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Das Sommerloch und der Veggie Day der Grünen

Gelber Sonnenhut1

Heute morgen traute ich meinen Ohren kaum – in den Nachrichten im Radio kam die Meldung, dass die Grünen einen Veggie Day einführen wollen.

Das kann doch nur ein Scherz sein, fällt denen nichts besseres mehr ein? Nein, die meinen es ganz ernst, einmal pro Woche in öffentlichen Kantinen einen vegetarischen Tag, an dem es kein Fleisch geben soll. Wenn den Politikern im Sommer die Hitze zu Kopf steigt, muss zum Stopfen des Sommerlochs halt solch eine Idee her.

Nicht, dass mich Vegetarismus oder sogar Veganismus stören würde, oder dass ich unbedingt Fleisch essen müsste – von mir aus kann jeder essen, was er mag und wovon er meint, dass es ihm guttut. Was manchen Religionen ihr Fischtag am Freitag, das den Grünen ihr Veggie Tag!  Der Donnerstag soll es nämlich sein, nicht dass man da anderen Werteverfechtern ins Gehege kommt.

Mal ehrlich – ist das nicht ein bißchen abgehoben? Will man uns jetzt noch die Eigenverantwortung für das was wir Essen aberkennen? Und soll es stattdessen Soja-Wurst oder Tofu-Schnitzel geben? Ja,   das wird dann vermutlich die Konsequenz daraus sein.

Soja wird inzwischen größtenteils als Beimischung für Viehfutter produziert, um die Tiere damit schnell hochzuzüchten (mehr Fleisch für alle…). Für den Anbau von Sojabohnen wird übrigens auch Raubbau an der Natur betrieben…

Fisch ist angesichts der Überfischung der Weltmeere auch keine Alternative.

Liebe Leute, schaut euch mal im Web rum, wieviele Menschen sich mit Ernährung beschäftigen – und dabei überwiegend mit ausgewogener Ernährung in der Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse und auch Süßigkeiten ihren berechtigten Stellenwert haben! Und die Weisheit, dass Übermaß, egal von was nicht gut ist, die ist schon alt.

Und am selben Tag kommt auch noch eine schockierende Nachricht aus Maastricht: Im Labor künstlich hergestelltes Fleisch (aus Stammzellen) soll unser zukünftiger Burger sein. In London konnten Freiwillige schon Burger aus diesem Fleisch zum Test essen. Die Begründung lautet, dass man dann nicht mehr soviel Vieh züchten müsste und man leichter den Bedarf decken könnte. Ja geht’s noch?

Dann mach ich mir lieber ein Sellerie-Schnitzel!

Wisst ihr, welcher Gedanke da bei mir hoch kommt? Genau: Louis de Funés hatte in seinem Film Brust oder Keule gar nicht so unrecht und das Dilemma schon 1976 geahnt. Immer billiger, immer mehr – wer wundert sich dann noch über Pferdefleisch in der Lasagne oder Fleisch aus dem Labor?

Liebe Politiker, egal welcher Partei – bitte kümmert Euch darum, dass die Kinder von heute sich ein wenig mehr mit dem was sie essen beschäftigen. Sorgt dafür, dass sie lernen, dass die Milch von der Kuh kommt und nicht aus dem Tetrapack im Supermarkt. Wieso sollte es nicht schon in der Grundschule ein Fach „Ernährung und Kochen” geben? Zeigt den Kindern, welche Kräuter es noch in der Natur gibt und welches Obst und Gemüse lecker schmeckt! Dabei darf es auch ruhig mal ein selbst gemachter Burger sein! Spielerisch ans richtige Essen herangeführt werden – da können manche Eltern vielleicht noch was dazu lernen.  Ich denke, das wäre mal der richtige Ansatz.

Was meint Ihr da draussen – egal ob Fleisch – oder Veggie-Fan, Veganer – sagt mir eure Meinung!

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3 Gedanken zu „Das Sommerloch und der Veggie Day der Grünen“

  1. Das klingt wirklich schwer nach Sommerloch.
    Wir essen wenig Fleisch und haben ja einen Hang zu den Grünen. Genau wie Du finde ich es aber eher wichtig, dass man sich Gedanken um die Herkunft des Essens macht. Meine Kinder wissen, dass Kühe nicht lila sind und dass für Fleisch Tiere sterben. Und dass man normalerweise in der Küche steht, bevor das Essen auf dem Tisch steht.
    Tofu ist in der asiatischen Esskultur verwurzelt – aber sicher kein Fleischersatz, sondern etwas eigenes. Wer Fleisch essen will, soll sich eben mit den „Produktionsbedingungen“ (mir fällt grade nix schöneres ein…) befassen und sich selbst überlegen, ob er das dann verantworten möchte. Gen-Ersatzprodukte …da fehlen mir die Worte.
    Für den Veggie-Day fehlen mir die Worte aber auch….es geht gar nicht, mir von der Politik vorschreiben zu lassen, wann ich was essen soll. Ich bin schon alt und schlau genug, solche Entscheidungen selbst zu treffen. Womöglich esse ich dann den Gemüseeintopf am Mittwoch und den Braten am Donnerstag…und das Genfleisch boykottiere ich garantiert.

    1. Ja, das hört sich gut an. Wir halten es genau so. Ich bin noch zu einer Zeit groß geworden, als es einfach noch nicht so viel gab. Von Mutter und Großmutter weiss ich noch, wie sehr man mit allem haushalten musste, um über die Runden zu kommen.
      Ab und zu gibt es bei uns einfach mal ein gutes Stück Fleisch, von dem wir wissen, wo es herkommt. Ansonsten esse ich auch eher viel Gemüse, Brot, Pasta, Reis, Käse, Eier

  2. Es muss nicht jeden Tag ein Stück Fleisch – oder was danach aussieht – auf den Teller, dann lieber nur ein oder zwei Mal die Woche ein gutes Stück vom Metzger unserers Vertrauens. Wo die Qualität und auch der Geschmack stimmt. Ein guter Sonntagsbraten ist ‚was Feines und darf dann auch etwas mehr kosten als die Billigschnitzel vom Discounter. Unter der Woche tun’s auch mal „Gschweldi mit Bibeleskäs“.

    Hier mit Gesetzen, Verordnungen und Bürokratie kommen zu wollen, ist – auch wenn es in der Sache vielleicht gar nicht so verkehrt ist – aber überflüssig wie ein Kropf! Am Ende wird dann womöglich nicht nur beim Telefon- und E-Mail-Verkehr geschnüffelt sondern auch noch am Mittagessen. Da bleiben mir echt die Gemüsebratlinge im Hals stecken! Es gibt echt andere Probleme die auf Lösungen warten, nicht nur in Griechenland.

    Es muss nicht immer alles per Gesetz geregelt werden, vielmehr sollte der eine oder andere vielleicht ermutigt werden, den Kopf nicht nur zum Haare waschen zu benutzen. Mit etwas nachdenken kommt jeder selber drauf, was für ihn richtig ist – und entdeckt vielleicht auch altbewährte Dinge (Freitagsfisch, Samstagtseintopf oder Sonntagsbraten) für sich neu. Auch nur samstags Kuchen backen für die Kaffeetafel am Sonntag und unter der Woche auf süße Stückchen zu verzichten hilft vielleicht dem einen oder anderen. Aber man muss es ja nicht gleich ideologieverbrämt und mit missionarischem Eifer allen anderen vorschreiben wollen.

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