. (Source: „Potatoes. A global career.“, A brochure published by the Federal Ministry for Economic Cooperation and Development, Germany)

Kartoffelmarkt 13

Die Kartoffel „Moorsiglinde” – kommt, wie der Name schon sagt aus dunklen Moorböden, die torfhaltig sind.
Sie ist eine festkochende Sorte, das heißt ideal für Kartoffelsalat, zum Schmoren, für feste Salzkartoffeln, Pellkartoffeln (Gschwelldi)- und Bratkartoffeln, Gratins, Kartoffel-Puffer und Rösti. Im Handel sind festkochende Sorten mit grünen Etiketten gekennzeichnet.

The potato „Moorsiglinde“ is, as the name suggests, from dark peat soils that are turfy.
It is a waxy variety that is perfect for potato salad, for braising, for solid boiled potatoes, fried potatoes, gratins, fritters and hash browns. In Germany, the waxy varieties commercially are marked with green labels.

Kartoffelmarkt 12

Vorwiegend festkochende Sorten werden rot gekennzeichnet, sie sind ideal für Salz-, Pell-, Brat- und Grillkartoffeln, für Eintöpfe, Aufläufe, Suppen, Puffer und Rösti. → Kartoffelsuppe

Predominantly waxy varieties are marked with red labels red, they are ideal for salt potatoes, boiled and roasted, and for barbecued potatoes, in stews, casseroles, soups, fritters and hash browns.

Mehlig kochende Sorten werden blau gekennzeichent, sie sind ideal für mehlige Pell- und Salzkartoffeln, Püree, Klöße, Eintöpfe und Suppen.

Floury varieties are marked with blue labels, they are ideal for mealy boiled potatoes, mashed potatoes, dumplings, stews and soups.

Die hier angebotene Süßkartoffel ist übrigens gar keine Kartoffel – sie gehört zur Familie der Windengewächse und stammt aus Zentralarmerika.
Tobinambur, die „Indianerkartoffel” ist ebenfalls keine Kartoffel – sie gehört zur Familie der Korbblütler, zählt zur Gattung der Sonnenblume und ist deshalb auch als herbstliche Zierpflanze in unseren Gärten beliebt.

By the way, the sweet potato which is offered here is no potato – it belongs to the family Convolvulaceae and comes from the USA.
Tobinambur, the „Indian potato“ is also not a potato – it belongs to the daisy family, to the genus of the sunflower and is therefore popular as an ornamental plant in our gardens in autumn.

Ausserdem gab es einen riesigen Flohmarkt in der Stadt.  / There was also a huge flea market in the town.

Kartoffelmarkt 5

Kartoffelmarkt 6

Hier habe ich dann auch einen Spaghetti-Kürbis bekommen können. Es gab aber noch viele weitere, interessante Sorten. Erhältlich ist diese große Vielfalt bei der Familie Scheidereiter in der Siedlung Stein (Neuenburg-Steinenstadt).

Kartoffelmarkt 30

Here, I could get a spaghetti squash. And there were many more interesting varieties.

Kartoffelmarkt 1

Und es gab noch anderes zu entdecken:

Kartoffelmarkt 3

Für die Kinder gab es Stockbrot – zum Thema Kartoffelmarkt hätte ich eher an ein Kartoffelfeuer gedacht…:

There was a fire where the kids could bake their own bread on a stick (I would have thought there was a potato-fire instead…):

Für Stockbrot braucht man ein Holzfeuer, gerade, lange Stöcke (z. B. Haselnuss) und Brotteig, den man sich entweder vom Bäcker besorgt, oder selbst macht:

Brot- oder Pizza-Teig mit Olivenöl, wie ich ihn mache:

25 g frische Hefe
300 ml lauwarmes Wasser
50 ml Olivenöl
2 Esslöffel flüssiger Honig
1 Esslöffel grobes Meersalz
etwa 330 g helles Dinkelmehl (Type 630)
etwa 170 g feines Hartweizenmehl (Pasta- oder Pizzamehl)
+ Mehl zum Bearbeiten

Hefe in eine große Schüssel bröckeln, lauwarmes Wasser, Olivenöl und Honig hinzugeben und die Hefe darin auflösen. Salz und Mehl untermischen, einarbeiten und kräftig kneten. (Für mich übernimmt das der Knethaken der Küchenmaschine).
Kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst, bei Bedarf noch etwas Wasser oder Pastamehl unterarbeiten.

Man kann als Stockbrot-Teig aber durchaus auch jede x-beliebige Bauernbrot-Backmischung (evtl. mit Roggenmehl-Anteil) verwenden und diese nach Packungsanweisung vorbereiten.

Zugedeckt ca. 45 – 60 Minuten gehen lassen. Teig von Hand kräftig durchkneten, in Portionen teilen. Mit beiden Händen aus der Teigportion eine Schlange formen und straff um das obere Ende des Stocks wickeln. Über der Glut garen, bis eine Kruste entsteht.

For the bread on a stick you need a wood fire , straight, long sticks (eg hazelnut ) and bread dough , which you either ask for in a the bakery , or make it yourself :

Bread or pizza dough with olive oil, how do I do it :

25 g fresh yeast
300 ml lukewarm water
50 ml olive oil
2 tablespoons liquid honey
1 tablespoon coarse sea salt
approximately 330 g of light spelt flour (Type 630)
approximately 170 g of fine durum wheat flour ( pasta or pizza flour )
+ Flour for working

Crumble yeast in a large bowl , add warm water , olive oil and honey and dissolve the yeast in it. Mix in flour and salt , incorporate and knead vigorously . (Or use your Kitchen Aid – machine).
Knead until the dough comes off the bowl rim, and knead in some more water or flour pasta if needed.

Cover and let go about 45 – 60 minutes. Knead dough vigorously by hand, divide into portions . Form snakes from the dough portions  with both hands and wrap tightly around the upper end of the stick . Cook over the coals until a crust is formed.

Ansonsten war natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt – Kartoffelpuffer, Waie und anderen Köstlichkeiten.

Kartoffelmarkt 32

Kartoffelmarkt 33

Essen & Trinken, Food, Fotografie, Garten, Herbst, Italien, Natur & Garten, Rezepte, Sommer

Pizza Mozzarella e Zucchine

Pizza Vegetarisch1

Neulich war vom Brotteig für die Ruhwaie noch was übrig. Zum Abendessen gab es dann aus dem Rest eine vegetarisch Pizza mit gelben und grünen Zucchini, Büffelmozzarella und Tomaten aus dem eigenen Garten.

Zucchini waschen, Stiel und Blütenansatz entfernen, längs in dünne Scheiben schneiden. Ein bis zwei Schalotten abziehen und vierten. Die Tomaten vierteln. In eine Schüssel geben und mit Olivenöl beträufeln, mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence würzen. Nach Belieben Knoblauch hinzufügen. Mozzarella in Scheiben schneiden.

Teig auswellen, mit dem Gemüse, Mozzarella und einer Chilischote  belegen, nochmals mit Kräutern übermahlen. Bei 220 °C backen bis das Gemüse weich und der Teig kross ist.

Pizza Vegetarisch3

Pizza Vegetarisch4Deko: Frischer Zitronenthymian aus dem Garten.

Essen & Trinken, Food, Fotografie, Herbst, Markgraeflerland, Rezepte

Auf der Suche nach dem Geheimnis der Ruhwaie

Ruhwaie10
Markgräfler Ruhwaie (Rahmwaie)

Zum meinem tausendsten Blogpost-Jubiläum hatte ich schon einmal über drei typische Waie aus dem Markgräflerland berichtet.

Dreierlei Waie1
Aber neulich hatte mich dann eine meiner treuen Blog-Leserinnen wiederholt auf die Ruhwaie angesprochen, die sie von ihrer Kindheit kennt und nach deren Rezept sie schon ewig sucht.

Ich dachte immer, es sei die Markgräfler Art, einen Flammkuchen zu backen und hatte es fast schon vergessen, bis ich etwa eine Woche später ganz zufällig auf der Speisekarte der Bruckmühle in Wollbach bei Kandern eine Ruuwaie entdeckte.

Ruuwaie Bruckmühle1

Wir waren das erste Mal dort und wollten einen Kaffee trinken und Kuchen essen – das war vergangenen Samstag.

Himmelstorte Bruckmühle – schon halb aufgegessen…

Natürlich habe ich gleich gefragt, wer denn die tollen Kuchen und die Waien bäckt  – und habe dann nach der Zubereitung der Ruhwaie gefragt.  Das „Ruh” – kommt vom Rahm – der Sahne, wobei es sich hier um Sauerrahm handelt. Das wusste ich schon aus anderen Gesprächen – und zwar muss es ein Sauerrahm mit 20% Fett sein, und den gibt es bei uns nur von „Schwarzwaldmilch”.

Grundlage ist ein Brotteig – denn am Freitag wird in der Bruckmühle immer Brot gebacken, und dann gibt es aus dem gleichen Teig auch noch Ziebelewaie, Käsewaie und Ruhwaie.
Obendrauf sind Speckwürfel oder Streifen und gewürzt wird nur mit Salz und Pfeffer, soviel wusste ich. Von der Bruckmühlen- Bäckerin habe ich dann noch die Details erfahren:  „Ich machhalt ä Bäbble mit Mählohni wird des nüt…

Stimmt eigentlich, dachte ich – sonst wird der Sauerrahm vielleicht nicht richtig fest und durchweicht womöglich noch den Teig.

Bäbble, das ist der Waieguss bzw. eine Mehlschwitze, die mit etwas Wasser gekocht wird, dann wird nach und nach der Sauerrahm untergerührt und zum Schluss würzt man den Guss mit Salz und Pfeffer.

Und dann ging die Waie-Bäckerin in die Küche um nachzusehen, ob vom Vortag noch was übrig war  – und kam mit einem Probierteller zurück:

Ruuwaie Bruckmühle
Ruhwaie in der Bruckmühle in Kandern-Wollbach

Die Ruhwaie in der Bruckmühle ist fast so dünn wie Flammkuchen – mir wurde aber von einer etwas höheren Waie erzählt… Also habe ich gebacken und das Ergebnis bzw. das gesuchte Rezept für eine Ruhwaie aufgeschrieben, um es nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen.

Baebble Waie1Mehlschwitze / Bäbble

1 Esslöffel Butter (ca. 50 g)

2 Esslöffel Mehl (ca. 50 g)
1-2 Tasse kaltes (!) Wasser

3 Becher Sauerrahm à 200 g = 600 g (20% Fett)

Foto: http://freiburg.schwarzwaldmilch.de

Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl einrühren, dann das Wasser nach und nach mit dem Schneebesen einrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Die Hitze reduzieren und  jeden Becher Sauerrahm einzeln damit verrühren. Mit Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen. Mit dem Salz vorsichtig sein, der Speck, der später noch auf die Waie kommt ist auch salzig….

Brot- oder Pizza-Teig mit Olivenöl, wie ich ihn mache:
(für drei Waien)

25 g frische Hefe
300 ml lauwarmes Wasser
50 ml Olivenöl
2 Esslöffel flüssiger Honig
1 Esslöffel grobes Meersalz
etwa 330 g helles Dinkelmehl (Type 630)
etwa 170 g feines Hartweizenmehl (Pasta- oder Pizzamehl)
+ Mehl zum Auswellen

Hefe in eine große Schüssel bröckeln, lauwarmes Wasser, Olivenöl und Honig hinzugeben und die Hefe darin auflösen. Salz und Mehl untermischen, einarbeiten und kräftig kneten. (Für mich übernimmt das der Knethaken der Küchenmaschine).
Kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst, bei Bedarf noch etwas Wasser oder Pastamehl unterarbeiten.

Zugedeckt ca. 45 – 60 Minuten gehen lassen. Teig von Hand kräftig durchkneten, in drei Portionen teilen.

Den Teig etwas größer als die Form ausrollen, eine Waieform mit Ø 30 cm mit Butter einfetten und mit dem Teig auslegen – einen Rand hochziehen.

Ruhwaie2

Leicht mit Öl (ich habe Olivenöl verwendet) bestreichen, dann das Bäbble / den Sauerrahmguss darauf verteilen.

Ruhwaie3

Von ca. 100 g Speck (mit Schwarte gewogen) die Schwarte dünn abschneiden, dann den Speck mit einem scharfen Messer in kleine Würfelchen oder feine Streifen schneiden und auf dem Guss verteilen.

Ruhwaie4

Ruhwaie5

Ca. 30 Minuten bei 220 °C backen, bis der Teig hell gebräunt ist.

Ruhwaie7

Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen (ich hatte die Waie zu früh angeschnitten, wie man sieht zerläuft der Guss leicht) – die Waie lässt sich dann besser schneiden.

Ruhwaie9
Der Markgräfler fand, die Waie sei zu dick – wer sie dünner mag, so wie die von der Bruckmühle, nimmt nur ein bis zwei Becher Sauerrahm.

Ruhwaie15

Ich habe am nächsten Tag ein Stück für die Mittagspause mitgenommen und warm gemacht – da war der Guss fester und sah schöner aus. Ganz lecker auch mit einem grünen Salat…. Herrlich – nun fehlt nur noch ein Glas „Neue Wii” (Neuer Wein/Federweisser) und die Waie-Saison kann beginnen!!!

Ruhwaie13

Essen & Trinken, Food, Fotografie, Herbst, Markgraeflerland, Rezepte, Schweiz, Sommer

Blog-Beitrag Nr. 1000 – Dreierlei Waie aus dem Markgräflerland

Dreierlei Waie1
Das ist also mein Blog-Beitrag Nr. 1000! Und heute Morgen hat irgendjemand auch noch den 200.000 en Klick getan.
Ein herzliches Dankeschön an alle Leser meines Blogs und für die vielen netten Kommentare auch per Mail und auf FB.

Hierfür sollte es heute dann schon etwas besonderes geben und deshalb habe ich mir auch etwas spezielles überlegt.

Neulich kam per E-Mail eine Anfrage von einer Journalistin, die ein Buch über das Markgräflerland schreiben möchte. Dabei hat sie sich die Frage gestellt, wie eigentlich die Scharwaie entstanden ist, und wer auf die Idee kam, die Waie rautenförmig einzuschneiden, mit Öl zu bestreichen und mit Salz zu bestreuen.

Ratlosigkeit bei allen Markgräflern, die ich befragt habe und bei denen ich dachte, sie könnten noch etwas von Früher erzählen. „Ja, das hat man halt so gemacht….” war meist die Antwort.

Klar war allen, dass es sich um Brotteig-Reste handelt, die man zusammen-„gescharrt” hatte und die man dann eben mit etwas Öl bestrichen und mit Salz bestreut hatte. Eine Erklärung wäre vielleicht, dass man diese Vertiefungen in den Teig gemacht hatte, um das Brot besser teilen zu können, oder damit das Öl, mit dem man die Waie bestrichen hatte nicht herunter- sondern ins Gebäck laufen konnte.
Ich meine, man kann hier durchaus die italienische Variante der Focaccia erkennen – also, wo soll es schon herkommen???

Möglicherweise ist die Scharwaie ebenso wie der Wein ein köstliches Überbleibsel aus der Zeit, als die Römer sich im Markgräflerland niedergelassen hatten.
Spuren der Römer findet man im Markgräflerland überall, z. B. nicht allzu tief unter einem Acker auf der Gemarkung Auggen, oder in Badenweiler und Heitersheim, wo die Funde freigelegt und für Interessierte zugänglich gemacht wurden. Wer möchte, kann das Gebiet auf dem Markgräfler Römerweg erwandern oder mit dem Fahrrad erkunden.

Scharwaie2
klassische Scharwaie

Mal sehen, was Wikipedia dazu sagt:

(…) Die Wähe dürfte ihren Ursprung im schweizerischen Mittelland haben. Die erste urkundliche Erwähnung des Begriffs «wäye» stammt aus dem Jahr 1556. Sie wird in einem Zürcher Sprachlexikon als «Fladen oder Kuchen» beschrieben. Entstanden ist die Wähe in der Hausbäckerei. Gemäss Albert Spycher wurden Teigreste verwendet, die beim Brotbacken in der Teigschüssel blieben. Man „wallte (…) die so gewonnen Brotteigreste zu dünnen Fladen und drückte den Teigrand zu einem Wulst zusammen, damit der Belag nicht auslaufen konnte“. Belegt wurden sie dann mit denjenigen Dingen, die gerade im Haushalt aufzufinden waren. Es kamen Früchte wie Gemüse in Frage und deshalb lässt sich die Geschichte der salzigen und der süssen Wähe nicht trennen (….)

Was Wikipedia da zu den Wähen bzw. Waien, wie sie im Markgräflerland genannt werden schreibt, ist auch das, was ich von einigen Leuten, die ich gefragt hatte, gehört habe: Im Markgräflerland bzw. Müllheim und Umgebung hat man die Scharwaie zwar gekannt und gebacken, aber meistens wurde einfach auf die Teigreste das gelegt, was man gerade hatte.

Wer Schweine und Speck hatte, legte in dünne Streifen geschnittenen, gut durchwachsenen Speck darauf = Speckwaie.
Hatte man Rahm, d. h. Sahne (der noch von Hand abgeschöpft wurde, viel dicker als der heutige war und manchmal leicht säuerlich geschmeckt hatte) formte man einen Rand und gab Rahm und Zucker auf die Waie, die auch Judekueche (Judenkuchen) genannt wurde – nennen wir ihn der political correctness halber einfach mal Rahmwaie. Das beste daran waren natürlich immer die Stellen der Waie, die knusprig-braun karamellisiert waren.
Woher die Bezeichnung Judekueche kam, konnte mir auch niemand sagen….
Und wenn es frisches Obst gab, wie z. B. Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel, hat man die Waie damit belegt.
Manch einer sagt, man habe die Waien vor dem Brot gebacken, um zu testen, ob schon die richtige Back-Temperatur erreicht war – andere sagen, man hat die Waie in der Resthitze gebacken, weil diese noch für die flachen Teigstücke ausreichend war (was ich wahrscheinlicher finde).

Wie auch immer, hier kommen die Rezepte. Um es ganz authentisch zu machen, könnte man sich auch einen Bauernbrot-Teig beim Bäcker besorgen (vorbestellen). Ich habe die Foccaccia-Teig Variante mit etwas Olivenöl vorgezogen, das schmeckt ein wenig würziger, man kann das Öl aber auch weglassen und etwas mehr Wasser nehmen. Ausserdem habe ich Dinkelmehl (Type 630) zu 2/3 und zu 1/3 fein gemahlenes Hartweizenmehl (z. B. Pizza- oder Pastamehl) verwendet. Ich backe auf einem Schamottstein (Pizzastein), der etwa eine Stunde vorher im Backofen bei voller Temperatur aufgeheizt werden muss (nach 45 Minuten stellt man ein Blech mit Wasser unter den Stein) – während dieser Zeit kann der Teig wunderbar aufgehen. Dann wird die Temperatur reduziert – ich habe eine Pizza-Backfunktion mit Unterhitze und Umluft, die ist bei 180 – 200 °C perfekt). Wer keinen Pizzastein hat, bäckt auf dem Blech mit vorgeheizten 225 °C.

Klassischer Brotteig:

500 g Mehl (Weizenmehl Type 550)
1/2 Würfel Frischhefe (21 g)
etwa 300 ml lauwarmes Wasser
15 g Zucker oder flüssiger Honig
15 g Salz

Focaccia-Teig mit Olivenöl, wie ich ihn mache:
(für drei Waien)

25 g frische Hefe
300 ml lauwarmes Wasser
50 ml Olivenöl
2 Esslöffel flüssiger Honig
1 Esslöffel grobes Meersalz
etwa 330 g helles Dinkelmehl (Type 630)
etwa 170 g feines Hartweizenmehl (Pasta- oder Pizzamehl)
+ Mehl zum Auswellen

Hefe in eine große Schüssel bröckeln, lauwarmes Wasser, Olivenöl und Honig hinzugeben und die Hefe darin auflösen. Salz und Mehl untermischen, einarbeiten und kräftig kneten. (Für mich übernimmt das der Knethaken der Küchenmaschine).
Kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst, bei Bedarf noch etwas Wasser oder Pastamehl unterarbeiten.

Zugedeckt ca. 45 – 60 Minuten gehen lassen. Teig von Hand kräftig durchkneten, in drei Portionen teilen.

Speckwaie

Dreierlei Waie2
Für die Speckwaie von einem Stück geräucherten, gut durchwachsenen (Schwarzwälder) Vesperspeck die Schwarte abschneiden, zuerst längs in dünne Scheiben, dann quer in dünne Streifen schneiden. Den Teig dünn auf bemehlter Arbeitsfläche auswellen – auf eine perfekte, runde Form kommt es hier ganz bestimmt nicht an – auf den Holzschieber legen (vorher mit etwas Pastamehl bestreuen)  und den Teigfladen üppig mit Speckstreifen belegen. In den Ofen schieben und so lange backen, bis der Speck knusprig, und die Ränder leicht gebräunt sind. (etwa 10-15 Minuten)

Dreierlei Waie3

Dreierlei Waie4

In Stücke schneiden und mit einem Glas Gutedel (oder Neuer Wein – sobald es wieder gibt) genießen.

Dreierlei Waie6

Rahmwaie (Judekueche)

Dreierlei Waie7

Teig wie oben beschrieben auswellen, dann aber einen Rand bilden, damit der Rahm nicht herauslaufen kann. Zuerst auf den Pizzastein schieben, dann mit Rahm begießen und üppig mit braunem Zucker bestreuen. (Je nach Größe ca. 1 Becher süße Sahne -Rahm, und mehrere Esslöffel Zucker). Backen, bis der Zucker karamellisiert ist.Dreierlei Waie8

Meine Mutter hat diese Waie immer in einem Waieblech mit Rand gebacken, weill die Sahne schnell über den Rand läuft. Wie schon gesagt, der Rahm war früher dicker. Wer mag, kann auch einmal dicke, gezuckerte Kondensmilch verwenden, das geht auch, karamellisiert aber nicht so schön. Da kann man dann höchstens noch ein wenig mit einem Bunsenbrenner (Crème brulée) nachhelfen.

Dreierlei Waie9

Dreierlei Waie10

Zwetschgewaie

Dreierlei Waie11

Für die Zwetschgewaie den Teig wie beim Rahmwaie mit Rand vorbereiten.

Dreierlei Waie16

Die Zwetschgen waschen, längs halbieren, die Kerne entfernen. Dann jede Hälfte an der Spitze längs ein wenig einschneiden.
Den Teig wieder im Ofen belegen, dick mit Zimtzucker bestreuen und backen, bis der Rand leicht gebräunt ist.

Dreierlei Waie13

Dreierlei Waie15
So, und das ist unser heutiger Sonntagskuchen… Vielleicht gibt es noch ein wenig geschlagenen Rahm dazu.
Selbstverständlich kann man auch hier noch ein wenig kreativ sein und zusätzlich feine Butterstreusel auf die Zwetschgen geben. Da hätte ich  noch ein Rezept für einen Zwetschgen-Streuselkuchen mit Quark-Ölteig (auch sehr zu empfehlen).

Essen & Trinken, Food, Fotografie, Rezepte

Heiligabend – Schäufele verpackt im Brotteig

Schaeufele Brotteig7

Und es ist eben nicht jedes Jahr das gleiche…. Schäufele (so nennt man in Baden das geräucherte oder gepökelte Schulterstück vom Schwein) gab es wieder am Heiligabend, traditionell mit Kartoffelsalat und Feldsalat. Aber dieses Jahr…. Ich dachte, ich mache es doch mal spannend und verpacke das Heiligabend-Essen in einem Brotteig. Brot gibt es ja sowieso immer dazu, wieso also nicht gleich im Brotteig backen?

Schaeufele Brotteig

Das diesjährige Schäufele war ein Geschenk von meinem Arbeitgeber – ein Adler Schäufele aus Bonndorf im Schwarzwald mit knapp 2 kg! Es war in einem riesigen Geschenkorb mit vielen anderen Dingen…

Hier ist das alte badische Rezept für

Schäufele im Brotteig

Schaeufele Brotteig4

Zutaten:

1 Schäufele ohne Knochen
(oder ein Rollschinken) etwa 2 kg
750 g Weizenmehl Type 550
2-3 Teelöffel Salz
2 Esslöffel Kümmel
1 1/2 Würfel Hefe (ca. 65 g)
eine Prise Zucker
150 ml Milch
300 ml Wasser
Fett und Mehl für das Backblech

Das Mehl in eine große Schüssel sieben, mit Salz und Kümmel vermischen. Mit der Hand in die Mitte eine Vertiefung drücken. Die Hefe hineinbröckeln, eine Prise Zucker hinzufügen und mit etwas lauwarmem Wasser verrühren. Etwas Mehl darüberstäuben und den Vorteig zugedeckt an einem warmen Ort etwa 30 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen der Hefe verdoppelt hat.

Die lauwarme Milch mit 300 ml warmem Wasser mischen und zu dem Mehl geben. Mit dem Knethaken der Küchenmaschine alles zu einem glatten Teig kneten, dann noch 5 Minuten weiterkneten. Die Teigkugel mit Mehl bestäuben und mindestens 2 bis 3 Stunden an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen.

Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Das Schäufele (vorgegart, im eigenen Saft) aus der Verpackung nehmen, etwas trocken tupfen. Ein Backblech einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Teig ausrollen und das Schäufele darin einschlagen, die Teigränder dabei unter das Fleisch schieben. Das Schäufele auf das Backblech legen. Auf der Oberseite kleine Rauten ein schneiden, so dass der Dampf entweichen kann. Nochmals 15 Minuten gehen lassen. Dann 60-70 Minuten im Ofen backen.

Aus dem Ofen nehmen, leicht abkühlen lassen und mit einem Brotmesser anscheiden.

Schaeufele Brotteig3

Schaeufele Brotteig5

Schaeufele Brotteig6

Dazu gibt es Biersenf aus Alpirsbach, Feldsalat und Kartoffelsalat.
…und natürlich ein Markgräfler Gutedel!

Essen & Trinken, Food, Rezepte

NW – ZW und Traubensaftschorle: Neuer Wein und Zwiebelkuchen in der Straussi vom Weingut Zimmermann

NW – ZW, das ist keine neue Soap, sondern die Abkürzung für Neue Wii (Neuer Wein=Federweiser) und Ziibelewaie=Zwiebelkuchen, auf dem Kassenzettelchen der Straussi vom Weingut Zimmermann am Schliengener Berg:

„Lieber Gast, mir hän e Bitt, iß und trink soviel de wit. Das Zettele aber hebsch guet uf, mir schribe nämlich alles druf. Vielen Dank für Ihren Besuch.“

Den Winzer haben wir persönlich angetroffen und wir konnten ein wenig über dies und das mit ihm plaudern. Top Thema im Moment ist natürlich der verheerende Hagelschlag von vergangener Woche. Der hat in den Weinbergen teilweise kapitale Schäden angerichtet. Aber man bleibt zuversichtlich. Solange es nachts kalt ist, breitet sich die Fäule nicht so sehr aus und anscheinend gibt es dieses Jahr noch kaum Fruchtfliegen und auch die Wespenpopulation ist klein, sodass sie bei den Trauben nicht noch mehr Schaden anrichten können. Lassen wir uns mal überraschen.

Grund unseres Besuchs war aber der Ziibelewaie, den es in der Weinschenke im Herbst am Freitag immer gibt und natürlich der „Neue Wii“.
Naja, für die Autofahrer gibt es auch Traubensaft (-schorle). Diesmal war ich mit Fahren dran. Am neuen Wein habe ich natürlich mal genippt, der hat schon richtig auf der Zunge gekribbelt. Ansonsten ist der rote Traubensaft auch sehr lecker.

Der Zwiebelkuchen wird hier mit Brotteig (das Brot wird hier selbst gebacken!) gemacht, dünn ausgerollt und mit Zwiebel-Eierguss belegt. Nach meinem Geschmack fehlt ein wenig Kümmel im Guss, aber das mag bekanntlich nicht jeder, deshalb wurde er wohl weggelassen. Dabei hilft Kümmel dabei, Blähungen nach dem Genuss von Zwiebelkuchen zu vermeiden.
Die Portion ist auf jeden Fall üppig und macht satt.

Hier geht’s zu meinem Rezept für Ziibelewaie = Zwiebelkuchen.