Food Blog Day in Frankfurt – 2016 (Teil 3): Hand Brew Coffee mit Melitta

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Hand Brew Coffee Melitta 2


Hand Brew Coffee ist der große Trend im Kaffeebereich.
Unsere Großmütter schwörten darauf – wohl auch, weil sie nichts anderes kannten.
Die rohen Kaffeebohnen, sofern man überhaupt welche hatte, wurden früher überwiegend selbst von den Hausfrauen in der Pfanne auf dem Holzofen geröstet und dann in der Handmühle vermahlen. Kaffee aus echten Bohnen gab es meist nur an Festtagen oder sonntags und dann auch noch mit Kaffeesatz in der Tasse!
Heutzutage übernimmt das Rösten (und Mahlen) der Kaffeeröster des Vertrauens für uns und Kaffee ist zwar immer noch ein exklusives Produkt, aber längst keine Mangelware mehr.

Den Kaffeefilter gibt es übrigens erst seit 1908:

Vor 100 Jahren hatte die Dresdner Hausfrau Melitta Bentz endgültig genug von bitterem Geschmack und Zähneknirschen beim Kaffeetrinken. Ein Löschblatt aus dem Schulheft ihres Sohnes Willy brachte Sie auf eine einfache Idee, beim Kaffeekochen mit Filter und Papier den unbekömmlichen Kaffeesatz herauszufiltern. Sie tüftelte mit einem durchlöcherten Messingbecher und am 20. Juni 1908 war die unternehmerische Basis gelegt.

Jetzt ist es also wieder „IN”, seinen Kaffee von Hand aufzubrühen und durch einen Filter laufen zu lassen, doch was steckt dahinter?
Man höre und staune:
Der Trend zurück zur Handfiltration kommt aus den USA – wohl nicht nur Starbuck’s und all den anderen Coffee Shops, wo man sich „double no fun coffee“ (entcoffeinierter Kaffee mit fettfreier Milch) oder aufgepäppelt mit allerlei Siruparomen im hitzebeständigen Pappbecher überallhin mitnehmen kann, zum Trotz…
Ich vermute, man besinnt sich auf die alten Werte zurück, weg vom Kapsel- und Bechermüll, hin zum Papierfilter, der samt Kaffeesatz umweltfreundlich im häuslichen Kompost entsorgt werden kann. Das setzt natürlich voraus, dass man nur aus der wiederverwendbaren Kaffeetasse trinkt.


Hand Brew Coffee Melitta 1


Beim Food Blog Day in Frankfurt wollte ich mir das Kaffeeaufbrühen von Hand mal genauer ansehen, und hatte mich deshalb beim Workshop von Melitta angemeldet.
Zum Einstieg gab es erst einmal ein wenig Kaffeekunde – wo kommt er her, was ist der Unterschied zwischen einem Robusta und einem Arabica Kaffee und nach was schmeckt Kaffee eigentlich?
Welches Aroma entwickelt sich durch die Röstung und wie grob oder fein sollte der Kaffee gemahlen sein?
All diese Fragen wurden ausführlich von Barrista Timon beantwortet und dann wurde ausgiebig verkostet!
Dabei war eines ausdrücklich gewünscht: Schlürfen – denn nur so kann man das volle Aroma erschmecken.


Hand Brew Coffee Melitta 3

Das Kaffee Geschmacks/Aromen Rad


Nur zwei von über 80 Kaffeebaum-Arten haben heute noch eine Bedeutung:

  1. ARABICA
    Etwa zwei Drittel der Kaffee-Weltproduktion stammen von „Coffea arabica” – Bäumen. Sie gedeihen besonders gut auf Höhen zwischen 600 und 2000 m. ü. M. und sind vor allem in Zentral- und Südamerika sowie an der Ostküste Afrikas zu finden. Die Arabica-Kaffeekirschen reifen in 7 bis 8 Monaten und werden mehrheitlich nach dem gewaschenen Verfahren* aufbereitet.
    Arabica Kaffee ist sehr aromatisch und mild, und von abgerundetem Geschmack.
    Arabica Kaffee enthält nur halb soviel Koffein wie Robusta Kaffee.
  2. ROBUSTA
    Der „Coffea robusta” macht etwa ein Drittel der Kaffee-Weltproduktion aus. Er ist schnellwüchsiger, ertragreicher und – wie der Name schon sagt- robuster gegen Hitze und Schädlinge als der Arabica. Robusta-Kaffee wird in Höhenlagen bis zu ca. 800 m ü.M. angebaut, vor allem in den tropischen Gebieten Afrikas und Asiens. Die Robusta-Kaffeekirschen reifen in 9 bis 11 Monaten und werden größtenteils nach dem ungewaschenen Verfahren** aufbereitet.
    Robusta-Kaffee ist leicht kantiger sowie etwas rauer im Geschmack. Darum ist er zum Beispiel sehr geeignet für Espresso-Mischungen.

*„gewaschener Kaffee”: Reinigen→Aufquellen→Entfernen des Fruchtfleisches→Fermentieren→Waschen→Trocknen→Schälen

**„ungewaschener Kaffee”: Sortieren/Sieben→Trocknen→Aufbrechen→Reinigen


Hand Brew Coffee Melitta 9


Melitta rät:

  1. DER RICHTIGE MAHLGRAD Das beste Aroma erhält man mit frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Für Filterkaffee sollte der Mahlgrad mittelfein bis grob sein.

  2. DIE VORBEREITUNG Melitta® Filtertüten® entlang der Doppelnaht unten und an der Seite falten und in den Melitta® Porzellanfilter einlegen. Dann den frisch gemahlenen Kaffee in den Kaffeefilter füllen und dabei gleichmäßig verteilen. Parallel dazu kann man schon einmal das Wasser aufkochen lassen. Die perfekte Brühtemperatur liegt bei 92-96 Grad Celcius. Tipp: Falls Sie keinen Thermometer zur Hand haben, lassen Sie das Wasser nach dem Aufkochen einfach ungefähr zwei Minuten abkühlen

  3. DAS ANBRÜHEN Für einen perfekten handgebrühten Kaffee sollte das Kaffeepulver zunächst mit einer kleinen Menge Wasser vollständig angefeuchtet werden.

  4. DAS BLOOMING Durch den ersten Kontakt mit dem Wasser quillt das Kaffeepulver auf und das Kaffeebett hebt sich leicht an. Dieser Vorgang, von Experten auch „Blooming” ganannt, dauert etwa 10 bis 30 Sekunden und ist eine perfekte Vorbereitung für die volle Entfaltung des Aromas.

  5. DAS BRÜHEN Das übrige Wasser in langsamen, kreisförmigen Bewegungen nachgießen. Dabei das Wasser immer im Bereich des Kaffeebettes aufgeben, nicht auf dem Filtertütenrand. Solange Wasser nachgießen, bis die gewünschte Menge erreicht ist. Kurz warten und schließlich genießen.

Der besondere Vorteil des Handfilterns ist, dass sich der Brühvorgang optimal anpassen lässt. Mit der Aufbrühmethode kann man dabei die Stärke variieren:

Möchte man einen milden Kaffee genießen, empfiehlt es sich, die gesamte Wassermenge nach dem Anbrühen auf einmal in den Filter zu gießen. Soll der Kaffee kräftiger werden, gießt man den Kaffee Schwall für Schwall auf und lässt den Kaffee zwischendurch immer ganz ablaufen. Einen starken Kaffee erhält man, indem man das Wasser ständig schwallweise nachgießt.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Wärmt man beim Handfiltern die Kaffeekanne mit kochendem Wasser an, so lassen sich Temperatur und Aroma des Kaffees noch besser bewahren.

Neben der richtigen Aufbrühmethode spielt die Qualität des Wassers eine entscheidende Rolle für den Geschmack des Kaffees.
Melitta empfiehlt, entweder Quellwasser aus Glasflaschen zu verwenden, oder mit einem speziellen Filter entkalktes Leitungswasser.
Die Nummer der Filter ist immer die Angabe, wie viele Tassen die Flüssigkeitsmenge ergibt. 2 = 2 Tassen / 4 = 4 Tassen.
Für zwei Tassen füllt man ein Kaffeelot Kaffeepulver in den Filter, das sind bei 4 Tassen 2 Kaffeelot.
Und man füllt auch nur soviel Wasser auf, wie für diese Anzahl Tassen benötigt wird.
Bei 2 Tassen sind das etwa 200 – 250 ml, für 4 Tassen etwa 400 bis 500 ml Wasser.
Auf keinen Fall den Kaffee mit kochendem Wasser aufbrühen – das würde zuviel Bitterstoffe aus dem Kaffee lösen.



Als erstes durften wir den „Kaffee des Jahres” von Melitta® verkosten.

Kaffee des Jahres 2016
Kaffeegenuss mit feinen Noten dunkler Schokolade
Für unseren neuen Kaffee des Jahres haben sich unsere Kaffee-Experten für eine faszinierende Komposition mit feinen Noten dunkler Schokolade entschieden. Das Geheimnis liegt dabei in der Auswahl der Kaffeebohnen aus ganz bestimmten Anbaugebieten. Denn die Anbaubedingungen im Herkunftsland verleihen den Kaffeebohnen ein ganz besonderes Aroma, das durch schonende, individuelle Röstung zur Entfaltung gebracht wird. So prägen die ausgewählten Kaffees aus Asia-Pazifik den Geschmack dieser Mischung mit ihrem vollmundigen Charakter und ihren Nuancen dunkler Schokolade.


Hand Brew Coffee Melitta 10

Bildquelle: Melitta


Und dazu gab es – weil das geschmacklich sehr gut mit dem Schokoladenaroma harmoniert – Himbeer-Macarons!


Hand Brew Coffee Melitta 7


Insgesamt haben wir 5 Sorten probiert – wie man sieht, habe ich am häufigsten vom Kaffee des Jahres geschlürft.
Der hat mir sehr gut geschmeckt und zum Abschluss gab es von Melitta ein Starterpaket für den Hand Brew Coffee: Einen Porzellanfilter für 2 Tassen bzw. eine große Tasse, Filtertüten und verschiedene Kaffeesorten – mit dabei der Kaffee des Jahres!

Kaffee Nr. 2: Ein Kaffee aus Kenia – mit schwarzer Johannisbeere Geschmacksnote
Kaffee Nr. 3: Ein Kaffee aus Indonesien, mit Geschmack nach Kräutern/Eukalyptus

Kaffee Nr. 4: Ein Arabica aus Indien
Kaffee Nr. 5: Ein Robusta aus Indien

Noch mehr Infos zu Kaffee findet ihr unter www.melitta.de

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2 Antworten to “Food Blog Day in Frankfurt – 2016 (Teil 3): Hand Brew Coffee mit Melitta”

  1. allesistgut Says:

    Danke für den interessanten Beitrag. Ich brühe hier und da auch mal mit der Hand auf. Ansonsten mit einer Kaffeemaschine, wo man keinen Einfluss auf das wann und wieviel der Wassermenge hat. Hier habe ich einiges dazugelernt, welche Gießweise einen milden, starken oder sehr starken Kaffee ergibt.
    Soll das denn heißen, dass die Filtertütengröße zu klein ist, wenn ich immer 4er Filtertüten in der Kaffeemaschine benutze, dann aber 8 Tassen mache?
    Liebe Grüße.🙂

    • Karin Schindler Says:

      Nein, ich denke, die Filtergröße ist bei den Kaffeemaschinen vom Hersteller auf die Anzahl der Tassen angepasst. Dabei kannst Du voll und ganz auf die Einstellungen der Maschine und die Gebrauchsanweisung vertrauen😉 Ich selbst habe schon seit vielen Jahren keine Filterkaffee-Maschine mehr, sondern eine Kapselmaschine. Werde jetzt ab und zu mal wieder auf den handgefilterten umsteigen. Liebe Grüsse Karin

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