Posts Tagged ‘bitter’

Endiviensalat mit Knoblauchdressing, Kartoffeln, Speck und Zwiebeln

15. Februar 2017

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Endivien Salat scheint ein wenig aus der Mode gekommen zu sein…
Manch einer kann einfach keinen Gefallen an dem bitteren Geschmack finden. Wobei der ja gerade seine Besonderheit ausmacht.
Zudem sind die Bitterstoffe im Salat gesund – sie regen die Verdauung an und stärken die Abwehrkräfte.

Ich jedenfalls habe diesen Wintersalat schon immer gerne gehabt – am liebsten mit schön viel Knoblauch in der Salatsauce!
Genau so eine Sauce, wie sie unsere Omis und Mütter früher gemacht haben. Dabei durfte ein Spritzer Suppenwürze, sprich: „Maggi” nicht fehlen.
Wer das nicht mag, kann es aber auch weglassen.
Und falls jemand den bitteren Geschmack des Endivien wirklich nicht mögen sollte, kann man den in Streifen geschnittenen und gewaschenen Salat zusätzlich für 10 Minuten in lauwarmes, gesalzenes Wasser legen, das nimmt die Bitterkeit raus.

Als Essig habe ich Melfor – einen französischer Essig mit Honig – verwendet.
Kombiniert habe ich den Salat mit warmen Pellkartoffeln und gebratenen Speckwürfeln und gebräunten Zwiebelstreifen. Das war ein wunderbares Abendessen!
Brägele (=Bratkartoffeln) passen übrigens auch wunderbar dazu.


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Endiviensalat


• 1 Endivien-Salat
• 2-3 Esslöffel Essig (z. B. Melfor)
• 3-4 Esslöffel Rapsöl
• Salz
• Pfeffer
• ½ Esslöffel feingeschnittene Zwiebel
• 1 Knoblauchzehe
• einige Tropfen Suppenwürze (Maggi)

Zubereitung

Den Endivien Salat  putzen. Einige Blätter übereinander legen und quer in feine Streifen schneiden.
Endivienstreifen waschen, in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen.
Essig, Öl, Salz ,Pfeffer und Maggi (nach Belieben) gut miteinander verrühren, dann Zwiebelwürfel und durch die Presse gedrückten Knoblauch dazugeben.
Die Sauce über den Salat geben und untermischen.


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This one is simple and maybe a little old fashioned – but I love it:

Endive salad

1 endive salad
2-3 tablespoons of vinegar
3-4 tablespoons of rapeseed oil
Salt
Pepper
½ tablespoon of finely chopped onion
1 clove of garlic
A few drops of soup flavouring (Maggi)

Preparation

Clean the Endive salad. Lay several leaves on top of each other and cut diagonally into fine strips.
Wash the endivial strips, place in a sieve and drain well.
Mix vinegar, oil, salt, pepper and Maggi (as desired), then add chopped onion and press garlic.
Pour the sauce over the salad and mix.

Serve with boiled or fried potatoes, bacon and onions.

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Was ist eigentlich „chicorée liquide”?

14. Januar 2015

Chicoree Liquide

Immer wieder liest man in Rezepten aus Belgien oder Frankreich von einer als „chicorée liquide” bezeichneten Zutat. Zum Beispiel in einer Crème Brulée.
Was ist das nur, habe ich mich gefragt – flüssiger Chicoree übersetzt, also Salat als flüssiges Konzentrat???
Ganz häufig wird dieser flüssige Chicoree in Desserts und Süßspeisen verwendet. Neulich, im französischen Supermarkt in Chalampé habe ich die geheimnisvolle Zutat entdeckt – und das nicht etwa bei den Backzutaten, wo ich zuerst gesucht hatte – nein, sondern in der Reihe mit den Frühstücksgetränken, tête a tête mit Kaffee und Kakaogetränk.
Den Chicoree gab es auch in pulverisierter Form und von da an hatte es auch endlich bei mir Click im Hirn gemacht: Na klar – Zichorienkaffee oder Muckefuck, wie unsere Großeltern zu diesem bitteren Pulverextrakt aus der Zichorienwurzel sagten: wegen des bitteren Geschmacks in schweren Zeiten als Kaffee-Ersatz verwendet. Verwendet wird dafür die Wurzel und aus der kann man auch einen Magenbitter-Likör machen (aber fragt mich jetzt nicht nach einem Rezept…).
Caro Kaffee als Flüssig-Konzentrat oder so in etwa…Laut Angaben auf der Verpackung enthält Caro Gerste, Malz, Zichorie und Roggen.

Und nun steht der Zubereitung vieler Rezepte aus Frankreich und Belgien nichts mehr im Wege. Und vielleicht habe ich auch ein paar Lesern weitergeholfen – in Deutschland bin ich zumindest nirgends fündig geworden – und wer keinen Chicoree Liquide bei uns bekommen kann, ersetzt die Zutat einfach durch ein wenig starken Kaffee.

Adventskalender 2014 – Nr. 22: Cicorino Rosso, ein edel-bitteres Blattgemüse

22. Dezember 2014

Adventskalender 2014_22_1Heute habe ich im Adventskalender eine besondere Rarität für euch. Entdeckt habe ich dieses Blattgemüse auf dem Markt in Müllheim, bei der Demeter Gärtnerei Piluweri.
Es handelt sich hierbei um eine Radicchio-Art, die Zur Familie der Zichorien gehört. Ein in Rosetten wachsendes Blattgemüse mit bitterem Geschmack: Cicorino Rosso.
Der Catalogna und der Radicchio di Treviso, die ich hier im Blog bereits vorgestellt habe, gehören übrigens auch dazu.

Radicchio

Tardivo / Radicchio di Treviso in Venedig

Den Radicchio di Treviso habe ich bei uns noch nicht gesehen, ich hatte den mal von einer Reise nach Venedig mitgebracht. Dort kommt er überwiegend gebraten oder gegrillt, als Beilage zu Fleisch oder Fisch auf den Tisch.

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Catalogna auf dem Martinimarkt in Vevey

Der Catalogna wird von der Gärtnerei Piluweri im Oktober und November angeboten. Darüber werde ich demnächst noch ausführlich berichten, denn der Catalogna hat dazu beigetragen, dass die Markgräflerin im Januar in einem SWR-Fernsehbeitrag zu sehen ist.

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Aber nun wieder zum Cicorino Rosso.
Man kann die Blätter sowohl roh als auch gebraten oder gekocht essen. Roh eignet er sich hervorragend als Zutat für einen gemischten Blattsalat, der im Winter Farbe auf den Teller bringt. Die Bitterstoffe regen die Verdauung an und wirken sich unter anderem sehr positiv auf die Blutgefäße aus. Sie stärken die Abwehrkräfte und beugen so Erkältungen vor. Also gerade richtig in der Winterzeit und es ist ausserdem eine ideale Zutat für euer Weihnachtsessen.
Ich habe mich entschieden, den Cicorino Rosso wie den Catalogna zuzubereiten, aber der Jahreszeit angepasst – nämlich mit roten Zwiebeln und Orangen!
Toller Nebeneffekt sind die fröhlichen Farben auf dem Teller, die Appetit auf mehr machen.

Adventskalender 2014_22_3
Pasta mit Cicorino Rosso
2 Portionen

350 g Linguine
zwei Handvoll Cicorino Rosso
1 rote Zwiebel
3 EL Pinienkerne
1 EL geschälter Sesam
1 Orange
2 Knob­lauch­ze­hen
5 EL Olivenöl
Piment d’Espelette, eine kleine Chilischote oder oder Tabasco/Chilisauce
Meer­salz & frisch gemah­le­ner schwar­zer Pfeffer
nach Belieben dünn gehobelter Parmesan, Sbrinz oder Pecorino

Den Cicorino Rosso wa­schen, zu große Blattrosetten zer­teilen, harte Strunkteile entfernen. Wer es nicht ganz so bitter mag, legt den Cicorino einige Minuten in lauwarmes Wasser.
Den Cicorino in kochendem Wasser kurz blanchieren und in eiskaltem Wasser abschrecken. So behält er weitgehend seine Farbe.

Von der Orange die Schale mit einem scharfen Messer samt Innenhaut abschneiden, dann filetieren. Dabei den Saft auffangen und den Saft aus den verbleibenden Trennhäuten auspressen.
Knob­lauch­ze­hen und die Chi­li­schote fein würfeln. Statt der Chilischote kann man auch etwas Piment d’Espelette verwenden.
Die Zwie­bel hal­bieren und in Strei­fen schneiden.

Die Pasta laut Packungsanweisung garen, in der Zwischenzeit die Sauce zubereiten.

Die Sesam­sa­men und die Pini­en­kerne ohne Zugabe von Fett unter Rühren in einer kleinen Pfanne rösten, dabei aufpassen, dass sie nicht zu dunkel werden. Wenn die Pinienkerne leicht gebräunt sind, nimmt man die Pfanne vom Herd.

3 EL Oli­venöl in einer größeren Pfanne erhitzen, bei milder Hitze zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann den Knoblauch dazugeben. Den Cicorino dazugeben und einige Minuten unter Wenden kräftig anbraten.

Die Hitze reduzieren, die Orangenfilets  untermischen, das Gemüse mit Salz, Pfeffer, Chilischote oder Chilisauce nach Geschmack würzen.

Wenn die Pasta noch bissfest ist, mit einer Schöpfkelle etwas Nudelwasser entnehmen und zum Gemüse geben. Die Flüssigkeit ein wenig einkochen lassen.
Die Pasta abgießen, bei Bedarf ein wenig von dem Nudelwasser aufbewahren – die Pasta zusammen mit dem Orangesaft unter das Gemüse mischen, die restlichen 2 Esslöffel Olivenöl und evtl. nochmals ein wenig von dem Nudelwasser untermengen. Zum Servieren mit geröstetem Sesam und Pinienkernen und nach Belieben mit gehobeltem Parmesan, Sbrinz oder Pecorino bestreuen. Adventskalender 2014_22_2

Today I’ve got a special vegetable for you. It is a kind of Radicchio, it tastes bitter and is very colourful and healthy as it is good for digestion and is full of vitamins and minerals you need in winter. I found it at the local market.
Here is a delicious recipe with pasta….

Pasta with Cicorino Rosso
2 servings

350 g Linguine
two handfuls of Cicorino Rosso
1 red onion
3 tablespoons pine nuts
1 tablespoon peeled sesame
1 orange
2 cloves of garlic
5 tablespoons olive oil
a small chili pepper or Tabasco or / chili sauce
sea salt and freshly ground black pepper
thin stripes of parmesan or pecorino

Wash the cicorino Rosso, remove hard parts of the stalks, cut the larger rosettes in smaller pieces. Those who do not like it to taste too bitter should put the cicorino in lukewarm water for a few minutes.
Blanch the cicorino in boiling water for a short time and plunge into ice-cold water. This retains most of its colour.

With a sharp knife, cut off the peel of the orange along with inner skin, then fillet. Collect the juice and squeeze out the juice from the remaining separation membranes.
Finely chop cloves of garlic and the chilli. Halve the onion and cut into thin strips.

Cook the pasta according to package directions. In the meantime, prepare the sauce.

Toast the sesame seeds and pine nuts without added fat in a small frying pan while stirring, taking care that they do not become too dark. When the pine nuts are lightly browned, take the pan off the heat.

Heat 3 tablespoons olive oil in a large frying pan over low heat, add the onion and fry until golden, then add the garlic. Add the cicorino and sear for a few minutes,  while turning frequently.

Reduce the heat, stir in the orange slices, season the vegetables with salt, pepper, chili pepper or chili sauce to taste.

When the pasta is still al dente, remove with a ladle a little pasta water and add to the vegetables. Let it boil and reduce a little of the liquid.
Drain the pasta, keep some of the pasta water – add the pasta together with the orange juice to the vegetables, and add the remaining 2 tablespoons of olive oil and again mix with a little of the pasta water if needed. To serve, sprinkle with toasted sesame seeds and pine nuts and parmesan or pecorino cheese to taste.

Meine Nachbarin kann – Pasta mit Vulkanspargel

11. Juni 2013

Vulkanspargel Pasta2

Vor nicht allzu langer Zeit hat man im Kaiserstuhl ein altes Wildgemüse wiederentdeckt. Der sogenannte „Vulkanspargel” ist eine Puntarelle – so werden die Zicchorien-Arten genannt. Das Laub sieht aus, wie das vom Löwenzahn, die Stängel in der Mitte wie grüner Spargel – nur dass dieser hohl und leicht gerippt ist.

Meine Nachbarin, die ebenso wie ich von Garten, Blumen und Kochen begeistert ist, hat dieses aussergewöhnliche Gemüse auf dem Markt in Müllheim bei unserem Bio-Gemüsegärtner aus Müllheim-Hügelheim (Piluweri) entdeckt und musste es unbedingt mitnehmen. Dann hat sie was feines daraus gezaubert – und ich durfte mitessen!

Um es gleich vorweg zu sagen: wer die bitteren Blattsalate wie chicoree und radicchio nicht mag, sollte entweder die Strunkteile vorher in eiskaltes Wasser legen, oder die Finger davon lassen.

Zichoriengemüse Vulkanspargel im Kaiserstuhl neu entdeckt

Bildquelle: Pressearchiv Plenum Naturgarten Kaiserstuhl – Bildarchiv

Pasta Puntarelle
2 Portionen

350 g Linguine
ein Bund Vulkanspargel
1 rote Zwiebel
3 EL Pinienkerne
1 EL geschälter Sesam
eine Handvoll, in Öl eingelegte getrock­nete Toma­ten
2 Knob­lauch­ze­hen
5 EL Olivenöl
eine kleine Chilischote oder oder Tabasco/Chilisauce
Meer­salz & frisch gemah­le­ner schwar­zer Pfeffer
frischer Schnittlauch aus dem Garten

Den Vul­kanspar­gel wa­schen, zer­teilen, harte Strunkteile entfernen, dann die Stängel vorsichtig vom Strunk brechen. Blätter und Stängel in mundgerechte Stücke teilen.

Knob­lauch­ze­hen und die Chi­li­schote fein würfeln, die getrock­ne­ten Toma­ten in Strei­fen schneiden. Die Zwie­bel hal­bieren und in Strei­fen schneiden.

Die Pasta laut Packungsanweisung garen, in der Zwischenzeit die Sauce zubereiten.

Die Sesam­sa­men und die Pini­en­kerne ohne Zugabe von Fett unter Rühren in einer kleinen Pfanne rösten, dabei aufpassen, dass sie nicht zu dunkel werden. Wenn die Pinienkerne leicht gebräunt sind, nimmt man die Pfanne vom Herd.

3 EL Oli­venöl in einer größeren Pfanne erhitzen, bei milder Hitze zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann den Knoblauch dazugeben. Den Vulkanspargel dazugeben und einige Minuten unter Wenden kräftig anbraten.

Die Hitze reduzieren, die getrockneten Tomaten  untermischen, das Gemüse mit Salz, Pfeffer, Chilischote oder Chilisauce nach Geschmack würzen.

Wenn die Pasta noch bissfest ist, mit einer Schöpfkelle etwas Nudelwasser entnehmen und zum Gemüse geben. Die Flüssigkeit ein wenig einkochen lassen.

Die Pasta abgießen, bei Bedarf ein wenig von dem Nudelwasser aufbewahren – die Pasta unter das Gemüse mischen, die restlichen 2 Esslöffel Olivenöl und evtl. nochmals ein wenig von dem Nudelwasser untermengen. Zum Servieren mit geröstetem Sesam, Pinienkernen und Schnittlauchröllchen bestreuen.

Äusserst aussergewöhnlich und delikat!

Tipp: Ein paar hauchdünne Scheibchen Pecorino oder Parmesankäse passen hervorragend dazu.

Vulkanspargel Pasta1Buon appetito!

Und hier noch ein Nachtrag mit einer herbstlichen Variation dieses Rezepts:

Pasta mit Vulkanspargeln und Weintrauben

Catalogna

Roter Hugo – Tocco Rosso – alkoholfrei

25. Mai 2013

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Den roten Hugo oder „Tocco Rosso“ habe ich Euch ja schon vorgestellt. Hier noch eine alkoholfreie Variante des Sommercocktails 2013:

Tocco Rosso – alkoholfrei

Zutaten:

Zubereitung:

Die Minze mit einem Stössel vorher leicht andrücken. Alle Zutaten in ein bauchiges Rotweinglas mit Eis geben, die frischen Minzblätter und zwei Limettenscheiben dazu geben und vorsichtig umrühren. Eine Limettenscheibe als Deko an den Glasrand stecken.

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Anders als beim original Tocco Rosso braucht es einen Spritzer Limettensaft beziehungsweise die Limettenscheibe um etwas Säure hinzuzugeben. Diese Säure liefert bei der alkoholhaltigen Variante die Weinsäure des Prosecco.

Tocco Rosso alkoholfrei mit Sanbittèr

Tocco Rosso

Der original Tocco Rosso mit Campari und Prosecco

Bella Italia – Venezia – Wie man Radicchio (di Treviso) serviert

19. Januar 2013

Radicchio

Dieser spezielle Radicchio aus Treviso, hier auf dem Bild mit glatter Petersilie, hat es mir angetan, und deshalb habe ich mir etwas davon mit nach Hause genommen.

Zuerst einmal ein kleines Porträt des Radiccio von Bartolomeo Platina, der als erster Kochbuchautor der Renaissance (De honesta voluptate et valetudine =Von der Eehrlichen, zimlichen, auch erlaubten Wollust des leibs) gilt, aus dem Buch

Die Kunst des Kochens von Lorenza de‘ Medici

Radicchio verträgt keine Kälte. Kopf, Blätter und selbst die Wurzeln können Übelkeit wirksam beheben. Es gibt eine Art wilden Radicchio, den die Ägypter Zicchorie nennen, und manche glauben, unsere einheimische „ambula” wachse wild. Im Frühjahr essen wir den Kopf, angemacht mit Salz, Öl und Essig, im Sommer die Blätter und im Winter die Wurzeln. Die Wurzeln, die gründlich gesäubert, geputzt und von harten bitteren Teilen befreit werden, haben eine adstringierende Wirkung auf einen nervösen oder schwachen Magen, regeln die Darmtätigkeit und helfen gegen Ruhr. Gegart wirkt Radiccio gegen schlechte Verdauung und ist auch gut für die Leber und den Magen. Noch besser hilft er, wenn man ihn mit Sultaninen, Essig und ein wenig gekochtem Wein gart und Zimt darüberstreut … Radicchio ist gut für die Blase und für jeden, der unter Geschlechtskrankheiten, Vergiftungen oder ansteckenden Krankheiten leidet. Man könnte sagen, er wurde zur Stärkung der Leber gemacht. Die Blüten, die dem Stengel in nichts nachstehen, können auf die gleiche Weise zubereitet werden.

Und hier ist das Rezept:

Radicchio mit Pinienkernen und Sultanien

6 kleine Köpfe Radicchio
3 Esslöffel natives Olivenöl
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
120 ml trockener Weißwein
1 Esslöffel Sultaninen
3 Esslöffel Balsamico Essig
1 Esslöffel Pinienkerne

Den Radicchio putzen und waschen, welke und zerdrückte Blätter wegwerfen. Gut abtropfen lassen. Die Köpfe längs in Viertel schneiden, dabei ein kleines Stück vom Stengel stehenlassen, der sorgfältig geschält sein muss.

In der Zwischenzeit die Sultaninen etwa 30 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen. Abtropfen lassen und gut ausdrücken.

Das Öl bei niedriger Temperatur erhitzen. Den Radicchio hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und den Wein dazugeben. Zugedeckt etwa 10 Minuten garen.
Die eingeweichten Sultaninen und den Essig dazu geben und die Flüssigkeit im Topf bei geöffnetem Deckel reduzieren, bis sie dick geworden ist. Den Radiccio auf eine vorgewärmte Servierplatte geben und mit den Pinienkernen bestreut servieren.

Diese Variante passt besonders als Beilage zu herzhaften Fleischgerichten.

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Ich habe, mir, wie schon erwähnt ein wenig Radicchio di Treviso oder auch Tardivo genannt, aus Venedig mitgebracht und ihn auf venezianische Art zubereitet. Man kann ihn entweder wie schon beschrieben grillen (alla griglia) oder mit Speck und Zwiebeln anbraten. Dafür kann man auch den rundköpfigen Radicchio, der bei uns eher erhältlich ist, verwenden.
Das folgende Rezept ist für vier Portionen, ich habe etwa die Hälfte gemacht.

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Radicchio rosso – gebratener Radicchio aus Venetien

Für 4 Portionen

100 g durchwachsener Speck
750 g Radicchio
4 kleine Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
5 Esslöffel kaltgepresstes, aromatisches Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Radicchio putzen, die äußeren Blätter entfernen. Die Köpfe längs vierteln und die Strünke säubern und dick schälen, beim runden Radicchio die Strünke herausschneiden. Kurz abbrausen und gut abtropfen lassen.

Speck in feine Streifen schneiden, 4 Zwiebeln achteln. 2 Knoblauchzehen fein hacken. In einer großen Pfanne 3 Esslöffel Olivenöl erhitzen, Speck und Zwiebeln unter Rühren 3 Minuten anbraten. Knoblauch untermischen.

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Gut abgetropften Radicchio in die Pfanne geben.

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Bei geringer Hitze 5 Minuten braten, dabei 1-2 mal wenden.

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Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und 2 Esslöffel Olivenöl würzen.

Heiß als Beilage zu gebratenem oder gegrilltem Fisch servieren.
Bei uns gab es mit Olivenöl beträufeltes Brot, das im Backofen geröstet wurde.

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Rezept für Radicchio gegrillt

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gegrillter Radicchio di Treviso

 Nachtrag vom November 2015:
Rezept für Crostini mit Radicchio Trevisano

Crostini al radicchio trevisano 1

Bella Italia – Venezia – Trattoria all’Antica Mola, das perfekte italienische Menu

17. Januar 2013

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In dieser Trattoria hat alles gestimmt, die kleine, feine Speisekarte, mit allem was das Herz eines Venedig-Reisenden begehrt… Und sogar Musik gab es noch…

Als Apéro einen Apérol Spritz, diesmal mit grüner Olive am Spiesschen mit Stein. Die Zitronen- oder Orangenscheibe läßt man dann weg. Passt auch sehr gut.

Die Wirtin ist sehr freundlich, erzählt mit melodiösem italienischen Singsang, was sie gerade besonders zu empfehlen hat  – auch was nicht auf der Karte steht. Und wenn man nicht so genau weiß, was man nehmen soll, erklärt sie ausführlich, was man noch miteinander kombinieren könnte und das je nach Gast auch in Englisch und Deutsch, falls nötig. Die Bedienung ist flott, aber trotzdem nicht zu schnell und aufdringlich. Wie sie den Fisch vor unseren Augen entgrätet hat – perfekt grätenfrei und wie mit Magie innerhalb von kürzester Zeit…

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Trattoria all’Antica Mola
Cannaregio 2800
Venezia

Was nehme ich nur, das klingt alles so fein…

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Wasser und Hauswein (vino della casa)

Wir haben uns für den Weißwein des Hauses entschieden – einen Tokay.

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Vorspeise der Markgräflerin:
Verdure alla griglia = Gegrilltes Gemüse

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Vorspeise des Markgräflers:
Bruschette al Salmone (mit Räucherlachs)

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Primo Piatto der Markgräflerin:
Lasagne al forno

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Primo Piatto des Markgräflers:
Bavette al pesto

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Secondo Piatto der Markgräflerin und des Markgräflers:

Sogliola alla griglia= Seezunge vom Grill

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So sieht die Seezunge aus, nachdem sie filettiert wurde

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Hier wird die Seezunge zerlegt.

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Contoro (Beilage)

Radiccio tardivo di Treviso alla griglia- ein spezieller Radicchio mit ganz schmalen Blättern, mit etwas Olivenöl bestrichen und auf dem Grill gegart.
Er schmeckt fein bitter und soll sehr gut für den Magen sein.

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Und beim Hauptgang kam dann die Musik…

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Die beiden waren richtig gut, und die Musik hat absolut in die Trattoria gepasst – Caruso hätte nicht besser spielen und singen können…
(für solche Fälle ein kleines Trinkgeld bereithalten – wir haben zwei Euro in den Hut, der herumgereicht wurde, gelegt).

Und ein Dessert geht doch immer:

Dessert der Markgräflerin:

Torta della nonna (Großmutterkuchen), Mürbeteig, mit einer Creme Pasticceria gefüllt und mit Pinienkernen bestreut.
Köstlich….

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Dessert des Markgräflers:
Das klassische Tirami Su, welches in Venedig erfunden worden sein soll.
Hierbei hat der Markgräfler angemerkt, dass es gut war, aber mein Tiramisu viel besser ist…

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Und zum Abschluss einen espresso, respektive einen coretto für den Markgräfler.

Ein wunderschöner Abend, und die Wirtin, mit der ich mich nur mit Italienisch verständigt habe, meinte zum Schluss, als sie die Rechnung brachte (il conto), dass die caffè aufs Haus gingen. Das Essen war alles in allem sehr preisgünstig und so haben wir großzügig aufgerundet.

Diese Trattoria möchte ich jedem ans Herz legen, von aussen sieht sie zwar etwas einfach und unscheinbar aus, aber man ahnt nicht, wie herzlich es darin zugeht.
Satt und zufrieden machten wir uns – mit einem kleinen Umweg, weil wir uns in einer Gasse verfranst hatten – auf den Rückweg ins Hotel.

Antica Mola18

Die Rezepte werden noch einzeln nachgeliefert, das würde den Rahmen für einen Post ein wenig sprengen.


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