Zum meteorologischen Herbstanfang: Mörderische Leckerbissen, oder „Potthucke”

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Potthucke 2
Nicht dass ihr noch denkt, die Markgräflerin kocht ja gar nicht mehr, sondern berichtet nur von ihrer Reise nach Brügge – deshalb kommt hier auch wieder mal ein Rezept. Natürlich gab es seither auch etwas zu Essen bei uns und zum heutigen meteorologischen Herbstanfang soll es dann auch etwas Herbstliches sein. Was das ist auf dem Bild? Sieht aus wie Grießschnitten – sind aber keine!

An meinem letzten Urlaubstag (das ist auch schon wieder drei Wochen her…) hatte ich es tatsächlich nach langer Zeit wieder mal geschafft, in die Mediathek zu gehen. Im Untergeschoss, bisher von mir noch unbeachtet fand ich ein riesiges Regal mit Kochbüchern! So viele interessante Bücher, dass ich beinahe nicht mehr davon weg gekommen wäre. Jedenfalls habe ich mir zwei davon ausgesucht, und werde nach und nach hier im Blog ein paar Rezepte daraus vorstellen.
Wer meinen Blog schon einige Zeit kennt weiss, dass ich gerne Gerichte aus Romanen oder Krimis koche (z. B. Donna Leon – Bei den Brunettis zu Gast, Harry Potter, Bei Astrid Lindgren zu Tisch…).
Deshalb kam mir dieses Buch gerade recht:

Potthucke 1

Lauter Kurzkrimis, in denen jeweils eine Spezialität aus dem Norden, dem Süden, dem Westen und dem Osten Deutschlands vorkommt – inklusive Familienrezept der Autoren.

Die Potthucke, so etwas wie ein herzhafter Kartoffelpudding aus dem Sauerland, fand ich besonders interessant. Ich hatte gerade mal keinen Speck im Haus – und so habe ich in der Not einfach Landjäger in kleine Würfel geschnitten und stattdessen reingetan.
Man kann die Potthucke frisch aus dem Ofen, etwas abgekühlt essen – dazu könnte ich mir Apfelmus vorstellen (passt auch in den Herbst), oder man kann die Potthucke abkühlen lassen, stürzen in Scheiben schneiden und in Butter knusprig und goldbraun anbraten. Dazu gibt es Salat.

Potthucke 3

Potthucke

600 g rohe Kartoffeln
300 g gekochte Kartoffeln
200 ml Sahne
3 Eier
80 g Speckwürfel, durchwachsen (ersatzweise zwei Landjäger, in Würfel geschnitten)
Butter
Salz, Pfeffer, Muskat

Die rohen Kartoffeln fein reiben, die gekochten zu Brei stampfen, beides mit Sahne, Ei und Speckwürfeln vermengen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Das Ganze in einer eingefetteten Kastenform bei 200 °C 45 Minuten backen, abkühlen lassen und stürzen.

Potthucke 4

Potthucke in Scheiben schneiden, in Butter beidseitig knusprig anbraten und mit Salat servieren. Nach Belieben mit Schnittlauchröllchen oder gehackter Petersilie bestreuen und mit getrockneten essbaren Blüten servieren …ich hätte gerne ein paar Kapuzinerkresse Blüten dazugelegt, aber die Schnecken in meinem Garten sind gerade ganz wild darauf ;-(

Potthucke 5

Potato Pudding

600 g raw potatoes
300 g boiled potatoes
200 ml cream
3 eggs
80 g bacon, diced
butter
salt, pepper, nutmeg

Grate the raw potatoes finely, mash the cooked potatoes, then mix both with cream, eggs and bacon and season with salt, pepper and nutmeg.
Fill in a greased loaf  tin and bake at 200 °C (392 °F) for 45 minutes, allow to cool, then turn upside down and cut into slices. Fry the slices in a pan with butter until golden brown and crispy. Sprinkle with chopped chives or parsley.
Serve with a salad.

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2 Antworten to “Zum meteorologischen Herbstanfang: Mörderische Leckerbissen, oder „Potthucke””

  1. Gerhard J. Breuer Says:

    Was? Denke ich, Potthucke im Markgraefler Land? Nein, dass kann nicht sein, und dann klärte sich Zeile für Zeile alles auf. Nun lebe ich seit 40 Jahren in Baden und mein heimatliches Essen geht mir immer noch nach. Da gehört Potthucke dazu, denn ich bin durch und durch Westfale. Naja, ich liebe aber inzwischen Baden ebenso. Landjäger gehen gar nicht, dann doch lieber die badischen Bauernbratwürste, aber sonst, sieht das sehr lecker aus. Und jetzt nachdem ich Deinen Blog entdeckt habe, werde ich ihn „beobachten!“

    Mein Blog: toettchen.eu

    • Karin Schindler Says:

      Lieber Gerhard – ja, das mit den Landjägern mag ein Stilbruch sein – und sonst habe ich auch immer – wie es sich für eine echte Markgräflerin gehört, etwas Speck im Hause…. Geschmeckt hat es trotzdem und auf dem Bild erkennt man nicht unbedingt, dass es kein Speck ist. Könnte auch eines meiner Leibgerichte werden. Jedenfalls werde ich mal Deinen Blog unter die Lupe nehmen und schauen, ob mir sonst noch ein Rezept gefällt.
      Lieber Gruss Karin

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