Essen & Trinken, Food, Fotografie, Rezepte

ZU TISCH – A TABLE, im Elsass, in Baden und der Schweiz

Am Sonntag waren wir mal seit langer Zeit im Museum – dem drei länder museum (musée des trois pays) in Lörrach. Bei der Sonderausstellung geht es rund um’s Essen im Dreiländereck – Deuschland, Elsaß, Schweiz. Nicht nur die Sonderaustellung, sondern das gesamte Museum ist äusserst sehenswert und das bei einem Eintritt von nur 2 Euro für Erwachsene. Hier eine Auswahl von Fotos – die ausnahmsweise mal nicht von mir selbst, sondern vom Markgräfler sind. Der hatte seine kleine Kompaktkamera dabei – meine Tasche mit dem Fotoapparat wurde wohl als zu groß und Ausstellungsstück-gefährdend angesehen, die musste ins Schliessfach wandern.
Fotografieren ist aber ausdrücklich erlaubt – ich konnte die Verantwortung für die Fotos auf meinen Mann abwälzen und hatte die Hände frei, um in den vielen Kochbüchern, die voller traditioneller Gerichte aus dem Dreiland sind, zu stöbern. Ahh und ooooh und viele Erinnerungen.

Die Fotos habe ich dann aber selbst bearbeitet, so wie die Maggi-Dose, die aussieht wie ein gemaltes Bild und das von Bild von Andy Warhol („Campbell Soup“) übertreffen würde.
Grießschnitten, die auch Grießpfludde heißen, „Arme Ritter“ = Fotzelschnitte = pain perdu mit Apfelmus, Apfelküchle, Ochsenfleisch mit Meerrettichsauce und Nudelsuppe, Spargel mit Chratzete, Springerle, Basler Läckerli, Rahmtäfeli, Grättimänner=Grittibänz= Mannala, Schäufele und Kartoffelsalat am Heiligabend, Linzertorte, die Neujahrsbrezel, Galette des rois zum Dreikönigstag und das Schweizer pendant, Osterflädli, Faschtewaie, Flammekueche, Ziebelewaie und Basler Mehlsuppe, suuri Läberle, Rösti und Brägele und nicht zu vergessen die Schwarzwälder Kirschtorte

.. So ziemlich alles, wovon ich schon Rezepte und Fotos geblogt habe, war dort liebevoll beschrieben. (Für das Rezept in meinem Blog jeweils anklicken). Aber keine Angst- ich habe auch viele neue Ideen bei der Ausstellung gesammelt.

Tja, was das Essen angeht, so ist man sich in der Ecke Basel-Mulhouse-Schwarzwald einig.

Eingekochtes

Also doch – Spätzle sind nicht rein schwäbisch, bei uns heissen sie nur anders: Knöpfle! Und sind etwas dicker und rundlicher als die dünnen Schobespätzle 😉
Mandelmühle – ebenfalls kein Bild, sondern das Foto entsprechend bearbeitet

Und…derzeit ist überall wieder Wähe-Saison, ob süß oder salzig, immer passend zur Jahreszeit.

Dieser Ausflug eignet sich perfekt für einen nebligen, kühlen Herbsttag – ein wenig Nostalgie.
Für die Kinder ist auch was mit dabei – z. B. die Schnüffellöcher, aus denen es nach Läckerli, Speck, Kakao,  und Wybert Bonbons duftet…

Typisch Lörrach:

Fahrt mal hin!

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Basler Läckerli – Das Traditionsrezept

Es schwirren bestimmt schon viele Rezepte für die Läckerli im Netz rum, aber ich möchte der Vollständigkeit halber das Rezept veröffentlichen. -nur für den Fall, dass jemand das Läckerli Parfait mit selbstgemachtem Gebäck herstellen möchte…


Basler Läckerli


Zutaten
(für ca. 1800 g)
400 g cremiger Sommerblüten-Honig
200 g Zucker
10 g Pottasche
1 Prise Salz
300 g blanchierte Mandeln
650 g Mehl
60 g kandierte Zitronenschale (Zitronat)
60 g kandierte Orangenschale (Orangeat)


Gewürze:

abgeriebene Schale einer ½ Bio Zitrone
2 gestrichene Esslöffel Zimt
1 Teelöffel gemahlene Nelken
1 Messerspitze gemahlener Kardamom
1 Messerspitze geriebene Muskatnuss
6 Esslöffel Kirschwasser

Für die Glasur:
200 g Puderzucker
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Esslöffel Markgräfler Gutedel (Weißwein)
2 Esslöffel Rum

Zubereitung:
(geht am besten in der Küchenmaschine, da der Teig recht zäh und klebrig ist)

  • Den Honig und Zucker miteinander aufkochen lassen,
    rühren bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Vom Herd nehmen.
  • Pottasche in 3 Esslöffel Wasser auflösen.
    Die blanchierten Mandeln mit einem Wiegemesser grob hacken.
    Das Mehl mit Salz und den gehackten Mandeln mischen.
    Die kandierten Zitronen- und Orangenschalen fein würfeln
    und zur Mehl-Mandelmischung geben.
    Die aufgelöste Pottasche und die Gewürze hinzufügen.
  • In dieses gewürzte Mandelmehl den heissen Honig-Zucker einlaufen lassen
    und mit dem Knethaken der Küchenmaschine durcharbeiten.
    Teig abkühlen lassen und das Kirschwasser beifügen,
    den Teig zu einem Laib formen und einen Tag stehen lassen.
  • Am nächsten Tag auf leicht bemehlter Arbeitsfläche fingerdick (ca. 7 mm) ausrollen
    und auf einem mit Backpapier belegten Backblech im vorgeheizten Ofen
    ca. 20 Minuten bei 180 °C backen.
  • Aus gesiebtem Puderzucker mit Zitronensaft,
    Weißwein, und Rum eine Glasur zubereiten.
    Den noch warmen Teig mit diesem Guss bestreichen
    Den Teig auf dem Blech in kleine Rechtecke von 5×3 cm schneiden
    und diesen zum Erkalten auf ein Gitter setzen.
  • Etwa fünf Tage in einem feuchten Raum offen stehen lassen,
    erst dann zur Aufbewahrung in eine Dose geben.
    Die Läckerli sollen nicht weich, sondern elastisch-zäh sein.
    Bemerkungen und Tipps
    Die Mandeln können mit Haselnüssen oder Walnüssen gemischt werden.
    Rühren und Kneten des Leckerliteigs sind sehr anstrengend.
    Mandeln, Zitronat und Orangeat können auch maschinell gehackt werden.
    Die Mandeln dürfen aber nicht zu fein sein, da die Läckerli sonst zu wenig porös werden.
    Falls die Glasur nicht schön weiss wird, ist die Zuckerglasur zu wenig konzentriert.

Hermann Decker vom Café Decker in Staufen taucht die Leckerli diagonal zur Hälfte zum Abschluss in flüssige, dunkle Kuvertüre. In den Teig gibt er zusätzlich fein gemahlene Haselnüsse, eine Art Nussecken?!

Man kann aus den Läckerli auch andere Formen ausstechen, z. B. große Herzen – das hatte ich vergangenes Jahr zu meiner Hochzeit gemacht, dann mit bunten Zuckerdekor-Herzen bestreut und in Zellophanbeutel verpackt. Ein nettes Dankeschön für die Gäste.

Nachtrag aus der Austellung “ZU TISCH – A TABLE” im Museum in Lörrach 21.09.2012 bis 24.02.2013

Essen & Trinken, Food, Rezepte, Winter

Basler Leckerli Parfait

Basler Läckerli Parfait mit Glühwein-Kirschen (…hicks)

Lecker!

Hierzu ein Zitat aus Monty Pythons „Life of Brian“:

Hl. Dreikönige: „…wir sind dem Stern gefolgt.“
Mutter von Brian: „Ja, jaah, sternhagelvoll seid ihr…“
– mit Glühwein-

Die übrigen Lebkuchen aus der Adventszeit will jetzt keiner mehr essen – die sind ja aus dem alten Jahr.
Hier ist ein leckeres Rezept zur Verwertung der Reste.
Passt wunderbar als Dessert zum Menu am Dreikönigsfeiertag und lässt sich gut vorbereiten. Man braucht keine Eismaschine, im Gefrierfach hält es sich etwa 2 Wochen.

Das Rezept

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
Gefrierzeit: Mindestens 6 Stunden

Zutaten für 4 Portionen (ca. 1 Liter):

100 g Basler Läckerli
1 Ei, 1 Eigelb Größe M
1/2 Teelöffel gemahlene Vanille oder 1 Teelöffel pâte de vanille
80 g feiner, heller Roh-Rohrzucker
1 Teelöffel Lebkuchengewürz
250 g Schlagsahne

Die Läckerli fein würfeln. Ei, Eigelb, Vanille, Zucker und Gewürz im heißen Wasserbad dickcremig aufschlagen. Herausnehmen und weiterschlagen, bis die Masse wieder abgekühlt ist.

Die Sahne steif schlagen. Zuerst die Läckerliwürfel, dann die Eiermasse unterheben.

In 4 Puddingförmchen oder Gläser füllen und mindestens 6 Stunden gefrieren lassen.

Für die Glühweinkirschen

1 Glas Schattenmorellen (Sauerkirschen, 350 g Abtropfgewicht)
1/4 l Spätburgunder WG Auggen (Rotwein)
70 g Zucker
1 Esslöffel Speisestärke (Kartoffelmehl)


Glühwein-Gewürz:
1 Sternanis, ganz
etwas gemahlene Vanille oder 1/2 Vanilleschote
etwas Muskatnuss, frisch gerieben
1 Teefilterbeutel
, gefüllt mit
1/2 Zimtstange
1 Nelke
1 daumengroßes Stück frischer Ingwer, geschält

Zubereitung:

Kirschen abtropfen lassen, Saft auffangen. 1/4 Liter des Saftes, den Rotwein, Zucker, Vanille und Sternanis mit dem Gewürzbeutel in einem Topf ca. 5 Minuten köcheln lassen. Restlichen Saft mit der Stärke verrühren. Gewürzbeutel herausnehmen und angerührte Stärke zufügen, aufkochen. Dann die Kirschen zugeben und erhitzen. Vom Herd nehmen und zusammen mit dem Läckerli Parfait auf einem Teller anrichten.