Ein kulinarischer Kurzurlaub in der Lorraine- Teil 12: Im Land des weißen Goldes – Marsal, Le Saulnois

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Und schon sind wir bei unserem letzten Tag in der Lorraine angekommen.
Das Wetter hatte sich wieder ein wenig gebessert, aber kühl war es trotzdem noch.
Wir beschlossen, ins Saulnois zu fahren und uns in Marsal die Salzwiesen und das Salzmuseum anzusehen.

Das Saulnois, das lothringische Salzgau, bildet den westlichen Teil des Parc naturel régional de Lorraine.
Seen, Wälder, Salzwiesen und – sümpfe prägen diese außergewöhnliche Landschaft, die eine besonders reiche Fauna und Flora hervorbringt.


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Die Porte de France – durch den Torbogen gelangt man zum Salzmuseum und Dorfzentrum von Marsal.


Marsal liegt im Osten des Regionalen Naturparks Lothringen.
In dem kleinen Dorf findet man noch Zeugnisse aus gallo-römischer Zeit sowie Mauerreste der Vauban’schen Befestigungen, darunter auch die die Porte de France.
Außerdem gibt es eine ehemalige Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert mit basilikalem Grundriss ohne Querhaus.


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In der Gegend wurde schon vor tausenden von Jahren Salz, auch das „Weiße Gold” genannt, gewonnnen.
Das in der Porte de France eingerichtete Salzmuseum dokumentiert die Geschichte des Salzes, das bereits in vorgeschichtlicher Zeit im Seille-Tal abgebaut wurde.
Zu sehen sind u. a. archäologische Funde der frühen Salzgewinnung, die sich zu einem bedeutenden Wirschaftsfaktor der Region entwickelte.

Die gallo-römischen Funde bezeugen, dass das „weiße Gold” bereits in der Antike eine hohe Anziehungskraft hatte.
So hat die Gewinnung des Salzes, das jahrundertelang unerlässlich für die Konservierung von Lebensmitteln war, bis in die jüngste Vergangenheit zum Wohlstand des Saulnois beigetragen.
Bis ins 18. Jh. war das Salz als Objekt der Begierde Ursache für Konfrontationen und Kämpfe.
Und so gehen Burgen und Befestigungsanlagen wie die in Marsal, die heute zu den bedeutendsten militärischen Überresten im Moselgebiet zählen, auf die Begehrlichkeiten um die Gebiete der Salzgewinnung zurück.


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Das Salzmuseum


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Die Solequellen im Seilletal werden durch Sole aus dem Untergrund gespeist, deren Salzgehalt dreimal so hoch ist wie der von Meerwasser. Der natürliche Rohstoff Salz war einst so wertvoll wie Gold und wurde in keltischer und gallischer Zeit in riesigen Mengen gewonnen.
Internationale Untersuchungen an diesem außergewöhnlichen Fundort stellen das Bild von der fernen, dunklen Vergangenheit auf den Kopf:
Im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung war die Region um Marsal eines der ersten Industriezentren Europas.
Die Ausgrabungen offenbaren den Reichtum der keltischen und gallischen Salzsieder, die im Austausch mit weit entfernten Grgenden standen, vom Baltikum bis zum Mittelmeer.
So tritt eine weit entwickelte Kultur zutage, deren Technologie bereits massive Folgen für die Umwelt hatte….

In vorgeschichtlicher Zeit wurde das Salz durch die sogenannte Briquetage gewonnen.
Das aus Salztümpeln stammende Wasser wurde in Tongefäße gefüllt und mit Hilfe von Salzöfen in Tongefäßen erhitzt. Nach der Verdampfung blieb das kristallisierte Salz zurück, das wiederum in weiteren Tongefäßen getrocknet wurde, außerdem jede Menge Tonscherben.
Auf diesen Tonschichten wurden schließlich die Städte des Saulnois erbaut.
Das Museum zeigt u. a. auch einige Skulpturen, darunter eine sehr schöne Marienfigur aus poychromem Holz, die aus dem 14. Jhd. stammt.


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Hübsche Aufbewahrungsgefäße für das Salz in der Küche und edle Töpfchen, die auf der festlichen Tafel zugleich als Dekoration dienten.


 


Der botanische Lehrpfad


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Der ca. ¾-stündige Spaziergang beginnt an der Porte de France, wegen der Flora am schönsten im Frühling oder Sommer.
Ein markierter Fußweg führt zu den nahe gelegenen Salzteichen. Anhand von Tafeln erfährt man Wissenswertes über die Vielfalt der Flora und die Eigenschaften der Salzpflanzen (Halophyten wie Salicornia, Seefenchel und Wasserhahnenfuß).



Anschließend noch ein Spaziergang durch Marsal und ein kleines Picknick an einem von der Gemeinde eingerichteten Grill- und Rastplatz.
Bei unserem Spaziergang haben wir malerische Ecken und haufenweise Fotomotive entdeckt.



Stiftskirche Saint-Léger



Diese Kirche ist ein bedeutendes Zeugnis der frühen Romanik in Lothringen. Ein großer Teil des Gebäudes stammt aus dem 12. Jahrhundert und zeigt den Einfluss der romanischen Architektur des Oberrheins. Leider konnten wir die Kirche nicht von innen besichtigen.


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Natürlich haben wir uns noch ein Souvenir aus Marsal mitgebracht.
Nein – kein Salz und kein Baccarat-Kristall zur Präsentation von Salz bei Tisch – was dort übrigens auch angeboten wurde und womit ich schon ein wenig geliebäugelt hatte!
Letzteres wurde verworfen, denn das Teil wäre sowieso als Staubfänger im Regal gelandet und hätte nur seltenst den Weg auf den Esstisch gefunden.
Wir haben uns Salzkaramell mit Mirabellenaroma (in Form von Schmapszugabe) mitgebracht!


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Und dann fuhren wir wieder zurück nach Lunéville.
Gerne hätte ich euch noch die riesigen Flächen mit Getreide- und Rapsfeldern gezeigt, an denen wir vorbeigefahren sind, aber leider gab es kaum eine Möglichkeit, an den teils sehr schmalen Straßen irgendwo anzuhalten.

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