Essen & Trinken, Food, Fotografie, Frankreich, Frühling, Herbst, Natur & Garten, Reisen, Rezepte, Samstagseintopf, Sommer, Winter

Steak de Taureau und Gardianne Camarquaise et son riz

Spezialität aus der Camarque - Steak vom Stier (le razadeur ist der Stierkämpfer)
Spezialität aus der Camarque – Steak vom Stier (le razeteur ist der Stierkämpfer)
gardianne camarquaise3
Gardianne Camarquaise – Stierragout mit Reis aus der Camarque

Kommen wir also zu unserem Mittagessen auf der „Agrogast” in Hagenthal. Wir haben uns ganz selbstbewusst in das Restaurant aus der Camarque gesetzt, ohne zu wissen, was es dort eigentlich genau zu essen gibt – unsere Reisen haben immer am Rande der Provence geendet. Avignon und Orange, Cannes und Nizza waren die weitesten Distanzen. Aber Provence ist immer gut  – und so haben wir einfach gefragt.
Wir entschieden uns für ein Menü, bei dem man jeweils zwischen zwei Vorspeisen und zwei Hauptgerichten entscheiden konnte.

Als Vorspeise habe ich einen Salade Arlésienne (Salat auf die Art von Arles) und der Markgräfler eine Abrivado = Charcuterie Camarquaise (Wurstwaren aus der Camarque)

salade arlesienne3
Salat mit Auberginen Caviar, Tomaten, Tapenade aus schwarzen Oliven, Stiersalami, Oliven

Der Markgräfler hat ein Abrivado, einen Teller mit verschiedenen Wurstwaren (auch vom Stier) bestellt.

abrivado2
Abrivado – Wurstwaren Spezialitäten aus der Camarque

Das Stierfleisch schmeckt kräftiger als Rindfleisch, ist dunkler und recht mager. Eine besondere Delikatesse. Ich hatte mir das Stier-Steak ausgesucht, dazu gab es Bratkartoffel-Würfelchen mit Petersilie und Knoblauch.
Der Markgräfler hatte seinen Samstagseintopf in Form eines Stierragouts. Macht man das Ragout mit Rindfleisch, nennt man es Daube de boeuf – eine weitere Spezialität aus der Provence. Beim Wein sollte man unbedingt einen Côtes du Rhône verwenden (auf keinen Fall Burgunder, damit würde man aus Sicht der Franzosen ein„ gewöhnliches” Boeuf Bourguignon kochen… Dazu Reis aus der Camarque – der wurde mit Curcuma gefärbt (einfach ein wenig Curcuma mit ins Kochwasser geben).

Rezepte:

auberginenkaviar1

Caviar d’aubergines

Zutaten für 4 Personen (z. B. als Vorspeise)
1 Aubergine (ca. 350 g)
1 Tomate
4 Knoblauchzehen
Salz, 4 Esslöffel Olivenöl
Pfeffer

Den Backofen auf 230 °C (Umluft 210 °C) vorheizen. Die Aubergine waschen, mit einer Gabel mehrmals einstechen. Auf dem Backblech im heißen Ofen insgesamt ca. 30 Minuten backen, bis sie weich ist.
Nach ca. 15 Minuten die Tomate waschen und den Stielansatz herausschneiden. Die Tomate neben die Aubergine legen und mitbacken.
Aubergine und Tomate aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen, dann halbieren und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus den Schalen lösen und mit einem Messer fein hacken.
Knoblauch schälen und sehr fein hacken oder im Mörser mit etwas Salz fein zerstoßen. Knoblauch unter die Auberginenmasse rühren und nach und nach das Öl unterschlagen. Die Mischung mit Salz und Pfeffer abschmecken und
vor dem Servieren mindestens 4 Stunden kühl stellen.

Gardianne Camarquaise

Achtung: mindestens 12 Stunden marinieren!!!

Schmorzeit: 3-4 Stunden

Vorbereitung: 1 Stunde

(für 6 Personen)

1 kg Stierfleisch aus Schulter oder Wade
(ersatzweise Charolais Rind)
2 Möhren, 2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
2 Stangen Staudensellerie
2 unbehandelte Bio-Orangen
1 Teelöffel Wacholderbeeren
1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
2 Lorbeerblätter
3/4  bis 1 Liter kräftiger Rotwein (Côtes du Rhône)
6 Zweige Thymian
2 Zweige Rosmarin
1 Zweig Salbei
4 Tomaten
4 Esslöffel Olivenöl
Salz, Pfeffer
Cayennepfeffer oder Chilipulver
1 Teelöffel Honig
schwarze Oliven – nach Belieben

Das Fleisch in 3 cm große Würfel schneiden. 1 Möhre, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe und 1 Selleriestange schälen, in grobe Stücke schneiden. Die Schale von einer Orange mit dem Sparschäler dünn abschälen. Das Gemüse zusammen mit der Orangenschale, Wacholder, Pfefferkörnern, Lorbeer und 3/4 Liter Wein in einer großen Schüssel mischen, das Fleisch dazugeben und mit einem Teller zugedeckt im Kühlschrank mindestens 12 Stunden (besser 24 Stunden) durchziehen lassen.

Danach das Fleisch aus der Marinade nehmen, abtropfen lassen und mit Küchenkrepp trockentupfen. Die Marinade durch ein Sieb geben und auffangen. Das restliche Gemüse waschen, Gemüse und Knoblauch schälen, putzen und klein würfeln. Die Kräuter kurz waschen, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und kleinhacken. Die Schale von der zweiten Orange dünn abschälen. Von beiden Orangen den Saft auspressen.
Die Tomaten mit kochendem Wasser überbrühen, kalt abschrecken und die Haut abziehen und in Würfel schneiden.

Das Fleisch portionsweise im erhitzten Öl kräftig anbraten und wieder herausnehmen. Danach das Gemüse, den Knoblauch und die Käruter 3-5 Minuten unter gelegentlichem Rühren braten. Mit Orangensaft und der Marinade ablöschen. Fleisch, Orangenschale und Tomatenwürfel dazugeben, gut mischen und das ganze mit Salz und Pfeffer aus der Mühle und etwas Cayennepfeffer/Chilipulver und Honig würzen.

Mit geschlossenem Deckel bei sanfter Hitze ca. 3 – 4 Stunden schmoren lassen. Zwischendurch prüfen, ob noch etwas Rotwein nachgegossen werden muss…

Zusammen mit dem gelben Curcumareis servieren.

Tapenade noire

Für 8 Personen
150 g schwarze Oliven
40 g Kapern
4 Sardellenfilets (Anchois) in Öl
50 g Thunfisch in Olivenöl (Dose)
4 Zweige Thymian
5 Esslöffel Olivenöl, Pfeffer

Die Oliven entsteinen, die Kapern in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Die Sardellenfilets ebenfalls abtropfen lassen und in feine Stücke schneiden. Den Thunfisch abtropfen und mit einer Gabel zerpflücken. den Thymian waschen, abtropfen und die Blättchen abzupfen.

Alles zusammen mit dem Olivenöl im Mixer fein zerkleinern. Mit Pfeffer abschmecken…

Bon appétit!

Als wir noch gefragt wurden, ob wir zum Dessert noch Käse möchten, haben wir stattdessen jeder einen café getrunken – wir hatten ja vor dem Essen schon alle mögliche Käsesorten an den Ständen degustiert und waren dann pappsatt..

Lecker war’s….

Werbeanzeigen
Essen & Trinken, Food, Fotografie, Frankreich, Herbst, Markgraeflerland, Natur & Garten, Reisen

Die Feinschmecker-Messe „Agrogast” in Hagenthal-le-Haut

Agrogast 2013_1

Am Samstag waren wir ein wenig im Elsass, besser gesagt im Sundgau in der Nähe von Basel unterwegs. In Hagenthal-le- Haut fand am Wochenende die alljährliche Feinschmecker-Messe „Agrogast” statt, die aus der früheren „Degustha” hervorgegangen ist.
Natürlich haben wir Käse, Salami und viele andere Leckereien eingekauft, die es reichlich zu probieren gab. Und wir haben eine Spezialität aus der Camarque zum Mittagessen verspeist – Stierfleisch aus der Camarque. Aber mehr dazu in einem späteren Bericht.

Agrogast 2013_2
Ein Lebensmittel – Künstler bei der Arbeit. Mit einem Speziellen Pinsel, in den man flüssige Zutaten einfüllen kann, malt er wunderschöne, essbare Dekorationen auf Teller und Servierplatten. Joghurt, Fruchtpüree oder fein püriertes Pesto – die Möglichkeiten scheinen fast grenzenlos…

Agrogast 2013_3

Ich war besonders von den süßen Köstlichkeiten begeistert.

Agrogast 2013_5
Agrogast 2013_4

Typisch Frankreich:

Agrogast 2013_34

Agrogast 2013_6
Confit de Canard, Cassoulet,  Patè, Foie gras….
Weinbergschnecken
Weinbergschnecken
Agrogast 2013_8
Eine Ölmühle zur Herstellung von Olivenöl
verschiedene Salamisorten, zum Beispiel vom Esel
verschiedene Salamisorten, zum Beispiel vom Esel (Ane), mit Feigen, Kräutern oder Nüssen….

Agrogast 2013_12

Agrogast 2013_10

Agrogast 2013_11
Käse
Agrogast 2013_13
Käsespezialitäten aus dem französischen Jura / Comté

Agrogast 2013_14

Agrogast 2013_15

Gewürze wie auf einem orientalischen Bazar:

Agrogast 2013_16

Macarons, aber diesmal pikant / salé, zum Beispiel Tomate-Basilikum oder Ziegenkäse mit Kräutern als Apéro Häppchen….

Agrogast 2013_33

Und wir kommen wieder zu den süßen Sachen:

Agrogast 2013_46

Marzipanfrüchte
Marzipanfrüchte

Agrogast 2013_27

Agrogast 2013_30
Nougat in mit verschiedenen Zutaten – z. B. mit kandierten Rosen- oder Veilchenblüten
Agrogast 2013_31
kandierte Blütenblätter Rose und Violette (Veilchen)

Agrogast 2013_32

Unsere Mitbringsel
Unsere Mitbringsel: Holzofenbrot, Caramel aus Ahornsirup – Ahornzucker – Ahornsirup-Cranberry Vinaigrette (aus Quebec), Nougat, kandierte Veilchen- und Rosenblüten, Tapenade noire, Piment d’Espelette, schwarzer Pfeffer aus Madagaskar, Salami mit Provencekräutern ummantelt, Käse: Morbier, Klosterkäse der Abbaye de Tamié, Beaufort

Die Bretagne haben wir allerdings etwas vermisst – es war zwar ein Restaurant mit Austern und Moules & Frites da, die uns nicht interessiert haben – aber die Gateaux Bretons mit salzigem Karamell oder Aramagnacpflaumen haben gefehlt… 😦